Casseler Neueste Nachrichten
Casseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
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Nummer 242
2. Jahrgang
Donnerstag, 9. September 1912
Fernsprecher 951 und 952.
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Parlaments Skandal
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Die gestrigen Lärmszenen im ungarischen Abgeordnetenhause dauerten bis zum späten Abend. Ein Polizist, der den Auftrag erhalten hatte, einen Abgeordneten aas dem Saale zu führen, verweigerte de« Gehorsam. Er tv-rde verhaftet und als erster aus dem Saale geführt. Die Oppositio r bereitete ihm lebhafte Ovationen, an denen sich auch die Hecht ^ries der ungarischen Aristokratie beteiligte«. Als die Bemühunge t der Polizei vergeblich waren, die Abgeordneten aus dem Saal zu schaffen, wurden noch vierhundert Man« Polizeitruppen hcrbeigeholt, die die Opposition aus dem Saal drängten.
Premiere und Kampf.
gestrigen Kämpfe im Parlament.
(Privat-Telegram m.)
Budapest, 18. September.
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die ein Bild der Verwüstung bot. Der äuS neun Wagen bestehende Expretzzug war völlig aus den Schienen geworfen, fünf Wagen waren zum größten Teil zertrümmert, und unter den Trümmern lagen, meist eingeklemmt zwischen Holz- und Eisenstücken, die Toten und Verwundeten. Der furchtbare Anprall des Zuges gegen den Brückenkopf hatte die Wagen übereinandergetürmt und den Kessel der Lokomotive zur Explosion gebracht. Die Trümmer gerieten in Brand und zwölf Personen, die sich in einem der Wagen eingeklemmt befanden, verbrannten bei lebendigem Leibe. Bis gegen zwölf Uhr nachts hatte man die Leichen der Toten und die Schwerverletzten geborgen. Zwölf Personen wurden als völlig verkohlt e L e i ch e n aus den Trümmern hervorgezogen; es sind drei Frauen, fünf Kinder und vier Männer. Die Schwerverletzten fanden im Krankenhaus zu Ditton Aufnahme, wo acht- zehn der Eingelieferten mit dem Tode ringen. Fast alle haben derart schwere Verletzungen erlitten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Die tatsächliche Ursache der Katastrophe ist noch nicht ermittelt. Unter den Toten befindet sich auch der Zugführer und das Maschinenpersonal.
und trug eine blutende Wunde davon. Die Opposition unterhält sich jetzt damit, daß sic das Koffuchlied und andere ungarische Volkslieder zum Vortrag bringt. Ta der Skandal immer tobender wird, suspendiert Gras Tisza um vier Uhr abermals die Sitzung. Bald darauf werden in den Wandelgängen des Abgeordnetenhauses Polizisten sichtbar, welche in einigen Minuten, etwa dreihundert Mann stark, alle Seitengänge besetzen. Unter Führung des Polizeikommiffars P a v l i k erscheint ein Polizeidetachement und saßt im linksseitigen Wandelgang Pofto. Die Aufregung unter den Abgeordneten, die inzwischen von dcni Erscheinen der Polizei im Hause gehört haben, steigert sich von Minute zu Minute. Der Abgeordnete Szmrecsanhi, eine Hünengestalt, erlstbt stch in der Mitte des Saales und rückt den Tisch, auf de», sich di« Gesetzbücher befinden. 61* hart
Kisenbkchn-Mastrophen.
Der Expretzzug nach Liverpool entgleist!
In England hat sich gestern eine schwer« Eisenbahn-Katastrophe ereignet, der zwölf Menschenleben zum Opfer gefallen sind, während fünfzig andere Personen schwer verletzt wurden, und zum größten Teil kaum mit dem Leben davonkommcn werden. Das Unglück, dessen Ursachen noch nicht ermittelt sind, geschah bei der Einfahrt des Expretzzuges von Chester nach Liverpool in den Bahnhof von Ditton. Es heißt, daß durch einen Irrtum in der Signalgebung der Expreßzug auf ein falsches Geleise geleitet worden sei, doch wird diese Mitteilung amtlich dementiert. Wir verzeichnen über die Katastrophe folgende Drahtmeldungen:
Am Schauplatz des Anglücks.
(Privat - Telegramm.) London, 18. September
Der Expreßzug von Chester nach Liverpool entgleiste gestern abend kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof von Ditton. Die Lokomotive krachte gegen eine Eisenbahnbrücke. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Die Trümmer gerieten in B r a n d, wodurch zwölf Personen verbrannten und gegen fünfzig schwer verletzt wurden. Die Szenen, die sich am Schauplatz der Katastrophe abspielten waren unbeschreiblich, und das Geschrei der unter den Trümmern der- . brennenden Passagiere war furchtbar. Der Expreßzug befand sich, als das Unglück geschah, schon in langsamer Fahrt, da er in Ditton zwar nicht halten, die Station aber mit verringerter Fahrtgeschwindigkeit passieren sollte, weil aus anderen Gleisen noch Güterzüge rangierten. Plötzlich hörte man auf dem Bahnhof in Dit- ton einen furchtbaren Krach und gleich darauf sah man, wie aus den übereinandergeschichteten Wagen des entgleisten Expreßzuges Flammen emporschlugen. Vom Bahnhof in Ditton aus eilten sofort auf bereitgestellten Lokomotiven und Güterwagen Hülfsmannschafien
nach der Anglücksstelle,
Polizeikärnpse in Hamburg.
Ein Privat - Telegramm meldet uns aus Hamburg: Gestern morgen wurde ein Bäcker von einer Schar halbwüchsiger Burschen ohne Veranlassung vom Rade gezogen und niedergeschlagen. Ein hinzueilender Schutzmann wurde ebenfalls zu Boden geworfen. Auf seine Hilferufe kamen acht Schutzleute herbei, aber auch der Mob erhielt Verstärkung. Er riß Latten vondenZäu. 8<K und scblua damit auf di« Schutzleute ein.
Viele der Beamten bluteten aus mehreren Wunden. Als noch sechzehn Polizisten hinzukamen, hatte die Polizei die Uebermacht und der Pöbel ergriff die Flucht. Eine ganze Reihe junger Burschen wurde verhaftet, die sich demnächst wegen Landfriedensbruchs zu verantworten haben werden.
an die Ministerbank und ruft: Nunistesge- nug milder Komödie! Wir werden nicht drei Jahre lang Trompeten blasen! Wir wollen endlich handeln. Abgeordneter Polonyi zündet sich eine Zigarette an, um der Mehrheit feine Verachtung auszudrvckcn. Die Sitzung geht unter Lärm weiter. Kurz nach fünf llhr betrat eine Abteilung Polizisten unter Führung des Polizeikommiffars Pavlik den Sitzungssaal des Abgeordnetenhauses. Es erhob sich rin unbeschreiblicher Lärm. Das Erscheinen der Polizei im Saale wird mit w ü st c st c n Schmäh- rufen gegen den Ministerpräsidenten, die Regierung und vor allem den Präsidenten des Abgeordnetenhauses, Grafen Tisza ausgenommen. Die Oppositionellen bilden, einander an den Händen haltend, in der Mitte des Saales
eine lebende Kette,
um dadurch die gewaltsame Entfernung zu verhindern. Abgeordneter Graf Michael Karolyi drängte sich durch die Abgeordneten hindurch. Er war ungeheuer erregt und schlug mit den Fäusten auf die Wachleute ein, die schließlich zurückgedrängt wurden. Nunmehr versuchte Polizeioberinspektor Pavlik, de« Abgeordneten Szmrerfanyi zum Verlassen des Saales z« bewegen. Als auch dieser sich weigerte, forderte Pavlik wiederum zwei Wachleute auf, den Abgeordneten zn ergreifen. Einer der Wachleute, namens Stefan Polyak, salutierte und sagte: „Ich greife einen un- abhängigen Abgeordneten nicht an!" Tie Opposition brach bei diesen Worten in ungeheuren Jubel aus und schwenkte Taschentücher. Abgeordneter Szmrecsanhi bestieg einen vor der Ministerbank stehenden Tisch und verkündete den Vorfall, worauf ein Teil der Tribünenbcsuchcr gleichfalls in stürmische Eljenrufe ausbrach, die von den Oppositionellen mit großer Begeisterung erwidert wurden. Der Wachmann Polyak wurde hierauf abgeführt. Mitten in dem Beifall der Tribünenbesucher stimmten die Oppositionellen das Koffuth-Licd aufs neue an. Inzwischen war auch Stadthauptmann Szeözlerim Saal erschienen, um den Anordnungen des Präsidenten Geltung zu verschaffen. Ein Polizist wandte sich an eine Gruppe Abgeordneter und griff den Abgeordneten Jarmh an. Einige Abgeordnete riefen dem Polizeibeamten zu, er möge sich an seinem Kollegen ein Beispiel nehmen. Jarmy wurde jedoch von fünf Wachleuten ergriffen und
aus dem Saal geschleppt,
obwohl er sich wütend wehrte. Alsbald teilte der Abgeordnete Szmrecsanhi mit, daß Jarmy eine Armverrenkung erlitten habe, und verlangte einen Arzt. Der Abgeordnete Bcla Jarmy, ein Bruder des zuerst abgeführten Stephan Jarmy, wurde von vier Wachleuten trotz heftigster Gegenwehr anHändenundFüßenergrif- f e n und aus dem Saale geschleift. Es spielten sich unbeschreiblich wüste Szenen ab. Graf Albert Apponyi wurde von Wachleuten aus dem Saale gedrängt, kehrte jedoch sofort wieder zuriick. Graf Julius Andrassy flüchtete sich auf einen Minifter- tisch. Abgeordneter Andreas Rath wurde binausgeschleift, ebenso die Abgeordneten Otto Förster und Stephan Haller. Mehrere Polizisten faßten den Grafen Michael Karolyi an, der mit Händen und Füßen um sich schlug. Schließlich gelang es ihm, sich in eine Bankreihe zu flüchten, wo er niederstürzte. Man rief nach Aerzten. Zwei Aerzte der freiwilligen RettungSgefeüschaft fprangen über die Barriere der Journalistentribüne in den Saal und labten den Grafen Karolyi, der nach einigen Minuten wieder zu sich kam. Der Skandal dauerte an bis zum Schluß der Sitzung abends gegen zehn Uhr. Das Abgeordnetenhaus verwies am Ende der Sitzung daS Budget an den Finanzausschuß und unter stürmischen Eljcnrusen auf den Präsidenten Tisza wurde die Sitzung um zehn Uhr geschloffen. Das Haus billigte das Vorgehen des Präsidenten Tisza und beschloß, achtundfünfzig Abgeordnete, die die Beratungen fortgesetzt durch Lärmen unmöglich gemacht hatte«, dem Im- । munitätSausfchuß au überweisen.
Taß der Tag der Parlaments-Eröffnung einen großen Skandal bringen werde, war vorauszusehen, da gestern früh, vor Beginn Sex Parlamentssitzung, die Opposition einstimmig beschlossen hatte, den Kampf m i t allen Mitteln fortzusetzen. Dem Ministerpräsidenten LukacS wurde von der Polizei mitgeteilt, daß sich ein Beamter bei der Polizei mit der Angabe gemeldet habe, daß der Sohn des Führers der UnabhängigkeitSpartei, des Abgeordneten Justh, ihn gedungen hätte, und zwar unter Zusage einer Geldentschädigung, er möge den Ministerpräsidenten bei der erste« sich darbietenden Gelegenheit tätlich insultieren. Die Eröffnung der Sitzung verzögerte sich, da Graf Tisza mit den beiden Vizepräsidenten eine kurze Beratung abhielt. Um 10 Uhr 20 Minuten eröffnete Graf Tisza die Sitzung. Er wird bei seinem Erscheine« von der Majorität mit stürmischen Gljenrufc«, von der Opposition mit einem wahre« Höllenlärm empfangen. Er versucht zu sprechen, aber die Opposition Pfeift und johlt und macht einen ohrenbetäübenden Lärm. Kein Wort ist verständlich. Der Präsident notiert die Namen derjenigen, die am meiste« randaliert habe«. Es geht genau fo wie in Juni. Die Opposition hat ihre Kampfesmethode nicht geändert. Der Präsident will ein königliches Reskript zur Kenntnis bringen lassen; der Schriftführer will eS verlesen, aber
in dem ungeheuren Lärm ist kein Wort verständlich. Man ruft dem Präsidenten Tisza zu: „Schuft, elender Schuft!" und dem Ministerpräsidenten: „Falfchex Schurke! Falscher Hund! Graf Tisza traut sich wenigstens weraus. Du aber versteckst Dich, komm wenigstens heraus!" Gras Michael Caroly geht in die Mitte des Saales, und eS kommt bereits zu Tätlichkeiten. Tie Majorität springt aus den Bänken heraus. Die Lppostfton macht ununterbrochen einen Höllenlärm. Es werden neue Instrumente gc. bracht, um den Lärm so intensiv als möglich zu gestalten. Um 11% Uhr ordnet der Präsident eine Pause von 10 Minuten an. Nach Wiedereröffnung der Sitzung beginnt der Lärm von neuem mit elementarer Gewalt. Der Präsident notiert fortwährend die lärmenden Abgeordnete«. Ans dem Sitzungssaal sind Tinten fässer, Papier und Bücher, die etwa als Wurfgeschosse verwendet werden können, entfernt. Gegen den Grafe» Tisza wurde eine Eingabe beim zweiten Honved-Husarenregi- ment eingereicht (er ist Rittmeister der Reserve in diesem Regiment), worin dir Einleitung eines ehrengerichtlichen Verfahrens gegen ihn gefordert wird, weil er die größte« Invektiven hinnahm, ohne ritterliche Genugtuung zu fordern. Bei der Schlägerei, die durch das Verhalten des Grafe« Caroly verur. ächt wurde, wurde Graf Esterhazy in dem Getümmel von einem Abgeordneten
in die Hand gebissen
ötnlknkSmtzse in Plauen!
Schwere Zusammenstöße zwischen Publikum uud Polizei; mehrere Personen lebensgefährlich verletzt; neunzehn Verhaftungen!
In Plauen im Vogtland haben sich gestern schwere Zusammenstöße zwischen der -Polizei und den Teilnehmern zweier Pro- testversammlungcn ereignet. Die Polizei, die nach Mitteilungen aus amtlichen Kreisen von der Menge verhöhnt und zurückgedrängt wurde, ffriff im Augenblick der Gefahr zur Waffe und ging gegen die Menge mit gezogenem Säbel vor. Die Vorfälle ereigneten sich nach Schluß zweier gestern abend abgehaltener Protestversammlungen gegen den neuen Wahlrechtsentwurf für die Stadtverordnetenwahl. Die Teilnehmer an den Versammlungen zogen später vor das Rathaus, wo die Stadtverordnetenversammlung gerade über eine wegen der Fleischteuerung an die Regierung zu richtende Eingabe verhandelte. Vor dem Rathaus kam es dann zu den verhängnisvollen Zusammenstößen, über die wir folgenden Bericht erhalten:
Der Kampf vorm Rathaus.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Plauen i. P., 18. September.
Gestern abend fanden hier in zwei Lokalen, in der „Freundschaft" und in einem Lokal im der Schillergaffe Protest Versammlungen gegen den Wahlrechtsentwurr für die Stadtverordnetenwahlen statt. Nach den Versammlungen zogen von der „Freundschaft" ungefähr tausend Versammlungsbesucher mach dem Rathaus. Von der Schillergasse kamen etwa zweitausend Personen die Bahnhofstraße herauf. Der Trupp aus der „Freundschaft" zog um das Rathaus und traf dann auf der Bahnhofstraße mit der übrigen Menge zusammen. Ein kleineres Polizeiaufgebot stellte sich der Menschenmasse dort entgegen, um sie zu zerstreuen. Dabei kam es zu Reibereien zwischen den Arbeitern und den Schutzleuten, die sechs Verhaftungen Vornahmen. Bei dem Handgemenge wurden mehrere Personen durch Säbelhiebe schwer verletzt. Nach einer Darstellung der Polizei ist das scharfe Vorgehen der Beamten darauf zurück- zusühren, daß die Menge die Polizei verhöhnte, mit Schimpfworten belegte und sie zurückzudrängen versuchte. Das Polizeiaufgebot war zu schwach, um der vordringenden Menge erfolgreich Widerstand leisten zu können, und es wurde infolgedessen Verstärkung herangezogen. Als weitere Schutzleute eintrafen, nahm die Menge eine drohende Haltung ein und dieser Umstand veranlaßte den aufsichtführenden Polizeibeamten, den Befehl zum Vorgehen zu geben. Die Schutzmannschaft zog blank und ging
mit dem Säbel
khenmitzer Wetterleuchten?
Scheidemann über die Teuerung.
(Bericht unsers Korrespondenten.)
Chemnitz, 18. September.
Der sozialdemokratische Pari teitag ging gestern nach Erledigung einiger ;eschäftiichcr Angelegenheiten zur Befprecrung wr Resolution über die Lebensmitt el- teuorung über. Die Resolution wurde in einigen Punkten redaktionell geändert un» prä- ziser gefaßt. Abgeordneter Scheide mann begründete sie und sühne dazu auS: Letzten Endes ist der Kapitalismus die Urfache der Truttung in allen Ländern, und man wird
gegen die vordrängenden Menschenmassen vor, die im ersten Moment zurückwichen, dann aber von neuem vordrängten und die Polizei in eine sehr bedrängte Lage brachten. Es kam schließlich zu einem regelrechten Handgemenge zwischen einzelnen Personen aus der Menge und den Schutzleuten, die von ihren Waffen Gebrauch machten und auf die Menschenmasse mit dem Säbel einhieben. Etwa fünfzehn Personen wurden von Säbelhieben getroffen und zum Teil schwer verletzt. Der Kampf dauerte etwa eine halbe Stunde; dann gelang es der Polizei, den Platz vor dem Rathaus freizubekommen und die Menge zurückzutreiben, die sich fluchtartig in die nächstgelegenen Straßen zerstreute, verfolgt von den Schutzleuten, die unter den Fliehenden noch die Rädelsführer vermuteten. Es gelang schließlich auch, neunzehn Personen, d> in erster Linie als die Urheber der Zusammenstöße in Frage kommen, feftzu. nehmen, und ins Gefängnis abzuführen. Seitens der Staatsanwaltschaft ist heute gegen die Verhafteten bereits ein Verfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet worden- Von einigen Augenzeugen der gestrigen Vorfälle wird allerdings behauptet, daß die Menge von der Polizei provoziert worden sei, doch steht dieser Angabe die Aussage der Schutzleute entgegen, daß der Kampf vonseiten der Teilnehmerin dem Demonstration s- z u g e begonnen worden sei.
Ein Auto vom Eilzug erfaßt!
Aus Boulogne sur mer in Frank» reich wird gemeldet, daß ein mit sechs Personen besetztes Automobil gestern abend auf dem Bahnübergang von Pont de Brique von einem Eil, ug überrannt wurde. Sämtliche Ansassen des Kraftwagens wurden durch den fürchterlichen Anprall herausgeschleudert, sie haben schwere Verletzungen erlitten: das Auto wurde vollständig zertrümmert.