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Hessische Abendzeitung
Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 284
Donnerstag, 7. November 1912
Fernsprecher 951 und 952.
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Reichtags-Wahl in Berlin.
Abgeordneter Dr. Kaempf wiedergewühlt!
Wie wir schon durch Aushang gemeldet haben, erhielten bei der gestrigen Reichstags-Ersatzwahl tot ersten Berliner Wahlkreise der Stadtälteste Dr. Kaempf (Fortschrittliche Volkspartei) 4888, Re- daktenr Düwell (Sozialdemokrat) 3840, Rechtsanwalt Ulrich (Konservativ) 587, Abgeordneter Erzberger («entrum) 174und der Pol. Nische Kandidat vier Stimmen- Zersplittert waren 12 Stimmen. Dr. Kaempf ist somit gewählt. Das Schicksal hat es mit Herrn Johan- NesKaempf, StadtältestemderReichIhaupt- i stabt. und freiwillig vom Amt zurückgetreinem PrLstdenten des Deutschen Reichstags, freunvlip» gemeint: Der Wachlkreis, dessen Manidat ihm Lei der Wahl in den Wintertagen eine Mehrheit von nur sieben Wählerstimmen erbrachte, ist bei der gestrigen Nachwahl unbe- strittner Besitz der Fortschrittlichen Voltspartej geworden; im ersten Wahlgang hat Johannes Kaempf gesiegt und der Gegenkandidat her Sozialdemokratie, der in der letzten Stichwahl nur sieben Stimmen weniger als Kaempf erhielt. ist diesmal in der Sttmmenzahl weit hinter dem Fortschrittler zurückgeblieben. Kaempfs gestriger Sieg bedeutet also auch einen politischen Erfolg der Fortschritts- P a r t e r in Berlin, denn der Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen von 4408 bei der Hauptwahl am zwölften Januar auf 3840 im gestrigen Wahlgang, also um beinahe sechshundert Wählerftimmen ist zu stark, als daß Zufalls-Momente ihn herbeigeführt haben könnten. Di« Zunahme der Stimmenzahl für Kaempf dürfte in der Hauptsache darauf zurückzuführen fein, daß die Demokratische Vereinigung, die bei der Hauptwahl im Januar einen eignen Kandidaten (Len bekann- ten frühern Oberst Gädke) ausgestellt hast«, diesmal zugunsten des freisinnigen Kandidaten von der Aufstellung einer demokratischen Sonder-Kandidatur abgesehen hat und offenbar zum großen Teil für Kaempf zur Wahlurne geschritten ist. Ein Vergleich der Wahlreful- tate des gestrigen Tages mit denen der Haupt- wähl im Januar und der dann folgenden Stichwahl ergibt ein Politisch nicht uninteressantes Bild: Bei der Hauptwahl
am zwölften Januar hatten nämlich erhalten: Kaempf 4657 Stimmen, Düwell 4408. Oberst a. D. Gädke 1395, Kaufmann DhomaS (der Kandidat der Wirt- fchaftlichen Vereinigung) 482, Graf Oppersdorfs (der ZentrumS-Kvndidat) 169 und der polnische Kandidat 37 Stimmen, während sieben Stimmen zersplittert waren. In der Stichwahl hatte dann Kaempf mit 5586 Stimmen gegen Düwell gesiegt, auf den nur 5579 Stimmen entfallen waren. Die Beteiligung an der Nachwahl war also (wie sich aus einem Vergleich der Zahlen ergibt) gestern eine wesentlich geringere als bei den Januarwahlen; stehen doch den 11155 Stimmen bei der Hauptwahl und 11165 Stimmen bet der Stichwahl nur 9605 Stimmen bei der Nachwahl gegenüber. Wenn die Stimmenzahl der Sozialdemokraten sich gegenüber der Wahl vom zwölften Januar um 568 vermindert hat, v- so wird man von einer „Dämmung der So- zialdemokwtie" nicht gut sprechen können; vielmehr wird der Rückgang der Stimmen sich zumteil durch den bei Nachwahlen vielfach beobachteten geringer» Elan erklären lassen. Die rund zweihundert Stimmen, die Dr. Kaempf mehr erhielt als im Januar, rühren wohl überwiegend von ehemaligen Anhänger« des Herrn Gädke her. In Berlin wurde das in den Abendstunden durch Extrablätter verkündete Resultat der Wahl (wie uns ein Telegramm unserS Korrespondenten meldet) mit großer Genugtuung ausgenommen. Es ist auch schon um deflentwillsn als erfreulich zu begrü- ßen, weil dem Reichstag nun wahrscheinlich die Qual einer erneuten Präsidentensuche erspart bleiben wird. Die Liberalen werden nämlich, wie verlautet, dafür eintreten, daß Herrn Kaempf von neuem die Präsidenten- würde des Reichstags übertrage« wird, und so wäre dann die Möglichkeit gegeben, eine Wiederholung der üblen Szenen, die die Präsidentenwahl in den Märztagen heraufbeschwor, diesmal zu vermeiden. -an.
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Die PrSfidenten-Wahl.
(Von unserm parlamentarischen Mitarbeiter.) Berlin, 6. November-
Wenn der Reichstag Ende November seine Arbeite« wieder aufnimmt, wird auch er
(wie das preußische Abgeordnetenhaus es bereits getan hat) einen neuen Präsidenten zu wählen haben. Die Sachlage ist diesmal nicht so verworren, wie sie zu Anfang der Session des neuen Reichstags war. Zur Klärung haben vornehmlich zwei Umstände beige- tragen. Erstens: Die Ausscheidung des Sozialdemokraten aus dem Präsidium. Das bisherige Präsidium war rein bürgerlich, und auch das neue Präsidium wird rein bürgerlich bleiben, da ja die Sozialdemokraten selbst keinen Anspruch auf das Amt des ersten Präsidenten erheben. Zweitens: Die Wahl des Grafen Schwerin - Löwitz zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses. Damit hat Graf Schwerin endgültig auf eine neue Kandidatur für das Präsidium im Reichstag verzichtet. Das ist wesentlich, denn bei allen Präsidentschasiserörterungen im Reichstag stand immer noch Graf Schwerin als
Kompromißkandidat im Hintergrund.
Infolgedessen verzichten aber wohl auch die Konservativen darauf, den Präsidenten im Reichstage zu stellen. Die Nationalli- beralen und viele Mitglieder anderer Parteien würden gern den Prinzen Schönaich- Carolath als Präsidenten sehen, aber der Prinz ist seit langem kränklich und will nicht kandidieren. Und dann müßte man auch auf Dr. P a a s ch e als Vizepräsidenten t^rzichten. Die Fortschrittler werden, nachdem Dkl Kaempf nun wieder gewählt worden ist, ihn abermals zum Präsidenten anbieten. Wahrscheinlich wird die ganze Linke dafür eintreten. Das Zentrum aber wird wieder Dr. Spahn präsentieren, der ja jetzt, da der Sozialdemokrat Scheidemann ausgeschieden ist, keinen Anlaß hat, dem Präsidium fernzubleiben. Da die Mehrheitsverhältnisse im Reichstage ziemlich verwischt sind, wird es also auf eine Kraftprobe ankommen, bei der eine oder zwei Stimmen den Ausschlag geben können. Nach "Lage der Sache erscheint indessen eine Wiederwahl Kaempfs als Präsident durchaus noch nicht als sicher. »wo
Berliner Diplomaten Rendezdons.
Sa« Giuliano mit dem Schwarzen Adler.
Die Anwesenheit des italienischen Ausland- Ministers, Marquis di San Giuliano, in Berlin scheint tatsächlich mit wichtigen politischen Unterhandlungen zwischen den Dreibund - Mächten in Zusammenhang zu bringen zu sein. Gestern abend wurde der Minister im Neuen Palais vom Kaiser empfangen, der mit San Giuliano eine längere Unterredung batte. Im Verlaufe der Unterredung überreichte der Kaiser dem Minister den Schwarzen Adlerorden. Um acht Uhr fand beim Kaiservaar Diner statt, an dem auch San Giuliano teilnahm, liebet den Inhalt der Berliner Besprechungen erhalten wir( in Uebereinstimmunq mit den Mitteilungen unsers Berliner politischen Mitarbeiters in dem Arttkel „Die Teilung der Türkei?") folgende Meldungen:
Dretbund-Balkanpläne.
(Privat-Telegram m.)
Berlin, 6. November-
Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, bildet Albanien den Hauptpunkt der Besprechungen mit dem italienischen Minister des Neußern in Berlin. Es werden Mittel und Wege erörtert, wie Albanien zu einem selbständigen Fürstentum zu gestalten sei. Vorbedingung einer solchen Gestaltting wäre natürlich eine Einigung zwischen Italien und Oesterreich- Ungarn. Diese soll aber so gut wie erzielt sein. Die Balkanstaaten selbst können in dieser Frage nicht in Betracht komme«. Unter ihrer eignen Devise „Der Balkan den Balkanvölkern" hätten sie keine Ursache, sich in die albanische Frage zu mischen. Rach einer andern Privatmeldung hat der französische Botschafter C a m b o n die Erwiderung Deutschlands auf den Poincarösschr« Vorschlag mit den Worten zur Kenntnis genommen: „Aber Sie lassen ja die eigentliche Frage (nicht interessiert sein in territorialer Beziehung) unbeantwortet!" Darauf soll K i- dcrlen.Waechter gesagt haben: „Das erklärt sich eben durch den Lauf der Ereignisse."
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«ine europäische Konferenz?
Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Bukarest: Ein hiesiges Blatt erfährt aus autorisietter Quelle, daß die Petersburger Regierung eine Note Poincarös erhielt, worin dieser die schleunige Ei"berufung einer europäischen Konferenz vor- Ichlägt. Rußland habe den Vorschlag angenommen und fordert, Rumänien solle an dieser Konferenz teilnehmen.
Die „Grüße des Kaisers".
AuS Sofia wird uns telegraphisch fitmel. bet: Beim Empfang des deutschen Militär- Attachös durch König Ferdingnd iw bul
garischen Hauptquartter beglückwünschte der Attache den König und fügte nach der Schilderung eines anwesenden Deputietten hinzu: Er sei von Kaiser Wilhelm beauftragt, dem Könige die Grüße des Kaisers zu überbringen.
Präsident Woodrow Wilson.
Der neue Präsident der llnio«.
Die gestrige Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten hat (wie zu erwarten stand) mit dem Siege des demokratischen Kandidaten Dr. Woodrow Wilson geendet: Tast und Roosevelt sind in der Versenkung verschwunden und der demokratischen Politik eröffnen sich im Riesenreich der nordamerikanischen Union neue Bahnen. Die Beteiligung an der Präsidentenwahl hat diesmal alle Rekorde geschlagen, und noch nie zuvor war das Interesse am Ausgang des Wahlgangs so lebhaft als grade jetzt, wo es den Kampf zwischen Roosevelt, Tast und Wilson galt, lieber das Ergebnis der Wahl gehen uns folgende Privat- Depeschen zu:
Rewhork, 6. November-
Dr. Wilson ist mit 302 gegen 260 Stimmen zum Präsidenten der Vereinigte« Stauten gewählt worden. In Ohio schlug er Taft und Roosevelt. Zum Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten wurde der Gouverneur Thomas King-Marshall aus dem Staate Indiana mit überwältigender Stimmen- mehrheit zum Präsidenten gewählt.
Rewhork, 6. November-
Die gestrigen amerikanischen Hauptwahlen zur Präfidentenschaft haben alle bisherigen Rekords geschlagen. Es wird berichtet, daß nahezu sechzehn Millionen Wähler abge- stimmt haben, darunter allein fünfhunderttausend aus den westlichen Staate«, in denen die Frauen gleiches Stimmrecht wie die Männer besitzen.
Rechtsanwalt, Akademiker, Präsident.
Mit Dr. Woodrow Wilson besteigt Bersten Mal seit Buchanans Präsident- t und fett dem amerikanischen Bürgerkriege ein Südländer den amerikanischen Nräsi- derttenstuhl. Es ist auch in der Geschichte der Vereinigten Staaten das erste Mal, daß ein ehemaliger Universitäts-Präsident (Dr. Wilson stand jahrelang an der Spitze einer der bedeutendsten amerikanischen Hochschulen, der berühmten Princeton-Universttät in New-Jersey) Oberhaupt der Vereinigten Staaten wird. Noch vor zehn Jahren wäre die Wahl eines Gelehrten für die Präsidentschaft unmöglich gewesen: Man hätte den ,Schulmeister" einfach zu seinen Büchern zurückgeschickt. Dr. WUson ist in Staunton, Virginia, geboren und hat an verschiedenen Universitäten der Südstaaten studiert. Er begann seine Laufbahn als Rechtsanwalt in Atlanta im Staate Georgia. Es erregte seinerzeit großes Aufsehen, als Dr. Wilson zum Gouverneur von New-Jersey erwählt wurde. „Wie kann ein Mann der Wissenschaft (so fragte man damals),
ein Theorethiker,
der den realen Dingen fremd gegenübersteht, sich auf einem solchen Posten erfolgreich betätigen, und wie war es möglich, daß in einem Staat wie New-Jersey, in dem die Herrschaft der Truste so gewaltig ist, ein Akademiker überhaupt gewählt werden konnte?" Es zeigte sich aber bald, nachdem Dr. Wilson sein Amt angetreten hatte, daß man es mit einem energischen. zielbewußten Politiker zu tun hatte Er verstand es, den politischen Machthabern in New-Jersev, die seine erbittertsten Gegner waren, entgegen zu treten, und seinem energischen Vorgehen ist es auch zuzuschreiben. daß einer der größten Trustanhänger, der Milliardär Smith, der für den Senatsposten der Vereinigten Staaten kandidierte, nicht gewählt wurde. Durch seine jetzige Erwählung zum Präsidenten ist Wilson, mit Ausnahme Clevelands, der erste Demokrat, der in den letzten fünfzig Jahren das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten innehat. Wilson ist fortschrittlich und doch konservativ in vielen seiner Ansichten. Er ist ein bedeutender Redner, ohne jemals impulsiv zu sein. WaS man als Staatsmann von ihm zu halten hat, wird er bald durch die Wahl seiner Mitarbeiter zeigen.
Wilson über seine Politik.
(Privat-Telegramm.)
Rewhork, 6. November-
Wilson wurde gestern abend nach der Wahl von einem Zeitungsvertteier über seine politischen Ziele befragt und erklärte, daß seine Politik das Ziel verfolge, den Trusts und dem Zolltarif den Krieg zu erklären. Hierauf werde er sich dem Arbeitergefetz zuwenden, das in Amerika noch sehr im Argen lieae. und sodann den ftskalischen un - Feld
gesetzen. Der Präsident bemeitte im weiteren Verlauf der Unterredung: Für unsere Farmer muß alles getan werden, was im Interesse der Landwirtschaft erforderlich ist, und der Äckerbaukredit, der in Frankreich in so hoher Blüte steht, muß auch bei uns eingeführt werden. Was die Finanzreformen anbelangt, so werden wir versuchen, sie in kürzester Zeit auszuführen. Hinsichtlich der aus Nur r - tigen Angelegenheiten kann man sicher fein, daß die Vereinigten Staaten- an ihrer loyalen und fr i e d l i ch e n Politik auch in der Folgezeit festhalten werden, und daß die uns vorliegenden internationalen Probleme in dem Sinne weitestgehender Ge». rechtigkeitsüralle gelöst werden.
Sie Teilung der Türkei?
Die sterbende Türkei und die Mächte; Drei« bund und Balka« - Problem; die Türkei bittet um Friedensvermittlung der Mächte!
Daß die Türkei kriegsmüde ist und den Frieden wünscht, wird jetzt auch durch eine deutsch-offiziöse Kundgabe bestätigt. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung hat in ihrer gestrigen Nummer folgende Mitteilung gebracht: Der türkische Botschafter hat am Montag dem Auswärtigen Amt das Ersuchen seiner Regierung mitgeteilt, auf Einstellung der Feindseligkeiten hinzuwirken und damit den Frieden vorzubereiten. Darauf ist ge- anttoortet worden, die deutsche Regierung würde bereit sein, den Wunsch an die Regierungen der gegen die Türkei Krieg führenden Staaten weiterzugeben, wenn auch die anderen Großmächte hierzu geneigt seien. Allerdings stände es bei den Regierungen der Krieg- f ü h r e n d e n, ob sie auf den Wunsch eingehen wollten ober nicht ..." lieber die Stellungnahme des Dreibundes zur Frage des Friedensvermittlung wird uns von unterrichteter Seite mitgeteilt:
Der Dreibund und Albanien.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Berlin, 6. November.
Wie ich von bestorientterter Seite erfahre, hat die österreichische Regierung in Berlin und R o m zur Regelung der staats- und völ- krrrechttichen Stellung deralbanischenNa- tion die Autonomie Albaniens vorgeschlagen. In Rom und Berlin hat man sich mit diesem Vorschlag einverstanden er- klärt und zwar schon vor einigen Tagen. Diese Tatsache erllärt es, daß nunmehr die österreichischen offiziösen Blätter von den Serben energisch die Beendigung ihres Borgehens auf dem Balkan forderten und ihnen vor den Grenzen Albaniens ein deutliches „Halt!" zu- riefen. Da die albanestschen Grenzen tatsäch- lich aber nicht fest umschrieben sind, ist man jetzt am Wiener Ballplatz damit beschäftigt, ein tunlichst korrektes Bild des künftigen albanefi- schen Staatsgebietes zu entwerfen. Es kann kein Zweifel sei«, daß die österreichische Diplomatie dabei Schwierigkeiten gegen- überSerbienundMontenegro haben wird, da diese beiden Länder zur Zeit gerade dabei find, ihre Tnippen auf Nordalbanien Beschlag legen zu lassen, während für den künftigen albanestschen Staat gerade Nordalbanien der wesentlichste Teil sein würde. Aus diesem Grunde wird die albanesische Frage vermutlich die Quelle «euer Schwierigkeiten werden; es ist aber ficher, daß Oesterreichs Haltung sich hierin vollkommen mit der Italiens und Deutschlands deckt. Ter Dreibund geht in dieser Frage geschlossen vor.
Lepeschen vom Kriegsschauplatz.
Nene Türken-Niederlage bet Tschorlu!
(Telegramm unsres Korrespondenten.)
Kirk-Kiliffe, 6. November. .
Die Verfolgung der türkischen Haupt- armee durch die Bulgaren wird fortgesetzt. Die Offensive erfolgt in zwei Hauptrichtungen: Eine südliche Armeegruppe bringt in der Rich, tung über Tschorlu vor, während der zweit« Vorstoß über Berat und Strandza erfolgt. Die südliche Truppe hat die türkische Rachhutstel. lung bei Karifchdiran und Geceler, sowie bie sspäter vereinigten türkischen Truppen hin ter dem Ergenefluß durch gleichzeitigen Front- angriff über den Haufen gerannt und die Türken in wilder Flucht bis hinter Tschorlu zurückgeworfen. Das ungestüme Nachdrängen der Bulgaren scheint neuerdings starke Stauungen und vermehrte Verwirrung unter den türkischen Truppen hervorgerusen zu haben, denn trotz der großen Gefahr, durch die bulgarischen Rordtruppen in der rechten Flank« umgangen und abgeschnitten zu werden, hatten starke türkische Streitträfte hinter Tschorlu StelhML^nMunen. wo sie von den Bulgaren