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wird, zu tun, daß sie es nicht voraussah. daß ein verspätetes Eingreifen in die Balkanwirren ein DöbLcle in Europa herbeiführen mußte, bevor sich noch die Folgen eines Bal­kankriegs und seines Ausgangs selbst fühlbar machen würden. Nun ist dieses für den gesun­den Menschenverstand leicht vorauszusehende DsbLclr d a und wir stehen am Beginn der schweren Komplikationen, die sich vorberei­ten. Eine Rat- und Kopflosigkeit sonderglei­chen zeigt sich in den europäischen Staatskanz­leien und die Nachrichten über die Stimmungen und Verstimmungen zwischen den Großmächten bilden ein wahres Chaos, lasten nicht erkennen, was sich vorbereitet, und grade diese Ungewiß­heit, diese Desorientiertheit gibt dem düstern Weltbilde sein Gepräge. Nicht das bißchen

sofort gegen die Türkei vorzugehen. Auch in zwei anderen Ortschaften sollen die Einwohner von türkischen Regierungottuppen ermordet worden sein. Wir hoffen, daß die Mächte so- fort bei der Pforte dieserhalb Vorstellungen er­heben werden. Aus Jeby wird berichtet, daß gestern zwei Brücken zwischen Jsbq und Kotschana von Bulgaren durch Bomben i n d i e Luft gesprengt worden sind. Rach den hier vorliegenden Meldungen gestalteten sich die Kämpfe um Berane überaus heftig. Die Montenegriner erzielten trotz wiederholter An­griffe angesichts der Todesverachtung, mit der die Türken und die albanesifchen Freiwilligen kämpften, keineErfolgeund mußten unter schweren Verlusten wieder zurückgehen.

Kanonendonner am Gestade des Skutari-Sees jst's, das Europa in banger Sorge erschauern läßt, sondern derallgemeineWirrwarr im europäischen Mächte-Konzert, aus dem, drohend und verhängniskündend, das Gespenst des Weltkriegs aufstetgt...! -an.

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Der erste Türken-Sieg?

(Privat-Telegramm.)

Konstantinopel, 14. Oktober.

Hier eingetroffene Meldungen besagen, daß

Balkau-Krise Md Borsen-Krise.

Finanzmänner über die Börsen-Panik.

Ein Berliner Blatt hat Gelegenheit genom­men. mit einer Reihe von Persönlichketten, die in der deutschen Finanzwelt eine füh­rende Rolle bekleiden, über die letztge Borsen- laae zu sprechen. Sie sind übereinstimmend der Ansicht, daß die P anik an der Berliner Börse nur eine vorübergehende Erschei­nung sei und daß bald die Stimmung sich wie­der bessern werde, da die Kriegssurchr tn der nächsten Zeit kaum in der bisherigen Form anbalten könne. Wir verzeichnen folgende Aeu-

die Montenegriner bei Gusinje gestern eine schwere Niederlage erlitten haben. Sämtliche Albanesen von Jpeck sind bewaffnet gegen die montenegrinische Grenze gezogen. Die Verhaiwlungen mit Griechenland scheinen kurz vor dem Ziel gescheitert zu sein. Sie wurden von Kiamil Pascha unter strengstem Geheimnis dirett geführt. Sie ziel­ten auf eine Abtretung Kretas an Griechenland ab. Ferner sicherten sie Grie­chenland den Bahnanschluß an sein thessalisches Retz zu. Griechenland dagegen hätte einwilli- gen müssen, daß die auf dem Berliner Kongreß festgesetzte Grenzregulierung in EpiruS, die Griechenland bisher vorzunehmen ablehnte, vollzogen werde. DaS Scheitern der Friedens­verhandlungen mit Italien wird hier mit Gleichmut ausgenommen. Man betrachtet den Krieg mach wir vor als unvermeidlich, ist aber überzeugt, daß er auf de« Balkan be- schrämft bleiben wird. Der Exsulta« Abdul Hamid wird auf Wunsch des regierenden Sultans hierhergebracht. Nach einer Version soll er bereit« hier und in einem Palais mrter- gebracht sein.

Der Vormarsch der Bulgare«.

(Privat-Telegramm.)

Sofia, 14. Oktober.

Der Bormarsch der bulgarischen Ar. mee hat gestern begönne«. Die Milttär-Kor. respondenten warte« immer noch auf die Er. laubniS. der Armee folgen zu dürfen. Die di­rekten Züge nach der Grenze verkehren alle zwei Stunden. Ein Truppentransport traf aus dem Norden ein. um nach der Grenze abgeschoben zu werden. Die Mitteilung, daß das serbische und bulgarffche Geld gleichen Kurs haben soll, hat in den beide« Hauptstädten einen vorzüg­lichen Eindruck gemacht. Die gestern abend überreichte Antwortnote der bulgarischen Regstrung auf die Vorstellungen Oesterreich- Ungarns und Rußlands, dir gleichzeitig auch der Türkei übergeben wurde, soll (wie an zuX ständiger Stelle verlautet) in durchaus würdigem Tone gehatten sein, jttroch Forderungen bezüglich der europäischen Bilajets enthalten, deren Annahme seitens der Türkei als ausgeschlossen betrachtet werden dürfte. Auch die serbische Regierung hat gestern dem österreichisch-ungarischen Botschaf- ter die Antwortnote auf die Vorstellungen Oesterreichs und Rußlands überreichen lassen.

Die Türken in Serbien!

(Privat-Telearamm.)

Belgrad, 14. Oktober.

Heute früh um fünf Uhr überschritten tür­kische Truppen die serbffchr Grenze zwi­schen Ristovatz und Garmiorsch und griffen die serbische» Truppen an. Der Kampf hat begonnen und dauert mit großer Hestigkett fort. Der ferbische Kabineüschef ant-

ßerungen:

Geheimrat Gutmann, der Direktor der Dredner Bank, äußerte sich wie folgt: Es ist ja eine altbekannte Tat­sache, daß die von aller Welt gesürchteten Bal­kanwirren ost genug die Ursache von Kursstür­zen am internationalen Börsenmarkte waren. Man ist eben in letzter Linie besorgt, daß die Großmächte in den Konslikt hineingezogen werden. Auch diesmal hat diese Befürchtung zur Folge gehabt, daß die ziemlich großen En­gagements, die an den Börsen, namentlich an der Berliner Börse, vorhanden waren, teilweise steiwillig, teilweise exekutiv gelöst worden sind. Banken und Bankiers brachten die beliehenen Effetten, wenn keine Vorschüsse geleistet waren, zum Verkauf. Das hat naturgemäß die Kurse rasch zum Sinken gebracht. Jur übrigen aber ist anzunehmen, daß die gezwungenen Verkäufe bald ihr Ende erreichen werden. Jedenfalls werden die großen deutschen Bank­institute durch Jnterventtonen das ihrige dazu beitragen, daß baldmöglichst eine Beruhigung ettttntt.

Direktor Fürstenberg, der Leiter der Berliner Handels-Ge­sellschaft, sprach sich folgendermaßen aus: Die wirffchastliche Konjunktur ist durchaus gesund, und es ist nicht anzunehmen, daß sich darin in nächster Zeit eine Aenderung voll­zieht. Die Balkanvorgänge werden nach mei­ner Ueberzeugung lokalisiett bleiben, und die an der Börse bestehenden Befürchtungen wegen einer Verallgemeinerung der politischen Gefahr halte ich für nicht gerechtfertigt. Die großen Kursrückgänge, die sich in diesen Tagen, nicht allein in Berlin, sondern zum Teil in noch höherem Mabe an den auswärttgen Börsen vollzogen haben, sind hauptsächlich durch die ungesunden Svekulations Ver- b ältnisse hervorgerufen; das Ueberwiegen der mit geliehenem Selbe gelausten Effekten mußte aus rein börsentechnischen Gründen einen Zusammenbruch der Kurse herbeiführen, sobald polttische Beunruhigung einttat.

Die Börsen-Panik in Paris.

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Paris: Die Sonnabend-Börse ist eine oer bewegtesten gewesen, deren man sich entsinnen kann. Die Kursrückgänge selbst bei allerersten Papieren waren außerordentlich große. An hoher Stelle hatte man allerdings mit einer derartigen Panik gerechnet, die wenig­stens nkfrt allein auf Paris beschränkt ist. Man glaubt zur wissen, daß zwffchen dem Finanz- Minister und dem Svndikus der Börse eine län­gere Besprechung stattgefunden hat, deren Ge­genstand sich um die Vorgänge an der Börse drehte. Es wurden Mittel und Wege beraten, um eine ruhigere Sttmmung wieder in den Börsenverkehr zu bringen. Nach Schluß der Börse versammelte der Vorstand seine Kollegen um sich und erörterte auch mst ihnen die gegen- wärttge Lage.

wartete gestern auf eine Frage des Matin-Äot. respondenten, ob der Friede« bei den Unter­handlungen mit den Mäch'en austecht erhalten wird: Ich hoffe, ja; denn obgleich man uns vorwirst, kriegerische Absichten zu haben, so werden wir unser Kreuz bis ans Ende tragen. Obgleich uns aus verschiedenen ser­bischen Ortschaften unter türkischer Herrschaft die Nachricht zugegangen ist, daß die dortige christliche Bevölkerung .nafsakriert worden ist. müssen wi- an uns batten. nm «übt

Hlgh-Me-Skandal in Belgien!

FLr neu« Millionen falsche Aktien.

(Privat-Telegramm.)

Brüssel, 14. Oktober.

Ein Skandal mit gefälschten Eisen - bahnaktien, in de« zahlreiche hochge­stellte Personen verwickelt sind, ist hier aufgtt>eckt worden. Richt weniger als für nettK Milli« ne« Mark aeiälschte Ak

tie« sollen von den Fälschern und ihren Hel­fershelfern in den Handel gebracht worden sein Die Polizei ist den Tätern auf der Spur. Es heißt, daß fraktionelle Verhaftungen bevorftr, hen, und daß der Sakndal zu einem Korrup- tionsprozetz führen wird, wie ihn Belgien noch nicht erlebt habe.

Set Kaiser «ad der Krieg.

Kuliffen-Geheimniffe ans den Krisentagen

Selten ist eine europäische Verwicklung mehr das Werk der Diplomaten urtb we­niger die Tat der Monarchen gewesen, als der gegenwärtige Balkankonstift. Die führenden Männer heißen: Sfasanow, PoincarS, Sir Edward Grey, wah. rend die Monarchen ganz im Hintergrund bleiben. Symbolisch dafür ist auch die Tatsache daß in diesen Tagen, die auch für das Deut­sche Reich nicht ganz gefahrlos sind, Kaiser Wilhelm immer noch fern der Reichs- hauptsradt und dem Zentrum der deutschen di­plomatischen Geschäfte weilt. Wir erhalten dazu von unterrichteter Seite folgende authen­tische Informationen:

, Fern von Berlin...!

(Von unferm politischen Mitarbeiter.) Berlin, 14. Oktober.

Der Kaiser hat seit Monaten Berlin nicht mehr gesehen. Man erinnert sich, daß er nach der Rückkehr von der Novdlandretse Aufent­halt In Wilbelmshöhe nahm, daß er von dort in die Schweiz reiste, dann die deutschen Kaisermanöver in Sachsen leitet« und sich aus dem Manöveogelände auf sein Jagdschloß R o- minten begab. Von Rom inten aus reifte er mit der Kaiserin nach seinem Gut Cadinen, wo er bis gestern geblieben ist. In Cadinen hält sich ber Kaiser sehr gern auf und dort fühlt er sich als Industrieller. In den jetzigen kritischen Tagen ist der Nachrich­tendienst für Cadinen verdoppelt und verschärft worden und die Reichspost hat den Postidirekior von Danzig auf das Kaiserliche Gut Cadinen gesandt, damit er dort die Ober­leitung des postalische« Kaiserdienstes führe. Die kaiserlichen Briefschaften und Zeitungen, die mit dem Abendzug in Elbing eintreffen, werden, da der Kleinhatzrianschluß nach Cadi­nen immer erst am andern morgen zu haben ist, in biefrat Fahre nochinder Nacht nach Cadinen durch einen Antomobilkurier vor die Augen des Kaisers gebracht. Einer ber wich­tigsten Gegenstände, die den Kaiser gegeuwär. tig beschäftigen, ist die Neubesetzung des Son- doner Botschafterpostens. Entgegen allen bisherigen Meldungen anderer Art kann aus sicherster Quelle mitgetsstt werden, daß die entgültige definitive Entscheidung noch nicht getroffen ist. Verschiedene Anzeichen sprechen indessen dafür, daß Graf Bernstorff künftig

deutscher Botschafter in London.

fein wird. Seine Nomierung würde aber erst dann veröffentlicht werden, wenn gleichzettig ein Nachfolger für Graf Bernstorff in Washing­ton gefunden wäre. Inzwischen ist von einer anderen Sette eine Meldung verbrettet worden, daß der Führer ber Nationalliberalen, Ernst Bassermann, für die Nachfolge des Frei­herr« von Marschall in Erwägung gezogen wor­den fei. Auf eine Anfrage an der einzig zu­ständigen Stelle wird erklärt, daß diese Mel­dung vollständig aus der Lut ge­griffen sei. Sie ging dahin, daß Herr von Kiderlen-Waechter gesagt haben soll:Wir ha­ben mtt einem Staatsanwalt aus Baden schon gute Geschäfte gemacht, weshalb sollen wir es nicht einmal mit einem Rechtsanwalt aus Mannheim versuchen!* Diejenigen, die Herrn von Kiderlen diese Aeußerung in den Mund legen, übersehen, daß Baron von Marschall doch nicht aus der Staatsanwaltsrobe in ein Bot­schafterpalais gesprungen ist: Er war inzwi­schen im Reichsamt des Innern, dann als badi- scher Bundesratsbevollmächtigter und schließlich auch noch als Staatssekretär des Auswärtigen tätig. Herr Bassermann entbehtt aber doch je­der Borbilbung für das Auslandsgeschäft. Seine Kandidatur für London wird daher für vollständig absurd gehalten. Ebenso wider­sinnig wird von den maßgebenden Kreisen di« Nachricht von der Einberufung des Reichstags wegen der auswärtigen Lage be­zeichnet. Es ist in den bisherigen Dispositio- nra keine Aenderung getroffen worden und der Reichstag wird keinesfalls früher als Ende No­vember oder Anfang Dezember zusammen­treten.

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Schwiegersohn und Schwiegervater.

(Prf r-Telegramm.)

ä rftantinopel, 14. Oktober.

ie hier brtanut wird, schrieb König B i k« tor Emanuel von Italien einige Tage vor i Ausdruck des Krieges zwischen der Türkei und

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 15. Oktober 1912

Kummer 264,

Fernsprecher 951 und 952.

Dte SafTeitiJieuefier erscheinen wockrentlick sechsmal imfc zwar ab en 6 4 Der

abemtem«iit6rret# betragt msnatUck « Pfg bei freier Zustellung tnS HauS Bestellungen oxrbe» !«derzeit Mn Mi VeickättSktell« oder den Boten entgegen genommen Druckerei. Verlag an» «edaMo» SchlachtdoMratz» 28/RO Sprechstunden bei Redaktion nur von 1 btt 8 Uhr nachmittag- Sprechstunden der Äuflhmft Stelle Jeden Mittwoch und Freitag von l 6t» * Ol)i adend» Berliner Vertretung SW. Friedrichitr 16. Telephon. Amt Moritzplatz 676

Die Sünde bet Diplomaten.

/; soll geschehen? ES ist gar nicht abzu-

sehen, wie das Fieber Europas herabgesetzt Werden soll, denn alle beruhigenden Mitteilun. gen von Börsen-Jntereffenten können die Ein­drücke nicht verwischen, die die sehr ernsten po­litischen (Ereignisse hervorgerufen haben. WaS nützt es, wenn nun. da des Unheilbrandes Flammen züngeln, Minister sich um die Gchwichtiguaug der überall auftauchenden Sor- gen mühen, Regierungen die Helligkeit des L Friedens prMamieren und Diplomaten eifrig verkünden, aS fei noch Hoffnung vorhanden, s das Schlimmste abzuwenden? Das Alles - trägt sicher nutzt zur Beruhigung bei und die i Mobilisierung-Depesche« von Rußlands und ^5 Oesterreichs Grrazen fprechen aller Schwichti. gung offen Hohn. Gerüchte erstaunlicher Art flattern auf, sie werden dementiert, sind auch - tatsächlich unrichtig; aber ihr Aufflattern allein ist ein Sympto m der schwarzen Phantasien, - denen sich die großen Massen hingebra. Und diese schwarzen Phantasien. sie lassen das Witt, schastsleben nicht zur Ruhe, nicht zu 'besonnener Ueberlegung kommen. Das ist das Fieber, das die Völker schüttelt, das Vermögen zerstört, den Wohlstand Taufender Famllien vernichtet, das Millionen und Milliarden in ganz Europa austzehtt, wie das Fieber den Kranken, den Leib des Leidenden verzehrt. Und das hat die 7 europäffche Diplomatie nickt vorausgesehen.

WHesvenft des Weltkriegs?

Sm ChaoS deck Balkan-Wirrwarrs.

Das große Unbehagen, die bange Sor­te um ber nächsten Stunde Schicksal-Fügung Dauert an. Noch haben Bulgatten, Serbien und .Srieckenlattd dem Sultan nicht den Krieg er- gätt, noch beschränken sich die kriegerischen Ope- lationen auf die Kämpfe an der montenegrini­schen Grenze, aber Europa schüttelt bereits childes Kriegsfieber, und immer klarer : und deutlicher erkennbar wird das unermeßliche Unglück, das die Kurzsichtigkeit der europäisch n Diplomatie an,gerichtet bat. Wie soll es erst werden, wenn der ganze Balkan in Flammen Hieben wird, denn die Türkei ist (wie eine in sehr würdige Watte gelleidete Proklamation Ades Sultans beweist) bereit und entschlossen, , «z mit allen (Seinem aufzunehmen und bis f tzuk Erschöpfung zu Kämpfen. Wie fall das erst : in Zukunft werden, wenn schon am Sonnabend, einem ber schlimmsten Tage, die die euro- päffchen Börsen je erlebt, in Berlin, Men, Paris und London Million enwerte in - wüster Panik zerstött worden sind? Europa M zahlt im Voraus die Kriegskostra der Bal- . kanstaatra und wird vom Fieber geschüttelt, Mweil es ganz genau sühll, daß der Balkankrieg M im Grunde nichts ist als ein Vorspiel zu schwer- |||kn Ereignissen in der Zukunft, und well es Mickt mehr das Vettrauen in die Ehrlichkeit der ^Großmächte und ht die Kräfte der Diplomatie efibt, daß es gelingen könnt«, diese ernsten Er- Wigniffe abzuwenden. Seit Jahrzehnten war Wer politische Hottzont nicht so umdüstett, ging Wjr Puls Europas nicht so heftig und fliegend fiAe im Augenblick. Und der Dalkankrieg hat f noch gar nicht recht begonnen. Die Ouvertüre r wird erst von bett Kanonen Nikitas gespielt und die Raufereien an der Grenze deuten nur an, was folgen wird!

WerttonSTrette- DU fed)8gefpaltene getl« für etn6etmtfd>e (Sefdjäfto 15 Pf». für aus.

3nlrtat« «Pf. R-Nam-,-U. für «n6etmtfd>. D--M- W Pf, für auSmürtlge ®ef<t>4fti 60 Bf SJetlaaen für bte iSefamtauflage werten mtt « Mark pro taufen» be­rechnet. ffieaen ihrer dichten Verbreitung in der «eftBen» und der Umgebung sind die Lageler Neuesten Nachrichten ein dorzüglicheO JnferttonSorgan <Sdd)4fUrMe: nölnische gtrage 5. Berliner Vertretung SW., zriedrichstrabe 16, Televdan: «ml Morltzpia, 67g

die mit ihrem Löschtrain auffuhr, als das Feuer nicht mehr zu ersticken war. Die Bal- kanstaate« und die Türkei: Beide Patteien haben bisher auf die Vorstellungen und den Kollektivschritt nicht geantwortet. Ist das richt direkt eine erschreckende Illustration zu der Machtlosigkeit, der Unfähig­keit und Ratlosigkeit des angeblichge­einten' Europa, dessen Tat-Ohnmacht sich nie unrühmlicher und beschämender offenbarte?

DaS europäische DLbLcle.

Der gekrönte Pattiarch der Schwarzen Berge wird zum Nationalhelden auf Europas Kosten, und noch immer belügen sich die Diplomaten der Großmächte In gegenseitigen Freundschaftsver- stcherungen. Aber die Völker glauben diesem Hokuspokus ber Diplomatenstube nicht mehr: Sie wUen, daß die Ereignisse den Gesetzen der Logik unterworfen sind und nicht der mehr ober minder großen Weisheit der europäischen Kabinette, und deshalb versagt jedes Mittel ge­gen das Fieber, das Europa schüttelt. Welche Wellft'emdhett dieser Diplomatie, die feudalen | Zeiten entstammt und für die ber Weisheit letz­ter Schluß hohe Repräfentationformra, scherz- : hafte E»ikettefragen und kleinliche Intrigen sind! Diese Diplomatie, diese Staatsweisheit t hat so werng mit der modernen Welt, mit unsrer Leit, die von der Wittjchajipolitik beherrscht