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1912.

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 253.

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Fernsprecher 951 und 953.

Mittwoch, 2. Oktober 1912

2. Zaürgarrg

Fernsprecher 951 und 952.

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zu orrnrn, cet veui- französischen, vor ottcm aber der russi- Khnl. Di« besten deutschen, englischen, franzö- Mchen und italienischen Werte sind in russischer «Übersetzung jedem gebildeten Bulgaren zu- <«8lich. Jedes Feld nationaler Tätigkeit wur- E beackert, Lank den Wissenschaften, di» Vie ^haaren auf Universitäten und technischen Hochschulen in Deutschland und Oesterreich, Frankreich und Rußland, in der Schweiz und «Bellen sich erworben haben. Unterricht Finanzwesen, Justiz und Verwaltung, ^^wirtschast und Industrie, Literatur und ^dienichast, die Entwrckluntz und Veredelung tat.J^aen Lebens und des materiellen X'8r- Bevölkerung: Allies Das hat sich zu rm-r harmonischen Wiedergeburt des l Z? , vereinigt, die die günstigsten Ausstch- N eröffnet und die Bulgarien als Volk und S 2^« im Innern stark und leistungsfähig ge- L to-TL*81- Bulgarien dankt seine nationale

Kntz>iT8rinm seinem völlischen Intellekts

3nfertton8Breife: Die fcd)5gefi>altene gelle für etnhetmtsch- ÄefchLN« 15 Pfg., für au», roärttge Qnferate 25 Pf., ReklameziUe für etnSetnrtfdje »eschLfte 10 Pf, für auSroärttge SefchäNe 60 Pf. Beilagen für bi« «efamtauftage werden mit 5 Mark pt» Tausend de. rechne!. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Restden, und der Umgebung sind die Saftetet Steuerten Nachrichten ein vorzügliche» gnferttonSorgan «eschLfUftelle: Nülnifche Straße 5. Berliner Vertretung: SW., ^riedrichrtraße 16, Telephon: Amt Morihplatz 678.

wird ihre Bemühungen, einen kriegerischen Zusammenstoß zwischen der Türkei und den ihrigen Balkanstaaten zu verhindern, auch etzt noch fortfetzen, die Hoffnung aber, daß dies gelingen wird, ist fast bis auf den Rullpunkt zurückgesunken. Darauf ollen die ersten Ausführungen in der Sonn- tagSauSgabe der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vorbereite«. Ein gestern zur vorge- rückten Stunde aus der griechischen Gesandt- chast in Berlin eingetroffenes Telegramm gibt Befehl, daß sämtliche in Deutschland augen­blicklich befindlichen griechischen Offi­ziere sich z« ihren Truppenteile« nach der Heimat zurückbegeben solle«. Es befinde« sich darunter auch zwei Offiziere, die als Milttär- piloten ausgebildet werden sollen. Auch die erbische Gesandtschaft macht bekannt, daß nach erfolgter Mobilisationserklärung sich nunmehr sämtliche inDemschland sich aufhaltende Militärpflichtige sofort zu ihren Kommandos zu begeben haben. Heute früh wurde hier be­kannt. daß die Großmächte eine gemein- ameAktionbei der Pforte planen, um den

Frieden zu erhalte«. .......

Universität Sofia und zahlreiche bulgarisch« Gymnasien. Die deutsche Gelehrsamkeit und das russische Beispiel mache« ihren Einfluß geltend in den Staatseinrichtmrgen und in der sozialen Gesetzgebung. Dank den Bemühung«, zur Hebung des Landes ist die Bevölkermrg in den letzten fünfundzwanzig Jahren von 3 ISO 000 Seelen auf 4 300 000 gestiegen, der Handel von 110 auf 384 Millionen Francs, Me Ausgaben von 44 auf 180 Millionen Franc-, In der Hierarchie der Kulturvölker löifa nm freilich die Bulgaren nur einen bescheidenen Platz behaupten: Sie sind gering an Zahl un- jung. Obgleich si« infolge ihrer geographische^ Lage einen geachteten Rang in der gegenwär­tigen und zukünftigen Politik einnehmen, müs­sen sie sich doch bei dem Los der kleine« und junge« Staaten bescheiden. Aber Bulgariens große Verzangenheit, seine wunderbare Vitali, tät und auffallend rasche Entwicklung gewähre« der Hoffnung Raum, daß eS, von der zivild fierten Welt unterstützt, eine seiner alten Kultur würdige Stellung sich erkämpfen wird, eilte. Position im Rat der Völker, würdig jener al­ten Kultur, die eine der blühendsten im Mittel, alter deS Orients war, und deren Spuren noch heute im Wesen und Weden des modernen Buh garentums lebendig sind!

Die Würfel sind gefallen: Bulgarien, Ser­bien, Griechenland und Montenegro haben sich für den Krieg entschieden! Die vier Balkan- Reiche wollen den Kampf wider die zer­bröckelnde Türkei, und die Großmächte, in deren Kabinetten die Balkan-Sorge wie ein bleiches Gespenst umgeht, wollen diesen Krieg, der einen Weltenbrand enffachen kann, ver­hüten: Das ist heute das Charakteristikum der Lage! Die Stimmung der BalkanvMer hat sich alftnählich erst vom Sehnen zum Fordern ent­wickelt, und die letzten Tage haben dann die Kriegsbegeisterung hoch auflohen lassen. Vor Wochen schien es, als seien alle akuten Fragen beseitigt: Den Albanern war von der Pforte viel versprochen worden, und die Albaner Wa­ben dann noch eiui geZwischenfälle beizulegen, rrn auch zum größten Teil befriedigt. Da trat die mazedonische Frage in den Vordergrund: Für Mazedonen sollte die Pforte dieselben Ver­sprechungen geben wie für Albanien, und das geschah auch. Dennoch steigerten sich die Wünsche, bis zum Verlangen nach völliger Autonomie für Mazedonien, noch deren Er­reichung man vom Norden und vom Süden her, von Bulgarien und von Griechenland aus mit der Aufteilung Mazedoniens hätte beginnen könnm. In langsamer Steige­rung nahm die Spannung unausgesetzt zu und sie hat offenbar jetzt ihr Höchstmaß erreicht, jenen Siedepunkt leidenschaftlichster Volk-Er­regung, dem die Katastrophe aus dem Fuß zu folgen pflegt! Die Parole am Ballan heißt heut: Krieg; die Kampfstimmung der Völker hat sich stärker erwiesen als die Politik der Re. gierungen, und Europa hat Grund und Anlaß, dem Ungewitter, das in den Dalkanbergen sich vorbereitet, mit ernster Sorge entgegenzu- hanen!

Kaufleute keine Störung erfährt. Die allge­meine Mobilisierung der serbischen Armee wurde vom König verfügt, da, wie offiziell gemeldet wird, die Mobilisierung eines Teiles der türkischen Armee und die Konzen­trierung türkischer Truppen an den serbischen Grenzen die serbische Regierung veranlaßte, dem König enffprechende Sicherungsmatznah- men anzuraten. Zwei Belgrader Regimenter sind gestern bereits mit versiegelte« Marschvorschriften an die Grenze ab­gegangen. Es wird hier der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß nach Lage der Sache auch Oesterreich.Ungarn zur Mobilisa- tion gezwungen sein werde.

Das erste Grenz-Gefecht?

(Privat-Telegramm.)

Sofia, 1. Oktober.

Die MobMfierrmgSorder ist gestern nach­mittag gleichzeitig in Sofia, Bel­grad, Cetinje und Athen proklamiert worden. Die Montenegriner sollen seit gestern mit den Türken im Gefecht stehen. Die Mobilisierung von Sofia erstreckt sich vorläufig auf die Provinztruppen. In Sofia ist die Mo- bilisierungsower gestern abend durch de« Staatsanzeiger veröffentlicht und gleichzeitig ein Moratorium angeordnet worden. Ueber ganz Bulgarien wird der Belagerungs­zustand verhängt. Die Regierung hat an alle Kabinette eine Zirkulardepesche gerichtet. Die verbündeten Balkanstaaten verlangen die vollftäxdigeAutonomieallerPro- v i n z e « der europäischen Türkei. Die Regie­rung hat' stch zu den tatkräffigsten Schritten enffchloffen, da die Verständigung mit Serbien, Griechenland und Monte­negro lückenlos abgeschlossen ist. Alle diplo- matischen Schritte Bulgariens werde« mm auch die entsprechende mUitärisch« Unterstützung von diesen Staaten erhalten. Alle vorberei­tenden technischen Maßnahmen zu der beschlos­senen allgemeinen Mobilmachung find bereits verfügt. Griechenland hat gestern im Ein­vernehmen mit den Balkanstaaten die Mobili- fierung seiner sämtlichen Stveitkräste zu Wasser und zu Lande angeordnet.

Eine Aktion der Großmächte?

(Privat-Telegramm.!

Berlin, 10. Oktober.

In deutschen amtlichen Kreisen herrscht starker Pessimismus über die weitere Entwicklung der Ballanlage. Roch gestern hat­ten die Großmächte gemeinsam und jede für sich in Sofia, Belgrad und Konstanfinopel vor Mobilisierungen gewarnt. Die Diplomatie

obaimei- ftlippitt sei. j

_?em Vasallenstaat zum Königreich.

Nachdem Bulgarien zu Beginn seines neu- uatronaie^ Lebens von Belgien die Ver- Achtung matijnt hatte, hat es von ihm im ver. WBgen-n <5ahr auch die proporttonale Vertret ^*-6 «Otta»»,,«,,. Von Deutschland aber es die pädagogischen Methi^>en;

61>t ihm seine Gesetzes- und Vevwal- gsbesnmmungen. Italien seine progressive ^Mommensteuer und seine Gesetze über die öf» r-iche Verwaltung. Aus den österreichisch. Dorischen Landwirffchaftsschule« schöpften ^Bulgaren zuerst die Elemente der moderne« ^^vrrffchaftskunde. Die deutsche W i s - Mn. chaft erleuchtet bie Lehrer der jungen

Bulgarien kriegsbegeistert!

(Privat-Telegramm.)

Sofia, 1. Oktober.

Die Mobilisierung wurde gestern nachmittag um fünf Uhr offiziell bekanntgege. ben. Die Nachricht wurde mit große» Be. geiffetung ausgenommen. Alsbald durch zog eine zahlreiche Menge die Straßen. Di« Manifestanten trugen die Mobilmachungsorder und brachten ununterbrochen Hurrarufe aus. Beim Vorbeiziehen an der italienischen Ge- sandffchaft wurden Ovationen für Jta. l i e n dargebracht. In der Stadt herrscht reges Leben. Gestern nachmittag sand unter bem Vorfitze des Königs Ferdinand ein Mini­ster r a t statt, der bis gegen abend dauerte. I« den Nachmittagsstunden war das Gerücht ver- breitet, daß der Krieg mit der Türkei bereits erklärt worden sei. Ungeheure Men- scheumassen zogen nach dem Square-Cen­tral, wo lebhaft über die Lage diskuttett wurde. Auch auf den Bahnhöfen haben flch dichtgedrängte Menschenmassen eingefunden, um die Ankunft der nach der tüttische« Grenze ab­gehenden Truppen zu erwarte«. Die Offi­ziere, die vorläufig noch i« der Stadt bleibe«, verabschieden sich von ihren Kameraden mtt den MottenFreiheit oder Tod". Niemals sind die Soldaten so begeistett auf den Kriegs­schauplatz gezogen.

Die Stimmung in Belgrad.

(Privat-Telegramm.)

Belgrad, 1. Oktober.

Ministerpräsident Paschitsch erklärte «ach der gestttgen Bekanntgabe der Mobilisie­rung s o r d e r für die Annee, Serbien werde die Autonomie Altserbiens im Inter­esse Serbiens, der Türkei und der Aufrechter­haltung des Friedens auf dem Balkan verlan­gen. Wir haben die fiste Hoffnung erfolgreich zu fei« (sagte der Ministerpräsident) und es ist unsere Pflicht, diese Autonomie zu verlan­gen und auftecht zu erhallen. Im allgemeinen glaubt man, daß Paschitsch sich bereits die Unterstützung Rußlands gefich«t hat.

Tu Satteln m«utlte» Na-brichten eNchetne» wöchenwch f<4«mal und mir ibenni abMnem«nl6pretf beträgt menatttd) 50 $fg bei fretn Zustellung m« öaui Bertellwiaen «xrbnteereeu m b« -SachLN-rt-lte ebn den Boten entgegengenomme^Dru-terec «nt^ -nd Nedattw» Sch lochtdoUtrab« 28/mx Sprechstunden der «ebattlon nur von 1 bti 3 Ubr «»mittag* Sprech stundender «uNunN. Stelle: Jeden Mittwoch und Kreta, oon > M* » Oft, adend* «tetltw. Ontretung SW. ftrt-drtchrtr 16. T-lephoiu ®mt SHortsplaj 676

$ie Rumänien St. Patrik.

Der Diebstahl der irischen Kron-Znwe- le«; Skandalaffäre am englischen Hof.

Vor einigen Tagen ging durch die engli­schen Blätter die kurze Meldung, daß der be­kannte irische Peer, Lord Ronald Leve- on-Gover den Konkurs angemeldet habe. Als Hauptgrund seines Zusammen­bruchs wurden seine geschäftlichen Beziehungen mtt Leutnant Frank Shackleton, dem Bru­der des berühmten Südpolforschers, Sir Ernest Shackltton, angegeben, m deren Berkaus et viele Tausende von Pfund Sterling verloren haben will. Hinter dieser einfachen Meldung verbirgt sich ein Roman, der ttotz seiner Wahrheit an wilder Abenteuerlust de» gewagtesten Gedankenslügen eine» DumaS in nichts Nachsicht. Fritz M a n a s s e, der frühere Redakteur der Londoner Daily Mail, der vor fünf Jahren Beauftragt war, den Diebstahl der irischen Kronjuwelen aufzufiären, veröffeittlicht darüber folgende sensationell, Mitteilungen:

Hof-Kabalen und Hof-Intrigen.

(Privat-Telegramm.)

BreSla«, 1. Oktober.

In der Breslauer Morgenzeitung verösfintt licht Ftttz M a n a f s e sensationelle Enthüllun­gen über den Diebstahl der irischen Kronjuwe- len. Er schreibt: Vor fünf Jahre» wurde ich als Rttiakteur der Daily Mail vom Verlag bei BlatteS beauftragt, Nachforschungen über dft Urheber des Diebstahls der irische« Krotp j u w e l e n anzustellen, der damals ganz Groß, brttannien in Aufregung versetzte. Im Schlosst zu Dublin, der Residenz des Vizekönigs vor Irland, waren in einem schweren Geldschranj auf einem Korttdor die ittschen Kronjuweleni bestehend auS Ordenskreuzen, Kette«, Schleifio und Insignien des Ordens von St. Patrick im ungefähren Wett von zweieinhalb Miß lionen Mark aufbewahrt. Eimes Morgemch als Beamte aus dem Wege zum Büro durch der Korttdor schritte«, bemettten sie, daß der Geld, schrank erbrochen und die Juwelen »eti schwunden waren. Nachforschungen «uw den sofott angestellt, vettiefen jedoch, so glaub fi man damals, refultatloS, und bis zum Henri, gen Tage sind die irischen Kronjuwelen noch nicht gefunden worden. Als ich meine Recher. che« aufnahm, war die Affäre noch in das tief­ste Dunkel gehüllt, aber bald kam mir hier und da etwas zu Ohren, und ich besuchte schließlich den Major V i e a r S, den Sruber des Ku rators der gestohlenen Juwelen, Dir Arth« Bicars, der nach dem Raube mit Schimpf uns Schande feines Amtes entsetzt und gesellschaft lich unmöglich gemacht worden war. Der M» jor konnte mir über das innere Leben

am Mzeköniglichea Hofe

zu Dublin manche Auffchlüffe geben und e* eröffnete fich vor meinen erstaunten Blicke« nach und nach eine Hofkabale von folch mr- glaublicher Frechheit, daß ich beschloß, bi« einzelnen Momente sehr genau zu prüfe«. Chattes Williams, ein bekannter Einbre­cher und Hochstapler, stand damals vor dem Londoner Schöffengericht unter der Anklage bei Diebstahls. Ich besuchte ihn mtt behördlich« Erlaubnis im Untersuchungsgefängnis und « gestand mir ein, daß er im Auftrag vo« Leut nant Frank Shackleton Nachfchlüffel z, einem Geldschrank angefertigt habe. Shackletop dessen Photographie er wiedererkannte, sei ist Begleitung eines anderen Herrn zu ihm in fei ne Wohnung in Edmonton bei Lorwo« gekom

mch mit

a, beibt E.

Bulgarien: ßinft und jetzt. eine Kulturstudie vom Balkan, von Geschoff, Minister-Präsident in Bulgarien.

Die älteste aller flavischen Kulturen ist die bulgarische. Von den südlichen flavischen Stämmen traten zuerst die Bulgaren mit dem bizanrinischen Kaiserreich in Verbindung mid brachten ihm die christliche Religion «nd die romanische Kultur. Unter wech­selnden Schicksalen blieb diese Kultur des Süd­ostens von Europa bis zur Eroberung Bul­gariens durch die Türken in der zweiten Hälfte >8 vierzehnten Jahrhunderts bestehe». Als tückische Vasallen verloren die Bulgaren mit l^rer Unabhängigkeit auch die letzten Spuren i$rer Kultur, die sie zu einem zivilisierten v»lk erhoben hatte: Bulgarien wurde türki­sche Provinz. Dank ihrer Emissäre und ibiW linguistischen Verwandtschaft errang die bulgarische Sprache aber in den rumänischen Sängern Bürgerrecht, deren Mundatten noch heute unauslöschliche Spuren bulgarischen Ein- flussttS verraten. Wie konnte wohl eine so inten- r five Kultur, die sich so nachdrücklich über die Sprachgemeinschaften der benachbarten Länder lerbreixtete, unter der türkischen Hettsehaft eine Jahrhunderte währende Verdunkelung erfah- wnt Die Erklärung wird dem Kenner der Lüttei nicht schwer fallen: DaS bezwungene Griechentum konnte seinen römischen Besieger mtt er werfen aber die Türken widerstreb­ten dieser Kultur, der die stolze Größe RomS frone weichen müssen. ES ist kein Wunder, daß bc, wo Griechenland erfolglos blieb, auch Bul­garien keine» Mderstand leisten konnte. Und Bulgarien Verfiel in einen Schlaf, in einen !ünf Jahrhunde rte währenden Schlum­mer. Ais vor ettva fünfzig Fahren die ersten An­zeichen des Erwachen» auftraten, fragten sich Ken- aer des europäischen Orient», ob der für so lange so., der Vildffäiche verschwundne Stamm noch Energie genug besitze, um eine Ration zu Hlbeu, und sich eine eigne Kultur zu schaffe« hatte er nicht aufgehört, Lebenszeichen von sich iu aeben? Hatte er nicht sogar seine Geschichte vergessen?

Bulgariens Wieder-Erwache«.

Die Bewegung zugunsten der Bolksaufklä- -wnz «nd der Emanzipation gewann erst W fünfzig Jahren wieder festere Formen. In diesem halben Jahrhundert hat Bulgarien (vor- manisch «ach semer Befteiung in 1878) Fori- wtite gemacht, die alle Diejenigen in Erstau. «rn setzten, die an seiner Zukunft verzweifel- ten. Welchen Momenten ist dieser Fottschtttt M danken? An erster Stelle de« Fähigkeiten

rrger P I bulgarischen Volks selbst, diesem ern- th l r* und intelligenten, arbettfamen und ökono. Eschtti Volke, das ein Freund der Aufflärung V v, Er Prahlerei und allem Ueberfchwang >t!e, bei- Daneben aber verdienen zwei Tatsa-

Hen hervorgehoben zu werde«: Die Bulgare« kuure« so verständig, ihre Muttersprache Schriftsprache anzunehmen, sie waren au­ßerdem so ein sichtig, die Psotten Bulgariens

Krieg am Balkan!

Depeschen «ms Sofia berichten «nS: Die bugarifche Regierung hat gestern bte Mobilisierung sor der bekannt gegeben. Diese Nachricht rief unter der Bevölkerung große« Enthusiasmus herber. Dor dem Palais des «riegSministeriums, dem Ofstzierklub und vor der rtalienischen und serbischen Gesandtschaft fanden große Ovationen statt; ebenso werden alle durch die Straßen marschierenden Truppen­abteilungen lebhaft begrüßt. Die So brau je soll für übermorgen einberufe« werden. Die gleichzeitige Mobilifierung der griechische«, serbische« ««d montenegrinischen Armee weckt Begeisterung.

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_________ Casseler Abendzeitung

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Di« Banke« sind überfüllt mit Leuten, die ihre Einlage« zurück verlange« und die Regierung hat den Banken zwei Millionen zur Verfügung gestellt, damit diese die dringendsten Forderun. gen befrittiigen können, damit der Diskont der