EOlerNeM Nachrichten
Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Dienstag, 22. Oktober 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 270,
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» Hessische Abendzeitung
Beissbarths weilte auf dem Flugplatz in Ulm, um seinen Sohn bei dessen Ankunft dort zu begrüßen. In schonender Weise wurde ihm daS schwere Unglück, das ihn betroffen hatte, mitgeteilt, worauf der Vater sofort an di« Unallstelle eilte. Die beiden Offiziere waren erst ünftmdzwanzig Jahre alt. Leutnant Beitz- barth gehörte dem siebenten Cheveauxlegrr-Re- giment an, während Leutnant Lang bei dem bayerischen dreizehnten Infanterie-Regiment tand.
Die letzte Etappe r Ulm-München.
Der Start der letzten Etappe des Süddeutschen Fluges Mlm-München) begann gestern morgen sehr früh auf dem Exerzierplatz Ulm. Das Wetter hatte sich gegenüber den letzten Tagen der Woche sehr gebessert Als erster stieg Leutnant von Buttlar bei Bar- theilmeß-Aurach auf, wo er am Sonnabend niedergegangen war. Den ersten Start in Ulm machte der bayerische Leutnant Hailer mit seinem neuen Passagier, Leutnant Palmer, auf Otto - Doppeldecker. Auf dem F l-u g - platz Oberwiesenfeld in München erwartete eine zahlreiche Menschenmenge die Ankunft der Flieger schon in früher Morgenstunde. Als Erster traf Hir 1 h ein. dann folgten Hailer und Vierling. Das Festdiner wurde wegen der bei dem Flug vorgekommenen Nn- glücksfälle abgesagt. Die «Entscheidung über die Preisverteilung findet heute nachmittag statt.
Die Katastrophe bei Wamberg.
Zwei wettere Opfer der Lüfte.
(Privat-Telegram m.)
Dresden, 21, Oktober.
Der gestern MH in Bitterfeld onsge- stftgene Freiballon „Berlin II" explodier- t e gestern nachmittag gegen zwei Uhr plötzlich in der Nähe von SpanSberg bei Grossenhain. Er war in Gewitterwolken geraten und wahrscheinlich von einem Blitzstrahl getroffen worden. Die beiden Insassen waren bei Ankunst von Hilft tot. Es handelte sich um Oberleutnant Stiehler und Ober- ingenieur Göhricke. Das Höhenbarometer liess das rasche Aussteigen des Ballons von drettausend auf fiinstausend Meter erkennen. Augenscheinlich hatte der Führer de» Gewitterböen entgehen wollen und war aus diesem Grunde so hoch gestiegen. Ein weiteres P r i. vat-Telegramm meldet uns: Die Bewohner von Spansberg bemersten gestern nachmittag in grosser Höhe einen Ballon über den Ort zielten.
Schwere Gewitterwolke« entzogen jedoch de« Beobachter» plötzlich den Ausblick aus den Ballon. In diesem Augenblick kam er herab gesaust. Der Korb zog die zerfttzte Ballonhülle nach stch, er fiel etwa fünfhundert Meter vom Dorfe entfernt nieder. Man eiste sofort zu Hilfe, sah aber, dass den Lustschiffern nicht mehr zu helft» war, denn beide Insassen waren aus dem Korb ge- worsen worden und lagen blutüber- strömtam Boden. Sie hatten beide äusser anderen Verletzungen schwere Genickbrüche davongetragen. Vermutlich ist der Baston in eine Gewitterböe gekommen und von einem Blitz gettoffen worden. Daß eine Explosion stattgefunden hat, beweist die völlig zerfttzte Ballonhülle, an der teilt« einzig« Fläche unbeschädigt war.
Die Schilderung eines Augenzeuge«.
Ein Augenzeuge der Katastrophe erzählt: Ich war gestern nachmittag «ms einem Spaziergang nach Spansberg begriffen, als schwereWol- k e n den Himmel überzogen und ein arges Wet- ftr mit Graupeln niederging. Da hörte man plötzlich bei der sonntäglichen Stille ein Geräusch, das wie das Motorknattern eines Bero- plans klang Ich spähte nach oben, konnte aber nichts entdecken. Plötzlich löste sich aus der schwarzen Wolle ein graues Etwas, das mit grosser Geschwindigkeit hcrunterkam. Es war ein Freiballon, dessen Hülle geplatzt sein muss ft. Kurz darauf erfolgten gellende Hilferufe und der Korb sauste mit furcht barer Wucht einig« hundert Meter von Spans- brrg auf einen Kartoffelacker nieder. Bauern eilten herzu, und bet unserer Ankunft bot sich uns
ei« grauenhafter Anblick dar. Die beiden Lustschiffer hingen in den Sfticken über den Korbrand heraus, der ältere mit dem Kopf direkt aufdasErdreich gestaucht, das Genick gebrochen; er gab keine Lebenszeichen mehr von sich. Der andere, dem eine stählerne Sauerstoff-Flasche auch daS eine Bein völlig zerschmettert hatte, röchelte noch. Er wurde sofott auS de« Strik- ken befreit, gab aber schon in wenigen Minu- ftn den Geist aus. ES waren Oberleutnant Gi;edler und Oberingenienr Goestricke
Fünf Spser der Me! ! Die Fliegerkatastrophe beim Süddeutschen ; Flug; Leutnant Beitzbarth und Leutuant 1 Lang tot; Ballon-Explosion bei Großenhain; beide Insassen tot; Flieger Laeour's Ende.
Die beiden letzten Tage haben die Zahl der Opfer der Luftschiffahrt um fünf weitere 1 vermehrt und man wird den neunzehnten und Sranzigsten Ottober dieses Jahres in der Ge- ichft der Lustschtffahtt einst als Schicksals- untz Unglückstage nennen. Der erste Unfall, der zwei Menschenleben als Opfer gefordett hat, ereignete sich auf der vorletzten Strecken-Fahrt des S ü d d e u t s ch e n F l u g s, die eine regelrechte Sturmfahrt war und sämtlich« Teilnehmer an dem Flug in ernste Gefahr brachte. Einer der tüchtigsten und schneidigsten bayrischen Flieger-Offiziere, Leutnant Beitzbarth und sein Passagier, der bayrische Infanterie- Leutnant Lang, haben den Wagemut der Sonnabend-Sturmfahrt mit dem Leben bezahlen müssen. Die zweite Katastrophe ereignete sich am gestrigen Sonntag bei dem Orte Spans- b e r g in der sächsischen Amtshauptmannschaft Grotzenhain: Der in Bitterfeld ausgestiegne Freiballon „Berlin II" explodierte aus bisher noch unbekannter Ursache in großer Höhe und beide Insassen, Oberleutnant Stiehler und Oberingenieur Goehricke, stürzten zur Erde nieder, wo sie tot aufgefunden wurden. Das dritte Unglück hat di« französische Aviatik bettoffen und sein Opfer ist der bekannte Flieger Lacour geworden, einer der tüchtigsten Zivilpiloten Frankreichs.
Der Todessturz bei Giengen.
Das Flregerdrama beim Süddeutschen Flug.
(Telegraphischer Bericht.)
Mm, 21. Oktober.
Der zweifache Todessturz beim Süddeutschen Flug, dem die Flieger-Offiziere Beitzbarth und Lang zum Opfer gefallen sind, ist offenbar als Folge allzugrotzen Wagemuts zu betrachten. Die beiden Offiziere waren am Sonnabend morgen kurz vor acht Uhr in Nürnberg aufgestiegen, nachdem vor ihnen schon Leutnant Joly, Helmut Hitth und Leutnant Vierling sich auf dft Reise nach Ulm begeben hatten. Leutnant Beitzbatth benutzt« eine« Eulerdoppeldecker mit 70 HP Merce- deS-Motor. Zirka eine Stunde nach dem Abflug von Nürnberg mackste er wegen Benzin- mangel eine Zwischenlandung bei Westheim in der Nähe von Dettingen und flog von dort nach kurzem Verweilen wieder auf. Ball» darauf landete er abermals, weil sein Motor nicht genügend zog und dft Maschine sehr schwach stieg, in der Nähe der kleinen Ortschaft Giengen in Württemberg. Nun wurde Leutnant Beitzbarth gewarnt, weiter zu fliegen, weil sein Motor nicht gut funktio- nierft und sich auch das Wetter immer mehr v e r s ch l e ch t r r t e. Auf die telephonische Mit- ftilung d«S Weiterflugs an die Hauptleiwng in Kim warnte das Mitglied der Hauptleitung, Hauptmann Ernst, e i n d r i n g l i ch st vor dem Weiftrfluge. weil das Wetter sehr schlecht sei. Aber Leutnant Beitzbarth
ließ sich nicht abbringen,
Und auch dft Einwendungen seines Unpattei- ischen fruchteten nichts. Er und sein Vealeiter bestiegen die Maschine und flogen ab. Der Flug ging in geringer Höhe zirka einen Kilometer weit über dft Wiesen hinweg. Dann sah man, wft dft Maschine einige Böen bekam, die Leutnant Beitzbarth aber parieren lomtte. Er flog nun in einer flachen Linkskurve weiter, als sich plötzlich dft Maschine immer mehr Sch links neigte, fodaß man von der
a andetthalb Kilometer entfernten Stratze miS die oberen Tragflächen des Doppeldeckers sehen konnte. Plötzlich hgrtt man, wie der Motor aussetzte und gleich barmt' rutschte der Apparat ab. Im nächsten Augenblicke war das Flugzeug am Boden zerschellt. Dft sofott hrrbeigeeilten Augenzeugen fanden nur noch einen Trümmerhaufen vor. Dft Maschine war vollständig zerschmettert. Bon den beiden Tragfläche« war überhaupt kein Stück ganz geblieben, der Motor stak mit den Venttlen nach oben in der Erde und nur das Fahrgestell und die Räder raren ganz geblieben. Feldarbeiter, dft zuerst zur Stelle waren, befreiten die beiden Flieger aus den sie umgebenden Trümmer«. Beide
Ware« furchtbar zugerichtet.
Leutnant Lang starb in dem Moment, als nan ihn herauSzog and auch Leutnant Beitz- latth verschied einige Minuten später unter den Händen deS ArzftS. Sofort wurde auch die Oberleitung des Fluges kn Ulm von der Katastrophe telephonisch verständigt, und einige Autos fuhren mit einer Kommifsion nach Giengen ab, wo ein Lokalaugenfchei« vor- genommen wurde. Die Leichen der beiden ver- vnglückten Offiziere wurden in die Totenkammer nach Giengen gebracht, Der Vater,
von der bekannten Auto- und Fahrradfabrik in Westfalen. Der eine hielt noch in der zufam- mengekrampsten Hand daS Buch über Verhaltungsmaßregeln bei ©cf-*«1 aufgeschlagen. Die Uhr zeigte 1.51 nachmittags. Ter Schreibstift zeigte rasches Aufsteigen über 3000 Meter, und war bann über die 5000-Meter-Linie über das Papier hinausgegangen. Die Sauerstokflaschen mit Atmungsmundstück müssen schon im Gebrauch gewesen fein. Das GaS entwich noch zischend und eine Eiskruste bedeckft die Ven-
schen und Steinen. Viele Teilnehmer an der Demonstration wurden zur Wache gebracht; uns der Haupträdelssührer wurden in Hast behalten. Etwa zwanzig Personen habe« Verletzungen davongetragen.
Set Mlan-NMerfrirg.
Ein neuer Erfolg der Verbündeten; zwei« tansend Türken entwaffnet; Vormarsch der Verbündeten; Türken am Schwarze« Meer.
tite.
Der Absturz des Fliegers Laeour.
Ein Privattelegramm aus Paris be- ttchtet unS über die zweite Katastrophe des gesttigen Tages: In der Nähe von Bordeaux verunglückte gestern vormittag der bekannte Aviatiker La c o u r. Der Flieger zog eben über der Ortschaft Mussidon hinweg, als sein Eindecker plötzlich u m k i p p t e. Der Apparat sauste aus etwa hundertfünfzig Meter Höhe auf die Erde herab und zerschellte. Lacour wurde unter den Trümmern als Leiche hervorgezogen.
Wahlrecht, Teuerung, Weltkrieg!
Der gestrige Demonstrations-Sonntag.
In der ganzen preußischen Monarchie fanden am gestrigen Sonntag (in den Jndustric- gegenden teilweise unter freiem Himmel) große Massenversammlungen der Sozialdemokratie statt, in denen zum Wahlrecht in Preußen, zur Teuerung und zu»n angeblich drohenden Weltkrieg Stellung genommen wurde. Auch im Wahlkreise Cassel - Melsungen waren zehn Versammlungen emberufen, so in Melsungen, Spangenberg, Eschwe- ge und Schmalkalden. In Cassel war der Andrang zu beiden Versammlungen außerordentlich stark. Sowohl der Saal im ,Schwarzen Adler" in Bettenhausen als der des „Kleinen Stadtparks" war überfüllt. In Bettenhausen sprach Reichstagsabgeordneter Hütt- mann über die drei erwähnten Fragen, während im „Kleinen Stadtpark" ReichtstagSab- geordneter Grenz - Leipzig eine mehr als einstündige Rede hielt. Vorher hatte hier Redakteur Hauschild di« sozialdemorkrattschen Forderungen auf Schaffung eines Volkshceres und Volksbewaffnung vertteten und au' die Wichtigkeit der bevorstehenden Landtagswahlen hingewiesen.
Die Resolution der Sozialdemokratie.
Wie in ganz Preußen, wurde auch in den Casseler und auswärtigen Versammlungen eine gleichlautende Resolution angenommen, in der dagegen protestiert wttd, daß das Dreiklassenwahlrecht i n Preußen noch nicht beseitigt worden ist. Weiter wird die Regierung ersucht, sofort den Reichstag einzuberufen, damit das Haus der Bolks- vettreter Maßnahmen beschließt, die geeignet sind, der durch die Fleischteuerung entstandenen Not weiftr Volksschichten zu begegnen. Dft Einberufung, so heißt es weiter, sei umso notwendiger, als ein Weltkrieg in bedrohliche Nähe gerück sei. Hell lodere bereits die Kriegsfackel auf dem Balkan und könne leicht in dem waffenstarrenden Europa einen Weltbrand entfachen. Die Resolufion
Das RäiWspftl: „Sieg oder Niederlage?" hat nun auch im Balkankrieg begonnen. Die vom Kriegsschauplatz vorliegenden Nachrichten widersprechen einander völlig und es ist heute jeden falls unmöglich, aus den bisherigen Meldungen ein zutreffendes Bild >dcr Lage zu gewinnen: Der Hauptgegner der Türkei, Bulgarien', scheint sich als nächstes Ziel dft E r- oberung von Adrianopel gesetzt zu >haben Direkte Nachrichten von den verschiede, nen Kriegsschauplätzen sind vorläufig nicht zu erhalten. Was bekannt gegeben wird, ist offiziöses, also gefärbtes Material. Die ausländischen Kriegskoneifpondenien werden von den kvftgfführeNden Mächten noch zurückgebal- ten und dft Depefchen-Zensur wird in rücksichtslosester Weise gehandhabt, sodaß sicher« Nachrichten vorerst übechaupt nicht vorliegen. Wir verzeichnen nachstehend die heute eingegangenen Depeschen unserer Korrespondenten und dft Meldungen der verschied.-nen Depeschenbureaus:
Athen, 21. Oktober.
Die griechischen Truppen in Teffalie« haben (tote kurz vor Mitternacht be» kannt wurde) die türkischen Stellungen von Elaffonna nach mehrstündigem Kampf unter Führung des Kronprinzen erobert. Fünf Divisionen vereinigten sich abends bei Salizena und rückten morgens in Slasfona unter dem Jubel der Bevölkerung ein. Die Türken zogen sich auf die nördlich gelegenen Höhe« von Ambetta Tanasch zurück.
Belgrad, 21. Oktober.
Sn Belgrad kursiert das Gerücht, daß das siebente Infanterie-Regiment voll stündig anfgerieben worden fei. Die Truppen sollen ans eine sogenannte Flattermine geraten sein, wo eineKata- strophe entstanden ist. 3« Belgrad herrscht große Bestürzung hierüber, da die Nachricht offiziell bisher nicht dementiert worden ist. Cs bestütigt fich, daß türkische Truppen in Serbien eingedrungen find.
Konstantinopel, 21. Oktober.
Nach Privat - Depeschen türkisches Blätter dauerte der Kampf der Türken mit den Bulgaren zwischen Timbrasch und Djumabala 36 Stunden und wurde auf beiden Seiten mit äußerster Heftigkeit geführt. Die Bulgaren wurden gezwungen, ihre befestigte« Stellung«« zu verlassen. Sie wurde«
verlangt von der deutschen Regierung, daß sie jede Einmischung in di« Kriegswirren unter» läßt, strikte Neutralität übt und in dieser Richtung auch bei den übrigen Großmächten ihren Einfluß geltend macht. Die internationale Sozialdemokratie bekämpfe überhaupt den Krieg, der ein« Begleiftrscheinung des Kapitalismus sei.
Massendemonstration in Berlin.
(Privat-Telegram m.)
Berlin, 21. Oktober.
von den Türken verfolgt, die strategisch wichtige Höhe« zu besehe« ver-
-** •.•
Wahrheit und Dichtung.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Konstantinopel, 21. Oktober.
Infolge der strengen Zensur bringen Vie Blätter nur Siegesnachrichten, die nicht geprüft werden können. Dft griechischen Blätter mewen die Kapitulation bet Forts von
Die Berliner Sozialdemokraten veranstalte-
Skutattatt, während nach bett türkischen Sie
ten gestern im Treptower Park eine große Massendemonstration gegen die Teuerung, das bestehende preußische Dreiklaffenwahlrecht und den Balkankrieg, sowie feine mögliche Rückwirkung auf Europa. Die Polizei hatte die Abhaltung der Massenversammlung unter freiem Himmel gestattet und auch die Erflärung abgegeben, daß sie nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn die Demonstranten in Neineren. geschlossenen Trupps zum Versammlnngsott zögen. Als die Versammlung um ein Uhr durch ein Trompeftnsignal eröffnet wurde, mögen auf dem Platz weit über hunderttausend Personen versammelt gewesen fein. Zwischenfälle ereigneten sich nicht.
Straßenkämpse in Altona.
(Privat-Telegramm.)
Altona, 21. Oktober.
Aus Anlaß der gestrigen, unter freftm Himmel veranstalteten Demonstrationen der Sozialdemokratie kam es gesftrn abend hier zu Straßenkundgebu gen. Als «in Zug von etwa eintausend Personen nach dem Fisch- markt zn marschiette, wurde er von der Polizei aufgefordett, auseinander zu gehen. Die Ant- worl war M Bombgrdement mit Fla
gesmeldungen die türkischen Truppe« auf dem Vormarsch nach Philippopel sind. Die Europäer betrachten hier mit Besorgnis die Ereignisse, da ungünstig« Meldungen vom Kriegsschauplatz die bisher ruhig gewesene Bevölkerung leicht zn Ausschreitungen gegen die Fremden veranlassen können. Die Botschafter haben bereits entsprechende Schtttft getan. Selbst der Bericht von einem Bombardement des bnlgattsche« Kttegsbafens Warna hat sich nicht bestätigt. Es handelt sich nur um eine Blockade, die den Grossmächten angezeigt wurde. Nach Blättermcl- dungen haben griechische Kriegsschiffe den Angriff auf Dedeagatsch vorbereitet. Auch solle« gttechische Torpedojäger vor den Dardanellen liegen.
Auf dem Marsch nach Saloniki.
(Telegramm unsers Korrespondenten.) Sofia, 21. Oktober.
Vor dem Kttegsministettum drängt sich ein großer Tofl der Bevölkerung, meistens F r a u- e n und Kinder, um die dort anzuschlagen- den Bulletins vom Kriegsschauplatz zu erfahren. Eine Liste bet Gefallene« fehlt noch, was hier arofie Aufregung hervorruft. Tas