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Caffeler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 273.

Fernfprech« 951 und 952.

Freitag, 25. Oktober 1912.

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang.

Kunst mit Stern und Band.

Caruso, Strauß und Reinhardt.

Wie uuS aus Stuttgart be» richtet wird, wird die bevorstehende Uraufführung der »Ariadne ans NaxoS" für Richard Strauß «ud Max Reinhardt eine besondere Auszeichnung bringen r Der König von Württemberg beabsichtigt, Sttanß und Reinhardt zu adeln.

Enrico Caruso, der ehedem Mechaniker war und aus der weiten Irrfahrt seines Le­bens mancherlei pikante Abenteuer bestanden hat, ohne andern als des Sängers Lorbeer zu erhaschen, ist vom König von Preußen zum Ritter der Roten Adler-Ordens dritter Klaffe mit der Krone ernannt worden und rangiert nun im Lande Preußen in der offiziellen Wer- wng äußrer Honorigkeit neben den Räten drit­ter Klaffe, den Mtlitärchargen vom Major auf­wärts und den als geheim charakterisierten Kommerzienräten. Der Sänger ist also zum Ritter geworden, und eben kommt vom Schwabenland her die Kunde, daß der Enkel des bärtigen Eberhard entschloflen ist, ein Ueb- riges zu tun und die Herren Richard Strauß und Max Reinhardt anläßlich der Stutt­garter Kunstgipfel-Offenbarung in »Ariadne auf Naxos" nur als schwäbisch-geadelte Edelmänner von dannen ziehen zu lassen. Als Geadelte präsentieren sich: Richard von. Strauß und Max von Reinhardt": Läßt sich, überstrahlt vom funkelnagelneuen Adlerorden­stern Enrico Carusos, eine esfekwoller« Huldi­gung der Fürstenhoheit vor der Majestät der Kunst, «in glänzenderer Triumph des künstleri­schen Genies über die öde Spießbürgerlichkeit der Alltag-Tradition erträumen, als di« Drei- Männrr-Galerie der adlergesternten und edel- omnn-gewandelten Koryphäen Caruso, Sttayß und Reinhardt?

Für Enrico Caruso bedeutet die Ehrung am Abend des Geburtstags der Kaiserin «ine Art Genugtuung: Der in fünf Erdteilen bewun­derte, von der Kulturwelt alsgöttlichster der Sänger" geschätzte Tenor hatte bisher nicht das Vergnügen, seinem Ordenskettche» eine könig­lich preußische Auszeichnung aureihen zu dür­fen; er besaß nicht mal das Allgemeine Ehren­zeichen, und seine Ernennung zum Ritter des Roten Adlerordens dritter Klasse mit der Krone unter Uebergehung der (beirangmäßi­gen" Orden-Verleihungen sonst üblichen)Vor­stufe" charatteristert sich also nicht nur als eine Abweichung vom geltenden Brauch, sondern in erster Linie als eine vom König beabsichtigte besondre Ehrung außerhalb der Grenzen der für die Verleihung von Orden und Ehren­zeichen stistunggemäß bestehenden Bestimmun­gen. Der Sänger hat weder Verdienste um den Preußenstaat, noch um das Königliche HauS, noch um di« Entwicklung preußischer Kultur aufzuweisen, er hat weder dem Lande noch dem König Dienste geleistet, deren besondre Anerkennung Pflicht oder Dankbarkeit zum Ge­bot machten, und in der Wertung der mensch­lichen Qualitäten Carusos gehen bekanntlich die Meinungen sehr weit auseinander: Bleibt also nur der S ä n g e r, der Vermittler begna­deter Kunst, dem Ehrung ziemte, und dem Sänger und Künstler Enrico Caruso gilt auch der Rote Adler mit der Krone, den er von der Soiree im Zollrrnschloß mit heimnahm als Lohn eines von Fürstenhuld überstrahlten Abends.

Richard von Strauß und Max von Rein­hardt werden unsrer Zunge nicht so rasch geläu­fig werden wie die junge Ritterschaft der Kö­nigs der Tenöre. Sttauß und Reinhardt, hart umstritten vom Lärm des Meinung-MarttS, stnd unS als Künstler und Pioniere der Kunst bekannt und tiertraut, wir danken ihnen (wenn ihre Bedeutung für die deutsch« Kunst gele­gentlich auch problemattsch und anfechtbar sein mag) eine Fülle von Anregungen und Wirkun­gen, die es verständlich erscheinen lassen kön­nen, daß man im Schwabenland (wo eben erst der Generalmusik-Direktor Max Schillings zum Ritter geschlagen wurde) die Neigung spürt, ihre Verdienste durch eine weithin sichtbare Auszeichnung zu lohnen. Die Verleihung des Adels soll mehr noch als Titel, Orden und Ehrenzeichen die Wertung persönlicher Qualitäten, die Schätzung überragenden Ver­dienstes offenbaren, und wenn auch unsre Zeit mit ihrer alles nivellierenden Tendenz die Huldbewetse fürstlicher Gnade anders einschätzt als die Vergangenheit, so würde doch in der Robilitterung zweier Männer vom Schlage Strauß' und Reinhardfs eine Kundgabe für die moderne Kunst und eine Demonstration für die von Strauß und Reinhardt ins zwanzigste Jahrhundert hineingeiragnen Kunst-Tenden­zen zu erblicken sein, die im deutschen Kultur-

und Geistesleben kaum ohne laut hallendes Echo bleiben dürfte.

Enrico Caruso wird, geziett mit dem Or­densband des Adler-RitterS, der Kunst und seiner Zeit nicht wettvoller werden, als er es o h u e den Frackschmuck deS Berliner Gastspiel­abends geworden wäre, und die Herren Sttauß und Reinhardt würden sicher auch ohne die Füuszacken-Kroue auf ihren Vistteukatten der Kunst noch mancherlei schätzbare Wette leihen, aber man darf vielleicht über die drei Einzel- Momente hinwegsehen und das Bedeut­sam e der Erscheinung in dem sichtbar werden­den Bestreben erken'.en, die Wertung und Schätzung künstlerischen oder sonstigen Verdien­stes von der Schablone loszulösen und das Wott vomZusammengehen deS Dichttrs mit dem König" auch ä u tz « r l i ch zur Geltung zu bringen. Wir haben uns längst daran ge­wöhnt, die Herren Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller als Edelmänner auch außerhalb der Sphäre offiziellen Odems neunen zu hören, und wenn nun, nach vielen Jahrzehnten gönnerhafter Verständnislosigkeit, in denen die Kunst sich vom mitleidig belächelten Komödiantentum zur gewaltigen Geist- und Kulturoffenbarung emporrang und nationale Geistesarbeit aus den Niederungen armseligen Schreiberwms zu den Höhen weltbewundetter Großtaten strebte, die Zett wiedettehtt, in der dem Verdienst seine Krone nicht vorenthalten bleiben soll, so dürfen wir dattn daS Morgen- dämmern einer Erkenntnis schätzen, die der Fessel alternder Tradittonen sich endlich ent­windet. E F- H1

Orden und Adel gefällig?

(Von unsenn Korrespondenten.)

Aachen, 24. Oktober.

Wegen Ordensvermittelung hatte sich heute der vierundfünszig Jahre alte frühere Rechtsanwalt, jetzige Agent Isidor F a tz auS Schönlanke, zuletzt in Berlin, vor der hiesigen Strastammer zu verantwotten. Fatz War früher im Landgerichtsbezitt Neuwied als Rechtsanwalt tätig. Im Jahre 1906 wurde er wegen Betruges zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt und nach dem Urteil des Ehrengerichts der Anwaltskammer aus dem Rechtsanwalts - Stande ausgeschlossen. Nach Verbüßung der Strafe lieh er sich in Ber­lin als Agent nieorr und befatzte sich haupt­sächlich mit der Vermittelung von Orden und Titeln. Anfangs dieses Jahres trat er mit einem Aachener Kaufmann in Verbindung, der ihn durch seine Beziehungen bei der Vermitte­lung unterstützen sollte. Faß behauptete, daß bei der steten Geldverlegenheit be8 Papstes leicht päpstliche Orden erhält- lich seien, so der Orden vom Heiligen Grabe, mit dem der Grafentitel verbunden sei, für 45000 Matt. Der Kaufmann sollte für seine Vermittelung zehn Prozent Provision erhalten. Er könne außerdem einen Orden bekommen und brauche nur 1000 Mark anzuzahlen, den Rest könne er

durch Vermittelung abverdienen.

Der Angeklagte hatte weiter behauptet, außer den päpstlichen Orden griechische, russische, ru­mänische, bulgarische, spanische und Koburg- Gothaische Hofprädikate vermitteln zu können. Der Kaufmann traute der Sache nicht recht und machte der Polizei Mitteilung, die die Verhaf­tung des Faß veranlaßte. In der heutigen Verhandlung behauptete der Angeklagte, päpst­liche und andere Auszeichnungen besorgen zu können, ferner auch den A d e l S t i t e l. der ge­wöhnlich gndetthalb Millionen Mark koste; er habe aber eine Methode, nach der er die Aus­zeichnung 400000/Mark billiger liefern könne. Im übrigen sei er der Agent des Archäologen Moser in Berlin; es sei unbestrittene Tat­sache, daß dieser alle die genannten Titel be­schaffe. Ein als Zeuge vernommener Berliner Kriminalkommissar b e st S t i g t e in der Haupt­sache die Angaben des Angeklagten, der dar­aufhin freigesprochen wurde. In der Ur­teilsbegründung beißt es. däß es als noto­risch angeseben werden müsse, daß in Berlin derattige Orden und Titel beschafft würden Nach der Beweisaufnahme müsse angenommen werden, daß der Angeklagte wirklich in der Lage gewesen sei, derartige Orden und Titel zu beschaffen.

Berliner FleischnoL Revolution.

Reue Krawall« am Wedding!

(Privat-Telegram m.)

Berlin, 24. Oktober.

Am heutigen Tag« kam es am Wedding wiederum zu wilden Ausschreitungen beim Bettauf russischen Fleisches. Die Menge drang in der Scherttrgsiratze gegen die Filiale einer großen Fleischbandlnng vor. Mit Steinwürsen wurden die Scheiben zertrümmert und das darin ltegerche Fleisch entwen. bet. Als der Geschäftsführer den Demonftran- ten entgegentrat, wurde er mit Steinen bewor. f«r und ziemlich «rheblick verletzt. End­

lich gelang «s der verstärkten Polizei, die Menge zu zerstreuen. Die meisten Fleischerge- schäfte in der Nähe des Wedding haben aus Furcht vor Zwischenfällen ihre Läden ge­schlossen. Man befürchtet auch, daß am Wend weitere Exzess« folgen werden.

Die Kriegslage am Balkan.

Die Kämpfe um Adriauopel.

Die Depeschen vom Kriegsschauplatz am Balkan lassen noch immer nicht erkennen, welche Truppen tatsächlich siegreich gewesen sind. Nach türkischen Berichten haben die ® ul* flare-n.bot Adrianopel eine schwere Nie­derlage erlitten und in dem sieben Stunden andauernden Gefecht etwa dreitausend Tote verloren, ungerechnet die Verwundeten, deren Zahl ebenfalls sehr bedeutend sein soll. Von bulgarischer Seite liegt eine Bestätigung dieser Nachricht vorläufig noch nicht vor, es scheint indessen kaum noch zweifelhaft zu sein, daß die Türken tatsächlich vor Adrianopel den ersten großen Waffenerfolg erzielt haben.

Der Schauplatz der Kämpfe.

Von Adrianopel bis Konstanti­nopel stnd etwa 250 Kilometer Luftlinie und rund 300 Kilometer Bahnstrecke. Fußtruppen können dies« Strecke in sechs anstrengenden Tagemärschen durchmessen. Die Züge werden etwa fünf bis sechs Stunden brauchen. Da auS Asien schon seit Wochen täglich 10 000 bis 15 000 Mann in Konstantinopel eintreffen und in Adrianopel schon in Friedens;eiten zwei Armeekorps stehen, müßte es den Tütten möglich gewesen sein, bei Adrianopel eine Streitmacht von annähernd 300000 Mann zu versammeln, die unter Benutzung der starken Befestigungen imstande fein sollten, jeden bul. garischen Angriff abzuischlagen. Es scheint denn auch, daß der bulgarische Vormarsch auf Adria­nopel zum Stehen gekommen ist, als er ben' Wittel der Forts erreicht hatte. Zuerst kamen a«S Kitt-Kiliffe Meldungen, die von türkischen Erfolgen zu bettchten wußten. Kitt-Kiliffe liegt etwa 60 Kilometer ziemlich genau östlich von Adrianopel in einem unter Weinkultur stehen­den Hügelland, das nach Norden zu wild ge­birgig wird. Off mbar haben

die bulgarischen Heere versucht, die Truppen von Kirk Kiliffe von der Hauptmacht in Adrianopel abzuschneiden Rach Südwesten hin ist der Zugang nach Adrianopel ziemlich befestigt. Sehr viel stärker noch als im Osten ist jedoch Adrianopel im Nordwesten befestigt. Es erregte zunächst Aufsehen, als bekannt wurde, daß die Tütten Mustafa- Pascha, das wenig mehr als vierzig Kilo­meter nordwestlich von Adrianopel an der gro­ßen Bahnlinie im Tale der Maritza liegt, ohne ernsthaften Widerstand geräumt hatten. Wahr­scheinlich aber war ihnen die über hundert Ki­lometer lange Linie von Kitt Kiliffe bis Mu- stasa-Pascha zu lang, und sie ließen deshalb die Bulgaren jedenfalls nicht ungern näher an Adrianopel herankommen, um sie in den Bereich der schweren Geschütze ihrer Adriauopeler Forts treten zu laffen. Allerdings liegt K a d i k o i, wo eS zur Schlacht gekom­men ist, nur noch fünfundzwanzig Kilometer nordwestlich von Adrianopel, also dicht vor sei­nen Toren. Aber da die Bulgaren znrückge- worseu worden sein sollen, scheint die türkische Taktik sich bewährt zu haben.

Tausende bereits gefallen!

Ein Telegramm «nfers Korre­spondenten meldet uns aus Konstan­tinopel: Im Kriegsministerium wird offi­ziell mitgeteilt, daß die Tütten gestern bei Adrianopel einen entscheidenden Er- folg errungen haben. Die Bulgaren feien znrückgrschlagen worden. Dieser Ettolg be deute jedoch noch keine Entscheidung, die frühe­stens in einigen Tagen zu erwarten ist. Die Verlust« waren auf beiden Seiten sehr groß. Es sollen Tausend« von Sol­daten bereits gefallen sein. Die Nach­richt von dem ersten großen Waffenerfolg der Tütten hat in Konstantinopel ungeheure Begeisterung geweckt.

Die Zarin und ihr Kind.

Die Krankheit des russischen Thronfolgers.

(Privat-Telegramm.)

Petersburg, 24. Oktober.

Petersburger Blätter bringen über bk Krankheit des Thronfolgers folgende Mitteilungen: Ms gestern der behandelnde Arzt deS Thronfolgers, Professor Theodorow, das Krankenzimmer verließ, bat ihn die Za­rin flehentlich, ihr zu sagen. waS ihrem Sohne fchle. Erft auf wiederholtes Bitten erklärt« Tbeodarow. datz der Kronprinz sich du

Nierenleiden zugezogen habe, und zwar fei die linke Niere stark verletzt. Kaum hatte die Zarin diese Sorte vernommen, stürzte sie, einer Ohnmacht nahe, in einen Stuhl. Sie erholte sich aber bald, begab sich in ihren, im zweiten Stock gelegenen Salon, ttß die Fenster auf und wollte sich in den Hof stürzen. Proftffor Theodorow, der ihr gefolgt war, hat im letzten Augenblick daS Vor­haben der Zattn verhindett. Sie sank ohn- mächttg zu Boden und wurde sofort ju Bett gebracht.

Set erste Mken-öieg!

Neue Kämpfe in den Balkanbergen.

Die (gestern von uns bereits im Depeschen« aushang gemeldete) Niederlage der Bulgaren bei Kitt-Kiliffe und vor Adria­nopel wird in den heute aus Konstantinopel vorliegenden Depeschen bestätigt. Danach ha­ben die Türken tatsächlich einen ersten entschei­denden Sieg über den Feind errungen, der für den eigentlichen Entscheidungskampf um Adtt- anopel von größter Bedeutung ist und die Si­tuation der Türken wesentlich verbeffett hat. Datz von Sofia, Belgrad, Athen und Cettnje aus ohne Unterlaß Sieges-Depeschen losgelaffen werden, braucht nicht zu wundern: Man scheint in den Balkanbergen zwischen Sieg und Niederlage nicht so peinlich genau zu un­terscheiden. lieber die gestrigen Kämpfe liegen uns folgende Meldungen vor:

Konstantinopel, 24. Oktober.

Türkische Blätter veröffentlichen Ein» zelhetten über den Sieg der türkischen Truppen über die Bulgaren bei Adria« n o P e l. Der Kampf fand zwischen den Flüssen Tundscha und Maritza bei Marrasch, sechs Kilometer von Adria­nopel statt. Die Bulgaren hatten über 30000 Mann zur Verfügung, die sich unter Zurücklassung von Tausenden von Toten fluchtartig zurückzogen.

Saloniki, 24. Oktober.

Von zuständiger Stelle wird versichert, daß bulgarische und türkische Truppen­teile anch im Strumatale bereits aufeinander stießen. Der Kamps nimmt immer größere Dimensionen an, immer mehr Truppen greisen ein. Die Türken brachten den Vorstoß der Bul­garen zum Stillstand und warfen die bulgarischen Truppen nach heftigem Kampf znrück. Die Verluste find groß.

* *

Die Opfer von Kirk-Kiliffe.

(Privat-Telegramm.)

Sofia, 24. Oktober.

Von bulgarischer Seite wird der Kamps bei K i r l - K i l i s f e wie folgt geschildert: Die Bulgaren haben mitungeheurerTodes- Verachtung die türkischen Außenwerke zu stürmen versucht. Unter den Klängen des Slivi- nitza.Marsches ging ein bulgarisches Infante, tt« Regiment nach dem andern mit gefäll. teln Bajonett auf die Hügelkette vor, di« Kitt-Kiliffa im Norden vorgelagett ist. Rach stundenlangem Ringen gelang es den bulga- rischen Sturmkolonnen unter ungeheuren Verlusten, auf dem Kamm der Hügelkette festen Fust zu fassen. Der Besitz dieser Hügel, kette sichett den bulgattschen Anmattch von Norden und das Hinzuziehen großer Truppen, massen gegen die türkischen Stellungen. Die Bulgaren geben selbst zu, daß-ihre Verluste sehr b edeutend sind. 2000 Tote und 5000 Verwundete sollen daS Schlachtfeld bedeckt haben. Auch die im Tale der Maritza vordringenden Bulgaren sollen bisher außer, ordentlich Patte Vettuste «litten haben. Kö­nig Ferdinand ist in der Nacht bis in di« Feuerlinie vorgedrungen, um die Truppen au- zufeuern.

Vor dem Entscheldungskampf!

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Sofia, 24. Oktober.

Die ausländischen Berichterstatter werde« im bulgattschen Hauptquartier in Zargora streng überwacht, doch werden alle auf- gegebenen Telegramme befördett. Ueber den jetzigen Stand der bulgarischen Truppen- bewegung ist offiziell nichts zu erfahren. Der Generalstab befindet sich nicht in Zargora, sondern in Scjmen. Die erste Entscheidung soll im Westen fallen. Die serbisch-bulgarisch« Arm«, die vor Kumanowo steht, wartet die wei­tere Annäherung der serbischen Armee ab, di« Pttschtina eingeschloffen hot. Wenn diese Ar- m« Pacanit erreicht hat, wird zugleich die türkische Hauptstellung auf der Linie Uesküb- Küpttlü angegttfsrn w«den. Hi« stehen den von Zekki Pascha geführten türkischen Dlviüo»