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Hessische Abendzeitung
Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Dienstag, 24. September 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 246.
Ein Drama in der Synagoge.
Depeschen aus Petersburg melden:
Verstimmungen am Kaiferhof?
Der Kaiser und der Kronprinz.
(Telegramm unsers Korrespondenten.) Berlin, 23. September.
DU Wtln Säeneften NoLrtchten erscheinen wöchentlich feijSmal and »war abend» Der Abnanemenlövret» betrüg! monatlich SO Psg. bei freiet gasiellung in» Hau« Bestellungen werde» lederzeU -»«» Bei GelchüftSftelle oder den Boten entgegengenommen, »ruderet, Lerlag uni gUbattten. KchlachtdoMrab« 28/30 Sprechstunden der Redaktion nur von 1 bt» 3 Uhr nachmittag» Sprechstunden der Auskunft ■ Stelle: Jeden Mittwoch and Freitag von « bt» ° Uhr abend« Berliner Vertretung: SW, Friedrich«! 16, Telephon: Amt Mort»plaS
Als der Marine-Minister Winston Chur« chill sich am Sonnabend in seinem Heimatorte Slanystumdry befand, um ein von ihm dem Orte geschenktes Forstinstitut einzuweihen, wurde er trotz aller polizeilichen Vorsichtsmaßregeln von Suffragetten belästigt. Seitens der Behörden war an die Suffragetten appelliert worden, sich wenigstens bei dieser Gelegenheit aller Kundgebungen zu enthalten, woran sich die kampflustigen Frauen jedoch nicht störten. Sie unterbrachen den Minister fortwährend bei seiner Festrede und riefen ihm beschimpfende Worte zu. Die Kundgeberinnen kamen jedoch diesmal an die falsche Adresse. Die empörte Ortsbevölkerung riß den Suffragetten die Kleidervom Leibe uni? raufte ihnen ganze Buschel Haare aus. Viele Suffragetten sielen zu Boden und wurden getreten. Ein Mann nahm eine der Suffragetten und warf sie einfach über e i n e H e ck e. Auf der anderen Seite wurde sie jedoch aufgefangen und so vor schweren Verletzungen behütet. Da die Polizei keine unbekannten Damen mit Hundepeitsche oder Schirm in die Nähe des Ministers ließ, war eine der Stimmrechtlerinnen auf eine neue Idee gekommen. Sie stand anscheinend mit I leeren Händen da. Als sich der Minister jedoch
In der vergangenen Nacht entdeckte ein Wächter einen Anschlag auf die im Bau befindliche Jubiläumskirche in Petersburg, Der W achter fand eine Höllenmaschine, an der ein b r e n n e n d e s L i ch t befestigt war. Die alsbald vorgenommene Untersuchung stellte fest, daß die Höllenmaschine mit einem heftig wirkenden Explosivstoff gefüllt war. An der Spitze des Kirchenbaues, der seiner Vollendung entgegenstehl, steht ein Bruder des Zaren, Großfürst Michael. Ueber die Urheber des Anschlags, den nur die Wachsamkeit des Wächters vereitelt hat, ist die Polizei noch nicht unterrichtet.
sondern bedient sich der Vermittelung des Hausminifters, der dann dem Kaiser den Wunsch des Kronprinzen vortrügt.
einer aus einer umfallenden Petroleumlampe herausschlagenden Flamme in der überfüllten Frauenabteilung eine Panik. Vier Frauen wurden erdrückt und dreiundzwanzig Personen verletzt, unter ihnen drei lebensgefährlich. Unter den Verletzten befinden sich neun Kinder.
Euffragetteuschlachl in England.
(Privat-Telegramm.)
London, 23. September.
Der Kanzler und die Fleischnot.
Immer noch: Statistische Umfragen!
Als am elften Septembertag der Rat der Minister des Reichs und Preußens zusam- menttat, um über Maßnahmen zur wirksamen Bekämpfung der Teuerung zu beschließen, warnten wir gleich vor allzu großen Hoffnungen Run sind seit dem denkwürdigen Tag betnahe zwei Wochen vergangen, und noch verlautet kein Wort über Maßn ahmender Regierung im Kampf gegen die Teuerung. Das läßt zum mindesten daraus schließen, daß der Kanzler es mit der Teuerungsbekämpfung nicht sonderlich eilig hat. Wie wenig energisch die Anti-Teuerungs-Aktion in Berlin betrie- [ ben wird, geht aus nachstehender Meldung hervor:
Nur keine Aeberstürzung!
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Berlin, 23. September.
Fünfzig 3«|te später.
Von Bismarck bis Bethmann.
Wir feiern heut einen Gedenktag, der wi- kaum ein andrer Anlaß zu Rückschau und Rechenschaft gibt: Den fünfzigsten Jahrestag der Berufung O t t o v o n B i s m a r ck s zum Lenker preußischen Staatsgeschicks. Am dreiund- zwanzigsten Septembertag 1862 war es, als der König von Preußen, fast erdrückt von der Last der Sorgen und Enttäuschungen, den damaligen Gesandten von Bismarck zum Mim- sterprästdenten und Minister der auswärtigen Angelegenheiten ernannte. Die Lage der Regierung und des Königs erlaubten keinen andern Ausweg. Von allem Anfang trat Bismarck als Helfer in der Not aus und riß das Steuer, das er ergriff, mit einem Ruck herum. Das Resultat einer einzigen Unterredung mit dem König war, daß dieser nicht abdankte und ihn zum Kampf gegen die Gefahr einer parlamentarischen Herrschaft berief. Denn der Parlamentarismus war zu seiner Sünden- Maienblüte gediehen. Er sah die Staatsge- schäfte von unten statt von oben an; er fragte nicht, was der Staat b e b ü r f e, er fragte immer nur, was dem einzelnen Bürger direkt zuträglich sei, und wenn etwa die Steuern eine gewisse Unbequemlichkeit erreicht hatten, so gab keinen andern Gesichtspunkt mehr. Bei der damaligen Budgetverweigerung handelte es sich zudem um größte prinzipielle Fragen, die Bismarck etwa als .Existenzbedingungen des Staats" bezeichnet hätte, ein Begriff, der den Parteien sehr fern lag. Man strebte zur Par- hunentsherrschast, und was dann damals aus dem Staat geworden wäre, das lag ja bei dem M'.sstärkonflikt auf der Hand. Da _ kam ein MiMer, der nicht nur sagte, daß er »über M ^krteien" stand, sondern der sie sogar ein- fjfr bgfette schob und eine Weile ganz ohne sie regierte. Run, die Geschichte wiederholt sich nicht, und wenn sich heut viele unter uns nach fE einem ähnlich starken Manne sehnen, so meinen sie nicht, daß er außer der Verfassung regieren t solle. Wer regieren soll er wenigstens: Das ist das Mindeste, das man von Bismarcks Epigonen fordern darf.
Fünfzig Jahre sind keine Ewigkeit, aber sie reichen aus, das Geschlecht der Riesen ver- zwergen zu lassen. Bismarck regierte nicht nur: Er führte auch; führte die Nation und ritz durch Persönlichkeit und Jdeenschwung das
Er wußte zu faszinieren nicht zuletzt durch seme I \ Persönlichkeit, die nicht Jedem gegeben I ■ ist. Gewiß wäre es unbillig, seine Persönlich-1 kett von Jedem, der ein Amt bekleidet, zu fordern. Aber das Volk liebt unb. sucht irgend etwas Persönliches und ihm Verständliches an I den Männern, die an der Spitze des Staates stehen. Was kennt der einfache Mann vom Staat? Den K ö n i g und die A r m e e : Das dürfte in den meisten Fällen alles sein, was I ihn mit Freude daran erfüllt. Das Volk braucht Persönlichkeiten. Damals aber hatte man eine Persönlichkeit, die nicht der König war und die auch nicht bloß das Heer, sondern den Staat repräsentierte, einen Mann, der die Phantasie seines Volkes unausgesetzt be-1 schäftigte, und schon dadurch unermeßlichen Gewinn für den Staat schuf. Von Herrn von! Bethmann aber hat jemand, der ihn zum Teil I mit großer Sympathie würdigte, gesagt: »Tie I Aufmachung seiner Politik ist unter aller Kri-1 tik; der Kanzler verschmäht nicht nur den Effekt, sondern er verschmäht es auch, dem Werk, das ihm anvertraut, den Stempel der Persönlichkeit aufzudrücken . . ." Vielleicht ist's sogar I gut, daß unsrer Zeitgeschichte der Stempel Bethmannscher Persönlichkeit erspart bleibt: Kanzler aber sollen in der Lage sein, ihre Persönlichkeit auch für das nationale Ganze und für die Oeffentlichkeit wertvoll zu machen.
Und a u ß e r h a l b der Grenzbarriere? Auch Bismarck bekämpfte die öffentliche Meinung seinerzeit in der auswärtigen Politik, über] deshalb, weil sie ihm zu weltbürgerlich war; unsre heutige Regierung aber findet uner- wünfcht die Aeußerungen eines nationalen Bewußtseins, das die weltbürgerlichen Neigungen, wenn sie über die nationalen das Uebergewicht gewinnen wollen, CI 7'. ' ansieht. Gewiß: Wir sind heute geachtet in der Welt, aber nur wegen unsrer militärischen und
Hessen im Manöver.
Der Abschluß des Divifiousmauövers; im Korpsmanöver; Flugzeuge und „Z lll« über dem Manövergelände; Manövers End«!
(Von unfernt Manöver-Mitarbeiter.) Eisenach, 21. September.
Das Manöver der zweiundzwanzigsten Division entwickelte sich am vergangenen Montag in der Gegend von Berka an der Werra, wo es am Hohen Rod zu einem ausgedehnten Gefecht kam das mit einer Niederlage der „roten“ Armee endete. Tann ging „Blau" vorwätts, an dem Doppelbau der Brandenburg vorbei, in der Richtung auf Eisenach zu und vollendete das Manöver am Dienstag durch eine „Schlacht“ aus den Stedtfelder Sööfyen. Das Schicksal der „Roten" wurde hier besiegelt, und das Signal .Abrücken" verkün
(Privat-Telegramm.)
Wien, 28. September.
Zum Empfang der gestern abend hier ein- getroffenen, an der heutigen Sitzung der Dele- qation teilnehmenden Mitglieder der Ungar i- schen Opposition hatte sich vor dem Staatsbahnhof eine nach Tau enden zahlende Menschenmenge eingefunden. ®raf C a r ol Y t, ber bereits am Sonnabend tn Wien eingetrof- fen war, wurde bei feinem Erscheinen mtt lebhaften „Elfen“-Rufen begrüßt und erklärte tn einer kurzen Ansprache, daß die ungarischen Abgeordneten nicht nach Wien gekommen seien, um auf der Straße zu demonstrieren, sondern um sich ihr Recht auf ungarischem Boden in den Delegationen zu suchen. Mit dem fahrplanmäßigen Zug» trafen gegen halb acht Uhr neunnndzwanzig oppositionelle Abgeordnete ein Als die ersten von ihnen sichtbar wurden, brach die Menge in stürmische Rufe aus. Man hätte die Rufe: »Hoch die ungarischen Abgeordneten!", „Abzug Paw- lik!", „Nieder mit Tisza!", „Nieder mit dem Schüft Lukaes!" Die Abgeordneten dankten für die Ovationen und einige von ihnen wandten sich in kurzen Ansprachen an die Menge. Die Wachmannichaften hatten große Mühe, um Ausschreitungen zu verhtn- bern.
Arn Vorabend neuer Kämpfe?
Wie der Wiener Polizeipräsident erklärt, wird die Polizei das Gebäude der ungarischen Delegierten nicht betreten, sondern mit aller Strenge die Ordnung auf der Straße aufrecht erhalten. Ein großes Schutzmannsanfge- bot zu Pferde und zu Fuß soll die innere Stadt vor einem Zuzug aus den äußeren Bezirken bewahren. In Wien herrscht große Aufregung, da man befürchtet, daß es zu argen Ausschreitungen oder Kämpfen kommen wird.
ganze Voll mtt sich empor zur Höhe. Und heut? Wer führt uns jetzt? Damals war die Regierung sogar Führerin gegen die Parteien; heut weicht sie jeder Opposition aus, indem sie mit wechselnden Mehrheiten regiert. Auch in den Parteien und zwischen ihnen geht heu: alles durcheinander, und wir könnten den Parteien gegenüber eine Führung im natio- nalen Sinn, eine Führung vorn Gesichtspunkt des G a n z e n aus sicherlich gebrauchen. Zwar ist der Freisinn neuerdings mititärfromm geworden und grabe in diesem Jahr gab es wie- - der (Wie dama.ls, als Bismarck das Ruder er- '■ griff) eine Militärvorlage, nach deren Schick- ■ fal es scheinen konnte, als seien wir in unfern | Innern Verhältnissen in nationaler Beziehung
doch recht sehr vorwätts gekommen. Wie leicht wird es dem Nachfolger Bismarcks heut, eine große Heeresvorlage durchzubringen! Aber das Verdienst des Ministeriums daran ist gering: Die populäre Bewegung drückt sie durch! Und wenn der Freisinn einer ähnli- : chen Vorlage gegenüber einmal nicht unter dem
Druck einer populären Stimmung stände? Und wenn die Masse zu andern Opfern für den f Staatsgedanken gewonnen werden sollte, bei r denen es sich nicht gerade um die populären
militärischen Dinge handelt? Wir haben an ■ der Spitze heut einen Mann, der selber zwei- ? fellos über allen persönlichen und Patteiinter- ÜL essen steht, nur steht er deshalb noch nicht (wie W «r meint) auch kraftvoll über den Parteien, | sondern nur zwischen ihnen, indem et sich
wechselnde Anhänger unter ihnen sucht, und gewissermaßen mit der „Konjunktur" regiert.
■ DiSmarck hat's zwar auch getan, aber er war | eben ein Meister und seine Epigonen sind vielleicht alles andre, nur keine Meister!
Der Vierte, der nach Bismarcks Heim- Ws.- schickung den Kanzlerstuhl erstiegen, lebt in strenger Pflichtauffassung seinem Amt, ob mit
- Freude ober innerlich widerstrebend, Wissen wir nicht: Jedenfalls versteht er _es nicht, in den Massen die Freude am Staatsleben zu erhalten, oder wieder zu wecken. Aus Bismarck hat starke Worte gegen den Wert der .öffentlichen Meinung" geäußert, er verachtete sie, aber . . . er b eachtet e sie! Er hat sich über die Rolle der ^Imponderabilien“ nie getäuscht; ja, er wußte das ganze Volk 3Ujaf= linieren, manchmal mit einem einzigen ^>atz.
Es ist hier in Berlin sehr ausgefallen, daß der Kaiser am Freitag abend nur mit ganz kurzem Aufenthalt durch Potsdam und Berlin I hindurchgefahren ist. Der Zug, der von Wilhelmshaven kam, hielt auf Bahnhof Wildpark nur vierzig Minuten, um die Kaiserin undI ihre Tochter, die eben von der Geburtstags-1 feier der Kronprinzessin kamen, in den Hoszug l aufzunehmen. Daß der Kaiser seine Anttinft I in Potsdam nicht so eingerichtet hat. daß er an der Geburtstagsfeier ferner Schwiegertochter mtt teilnehmen konnte, scheint fast Absicht gewesen zu sein. Bei dem Verhältnis des Kaisers zu fernem Sohn ist das auch kaum verwunderlich. Der mündliche Verkehr zwischen Vater und Sohn ist] auf das Aeußerste eingeschränkt,] und der briefliche ist sehr kühl. Dieser Tage hatte der Kronprinz sich brieflich bei seinem Vater beschwert, daß er sein Regiment niemals selbst besichtige und seine militärischen Leistungen prüfe, sondern dies nur durch einen General tun lasse. Will der Kronprinz irgend eine
Vergünstigung von seinem Vater erlangen, die, mit Geldau»qaben verknüpft ist, so wendet sich Während eines Gottesdienstes rn ber ^ynagoge der Kr^ttuz E direkt an seinen Batet,! in Terespol entstand am Sonnabend infolge
-rm-rttonSvr-il- Sie (ecb8Setoaltene Zeile für einheimisch- Geschätte 15 Pfg.. für au», roärnae Sn|”ate 25 Pf„ ReNamezetle für einheimische E-schäste 40 W, für auä.oärtlse Sefrbäfte 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werden mit 4 Mark pro Tausend be. redmet. Wegen ihrer dichten Verbreitung tn der Restdenz und der Umgebung und die affeier Neuesten Nachrichten ein oorzügltcheS Jnsertion»organ. ÄeschLfis>^ll^ «ülntsche Etrabe 5 Berliner Vertretung: SW.. Friedrichstraße IS, Telephon: Amt Mor-hplatz 6™-
Seit geraumer Zett haben die maßgebenden Regierungsstellen verkündet, daß zuk Abhilfe der Fleischteuerung gewisse Maßnahmen getroffen werden sollen. Es hieß nur, daß „noch verschiedene Anfragen gemacht werden müßten". Leider aber ziehen sich diese Umfragen merkwürdig in die Länge. Umfragen zu veranstalten, wo gehandelt werden muß, ist ein Zeichen, daß man sich an die Sache nicht recht heran traut und die Verantwortung scheut. Umfragen hätte die Regierung, wenn sie sie als nötig erachtete, schon seit Jahr und
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S" S Sonntagabend in Wien.
der heute mit dem Ministerpräsidenten sich in Die kommunale Selbsthülfe-Attio«. die Aemter teilt, die Bismarck vor fünfzig Iah- Wie uns aus Dresden berichtet wird, rett übernahm? Seine „kleine Polttik des un- findet dort das aus Dänemark emgefuhtte]
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mittelbar", also etwa von Tag zu Tag gefugt, Dresdener Fleischermeister haben sich bereit er- bttbern nur seine Mittel und Wege, tote j,a§ Fleisch zu verkaufen. Fast die Hälfte er es selber betont hat. Von Zielen aber, ^r Dresdener Fleischversorgung wird zurzeit die mit zäher Ausdauer und immer neuen (und durch das dänische Rindfleisch gedeckt, nebenbei geschickten) Mitteln in Angriff ge- Duisburg als Fleischbezieher, nommen wurden, merken wir in unsrer aus- Telegramm aus Duisburg met wattigen Politik heute wenig. Die Berliner det uns: Die Stadt bezieht jetzt als Selbstein- Wilhelmsttaße ist längst nicht mehr (wie einst) käuser Fleisch aus Dänemark und laßt es reden der „Mittelpunkt des Weliinterefles". Sie ist Mtttwoch und Sonnabend durch Duisburger Mund etwas langweilig «eworben. gefällt! Fleffcher belaufen. unb ttM^Mark" für ^das sich in ber Pose kleinbürgerlicher Bescheidenheit! Ferner wird ein ständiger Fisch
und entzückt höchstens noch dann und wann I ö e r f a u j eingerichtet. Der Absatz des bäni- durch eine Offenbarung, bie ans Zwerchfell der I fd(|en Fleisches Hai sich in ben beiben letzten geitgenoffen rührt. In Summa: Eine Halh- Tagen derart gesteigert, daß ber heimische jahrhundett-Bilanz, bie zu denken gibt nnsi Fleischmarkt fast ganz verödet war. die uns, eindringlicher als alle papierne Ge-I »
SombengefWten ans Rußland,
löst worden. . .! ,an- | Ein Anschlag auf die Jubiläumskirche.
Aus Rußland kommen wieder einmal Nachrichten, die erkennen lassen, daß Pie r e v o l u- tionäreBewegung.die Stolypin »untett drückt" zu haben wähnte, unter der Asche noch immer weiter fortglimmt Der neueste Vorfall betrifft einen Anschlag auf die Petersburger Jubiläumskirche, dessen Gelingen nur durch einen Zufall verhindert wurde. Tne Kirche, die im Bau noch nicht vollendet ist, ist bekanntlich dem Andenken an das dreihundert- jährige Bestehen der Dynastte gewidmet.
Die Höllenmaschine in der Kirche.
(Privat-Telegramm.)
Petersburg, 23. September.