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Casseler Neueste Nachrichten

Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 291

2. Jahrgang. >

Freitag, 15. November 1912

Frrnsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Svmische Königs-Tragödie.

Alfonso mtb das Anarchisten-Komplott.

V Ein Privat-Telegramm meldet «ns ans Madrid: Die Annahme, daß das Attentat gegen de« Pre­mier-Minister Canalejas eigent» lich gegen den König geplant war, wird dad«rch bekräftigt, daß Cama- lejas bei seinen wenige« Gängen ins Ministerium desAeußeren jene Stelle sonst nie zu Pasfieren pflegte. Diesmal nnn wollte der Ministerpräfident diesen ihm so verhängnisvollen Weg wählen, um sich die Aeberzeugvng zu verschaffen, daß die Polizeiwache für die Aus­fahrt des Königs auf ihrem Plage sei. In unmittelbarer Rähe der Polizeiabteilung stand der Mörder PardinaS Serrato und einem rasch gefaßten Entschlüsse folgend, feuerte er die Schüsse auf den Ministerpräsidenten ab.

Der Tragödie scheint sich nun das Verhängnis zu gesellen, und was vor Wöchen, Monden schon in den verschwiegnen Winkeln des Escorial von ängstlichen Lakaien scheu geflüstert, von der Höflingschar leise be- tuschelt wurde, braucht jetzt auch offiziös nicht mehr verschwiegen zu werden: A l f o n s o v o n Spanien, seit seinem ersten Erdentag das Sorgenkind einer durch des Schicksals Hand hart geprüften Mutter, ist bedenflich erkrankt und wird, ärztlichem Gebot folgend, das Heil- klima eines begnadeten Erdenwinkels auf- suchen, um der Gefahr schwerer Heimsuchung zu entgehen. An einem der letzten Tag« kündete der Draht im schnörkelnden OffiziofastU auS Madrid, daß deS Königs Erkrankung sich ver- schlimmert habe, und daß infolgedessen eine Kur in südlichen Bädern geplant sei. Zwei Wochen vorher, als auf dem Umweg über London die erste Sorgenpost aus EnaS Heim den' Weg zum Norden und Osten fand, waren behende Kam­merdiener rasch dabei, die »Kombinationen" zu dementieren, die heut von der Wirklichkeit be­stätigt werden, und man vernahm verwundert, daß der König »sich selten bessern Wohlseins erfreut habe', als just in diesen Tagen. Das Schicksal hat die Schwichtiger hatt korrigiert: »DaS Leiden des Königs, in den letzten Tagen sichtbar verschlimmett, gibt zu Besorgnissen di­rekt zwar nicht Anlaß, läßt aber «in« nachdrück, liche H e i l k u r als g « b o t e n erscheinen.' DaS war am Montag, am Vorabend des Minister- mordS an der Puerto del Sol, auS Madrid zu hören. Bierundzwanzig Stunden später wußte man im EScorial, daß Serratos Kugel nicht Joss TanalrjaS, sondern Alfonso - Maje­stät gegolten hatt«, und daß nur eines Zufalls glückliche Fügung daS Spanterland vor «inem blutigen König-Drama bewahrt. DaS Ver- hängniS ist am Bourbonen-HauS vorüberge- fd? ritten; am Manzanares aber fragt bange Sorge, ob nicht abermals feine bleiche Hand, Unheil und Verderben säend, dem Spanierher­zen unvergängliche Wunden schlagen wird.

Kind «ttb König der Sorge.

Die Nachricht kommt nicht überraschend: Schon in den Kindheittagen Alfonsos rangen Mutterliebe und ärztliche Kun st um die Erhaltung des glimmenden Lebenfünkchens in leiden-wunder, schwacher Brust, und als der Erbe der Krone, vom Verhängnis schwer er- kämpft, zum ersten Mal durch die Straßen der Residenz fahren durste, ohne daß ärztliche Sorge eine Gefährdung des kunstvoll erhaltnen Le­bens dieses Kindes des Kummers und der Aengste zu fürchten brauchte, jauckzte eine hart geprüfte Frau und Mutter dankbar zum Him­mel auf: Das Schicksal der Dynastie schien ge­sichert, das Verlangen des Volks erfüllt! Spa­niens künftiger König atmete, ein Lebender un­ter Lebenden! Der jüngste Sproß einer degene­rierten, durch Inzucht geschwächten und aus Jahrhunderten wildester Leidenschaftlichkeit Physisch belasteten Familie wuchs in krankhaft hastiger Entwicklung zum Jüngling heran, um- hürdet von mütterlicher Sorge und priesterlicher Lehre, ein bleiches, leidverhärmtes Kind im güldnen Käfig spanischer Hostradttionen. Di« Sünden der Väter säumten seinen Weg zur Mannheit, verdüsterten seiner Jugend Tage und wirtten in der Folter höfischer Erziehung, im Bann von Zeremoniell und Bigotterie, ver­hängnisvoll nach. Solange Alfonso von Spa­nien als Werdender den Händen beschränkter Pädagogen und devoter Lakaien anverttaut war, hat seiner Jugend nie ein Sonnenstrahl des Glücks gelächelt, und als des Jünglings sehnend Herz einmal den Bann durchbrach, und in der ersten Seligkeit junger Liebe schwelgte, wähnte man im Escorial, auch im jüngsten Sproß der Dynastie rase das wilde Blut der Leidenschaft: Unb Mutterstrenae und Kirchen­

buße legten sich wie ätzender Meltau auf die Seele eines unglücklichen Knaben.

MU Zepter «nb Krone.

Als der Tag der Volljährigkeit dem Jüng­ling Zepter und Krone der Väter lieh, stand unterm Baldachin des Spanierthrons ein schüch­terner junger Mann, auf dessen bleiche Stirn schon Leid und Kummer ihre Runen gru­ben, ehe das Leben mit hartem Wort und der Forderung schweren Werks an ihn herantrat: Der Sohn seiner Mutter, deren Hand noch das Zepter führte, als Alfonso, der Dreizehnte söines Stammes, längst das Erbe der Väter übernommen! Der Gottesgnadenweg der Kö­nige führte den kaum Zwanzigjährigen an Europens Fürstenhöse, zur Lichtstadt an der Seine, und mitten ins Gewühl ftöhlichen Ge­nusses, bis abermals der Mutter Sorge und Eduard des Siebenten kluge Kalkulation den Uebermut zur Pflicht und Würde diesen: Ena von Battenberg, die stattliche Sprossin urkräftigen Geschlechts, zog als Königin ein in die eisige Kühle des Escorials, und der Abend­schatten einer sterbenden Dynastie schien noch einmal vom goldnen Glanz leuchtender Sonne verklärt. Der alternd-morsche, im Innern und am Wurzelbaum krankende Stamm sollte ver­jüngt, durch die Einpflanzung der strotzenden Kraft robuster Gesundheit gestärtt und zu neuer Blüte gebracht werden. Doch das Schicksal schreitet schnell: Noch sind erst wenig Jahre ver­flossen, seit Alfonso und Ena unter Bomben­krach und Volkspanik Hochzeit feierten und dann im Nachwuchs am alten Stamm das Werk der Verjüngung sein Gelingen zu offenbaren schien. Auch der Könige Ehen werden nicht im Himmel geschlossen, und auS den stillen Gemä- djent EnaS ist feit dem Tag, da ihr das Schsck- sal die Krone der Spaniertönigin aufs stolze Haupt drückte, manch weher Seufzer zur nordi- schen Jnselheimat geflohen, manch heiße Sehn­suchtzähre über bleiche Wangen geronnen. Und nun. zum Leid im Heim und zur Enttäu­schung im ehelichen Bund der düstre Schatten deS Verhängnisses: Die Rache der Verschw ö- rer, deren Verbrecherhand am Dienstag Al­fonsos -ersten Berater am Wege niederstreckte. Eine Königstragödie, düster und er- schüttemd, finster und unheilschwer wie die Ge­schichte dieses Landes, darinnen die Zttronen blüh'«...i w w F-K

Las Komplott gegen de» König- (Telegramm unser- Korrespondenten.)

Madrid, 14. November.

ES kann «ach dem Resultat der Ermittlun­gen in der «t t e n t a t S a s f ä r e keinem Zwei, el mehr unterliegen, daß der spanisch« Mttti- .terpräsident CanalejaS ursprünglich nicht daS Ziel des Attentats SerratoS war. Cs gilt jetzt für so gut alS erwiesen, daß Serrato seinen Anschlag nicht allein auSgesührt, daß et vielmehr nur daS Haupt einer kleinen Bande biwett und bei seinem Anschlag auf Canalejas von zwei Komplizen gedeckt wurde. Der eine dieser Komplizen soll bereits heute in den Vormittagsstunden von der spanischen Po­lizei verhaftet worden sein. In Pariser Polizei-Kreisen sindtt man keine Erklärungen dafür, warum die spanische polittsche Polizei die französischen Warnungen so in den Wind schlug, wie es geschehen ist. Die spa­nische politische Polizei ist von der französischen darauf aufmerksam gemacht worden, daß sich Serrato, der sich ursprünglich schon von Mar­seille aus nach Madrid begeben wollte, von Paris aus mit einigen Genossen nach der spa­nischen Hauptstadt begeben habe, um dort viel- leicht einen

Anschlag auf König AlfonS zu versuchen. Man glaubte dafür einen Anhalt in Briefen gefunden zu haben, die nach der Abreise Serratos der französischen Po­lizei in di« Hände fielen. Dessenungeachtet hat die spanische Polizei auf die Winke der fran­zösischen so gut wie gar nicht reagiert. So wußte man nach dem Selbstmord deS Attentäters in den ersten Stunden troü der gefundenen Legi­timationspapiere noch nicht, mft wem man zu tun habe. Man hatte auch trotr der War­nungen aus Paris noch nichts unternommen, um die avisierte und schon einige Tage in Ma­drid befindliche Bande zu überwachen. Im Gegenteil ließ man den Ministerpräsidenten, der sonst sogar in dem Restaurant, in dem er regel­mäßig zu frühstücken pflegte, unter Bewachung steht, am Tage des Attentats fast ohne Schutz, sodaß es dem Attentäter möglich wur­de, in Unterbvechungen drei Schüsse auf Canalejas abzugeben, von denen erst die beiden letzten tödlich wirkten.

Die Beisetzung Canalejas.

Wie uns weiter aus Madrid berichtet wird, land aektern nachmittaa um drei Ubr

das Begräbnis des ermordeten Minister­präsidenten Canalejas statt. Die Leiche wurde im Pantheon zu Asroche beigesetzt. Der König nahm an dem Begräbnis teil.

Sriegtöttimgen Sefterreichr!

Die Verschärfung der polittsche« Lage.

Wir verzeichneten gestern aufgrund zuverläs­sigster Berliner Informationen die Auslassung einer hochstehenden politischen Per­sönlichkeit, in der die internationale Lage alsaußerordentlichernst und gefahr­drohend bezeichnet wurde. Diese Kennzeich­nung der gegenwärtigen Situation, die die in unferm gestrigen Leitartikel ausgesprochenen Befürchtungen durchaus rechtfertigte, erfährt jetzt ihre Bestätigung durch die Mitteilungen über ausgedehnte Kriegs-Vorbereitun­gen, die in aller Stille von Oesterreich- Ungarn getroffen werden. Es wird uns darüber von zuverlässiger Seite berichtet:

Oesterreich ist kriegbereitk

(Telegramm unsres Korrespondenten.)

Prag, 14. November-

Di« gestern von Reichenberg auS in die deutsche Presse gelangte Meldung von den M o - bilisierungsvorbereitungen Oester­reich-Ungarns bestätigt sich. Trotz aller offiziösen Dementis werden von der Donau- Monarchie in aller Stille, aber mit dem größten Eifer alle in Bettacht kommenden militärischen Vorbereitungen getroffen. Ta die österreichische Presse unter einer strengeren Pretz- gesetzgebung steht, darf sie von diesen Dingen bei Gefahr der Konfiskation nichts be­richten. Die maßgebenden Stellen haben aber s ch o n l a n g e mit allen möglichen Konsequen­zen der Sachlage gerechnet. Di« auf den Na- men der Reservisten lautenden EinberufungS- karten sind schon vor drei Wochen einer genauen Revision unterzogen worden, von den Militärkommandos den einzelnen BezirkShaupt- mannfchaften zur unverzüglichen Absendung im Falle der letzten Eventualität übermittelt wor­den. Die Reservisten deS viernndzwanzigsten Jnfanttrie-RegimentS find bereits

im Besitz der Gestellungsbefehle. Ferner steht fest, daß von den Regimentern deS Heeres, die flch in der Hauptsache auS Deutsch- Böhmen rekrutieren, zahlreich« Reserven nach Galizien und der Bukowina zur Ver­stärkung der dort garnisonierenden Regimenter gesandt werde«. Die allgemeine Mobi­lisierung ist (wenn sich die politisch« Situ- ation nicht Närt) noch im Lauf« dieser Wochezu erwarten. Dann werden die in Böh­men stattonierte« SorpS bis auf jene Teile der Landwehrinfantette und der Ersatzinstituttonen de» gemeinsamen HeereS, die bald zur Siche­rung der Ordnung im Innern, bald zur endgül­tigen Ausbildung der etnzuberufenden Ersatz­reservisten hier benöttgt werden, ganz nach der Ostgrenze verlegt werden. Besonders bemerkens, wert ist, daß die auö der Armee hervorgegange- neu Landsturmmänner für besondere Dienst­zweige technischer Art auSgebildet wurden, b e - r e i t S j e tz t die Aufforderung erhalten haben, fich bereit zu halten.

W

Zwischen Krieg und Frieden.

In diplomatischen Kreisen wird immer noch mit der Möglichkeit einer Verständi­gung zwischen Oesterreich und Serbien gerech­net und es soll (wie verlautet) auch heute noch die Hoffnung bestehen, daß «in K o m p r o - m i 6 zwischen den beiden Staaten zustande- kommen werde. Daß man in Wien und Bel­grad weit weniger hoffnungsfreudig ist, zei­gen solgende Meldungen:

Wie«, 14. November-

Nach einer aus Triest hier einge­troffenen Meldung werde« bereits am Freitag 20000 Mann nach Dalmatien verschifft. Ihr Bestimmungsort ist «och nicht bekannt, doch ist anzunehmen, daß die Mannschaften über Dalmatten nach Bosnien und der Herzegowina ge­bracht werden sollen.

Belgrad, 14. November.

Herr N en ad o w itsch,ein Vetter des Kötttgs Peter, ist gestern nach Berlin abgereist. Er hat den Auftrag, die deutsche Regierung z« veranlasse», daß fie bei dem Wiener Kabinett dahin wirke, daß die Wünsche Serbiens be­züglich eines Adria-HafenSgrößeres Entgegenkommen finden möchten.

Ferner wird aus Belgrad depeschiert: Für morgen wird die Ankunft König Pe­ters in Belgrad erwartet. In seiner Beglei. tung wird sich Ministerpräsident Pafitsch befinden. Nach seiner Ankunft wird ein Mini- sterrat die endgültige Antwort an die öster­reichische Regierung beschließe«. Die Antwort

wird mit den verbündeten Balkanstaalen ver- emb-art werden. Ein Rückzug der serbischen Regiemng ist durch die bisherigen kategorischen Erklärungen sehr erschwert und ein Rachgebet Serbiens nach Lage der Sache fast unmög­lich geworden.

Die Schlacht bei Tschataldsch«.

Der Dalkankrieg vor der Entscheidung.

Der Krieg am Balkan geht der Entscheidung entgegen, die unzweifelhaft in dem Kampf um die Tfchataldscha. Linie fallen wird. Wie die neuesten Depeschen melden, sind di« Kämpfe zwischen Türken und Bulgaren in vollem Gange, und «s wird als Wahr­scheinlich erachtet, daß bereits heute oder mor­gen die Entscheidung fallen wird. Da beide Heere ungefähr gleich stark sind, dürste sich der Kampf besonders erbittert und blutig ge. statten. Die neuesten Nachricht« vom Kriegs­schauplatz melden:

Die Schlacht ist im Gängel

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Konstanttnopel, 14. November.

Auf der ganzen Tschataldscha-Lini« sind die Kämpfe im Gange, die nur we. nig vorbereitet sind. Die Bulgaren versuchten den Durchbruch auf bete südlichen Flügel nachts 6eim Lichte der Scheinwerfer, die Angriff« wurden aber bisher stets von den Türken z u > rückgewiesen. Gestern reisten vie, deutsche Offiziere nach der Front ab. Dagegen wurden sämtliche bisher in der Front kämpfende« deutschen Offiziere zurückberuf«« und dem KriegSmmisterium zugetttlt. Rach einer amtliche« Meldung aus Adrianopel hat- ten die bulgarischen Truppe« durch türkische Ausfälle einen Verlust von über ta». send Tote«, unter denen fich viele höhere Offiziere befinden. Alles hängt jetzt davon ab. ob es dem türkische« Komma«- bauten gelingt, die Stimmung und die Moral der Verteidiger zu heben. In dem Gebiet Tschataldscha-Konstanttnopel sollen fast zwei, hunderttausend türkische Solda- ten versammelt fein. Die Bulgare« dürften ebenso jrt sein. Hier wird nun in einer der größte« Schlachten aller Zeiten über bas endgültige Schicksal bet Türkei gerun. gen w eben.

Kampf seit drei ragen!

(Telegramm unsres Korrespondenten.) Sofia, 14. November.

Offiziell« Mitteilungen über bi« am Mon­tag begonnenen Kämpfe nm btt Tscha - taldscha-Linie fehle« noch immer, doch verlautet, baß bereftS ein hefiiger Artille, riekamps fich entwickelt hat. Der Aufmarsch brr bulgarischen Armee ist vollendet; der link« Flügel steht bet Sarbejlo nett der AngriffSttch- tung gegen DerkoS, der red)te Flügel bei St- livri gegen Tfchataldscha. Auf beiden Flügel« wirb bereits seit bret Tagen hartnäk- kig gekämpft, wobei eS auf beibeit Seiten große Verluste gibt. Der Hauptangrifs gegen baS Zentrum ber türkischen Stellungen wirb erst nach bem Eintreffen weiterer bulgari- scher Artillerieverstärkungen einsetzen, btt von Abrianopel herangezogen werbe«. Dtt Ort Tfchataldscha ist bereits zweimal von bat bul­garischen Truppen in Stürme« genom­men, bie hauptsächlich während bet Nachtstun. ben ausgeführt würben. Heute früh waren hier Gerüchte verbreitet, baß bie zwischen bet Türket unb Bulgarien eingeleittten FrtebenSver- hanblungen zu einem Ergebnis geführt hätten. Eine Bestätigung bet Nachricht liegt noch » cht vor.

WaffkAstiWand oder Friede?

(Privat-Telegram m.)

Konstantinopel, 11. November.

Hier ging gestern in bett späten Abendstun­den das Gerücht, die Pforte habe mit Bulga­rien einen Waffenstillstand abgeschlossen, der eine Woche dauern solle. Inzwischen wird bestätigt, daß die Regierung beschlossen hat, mit Bulgarien direkt über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Nazim Pascha hat Befehl et« halten, mit ben bulgarischen Generäle« in Verbindung zu treten. Ein Parlamentär ist bereits zu diesem Zwecke in das bulgarische Hauptquartier geschickt worden. Wie weiter ver­lautet, haben alle Mächte dem türkische« Vorschlag zugestimmt, daß fie die Balkanver» bündeten von dem türkische« Ersuche« um Ver­mittlung in Kenntnis setzen unb sich ertunbigen wollten, ob sie bereit wären, Bedingungen über die verhandelt werden könnten, zu stellen. Der Direktor deS Transportwesens im Kriegsminl. fterium hat gestern erklärt, daß man bereite ttb« dtt Ltuittlluva ba Feindseligkeiten ttb«*