Einzelbild herunterladen
 

Mr Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler

2. Jahrgang.

Donnerstag, 3. Oktober 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 254

re» v«

der Türkei...!

F. H,

Sturm

völlig verwüstet worden.

Wilde.

AeoM

Wie uns <utS Berlin berichtet wird, hat

studiert lufzM

Der heftige

erheblichen Schaden ungerichtet. Bet Courzelli stürzte ein Neubau ein und erdrückte ein daneben liegendes Haus, wobei eine Frau und ihr Kind im Schlafe getö­tet wurden. Ein anderer Unfall ereignete sich auf der Eisenbahnlinie bei Monstier. Ein Baum, der vom Wind erfaßt und gefällt wurde, fiel auf «inen Eisenbahnzug, wobei ein Arbei­ter, der sich auf der Plattform des letzten Wa­gens befand, getötet wurde. In der Umge­bung von Brüssel hat die Weiterkatastrophe am schlimmsten gewütet und man schätzt den ange­richteten Schaden auf mindestens eine Mil­lion Francs. Zahlreiche Personen haben Verletzungen erlitten.

mittag die B a l k a n l a g e die erhoffte Frie. denswendung nicht nehmen sollte, an der unga­risch serbischen sowie an der bosnischen Grenze die Truppen zu mobilisieren. Oester­reich wird in diesem Falle die ganze Grenz« militärisch besetzen lassen, was in un­terrichtete« Kreisen als Anzeichen drohen, der Kriegsgefahr gedeutet wird.

le. j ntet, i

Brüssel, 2. Oktober, vorgestrige Orkan und das gestrige Gewitter haben im aanzen Lande

L M "mäulk

nt (omSttlL KneM

$t« taflti«! «tuen® 9la<brtd)t«n end)einen roocbentltd) (etSSmal ans »war abend«. Dir ebeimementtoret# betrügt menatlict 50 Ng. bei tretet guftetlung in« Hau« BeNellungen oerten!ebenen non bet SeickSN-stelle ober den Bolen entgegengenommen. Sruderet, erlag an» Weboltion. Schla-dtboMrab« 28/30 Sprechstunden der fRebattion nur von 1 bi« 3 Uhr aadjnrtttaaä SprechIwnd® der Auskunft. Stelle. Jeden Mittwoch und Freitag von » dtl « Uhr abend« Berliner ®ertretung. SW_ ftriebridiftr 16. Zeleobon. Ami MoNgplah 676

Sesterreich-llngaru mobWett!

®w nächste Folge der Balkan-Wirren.

Pete rsb ur g angetreten, wo sie mit dem aus Japan zurückkehrenden Prinzen Heinrich zusammentreffen wind. Prinz Heinrich wird von seiner Japan-Reise Anfangs der nächsten Woche in Berlin zurückerwartet.

3nfertton8pretfe: Die lechSgelpallene Zeile Mr einheimische «elchaM Pfg., für au», roärttge Inserate 25 Pf., Reklamezeile für einheimische Seschüfte 40 Pf, für auswärtige «eschLNe 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werben mit 5 Mark pro laufens be­rechnet. Wegen ihrer Sichten Verbreitung in der ReNSenz und See Umgebung finb Sie Lasseier Neuesten Nachrichten ein vorzügliche» JnserN-nSorgan. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW.. Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676.

eine Pforte zur Adria.

Es hat keinen Zweck mehr, unser Wollen und unsere Sehnsucht länger zu verbergen. Es mag fein, daß vieles gegen die Erfüllung unserer Wünsche in dem gegenwärfigen Augenblick spricht. Ich persönlich und viele meiner Landsleute, wir find aber der Meinung, daß wir später nichts erreichen werden, wenn wir uns fetzt wieder beschwichtigen lassen. Wer die Stimmung in unserer Heimat kennt, der weiß, daß der Kessel bis zum Zerspringe« erhitzt ist. Die Jahrzehnte lang in uns aufgespeicherte Spannung mutz sich einmal ent­laden. Es ist gleich, ob es uns zum Schaden oder gar zum Verderb gereicht. Es gibt eben im Böllerleben Augenblicke, wo die ruhige Be­sonnenheit der Diplomaten der machtvoll^" Empörung der Volksseele weiche« mutz Dieser Moment ist jetzt gekommen. Ich lese in den deuffchen Blättern, daß man sich der Hoff­nung hingibt, eS werde nicht zum Aeutzersten komme«. Ich glaube, daß das ein« Fehlhoff­nung ist. Wir können und

wollen nicht mehr zurück.

Mr narben alles Vertrauen, das wir zur ge« genwärtigen Regierung unseres Landes haben, verlieren, wenn sie sich jetzt nicht zum Voll­streck er unserer alten Sehnsucht machten wollte. Mich persönlich überrascht es. daß man die jetzige Entwicklung der Dinge in Deutschland nicht schon lange hat kommen sehen. Der deuffche Staatssekretär des Auswärfigen Am­tes ist doch ei« Balkankenner, Herr von Kider- len-Waechter hat lange genug auf dem Ballon gelebt, und er mutz wissen, wie es in uns aus- fieht. Sein österreichischer Kollege Berchtold hat aber die Situation schon längst besser erfaßt. Seine Zirkularnote an die Mächte be­zweckte ja, die Türkei auf friedlichem Wege zu dem zu nötigen, was jetzt unsere Waffen von ihr erzwingen werden. Nun ist es zu spät: Selbst wenn die Pforte im letz­ten Moment nachgibt, wird sie die Erregung kaum mehr dämpfen können. Es sind eben Jahrhunderte und Jahrzehnte langer Vol­ke r h a ß und B ö l k e r s e h n s n ch t, die sich jetzt Luft machen. Wir können eigentlich kaum mehr sagen, N j r w o l l e n d e u Krieg, wir

Depeschen aus Belgrad melden uns: Als der entscheidende Termin für die Kriegserklärung wird allgemein der kommende D o n n e r s- tag bezeichnet. Daß ein Krieg vermieden werden kann, glaubt hier niemand mehr; der Krieg gegen die Türkei wird vielmehr allgemein als ein Gebot natio­naler Pflicht betrachtet, das zu erfüllen jetzt Gelegenheit geboten sei. Bulgarien, Serbien, Monte­negro und Griechenland seien entschlossen, gemeinsam den & entscheidenden Schlag zu führen. Das Kriegsgespenst huscht durchs Land. In den Balkanbergen überdröhnt Waf- ftngeklirr die Stimme des Friedens, zur Gren­ze deS Osmanen-Reichs wälzen sich die Heerhau­sen rampfzerüsteter Zaunkönige, und es bedarf nur noch des zündenden Funkens, der das von allen Setten gefährdete Pulverfaß zur Explo­sion bringt und damit dem Verhängnis Euro- pens wert die Bohn öffnet. In den Kabinetten europasicher Großmacht-Politik zittert die Ner- vosität tmch alle Pulse: Das Aufzischen sla- rmchck Voll-Leidenschaft kam zu jäh, zu unver- Bii8tlf; Ferdinands und Peters kriegerische |$t überraschte die Zionswächter des Frie­ders mehr fast noch wie seinerzeit das Donnern W Japaner-Kanonen im Nachhall verlegnen riplomaten-Geplauders über dir Möglichkeiten «wes ruffisch-japanischen Konflikts. In Ber-

Dttobe xg, der ; Toick

Nobck it A>ck iaffel.

5riebt» in

Weg streute, verkündete die offiziöse bulgarische Depeschen-Agentur, die Mobilmachung sei er. folgt, um gegenüber den türkischen Truppen­bewegungen eine militärische Sicherung Bul­gariens herbeizuführen, und aus Belgrad, Athen und Ceünje erzählte der Draht das gleiche Kindermärchen. Vierundzwanzig Stun­den später lautete die Melodie schon anders: Autonomie Altserbiens, Lostrennung Mace. doniens von der Türkei und weitgehende Kon­zessionen des Khalifen an den Ruhestörer-Bund der vier Zaunkönige! Und das alles geschieht vor Auge und Ohr der zur Friedenswacht ver­pflichteten Großmächte, ungesehen und un­gehört; vollzieht sich, ohne daß in Peters­burg, Wien, Paris, London oder Berlin eine Staatsmann-Seele den Albdruck der Balkan. Sorge spürt? Es gehört ein starker Glaube da­zu, das Märchen ernst zu nehmen, und wer wirklich noch hoffen mochte. Europas Friedens- Wacht werde in den Baffanbergen keimendes Unheil getreulich bannen, sieht jetzt durch den Reklame-Trick dergemeinsamen Mächte- Aktion" seiner Einfalt frommen Wahn zerstört.

Was soll im Moment der Erregung-Hitze das naive Mühen um den Frieden? Wenn es .Rußland (der am Balkan am stärksten inter­essierten Großmacht) ernstlich dämm zu tun war, in einem Augenblick, in dem über den Balkanbergen überall gespenstisch die Wetter­zeichen ausblitzten, neue Komplikationen zu verhüten, dann war dazu Gelegenheit gegeben, als serbische und montenegrinische Beute-Sehn- sucht schüchtern am der Newa anklopfte: Ein Wink desgroßen Bruders" und Slawas Hel­densöhne, die jetzt in schimmernder Wehr an der Türkengrenze stehen, würden das trutzig gelockerte Schwert still in der Scheide geborgen haben. Nun, da der Brand entfacht ist, und die Flammen überm Dache züngeln, mögen die Hüter des Friedens schauen, wie sie die Kata­strophe erträglich gestalten. Am Bosporus schwellt neuer Heldenmut die Türkenseele; die Erkenntnis drohender Gefahr eint Allahs Söhne in dem einen Gedanken: Osmans Reich vor neuer Vergewaltigung, neuer Schwächung zu bewahren; sei's selbst um den Preis eines zweiten unglücklichen Kriegs. Und während in Europens Diplomatenstuben die Weisen noch über Zweck und Erfolg der russischen Minister- fahrt zur Themse und Seine, über dasGe­heimnis von Balmoral" und das Rätsel der SsasanowLournee grübeln, dröhnt vielleicht im ersten Kanonenschuß aus den Balkanbergen schon aller Rätsel natürlichste Lösung durch die Lande, und was alle Kulissenpolitik und Diplo­matenkunst im Sonnenschein des Friedens nicht vermocht, gelingt dann der Gewalt in der Nacht des Kampfgewirrs: Die Aufte ilung

Serbien will den Krieg!

Ein Interview mit dem Bandenführer Nicolo Bastitsch.

In diesen Tagen der großen Balkanwirren wird es interessieren, einmal von einem her­vorragenden serbischen Politiker et- was über die Ursachen der Erregung auf dem Balkan authentisch zu hören. Nicolo B a - stitsch, der Verfasser der nachstehenden Aeu- ßerungcn, ist der heute immer noch jugendliche Baftdenführer, dessen kühne Streiszüge in dem serbisch-bul-zarischen Kriege von 1885 so popu­lär wurden, und der noch heute in der g r o ß - serbischen Bewegung eine entscheiden­de Rolle spielt. Er ist auf dem Wege von London nach Belgrad gestern vormittag einige Stunden in Berlin gewesen, wo er un- ferm Berliner Vertreter die folgen­den Ausführungen zur Verfügung stellte:

Die Stunde ist gekommen!

(Von unserm R. S.-Mitarbeiter).

Berlin, 2. Oktober. ,

Nicolo Bastitsch erklärte mir im Laufe der Unterredung, die ich gestern mit ihm hat­te: Wir fühlen es jetzt, daß unsere Stun­de gekommen ist. Wir haben keinen Grund, länger ein Geheimnis daraus zu machen, daß wir den Krieg wirklich wollen. Wir wol­len hin schon lange und die Mächte werden nunmehr keine Möglichkeit haben, uns daran zu hindern. Wir wollen der Welt ein Beispiel dafür geben, daß dieGroßen" immer noch nicht so groß sind, daß sie denKleinen" jede Willensregung unterbinden können. Wir find es müde, unsere Polittk, immer nur nach dem Gesichtspunkt zu orientieren, den man in Wien oder Petersburg oder Konstantinopel für an­gebracht hält. Ten« wir sind auch eine Nation, eine Nation von stolzer Vergangenheit, eine Nation, die nicht einsieht, warum sie darum nicht auch eine Zukunft haben soll. Bel uns ist ein Wort des Deutschen Kaisers sehr populär geworden, das dieser einmal gespro­chen hat. Ich meine das Wort:Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser'.« Auch wir brauchen den Zugang zum Wasser,

ieck. *

>kke.

It

earbe

Sin Drama aus der Donau.

Depeschen aus Bukarest berichten über eine schwere Schiffskatastrophe auf der Donau: Nahe dem rumänischen Städtchen Har- sova auf der Höhe von Gura Bartschei an der Donau rannte der DampferSzechen hi" der ungarischen Tonauschiffahrt eine Militär- schaluppe an. Sechs Offiziere wurden gerettet. Neun Offiziere, darunter ein Oberst, ein Major, drei Leutnants, ein Militärarzt und drei Fähnriche, ertranken. Die Mili- tarschaluppe, dieTrotuschul" heißt, ist gesun­ken. Die Offiziere gehörten meist dem Pionier- Bataillon an, das in Fokschani ständig in Gar­nison liegt. Von den Soldaten haben ein­undzwanzig Mann das Leben ver­loren. Der ungarische Dampfer wurde von den rumänischen Behörden beschlagnahmt.

}e, Seid

:t Sa® ach-

i nn N tit

ntiijj! gebend

zsj dar Verhängnis nahe...? ttttofra und die Balkan-Krise; Gefährdung des Weltfriedens; da« Ende der Türkei?

Fit*»

1/1 Mr

Die neue Wetter-Katastrophe.

Schwere Sturm-Lnwetter im Rheinland.

In den späten Nachtstunden des Montags und am gestrigen Tage wurde der rheinisch­westfälische Jndustriebezirk und überhaupt der nordwestliche Teil der Rheinprovinz von einem schweren Sturm heimgesucht, der allent­halben großen Schaden anrichtete. In Duis- burg-Laar stürzte ein Kamin ein und durch­schlug das Glasdach einet Kleinkinderbewahr­anstalt, wobei ein Kind getötet und drei Kinder schwer verletzt wurden. Auch inDepeschen aus Düsseldorf, Aachen, Dortmund und andern Städten wird über großen Schaden und furcht- bare Verheerungen durch die Sturm-Kata­strophe berichtet.

Der Westen im Sturm.

(Privat-Telegramme.)

Köln, 2. Oktober.

Der gestern hier herrschende Sturm war der schwerste, der das Rheintal seit Jahrzehnten heimgesucht hat. Der Sturm, der in der Stadt großen Schaden anrichtete, trieb eins der klei­nen Dampfboote, die den Verkehr zwi­schen dem Kölner Hafen und Deutz vermitteln, gegen die Schiffsbrücke, an die es mit starkem Ruck anfuhr. Hierbei verloren drei Personen das Gleichgewicht und stürzten in den Rhein. Zwei ertranken, die dritte konnte geret­tet werden. Das Boot war voll besetzt mit Ar­beitern, die sich zu ihrer Arbeitsstätte in Deutz begaben. Auch an den Fernsprechlettungen hat der Sturm enormen Schaden angerichtet; zahl­reiche Leitungen sind heute noch gestört. Der in der Stadt und in der Umgebung angerich­tete Schaden wird auf Hunderttausende von Mark geschätzt.

Duisburg, 2. Oktober.

Der gestrige Sturm hat ein schweres Un­glück herbeigefühtt: Von der katholischen Klein- kiuderbewahranstalt in Duisburg-Laar stürzte vormittags infolge des schweren Sturmes ein Kamin herab, fiel durch ein Glasdach di- rett in das mit Kindern besetzte Schulzimmer und tötete ein Kind, während drei an­dere schwer verletzt wurden. Inzwischen hat das Sturm-Unglück ein weiteres Opfer gefor­dert: Eins der schwer verletzten Kinder ist gestern abend gestorben und ein drittes Kind liegt im Sterben. Die Kinder haben sämtlich Schädelbrüche davongetragen. In der Stadt wurden mehrere Personen durch abstür­zende Dachziegel zum Teil schwer verletzt. Im gesamten Industriegebiet hat der Sturm schwe­ren Schaden angerichtet und in der Umgebung von Duisburg sind einzelne Gehöfte vom

jtie (öaietj-f nurin Aussicht genommene") | gemeinsam« Aktion der Friedensmächte wird | !ss. 15Belgrad, Athen und Cetinje ver- I fiändnisinnig zur Kenntnis genommen, in M Konstannnopel schmerzlich belächelt werden: | ber gute Rat zum Frieden, wenn

| an der Grenze der Feind in blanken I Waffen steht? Als am Abend des letzten Sep- M temberrags in den Straßen von Sofia die krie- | Serffch-fanatisierte Menge Ferdinands Mobil- | machungS-Befehl bejubelte und den zum Bahn- | »°f marschierenden Truppen Blumen auf den

rt. 1 ert.U n. !

er. 1 uskt? I

!Y.

-neidet. It«. fi mg. et.

ffen,

kin ist man (wie aus der Wilhelmstraße der. fe kautet)äußerst pessimistisch gestimmt", in tlBien wirddie Möglichkeit der Erhaltung des Friedens als noch nicht ganz 'geschwunden« in Paris müht man sich, dasVer-

ir«en auf die Friedensarbeit der Großmächte" fit feinen letzten schwächlichen Restchen zu er« hasten, in Petersburg runzelt der Pro­tektor der Zaunkönig-Politik am Balkan miß­billigend Ne Stirn und in London schwlch- tigt Sir Edward Gveh die Sorge mtt dem tröstlichen Hinweis auf diegemeinsame Ak­tion^, die der Großmächte-Konzern zur Dämp­fung des drohenden BaMnbrands plant. Wo­hin das Auge schaut: Verwirrung, Ratlosigkeit «td bängliche Sorge um der nächsten Stunde Mlhicksal-F ü-z ung.

nde i 15 M Dc> SOI i Preis I Kti

Wie uns aus Berlin berichtet wird, hat ©in ¥ r i 6 a t . Telegramm auS SBien die Prinzessin Heinrich vo« Preußen mcv»et uns: Die BfterreidHfA-mttmriftfie <Re- «eftern nachmittag eine Reise über Berlin nach aierun* ist entschlossen, falls bis.'Dvnnerstag

Bo« ungefähr ist's nicht gekommen. Vor d»chen, vor Tagen noch hörten wir aus Sofia Belgrad hell die Friedens glocken läuten: D-r Uebeveinkommen zwffchen den Völkern Mdinands und Peters (hieß es damals) nur dem Frieden; niemand denkt daran, W) üblen Waffen!arm Europens Herbst- W zu stören und die Männer am Balkan sich durchaus der Verantwortunz bewußt, Friedensbedürfnis der Welt ihnen zu- Noch zitterte der Schalmeien klang die- '^Arschuld-Bekenntniffes in den letzten Schall- ^tsen öffentlicher Meinung, als Ferdinands --caieftat die Bulgaren-Arme« zu den Waffen den Serbenbergen die Miliz die Flin- u stierte und sogar im Land der Schwar­zen Berge und in Neu-Hellas Gefilden die Krregtrompete durch die Gaue schmetterte. Hier kein Zufall Weltgeschichte gewoben, keine «--ressen-Einheit vier Völker ums Kampf- «>uier geschart: Der Kriegruf am Balkan ist ® Signal zum Beginn einer planmäßig vor- T^eten, sorgfältig auf Einsatz und Mrkuna jüXWtin politischen Aktion gegen die der» Un) nur Einfalt kann wähnen, daß bis zum Truppen-Aufmarsch gedie- daß im Konzern der Großmächte eine Vorn Werden des Herbst-Verhängnis- 1 $ regte. Rußlands Arm reckt sich über | ^.^Knberge als der des Beschützers und .. Rußlands Gesandter an König

. wird in vier kriegbegeisterten-

| als derInspirator der Völker-Er-

: kttfeiert und nur Rußlands Dul-

| Unterstützung) kann in den Balkan-

| r»nwinben Kriegwillen zur Tat verdichtet, L n unter der Asche zum lodernden

| Feuerb.ai!^ entfacht haben.

Der Kaiser und die Bibel.

Wilhelm der Zweite über Traub-

Unter allerlei pikanten Histörchen und Anek­dötchen vom Schweizer Kaiserbesuch hatte der Korrespondent des Pariser Tempe seinem Blatte auch folgenden Aus- spruch des Kaisers dem Bundespräsi­denten Forrer gegenüber übermittelt:Sehen Sie, Herr Bundespräsident, die Geistlichen, Pastoren und Predigtmach er sind mir zuwider." Nunmehr erklärt das Berner Tagblatt auf Grund einer beim Bun­despräsidenten selbst eingeholten Erkundigung, daß Kaiser Wilhelm dem Bundespräsidenten, nicht ein Wort gesagt habe, woraus die fragliche Aeuß-rung konstruiert werden könne.

Der Kaiser ist nicht orthodox!

(Privat-Telegramm.)

Der«, 2. Oktober.

Der Berner Theologe, Professor Dr. M e y - er, bet dem Kaiser gelegentlich seines Aufent­halts in Zürich vorgestellt wurde, berichtet über folgende Unterredung mit dem Kaffer: Der Kaiser fragte alsbald, welcher kirchlichen Rich, tu«" ich angehöre, worauf ich mich zur libera­len Theologie bekannte. Hierauf erklärte der Kaiser, erseiauchnichtorthodox, was überhaupt eine bedenkliche Selbstbe­zeichnung sei. Er lebe nicht in Dogmen und Bekenntnisschrifte«, sondern in der Bibel. Auch den Pfarrern solle man nicht einen buchstäblichen Bekcnntttisglau- ben auferlegen. Aber die Kirche brauchedie festen Formen, sonst gerate alles in Ver­wirrung. Darin lägen die Entgleisun­gen Traubs, deren Konseguenze« äußerst unbequem seien.

Die Rückkehr des Prinze« Heinrich.

tettfen recke, j rtt

z. tl.

ter. 4 nd. i e. g ert | er. | iechen. ach.i