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Nummer 7. Fernsprecher 951 und 952. Mittwoch, 11. Dezember 1912. Fernsprecher 951 und 952. z. Jahrgang.
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Sie Seit fordert Männer!
Zugend-Erziehung und Zukunft-Probleme.
Die Krise der biiftem Herbsttage dieses Jahrs hat uns mit ihren erregenden Zwischen- s spielen, ihren Sorgen und Gefahren sehr eindringlich daran erinnert, daß wir »Nerven haben", daß die Ereignisse auf der Bühne des Welt-Theaters stärket als früher auf die Psychologie der Völker einwirken und daß die moderne Kulturwelt durch die Erschütterungen des internationalen Gleichgewichts weit inten- ftver in Mitleidenschaft gezogen wird, als es in den Tagen unsrer Väter der Fall war. Die Ursache Lieser Erscheinung ist nicht etwa «ine Vergrößerung der Gefahr, nicht die Schärfung des Verantwortlichkeit-Bewußtseins, sondern sie wurzelt in der Verweichlichung der Volkscharaktere und in der Schwächung der nationalen Kräfte auf physischem und psychischem Gebiet. Dieser sichtbaren Degeneration hat soeben Archibald Philipp. Primrose, Lord of Rosebery (Englands einstiger Premierminister und Parteiführer, weiland Lord- Schatzkanzler und Rektor der Universitäten Aberdeen und Edinburgh) eine eingehende Würdigung zuteil werden lassen, und seine Worte verdienen überall da gehört und beherzigt zu werden, wo Kulturarbeit und geistiges Entwicklungstreben am Werk sind, den Nationen und Völkern neue Werte zu werben. Lord Rosebery steht seit .langem abseits von der Politk und fern vom Lärm des Tags, und wie so viele Engländer seines Standes und Geistes will er jetzt nichts weiter sein als ein Dilettant im ursprünglichsten und engsten Sinne des Worts. Auf einem Kongreß der englischen Uni. versitäten hat er nun das Wort ergriffen und ein Thema erörtert, das irmner dringlicher sich als Forderung des Tages offenbart: Das Problem der Jugend-Erziehung und di« Mitarbeit der Universität an der Lösung dieses Problems.
Der einstige Premierminister Englands weist den Universitäten eine einzige und größte Aufgabe zu: Sie sollen das Bedürfnis nach Männern befriedigen, sie sollen vor allem die Studenten zu Männern heranbilden! Ueber den einzelnen Wissenzweigen, die sie vermitteln, steht der G e i st, den sie den Lernenden fürs Leben aufzuprägen haben. Die Universitäten sollen, direkt herausgesagt (wir sind auf englischem Boden!) Minister, Premierminister formen. Das heißt, aus dem knappen Schlagwort ins Allgemeine übertragen: Männer, die befähigt sind, zu organisieren und zu verwalten, das Ganze und das Detail zu sehen, vor dem Schreibtisch zu arbeiten und vor einem Parlament zu debattieren. Richt allein Minister also: Auch Bankdirektoren, Fabrikchefs und leitende Persönlichkeiten auf jedem Gebiet, für die alle heut Ministereigenschaften nötig sind. Und nicht allein die Chefs: Auch den Durchschnitt, der in seinem engeren Wirkungkreise gleichfalls oft genug zu organisieren, zu verwalten, zu parla- mentarisieren hat! Die Universitäten sind damit weit über ihre frühern Pflichten hinausge- wachse«. Sie hören auf, Fachschulen zu sein, in denen man tüchtige Beamte, Lehrer Aerzte, Rechtsanwälte oder Techniker erzieht. Sie werden (wie Lord Rosebery sagt) »die Klassen für Charakterund Moral"! Der fünfundsechzigjährige englische Lord verlangt von den Universitäten, daß sie die Jugend universell zur Kraft der Männlichkeit: zu Tat- mut und durchgreifender Energie erziehen: Das ist das Ziel!
Ter englische Staatsmann hat natürlich nur für sein Land gesprochen. Er prüft den Aufbau englischer Universitäten, die freie Schulen sind, ihre Verfassung wie ein Staat im großen Staate haben, Deputierte in das Haus der Gemeinen und in die Grafschastsräte entsenden, und ihre Zöglinge lebenslang (wohin sie sich auch >onst verstteuen), mit einem Bande geistiger und moralischer Zusammengehörigkeit umgeben. Aus diesen Miiversitäten, in denen sich Mittelalterliches und das SportSwesen up to seltsam verschlingen, gehen dann die Männer hervor, die in jeder Generation das Höchste an politischer Energie und Gewandtheit leisten. Die englische Politik (als Spiegelbild des englischen öffentlichen Lebens genommen) hat nur Wenig Outsider wie Chamberlain und Lloyd George: Die meisten Staatsführer sind von den Universitäten geformt worden, und diese haben allen Grund, auf diese Leistung stolz zu sein. Wie steht es aber mit der geistreich erfaßten, neuen Pflicht der Universitären in den a,idern Ländern; wie steht es damit bei uns? Wird auch hier das Bedürfnis der Zeit nach Männern befriedigt? Werden hier die Studenten auch zu Männern erzogen? Atmen unsere Universitäten auch eine Atmo
sphäre aus, die Schüler und Lehrer für immer imprägniert? Es wäre töricht, hier mit hohlen Phrasen eine Blöße überdecken zu wollen. Unsre Universitäten sind Hochschulen wissenschaftlicher Kultur, deren rein geistige Leistungen die Achtung der Welt erzwingen, deren Erziehungarbeit indessen des Gehalts, der Voraussetzungen und des Effekts ermangelt!
Wenn tüchtige Fachleute aus unfern Uni- vemtäten hervorgehen, so werden sie das, was sie sind, neben dem Betrieb unsrer Universitäten, ost sogar trotz ihm. Der G e i st unsrer Universitäten hat sie jedenfalls nicht geschaffen, denn dieser Geist ist nicht fruchtbar, nicht pädagogisch-produktiv; er ist wissenschaftlich, aber nicht erzieherisch. Dem Geist paßt sich auch die Atmosphäre an: Keine einzige unsrer Universitäten hat eine Atmosphäre gebildet, in der die Studenten Männer werden, in der sie ihre Fähigkeiten aufspüren und sie großartig fürs Leben vorbereiten können. Wo hätten wir im Heer der Akademisch-Werdenden auch nur Einen aufzuweisen, von dem stolze Hoffnung sagen dürfte, er werde einst seines Vaterlandes Schicksal formen, der brillante Geist werde sich einmal auf der sichtbarsten Stelle regen können? Ja, wenn er „Durchlaucht" „Erlaucht", „Hochgeboren" oder ähnlich heißt und notdürftig seine Examina herunterstottert. Aber sonst? Und wie soll man bei dem Großbetrieb eine Zukunft erraten oder fördern? Wo ist in diesen zerftüsteten Kollegien ein Zusammenhang, der gleichzeitig Förderung bedeutet? Wo etwas, das über das Fachstudium hinausragt und „Charakter und Moral" für höhere Zwecke ftstigt? Unsre Universitäten sind sich selbst überlassen, die besten Absichten der Lehrer und Studenten vermögen nichts dagegen, und wir haben (leider!) keinen Rosebery, der ihr Wesen mit Begriffen einer neuen Zeit wertet. Und grabe wir, die Ration der zur Höhe Strebenden: Grade w i r bedürften der Männer, der Tatmenschen und Bahnbrecher ...! F. H.
Russische Maren TragSdie.
. Die Thronfolgefrage im Zarenreich.
Di« Nachrichten über den Gesundheitszustand des russischen Thronfolgers lauten derart hoffnungslos, daß man in Rußland bereits nicht mehr mit der Möglichkeit einer Regierung des unglücklichen Zarensohnes rechnet, den das Schicksal schon in frühester Jngend so schwer heimaesucht. Es ist deshalb jetzt die Frage der Nachfolgerschaft in der Regierung des russischen Reiches aufgerollt worden, deren Erledigung unter Umständen für Rußland zu Schicksalwendung werden kann. Es wird uns dazu berichtet:
Trauer im Kaiserhaus.
(Von unfernt Korrespondenten.) Petersburg, 10. Dezember.
Eine Frage, die für die Zukunft Rußlands von großer Bedeutung ist, scheint aftuell zu werden: Die Thronfolgefrage. Man kennt das Unglück des Zaren. Die Krankheit des Zarewitsch, die man zuerst auf einen Unfall zurückführen wollte, hat Ursachen, di« tiefer liegen und von Taner sein dürften. Der Sohn des Zargn scheint von einer Art Knochentuberkulose befallen zu sein. Sein Zustand erfordert sorgsamste, nie endende Pflege unb Beobachtung. Alles, was ihn irgendwie ansttengen könnte, ist ihm und totrb ihm sicherlich noch für lange Zeit untersagt fein. Er ist so leidend und so gebrechlich, daß die Herrscherlast für seine Schultern zu schwer sein dürfte. Diese Lage versetzt alle Diejenigen, die für die Regierung in Rußland verantwortlich sind, in groß« Besorgnis. Als man den pessimistischen Krankheitsbericht der Aerzte in seiner ganzen Bedeutung erkannte, gab man die Hoffnung, daß der junge Großfürst eines Tages die Regierung antreten könnte, auf und beschäfttgte sich sofort mit der Frage, wie die
Zukunft des Zarismus
gesichert werden könnte. Man suchte in den letzten Tagen den Bruder des Zaren, den Großfürsten Michael Alexandra- witsch, der morganatisch mit ber geschiedenen Frau eines Offiziers verheiratet ist, zu einer Lösung seiner Ehe zu bewegen, damit er einst Zar werden könne. Man hat damit aber offenbar kein Glück gehabt; in Petersburger Hofkretsen verlautet wenigstens, daß der Großfürst endgültig auf alle seine Rechte auf den Dhron verzichtet habe; er Weigere sich jedenfalls ganz entschieden, seine morganatisch« Ehe (aus der erst vor kurzem ein Sohn hervorgcgangen ist) zu lösen. Nächst dem Großfürsten Michael käme jetzt für die Thronfolgeschaft in Betracht der 1860 geborene Großfürst Paul A lexa ndr o w lisch, ein Onkel des Zaren. Disser Großfürst bat
einen einundzwanzigjährigen Sohn, Dmitri Pawlowitsch, und es heißt, daß einflußreiche Hofkreise bemüht sind, Paul AlexaNdrowitsch' ältesten Sohn als nächsten Dhronanwärter in den Vordergrund zu drängen.
Der Zarewitsch und seine Mutter.
Wie uns im Anschluß an vorstehende Mitteilungen ein Privat - Telegramm auz Petersburg berichtet, ist bet Zustand dez Zarewitsch hoffnungslos uitd es ist keinerlei Aussicht vorhanden, ihn jemals wieder so weit herzustellen, daß er selbst di« Regierung würde übernehmen können. Die Zarin ist unter der Wucht des neuen SF'icksalsschloges völlig zusammengebrochen und von einer schweren Nervenkrffe be'allen worden, die die Petersburger Hofkreise mit ernstester Besorgnis erfüllt.
Max Snmiags Sdhsser.
Defraudant und... MillionSr-TSchter.
Max Brüning, der Berliner 260000- Mark-Defraudant, der nun in Winnipeg in Kanada verhaftet wurde, hat in den fünfeinhalb Monaten, die zwischen seiner Flucht und seiner Verhaftung liegen, eine hübsche „Karriere" gemacht, über deren einzelne Etappen jetzt aus den Aussagen der verhafteten Ghe- leüte Hatke in Engter und aus Brünings eigenen Angaben interessante Einzelheiten bekannt werden. Nach den Angaben der verhaften Eheleute Hatte stellt sich die „Odyssee" Brünings folgendermaßen bat:
Berlin-Retvhork Winnipeg.
(Telegraphische Melbungen.)
Berlin, 10. Dezember-
In ihren wiederholten Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter haben die verhafteten Eheleute Hatke bekundet, daß Brüning, als er in Berlin mit einem einzigen Grift 260000 Mark erbeutet hatte, Berlin aufdemFahr- rad verlassen habe. Mit diesem fuhr «r bis zu einem Keinen Ort, setzte sich dann auf die Bahn und besuchte feine an den Maurer Hatke in Engter verheiratete Schwester. Dort traf er spät abends mit seiner Beute ein. Noch in derselben Nacht vergrub er sie unter einem Birnbaum und fuhr, ehe noch ber Morgen graute, wieder davon. Wie er sagte, wollte er mit dem Rade, das er im Walde versteckt hatte, die Fahrt nach Luxemburg antreten. Kurze Zeit darauf erschien er wieder auf dem Gehöft seines Schwagers, hielt sich abermals nur ein« Nacht auf, besprach einige wichtige Vorkehrungen und verschwand wieder. In Luxemburg, wo er sich während dieser Zeit aufhielt, arbeitete er
feinett Fluchtplan
Wetter aus und stellte auch eine Chiffreschrift her, mit der et mit seinem Schwager verkehren wollte. Eines Nachts traf Brüning unerwartet wieder in Engter ein. Während er nachts mit seiner Schwester und seinem Schwager verhandelte, hielt er sich tagsüber auf dem Heuboden auf, damit Untermieter, die mit auf dem Gehöft wohnen, nichts von seiner Anwesenheit merken sollten. Von Engter aus begab sich Brüning bann nach Luxemburg und von dort nach Newyott. Sein erstes Schreiben ttaf zugleich mit der Karte, die ein früherer Kamerad von ihm in Berlin erhielt, aus Hobokeu in Engter ein. Brüning schilderte darin feine stürmische Ueberfa hrt und glückliche Ankunft. Er forderte seine Verwandten auf, ihm die Ausschnitte aus den Berliner Zeitungen über sein» Flucht zu schicken. Bald entwickelte sich nun rtn reger Briefver- kehr. In jedem Schreiben mahnte Brüning unablässig zur V o r s i ch t. Er rechnete vorher genau aus, wann seine Briefe in Osnabrück eintreffen mußten und bestimmte genau den Tag und die Stunde, an dem die Verwandten zu anrworten hatten. Traf einmal ein Brief aus irgend einem Grunde etwas später ein, so sandte er
sofort ein Kabeltelegramm
und fragte nach dem Grund. Zuletzt lief ein Brief ein, in dem er schrieb, daß er in Kanada angekommen sei und dort einstweilen festen Fuß faffen wolle. Er habe die Bekanntschaft eines Millionärs ge- macht, der in Japan größere Ländereien besitze. Mit diesem sei er wiederholt auf der Jagd gewesen und habe einmal allein zwanzig Steppenvögel geschossen. Auch auf die Paradiesvögel- und Affenjagd gehe er öfters. Mit den Töchtern der Millionätsfamilie mache et wiederholt Ausflüge. Bis Weihnachten werde er dort bleiben und dann mit seinem neuen Bekannten nach Japan fahren, um dessen Waldungen dort zu besichtigen und vielleicht sein Teilhaber zu werden. Bei einem
größeren Jagdausflug sei er auch mit Indianern zusammen gekommen und habe sogar einmal mit diesen in einem Zelte geschlafen. Wäre Brüning wirklich (wie er es plante) nach Japan abgereift, so wäre es fraglich gewesen, ob man ihn überhaupt Hätte verhaften können.
Ein Tausendmarkschein-Verhängnis.
Als Brüning in Winnipeg das Geld ausging, bat et feine Bekannten um sechshundert Mark, da er sich fürchtete, einen Tausendmarkschein zu wechseln. Hatte befand sich aber in ber gleichen Lage und lieh sich beshalb das Geld von einem Bekannten in seinem Wohnort. Schließlich verlangte dieser fein Geld zurück, und da man glaubte, es sei längst Gras über die Sache gewachsen, kaufte Frau Hatte, um einen Tausendmarkschein zu wechseln, ein Fahrrad für sich. Das fiel natürlich in dem kleinen Orte auf. So lenkte sich schließlich der Verdacht auf sie daß sie mit ihrem Verwandten Brüning in Verbindung ständen und das Schicksal nahm dann seinen Lauf...!
Krisen überaA!
Krise in der Heeresleitung Oesterreichs; KriegSminister von Auffenberg tritt zurück; Oesterreich, Serbien und die Balkankrise.
Wien hat eine neue Sensation: Der Reichs- IrtegSminifter Freiherr von Ansfen- berg, hat sein Abschiedsgesuch eingereichi und der Kaiser hat dieses Gesuch genehmigt. Gleichzeitig wurde gestern abend bekannt, daß auch der Generalstabschef von Schemua entschlossen sei, vom Amte zurückzutreten, doch hat sich dieses Gerücht bisher nicht bestätigt. Die Krise in der österreichischen Heeresleitung hängt ursächlich unmittelbar mit der politischen Krise zusammen und es ist anzunehmen, daß sie noch weitere Ueberraschungen im Gefolge haben totrb. Wir verzeichnen folgende Meldung:
Auffenberg und Schemua.
(Privat-Telegram m.)
Wien, 10. Dezember-
Die gestern abend bekannt gewordene Nachricht über den Rücktritt des Reichskriegsmini, sters von Auffenberg erregt überall daS größte Aussehen. Das Rücktrittsgesuch deS Ministers ist vom Kaiser bereits genehmigt worden. Heber die Ursachen des Rücktritts find verschiedene Gerüchte im Umlauf. Während die einen meinen, daß Herr von AuEeu- berg zu aktionslustig gewesen sei, wird von anderer Seite erzählt, daß zwischen ihm und dem Generalstabschef Unstimmigkeiten bestanden und daß man es für zweckmäßig erachte, eine aggressive Persönlichkeit an die Spitze der Kriegsverwaltung zu stellen. Jedenfalls ist die Demission eine überaus aufsehenerre gende Angelegenheit, und man geht vielleicht nicht fehl, wenn angenommen wird, daß der Wechsel im Kriegsministerium im gegenwärtigen Augenblick, obwohl sich die Situation wesentlich gebessert hat, als ein letztes energisches
WarnungSzeichen für Serbien anzuseheu sei. Bekamttlich war Minister von Aussenberg seit langem, namentlich bei den Ungarn, nicht beliebt, und «8 wurde bereits vor einem halben Jahre sein Rücktritt gefordert. Er hat jedoch damals den Delegationen gegenüber durch eine sehr entgegenkommende Rede bei Berteidigung des Etats feint Stellung wieder befestigt. Politische Gründe können natürlich in einem Augenblick wie dem jetzigen für die Demission eines Kriegsministers nicht maßgebend gewesen sein. Als sein Nachfolger ist der General Krobatin ernannt worden. Es heißt, daß auch der Ge neralstabschef von Schemuazurücktreten werde und daß fein Nachfolger der jetzige Armee-Inspekteur Conrad von Höhen- dorss fein wirb. Dieser ist bekanntlich ein Vertrauensmann des Thronfolgers und war schon früher Generalstabschef. Bor zwei Jahren demissionierte er, weil bekanntlich seine zu- weitgrhenden Forderungen hinsichtlich der Befestigungen gegen Italien nicht angenommen worden find.
Minister und Thronfolger.
(Privat-Telegram m.)
Wie«. 10. Dezember.
Der Rücktritt des Kriegsministers, Generals von Auffenberg. erfolgte aus persönlichen Gründen, angeblich wegen eines Konflttts mit dem Thronfolger Franz Ferdinand. Gleichzettig soll auch der Rückttitt des Chefs des Genexalftabes, von Schemua, von seinem Amt (dessen Leitung Schemua's Vorgänger, Armee-nsvekteur Frei- Herr von Hötzendorfs übeTnct—ren fou, bevor stehen. Hebe- den Grund *u diesem Personal