Casseler NM Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Caffeler Abendzeitung
2. Zaüraang
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 18. September 1912
Nummer 241
Fernsprecher 951 und 952.
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Politik der Liede"!
F. H.
damals soll er m der Enttäuschung ferne Augen und feine Wünsche sogar zu einer nordischen Kaisertochter erhoben haben.
Das war verwegen und rächte sich: Die portugiesische Monarchie hatte bis dahin ihre stärkste Stütze an Englands Freundeshand. Die hatte zwar nicht immer leicht auf dem Lande gelastet, nun aber wurde sie ganz zurückgezogen. Candida Reis warf seine Bomben auf den KSnigspalast, und Dom Manuel fühlte sich „nicht würdig, an der Spitze des Rests seiner Getreuen seinen Thron mit seinem Leben zu verteidigen": Er ging, Zigaretten rauchend, von dannen! Enttäuschung macht auch Könige weise, und nach den bittren Erfahrungen auf den bisherigen Brautfahrten hat der Entthronte nun zur „Politik des Erreichbaren" sich bekehrt: Denn Miguel von Braganza, der zweite Anwärter auf den (nicht mehr vor- handnen) Thron von Portugal, besitzt außer vielen Millionen auch ein liebreizend Töchterlein, dessen Hoffnungen aus den Reif der Portugiesenkrone sich mit denen Jung-Manuels traut Vereinen. Und da wir im Zeitalter der Fusionen leben, sollen nun die Hoffnungen und Herzen der beiden Braganza-Stämme verbunden und'durch eine Heirat zwischen Dom Carlos' Sohn und Dom Miguels Töchterlein die vorhandnen Kräfte zur Wiedererlangung des Portugiesen-Throns zu einheitlicher Stoßkraft konzentriert werden. Zwischen Possenhofen und der niederösterreichischen Residenz .Miguels geht die Post hin und her, das Palais Karl Theodor wird Bennittlungstelle gewesen sein, und Ende September hofft man, vor dem Altar den Friedensbund der Braganza besiegeln zu können. Der Effekt des Schach- zngs ist nicht zu unterschätzen: Der Wettbetoerb zwischen Dom Manuel und Dom Miguel wird ausgeschaltet, als Schwiegersohn Miguels bet« fügt Manuel über Gold in Menge, und der Kampf um Thron und Krone kann dann mit neuer Kraft und neuem Geld beginnen. Possenhofen wird also möglichcrweife einmgl in der Weltgeschichte als „Wendepunkt portugiesischen Schicksals" figurieren und Karl Theodors ehestiftende Witwe als die Patronin der
Zer geger; die TeMNMg.
Die Kommunen rüsten. derKanzlerschweigt!
Der Kampf gegen die Teuerung beginnt nun auf der ganzen Linie der kommunalen Po- Mik, und man darf erwarten, daß diese Aktion, die von der Erkenntnis sozialer Notwendigkeit geleitet ist, reichere Früchte tragen wird als die Bemühungen der Regierung, deren „Ent schlüsse" immer noch int Mystischem Dunkel verborgen sind. Der Ministerrat über die Teuerung (am elften September) scheint die Initiative der Regierenden vollständig erschöpft zu Haden, uNd man darf unn gespannt darauf sein, was den Worten an Ta ten folgen wird.
Die Aktion der Gtädte.
(Privat-Telegram m.)
Sie Wahl in MettftM.
Ein Sieg des Zentrums im Reichöland.
Im Reichstags-Wahlkreis Sch leit st adt hat gestern die Ersatzwahl für den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Dr. Will stattgefunden. Wie zu erwarten stand, ist der Wahlkreis dem Zentrum erhalten geblieben, zu dessen sicherem Besitzstand er seit langen Jahren gehört. Der neue Abgeordnete des Wahlkreises, Redakteur Dr. H a e g y aus Colmar, gehört zum elsässischen Flügel des Zentrums und gilt als Anhänger der erneuten Richtung. Der Wahlausfall hat im übrigen nur bestätigt, was angenommen worden war: Daß Schlettstadt dem Zentrum nicht zu entreißen sei. lieber die Wahl erhalten wir folgende Drahtmeldungen :
Dr. Haegh gewählt!
(Privat-Telegramm.)' Schlettstadt. 17. September.
Bei der gestrigen Reichstags-Ersatzwahl legte der Zentrums-Kandidat Dr. H a e g Y mit 7112 Stimmen über Weingutsbesitzer Andlauer (Fottschrittler), der 2306 Stimmen erhielt, und über den sozialistischen Kandidaten, Landtagsabgeordneten I m b S, der 2769 Stimmen auf sich vereinigte. Viettausend Wähler unter 16 000 Wahlberechtigten haben sich der Wahl enthalten. Der Wahlkreis gehörte bisher zum sicheren Besitz des Zentrums. Von den 12466 bei den letzten Reichstagswahlen abge. siebenen Stimmen waren 8340 auf den klerikalen und 4065 auf den sozialdemokratischen Kandidaten gefallen. In, Jahre 1906 hatte die Wahlbeteiligung 13492 betragen, obwohl die Zahl der eingeschriebenen Wöhler noch um GOT kleiner gewesen war, und auf den fortschritt- lichen Kandidaten waren 2091 Stimmen gefal-
8st nun der Friede nahe?
Nach dein Tag von Dnchlau: Klärung!
(Privat-Telegramm.)
Paris, 17. September.
Der Korrespondent des „Temps* in Genua erklärt, daß das Ende des türkisch-italienische« Krieges nahe bevorsteh« und daß die FriedenSvorschläae zwischen
len, während die ZentrumSstinnuen um ungefähr 200 höher waren als 1912.
Die Wahl in Schleufingen-Ziegenrück»
Aus Erfurt berichtet uns ein Telegramm: Bei der gestern vorgenommenen Landiagsersatzwahl im Wahlkreise Schleusingen-Ziegenrück erhielt von 202 abgegebenen Stimmen Landrat H a g n e r - Schleusingen (deutsch-konservativ) 135 Stimmen und Kaufmann Dörr-Suhl (nationalliberal) 67 Stimmen. Landrat Wagner ist somit gewählt. Die Ersatzwahl war bekanntlich infolge des Todes des bisherigen Abgeordneten und Abgeordnetenhaus-Präsidenten Frhr. von Erffa erforderlich geworden.
Jas Kamplstt der Liede.
Die Brautfahrt des ZigaretteuköuigS.
Die Seiten ändern sich: Als über das Por- ülgiesen.Ländchen der Sturm der Revolution dahinbrauste und die Garde der Republik vorm Palais der Braganza erschien, entwich Manuel von Portugal schnell dem Bereich der Gefahr. Die Zigarette im Mund, geleitet von einem braven, auch im Unglück treuen Kammerdiener und einer fast noch treu, em Riesknbulldogge, schied er, der letzte Sproß eines ruhmreichen, im Wirbelsturm der Geschichte ost erprobten Geschlechts, von Thron und Heimat, von Land und Volk, und hinter ihm donnerten die Kanonenschlünde wie ein Wetterschlag neuer Zeit den Sieg und die Geburt der Republik durch die Gaue. Der Jüngling, der mit der Zwar et c im Mund, lächelnd und tändelnd einem Thron entfloh, um in der Verbannung ungekrönt des Daseins Freuden zu erjagen, war vielleicht für seinen Leichtsinn nicht voll verantwortlich zu machen, war noch ein halbes Kind und hatte Anspruch auf Nachsicht und Geduld. Der Witz der Zeitgeschichte hat ihm (da Gekrönte auch von der Historie ein Prädikat heischten) den Ruhm des „Zigaretten, königs" gegönnt, und man würde sich vermutlich auch damit abgejunden haben, wenn Dom Manuel nicht im Exfl auf einmal das Bewußtsein seiner „Mission" aufgedämmert wäre, die der kaum dem Knabenalter Cntwachsne darin erblickt, Portugal von der „Geißel der Republik" zu befreien und den Braganza-Thron auf den Trümmern des zerschlagnen Staatsgebilds neu zu errichten.
Ein Münchner Genoffenblatt, dem in unterrichteten Kreisen Beziehungen zu allerlei wis. senden Zirkeln der Jsar-Gesellschast nachgesagt werden, überraschte dieser Tage die Oeffent- lichkeit durch Mitteilungen über seltsame siKa. baten und Ränke, die von München ans wider die Portugiesen.Republik gesvonnen würden und in deren Mittelpunkt außer dem zurzeit in Poffeichosen im Bayerland weilenden Ex. k ö n t g^M a n u e l die Witwe des Herzogs Karl Theodor von Bayern, eine Prinzessin ans dem Hause Braganza, stehen sollten. Man laS da von Versuchen, durch Aufwendung be- trächtlicher Geldmittel die monarchische Agitation in Portugal zu fördern und Dom Manuel wieder aus den Thron zu bringen: Ein Plan, dessen eifrigste Unterstützung die bayrische Herzogswitwe aus dem Braganza-Haus als FamMenpWcht und Gebot der GeschlechtStrv- dition betrachie. Der Enthüllung ist (wie zu erwarten stand) prompt ein Dementi gefolgt, und man hätte sich bei diesem in unsrer Zeit natürlichen Gang der Dinge beruhigen können, wenn das Münchner Blatt, das die Eintracht des Isar-Zirkels so jäh zerstört, nicht bündig erklärt hätte, das offiziöse Dementi sündige Wider die Wahrheit, und die Wirklichkeit stehe zu den Versicherungen der amtlichen Stellen in krassem Widerspruch. So weit ist nun das Intermezzo gediehen: Dom Manuel (der angeb. lich auf der Brautschau sich befinde!) weilt immer noch in Possenhofen, und in Portugal regiert (immer noch!) die Republik!
Daß mitten im Aktionsbereich der Kabalen eine Frau stehen soll, erhöht den psychologischen Reiz der Affäre, denn Frauen pflegen bekanntlich in der Politik «mf andern Wegen jum Ziel zu gelangen als die Männer, deren Künste und Listen sich bestenfalls in den Schlichen der Kulisseu-Politik erschöpfen. Sicher ist jedenfalls, daß die Witwe Karl Theodors von Bayern, feit die Augenklinik ihres verstorbnen Gatten ihr feine Gelegenheit mehr zu frauenhafter Betättgung bieten kann, sich andern Beschäftigungen zugewandt hat, die man als spezifische Frauendomänen anznsehen pflegt. Nicht „Revolution machen", sondern ... Ehestif. ten! Der Erfolg kann in diesem Falle der gleiche sein. Der junge Vetter aus Portugal soll unter den Pantoffel gebracht werden. Die Ehechancen Dom Manuels waren nie besonders glänzend, auch damals nicht, als er noch den blutig glitzernden Goldreif der portugiesischen Krone um die Stirne trug; dazu war der Thron der Braganza nicht sicher genug, und dazu war Dom Marmel auch zu sehr ein Anhänger des Boccaccio: „Hab ich nur Deine Liebe, die Treue brauch' ich nicht" (Gabby Deslisle und die kleinen Mädchen in Paris wissen da- von zu erzählen). Und als Dom Marmel vor zwei Jahren (er zählt grade zwanzig Lenze) in England ansragte, um sich gleich seinem Königlichen Vetter von Spanien aus dem meer- umspülten Albion die Lebensgefährtin zu polen, mußte er mst einem großmächtigen Korbe «N des Tajo Strand rurücSebren. Und
London-Poffenhofen-Wksn.
Wie aus 'München berichtet wird, wird dort (offenbar aus Anlaß der Enthüllungen der fozialdemokratischen „Münchener Post" über die Förderung royalistischer Umtriebe durch die Herzogin Karl Theodor) offiziös die Nachricht verbreitet, daß der im benachbarten Possenhofen wohnende Exkönig Dom Manuel nach Luzern abgereist sei. Diese Nachricht beruht indessen, wie von unterrichteter Seite verlautet, nicht auf Wahrhett. Dom Manuel wird vielmehr erst Ende des Monats inkogniw von München abreisen und sich zunächst nach Niederösterreich zu der beabsichtigten Verlobung mtt der Tochter Dom Miguels von Braganza begeben, und dann erst nach Wien Weiterreisen.
Essen, 17. September.
Die hiesigen Stadtverordneten haben eine Kommission gewählt, die die zu ergreifenden Maßnahmen gegen die Fleischteuerung erwägen und den Stadtverordneten baldigst Vorschläge machen soll. Der Oberbürgermeister teilte mtt, daß die Städt Essen sich mit der Stadt Köln litt Verbindung gesetzt habe, da Köln dänisches Fleisch 15 vis 20 Pfennig das Pfund billiger liefert als die Metzger- meister» Ferner soll die Frage des Gefrierfleisches eingehend geprüft werden. Vor allen Dingen bezeichnete eS der Oberbürgermeister alS sehr wichtig, die Einführung dos amerikanischen Pökolftotschr» zu prüfen-, das früher in großen Mengen in Essen genossen worden fei und erst durch die agrarischen Maßregeln im Konsum zarrückgegangen ist. Es wurde der Verwaltung ausgcgeDem M den zu- stmtdigen Stellen dahin vorstellig zu werden, daß eine vorübergehende Aufhebung oder doch tnittbefien-8 eine erhebliche Ermäßigung der Einfuhrzölle auf frisches und Gefrierfleisch ehttreien.
Kaninchen- und Gefrierfleisch.
(Privat-Telegram m.)
Dortmmrd, 17. September.
Die gestrige Stadtverordnetensttzung beschäftigte sich mit der Fleischteuerungs- frage, veranlaßt durch die von den Freisinnigen und dem Zentrum eingegangenen Interpellationen. Die Sozialdemokraten hielten sich ostentativ von der Versammlung fern. Oberbürgermeister Dr. Eickhofs berichtete über die von der Stadt bereits vorgenommenen und noch zu treffenden Maßnahmen, lieber den Bezug von dänischem Vieh durch die Stadt äußerte sich Oberbürgermeister Eickhoff wenig günstig. Die Marktdeputation soll weitere Maßnahmen, insbesondere den Bezug von australischen Kaninchen und anstra - lischem Gefrierfleisch, beraten. Der Oberbürgermeister bezeichnete als Hauptaufgabe der Regierung, die Förderung bet rheinischen Viehzucht noch kräftiger zu betreiben. Die Stadwerordnetenversammlung beschloß die Einsetzung einer sozialen Kommission, der weitgehende Befugnisse erteilt werden, namentlich auch hinsichtlich der Beschaffung ausländischen Fleisches in größeren Mengen durch die Stadt.
DSuifches Fleisch für Offenbach.
Wie uns weiter aus O f f e n b a ch a. M. berichtet wird, hat die dortige Sonderkommission der Stadtverordnetenversammlung zur Bekämpfung der Fleischnot in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, dänisches Fleisch zu bestellen, das bereits nächste Woche durch die Offenbacher Metzger mit einem Preisaufschlag verkauft werden soll. Ebenso werden Fische bestellt, die durch die einschlägigen Geschäfte Vertrieben werden sollen. Man verspricht sich von diesen Maßnahmen einen guten Erfolg.
der Türkei und Italien soweit anerkannt seien, Italien habe den Vorschlag angenommen, bei Türkei eine Anleihe zu gewähren, die diesei inbireft auszuzahlen fei. Hierfür leiste bte Türkei als Sicherheit bie Verlängerung der Zollregie in Smyrna ober anderen Otten bet Türkei. Die türkische Regierung hat diesen Vorschlag formell angenommen.
Ser Mittelstands-Kongreß. Die Braunschweiger Mittelstands-Tagung! Fleisch - Teuerung, ArbeitSwilligen-Schutz-
In der gestrigen Schußsitzung des Zweiten Reichsdeutschen Mittelstandstages in Braunschweig sprach als erster Redner 'Gene, ralsckretär Dr. Bill-Saarbrücken ilber „Die gem einsamen Int eressen der selb ständigen Gewerbetreibenden". Er stellte die Forderung auf, daß die gemeinsamen nationalen, religiösen, polftischeu und erzieherischen Ideale nicht so schicksalbestimmend fein dürsten wie die Lebens- interessen der einzelnen Berufsstände der heutigen Gesellschaftsordnung; man müsse vielmehr der Erfassung und Verbreftumg der letzteren die gleiche Pflege widmen. Die weiteren Beratungen des Mttelstandstages galten der Teuerung und dem Arbsitswilligenschutz.
Gewerbe und Landwirtschaft.
(Bericht unsers Korrespondenten.) - Braunschweig, 17. September.
In der gestrigen letzten Sitzung des Mittel- standstazes sprach Fleischermeister Wohlgemut- Braunschweig über die Fleischteuerung. Er betonte, daß diese Rot nicht erst jüngst entstanden sei und erläuterte die Lage der Landwirtschaft. Eine vorgelegte Resolution nimmt das Fleifchergelverbe gegen den Vorwurf der Fleischverteuerung in Schutz und beauftragt den Vorstand, dahin zu wirken, daß Not. st a n d s a k t i o n e n zur Milderung der Toue- rung der FlÄschpreffe nur unter Mitwirkung des ansässigon Gewerbes durchg-esühri werden; ferner verlangt die Resolirfton ein Zusammenwirken des FleischergewetbeS und der Landwirtschaft und der Regierung zur Festste!, lung der Ursachen der plötzlichen Preissteigerung. Dr. Schönemann-Dresden sprach sodann über den „Schutz der Arbeitswilligen". Der Referent betonte, daß di« Reichs regierung erklärt habe, daß für ein neues Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen eins Notwendigkeit nicht bestehe; auch der Reichs, tag hab« sich dafür Nicht erwärmen können. Und doch handle es sich um lein Ankara hm ege. setz. Der Boykott sei eine Hegen die guten Sitten verstossende Schädigung, für di« nach dem Gesetze der Urheber fast nie haftbar gemacht werden könne. Die Forderung nach einem Gesetz zum Schutz der Arbeitswilligen richte sich lediglich gegen die wider die Grundlage unserer Rechts^. und Sittenordnung verstoßende Form, in der viele Kreise der Arbeiter ihre Forderungen durchsetzen wollten.
2er Lettische Bankiertag.
Ein Privat.Telegramm meldet uns aus München: Der vierte Allgemeine Deutsche Bankiertag wurde gestern abend mit einem von der Stadt München im Hofbräuhaus gegebenen Begrüßungs- abend eröffnet. Di« Beteiligung ans allen Teilen des Reiches ist außerordentlich gross. Vertreter von Behörden, des Reichs und bei Bundesstaaten, von Bank- und Handelskorpo- rationen, Reichstags, und Landtagsabgeord- nete, zahlreiche bekannte Gelehrte und Angehörige fast aller führenden deutschen Bankinsn. tute und Firmen sind anwesend. Die Gesamtzahl der Teilnehmer erreicht fast tausend. Die Stadt München entbot dem Bankiertag ihren Gruß durch eine humorvolle Ansprache des Münchner Kindls, die an die Vertreter der ersten Großmacht auf den Ton gestimmt war: „Denn das Wichtigste auf dera Welt, dös ist und bleibt halt alleiveil das Geld", eine Auffassung, die natürlich den „ungeteilten Beifall der Versammelten" fand. "
Stornier Rendezvous.
DieDerhandlungen des sozialdemokratische» Parteitags; Geschäftsbericht und Teuerung«
(Bericht unsers Korrespondenten.)
Chemnitz« 17. September.
In dem Vorort Schönau, der von bet Stadt Chemnitz etwa eine halbe Stunde entfernt ist trat gestern der sozialdemokra- tische Parteitag zu seinen diesjährigen * Verhandlungen zusammen. Der große Saal im Wintergarten war fast gefüllt als gegen halb zehn Uhr der Vorsitzende des Pnrteivorstandes, Rechtsanwalt H a a s e, den Parteitag für eröffnet erklärte. August Bebel erschien erst später und wurde Mimisch begrübt. Der Saal toaei