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Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 301.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 28. November 1912. Fernsprecher 951 und 952. 2. Jahrgang.

Die europäische Krise

Ein Privat-Telegramm meldet uns ans Paris: Der Kommandant von Belfort ist gestern hier zu Konferenzen eingetroffe«. Kurze Zeit darauf wurde die Nachricht verbreitet, daß das einuudzwanzigste Iägerbataillon Mobilisierungsbefehl erhalte» habe. Am Abend waren Gerüchte im Umlauf» daß diese Mobilisterungs-Ordre sich auf eine ganze Anzahl Garnisonen im Osten Frankreichs erstrecke, da die Regierung beschlossen habe, eine Probe-Mobilifierung vorzunehmen.

Mdrmber-gmvresfionen.

Am Bundesratstische: Niemand; politisches Regenbogenwetter; der Optimismus siegt!

Nach übermäßig ausgedehntem Sommer­schlaf (neunundzwanzig Wochen Arbeitlostgkeit sind reichlich viel fiir daS Parlament eines Fünfundsechztg-Milltonen-ReichS!) hat gestern der Deutsche Reichstag seine Arbeiten wieder ausgenommen. Der erste Lag nach den Ferien fiel diesmal in eine Zeit allgemeiner politischer Erregung, durchzittert von der Furcht vor Kon- fttften, die unter Umständen den Frieden Euro­pas gefährden können. Kein Wunder also, daß auch die Premiere im Hause Wallots sichtlich unterm Eindruck der Krise stand: Das sonst ge­wohnte Bild der Wiedersehen-Massenszenen, das nach langer Ferienzeit den ersten Tag neuen Beisammenseins stimmungvoll zu beleben pflegt, litt gestern augenscheinlich unterm Druck der Sorge, und selbst die naheQual der Präsiden- tenwabl" trat gegenüber den größer» und wich­tigem Interessen des Tages in denHintergmnd. Pietätvoll, wie es seine Art, hatte der Herr Kanzler es vorgezogen, den ersten Tag parla­mentarischer November-Stimmung nicht durch seine Gegenwart zu trüben, und dem Beispiel des Meisters paßten sich selbstverständlich auch dieNachgeordneten Stellen" an, sodaß am Tag bc8 Wiederzusammentritts nach siebcnmonati- ger Pause das Parlament deS Deutschen Reicksganz unter sich" war:

Kein Vertreter der Reichsregterung hatte es für erforderlich (oder auch nur zie- menid erachtet, Zeuge der parlamentarischen Herbst.Premier« im Wallothaus zu sein! Am Tisch des Bundesrats sah man nur. kommend und gehend, ein paar Kommissare, dieweil die Herren Minister unter der erdrückenden Bürde des Regierungamts in enger Arbeitklause seufzten.Am RegierungStisch: Ni«, manb!" In den drei Worten des Reichstag. Sitzungberichts vom sechsundzwanzigsten No- vcmbertag offenbart sich die Tragödie (oder die Komödieff unsres Parlamentarismus, denn diese vierundzwanzig Buchstaben stellen den Wertmesser der Schätzung dar, deren sich das Parlament des Volks in der Höhenregion der uns Referenden erfreut. In einem Land, in dem -er Parlamentarismus als Träger des Volkwillens und als Wag« vaterländischen Geschicks am Werke sitzt, würde eine Regie­rung, We den Wiederbeginn parlamentarischer Arbeit lässig ignorierte, am Abend des Unter, laffungtags der Vergangenheit angehören: Wir aber haben gelernt, uns zu bescheiden, und das (oft gefordert«) Gesetz, das di« stän­dig« Anwesenheit von Regierungsvertretern im Arbeitsaal des volkerwählten Parlaments bestimmt, ruht immer noch in der Schreibtisch lade irgend eines Träumers, den die Wesens­art unsrer politischen Kultur stack genug dünkte, ihr «ine übermäßige Belasiung- probe zuzumuten.

Der politische Regenbogen.

Wir haben gestern an dieser Stelle über die Kundgabe gesprochen, die in einem Augenblick allgemein erkannter internationaler Ge­sa h r die Norddeutsche Allgemeine Zeiiung auf Geheiß des Kanzlers durch die Lande klingelte. Diese Stimme aus der Wilhelmstraße hat be­wiesen, daß man in nnserm Auswärtigen Amt von derSicherung des Friedens" fest über­zeugt ist, daß Herr von Kiderlen-Wächter und sein auf Gipfeln der Abgeklärtheit thronender Meister heut wie gestern der süßen Hoffnung leben, daß weder Oesterreich nach Rußland an eint Mobilmachung denken, daß Herr Ssasanow als freier Herr seiner Entschlüsse und unbeküm- meck um die Packei säbelrasselnder Großfürsten gar nicht daran denkt, sich für die Ansprüche Peter Karageorgiewitschs ins Zeug zu legen, daß vielmehr in einer Konferenz aller europäi­schen Mächte unter muntern Reden alle Steine des Anstoßes ins Meer der Vergangenheit ver­senkt werden sollen. Im Auswärtigen Amt zu Berlin hat man allerdings auch an den Aus­bruch des

japanisch-russische« Krieges noch nicht geglaubt, als die japanischen Torpedoboote bereits nach Port Arthur unter­wegs waren, und wie glänzend man allgemein über die Pläne der rasch ins Heldenwm em» porgewachsnen Majestäten der Balkanberge un­terrichtet war, wie genau man über die Zustän­de in der Tückei Bescheid gewußt hat, das ha­ben wir ja eben erst erlebt. Umso merkwürdi­ger muß eS berühren, daß das Auswärtige Ami sich selber desavouiert, indem sein offiziöses Hrgan erklärt, die Frage der Adria-Häfen werdeerst im Verein mit den andern aus den Vorgängen am Balkan ent» stauhnen Fragen diskutiert und geregelt wer-

Die von uns im gestrigen LeitartikelDie Stimme vom Olymp" bosprochne Kundgabe des deutschen Auswärtigen Amtes zur internationalen Lag« stand bekanntlich zu den von Wien aus verbreiteten Meldungen über die Krise in einem offensichtlichen Gegensatz und ez gewinnt nun den Anschein, als ob die beru­higende Note der Berliner Wilhelmstraße in österreichischen politischen Kreisen stark v e r - sti m m t habe. Jedenfalls legt man österrei- cknsckerseits Wert darauf, fest,zustellen, daß diese Kundgabe nicht im Einverständnis mit Wien erfolgt sei. Wir erhalten darüber folgende Meldung:

Berlin und Wien.

(Telegramm unsers Korrespondenten.) Berlin, 27. November.

Ein Mitarbeiter des Kleinen Journals be­richtet: Ich hatte soeben eine Unterredung auf der ö ster re^chisch-unga risch en Berliner Ge­sandtschaft. Die österreichische Botschaft legt Wert darauf, zu erklären, daß Oesterreich der Kundgebung der Norddeutschen Allgemei­nen Zeitung, in der die' Mobilisierung österr-ei- chdscher Truppen geleugnet und die Ver­tagung des Konflikts in Aussicht ge­stellt worden war, vollkommenfernst«- h«. Die österreichische Botschaft halte eS Br ausgeschlossen, daß diese Publikation im vorherigen Einvernehmen mit Wien et» sogt sei. Auch die Anregung einer internatio­nalen Erledtgung durch ein Schiedsgericht, die aus der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung herauszulesen ist, und die auch andere Blätter gestern leibhaft diskutierten, fei nicht etwa im vorherigen

Einverständnis mit Oesterreich erfolgt. Wenn diesbezüglich (gleichviel an wel­cher Stelle) von einer Sinuesveränderung Oesterreichs gesprochen werde, so sei eine solche Behauptung! direkt aus der Luft ge­griffen. Oesterreich habe von Dem, was es in den letzten Tagen gesagt hat, noch immer nichts z u r ü ck z u n e h m « n. Auf die Frage, ob Oesterreich irgend eine Veranlassung habe, von dem Standpunkt, seine Forderungen, so bald es nottut, mit den Waffen in der Hand zu vertreten, abMgeben, wurde mir. chelnd die entschiedene Antwort:Richt die ge­ringste Veranlassung." Noch einmal: Weder das, was die Norddeutsche Allgemeine Zeitung offiziös publiziert hat, noch die Idee und An­regung der Friedenskonferenz, hat irgend welche Beziehungen zum offiziel­len Wiener Standpunkte. Wir stehen diesem vollständig fern und legen Weck darauf, das festzuftellen.

Rach dem Dementi: Die Pistole?

In Erwiderung auf die vorgestrige Ecklä- rung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung zu einer Meldung der Neuen Gesell­schaftlichen Correspondenz schreibt diese heute:Das Preßreferat des Auswärti­gen Amtes hat eine bereits mitgeteilte Tarle- gung der Stimmung in den maßgebenden öster­reichischen Kreisen, die die Neue Gesellschaftliche Eorrefpondenz aus zuv erlä ssi gst er Quelle mitteilte, demeMieck. DaS ist das gute Recht der amtlichen Stelle. Aber eine unerhörte Drei­stigkeit ist es, wenn das Preßreferat hinzufügt, die Neue Gesellschaftliche Correspondenz sei durch unlautere Börsenmotive zur Verbreitung der Nachricht veranlaßt worden. Für diese Verleumdung wird der Chef des Preßreferats im Auswärtigen Amt sich mit seiner Per son zu verantworten haben.

Berlin bleibt zuversichtlich!

(Privat-Telegram m.) .

Berlin, 27. November-

An deutscher amtlicher Stelle wird mit Befriedigung die Wirkung der vorgestckgen offi­ziösen Erklärung über die Situation konstatiert, doch wird hinzugeBgt, die deutsche öffentliche Meinung gehe zu weit, wenn sie aus der Mit­teilung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung schließe, daß Deutschland ohne weiteres und schon heute der Konferenzidee zugeftimmt habe. So liegen die Dinge noch nicht, auch für eine Konferenz mutz eine Grundlage erst ge­schaffen werden, und diese kann einzig und

allein gesucht werden in dem FriedSns- v ertrag, der zwischen der Türkei und den Balkanstaaten abzuschließen ist. Die Fragen, die zwischen den Mächten geregelt werden müs­sen, hängen von dem Matz der Z u g e st ä n d - Nisse ab, die zwischen den Kriegführenden vereinbart werden. Es ist richtig, daß man der Konferenzidee auch in Berlin nicht grundsätzlich widerspricht, man hält aber einen Erfolg der Konferenz nur dann für gesichert, wenn vorher die grundsätzlich stritti­gen Fragen gekläck sind.

Das Konferenz-Projekt.

(Privat-Telegram m.)

Wien, 27. November.

Das Konferenzprojekt entbehck jeder Aktualität, bisher liegt nicht einmal ein dies­bezüglicher Vorschlag vor. E8 ist nur feststehend, daß Oesterreich, im Falle eine Konferenz zu­stande kommen sollte, an ihr nur teilnehmen würde, wenn von vornherein absolute Gewiß­heit über die Berwirklichung seiner Forderungen besteht. Oesterreich hat bis­her keine Antwort von Serbien urgiert, es wür­de auch, wenn Serbien Durazzo besetzen sollte, dagegen vorerst nichts unternehmen, weilOester, reich Weitz, daß sämtliche Mächte eine Okkupa­tion während des Krieges vorläufig nicht als dauernden Besitz anerkennen. Das Neue Wiener Tagblatt wird heute eine Depesche aus Peters­burg veröffentlichen, wonach der Audienz des Botschafter SG rasen Thun beim Zaren die größte Bedeutung beizule­gen sei. Die Audienz hatte eine längere Dauer und der Zar nahm den österreichischen Botschaf­ter ungemein huldvoll auf. Die maßgebenden Petersburger Stellen, so heißt «8 in dem Tele­gramm, sind voll Zuversicht auf eine bal­dige friedliche Beilegung.

Rußland rüstet Wetter!

(Privat-Telegrarnm.)

Wien, 27. November-

Nach privaten Meldungen au8 Krakau dauern die Mobilisierungen in Ruß­land mit verdoppelter Schnelligkeit fort. Hier etngetroffene Reisende berichten, daß in ganz Russisch-Polen die polnischen Re- aimenter gegen End« der vorigen Woche zur Grenze nach dem Kaukasus entsandt wur­den. Der Personen- und Frachtenverkehr ist auf der Linie Odessa-Warschau auf ein Min­destmaß herabgesetzt. Tag und Nacht veckehren Militärzüge in der Richtung gegen die Grenze. Zu den Verhandlungen mit Serbien liegt heute an hiesiger maßgebender Stelle eine Mel­dung aus Belgrad vor, nach der der Mini­sterpräsident B a s i 1 s ch dem Redakteur der Politika" erklärt haben soll: Mr sind fist ent- schloffen, in der Hafenfrage nicht nachzu- geben. Wenn vom Nachgeben die Rede sein soll, so kann sich dies nur auf Oesterreich bezie­hen. Wir werden unfern Standpunkt in der Hafenfrage mit den Waffen in der Hand durchsetzen!

Die Serben vor Durazzo.

(Privat-Telegram m.) ,

Belgrad, 27. November-

Die serbischen Truppen, die Medua und Alleffio besetzt hatten, sind im Begriff, den Fluß Mali, wenige Kilometer vor Durazzo zu überschreiten. Die beiden Divisionen gehören der vierten serbischen Armee an, die von Priz- rend ka'.n. Etwa 15 000 Mann rücken durch Albanien nach der Küste vor und find jetzt knapp vor dem Ziele, dessen Erreichung jede Stunde erfolgen kann. Infolge andauernden Regenwetters waren die Truppen sehr erschöpft und mußten sich einige Tage schonen. Daraus erklärt eS sich, daß sie für die nur siebzig Kilo­meter lange Strecke Alleffio.Durazzo eine ganze Woche gebraucht haben. Griechische Transportschifie find mit Lebensmitteln für die serbischen Truppen nach Medua tind Du­razzo unterwegs. Tret griechische Kanonen­boote find vor Durazzo eingetroffen, um die serbischen Truppen zu unterstützen, falls Wi­derstand geleistet würde, was jedoch kaum der Fall sein wird. Die geplante Unabhängig­keits-Erklärung Albaniens ist immer noch nicht erfolgt.

den", obwohl doch eben erst der deutsche Ge­sandte in Belgrad den Auftrag erhielt, den entgegengesetzten Standpunkt scharf und deutlich zmn Ausdruck zu bringen und für Deutschland zu erklären, daß es (ebenso wie Oesterreich und Italien)die albanische und adckatische Frage in seinem Sinne gelöst wissen wolle, ehe es zu Verhandlungen und Konfe­renzen komme." Hat man im Jdeenbereich der Wilhelmstraße vergessen, was Heut und Gestern war und soll die schillernde Regenbogen-Poli- tit des Optimismus den düstren Wolkenberg des Unheils im Südosten Europas vor for­schenden Augen verbergen ...! F. H.

Iie TripM-AM-eose.

DerVertrag von Lausanne" im Römer» Parlament; Huldigung für die Regierung,

Gleichzeitig mit dem Deutschen Reichstag hat gestern auch das italienische Par­lament feine Arbeiten wieder aufgenom­men und die erste Vorlage, mit der die Depu­tiertenkammer sich zu beschäftigen hatte, war derVertrag von Lausanne", durch den Tripolis dem Römer-Rpch etnverleibt wird. Saal und Tribünen des Varlamen's. Hauses waren stark besetzt. Der Ministerpräsi- denk und sämtliche Minister erschienen im Saale, von den Deputierten durch Erheben von den Plätzen und vom Publikum auf den Galerien durch lebhaftes Hände­klatschen und Zurufe begrüßt. Minister- vrästdent Giolitti brachte das Gesetz betreffend die Ratifizierung des Vertrages von Lausanne ein und veckas den bisher geheimgehaltenen Wortlaut des Vertrages, der in Lausanne am fünfzehnten Oktober unterzeichnet wurde.

Weltgeschichte auf Papier.

(Telegraphischer Bericht.)

Rom, 27. November-

In dem' der Kammer gestern vorgelegten Vertrag von Lausanne" vom fünfzehnten Oktober heißt es: Ter König von Italien und der Kaiser der Ottomanen sind geleitet von bem gleichen Wunsche, den Kriegszustand zwi­schen beiden Ländern aufhören zu lassen, atv- gcsichts der Schwierigkeiten, zu einem Ziele zu gelangen, wegen der Unmöglichkeit für Ita­lien, das Gesetz vom fünsinndzwanzigsten Fe. binar 1912 (wobnrch die Souveränität über Tripolitanien und W'e Cyrenaika ausgesprochen wird), aufznheben, und der Unmöglichkeit für das otiomanische Reich, formell diese Souverä. nität anzuerkennen, zu bestimmten Entschlie- ßungen gelangt. (Nun folgen Artikel über den Erlaß eines großherrlichen Firmans an die Bewohner Lhbiens, einer Dekret- der Königs von Italien und eines gro-tzherrlichen Firmans an die Bewohner der Inseln im Aegäischen Meer, deren Wortlaut der Anlage beigefügt ist. Eine weitere Anlage enthält der Vertrag von Lausanne, sowie er abgeschlossen und veröffent­licht wurde, mit der Verpflichtung der Bevoll­mächtigten, ihn zu unterzeichnen nach dem Er­laß der drei obengenannten Akte. Ferner ist in dem Vertrag vorgesehen, daß die

von beiden Regierungen gemachten Aufwendungen für die Unterhaltung von KrdegÄgefangenen und Gesseln als gegen, feitig ausgeglichen angesehen werden sollen. Nach beendeter Verlesung des Vertrags entbot Ministerpräsident Giolitti den tapferen Angehörigen des Heeres und der Marine, di« für das Vaterland gefallen, und den Diplo. malen, die inmitten großer Schwierigkeiten das hohe Prestige Italiens ein Jahr lang anfrechterhalten hätten, herzliche Aner­kennung. (Begeisterter langanhal­tend er Beifall.) Er bat den Kammerprä. scheuten, eine Kommission zur Prüfung des Vertrages von Lausanne zu ernennen. Der Kammerpräsident hob die große Be­deutung der Kundgebung hervor, womit die Kammer die Worte des Ministerpräsidenten entg-egengelnommen -habe. Er hab« den edlen Worten GtoliÄs nichts hinzuzufügen. (Lang, anhaltender lebhafter Beifall.) Auch im Senat verlas Giolitti den Entwurf zum Vertrage von Lausanne. Er gab ähnliche Erklärungen wie in der Kammer ab. Dem Mi. nisterprasidenten wurden vom Senat leb­hafte Huldigungen dargebracht.

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Ser Lorbeer von Tripolis.

Der Begleitbericht zu dem der Kammer vor- gelegten Gesetzentwurf über den Vertrag von Lausanne betont, daß das Gesetz über di« Sou- veränttät Italiens über Lhbien vonAnfang an das Ziel, das erreicht werden sollte, festgelegt und damit die nationale Ehre engagiert habe. Das ttalienisch« Volk habe im Verlaufe des Krieges eine so bewundernswerte Einmütiakeit mtb Kraft seiner Gesinnung ge»