Mittwoch, 27. November 1912
eaflclet Neueste Nachrichten
Amerika und Deutschland".
Die morgen,
IWiWMnmkrimWir Seiten.
weitere
-ey-
noch nicht vierzehn Jahre
alt war, unzüchtige Handlungen vorgenommen zu haben und später das Verbrechen der Notzucht in Verbindung mit Blutschande began- aa m haben. Auf die Frage des Vorsitzen-
-4- Bo« der Staatsanwaltschaft gesucht. Die hiesige Staatsanwaltschaft sucht den Kaufmann August Brill aus Eschwege, der sich verschiedener Unterschlagungen und des Rückfallsbe- trugS schuldig gemacht hat. Er entfloh, als ihm der Cafleler Boden zu heiß wurde. Gleich- zeittg wird auch der einunddreißiatährige Reisende Ludwig Heinrich Wallhorst aus München-Gladbach von der hiesigen Staatsanwaltschaft gesucht. Gr steht unter dem schweren Verdacht der Zuhälterei. Wallhorst hatte aber hiervon Kenntnis erhalten und entzog sich der Bestrafung durch die Flucht. Sein Aufenthaltsort ist bisher noch nicht ermittelt worden.
--- Diebe auf dem Neubau. In einer der letzten Nächte drangen Diebe in einen Neubau in Rothenditmold ein und stahlen hier sämtliche Bleirohre, die sie nun in irgend einer Weife verkaufen werden. Vor dem Ankauf dieses Diebesguts wird daher gewarnt.
---Die Abwehrattion der Hausbesitzer. Zu einer Massendemonstration gegen die steuerliche Ueberlastung des deutschen Haus- nnd Grundbesitzes gestaltete sich (wie uns ein Berliner Privat-Teleg ramm mel- det) die Versammlung, die der „Verband zum Schutze des deutschen Grundbesitzes und Realkredits' für gestern nach Berlin einberufen batte. Aus der großen Anzahl der gehaltenen Reden ging hervor, daß der deutsche Haus- und Grundbesitz durch ein ungerechtfertigtes Steuer- svstem überlastet sei und es wurde eine Resolutton angenommen, in der folgende Fordenm- aen aufgestellt werden: 1. die Beseitigung der Steuer nack dem aemeinen Wert und die Bück-
Letzte Telegramme.
Mach Schluß der Redattion eingegan ßt«.) Set Krieg am Srü«rn Ach.
Die Konfliktsgefehr sehr gerrnz (Privat-Telegramm.)
Berlin, 26. November.-..
In Berliner diplomattschen Kreisen be- steht dir Auffassung, daß von dem Zusammen- trrten einer Konferenz solange nicht sicher die Rede sein kann, als nicht zwischen dcx Türkei und den Balkanstaaten eine Vereinbarung bezüglich des Friedens zustande gekommen ist. Daher dauert die Diskussion aller der mit der Neuregelung der Verhältnisse auf dem Balkan zusammenhängenden Fragen zwischen den Mächten ungeschwächt fort. Man kann aber eststellen, dass die Diskussion sehr viel zur Klärung der Situation beiträgt und ebenfalls die Gefahr eines europäischen Kon- likis als sehr gering erscheinen läßt. Nach einer hier vorliegenden Petersburger Meldung hat gestern der Zar den österreichischen Botschafter in Zarskojc-Selo in Audienz empfangen. Diese Audienz hatte schon vor de, Reise nach Spala stattfinden sollen, wurde ie, doch verschoben.
Die Situation am Balkan.
(Privat-Telegramm.) Konstanttnopel, 26. November.x DseWaffenstillstands-Berhand. lungen wurden gestern nachmittag nach drei Uhr unterbrochen und aus heute Vormittag vertagt. Türkische Unterhändler waren der Handelsminister und der Oberst Ali Risa. Die Bulgaren haben im Golf von Saro, nördlich von Galipoli, Truppen gelandet. Ans Belgrad liegt hier folgende Nachricht vor; Die Lage in Serbien werde am besten gekennzeichnet durch die Tatsache, daß sich in Serbien selbst kaum noch zehntausend Soldaten befinden. Sechzigtausend Mann seien nach Thrazien gesandt und weitere fünfzigtau. send unterwegs. Die Serben hätten ein unbe greuztes Vertrauen entweder zu der Mäßi> । gung Oesterreich-Ungarns oder zu der Unter Mtzung Rußlands. Der Kriegskorrespon deut der Frankfurter Zeitung, Hauptma«! i Rein, Legationsrat Bumüller und Haupt ! mann Pietsch find in Sa» Stefano an bei Cholera erkrankt. Sie wurden in das La. zarett des Roten Kreuzes gebracht. Ihr Be- finden gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß.
vor den Geschworenen.
Ein Derbrechcr, her schon mehrfach mit län- zeren Zuchthaus- und Gefängnisstrafen belegt ist, stand beute vormittag in der Person des Arbeiters Martin Trenk aus 591 elf un. ? en vor dem hiesigen Schwurgericht unter der !chweren Auflage der Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Minder- Iährigen. des Verbrechens der Notzucht und der Blutschande. Zu der heutigen Hauptverbandlüng waren dreizehn Zeugen und als Sachverständiger Kreisarzt Dr. K a h l - Melsungen geladen. Die Anklage hat folgende Vorgeschichte: Am dreißigsten September 1905 verheiratete sich der am zweiten Oktober ochtzehnnndertzweiundsiebzig geborene Angeklagte mit einer Witwe, die ein etwa neunjähriges Mädchen mit in die Ehe brachte. Er gründete sich zuerst ein Domizil in Cassel in der Judengasse und zog nach etwa elf Monaten nach Haina. Die Anklage wirft dem Angeklagten vor, mft feiner Stieftochter, als sie
kaffe! im Heere.
Bel den jüngsten Beförderungen und Der- setzungen im Heere wurde auch Cassel reichlich bedacht. Bei dem aktiven Heere wurden unter Beförderung zum überzählig e« Major versetzt: Hauptmann Bachmann im Jnfanierie-Rsgiment Nr. 83 zum Stabe des Füsilier-Regiments Nr. 83. Zum Kompagniechef ernannt: Hauptmann Pempel des Infanterie-Regiments Nr. 83. Hauptmann Signier vom selben Regiment ist »um Stabe des Regiments übergetreten. Versetzt: von Minckwitz, Leutnant im Infanterie- Regiment Nr. 83 und kommandiert zur Dienstleistung beim Husaren-Regiment Nr. 11, in dieses Regiment. G e r w i e n, Hauptmann im Feldartillerie-Regiment Nr. 11, als Batterie-Chef in das Feldartillerie-Regiment Nr. 69. Bondick, Oberleutnant im Train-Ba- taiklo« Nr. 11, unter Beförderung zum Rittmeister, vorläufig ohne Patent, als Kompag- nie-Chef in das Train-Bataillon Nr. 4. Zu Leutnants mit Patent vom achtzehnten November 1910 befördert die Fähnriche O v e r d i ck im Infanterie-Regiment Nr. 83, Glase Wald im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 2, Angern, Frhr. von Berlepsch, im Jäger-Regiment zu Pferde Nr. 6. Zu Fähnrichen befördert die Unteroffiziere: Bentz, Pfeifer im Jnfanterie-Rrgiment Rr. 83. Frhr. v. M i n n i g e r o d e, Frhr. v. Thüngen, Karbe im Dragoner-Regiment Nr. 5, Bleeker-Kohlsaat sm Jäger-Regiment zu Werde Nr. 2, Henrici im Feld- attillene-Regiment Rr. 11.
Zum Ober . Veterinär besör- dert wurde Veterinär Viehmann beim Husaren-Regiment Nr. 14. Zum Stab s- veterinär befördert Oberveterinär der Reserve Jacobson (II Cassel). Oberarzt Dr. Dietrich beim Santtätsamt deS elften Armeekorps zum Betriehsarzt im 1. Telegraphen. Bataillon befördert. Im Beurlaubten, stände wurden folgende Perfonalverände- mngen Vovgenommen: Zum Hauptmann Oberleutnant der Reserve Stange- Marburg im Jnsamterie^Reaiment Rr. 83, Schutt«. Barmen tot Pionierbataillon Nr. 11, van der V:lde-Cassel im Telegraphenbataillon Nr. 2; zu Ob erleutnantS befördert die Leutnants der Reserve Scheck-Reustettto im Feldartillerie-Regiment Nr. 11, Kock« Kiel im Feldarttllette-Regiment Sir. 11; zu Leutnants die Vizefeldwevel beziehungsweise Vizewachtmeister der Reserve Kreutz-Berlin tot Drvinbataillon Nr. 11, Altgeld- Cöln tot FeldarAllerie-Regiment Nr. 11; Maerte ns- Wismar tot FeldautWerie-Re- gtotent Nr. 11, R ö sgen-Cassel im Infanterie-Regiment Nr. 53, M o ekler-Cassel tot Pionierbataillon Rr. 20. Kuehn (I Cassel). Oberleutnant der Landwehr. Infanterie 2. Aufgebots, wurde mft der Erlaubnis zum Tragen der Sandwchr-Armee-Uniform der Abschied bewilligt.
den: „Sind Sie schuldig dessen, was Ihnen zur Last gelegt wird?" antwortete der Angeklagte: „Nicht ganz!" Er gab hierauf einen Teil der Auflage zu, bestritt jedoch entschieden, mit dem Kinde unzüchtige Handlungen vorgenommen zu halben, als es noch keine vierzehn Jahre alt war. Er verwahrte sich auch dagegen, das Mädchen in irgend einer Weife durch Gewalt oder Bedrohung genötigt zu haben. Tas Mädchen habe vielmehr ihn berühr t. Der Vorsitzende verlas dann Jtoei Kassiber, die der Angeklagte seiner Mutter in die Hände zu spielen versucht hatte und wottn er seine Angehörigen zu beeinflussen ücht, eine günsttge Aussage für ihn zu machen. Das in der Beweisaufnahme vernommen« Mädchen macht schwer belastende Aus- a g e n und bekundet, daß der Angeklagte es des öfteren ernsthaft bedroht habe.
Stockhausen- München. Eine Aussprache fand nicht statt.
8er weibliche „Vertrauensmann".
Ueberall in Deutschland haben in den letzten Wochen die Wahlen von Vertrauensmännern auf Grund des Versicherung sigc- setzes Air Angestellte stattgefunden. Als Ver- tretet der Arbeitnehmer sind nunmehr in zahl- reichen Orten auch weibliche Vertrauensmänner gewählt worden, da das Gesetz bekanntlich die Wahl von weiblichen Ver- sicherten in das Amt der Vertrauensmänner zuläßt. Manchen Menschen geht es gegen den Strich, weibliche Personen als .Männer" zu bezeichnen, und sie helfen sich damit, daß sie dann von „Vertrauensleuten" reden. Wie aber soll man in der Einzahl von einem weiblichen .Vertrauensmann" reden? Man kann und darf nicht sagen: „Fräulein X. ist unser Vertrauens fräulein", oder: .Frau X. ist unsere Vertrauensfrau"; solche Bezeichnungen sind nur angemessen bei Organffa- ttonen, die nur weibliche Personen umfassen. Also muß man doch sagen: „Fräulein X. (oder Frau A.) ist unser „Vertrauensmann? Man muß es nicht, aber man darf es. Wer es nicht übers Herz bringt,
eine weibliche Gewählte
Mann zu nennen, kann sich damit helfen, daß er in der Einzahl von einer „Vertrauensperson" redet. Aber der allgemeine Sprachgebrauch wird sich schwerlich mft der „Vertrau- ensperson" befteunden, da nun einmal in das Woft „Person eine etwas herabsetzende Nebenbedeutung einflingt, die mehr oder weniger auf jedes damit zusammengesetzte Wort abfärbt. Bei dem Worte „Vertrauensmann" liegt nun die Sache so, daß es to dem Augenblick. da ihm durch Gesetz oder Sitte eine genau bestimmte Begriffssphäre zugewiesen wird, aus seinem ursprünglichen Gebiet her- onsgchoben wird und zu einer allgemeinen Bedeutung gelangt. Das läßt sich vei allen Personennamen und Titeln beobachten, die mit dem Worte „Mann" zusammengesetzt sind. Man sagt unbedenklich „Frau Hauptmann", uitd bezeichnet damft sowohl die Gattin eines Mannes, der Hauptmann heißt, als die Frau eines Mannes, der Hauptmann ist. Wer diese Form der Titulierung bekämpft, müßte, streng genommen, auch an dm Ausdrücken
„Alte Jungfer" oder »Geschwister«
Anstoß nchtnm. Die letzte Bezetchnung gebrauchen wir keineswegs nur dann, wenn es sich um Schwestern handelt, sondern unbedenklich auch da, wo nur Brüder in Betracht kom- men. Wir sprechm von einem silberne« Hufeisen, von einer Goldplombe, (Plumbum heißt Blei), von Himbeerlimonade (Limone ist gleichbedeutend mit Zitrone), von Eichelkaffee, Fliedertee, ja sogar von einem gedruckten Manuskript. Das Wort „Mann" ist auch in anderen Zusammensetzungen als in Familiennamen und Titeln aus der männli- chen Geschlechtssphäre herausgehobm worden. Tas Wort „Mensch", das aus dem Worte Mann hervorgegangen ist, ist zum zusammen- sassendm Ausdruck für beide Geschlechter geworden. Auch eine Frau kann sich .ermannen", und to den Berichten Wer den Untergang der „Titanic" im April dieses Jahres konrtte man lesen, daß die „Bemannung" eines Rettungsbootes nUr aus Frauen bestand. Die „Manneqtttns" sind Probiierdamen, also nur weibliche Personen: Dieser aus Frankreich kommenden Bezeichnung liegt unser dmt- sches Wort „Mann" zugrunde. Die Franzosen übernahmen den Ausdruck in der Bedeutung „Gliedermann für Aemte und Künstler" aus Niederdeuffchland, wandten ihn dann in dem Sinne von „Puppe", später „Modellpuppe" an und übertrugen das Wort schließlich auf die lebenden weMichen Modellpuppen, die Probierdamen. Dr. J. St.
Mittwoch, abend im EvangeNschen Vereinshaus stattsindene Vorlesung im Kursus für Bürgerkunde über „Steuern und Finanzen" findet diesmal nicht im Parterresaal, sondern in der zweiten Etage statt. — Im nächsten Diskussionsabend der Fortschrittlichen Volkspartei am Freitag abend wird die preußische Schulpflicht behandelt.
-T- Tas Wetter am Mittwoch. Der amtliche Wetterbericht sagt für den morgigen Mittwoch für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Trübe, Niederschläge, starke, zeitweise stürmische, jedoch milde WdweMhe Seewirch^.
kehr zu dem Grundsätze der Ertragsbesteue- nmg, 2. die Herabsetzung und den einbeitlichen gerechten Ausbau der Besitzwechselabgaben, 3. die Aufhebung der Wertzuwachssteuern und die Ausschaltung des Grundsatzes der Konfiskation aus dem Besteuerungswesen, 4. bei einer etwaigen Besitzsteuer eine gerechte Entlastung des Haus- und Grundbesitzes, 5. die Heranziehung von Vertretern des Haus- und Grundbesitzes bei Vorbereitung steuerlicher Vorlagen, die ihn berühren. Die Räume der „Philharmonie" waren überfüllt. Auch zahlreiche Parlamentarier Wohnten der Versammlung bei.
-7- Aus der Raiffeisen- Organisation. Gestern and im Evangelischen Vereinshause die Eröffnung des diesjährigen Rechnerkursus der Hessischen Raiffeisen-Organisatton statt. Unter den Anwesenden bemerkte man unter anderen Oberpräsident Exzellenz Hengstenberg, Regierungspräsident Graf Bernstorsf, Gene- ralsuperintendent D. Möller all Vertreter des Konsistoriums, als Vertreter der Schulverwaltung Oberregierungsrat Dr. Blankenhorn und Regierungsrat Dr. Krause, Geheimrat Dr. Schroeder als Vertteter des Landeshauptmanns, von der Landwittschafts- kammer Präsident Rittergutsbesitzer M a e r - t e n s und Baumeister S i e ck, Landrat von Pappenheim und Oekonomierat Ger- land. Landesökonomierat Rexerodt wies auf die Bedeutung der Kurse hin und erhoffte, daß der bevorstehende Kursus weitere tüchttge Raiffeisenmänner den bereits an diesem Orte ausgebildeten 1380 Genossenschaftern bciqesellen möge. Dann hielt Pfarrer Mevenschein einen Vottrag über: Genossenschaftliche Rundschau vom Standpunkt eines Raiffeisenmannes.
-H Wiege und Grab in Cassel. In der Woche vom 10. bis 16. November 1912 verstürben nach den Mitteflungen des städtischen Sta- tffchen Amtes in Cassel 37 Personen (gegen 42 to der Parallelwoche des Vorjahres). Darunter waren 10 (im Vorjahre 14) Kinder im ersten Lebensjahre. Unter der Gesamtzahl der Sterbefälle waren 1 durch Scharlach, 2 durch Diphtherie und Kroup, 2 durch Tuberkulose, 9 durch akute Krankheiten der Atmungsorgane und 1 durch Brechdurchfall, Magen- und Darmkatarrh (ein Kind im ersten Lebensjahre) verursacht. Einen gewaltsamen Tod erlitten 2 Personen. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug (in der vorhergehenden Woche): 56 gegen 58 in der gleichen Woche des Vorjahres.
-4- Blm»-weiß-Gold: Die ehemaligen Realschüler. Im großen Saale des „Palais-Restau- vants" hatte sich nm Sonnabend abend eine stattliche Zechl ehemaliger Realschüler eingefunden, um in Form eines Kommerses die Feier des zweiundzwanziigsten Stiftungsfestes des Vereins ehemaliger Realschüler zu begehen. Die Anhänglichkeit an den Verein hatte Mitglieder aus Barmen, Bebra, dem Taunus und anderen Städten nach Cassel gefühtt. Prokurist Bünding leitete als Vorsitzender den Kommers und eröffnete ihn unter Hinweis auf den Ernst der Lage mit einem begeistert aufgenommenen Kaiserhoch. Nach einem von Georg Mohr verfaßten und von Herrn Hellwig vorgiettageuen Fest- grüß ergriff der Vorsitzende abermals das Wott, um kurz die Geschichte des Vereins zu entwickeln. Heute sei der Verein nach mancherlei Schicksalsschlägen wieder kräftig genug geworden, um an die Oeffentlichkeft zu treten. Freundschaft und Einigkeit zu halten und Treue dem Vaterland zu bewahren. Sein Hoch galt dem einigen Vaterland. In bun- fer Reihenfolge wechselten dann Lieder, Vorträge Humoristischer und ernster Art mft Musifftücken und Singeliedern und launigen Reden ab, die wesentlich zur Erhöhung der Stimmung beitrugen.
-T- Brötchenmarder an der Arbeft. In der letzten Zeit haben in den verschiedensten Stadtteilen „Brötchenmarder" ihr Handwerk aufge- nommen. So wurden heute wieder in einem Hause der Spohrstratze die Brötchen mitsamt dem Beutel von der Türklinke gestohlen. Von den Dieben hat man tstchtS gesehen und nichts gehört.
--- Ein Tauziehen der Casseler Athletik. Das rückständige Tauziehen vom ersten Bezirk des Hessischen AthletenverbamdsS, das ursprüng. sich tot Juli in Melsungen aUSgetragen werden sollte, aber wegen stets ungünstigen Wetters verschoben wurde, fand am gestrigen Sonntag vormittag im Restaurant zum „Schweiz«rhaus" statt. Hierzu waren drei Mannschaften von je sechs Mann angetteten, die um die ausgesetzten Presse kämpften. Hierbei siegte mit überlegener Manier der hiesige Sportklub „Herafles", der den ersten Preis er. hielt. Den zweiten Preis sicherte sich der Eas. seker Ring- und Stemmflub.
4- Die Krankenkasse 12 gegen die Zentralisation. Gestern abend fand eine zahlreich besuchte Generalversammlung der Ortskranken- , lasse zwölf statt. Auf der Tagesordnung standen Ersatzwahlen für sechs auSffcheidende Dor- standsmitglftber. wovon fünf wiedergewählt und 1 n eng «wählt wurden. Dem Anttag aü Pensionierung und HinteMiebenenversorgun der Kassenbeamten wurde stattgegeben. Die von Einzelnen auf verschiedenen Wegen anye- sttebte Zentralisation der Kranken, lassen wurde für die Kaffe zwölf abgelehnt, da die Kaffe zwölf als solche sich in jeder Beziehung als lesstumflsfähig erwiesen habe, besonders aber als Berufskaffe den Interessen der kauflnännsschen Angestellte» fedepzett am nächsten komme.
Kleine Tageschronik. Der nächste Dolks- vottrag des VottragSkünsLerS Bruno Eberhardt findet im großen Saale des Evange. fifchen Vereinshaufes statt. — Morgen abend spricht im „Palais" Dr. Ohr über „England,
Nr. Ssisi. — 2. Jahrgang. ; _________________
Mttn allerdings unter der E^nerischen Witterung dieses Sommers, immeM'ch war aber der Besuch sehr gut zu nennen. ’ ~ ’t Ober Anstalt in Kragenhof wurde im Lattse des Sommers von 206 Männern, 216 Frauen und 295 Kindern in Anspruch genormten. Selbftzahler waren 16 Männer, 23 Frauen und ebensoviel Kinder, während 32 Kinder! Zuschüsse zu den Kurkosten gezahlt werden konnten. Auch die Badeeinrichtung, die gegenwärtig erweitert werde, wurde fleißig in Anspruch genommen. So konnten 657 Solbäder verabreicht werden. Heber den Erweiterungsbau in Kratz e n h o f haben die „Casseler Neuesten Nachrichten" schön berichtet. Außer einer Spül, und Milchküche im Anschluss an die bisherige Hauptküche werden gegenwärtig und zwar zum ersten Male in einer
deutschen Wald-Erholungsstätte Brause-, Sitz, und Solbäder für Männer und für Frauen eingerichtet. Namentlich für leidende Frauen aus dem Volke wird dadurch eine hochwichtige und von den Aerzten längst geforderte Einrichtung geschaffen. Alle diese Arbeften sind to bestem Gange und nehmen einen befriedigenden Verlauf. Außerdem werden Attfenthaltsräume für solche Patienten erbaut^ die nicht die täglichen Eisenbahnfahrten unternehmen können. Die notwendigen Mittel zu diesem Anbau sind zum größten Teil vorhanden und der Vorstand hofft, dass der Rest noch durch freiwillige Zuwendungen ausger bracht werden kann. Der Bericht stellt schließ- sich noch fest, daß sich die drei Anstalten selbst erhalten, so daß keinerlei Mitglisdeibeiträge erhoben werden. Der gute Stand der Wald, erhoilungsstätte gestattet auch, von einer Erhöhung der Kurkosten abzusehen. Der Geschäftsbericht wurde allgemein gutgeheissen. Dann wählte die Generalversammlung als neue Mitglieder für den Verwaltungsrat Dr. Karl Henfchel-Cassel und Landrat von
Oesterreich braucht alle Kräfte i
Konstantinopel, 26. November. (Telegramm unsers Korrespondenten. Hier verlautet, der österreichische Botschafter habe der Pforte die Mitteilung gemacht, seine, Regierung habe die von ihr der Türkei zur $ et- fügung gestellte Abteilung vom RotenKreuz zurückberufen, weil deren Mitglitt>er zum eigenen Heeresdienst einberufen sind. Der türkische Gencralstabschcf meldet, daß die bulgarische Hanptarmee sich nach Tsch ür. In zurückzieht. Seit Sonntag find keine feind, lichen Vorposten mehr sichtbar.
Der Kaiser in Donaueschingen.
Karlsruhe, 26. November. (Privat. Telegramm.) Der Kaiser traf mit befolge um halb zehn Mr to Donaueschi«. gen ein, um an der Vermählung der Prtozes. fin von Fürstenberg mit dem Fürsten Win- dischgrätz teflzunchmen. Um zehn Uhr fand im Schlosse die Ziviltrauung statt, der sich um elf Uhr die kirchliche Trauung unter großem Gepränge anfchlotz.
Ein Gefecht im Walde.
Regensburg, 26. November. (Pri. vat-Telegramm.) Im Walde bei Re- genSburg stießen in der vergangenen Nacht ein Förster und ein JagdgehUfe aufWilddiebe, die der Aufforderung, sich zu ergeben, nicht Folge leisteten. ES enffpan» sich ein regelrechtes Feuergefecht, wobei der Förster uttb ein Wilder« erschossen uMb der Jagdgehilfe lebensgefährlich verletzt wurde.
Im Streit erschossen!
Kobnrg, 26. November. (Privai-Te. legramm.) Im Streite erschoß heute früh in Maehrenhausen bei Kobnrg der Waldaus- seher Schmidt den Schreinermeister Wolf. Als dessen Bruder nnd Sohn zu Hflfe herbei- eilten, gab er auch auf diese Schüsse ab und verletzte beide schwer. Dann ging der Wörde, nach Hause nnd legte sich ruhig zn Bett. Die Gendarmen, die ihn verhafteten, fanden ihn im tiefen Schlafe...!
Die Gräfin von Flandern t.
Brüssel, 26. Novsmb. (Privat -Tele- gram m.) Die Gräfin von Flandern, die Mutter des Königs, ist heule mor- gen im Alter von 67 Jahren gestorben. Die Gräfin war vor drei Tagen plötzlich von einer Sgen Influenza befallen worden, zu der im fe des Sonntags eine Lungenentzündung trat. Gestern mittag gegen drei Uhr trat eine Herzlähmung em. Das belgische Königspaar brachte die ganze letzte Nackt bei der Erkrankten zn. '
DaS Drama von Waukegan.
New y ork, 26. November. (P - *■»«t* T elegramm.) Die Zahl der bei der Explosion in Waukegan Verunglückten (Siehr: Neues vom Tage) beträgt dreiundzw an. zig. Der Schaden wird auf eine Million Dollars geschätzt. Das Feuer, das infolge der Explosion ausbrach, nahm eine so schnelle Ausdehnung, daß die Feuerwehr sich darauf beschränken mußte, die Verwundeten in Sicherheit zu bringen Man befürchtet. daß noch eine große Anzahl Verwundeter ihren schwere« Wunden erliegen wird.