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--------------- hrrbftvremiere im Reichstag Etfte Sitzung nach de» Ferien; vor der Prä. stdentenwahl; die Gs^amt-Linke für Kämpf! Der Reichstag hat gestern nach sieben- monatlicher Pause seine Arbeiten wieder ausgenommen. Das geschah, da die Sesiion nur vertagt und unterbrochen, nicht geschlossen worden war, ohne besondere Veranstaltungen, aber doch auch nicht (tote immer, wenn man lange nicht beisammen gewesen ist) ohne alle Feierlichkeiten. Sieben Monate sind schon eine ansehnliche 3eit, und in solcher Frist pslegt der Tod unter einer Schar von vierhundert Menschen seine Ernte zu galten. Diesmal hielt er sogar recht reifliche Ernte, und indem Dr. Paasche, der frisch und erholt von der strapaziösen Weltreise Wiedergekehrte, der Heimgegangenen gedachte, stellte sich (tote allemal in solchen Fällen) ganz von selbst etwas wie eine feierlich-ernste Stimmung ein. An die Totenklage schloß sich dann ohne weiteres die Arbeit. Freilich keine, die mit sonderlicher Begeisterung absolviert worden ist. Dazu fehlt rS an dem ersten Tage nach den Ferien im Parlament doch an Neigung und Laune. Man hat sich solange nicht gesehen und mutz zunächst einmal wieder miteinander Fühlung nehmen. Rene Probleme sind ausgetaucht, de« vorerst im engen
Zirkel der politischen Frennde burchberaten sein wollen: Diesmal sogar Probleme von ungemein wuchtigem Ernst. Darum liegt das Schwergewicht dieser ersten Tage auch vorwiegend in den Pourparlers im Fraktionszimmer und der vertraulichen Zwiesprache in den Wandelgängeu. Indes man im Plenum mit Vorliebe Reste aufarbeitet, für die man sonst nur selten Zeit findet: Nämlich Petitionen. Dabei waren unter den Petitionen, über die gestern berichtet und debattiert wurde, einige, die auf größeres Interesse Anspruch machen dursten, und ein paarmal (so bei dem Verlangen nach einer reichsgesetzlichen Regelung des Jrrenhauswesens und der anderen nach einem Gesetz über die Sonntags- und Nachtruhe im Binnenschiffahrtsgewerbe) ergriff sogar der nafionalliberale Parteiführer Baffe r m a n n das Wort. Auch einen Debütanten bekam man zu hören, Herrn G e r l a ch, der als Ersatz (oder sagen wir besser an Stelle) des zum Minister erhöhten Freiherrn von Hertling in das Wallothaus eingezogen ist. Das heißt: Eigentlich hörte man ihn nicht, man sah ibn nur sprechen: so lebhaft war das Bedürfnis nach privatem Meinungsaustausch unter den aus den Ferien Wiedergekommenen
Nach sieben Monden...!
Reichstag»fitz«ng vom 26. November.
Am Bundesratstische: Niemand! Vizepräsident Dr. Paasche heißt die Abgeordneten willkommen und widmet den verstorbenen Abgeordneten Bachmeier (Bbd.), Dr. Will (Ztr,), von Normann (konf.) und Foerster (Soz.l sowie dem Präsidenten des Preußischen Abge ordneteichaufes. Freiherrn von.Erffa und dem Erbauer des ReichsiagsgebLudes, Geheimrat Wallot, ehrende Worte des Nachrufes. Die Abgeordneten haben sich von den Plätzen erhoben.
Auf der Tagesordnung stehen Petitionen. Eine Petition auf reichsg-csetzliche Regelung des Jrrenhauswesens beantragt die Kommission der Regierung als Material zu überweisen.
Abg. Baffermann (na'l.): Der Notwendigkeit einer Regelung verschließen auch wir uns nicht. Es müssen Garantien geschaffen werden. "daß keine Unschuldigen intern1;ert werden.
Das Haus beschließt dem KommiffionSan- trage gemäß. Eine Petition der Unternehmer bittet “eine rieichsgesetzliche Regelung der Sonntags- und Nachtruhe im Binnen. schiffahrtSgewerhe nicht vorzunehmen.
Abg. Schumann (So;.): Eine einheitliche Regelung ist notwendig; die Möglichkeit beweisen bereits bestehende Tarifverträge. Me Regierung hat ja eine Besserung der Zustände für notwendig erkannt.
Abg. Dr. Dahlem (Ztr.): Auch wir halten eine Regelung für notwendig. Wir beantragen über die Petition der Unternehmer, die Regelung wicht vorzunehmen, zur Tagesordnung überzugehen.
Rach weiterer unwesentlicher Erörterung beschließt das Haus den Uebergang zur Tagesordnung. Eine Petition auf Aenderung der Bestimmungen über den Offenbar ungscid beantragt die Kommission zur Kenntnisnahme zu überweisen.
Aba. Dr. Bell-Essen (Ztr.): Leider hat sich allmählich eine große Derussgruppe von Mani
festanten herausgebildet, deren Schlagwort lautet:
»Ma« manifefHerf sich durch!" Gegen diese Gewissenlosen mutz das Erwerbsleben unter allen Umständen geschützt werden, da es sich hier um ein wirtschaftliches Hebel handelt.
Abg. Giebel (Soz.): Auch bei der Rücksicht- nähme auf ir'e Interessen der Gläubiger muß Matz gehalten werden.
Der Kommissionsantrag wird angenommen. Eine Petition über Erwetterung der Reichsverstcherungsordnung beantragt die Kommission als Material zu überweisen.
Abg. Hoch (Soz.i: Wir sind für Berücksichtigung. Es handelt sich darum, die jetzt fakultativen Bestimmungen über die Durchführung des Heilverfahrens der Versicherungsanstalten künftig obligatorisch zu machen.
DaS Haus beschließt nach dem KommHssions- an'rag, ebenso ohne Debatte bei einer Reihe weiterer Petitionen. Eine Petifion auf Beseitigung der Zuckersteuer bei Verarbeitung von Früchten Än gewerblichen Etablissement beantragt die Kommission als Material zu überweise».
Das HauS beschließt Ueberweisung zur Berücksichtigung. Eine Petition um Wiedergewährung einer Jnvalidenpension wird nach kurzer Besprechung dem Reichskanzler zur Kenntnisnahme überwiesen.
Die Tagesordnung ist damit erschöpft, und daS Haus vertagt sich auf Mittwoch mit der Tagesordnung: Präsidentenwahl, Interpellationen, Vorlage über Zollerleichterungen zur Fleischteuerung.
Vor der Präsidenten-Wahl.
(Telegramm unser- Korrespondenten.) 'Berlin, 27. November.
Im Reichstag gilt es als selbstverständlich, daß die Nationalliberalen bei der Präsidentenwahl heute bis auf den letzten Mann für Dr. Kaempf eintreten werden. Die nationalliberale Fraktion hat sich in diesem Sinne entschieden. Ebenso wird die S o- zialdem okrat le für Kaempf stimmen. Kandidat der Rechten und des Zentrums für die Präsidentenwahl ist wieder der Abgeordnete Dr. Spahn. Die Etatsberatung wird am Montag beginnen. Tie Interpellationen über die auswärtige Lage werden vermutlich gar nicht zur Verhandlung gelangen, jedenfalls nicht vor der Etatsberatung. Die Regierung hat erklären lassen, daß der Reichskanzler eine frühere Beantwortung der^ Interpellationen ab l eh n en und sich gelegentlich der Etats Beratungen über die auswärtige Lage aussprechen werde. Trotzdem beabsichtigen die Nationalliberalen, am Freitag einige „kleine Anfragen" über die auswärtige Lage an die Regierung zu richten.
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Reichstags-Ersatzwahl in Reust.
Der Tod hat abermals in den Reihen der Reichstags-Äbgeorducten eine Lücke gerissen: Wie aus H a mb u r g -berichtet wird, ist der Reichstags-Abgeordnete Hermann Förster, ein ehemaliger Lassalleaner, der seit 1890 mit einer einzigen Unterbrechung den Wahlkreis Reuß älterer Linie (Greiz) vertrat, in Hamburg an einem Gehirnschlag gestorben. Förster war neunuwdsünszlg Jahre alt. Seit der Heimkehr von einer Agitationsreise, die er vor einigen Wochen unternommen hatte, war er an einer Mittelohrentzündung erkrankt. Bei den letzten Reichstagswählen siegte Förster mit 8542 Stimmen gegen 3804 nationalliberale und 3319 fortschrittliche Stimmen tm ersten Wahlgange. Er eroberte damit den Wahlkreis zurück. den 1907 bei den Blockwablen der wild- konservative Amtsgerichtsrat Arnold gewann.
8m Bann des Liebeszaubers.
wo die Zitronen blühen ..."
Ein eigentümliches Verbot macht zurzeit die Damen <ber spanischen Hauptstadt Madrid sehr unruhig und unglücklich. Keine Frau der Welt ist nämlich so abergläubisch wie die Spa, nierin und sobald es sich um Liebesdinge handelt, kennt sie in bezug auf den Aberglauben keine Grenzen mehr. Im vergangenen Jahre sollen nun zahlreiche Damen sich ftt eigentümlicher Weise mit dem Liebeszauber beschäftigt haben, während die Herren, auf die der Liebeszauber angcwenbtt wurde. _ Klage darüber führten, daß ihnen die Gesellschaften nicht „bekommen" feien. Es sollen auch vielfach K l a a e n gegen ganze Gesellschaftskreis« erhoben worden fein, sodaß schließlich ein Verbot des Liebeszaubers am Platze schien.
ALes für die Liebe!
(Von unserm Korrespondenten.) Madrid, 24. November.
Ein bekannter Dichter pflegte einmal zu sogen, daß die L i e b e 8 r a s e r e i der Mensche»
in «Len Ländern gleich fei, und völlig unabhängig davon bleibe, ob man eS mit den Bewohnern einer südlicheren oder einet nördlicheren Zone zu tun habe. Dennoch möchte man diesem Dichterwort widersprechen, wenn man hört. waS im Süden von Europa, tn Spanien, alles vorgesehen wird, um sich der Liebe eines Mannes oder einer Frau zu versichern. Selbst die Vertreterinnen gebildeter Stände glauben an den Liebeszauber, der angewendet wird, um Gegenliebe zu erlok- !-n, oder auch, um die verlorene Liehe wieder zu gewinnen. Zuweilen aber wird der Liebeszauber zum Schlechten auSgefpielt, dann soll er nämlich ein Liebesband zerstören, wenn der eine Teil des andern überdrüssig geworden ist. Der Liebeszauber wird gewöhnlich unter Mitwirkung der Person angewandt, auf die der Zauber wirken soll, er kann aber auch über Meere und Länder hinweg fesseln. Die Spanierinnen wandten hauptsächlich die Liebes- t r S u k e an, und viele, die unter dieser Tragö- die zu leiden hatten, berichteten, daß diesen Liebestränken Raserei,
TobsnchtSanfSlle und Schwermut folgten. Selbst Lähmungen der ©Hebet, die bet gefunden Menschen plötzlich etntralen. will man auf bie Liebestränke zurücksühren. Die Nachforschungen haben ergeben, daß e8 sick tatsächlich um zusammengesetzte Getränke han- belte, bie vornehme Damen für schweres Geld von gewissen Frauen erstanden. Diese Getränke führten, tote alle Dinge, die einen ungewissen Ursprung und Zweck haben, einen fremdländischen Namen und hießen „diavolini", bas heißt zu Deutsch: Teufelsgetrünke. Die chemische Untersuchung hat ergeben, daß sie aus allerhand Gewürzen zusammengesetzt waren, aus Vanille, Ingwer, Myrrhe, aus dem Saft des Stechapfels und des Nachtschattens, die bekanntlich giftig sind. Diese LiebeSge- träuke sollten das Bewußtsein bis zu einem gewissen Grade trüben, aber auch den Willen herabsetzen, sodaß Derjenige, der anfing, untreu zu werden, nicht mehr die Kraft hatte, dem Willen der Liebenden, der bekanntlich immer der stärkere ist, zu widerstehen. Zahlreiche schwere Erkrankunasfälle von Herren ver besten Madrider Gesellschaft werben auf diese seltsame Art des „Liebeszaubers" zurückgeführt, sodaß die Polizei sich nunmehr veranlaßt gesehen hat, die weitere Anwendung des Liebeszaubers mit schweren Strafen zu bedrohen.
Aberglaube «nd Liebe.
Wie es in Spanien, dem Heimatland des Aberglaubens, nicht anders sein kann, „wirkten" neben den zumteil sehr gefährlichen Liebestränken auch noch andete weniger bedenkliche Mittel, die man dem mittelalterlichen Aberglau- bett verdankt. Sie hatten allerdings den Vorteil, daß sie dem bezauberten Objekt wenigstens nicht schädlich werden konnten. So gaben die Damen unbemerkt dem Geliebten ein Wachsherz oder eine Wachshand, die auf seinen Namen getauft war. Er mußte, sofern et dieses Symbol bei sich trug, für die Geberin tn Liebe entbrennen, ob er nun wollte oder nicht. Auch diesen kleinen Scherzen des mittelalterlichen Aberglaubens' will nun die Polizei ein Ende bereiten. Und die Damen sind unglücklich darüber ...!
Nur aller West.
„Oelgentaibe gefällig
Wegen umfangreicher Betrügereien werden die „Kunstmaler" Fritz Sage, Egon Sage, Andreas Ruh nau und Egon Kieler, junge Leute im Mer von fünfundzwanzig bis dreißig Jahren, von der Staatsanwalt gesucht. Es sind gegen die Genannten in der letzten Zeit weit über siebzig Anzeigen wegen Betruges eingelaufen. Gegen Fritz Sage und Andreas Ruhnan sind schon vor vielen Wochen Steckbriefe erlassen worden, doch ist es ihnen bisher noch immer möglich gewesen, sich der Verhaftung zu «»'ziehe». Die vier „Kunstmaler" erscheinen als Photographen bei Gutsbesitzern und kleineren Landwirten in der Provinz. Sie treten elegant und sicher auf, fahren in Automobilen vor. verlangen den Gutsherrn zu sprechen und überreichen eine Karte mit dem Firmenaufdruck „Kunstmaler Sage u. Co. in Berlin-Steglitz". Bald nennen sie sich Paul Sage, bald Egon Sag«, Fritz Sage, oder stellen sich als Andreas Ruhnau, Egon Kieler, Simon Orisching und so weiter vor, die für die genannte Firma reisen. Zunächst machen sie vom Gutshaus oder Gutshof, je nach Wunsch des Besitzers, eine photographische Aufnahme, und wissen dann den Besitzer zu veranlassen, ein „Oelgern ä ld e" zu bestellen, daS nach der Photogra. phi« auSgesührt werde« soll. Der PreiS wird verschieden vereinbart, und je nachdem eine Anzahlung von fünf bis fünfzig Mark erhoben.
L Beilage.
Donnerstag, 28. November 1812.
Damit ist dann vielfach für die „Kunstmaletz das Geschäft erledigt. Manchmal erhalten di« Besteller unter Nachnahme das „Oelgemälde" übersandt, das sich als klägliches Machwerk herausgvstellt. Wahrscheinlich haben die H'rren „Kunstmaler" auch in Hesse» den gleichen Trick versucht.
Gräfin Marie von Flandern f.
Wie wir bereits in der gestrigen Ausgabe unserer Zeitung kur; meldeten, ist gestern früh in Brüssel die Gräf'in Marie von Fland e r n, die Mutter des Königs von Belgien, gestorben. Sie war vor drei Tagen plötzlich von einer heftigen Influenza befallen worden, ;u der im Lause des Sonntags eine Lungenentzündung hinzukam. Am Montag nach- nftitag trat eine Herzlähmung ein. Das be>l. gische Königspaar brachte Sie letzte Nacht bei der Kranken zu. Die Gräfin von Flandern war eine geborene Prinzessin Marte von Hohenzollern.Sigmaringen, also eine Schwester des Kön-gs von Rumänien und der verstorbenen Königin Carola von Sachsen, 1867 vermählte sie sich mit dem Grafen Philipp von Flandern, König Leopolds Bruder, auf den nach dem Tode von Leopolds einzigem Sohne die Thronsvlgeberechtigung überging. Der älteste Sohn aus dieser Ehe, Balduin, kam 1891 auf tragische, bisher noch nicht aufgeklärte Weise ums Leben. 1905 starb Graf Philipp, so daß nach Leopolds Tode der zweit« Sühn, Albert, König der Belgier wurde. Die älteste Tockter der Gräfin, die Herzogin Henriette von Orlrans-Vendüme .befand sich zufällig in Brüssel zum Besuche ihrer Mutter. Eine zweite Tochter, Josefine, ist mit dem Prinzen Karl von Hohenzollern vermählt. Die Gräfin von Flandern war bis zu ihrem Le- bcnsende eine gute Deutsche geblieben. Alles, was Kunst, Wissenschaft und Literatur -betraf., interessierte sie in höchstem Maße.
Liebe trotz... Verbreche« k
In Petersburg erregte vor kurzer ZeF, wie man uns von dort schreibt, eine eigenartige Verlobung große- Aussehen. Die Tochter des Grotzkaufmanns Crychtn hatte sich mit dem Gardekapitän Ostrowslotoski verlobt. Beim Verlobungsmahle äußette der Gardeoffizier sich sehr absprechend über den Kaufmannsstand. Der junge Sohn des Gastgebers und Bruder der Braut verbat sich derartige Aeuße- rungen im Hause seine? Vaters, da fein Vater und er selbst dem Kaufmannsstande angehörten. Es kam darnach zu heftigen Motten; als der junge Crychin bemerkte, daß die russischen Kaufleute bisher jedenfalls mehr geleistet hätten, als die russifchen Offiziere, zog der Gardekapitän Ostrowslowski einen Revolver aus der Tasche und begann wie ein Wahnsinniger auf die Gesellschaft zu schießen. Mit dem erste); Schuß sttectte er den Bruder seiner Braut, den jungen Crychin, nieder, der noch im selben Augenblick starb. Auch die Braut und ein Freund des Hausherrn wurden schwer verwundet. Nach mehrwöchentlichem Krankenlager ist nun Olga Crychin als geheilt au» dem Krankenhause entlassen worden. Man nahm an, daß die junge Dame mit ihrem Bräutigam gebrochen habe, da zwischen ihr und ihrem Bräufi« gam die Leiche deS hinterlistig erschossenen Bru. der» steht. Aber Olga Crychin «Härte auf Befragen. daß sie ihrem Bräutigam tteu bleiben und ihn zu heiraten gedenke, sobald dar gegen ihn eingeleitete Gerichtsverfahren beendet ist. Dieser Entschluß erregt i« der Gesellschaft großes Aussehen.
Sie „Entdeckung" der Cholera.
Die schwere Cholera-Epidemie, bte daS türkische sowohl als das bulgarische Heer heimgesucht hat und noch heimsucht und die Gefahr weiterer Ausbreitung der Touche bürf- ten folgende Mitteilungen aus der Geschichte der entsetzlichen Krankheit aktuell erscheinen lassen: Am achtundzwanzigsten August 1817 erging an die englische Regierung die Meldung, daß in Dschissore, tm Gangesdelia, eine unbekannte, furchtbare Seuche wüte, die in wenigen Wochen über sechstausend Menschen dahingerafft habe. Der Gouverneur HastingS mußte mit seinen Truppen flüchten, aber alS et nach acht Tagen zum Betwah kam, waren nur noch wenige Mann bei ihm, und die Straßen dahin waren mit Toten besät. Es ist charakteristisch, daß die englischen Aerzte der Krankheit als etwas ganz Unbekanntem gegenüberstanden, trotzdem sie unter den eingeborenen schon häufig gewütet hatte. Nun war man vollkom- men überrascht und wie gelähmt von Entsetzen. Das war man auch in Europa, als sich die Seu- che dort einstellte. 1823 gelangte sie nach Astrachan, brach 1829 wieder aus, erreichte Moskau, Polen und griff 1831 auch nach Deutschland über. Zwar „hetoies" der Philosoph Ecbter- meyer, daß die Krankheit als eine barbarische an der Grenze des barbarischen Landes Halt machen müsse, aber sie tat ihm nicht den Gefallen, und sowohl Berlin und Wien erlebten furchtbare Epidemien, wie ganz Europa. Unzählige Opfer hat sie gefordert, darunter viele berühmte Männer, den „Kirchenvater" Neanter, den Philosophen Hegel, den Schulmann Diesterweg, den Geographen Svdow und andere.
Roggen fsflaeKanntlicRxiffser Kräftiges ßrotKorn. Ein KaffeegetränK aus Koggen, der einem ganz eigenen, neuartigen Mälzungs- und Röstverfahren unterworfen wurde, muss etwas Besonderes sein. Und das ist „KorntrancK“! . Sie sollten ihn auch verwenden I u