Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 279,
Freitag, 1. November 1912
Fernsprecher 951 «nd 952.
Deutsche zuIunst-Probleme
Kriegsdepeschen
eiben
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ieren
heim
Die Ztveitage-Schlacht.
Hinter den Balksn-Kvliffen
Wir erhallen
Wilhelmftraße-gntimMen.
Warn« wir vom Balkan nicht» wußten!
Wir halben dieser Tage in ttrtfetm Leitartiketz »Ballaw-Ampressionen^ auf die deftemdAche
den, ohne
Die verwaiste Gesandtschaft.
(Von unsenn Korrespondenten.) Berlin, 31. Oktober.
Kriegsberichte ans Sofia.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Türkische Sieges-Depeschen.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Konstantinopel, 31. Oktober.
Telegramme ans Konstantinopel melden «nsr Amtlich wird folgendes Telegramm des Generals Nazim Pascha von gestern an das Grotzvezirat bekannt gegeben: Der gestrige Offenfiv-Borstotz bei Wisa hat mit dem Beistand Gottes mit einem große« Siege für «ns geendet. Die Flankendivifion des Feindes mußte fich bei Schon- gora zurückziehen; auch die Frontdivifion des Feindes wurde zur Flucht gezwungen. Wir hatte» achthundert Tote und Der« wundete. Auch bei Adrianopel find die Türken auf dem Vormarsch.
Rach einer Privatmeldung des Ikdaty marschierte bte türkische Ostarmee bei Wisa in nördlicher Richtung vor. Der Feind wich ohne Widerstand zurück. ES kam zu keinem ernsten Zusammenstoß. Bor den Befestigungen Adrianopel» find Dorpostengefechte im Gange. Der Verlust der Bulgare« ist groß. Fünfundzwanzig Bulgaren wurden kriegSgefangtn. Ein bulgarischer Aeroplan wurde bei Adrianopel, als er vierhundett Me. ter hoch flog, von der türkischen Artillerie heruntergeholt. Der Jeni Gazette zufolge kam eS gestern auch östlich von Kick-Kiliffe zu einem größeren Gefecht zwischen einer türkischen und einer bulgarischen Division. Letztere hatte größere Verluste. Ihr« Kavallerie wurde ver. nietet DaS Gefecht dauert fort, ebenso um Adrianopel. Der Kampf östlich auS Adrianopel dauert seit gestern vormittag ununterbrochen an. Die Entscheidung steht bevor. Sie ist am östlichen FWgel zu ermatten. Sowohl Tür. tat als auch Bulgaren setzen ihre ganzen Kräfte ein. Die SchlachMnie ist etwa fiebzig Kilometer lang. Die Türken ftatb an Infanterie überlegen, an Artillerie find beide Gegner ziemlich gleich.
(Telegramm unsres Korrespondenten.) » Sofia, 31. Oktober.
Sofia, 31. Oktober.
Die bulgarische Hauptarmee hat gestern nach einem entscheidenden Steg am westlichen Flügel Lüle Burgas besetzt und ist in der Verfolgung der tückischen Streitkräfte zwanzig Kt. lomcter weiter biS Muratti vorgedrungen. Nach den im Kriegsministerium vorliegenden Meldungen erwartet man, daß heute auf der ganzen Linie die Entscheidung fallen wird. Nach einer Mitteilung des bulgattschen Generalstabes ist die Entscheidung in der seit Sonntag währenden großen Schlacht im G«. biete der Maritza und des Ergenefluffes durch einen bulgarischen Flankenangriff bei Baba Eski mw Havas herbeigeführt worden. Der Ring der bulgarischen Streitkräfte reicht von hier bis zu de« Höhe« des Strandsa im Osten, wo numerisch überlegene tür. kische Truppen das Vordringen der bulgattschen Truppen bisher aufgehalten haben. Was die Umzingelung von Adrianopel bttrifst, so wird angegeben, daß ein allgemeiner Sturm vorläufig unter, bleiben muß«, da die bulgattschen Streit, kräste vor Adrianopel gegenwärtig zumeist aus Landsturmformationen bestehen, die numettsch schwächer find, als die Belagerten, doch werde« Ausfälle immer wieder abgewiesen. Lei Ma- rasch wurde heftig gekämpft, die Tücke« zogen sich schließlich zurück. Die bulgattsche Heeresleitung ist bestrebt, die Türken am Ergenefiutz zurückzuhalten, um die endgülttge Entscheidung herbeizuführen. . J
!Pfg. auch, rdcn, iiser.
Rach zweitägigem erbitterten Kampfe hat die bulgarische Armee gestern einen voll, ständigen Sieg über die tückische« Haupt,
Seit Dienstag mittag soll nun die nach dem Fall von Kick-Kilssse unvermeidliche Entscheidungsschlacht am südwestlich ge. richteten Oberlauf des Ergene fct'on im Gange sein. Da die Nachricht aus Konstantino- vel kommt, wird natürlich hinzugefügt, die Türken feien im Vorteil. Aus bulgarischer Quelle verlautet dagegen, daß die Bulgaren einen entscheidenden Sieg erfochten und die Tücken auf der aanzen Linie zurückgedrängt basten. WaS tatsächlich geschehen ist, läßt sich also aufgrund der beute vorliegenden Meldungen noch nicht feststellen; sicher schttnt jedoch zu fern, daß der Yalkankriea an seinem ent- scheidenden Punkt angelangt ist!
Me eS k a m, daß wir von den kriegerisches Vorbereitungen der Ballanmächte nichts erfahren haben, das läßt sich jetzt unschwer Übersehen. Die entschttdende« ZusammenWnf. te, in denen zuerst di« Pläne für das gemein- same ktteg«rische Borgehen geschmiedet wuk. de«, fanden im Frühjahr i« Athen statt. Tie Fügung der Zusammenhänge wollte «8 nun, daß damals unsere diplomatische Bettre- timg in Athen wochenlang verwaist war. Man entsinnt sich, daß unser damalig« Dertret« in Athen, der Gesandte Freiherr vonWangenheim war. der in jener Zeit sechs Wochen als Gast des Kaisers auf der In. srl K o r f u weilte. Auch schon v o r der Ankunft deS Kaisers in Korf« konnte fich He« von Wangenheim nicht dauernd in Athen aufhalten, da er einen Teil der BorbertttungSarbeite« für den Besuch des Kaisers auf Korfu zu überwachen hatte. Da mm die übttgen Mitglieder des deutschen diplomatischen Korps tat Griechenland durch die Abwesenheit des Freiherr« vo« Wangenhttm selbst mit Arbeite« überlastet waren, so entging ihrer Auf. merksamkeit jener Teil de« Borgänge in ihr« Umgebung, die ihnen hätten verdächtig Vorkommen müssen.
: scheu Regierung stand im Balkan-Handel «in.treuer Larner rur Settejwii dttn Le 66tt*
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gnferttottfpretf«! Di« sechs,«spalten« Zelle fte etnhelmtsche Lischest« 15 Pfg., für au«, roärttg« Inserate 26 Vf, Reklam«i«tle für etahetmtsche Geschäft, 1» Pf, für surwLrttge Seschäft« 60 Pf. Beilagen für bt« Gesamtauflage werden mtt 6 Mark pro Tausend b«. rechnet. Wege» ihrer dichte» Verbreitung in der Residenz und der Umgebung sind di« Lasseler Neuesten Nachrichten et» vorzügliche« Jnserttonsorzan. ««chäMstelle-. liölatsche $tra6e 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzpla» 67«.
päischen Großmächte über die GMviicklung der Dinge am Balkan Hingewi essen und daran erinnert, daß btt Baltankrssea Europa ebenso überrascht und überrumpelt Bat, tote seines eit der Ausbruch des russisch-japanischen Krieges. Sicher ist jedenfalls, daß man in der Berliner WMessmstraße nicht wußte, wie rasch die Verbündeten Balkanstaaten in ihren Erwägungen und Projekten zur kriegerischen Realpolitik übergehen würden. Wir erhalten dazu heut« folgende authentische Informationen:
2te Casseler Neuesten Nachrichten erschein« wochenMch sechsmal und zwar abend«. Ter Ldonnement«vrei« beträgt monatlich 60 Pfg. bet freier Zustellung t»« Hau«. Bestellungen werd« fwerzeÄ von der Geschäftsstelle »der den Boten entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Redattton: Schlachthofstraße 28/80. Sprechstunden der Redaktion nur von 7 bi» 8 Uhr abend«. Sprechstunden der Autkunft - Stelle: Jede» Mittwoch und Freitag von 6 bis 8 Uhr abend«. Berliner Bertretung: SW, Friedrichs«. 16, Telephon: Amt Mort,pla, 676.
nicht als alarmierenden Kriegsruf wider eine bischer als ehrwürdig geachtete deutsche Natio- nal-Traditron, sondern als Appell a« das nationale Gewissen betrachtet wissen will, der in einer Zeit erfolgt, in der die Mahnung zu Ruche und Besonnenheit doppelt geboten. Wer die wirtschaftlichen Statistiken über die Lebenshaltung «nd die Erwerbsmöglichkei- ten der mitt lern und untern Bevölkerung sNasse-n (die in der Hauptsache die Träger der stacken Bevökerungszunachme sind) mit denen der Vermehrung der Volksgemeinschaft vergleicht, wird unschwer erfennien, daß hier ein krasses Mißverh ältniS besteht, dessen sichtbare Wirkungen sich im sozialen Elend weiter DMAschichte« offenbaren.
Was nutzt es dem Reich und der Nation, daß Jachr um Jahr die Bevölkerung sich um viele Hunderttausende von Seelen vermehrt, wenn unterm Druck der soziale« Not der Nachwuchs verkümmert, wenn die E r zi e. h u n g der für die Zukunft heranreifenden Generation von Sorge und Rümmer, vom harte« Kauchf ums Dasein und vom Zwang, der gro. 6en Masse das Wohl des Einzelnen zu opfern, beeinträchtigt wird? Wo bleibt die v öl lisch« Kraft und die Wahrhaftigkeit der Nation, wenn der Nachwuchs zwar gewaltig an Zahl, alber dürftig in seiner geifrigen und körperlichen Entwicklung ist, und was soll aus den Millionen werden, die bttm Fortdauern des bisherigen schnellen Tempos der Bevölkemngszunahme in zwanzig oder dreißig Jahren den Uebeisschuß der Dolksvermehrung darstellen werden, wenn nicht, gleichen Schrttt haltend mit der Zunahme der Bevölkerung, auch die wirtschaftlichen Verhältnisse tt- ne entsprechende Verbesserung erfahren? Das alles sind Fragen, die ehrlich« Anteilnahme am Schicksal der deutschen Nation nicht leichtfertig mit dem Hinweis auf die »EntwicklimgNmög- lichkeiten der Zukunft^ abtun kann, beim schon der heutige Stand unsrer wirtschaftlichen Entwicklung offenbatt deutlich die Schäden, die die allzu schnelle Zunahme der deutsche« Mil- lionen-Bevölkerung am Volkskörper sowohl wie an der wirtschaftlichen Einheit der soziale« Gemeinschaft herausbcsschwormhat. Geheimrat Elsters Mahnruf .Nicht Quantität, sonder» Qualität des V-SkszuwachseSff darf als» als im Interesse der Nation gebotne Kundgabe ehrlicher und wirklicher Eckenntnis geschätzt werden i F. H.
Ein Appell a«S nationale Gewissen.
I« der Eröffnungssitzung deS diesjährige« Winteckurfus für staatswif. fenschastliche Fottbildung in Berlin behandelte gestern das bekannte Mitglied des KultusministettumS, Ge- heimmt Elster, das Bevölkerungsproblem unter besonderer Berücksichtigung des Geburtenrückganges in Deutschlaiw. Er bttonte, daß hervorragende Volkswiri- fchaftler ttne ständige große Bevölle- rungszunahme nicht immer als ttnen Segen für die Ration angesehen haben. Mit dem Dogma des Segens der großen Kinderschar müsse allmählich gebrochen und lieber dafür geforgt werden, daß eine kleinere Schar in geistiger, sittlicher und körperlicher Hinsicht besser erzogen werde.
Endlich ein erlösendes Wort, eine Mahnung an Vernunft und Gewisse«, ein Ruf zur Umkehr vo« einem Weg«, de« kurzsichtiger Rational-Fanatismus im Dunkel phantasti- cher Irrungen beschritten. Vor einigen Woche«, als der Kriegslärm am Balkan noch nicht Ohr und Nerve« der Knlturwelt in seine« Bann gezwungen, ginge« durch die deutsche Presse Mitteilungen über ein« „drohende neue national« Gefahr", über „ein am Weg zur deutsche« Zukunft lauerndes Unheil" unb über „sichtbare Merkmale ttnes Mckgangs deutscher VoMkvaftft Die Hiobspost leitete ihren Ursprung auf die Feststellungen eines Statistikers zurück, der aus den Tabellen der Bevölkerungsbewegung in Deutschland ermittelt hatte, daß feit zwei Jahren ei« Rückgang in der deutsch«« Geburtenziffer zu konstatieren sei. woraus geschloffen werden dürfe, daß in der Zukunft die deuUche Na tion sich nicht in dem Matze vermehren werde, als e« M316er gofcheihen. Inzwischen ist nun festgestellt worden, daß der Rückgang der Geburtm- ziffer «Mn allein in Deutschland erkennbar wird, sondern auch in allen übrigen Ländern, die sich der gleichen DolkSkultur erfreue«, tote wir sie im Kampf mit Vergangenheit und Primitivität uns erstritten haben. Mo« kann daS Sinken der Geburtenziffer also gewissermaßen als eine Kultur» Erscheinung gelten lassen, die überall da merkbar wird, wo die vMische Entwicklung einen bestimmte« Groh kulturellen Aufstiegs erreicht hat.
Die Bevölkerung des Deutschen Reichs hat sich tat de« letzten vierzig Jahren mit einet Schnelligkeit vermehrt, die in den Ländern ohne eigentlichen Einwanderungs-Zufluß fast ohne Beispiel dasteht: De, jährliche BevSlke- rungSz «wachs erdolchte tot letzten Dezennium fast die Ziffer von einer Million Seele«, und es galt bisher alS Grundsatz vaterländisch gestimmter Wirtschasts-Dogmatik, grade in diesem enormen Anschwellen der Bevölkerungsziffer den Bewtts ungebrochner und unerschütterter deutscher Volkskrask zu erblicken. Unter die. fen Umständen war's nicht verwunderlich, als anläßlich der Feststellung eines allmähligm Ge- burten-MckganigS Me nationale Sorge erwach, te und ängstliche Seele« bereits um des Vaterlandes Zukunft hängten. In der Berliner Ta. gung der Anthropologischen Gesellschaft nannte der Geheimrat vo« Luschau den Rückgang in der Geburtenziffer sogar eine .schwere nationale Gefahr' und fühlte sich verpflichtet, die Volksaufflärung als Retter im Kampf gegen das uns drohende Unheil aus den Plan zu rufen. Daß Deutschland h « u t s ch o n die Folgen einer Uebervölkerung fpütt, daß seine wirtschaftliche Entwicklung und immer weiter vordringende Industrialissieru«g mit der schnellen Mehrung der Bevölkerung nicht gleichen Schritt gehalten hat, und daß eben aus diesem Mißverhältnis heraus schwere soziale Schäden emporgewackse« sind: Das haben uns die »Retter der Nation" im Kampf um den Segen der großen Kinderschar nicht erzählt!
Nun tritt ein Mann von der unantastbaren wissenschaftlichen Autorität des Geheimrats Elster vor's Volk und erklärt, ohne Pathos und unnütze Ereiferung, dem Dogma vom .Segen der großen Kindevschack den Krieg. Weist auf die Urteile anerkannter volkswirtschaftlicher Kapazitäten hin, die de« Wett eines starken Bevölkerungszuwachses schon früher bestritten und stellt der vom nationalffttschen Fanatismus gepredigten Lehre vom reiche« Kindersegen, dem »Grundpfeiler deutscher Zukunfts-Hoffnung' die andre entgegen, di« ihr Ideal und ihr Ziel nicht in der Millionenzisser deutscher Volkheit, sondern tat der HeranbiLdung eines deutsch-kernigen, körperltchund geistig gesunden Nachwuchses erblickt. Geheimrat Elster gehört zu den Paladinen des preußi. fchen Kultusministeriums: man darf also •un
ter Unordnung zurückgezogen. Lüle Burgas ist von den Bulgaren eingenommen worden. ES wird hinzugefügt, daß die Bulgaren bis Muratei vorgerückt sind, von wo aus ihre Kavallerie. Patrouillen bis anö M a r m a r a - Meer streifen. Die Lage in Adrianopel wird durch den Tagesbefehl charakterisiett, der im bulgarische« Generalguartier auSgegeben wurde und in dem es heißt, daß alle vo« der Türkei unternommenen Ausfälle zurückge- schlagen worden sind. Adrianopel wird statt beschossen und so um so mehr leiden, als die Stadt eine große Zahl von Flüchtlingen enthätt, die dort Schutz gesucht hatte«. Die Tütten wehren fich tapfer, aber der AuSgang ist nach hiesiger Ansicht nicht zweifelhaft; man Höri sogar aus angeblich gut unterrichttter Quelle, daß die Pforte versucht habe, in Verhandlungen über einen Friedensschluß mit Bulgarien einzutreten, da sie eine Ritoerlage der Hauptarmee befürchtet. Bulgarien werde aber das Ersuchen ablehnen.
Das Bombardement Adrianovels.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Zagora, 31. Oktober-
Fn der Rächt zum Mittwoch, gegen halb zwei Uhr, begann daS Bombardement von Adrianopel durch die in Position gebrachten Kruppgeschütze von ben Höhen bei Meierhos Ekmekdschiköj auf die modernen türkischen Wette der Rordwestfront von Adttano- ptt. Die Tütten erwiderten daS Feuer nur schwach. Die gnn$e Rächt hindurch erfolgte der Anmarsch neuer bulgarischer Truppen, lauter Reserveformattonen, die nicht einmal Uniform befftzen, sondern tat ihrer ländlichen Tracht etatgereiht, doch mit Mannlicher Gewehren, Bajonetten und Patronentaschen versehen find. Die Haubitzen und Feldgeschütze rückte« unter dem Schutze der Nacht tat natürliche Deckungen und begänne« um acht Uhr morgen« ein lebhaftes Bombardement, das bi» gegen zehn Uhr vor- mittags dauerte. Sodann begann das Dor- rücke« der Infanterie, der Angriff der bulgarischen Armee. Rach einem entscheidenden Erfolg am Westffügel drangen die bulgarischen Trup- Pen mtt Ungestüm vor, während fich die tückischen Truppen tat großer Unordnung auf das Zentrum bei Tschorl« zuriickzogen. Man rechnet für Donnerstag oder spätestens Freitag mit der Entscheidungsschlacht vor Adrianopel, da nunmehr die bulgarische« Truppen vollständig konzentriert find.
Eine Niederlage der Griechen?
(Telegramm unsers Korreft^ndenten.)
Saloniki, 31. Oktober-
Verstärkte türkische Kolonne« find gestern in südlicher Richtung vorgerückt und haben die griechische« Streitkräfte bis über Serfidje in die Flucht geschlagen. Die Regierung hat die flüchtigen Staatsbeamte« von Kotschana und Kayalar aufgefotoert, schleunigst auf ihren Posten zurückzukehren AuS Monastir wird berichtet: Dax FreiheitShckd Niatzi Bep zieht an der Spitze albanesifcher Freiwilliger in den Krieg. Es verlautet ferner, daß drei griechische Bataillone umzingelt wurden. Die von den Tütten gefangene« Grieche« wurden «ach Salontti gebracht. Demgegenüber liegt heute aus Athen folgende Meldung vor: Serin ist gestern früh um elf Uhr von den griechischen Truppe« eingenommen worben. Die Besetzung erfolgte ohne Widerstand tat voller Ordnung Die türkischen Notabel« unterwarfen fich dem Kronprinzen. Di« Eisenbahnverbindung von Monastir nach Saloniki ist unterbrochen und die griechischen Truppen befinden sich auf dem Vormarsch, währeito die Türken auf der ganzen Linie im Rü''zug begriffen sind. Die tüttischen Truppen leisteten in den letzten Kämpfen fast gar keinen Widerstand, und griechische Offiziere erzählen, die ganze tüttische Armee sei v S l l i g entmutigt und des Krieges müde. Selbst tüttische Offiziere bekuntzeS« offtne