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Freitag, 15. November 1912.

291. 2. Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichten

wohnte auch der Landrat von M e l - Enaen, von Aschoff, bet. Landrat von t U » B , , hi* 9ln r/r»Mitrfvf p het

kjf to »och günstiger stellen. Die oben erwähnte 11 Ermäßigung wird auf die vertragschließenden * ' Kreise prozentual nach ihrem Bedarf ange-

-7- DaS Wetter am Freitag. Der amtliche

WiiMmuirr «Mir Seiten.

Privatgesellschaften, die von den »Casseler Neue st en Nachrichten" jüngst in mehre­ren Artikeln ausführlich beleuchtet worden ist, gab Landrat Rabe von Pappenheim in der heutigen Sitzung des Kreistages «in«

für sich verbraucht.

4- Die Geschäfte vor Weihnachten. Der Regierungspräsident hat die Polizeibehörden angewiesen, den Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen an den zwei letzten Sonntagen vor Weihnachten, am fünfzehnten und zwemm»- zwcmzigsten Dezember bis acht Uhr abends sirr die Dauer von zehn Stunden freizugeben. Am dritten Sonntage toor Weihnachten, am achten Dezember ist in allen Zweigen des Handels- gewerbes die Beschäftigung von Gehilfen, Lehr­lingen und Arbeitern, sowie der Gewerbebe­trieb in offenen Verkaufsstellen bis sieben Ubr abends zulässig. Auch an diesem Tage ist die Beschäftigungszeit für zehn Stunden freizuge­ben. Die für den Hauptgottesdienst festgesetzte Pause muß innegebalten werden. Während des übrigen Gottesdienstes dürfen an den ge­nannten drei Tagen die Geschäfte geöffnet sein.

Anheim rekapitulierte die Vorgeschichte der andlungen und erinnert« an den Beschluß

rechnet. Boi den Einzel » Abnehmern t wird ein prozentualer Zuschlag gerechnet für - den in der Leitung verlorengegangenen Srom.

Die Einnahmen werden in folgender Werse i verwendet: Für-Betrieb und Unterhaltung der : Werke, für Bildung eines Erneuerungsfonds, wobei als Abschreibungssätze einzustellen sind: 0,7 Prozent auf Bauwerke und Nebenanlagen, ; 4 Prozent auf Maschinenanlagen und 2 Pro­zent auf die Leitungsanlagen, zur Verzinsung und Tilgung des Anlagekapitals zu VA Pro­zent. Zur Abgabe von je 1 Psg. für jede Ki­lowattstunde an die Kaffe des Rtzein-Weser-

anren oiet Lagen ore «seiwane geoiin» a

Die Berliner Hansa-Wocke. Tie Tagun- Wetterbericht sagt für den ««rgrgen Frerdag gen der H a n s a - W o ch e in B e r l i n wurden sirr Hessen-Nassou folgende Wrlterm^ voraus. (wie man uns schreibt) mit der Sitzung der Veränderliche Bewölkung, messt trübe, west- Sstbmrssions»entrale Les Lanka-Bundes fortae- sich« Winde, einzeln«, leichte NiederschlLae.__

«tzt. Sie begann mit der Vorlegung des von >er Submissionszentrale ausgearbeiteten etzentwurfs über das VerdinaungSwesen. Nach eingehender Besprechung an der Hand des Re- erats des Vorsitzenden der Submissions-Zen­trale, Architekten Gestrick, wurde beschaffen, nunmehr alsbald den Entwurf dem Direktorium des Hansa-Bundes zur weiteren Behandlung vorzulegen. Danach referierte der Geschäftsfüh­rer des Hansa-Bundes, Abgeordneter v. Richt­hofen, über »Die Reform des Verdingungs- Wesens im Reich und in den Bundesstaaten". . Als wettere Punkte der Tagesordnung seien die Referate des Generaldireftors Schiff über das bei der Submissionszentrale eingelaufene Be- chwerdematerial und dasjenige des Obermei- ters Markus über die Forderung des Hand­werks zum Submissionswesen erwähnt.

4- Die Angestelltenwahl im Landkreise Cassel. Um Irrtümern vorzubeugen, veröffentlichen wir seute nochmals die Liste der im Landkreise Cas- el gewählten Vertrauensmänner für die Ange- telltenverstcherung. Danach sind als solche Fa­brikant Lauckhardt-Caffel, Fabrikant Adam Creds-Niederzwehren, Schulvorsteherin Förster- Oberzwehren, Korrespondent Lachar-Harleshau- s«n, Buchhalter Reise-Niederzwehren und Kon­strukteur Schleiermacher-Jhringshausen gewählt worden. __

4- Die Casseler Volksvorträge. Wir werden um den Hinweis darauf gebeten, daß für die von Bodenhausen'schen Vortragsabende, die beute und morgen im großen Saal der »Stadt Stockholm" stattfinden, die roten Karten nur für Donnerstag, die blauen nur für Freitag Gültigkeit haben und daher ein Umtausch an der Kasse nicht stattfindet.

4- Offene Stellen für Militäranwarter. Im Bezirk des elften Armeekorps sind folgende Stel­len für Milttäranwärter oder Inhaber des An­stellungsscheins offen: Dreißig Dienstanfänger für den Bahnwärter- und Weichenstellerdienst, ein Strafanstalts-Wachaufseher in Gräfentonna, ein Schutzmann in Greiz und ein Hilfsschreiber bei der Staatsanwaltschaft in Rudolstadt. Für Interessenten liegt die neueste Ausgabe der Va- kanzenliste für Milttäranwärter in unserer Ge­schäftsstelle, Kölnische Straße 5, zur kostenlosen Einsichtnahme aus.

-2- Die Umzugskosten für Lehrer. Di« Un­terrichtskommission des Abgeordnetenhauses lehnte heute (wie uns auS Berlin gedrah­tet wird), einen Antrag, de« Lehrern als UmzugSkosten die Vergütung für mittlere Beamte zu gewähren, ab, beschloß aber ein- stimmig, die Regierung zu ersuchen, das Regu- lattv für Vergütungen von Umzugskosten sirr Lehrer und Lehrerinnen an öffentlichen Volks­schulen so zu ändern, daß die Sätze angemessen erhöht werden.

4- Wer ist für die Stadtverordnetenwahlen stimmberechtigt? Die nach den Bestimmungen der Städteordnung berichtigten Listen der Stimmberechtigten für die Stadt. Verordnetenwahlen deS alten Stadtbe­zirks Cassel einschließlich des ehemaligen Ge- mcindebezirks Wehlheiden, sowie der Stadtbe­zirk« Cassel-Wilbelmshöhe, Cassel-Kirchditmold, Cassel-Rothenditmold und Cassel-Bettenhausen (die für die Dauer zweier Wahlperioden eigen« Wahlbezirke bilden) liegen in d«r Zeit vom 15. bis 30. November dieses JabreS im Statistischen Amt im Rathaus offen und können dort ein- gesehen werden. Einsprüche gegen die Richttg- kett der Listen können nur in dieser Zett erhoben werden.

4- Die Casseler Arieger-SanttätSkolonne. Auch im Vormonat hat die hiesig« Krieger- Sanitäts-Kolonne vom Roten Kreuz wieder wertvolle Arbeit leisten können. Nach dem unS zugegangenen Bericht wurden folgende TranS- ' Porte ausgeführt: Mit dem städttschen Kranken­wagen 15 Transporte, mit der Räderttage 14 Transporte, mit dem Automobil 8 Transorte, mit Privat-Fuhrwerk ein Transport, mit dem Fahrstuhl zwei Transporte, zusammen vierzig : Transporte. Nach und von Orten außerhalb Cassels wurden ausgeführt 6 Transporte. Von ' Mitgliedern der Kolonne wurd« bei Unfällen . die erste Hilfe geleistet in 243 Fällen. Die Wache wurde elfmal in Anspruch genommen.

4- Königsschießen im Schützenverein. Am ' vergangenen Sonntag hielt der Schützenverein Cassel 1911, der dem Kurhessis <ben Zim- merstutzen-Verband angeschlossen ist, - sein erstes Königsschießen, verbunden mit einer kleinen Feier, ab. Beim Schießen wurden : durchweg sehr gute Resultate erzielt; als , Schützenkönig ging aus dem Wettkampf Herr i Rose hervor; die nächsten besten Ergebnisse i hatten die Herren Schäfer, Krausemann und - Holzapfel auszuweisen. Am Abend fand im t Restaurant »Tivoli" eine stimmungsvolle Feier l statt, bei der der Vereinsvorsitzende, Herr Holz­apfel. die Gäste mit herzlichen Worten willkom- ! men hieß.

t 4- Ein Vortragsabend im Schrebergarten : verein Am Sonnabend hielt im Schrebergar- . tenverein »Gemeinde Struthbach" Stadtaarten- - d'rektor Enael einen Vortrag über Garten­pflege, der reichen Beifall erntete. Dann wurde einer Statutenänderung und der Anmeldung als eingetragener Verein in das Vereivsregi- ster zuaestimmt und beschlossen, den Winter über noch e-'ntae Vortragsabende stattfinden zu lallen, um so den Mitgliedern Gelegenheit zu geben, im kommenden Jahr recht ettragsfähige Gätten »i erzielen.

Kleine Tagesckronik. Zu der gestern von uns gemeldeten Kövenickiade in der Kastenalsgasse bittet uns Zigarrenhänd- ler W. Köhler, Königstor 56, mitzutetten, : daß er mit dem verhafteten Ziaarrenbändler K. nickt identisch ist. Der Verhaftete erklärt übri- : gens. er sei vollkommen betrunken gewesen. ; Einer Mitteiluna des Telegrapbenamts zu- ; folge, ist jetzt der Svrechverkehr mit dem Ort : Amberlong, zur Gruvve Arlon gehörig, zuge- . lassen. Die Gebühr für ein Drei-Minuten-Ge- svräch beträgt 3 Mark. Kaisersäle: Am : Freitag abend findet die letzte Vorstellung nach dem gegenwärtigen brillanten Svezialitäten- ° Svielvlane statt. Am Sonnabend beginnt das i Gastsviel des Berliner Vaudeville-Ensembles > mit der dreiaktigen Gesangspoffe »Der Tanz- : anwatt".

Kanals, jedoch nur bis zur Höhe von 200 000 Mark für das Jahr und zur

Bildung eines Ausgleichsfonds.

Diesem Fonds fließen zwanzig Pro­zent der noch verbleibenden Einnahmen fo lang« zu. bis dieser Fonds die Höbe von 10 Prozent des Anlagekapitals erreicht hat. Der überschießende Rest wird prozentual an die vertragschließenden Kreise verteilt. Auf eine Ansiage gab Regierungsbaumeister Plock die Erklärung ab, daß die Anlage als Freilei- tung gedackt ist. und zwar aus finanziellen Gründen. »Also," fügte Bürgermeister Mas­sie hinzu, »eine Verschandelung der ganzen Gegend!." Der Vertrag wird auf vierzig Jahre geschlossen, von dem Tage der Inbetriebnahme des Werkes bei Hentturt an gerechnet. Rach dieser Zett gilt der Vettrag immer auf fünf Jahre stillschwei­gend verlängert, wenn er nicht zwei Jahre vorher von einem der Vertragschließenden ge­kündigt worden ist. Die Kreise bilden unter sich eine Gesellschaft. Dieser Vettrag acht die Möglichkeit zu wetteren Schritten. Wie der Landrat mitteilte, wollen dir Kre.isaus- iebüüe den Versuch unternehmen, alle beteilig- Kreise, unter Umständen auch die Städte ^asse^und Göttingen zu vereinigen. In wel- storm diese Vereinigung entsteht. ist noch sestgelegt. Es soll der Bau und der Be- krseo von Ueberlandzentralen angestrebt wer- dadurch dse wirtschaftlichen und Bc- rneo-kasj^ «rhcblick sinken. Dann wurde fol- ^-nscr Anjrzg «instimmig angenommen: »Der «teisausschuß wird ermächtigt, jm Namen des grelles einen Vertrag mit dem königlich preu- srnten Staat (Wasserbauverwaltung) nach erwähnten Enttvurfe abzuschließcn und »)<t d.n übrigen beteiligten Kreisen, der Re- " L. Cassel ulld der Wafferbau-

k;. i.- in Verhandlungen einzutreten. ?* ?ie ®rt der Ausführung des Projektes r eine gemeinsame Vcrwal-

- Ueberlandzentrale zum Gegenstand ioll dem Kreistag im Früh- ahr eine Vorlage zugehen. D«r Vertrag - Staat fst somit geneh-

- g t. schließlich erklärte noch der Landrat, : cj Ae,ner persönlichen Ansicht und der des Oberburgermerst-rz Dr. Scholz die Ver- ?f^ungen mit der Stadt Cassel zu einem v o- I i 111 b e n Ergebnis führen werd-n. r. h.

®«3e» die Elektrizitäts-Gesellschaften! | prr Frage der Uebcrnahme der kommu- I Wes LtroWpexsorgunaLeimichtunürg durch

s. April, wonach sich der Kreistag grund- damtt einverstanden erklärte, an di« a^ae der staatlichen Ueberlandzenttale im ZWuß an di« Eddettalsperre näher heranzu-

Der Plan, eine eigene Ueberlandzen- ^für den Landkreis Caffel zu errichten, war Rücksicht auf die staatlichen Maßnahmen Äallen. Dann verlas der Laudrat den Ver- rL ben die Staatsregierung einerseits und E.*«Werftrcmbauverwaltung andererseits mtt

Kreisen abschlietzen will. In Betracht kom- 2, vie Eddettalsperre bei Hemfutt und bte :! «^«eltalsperre bei Helminghausen. Die Er- ^mng «in«S Waffettraftelettrizitätswerks bei ^nn-Münd«n hat sich der Staat vorbe- P-tten. Die Eddettalsperre wird vor- ^ssichtlich schon zum 1. April 1914 dem Be­lieb übergeben, und es kann sogar damtt ge- werden, daß die Stromversorgung schon I« Herbst 1913 erfolgt. Regferungsbaumcister Dvck von der Weserstrombauverwaltung und c -uiaellieur Dr. Kraetzer « Bingen gaben «r- szutemde Erklärungen ab. Lebhaft erörtert E-de die Frage, ob die Ueberlandzenttale, die Mi nur auf ein Minimum festlegen will, in der L-a« ist, alle Anforderungen des Kreises an Sneigie zu erfüllen. Hier gab Regierungsbau- meifter Block die folgende Erflärung ab: Der szaat ist bereit, den normalen Strombedarf des Kreises zu decken und dabei auch höhere Mindestleistungen

ohne Erhöhung des Strompreises mr Verfügung zu stellen. Jedenfalls will sich der Staat dagegen sichern, daß nicht plötzlich oon den Abnehmern zu hohe Anforderungen «stellt werden. Deshalb hat der Staat einen Mattmumkonsum von zwei Millionen Kilo- wattstunven vorgesehen- Der Kreis mutz auch eine gewiss« Sttomabnahmegarantie überneh­men. Diese bettägt in den ersten drei Jahren 150000, vom vierten Jahr ab 400 000 Kilowatt­stunden. ES ist aber damtt zu rechnen, daß Won im ersten Fahr« eine halbe MMon Ki­lowattstunden erreicht wird. Der Kreis mutz sich tarnt verpflichten, elektrische Energie nur von tat WesevstroMbauverwaltung zu entnehmen, sollte der Bedarf jedoch größer werden als - zwei Millionen Kilowattstunden im Jahre, tatet steht eS frei, den überfchießenden Bedarf auch aus eigenen oder anderen Werken m entnehmen. Der Kreis bezahlt der Weser- ftrombauverwaltung für jede Kilowatt­stunde sechs Pfennig für die ersten acht Mil- Honen Kilowattstunden, die an sämtliche Ab­nehmer zusammen geliefert werden, gut tue -weiten acht Millionen Kilowattstunden je film Pfennig und für die 16 Millionen Lbersteigen- tan Kilowattstunden je vier Pfennig. Grö­ßere Einzelabnehmer erhalten außer­dem Rabatt von 15 bis 25 Prozent bei Be- darf von über 100000 Kilowattstunden. Ueber- | steigt der Bedarf eines Einzelabnehmers di« Höhe von einer Million Kilowattstunden, dann jöierben besondere Vereinbarungen getroffen, die

bedeutsame Erklärung ab. Der Land- , rat legte Wert auf die öffentliche Feststellung, ; daß die Ueberlandzenttale wie überhaupt die 1 ganze Einrichtung der Stromversorgung a u s- chließt, daß diese an private Ge- ellschaften übergeht und daß alles ge- , tan wird, um zu verhindern, daß die A. E.-G. oder eine andere Gesellschaft die Stromversor­gung in die Hände bekommt. Diese Feststellung ei umso notwendiger, als diese Gesellschaften etzt die Kommunen überlaufen und sie von dem

Vottefl überzeugen wollen, die in einer Uebernahme durch die Pttvatgesellschasten lie­ge. Es wäre, so erklärte der Landrat, eine Gefahr für die ganze Monarchie, wenn die ganze Stromversorgung in Preußen in die Hände der Privatgesellschaften gerate. Der Landkreis Cassel stehe auf dem Standpunkt die Sttomversorgung unserer Kreise müsse durchaus auf kommunaler Basis beste­hen bleiben.

Der falsche Krimsnal-Inspektor.

Unter der obigen Spitzmarke berichteten wir gestern über eine eigenartige Verhaf- tungsgeschichte, die sich am Dienstag abend in der Altstadt zugetragen hat. Heule werden uns noch folgend« Eiuzelhetten zu dem Vorfall mitgeteilt: Am Dienstag war einem Einwohner des Hauses Kastenalsgasse 38 eine Uhr gestohlen worden. Er ging sofort auf die Kriminalpolizei, um den Diebstahl zur Anzeige zu bringen, kam jedoch erst, als das Büro bereits geschlossen war. Ws er wieder zu Haus« kam, hatten sich inzwischen Mei Freunde, der verhaftete Zigarrenhändler K. und ein anderer Herr, eiugesunden, und man beschloß nun, die des Diebstahls verdächtige Person, ein Mädchen aus der Wiegengaffe, aus eigene Faust zu »verhaften". Die Betreffende wurde auch nach der Kastenalsgasse geholt und dort flüchtig visittett. Dabei gab sie an, daß sie gesehen habe, wie eine in der Schäfer gaffe wohnende Witwe die Uhr geswhlen habe. DaS Mädchen wurde vorläufig

in der Kastenalsgasse in der Wohnung des Bestohlenen sestgehalten und nun gings auf die Suche nach der angeb. lichen Diebin. Vom Gasthaus »Zum Loewen" auS wurden telephonisch ein Beamter vom Wach, und Schließinstitut requiriert und die beiden Bekannten des Bestohlenen holten zwei Schutzleute herbei, denen gegenüber sich K. als Privatdetektiv und Sohn eines Kriminal.Fn- spektors bezeichnete. Als man an der Woh­nung der Gesuchten iy der Schäfergasse klopfte, öffnete die Frau auch auf die Bemerkung, die Polizei sei da. Sie wurde ausgefordert, sich : anzuziehen und mitzugeheu, denn es bestand die Absicht, sie ihrer Anklägerin gegenüberzu­stellen. Soweit ging alles gut, bis plötzlich der i dritte Polizeibeamte erschien und den Bestoh. : lenen sowie den verhafteten ft, die vor der Wohnung der Beschuldigten warteten, auffor- bere, das Haus zu verlassen. Auf diese Aus- forderung soll ft. etwas kräftig geantwortet haben, und infolgedessen erfolgt« di« Ver- Haftung.

4- Die Stadt Cassel und Waldau. Die Stadt Cassel ist an die Gemeinde Waldau herange­treten mit dem Angebot, die Gemeinde mit Gas zu versorgen. In der heutigen Sitzung des Kreistags kam diese Angelegenheit zur Sprache und Ingenieur Dr. Kraetzer aus Bingen gab dazu die Erklärung ab, daß au dem Lande das Gas mit der Elektrizität nicht konkurrieren könne. Ueberall sei bet Gasver­brauch weit zurückgegangen. Bürgermeister Massie emvfahl, vorläufig keinen Gas- abschluß zu machen. Für Waldau sei die elektrische Beleuchtung zweifellos die idealste, wett die Stallungen bei dem landwirtschaftlichen Charakter Waldaus nicht mit Gas versehen wer­den könnten.

4- Ein guter Fang. Der etwa brei65 Jahre , alte Kaufmann S von hier hatte sich Brief­bogen und Kuverts eines Schützenvereins zu verschaffen gewußt und benutzte diese dazu, um bei verschiedenen Industriellen milde Ga­ben zur Unterstützung von Waisen und Armen . zu sammeln. Dadurch verschaffte er sich einen guten »Nebenverdienst". Nachgewiesen wurden ihm zweihundert Mark, die er auf diese Weise »erwarb". Das Geld verjubelte er dann in leichter Gesellschaft. Gestern abend wurde der Schwindler durch den Kriminalsckutzmann W. aus einer Wittschasc herausgeholt und ver­haftet.

-4- Unehrlich Volk. Der Einkaflierer einer hiesigen Firma ließ sich eine Reihe Unter­schlagungen zuschulden kommen. Di« Höhe der veruntreuten Gelder beläuft sich au hundettfünfzig Matt. ' Es wurde Anzeige er­stattet und der Polizei gelang es gestern, den Ungetreuen zu verhaften. Er hatte das Geld

Letzte ZeUgrammc.

Waffenstillstand am Balkan?

Das Schlimmste steht,« befürchte«!" (Privat-Telegramm.)

Konstanttnopel, 14. November.

Nach Mitteilungen von kompetenter Stell« hat die Pforte der bulgarischen Regie, rung gestern einen direkten Friedens- Vorschlag zugehen lassen. Der bulgarische Ministerrat habe über den Vorschlag «och «eckt enffchieden. Ter Beschluß des türttschen Mini- sterrats, direkt bei Bulgarien um einen Was. fenftillstand nachzusuchen, ist den eingeweihten ft reifen, allerdings nur diesen, nicht über. laschend gekommen. In diesen Kreisen weiß mau, daß die türkische Armee sich »« einem Zustande befindet, der nicht nur jede Aussicht auf eine Wendung des ftnegsbildeS ausschließt, sondern sogar das Schlimmste fürdasLanddefürchten läßt. Im ttir- kischen Heere macht die Cholera unheimliche Fortschrttte. Täglich fallen ihr zahlreiche Sol. baten zum Opfer. Dazu kommt, daß die Em - p ö r u n g im Heere über den völligen Mangel am Notwendigsten in Bezug auf Nahrung und Krankenpflege täglich derart wächst, daß man eine Meuterei befürchtet. Unter diesen Um. ständen bleibt der tüttischen Heeresleitung nichts anderes übrig, als durch einen Waffen­stillstand den vollständigen Zusammen, bruch de» osmanischen Armee vorzubeugen. Daß der Waffensttllstaud zustandekommt, wird in unterrichteten Kreisen nicht bezweifelt; eben- so ist man hier überzeugt« daß der Was. fenstillstand ehestens zttm vollständigen Friedensschlutz führen wird, da die Pforte alle Hoffnung nun enbgültig aufge. geben hat.

Schwere Schlappen der Montinegrineri

Depeschen, die von S k u t a r i gestern abend in Triest entgingen, berichten: Di« M o nte. negriner waren bis Aleffio vorgedrungen, vermochten dieses jedoch nickt zn nehmen und erlitten durch das Eingreifen der M i r i d i. t e n, die sich mit den türkischen Truvpen ver- einigten, schwere Schlappen. Sie tont, den gezwungen, ihre Stellungen zu räumen und zur Bojana zurückzugehen.

Nikita ist nicht gebunden!

Unser Korrespondent depeschiert uns aus Cetinj«: Der österreichische Gesandte gab dem König heute im Namen der Regie- nmg die offizielle Erklärung, die Besetzung bet albanischen Häfen Medna und Alasir könne nicht als dauernd angesehen werden, da diese Häfen für daS autonome Albanien Vorbehalten bleiben müßten. Der König erwi- bette et sei nicht gebunden und betrachte die ErNSrung de« Gesandten als nicht ge- schehen.

Hauptmann Kaftewttsch vor Gericht.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 14. November?

Heute begann der Prozeß gegen den tuffi« fchen Hauptmann der Garde-Artillerie, ft o < stewitsch aus Petersburg, wegen Aufsot- derung zu einem Verbrechen der Spionage. Die Verhandlung findet unter großem Andrang deS Publikum« vor der zwölften Sttaflammer des Landgerichts Berlin statt. Den Vorsitz des Gerichtshofs führte Landgerichtsdirektor Dr. Lilta. Nach Feststellung der Personalien deS Angeklagten und Verlesung des Anklagebe- schluffes beantragt der Oberstaatsanwalt, wäh­rend bet ganzen Dauer der Berhanblung die Oeffentlichkett wegen Gefährdung bet Staats- sicherheit anSzusckließen. Der Berteidi- aer ftostewitsch'S hatte gegen den Antrag nickts einzuwenden, bat jedoch, daß die Gemahlin des Angeklagten während der ganzen Dauer der Verhandlung im Saale bleiben dürfe. Nach kurzer Beratung des Gerichtshofs verkündete der Vorsitzende, daß wegen Gefährdung bet Staatssicherheit beschlossen worben sei, die Oeffenttickkeit während der Dauer der Ver- handliwa auszuschlieüen. jedoch den Vertretern der ntssiscken Regierung und dem Major Heye vom Großen Generalstab und der Ehefrau ge­stattet sei, der Verhandluno beizuwohnen. Alle anderen Anttäoe um Zulassung wurden ab» oelehnt. Die Verhandlung soll sicherem Ver- nehmen nach zwei Tage in Anspruch neh­men.

Wieder zwei Opfer der Siebe?

Zabrze, 14. November. (Privat-Te- I e g t a m m.) In der vergangenen Nacht be. ging hier ein Liebespaar Selbstmord. Ein etwa neunzehnjähriger junger Mann und ein etwa aleichaltriges Mädchen warfen sich v o r den Schnellzug Kattowitz-Gleiwitz. Beide waren sofort tot. Die Ursache bet Tat Wut Liebesgram.

Serratos ftompl'zen verhaftet?

Paris, 14. November. (Privai-Tele- g r a m m.) Hier ist seit gestern das Gerücht im Umlauf, daß die hiesige Polizei zur Verhaf­tung von mehrer en Anarchisten geschrit­ten sei. die mit dem Mörder von CanalejaS 'N Verbindung gestanden haben sollen. Von bet Polsizeivrättktur wird gegenüber dieser Version strengs-eS Stillschweigen beobachtet.

Sechzehn Tage Todesgrauen!

Petersburg, 14. November. (Privat. Telegramm.) Nach unbeschreiblichen Lei- den ist die Mannschaft des russischen Dampfer« Colima" mit ihrem Schiff im Hafen von Pe. ttojawlowsk eingetrosfen. Der Sturm warf den Dampfer an die Küste, sodaß die Mann- schäft sich Man als verloren betrachtete. Das Schiff richtete sich aber wieder auf und trieb dann hilflos ins Meer hinan«. Sech, zehn Tage wurde es vom Sturme hin und her geworfen, zuletzt wat die Besatzung fünf ' Tage lang ohne Lebensmittel. Endlich gelang es, die Maschine notdürftig zu repariere« «nb sich in den Hafen zu retten.