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E Mr Meße Mchrichtm

Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 274.

Fernsprecher 951 und 952.

Sonnabend, 26. Oktober 1912.

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang.

Sur Heiden und Sieger...!

Die Kriegs-Depesche« vom Balkan.

I« beit Straße« Konstantinopels schreie« dankersültte Muselmanen Allahs öw'- gen Ruhm als köstlichste« Preis des Tücken- siegs übet die Ungläubigen zum Himmel; in bei Stadt Ferdinands, des Koburger Kreuzfahrers, künden Volkjubel und lohende Kriogbegeistrung frohe Siegbotschaft von den HLgeLn um Adrianopel; Belgrads Späi- Oktobertage sind überstrahlt vom stolzen Be­wußtsein glorreicher Waffentat des Serben- Heers; in den Tempeln zu Athen steigen brünstige Tankgebete empor zum Herrn der Schlachten, der den Enkeln des Leonidas (nach jahrzehntelanger Duldung verdienten Spotts über die behende Rüekwärts-Konzentration des Hellenen-Heers im letzten Krieg) nun endlich Wieder gnädig lächöft, und in Cetinje, der Hauptstadt der Schwarzen Berge, steigt der Duft gebratner Siegeshammel wie et« köst­lich Dankopfer empor zu dem Höhen: Ueber» all Siege sjudel, stolze Zuversicht und kühnlich Hoffen, und man fragt sich verwun­dert. welches der siegreiche« Heere denn nun eigentlich die Tankende von Menschenle­ben betrauert, die nacb den übereinstimmen­den Berichten vom Schauplatz des Kampfs des Balkankvieges erste Tage bereits gefordert. Mts Konstantinopel kam die Kunde, daß Bul­garien dem Sturm auf Adrianopel über drei­tausend seiner' Tapfersten geopfert hab«, aber die offiziöse Depeschen-Agen-tur in Sofia, durch die Ferdinands Majestät zum nervösen Euro­pa spricht, hat diese Nachricht schnell und et­was unwirsch als .phantastische Erfindung" gebrandmarkt.

Dieser Krieg, der so still und heimlich vor­bereitet worden, der so seltsam begann und so ungestüm zur Enffcheidung-Katastrophe zu drängen schien, zeigt uns also das Bild des modernen Völkerkampfs von einer ganz neu­en Seite: Das Kriegspiel um Freiheit oder Knechtschaft, um Kronen und Thrönchen, um Größenwahn und Erdensrieden kennt keinen .. Besiegten, keinen durch die Gewalt der Waffe« .Niedergerungenen; auf der Erde Kleinasiens racken nur Sieger die blitzenden Schwerter, nur nchmgekrönte Helden kämpfen mit "Gott für den König und das Vaterland und der win­zige Streit um eines Ziegenhirtem armselige Hütte spiegelt sich in der vierfach widerhallen- den Heldensage balkanischer Kriegphantasie als erschütterndes Drama wilder Völkerschlacht. Was derweil wirklich m de« BaAanbergen geschehen, <en wessen Fahnen sich (für Stunden bber Tage) der Sieg geheftet, ist völlig un- «ewiß und deutelbar, und durch das Siegge- schrel von fünf kampfgerüsteten Nationen klingt als gleichmäßiger AÄord nur der eine Ton wildester Leidenschaftlichkeit, desse« Echo sich fortpflanzt durch ganz Kleinasien und Bauer und Bürger in den Ban« des Krieges zwingt. Ferdinand von Bulgarien hat mit dem sorgfältig temperierten Pathos, das seiner Familie in kritischen Momenten stets eigen ge- wesen, zum .Kreuzzug wider den Halb­mond auf gerufen und es scheint, daß dieser Appell an Leidenschaft und Fa­natismus im BaAankrteg verhängnisvolle, re Wirkung haben wird, als die verbündete Strategie der Firma Aoburg-Karageorgewiffch und Eompagn«.

Die Herren am Balkan wollen bat Kampf unter sich auStragen: Wie sie die, de« auf- Loheotden Flammen tat- und hilflos gegen- übevsteheiide« europäische« Mächte ebenso Höf. lich tote dringend ersucht haben, das Krieg- Mel durch keine unzeitgemäße Intervention zu stören, so haben fie auch Europas Keugier tu Gestalt der Kriegberichterstatter-Armee mit sanfter Gewalt hinter die Kuliffenwand ge­drängt. Di« Zensur der Kriegberichterstattung Wird aus Kosten der Wahrheit mit rücksicht- loser Strenge geübt, den Korrespondenten die Erfüllung beruflicher Pflicht »ach Möglichkeit erschwert und jede Nachricht, die den Ruhm der eignen Waffen etwa mindern könnte, ent­weder ganz unterdrückt, oder soumyeformt*, daß die Niederlage sich schließlich als Sieg- und Heldentat präsentiert. So toird's denn auch verständlich, daß nach dem Zeugnis der offiziösen Monteure die Türken sowohl als die Bulgaren. Serben. Grieche« und Montene­griner bisher lediglich Siege erkämpft haben, und man dürfte sich nicht wunder«, wen« infolge der ungestümen Nachfrage am Lorbeer-Markt ehestens eine beträchtliche Preis­verteuerung eintreten würde: Es ist zu viel per Heldentat, die den Siegerpreis verlangt;

Seit Nikita mit seinem Kriegerhäuflein gen Podgoritza zog, sind nun bald drei Wochen verronnen und E»ropg hat ut diesen einund-

auf den Feldern der Mandschurei. Roch zwei­feln Sachkenner an »er winzigst« n Mög- lichkeit eines wirklichen Erfolgs der vier Bal- kan-Heere, die gegen die Türken vorrücken. Die zahlenmäßige Ueberlegenhett der türkischen Arme« über den Gegner, ihre beffere Ausrü­stung und modernere Schulung stnd Vorzüge, die nicht unterschätzt werden dürfen, und wenn es den Truppen der vier Balkan-Könige den­noch gelungen zu fein scheint, die Türken an einzelnen Stellen der mähkig immer enger sich zusammenziehenden ' Kampflinie zurückzudrän. gen, so stnd dafür wohl in erster Linie die Schwerfälligkeit des türkffchen Aufmarsches und die äußerst langsam sich vollziehende Kon. zentration der türkffchen Truppen verantwort­lich zu machen. Strategisch indeffe« stellen diese ersten Erfolge (wenn ste tatsächlich als Erfolge gewertet werden dürfen) noch keine Minderung der türkischen Siegchancen dar, denn die Taktik der tückischen Kriegleitung war vom Beginn der Kämpfe an daraus gerich­tet, de« Gegner bis in den Feuerbereich der großen Befestigungen vorrücken zu taffen und ihn dann unter Aufbietung der gangen lieber- macht-Wucht in einer großen Enffcheidu-ng- schlacht zu vernichten. Die Kämpfe um Adria- nopel deuten daraus hin, daß dieser Plan bis zur Hälfte geglückt, und es fragt sich nun noch, wer die Falle schließt: Die Türken oder die von Ferdinand von Koburg ins Feld geführ­tenKreuzfahrer" vom Balkan. F. H.

Der Kommandant der Kaiserjacht.

Der Selbstmord des Admirals Tschagin.

In seiner Petersburger Wohnung er« schoß sich (wie wir bereits telegraphisch berich­teten) am Mittwoch der Kommandant der rus­sischen Kaiserjacht.Standard*, Konter-Admiral Tschagin. Wie es heißt, sollen romantische Vorgänge dem Selbstmord, der natürlich in der ganzen Residenz ungeheueres Auflehen erregt, zugrunde liegen. Von anderer Seite wird da­gegen die Vermutung ausgesprochen, daß der Selbstmord des Admirals mit den Meutereien der Schwarzenmeer-Flotte zusammenhänge. Es soll die Absicht bestanden haben, die Kaiserjacht zu entführen. Man vermutet auch, daß. Ma­trosen der .Standard* an den Meutereien nicht unbeteiligt gewesen seien.

Admiral Tschagins Tragödie.

(Privat-Telegramm.)

Petersburg, 2S. Oktober.

Der aufsehenerregende Selbstmord des Kom­mandanten der Kaiserjacht .Standard*, Konter­admirals Tschagin, bildet augenblicklich das Gesprächsthema aller Gesellschaftskreise. Der Name des Konteradmirals wurde in der Oessentlichkeit aus Anlaß des vor fünf Jahren erfolgten Unfalles der Zarenjacht .Standard* in den Finnischen Schären vielfach genannt Tschagin war damals Zweiter Offizier an Bord des Kaiserschiffes und Flügeladjutant des Zaren; er wurde mit einer Anzahl anderer Offiziere vor das Marinegericht gezogen, von dem er einen Verweis erhielt, während die übrigen zu Arrest ober Dienstentlassung verur­teilt wurden. Ein Beweis, welches Vertrauen ihm aber Kaiser Nikolaus entgegenbrachte, war seine spätere Ernennung zum Admiral und Kommandanten der .Standard* anstelle des Konteradmirals Rllow. Tschagin galt als ein sehr tüchtiger und hochgebildeter Offizier und genoß in der russischen Marine ein hohes An­sehen. Hebet den Grund seines Selbstmordes ließ sich einstweilen nichts Zuverlässiges fest­stellen, doch gewinnt die Vermutung, daß es sich um eine Liebesaffäre handelt, an Wahrschein­lichkeit

Eine Liebesaffäre des Admirals?

Ein weiteres Petersburger Privattele- gramm meldet uns: Der Kommandant der ZarenjachtStandard*. Admiral Tschagin, der beretts im dreiundsünfzigsten Lebensjahre steht, war in eine Liebesaffäre verwickelt wor­den Die Eltern der betreffenden jungen Dame wollten ihn zu einer Heirat zwingen. Diesem Verlangen entzog sich der Admiral durch Selbst­mord. Er wählte eine furchtbare Todesart, indem er sich aus einem mtt Wasser geladenen Gewehr in den Kops schoß. Der Verstorbene war in allen Gesellschaftskreisen außerordentlich beliebt. Der russische Hof und die Gesellschaft in Petersburg beklagen sein Scheiben tief. An seiner Bahre trauern seine alte Mutter und sein Bruder.

PMdenlenwM im Landtag!

Graf von Schwerin-Löwitz gewählt.

(Privat-Telegramm.) Berlin, 25. Oktober.

Bor dem Eingang des preußischen A b g e. ordnetenhanseS zeigen heute zahlreiche Tafel« i« weithin leuchtender Schrift an, daß alle Tribünenkarten vergriffe« sind: PrSsi.

pellation stehe« ans de, Tagesordnung und das Haus ist recht gut besucht. Kurz «ach elf Uhr eröffnet VizeprSfident Dr. Porsch die Sitzung. An erster Stelle der Tagesordnung steht die Wahl des Präsidenten. Sie geht ohne jede Sensatto« vor sich: Die Wahl des konservativen Abgeordneten Grafe« Schwerin-Löwitz erfolgt auf Antrag des Freiherrn von Zedlitz durch Akklamation. Graf Schwerin-Löwitz nimmt die Wahl mit Worten des Tankes an.

Sturm im Bayern Parlament!

Der Kampf um das Koalitionsrecht.

Wegen des Koalitionsrechtes der Staatsarbeiter und der Frage des süddeutschen Eis enpahnerv erbandes kam es in der gestrigen Sitzung derdayrischenAbgeordneten- kammer zu erneuten heftigen Zusam- rnenstößen zwischen den Sozialdemokraten und dem VerkehrsMinffter von Seidlein. Der sozialdemokratifche Abgeordnete Roßhaupter erklärte, feine Partei beharre damusi daß auch dem Eisenbahner das Koalitionsrecht zugeftan. den wenden müsse. Der Verkehr Kmmister von Seidlein erwiderte: Wenn es auf die Sozial­demokratie ankäme, dann würde es an dem Willen, einen Streik zu inszenieren, gewiß nicht fehlen, lieber die Vorgänge in der Sturm-Sitzung geht uns folgender Bericht zu:

Das gestrige Intermezzo.

(Privat-Telegramm.)

München, 25. Oktober-

Kurz vor dem Schluß der Tagung hat die bayrische Abgeordnetenkammer noch einen Sturm erlebt. Bei der Beratung von Staatsarpeiterwünschen kam es gestern zu einer der stürmischsten Sitzungen dieser ohnehin so bewegten LandtagAfeffion. Der sozialdemo- kratffche Abgeordnete Roßhaupter nahm prinzipiell für die StaatSaÄ>siter daS Roaltti# onsrecht in Anspruch; nur müsse durch soziale Fürsorge Md Erfüllung berechtigter Arbeiter- Wünsche ein die Gesamtheit schädigender Streik unbedingt vermieden bleiben. Das sei auch der Standpunkt der christlichen Arbeiter­organisationen. Gab schon die Rede Anlaß zu starker Unruhe beim Zentrum und -zu einigen Ordnungsrufen für den Redner und mehrere Zwischenrufer von der sozialdemokratischen Fraktion, während Vizepräsident Frank den Vorsitz führte, fo wurde die Aufregung und der Lärm noch größer, als unter dem Vorsitz des Präsidenten von O r t e r e r der Verkehrsmini­ster von Seidlein antwortete. Er bezichtigte den Abgeordneten Roßhaupter (Verbandssekre­tär und früheren Eisenbahnweikftättenarbeiter), noch niemand habe so deutlich, wie er, das Streikrecht für die Arbeiter gefordert, und nur das energffche Verhalten der denffchen EffeNbahnveiwalmngen habe die Strerkge- sahr, die keineswegs frivol von ihm (dem Minister) als taffächlich bestehend bezeichnet worden sei, bisher vermieden.

Den Süddeutschen Eisenbahn-Verband- gegen den er jetzt erst recht das Pulver trocken halten werde, bezichtigte der Minister der b e - sonderen Hetze und wies auf einen Zu­sammenhang dieses Verbandes mtt der Sozial­demokratie hin. Als nun der sozialdemokra­tische Abgeordnete Auer dem Minister hier ein unerhört* zurief, rief ihn der Präsident von Öfterer zur Ordnung. Dagegen pro- teftierte Abgeordneter Auer, da der Zwischen­ruf nicht unparlamentarisch fei nach der Tages­ordnung der Sitzung und im Rahmen des Ge­schäftsganges. Dem Protest schloffen sich die Sozialdemokraten und Liberalen durch ihre Führer an, und der liberale Abgeordnete Dr. C a s s e l m a n n verwies besonders darauf, daß der Minister denselben Ausdruck in seiner Rede gebraucht habe. Präsident von Crterer verschärfte jedoch die Lage noch mit der Erklärung, er habe das ganze provoka- wrffche Verhalten des Abgeordneten Auer wes­sen wollen. Der Fraktionsches des Zentrums, Lerno, erfiärte sich mit dem Präsidenten einverstanden. Nun appelliefte Auer an das Haus. Die Abstimmung wurde aber, da die Sitzung schon abgebrochen war, auf Freitag vertagt. Zunächst wollen alle Pafteien des Hauses gegen daS Zentrum in dieser Geschäfts- führungsftage zusammenstehen, und es ist des­halb die Möglichkeit vorhanden, daß der Zwi­schenfall mit einer Präsidentenkrise en­den wird, da Präsident von Öfterer erkläft hat, er werde aus den gestrigen Vorgängen die Konsequenzen ziehen.

*

Das preußische Landtags-Programm.

Am kommenden Montag wird im preußi­schen Abgeordnetenhaus das Schlepp­monopolgesetz in erster Lesung beraten werden. De? Dien^taa ist für oie »weite $bt.atuna des

Sparkassengesetzes Vorbehalten; die polnische Interpellation über die beabsichtigte Enteignung 'polnischen Grundbesitzes soll am Mittwoch auf die Tagesordnung gesetzt werden und man hofft, daß der Landwirt­schaf t s m i n i st e r die Interpellation an die- fern Tage persönlich beantworten wird

Der Balkankrieg.

Eine schwere Niederlage der Serben; Kirk- Kiliffe gefallen; Skntaris Fall steht bevor; Tuzi »ach heftigem Kantpf zurückerobert I

Aus dem Kriegsschauplatz am Bal­kan, wohin die Blicke nicht in erster Linie in diesen Tagen eingestellt sind, ist dennoch, wie es scheint, die erst ewichtigereEntschei- dung gefallen, und zwar zu ungunften der Serben! Noch immer geht der Kampf um Adrianopel, ohne daß eine Entscheidung zu melden wäre. Aus den Nachrichten ersteht man trotz vielen Widersprüchen, daß das Hin u. Her in Wirklichkeit groß ist, daa Plätze aufgegeben und wieder gewonnen werden, die in den Ta­gen vorher erst besetzt ober verloren wurden. Da wichtige, ja vielleicht entscheidende Nachrich- ten aber gerade von den Kämpfen um Adria­nopel zu erwarten sind, tut man gut, auf bie« f e zu warten, ba bann sich Klarheit ergeben muß, und zwar dann gleich über Ereignisse, die womöglich weltgeschichtlichen Cha­rakter tragen, lieber die Kämpfe des geftrU gen Tages liegen uns folgende Meldungen vor:

Konstantinopel- 25. Oktober.

Amtlich wird gemeldet: Die Bei Krrmanowo zusammengezogene türkische Westarmee griff gestern die Serben, die vier Divisionen stark waren, an. Die Serben wurden unter unge­heuren Verlusten vollständig geschlagen. Die serbische Haupt- armer- die von den türkischen Truppen in der Gegend von Kumanow» ange­griffen und geschlagen wurde, stand unter dem Kommando des Kron­prinzen Alexander.

Stara Zagora, 25. Oktober-

Die Bulgaren haben »«Mittwoch Abend auf der Südfront die Arda überschritten und nach Einnahme der vorderen Befestigungslinie bei Mara» Adrianopel von Süden einge» schlossen. Zwei türkische Bataillone machten einen Ausfall. Die Bulgaren machten einen Gegenangriff- erbeuteten drei Schnellfeuer-Batterien und machten zwölfhundert Gefangene.

Sofia- 25. Oktober.

Kirk-Kilisse ist gestern früh nm elf Ahe gefallen. Das türkische Heer bewerkstelligte seinen Rückzut auf Bunar Hist»- nachdem der Borstotz der bulgarischen Streitkräfte auf dem südöstlichen Flügel in dem Raum zwischen Kirk-Kiliffe und Adrianopel geglückt war-, wobei die Hauptmaffe der Türken- die bei Kirk-Kiliffe standen, nach Osten gedrückt wurde. Auf beiden Seiten gab eS schwere Verluste.

Fünfzigtausend Türke» gefangen?

(Telegramm unser- Korrespondenten.)

Sofia- 25. Oktober.

Nach hier eingetroffenen Nachrichten soll die bulgaftschc Ostarmee nach mördeftschem Kamps gestern mittag Kick-Kiliffe eingenommen und die Garnison, darunter zwei Pascha», zu Gefangenen gemacht haben. Nach bisher unbestätigte« Nachrichten beträgt die Zahl der bei Kick-Kiliffe von den Bulgaren gemachten Gefangenen fünfzigtausend Mann. I« den Reihen der Türken herrschte großeBer» wirrung. Sie traten, nur wenig gedeckt durch ihre Aftillerie, den Rückzug nach Osten an. Ihre Verbindung mit Konstantinopel ist durch bulgaftsche Streitkräfte, die hauptsächlich aus Freiwillige« bestehen und längs de, Küste des Schwarze« MeereS postieft find, in Gefahr, av geschnitten zu werden. Die Beftewi- gungswerke der tückischen Truppen in Kick- Kiliffe waren wesentlich geringer, alS allge. mein angenommen wurde. Die Bulgaren roa. reit in großer Nebermacht. Die Entschei. düng wurde nach einem langen Attillerirlamps durch einen Bajonettangriff der Bul­garen herbeigesühck.

Die Bu^sren vor Adrianopel.

(Telegram» unsers Korresponbente.-.)

Sofia- 25. Oktober.

Bor Adrianopel sind die Bulgare« auf etwa fünf Kilometer an die Befestigungen her- igtserüdL Sie haben auch im Weste« die tittft

zwanzig Tagen mehr Siegeskunde vernom-

als Während des aanze« VöAerkamvfsdentenwahl und Fleischnot.Inter.