Casseler Abendzeitung
3. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Dienstag, 10. Dezember 1912
Nummer 6.
Fernsprecher 951 und 958.
Ziehungen unstreitig von größtem Nutzen
..„s, zieyungen unnreiiig von grov^u»
SW Pömn Utto OW "lköb. gewesen sind. Aehnliches läßt sich von der Ehe
des vor wenigen Jahren verstorbnen deutschen
Ser Dreibund erneuert!
Krieg und Krise
L
. Sieht man beispielweise davon ab, daß siurst Bülow in seiner Gattin, die übrigens in erster Ehe mit dem Grafen Dönhoff ver- beiratet war (die Ehe wurde durch päpstlichen Beschluß 1886 für ungültig erklärt) eine Frau gesunden hat, die durch ihre ungewöhnlichen Geislcsgaben ihrem Galten sein« politische Mis- sion sehr erleichterte, so trug sie, di« dem alten sizilianischen Adelsgeschlechte der Campore- aIe entstammte, und eine Stieftochter 9)1 in« ghettjz war, viel dazu bei, ihrem Gatten Sei« öindungen zu der italienischen Gesellschaft zu ichaffen, die für die deutsch-italienischen Be-
3nfertton8preife: D!« fedjSgefpaltene geile für einheimische SeschLft« tL Pfg., fwr -ou« roärttge Inserate 25 Pf, Reklame,eile für einheimische Geschäfte 40 W, ntr auswärtige Geschäfte Sü Pf. Einfache Beilagen für die Sefamtailflage werden mtt 5 Mark pro tau,et» be- rechnet. Wegen ihrer dichten Berdreitung in der Refiden, und ^Umgehung Und di« Laffeler Neueften Nachrichten ein vorjäglichei JnferttonSorgan. «efchäft«ite!ls^ «Slntlche Straße 5. Berliner aSertretung: SW, sfrtidrtchftrabe 16, Telephon: Amt MorihplaS 6,6
teils ins Gefängnis geschicktes Kotillongeschenk unliebsames Aufsehen erregte, das beinahe ihrem Gatten die Stellung gekostet hätte. Gräfin Wedel ist als geborne Gräfin Hamilton S ch w ed i n und ließ es als solche ganz natürlich an der richtigen Abschätzung deutscher Verhältnisse fehlen, was einer deutschen Frau sicherlich niemals begegnet wäre. Andrerseits ist allerdings (worauf bereits hingedeutet worden ist) nicht zu verkennen, daß die Verbindungen deutscher Diplomaten mit Ausländerinnen dem Deutschen Reich bisweilen auch von Nutzen gewesen sind.
Unterstützung Frankreichs und Englands errin-, gen; seinen Besitz, sein Anseben als aufstrebende Mittelmeermacht zu verteidigen, hat Italien gegen Frankreich und England. So sind heute nicht nur auf dem europäischen Festlande, sondern auch im Mittelmeer die Interessen der Dreibundmächte die gleichen, wodurch daS Bündnis an Festigkeit und Sicherheit nur gewinnen kann.
Verschärfung der auswärtigen Lage sind unzutreffend. Unsere Beziehungen zu Rußland sind normal und den Gerüchten über einen bevorstehenden Krieg ist daher kein Glauben zu schenken. Weiter ist zu konstatieren, daß an- gefichts der herrschenden Beunruhigung vor allem in den Kreisen der Jugend eine Be- wegung sich geltend macht, deren national patriotischer Charakter nicht verkannt werden soll, di« aber km Hinblick auf die gleichzeitig zu Tage getretene allgemeine Voraussetzung über die Heranziehung dieser Kreise zu militärischen
französischen Mobilisierung. Vor einigen Tagen nahm französisch« Artillerie im De-
Botschafters in Washington, Speck von Sternburg, sagen, der mit einer Amerikanerin verheiratet war. War dieser Diplomat schon durch seine liebenswürdige Perfön-
partement Meurthe et Mosell« Schießübungen vor, und der nach Lothringen herüberschallende Geschützdonner veranlaßte zahlreiche Bauern, schleunigst ihre Hab«
tu Sicherheit zu bringe«.
Wie beim Ausbruch des deutsch-französischen Krieges wurden alle Erspamisse im feuersicheren Kellergewölbe verstaut und der Topf voll blanker Dukaten in der äußersten Gartenecke vergraben. Auch an den Biertischen erzählen die alten Straßburger jetzt mit Vorliebe von ihren Kriegserlebniflcn während der Belagerung und malen in den gruseligsten Farben die Schrecknisse einer erneuten Zernierung aus. Während sich so auf der einen Seite eine starke Kriegsfurcht geltend macht, fehlt es auch nicht an solchen Elsaß- I Lothringern, die mit unverhehlter Freude e.ine Apolitische Umwälzung erhoffen. Schon ! bei den letzten Manövern im Reichsland machte sich ja in stockfranzösischen Ortschaften eine ganz besondere Liebenswürdigkeit gegenüber den einquartierten Truppen geltend. Man wollte eben' (so wurde versichert) bie I „Prussiens“, die man doch zum letzten Male
Aufgaben bedenklich ist und Gefahren in stch birgt. Di« letzte Meldung bezieht sich offenbar auf die Bestrebungen der patriotischen Jugend, für den Ernstfall durch bk Bildung eines Freiw illi gen - K orp s (zu besten Beitritt sich bereits 100 000 Mann gemeldet haben sollen, darunter auch viele russische Staatsangehörige) an dem K a m p f e g e g e n Rußland teilzunehmen. Diesen Bestrebungen sucht die Regierung jetzt entgegenzutreten.
„Die Situation ist ernst!"
(Privat-Telegramm.)
Wie«, 9. Dezember.
Die Wiener Allgemeine Zeitung, die zu amtlichen Kreisen Beziehungen unterhält, veröffentlicht soeben die Unterredung eines ihrer Mitarbeiter mit einer Persönlichkeit, die dem Auswärtigen Amt nabelteht. Auf bie
Das Dreibund-Echo.
Zu der Erneuerung be? Dreibunds schreibt die offiziös« Norddeutsche Allgemeine Zeitung: Der Dreibund hat sich seit seiner Errichtung als ein dauernder Faktor in bei Gruppierung der europäischen Mächte emgelebt und sich durch seine Festigkeit als ein entschiedenes Friedenselement be- währt. Seine Erneuerung dürste nirgends eine Ueberraschung bieten. Immerhin können wir es als ein erfreuliches Anzeichen betrachten, daß seine sormelle Erneuerung gerade j etzt erfolgt ist. Es ist dies ein Beweis, daß die drei Verbündeten von seiner Wirksamkeit befriedigt waren.
Eine Stimme ans Wien.
Wie uns ein Privat-Telegramm aus Wien berichtet, erfährt in dortigen maßgebenden Kreisen die Erneuerung des Dreibunds folgenden Kommentar: Die Nachricht von der Erneuerung des Dreibundes ist in früheren Fällen immer ziemlich spät nach der erfolgten
DU (löffelet Oiaiefle» erfdjetnen wöchentlich fechämal unb -war abend». Der
ro»nncm<mt«pteHi beträgt monatlich W Bfg. bei freier Anstellung ins Hans. BeNellungen werden federen oon 6er «eichättsftelle ober den Boten entgegengenommen Druckerei. Verlag und ‘Rebattton TchlaLthoffirotze 28/30 Sprechstunden der Redaktion nur oon 7 bi» 8 Uhr eben« Sprechstunden der Auskunft • Stelle, Jeden Mittwoch unb Freitag oon 6 bi» « Uhr abends Berliner Vertretung- SW„ Friedrichs» 18. Telephon. Amt Moritzplatz 676.
Dia Ehe« unserer Diplomaten.
Die Meldung, daß der Reichskanzler en die Beamten des auswärtigen Dienstes einen Erlaß gerichtet habe, wonach solchen Diplomaten, die sich mit Ausländerinnen,. b £ ein ausgezeichnetes I ju ^Efsichtigen, mit dem Ausschluß zzechMmz zu den amerikanischen Staatsmän-
diplomatischen Dienst gedroht wird, t|tl bxsotldern zum Präsidenten Roose-
bisher zwar nicht bestätigt, aber auch mcht be- schaffen, so wurden diese Beziehungen
strttteil worden. Man wnd daher emstweilm!^ j^imer durch seine Gattin, die in Bezug
^rten, daß ^ dEtt etne Rtchtig^ cuf Allüren mit ihrem Gatten
kett hat. Sur, Zett ist unsre Diplonmtte zwar göttlichste wetteiferte. Ter Tod „Speckys" «aT hnrh’X’l fieirXn’ heit toter war denn auch für das Deutsche Reich ein
«»sl^dtobeu schwerer Verlust, den zu ersetzen dem jetzigen
Z IN den Eftentetten Vertreter des Deutschen Reichs in Washington ec?“ ,> nnÄ kein sicher nicht leicht geworden ist. Immerhin muß
n^naende?Nnrann^wenn tttnne «Fnne/im man ihm die Gerechttgkett widerfahren lasten, iw mtiMen S ‘hie fnff ba6 es ihm gelungen ist, die Lücke auszusüllen,
diplomatlichen Dienst, die säst stets im Aus- . p ~ ™ A ® srm- I
land weilen und wenig Gelegenheit finden, denn Graf Bernstorff unseretzigerBott mit den Töchtern ihres HeiEt ands Be^ «-st-r.
r,* < w„ar„„x aktted'tierten ausländischen Diplomaten mit ote
mitten Sete' hemeaT M erste Stelle ein. Auch ihm kam dabei seine
ÜMieMMr ™ mehr Eh- mit der Deuffch-Amerikanerin Wane-
sMliebiiü) in 2.reisen, die den! Deut! um mcötl e . «. • < ..
oder weniger fern stehen, und bald überbrücken »r a ke r zugute, die einer der wohlhabendsten persönliche Sympathien alle nationalen Unter- Falten des Landes Eammtund> die Be- schiede. Andrerseits liegen derattige Verbin- gehungert ihres Gatten zu MMsche« Wett düngen deutscher Diplomaten mit Ausländerin- Amerikas noch um zu den eiMußrcichsten nen nicht immer im Interesse des Reichs, denn Magnaten de,fünften
es versteht sich von selbst, daß eine Diplomaten- ,te6‘: Wo Licht stahlt, dunkelt auch Schatten, gattin (besonders wenn sie klug ist) einen Ein-I'md wo em Schatten sich zeigt, darf^man auch fluß aus ihren Gatten auszuüben vermag, der Lrcht vermuten. Vom nationalen st ntn mit den Interessen des Landes, die der Gatte zu punkt betrachtet, wird man indessen den Erlaß vertreten berufen ward, nicht immer in Einklang! Kanzlers nur billigen können, denn er zu bringen ist. Andrerseits ist nicht zu teilen« vorzubeugen, die Re in
nen, daß giade die intimen Beziehungen der Menschlichen wurzeln und deshalb zu Gattin zu heimschen Kreisen dem Gatten im bobbeltei Sorge Anlaß geben ....
Cassckr Neuch Nachrichten
Hessische Abendzeitung
sehen würde, „noch einmal recht anständig be-l Tatsache geschahen. Diesmal ist die Verössent- handeln, da ihre Herrschaft nun doch z u E n d e lichung offenbar als dringlich ang^ehen morhe" IWorden, und die Art des Vorganges spricht
geyen weroe. Idasür, daß man unmittelbar nach erfolg
tem und abgeschlostenen Meinungsaustausch an die Veröffentlichung schritt. Sie soll nichts anderes sagen, als daß die drei Mächte in
Verlängerung ohne jede Aenderung. allen Fragen, die den Frieden oder eine Der Dreibund ist erneuert worden: Deutsch- Störung des Friedens betreffen, stch in völli« land, Oesterreich und Italien sind übereingekom- gern Einvernehmen befinden, men, den bestehenden Bundesvertrag ohne -
jede Aenderung zu verlängern! Der Drei- bund wäre normalster mit dem Ende des Iah-
«Ä3ÄW MM UM MM.
einigt. Ueberraschend kommt übrigens dte I n. Balkanstaaten; die serbisch-österreichische Nachricht von der Verlängemng des Dreibund-1 Krise; Oesterreich und Rußland; die Politik Vertrages nicht, denn schon gelegentlich des pes Balkan - Bundes; Krieg »der Friede? jüngsten Besuches des Grasen Berchtold beim Das Zustandekommen der Londoner Bot« Marquis di San Giuliano und der daraufiol- sch^fter-K onserenz, die die Einleitung genden Reife des ttaliemichen Ministers des ' ' Friedens « Der Handlungen
Aeußern nach Berlin Verlautete daß die Er- toi-^ Türkei und den Barkatrstaaten bil- neuerung des Dreibundes mit zu den Haupt- nun fl,eft*ert denn nachdem auch
themen der politischen Konversationen gehöre, I .HtoerreicfJllnaarn6 dem ' englischen Vorschlag
diefe Annabmettitr af, beweist die fetzt er-1 . Beranstaltung dieser Konferenz zugestimmt I fb^gte offizielle Kundgabe. I tft die Zustimmung des Dreibundes voll-
Berlin, 9. Dezember, .ständig, und da auch der Dreiverband einver« (Telearavbifcher Bericht) standen ist, so steht dem Zusammentritt der
(Telegraph t, ajer -o ciiaji-f Konferenz nichts mehr im Wege. Inzwischen
Wie amtlich bekannt gegeben wird,I b(tuert allerdings die internationale ist der zwischen de« Souveräns« und Krise ungemindert fort, wie aus folgen- de« Regierungen von Deutschland,!^.. Meldung hervorgeht:
Sefierreich.Angarn und Italien beste- „ •>
hende Bundesvertrag ohne jede! binnen Tagen •
Aenderung erneuert worden. (Telegramm unsers Korrespondenten.)
In der gleichen Form und zu gleicher Zeit Wien, 9. Dezember,
wird die Erneuerung des Bündnisses auch in In Wiener offiziellen Kreisen will Wien von offiziöser Seite bekannt gemacht. w $€U,e die auswärtige Lage dahin kenn. Die besondere politische Bedeutung dieser, daß anscheinend ein Konsliktmit Augenblicke K ohn^wetterks aus der Tat" « n ß l a nd zu einem nahen Zeitpunkte nich^ fache hervor, daß eine Erneuerung des Drei- zu erwarten fei, das; jedoch d r d st e t bundvertrages ohne Aenderungen gar nicht er- xeichisch - serbische Gegensatz an forderlich gewesen wäre. Der Dreibundvertrag seiner Schärfe nichts verloren habe, lies noch bis zum achtundzwanzigsten Juni Die Verschlechterung der wirffchaftlichen Ber- 1914 und hatte als stillschweigend der- hz^ffe infolge der in den lebten Woche« längett zu gelten, wenn keine der Daeibund-, , .. o-i,n3fur<6t beroirften zahlreiche«
Mächte bis zum achtundzwanzigsten Juni 1913 durch die berointen san.re
von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch machte, klemen Za hl u n gs e i nstelluns n_ unb In dteser Form war die letzte Verlängerung des Bestrebens der Grenzbevölkerung, mSgltchst des Dreibundes im Jahre 1907 erfolgt. Eine viel bares Geld heranzuztehen, haben die be- ausdrückliche E r n e u er u n g des Dreibundes rnsenen Vertreter des Handels und der Jndu- wäre also nur bann notwendig gewesen, toennl ,tric veranlaßt, beim Handelsminister vorzu- bei Dreibund inzwischen gekündigt worden . . mit bcm erfutben, über den Stand der
werden solltem verwies die Deputatton an den Minister«
Drei Jahrzehnte Dreibund. Präsidenten Grafen Stürkgh. Dem Der«
Das Defensivbündnis zwischen Deutschland, nehmen nach soll dieser stch dahin geäußert ha. Oesterreich-Ungarn und Italien besteht seit An- daß die Klärung der österreichisch-ser- fang des Jahres 1883 und wurde zuletzt am hstchm Gegensätze nicht mehr lange aus sich achtundzwanzigsten Juni 1902 erneuert. Wenn n,arten lassen werde unb daß er die bestimmte die amtliche Mitteilung besagt, der Dreibund sei Hoffnung hege, daß dte Entscheidung unverändert erneuert worden, so mag 6jnnen jef»n Tagen herbeigeführt werde, das hinsichtlich des Wortlautes vielleicht! . octn6et(. h^t gestern abend eine Versamm- zutreffen, ber Geist des Bündnisses ist trotzdem ~ a(kr polnischen Reichstags- und Land- ! ein anderer geworden. Der Bund geht im, tagSaSfltglt,ttrteK Galiziens stattgefunden. In nächsten Jahre in das vierte Jahrzehnt binem. ift ^solge der Befürchtung eines öste».
In dieser langen Spanne Zeit sind die ^nter- , srteae« die
essen bet Verbündeten so eng mtt einander ver- reichtsch-rufftschen Ktreges dw wachsen, daß das Matt Papier, das Ver- Verwirrung im -Publikum Iragsdoknment, kaum noch eine wesent- besonders groß. Der Statthalter von Gattzren, lich« Rolle spielt. Wenn daS hinsichtlich bes Dr. Bobrzynski, hat im Auftrage der Regie- Verhältnisses Italiens zu seinen beiben Ver- rung in der Versammlung folgende Erklä- bünbeten bis vor kurzem noch anders schien, so rung abgegeben: Die internationale Sttua- I ist darin jetzt durch die Erfüllung der afrikani-1tion hat in den letzten Tage« keine Verän- schen Hoffnung Italiens Wandel geschaffen.^perung erfahren und die Gerüchte über mne Tttpolis konnte Italien nur mit wohlwollender
fremden Land die Wahrnehmung seiner Pflich- ————
ten gegenüber seinem Heimatland wesentlich er- «Mp @ripa«htrrhf im leichtern können. Aber das gilt eben nur so- uei
lange, als der betreffende Diplomat irt dem Kaffeuzturm und Bevölkerungs-Panik. Lande verbleibt, ans dein er die Gattin erwählt Die Wirkungen der «uropatschen K r r s e, hat. Wird er auf einen andern Posten ver- die im Osten des Reichs zu einer sormltchen setzt, bann tritt der Unterschied im nationalen 1 Jamk führten und do-s bekannte Beruhtzungs-1 Fühlen oft peinlich in die Erscheinung, uudl Weftvreusten^ verantttsttm haben
hier rmr^zu"leicht"zu"einem^Lemmnis werden"^ an ben südwestlichen Grenzbezirken, im hier nur zu .eicht zu einem Hemmnis werden. ! Reichsland Elsaß «Lothringen, eine
* Kriegsfurcht grotzgezogen, die zu den
Im allgemeinen wird man deshalb (wenn ernstesten Besorgniffen Anlaß gibt Der „Run nicht besondrer Anlaß zu einer Ausnahme vor- b:e Sparkassen hat Dtmensionen ange- liegt) der Ansicht sein dürfen, daß die ®attin
ÄS Wochen die Auszahlungen die Einzahlungen
Efse. Der Diplomat gehott, wie der . Beträchtliches. Es wird uns dar-
Soldat, in erster Linie dem Vaterland,! V-riAtet •
unb feine persönlichen Interessen und Neigungen muß er hinter den ehrenvollen Pflichten sei- Die Angst Vor dem Krieg, nes Berufs zurücktreten lassen. Daß die Frage (Privat-Telegramm.)
der Diplomatenehen unter Umstünden von gro- Straübura, 9. Dezember,
ßer Bedeutung für das Reich sein kann, mag -. . .. .. , nwn%-
man an einem theoretischen und an einem prak- Q Ite8,gjluT< |
tischen Fall ermessen. Man vergegenwärtige Lothringen «radezu beiorgnlsEg nde - sich, in welche Sage der frühere deutsche Reichs- ^“en. an. eeit langem ZE weM di« kanzler Fürst Bülow (der bekamttlich mit Landbevölkerunggrundsatzltch ^llez PaPter- einei Italienerin verheiratet ist) geraten! su ruck und hat mtt threr Knegsfurchtschon wäre, wenn es unter seiner Kanzlerschaft aus ^um Teil dte tm allgemeinen weniger bcioigie irgend einem Grunde zu einem bewaffneten Stadtbevölkerung angesteckt, so bay manche Konflikt zwischen Deutschland und Italien Großbetriebe an den Zahltagen Schwieriggekommen wäre. Ohne Zweifel hätte sein! leiten haben, wenn sie ihre Arbeiter ganz m nationales Pflichtbewußtsein alle andern Ge-I klingender Münze auszahlen sollen. Findige fühle in bett Hintergrund treten lassen, aber GeschäftSagenten wissen diese Massensuggestion wieviel hätte der seelische Konflikt, dem sogar geschickt auszunützen und schwätzen den «r sich ausgesetzt gesehen hätte, seine- Energie UeberänMichen „für die kommenden Kriegs- unb Schassensreudigkeit beeinträchtigt? Und jähre" einen Riesenvorrat an Kon- dann ein Fall aus bem praftischen Leben: Man serven und Hülsenfrüchten auf. Tra- erinnert sich der Affäre ber Gräfin Wedel grkomische Szenen soll es auch an der Grenze der Gattin des Statthalters der Reichslande, gegeben haben anläßlich der „irrtümttchen" die vor drei Jahren durch ein dem Abbs Wet- j