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Hessische Abendzeitung
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Dienstag, 17. September 1912
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Nummer 240,
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2. Jahrgang.
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Diesseits und Jenseits der Vogesen.
Hebet dem gewaltigen Kriegsschamspiel der deutschen Kaisermanöver aus sächsischer Erde ist der Vorhang gefallen; der Film, der in rastlosem Geflimmer sich unterdessen „Hof- fähigkeit* erstritten, hat auf besonder» Wunsch des obersten Kriegsherrn die charakteristischsten Episoden aus dem Waffeugang im Frieden festgehalten, und wir werden also bald Gelegenheit haben, uns im geheimnisvoll gedunkelten Kintopp an den Glanz-Effekten des bunten Schauspiels zu erfreuen. Die Kaisermanöver sind bei uns zur ständigen Einrichtung geworden: Jahr um Jahr wiederholt sich das Massenaufgebot kriegsmäßig gerüsteter Truppenmacht zum Kriegsspiel draußen im Felde; Rot und Blau ringen immer wieder aufs neue um den Lorbeer des Sieges, und wir würden sicher etwas vermissen, wenn ein Abweichen vom gewohnten Brauch einmal den Herbst ohne klirrend Waffenspiel vorüberziehen ließe. Daß über Wert oder Unwert der Kaisermanöver die Meinungen sachkundiger Autoritäten weit auseinandergehen, hat ihrer Popularität nicht Abbruch getan: Man hat sich daran gewöhnt, trotz der kriegsmäßigen „Aufmachung* in ihnen mehr Parade, mehr Macht-Demonstration als ernste, für den Kriegsfall als Vorspiel gedachte Waffenprobe zu sehen, und sich damit abgefunden, daß das wirtschaftliche Opfer durch den moralischen Eindruck des Massen-AufgebotS militärischer Macht auf das Ausland zum großen Teil wieder ausgewogen werde; eine Rechnung, die allerdings stark optimistisch beeinflußt ist, denn grade vom Ausland her hören wir die schärfste Kritik des Systems unsrer Kaiser-Manöver.
Kürzlich erst (in dem von der Londoner .Daily Mail* herausgegebenen Buche „Die Deutschen und ihr Kaiser*, dessen einzelne Abschnitte von den bekanntesten und einflußreichsten Publizisten englischer Zunge geschrieben wurden) hat ein hervorragender britischer Sachkundiger an der mflitärtschen Qualität der deutschen Kaisermanöver eine Kritik geübt, die dem Wesen der Dinge durchaus gerecht wurde Der englische Kritiker sieht in den Kaisermanö- vern lediglich imposante militärische Schau- b2e ^erlich geeignet sind, die kriegerischen Tugenden der Armee zu vertiefen, die indessen, vom kriegsmäßig-strategisch en Standpunkt aus betrachtet, als wirkliche Waffenprobe für den Emstfall nicht anerkannt ^"den können. Daß der Beurteiler mit die- ferJintir nicht etwa den Wert deutscher Wehrhaftigkeit herabmindem wollte, beweist die hohe Anerkennung, die er den Manövem im kl ei- nern Truppen-Verband (in Brigade, Division und Korps) zollt. Diese kriegsmäßigen Feld- ubungen der Tmppen sind nach seiner Ueber- zeugung die eigentliche Schule deutscher Krtegstüchtigkeil, und es darf darauf hingewlesen werden, daß dieses Urteil des englischen Kritikers sich durchaus mit derjenigen Auffassung deckt, die bei namhaften deut- ftfen Sachverständigen über den Wert der Kaisermanöver und der Manöver im kleinem Tmppen-Verband besteht. Nun, da „Das Ganze Halt! das grandiose Friedens-Kriegsspiel geendet, ist s vielleicht nützlich, an diese Tatsachen zu erinnern, denen auch der neue Marschall- Stab des Sachsenkönigs, erworben und verliehen im Branden der Kriegsschlacht des Friedens, nicht Abbmch tun kann.
Blick über den Grenzstrich zeigt uns ein ander Bild: Eine Karikatur! Fast gleichzeitig mit den deuffchen Kaisermanövem begannen auch in Frankreich die großen Herbst- manover, denen diesmal besondre strategi- sche Bedeutung beigemessen wurde und die als Gast den Repräsentanten des Verbündeten Rußland, den Großfürsten Nikolaus, im bunten Kranz der Zuschauer sahen. Wie The- ophile Delcassö bei den Flotten-Manövem mit weitballendem Wort von der „erzbereiten Flotte* sprach, die „jeden Augenblick gerüstet sei, für die Ehre der Republik in Aftion zu treten*, so waren auch die diesjährigen Herbstmanöver der Armee durchaus auf das Kriegsmäßige gestimmt, die ganze Anlage der Manöver als Vorspiel und Probe für den E r n st - fall berechnet. Frankreich plante eine große militärische Demonstration, eine Machtoffenbarung, die ganz Europa zur Achtung und Be- wundmng des Geistes gallischer Kriegskunst zwingen sollte. Und von all den Hoffnungen ist nun nichts geblieben: Das Schauspiel des Kriegs im Frieden, das Frankreichs Heer in böL liger Aktionsbereitschaft zeigen sollte, wurde zu einer großen Komödie, und der Endeffekt der Manöver der „Großen Armee* ist ... ein großer Lacherfolg! Diesen Erfolg dankt Frankreich einem seiner bekanntesten Truppen- whxer, dem General Marion, der im Ma
növer als Oberkommandierender die rote Armee führte und als solcher das (sagen wir einmal) Pech hatte, samt seinem ganzen Stabe in dem Moment vom Feinde (einer Kavallerie- Abteilung der blauen Armee) gefangenge- tt omittenyt werden, als er zu einer Terrain- Erkundung vorgeritten war.
Da die Kunst kriegsmäßig arrangierter Manöver (zurzeit noch) nicht darin besteht, sich vom Gegner gefangen nehmen zu lassen, hat der Kriegsminister der Republik nach Bekanntwerden des peinlichen Intermezzos die mit so viel Hoffnungen begonnenen und so „intensiv kriegsmäßig* gestalteten Manöver sofort abbrechen lassen, in der richtigen Erkenntnis, daß nach der Gefangennahme der einen Armee auch das kriegsmäßigste Manöver der staunenden Welt nichts Neues mehr zeigen kann. Da die ganze Anlage der Manöver durchaus auf den Ernstfall zugeschnitten war, kann man sich ungefähr vorstellen, wie der tapste General Marion seine Aufgabe als Heerführer aufgefaßt hat. Pariser Blätter erzählen denn auch entschuldigend, man habe in Monsieur Marion niemals ein großes militärisches oder strategisches Talent geschätzt, und sein Pech dürfe also nicht allzusehr überraschen. Bei uns würde ein General, der sich, verlegen lächelnd, gefangen nehmen ließe, ehestens von der Bildfläche verschwinden, und selbst einem Hauptmann oder Rittmeister, der so bürgergardemäßig „abgesägt* werden könnte, würde der Zylinder nicht lange vorenthalten bleiben: Jenseits der Vogesen aber hat man keinerlei Bedenken getragen, einem General, der „niemals ein militärisches oder strategisches Talent war*, die Führung einer Armee in einem Kampf zu übertragen, der eine .Vorprobe für den Ernstfall* sein sollte! Eine Macht, die auf diese Weise Kriegsspiel treibt, darf sich nicht wundern, wenn ihre Hel- den-Pose im Wehrbereich Europens homerisches Gelächter weckt ...! F. EL
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Gin Mer des KalsermanSvers?
Rücktritt des sSchstschen KriegsminifterS.
Wie wst schon kurz mitgeteilt haben, ist für die nächsten Wochen der Rücktritt des sächsischen KriegSrninWerS, Fretherrn von Hausen, zu erwarten, und es wird in unterrichteten Kreisen allgemein angenommen, daß der Entschluß des Kriegs-Ministers, von seinem Amte zurückzutreten, mit dem Kaiser-Manöver in direkten Zusammenhang zu bringen ist, in dem der Kriegsminister bekanntlich die blaue Armee geführt hat, die gegen Rot unterlag. Bald nach der Beendigung der Kai- sermanöver wurde dann auch die Nachricht von dem nahe bevorstehenden Rücktritt des Kriegs- ministers bekannt. Mr erhalten dazu noch folgende Mitteilungen':
Der Führer der Blauen.
(Telegramm unsres Korrespondenten.) Dresden, 16. September.
Die Ankündigung, daß der sächsische Kriegs- minister von Hausen bestimmt im nächsten Frühjahr seinen Abschied nehmen werde, hat in militärischen SErethen allgemeines Aufsehen erregt. Der Hinweis darauf, daß Ge neraloborst von Hausen bereits im letzten Frühjahr mit Rücksicht auf sein Wtor aus dem Amte scheiden wollte, dürfte hier und da kaum als eine vollgültige Erklärung für den jetzt bestimmt in Aussicht gestellten Rücktritt angesehen werden. Die Vermutung liegt vielmehr nahe, daß der Ausfall der Kaisermanöver mitbestimmend war. Bekanntlich war Generaloberst von Hausen der Führer der geschlagenen blauen Armee. Nun mutz je allerdings notwendig einer der beiden Manö verhärteten unterliegen, und es wäre traurig wenn die Niederlage an sich dem Führer der unterlegenen Partei seine Stellung kostete, mag er auch sonst als noch so tüchtig erprobt worden fein. Aber diesmal traten doch verschiedene Umstände als erschwerend hinzu, Umstände persönlicher und sachlicher Art. Zunächst befindet sich Generaloberst von Hausen als sächsischer Krnegsminisier in einer
sehr exponierten Stellung
Dein Gegner, General von Bülow, ficht ihm überdies nickt einmal im Range gleich. Als besonders peinlich mußte es empfunden werden, daß gerade die blaue Partei unterlegen ist. Stellte doch die siegreiche tote Armee den „bösen Feind* dar, der von Osten in da s Land eingedrungen war, und nun programmgemäß von den blauen Landesverteidigern zurückgsworfen werden sollte. Unter die. sen Umständen ist es immerhin verständlich, wenn man dir Rücktrittsabsichten des sächsischen Kriegsministers mit seiner Manövernie. Verlage in ZusonnwnhanL bringt. Es er,
scheint sogar nicht ausgeschlossen, daß das Kaisermanöver noch einige weitere Opfer fordert. Es wird erzählt, daß der Kaiser in seiner Kritik bei Besprechung der Taktik gesagt habe: „Ich habe sehr interessante Einzolkämpfe der Divisionen gesehen, von Korpsführung habe ich weniger erlebt ...!*
Der Kaiser und die Kommandeure.
Falls die in der vorstehenden Meldung unseres Korrespondenten wiedergegebene Aeuße- rung des Kaisers wirklich so gelautet hat, tote“ sie in militärischen Kreisen kolportiert wird, so würde sie sich in erster Linie gegen die Korpskommandeure richten. Der Kommandierende General des dritten Armeekorps, von Bülow, muß dabei allerdings ausscheiden, da er als Oberstkommandierender der roten Armee sein Korpskommando während des Manövers abgegeben hatte. Seinem Stellvertreter wird man aber kaum einen Strick daraus drehen können, wenn er sich nicht völlig in die Obliegenheiten eines ihm fremden Amts hineingefunden hat. Dagegen erscheint es (Wie uns von unterrichtetet Seite gemeldet wird, nicht ausgeschlossen, daß von den kom- mondierendeu Generälen der drei andern Korps der eine oder der andere die Konsequenzen aus der Kritik zieht.
Semrniftratioa für den Glauben.
Deo Eucharistische Kongreß in Wien.
Wir berichteten am Sonnabend schon über die imposante Glaubens-Kundgebung auf dem in Wien tagenden Eucharistischen Kongreß, an dessen Verhandlungen auch zahlreiche Angehörige des kaiserlichen Hauses teilnahmen. Den Abschluß und den Höhepunkt deS Kongresses bildete die gestrige Prozession, die sich zu einer imposanten Kundgebung gestaltete. Auch der Kaiser ließ sich trotz des strömenden Regens nicht abhalten, an der Feierlichkeit teilzunehmen. Der Zug zum Stephansdom glich einer förmlichen Völkerwanderung. Wir erhalten! darüber folgenden Bericht:
Der Zug zum Stephansdom.
(Privat-Telegramm.)
Wie«, 16. September.
Schon seit den frühen Morgenstunden des gestrigen Tages umlagerte eine enorme Menschenmenge den Stephansdom. Tausende und abertausende Teilnehmer an der Konferenz halten längs des ganzen Ringes und in den angrenzenden Straßen Aufftellung genommen. Um 11.15 Uhr versammelten sich alle in Wen anwesenden Erzherzöge. Gegen 11.80 Uhr setzte sich der Wagenzug zum Stephansdom in Bewegung. Voran ritt eine Reitereskadron mit vier Hoftrompetern. Inzwischen war auch der mit weißer Seide ausgeschlagene Prinz- Galawagen mit goldener Bocksitzdecke für das A l l e r h e i l i g st e vor der Siephanskirche vor- gefahren, um die Monstranz abzuholen. Plötzlich wurde dreimal der Generalmarsch geblasen, als Zeichen, datz Kaiser Franz Josef mit dem Erzherzog-Thronfolger Franz Ferdinand nahe. Die Menge entblöste das Haupt und jubelte dem Monarchen zu, der unausgesetzt für die dargebrackten Ovationen dankte. Nach der Messe im Setphansdom setzte sich der Zug in Bewegung. Der prachtvolle Staatsgalawagen mit der Monstranz wurde vo» Klerikern begleitet, die Weihtauchfäfset schwangen. Als das Allethelligste passierte, wurde daS Militär zum Gebet kom. manbiett. Die Menge entblößte das Haupt. Als der Kaiser mit dem Thronfolger sichtbar wurde, bemächtigte sich der Bevölkerung tiefe Rührung und Begeisterung. Um ihren Gefühlen Ausdruck zu geben, fang die Volksmenge zehntausendstimmig die Volkshymne und brachte dem Monarchen immer wieder sich erneuernde Ovationen dar. Der Kaiser wurde nicht müde, dem Volk intieferRüh- rnng zu danken.
Franz 3»fef und der Kardinal.
Eine vielbemerkte Szene während der gestrigen Feier ereignete sich, als der Kaiser den Fürsterzbischof von Salzburg, Kardinal Dr. K a t s ch t h a l e r, ins Gespräch zog. Der Kardinal war von der Aufmerksamkeit des Monarchen so gerührt, daß er heftig zu schluchzen begann und von mehreren Priestern anS dem Saal geführt werden mußte. Erst nach einiger Zeit erholte sich der greife Kirchenfürst von seinem Aufregungszustand und konnte dann wieder im Saal erscheinen. In zweiundzwanzig Fällen von Ohnmächten mußten während der gestrigen Prozession die Rettungswachen zu Hilfe eilen.
Krieg: Sine Frage tzsn Lagen?
König Nikita als Schwarzseher
Wie uns ein P r i v a t - T e l e g r a m m aus Cettinje meldet, erflärte König Nikita von Montenegro in einer Unterredung mit
einem Preffe-Bertreter, die Unruhen in der Tür. kei und die Uebergriffe an der Grenze nähmen kein Ende und seien geeignet, unerwartete ernste Verwicklungen zu zeitigen, die z« verhindern vielleicht nicht mehr möglich fein werde. Nach der Auffassung eingeweihter Kreise ist die Lage sehr ernst und der Aus» bruch des Krieges nur eine Frage von Tagen.
Ser deutsche Mittelstand.
Der Mittelstandtstagin Braunschweig; Sorgen und Forderungen des Mittelstandes.
(Bericht unsers Korrespondenten.) Braunschweig, 16. September.
Unter Beteiligung von über tausend Vertretern des Deutschen Mittelstandes, mittel- ständischer Organisationen, Handwerkerinnnn- gen, kleingewerblichen Schutzverbänden und der größten mittelständischen Organisation deS Reiches, dem allein 66 000 Mitglieder umfassenden Verband der Rabattsparvereine Deutsch- Lands, trat gestern Hierselbst der Reichsdeutsche Mittelstandsverband zu seiner zwei- ten ordentlichen Hauptversammlung zu- sarnmen. Die Reichsregierung war durch den Vortragenden Rat im Reichsamt des Innern,' Geheimen RegierungSrat Professor Dr., Latz, vertreten, die sächsische StaatSregierung durch den Finanzrat S ch i e ck und das braun schweinische Staatsministerium durch den Geheimen Regierungsrat Schulz. Ferner bemerkte man Vertreter der Fraktionen des Reichstags und der Landtage der deutsch-konservativen, der freikonservativen und der nationalliberalen' Partei, sowie der Wirtschaftlichen Vereinigung u-Nd des Zentrums; nur die sozialdemokratische und die Freisinnige Dolkspartei blieben Untier, treten. Insgesamt repräsentierten die Delegierten über 200 deutsche Mittelstandsverbände mit etwa 15 000 angeschlossenen Vereinen und über z wei Millionen Mitgliedern. Der Vorsitzende des Verbandes, Bürgermeister Dr. Eberle-Nossen eröffnete die Tagung mH einer Begrüßung der Erschienenen und hielt "dann eine programmatische Ansprache. Er be- tonte darin, daß im Mittelstand
die Kraft nnsereS Volkes und unseres Reiches beruhe. Der Mittelstand müsse Verständnis finden bet allen Selbstäu. bigen, den Beamten, Angestellten und Arbeitern, nicht zuletzt aber bei den Regierungen. Man dürst hoffen, daß das deutsche Volk, das - in schweren Zeiten immer seinen Fürsten als den sichersten Führern gefolgt fei, auch jetzt m seinem Mttelstande nicht vergebens auf Halse warten werde. Hieraus sprach Handwerkskam- merfelretär Dr. Schellen- Mürcher üb« die „Unterschiede der Erwerbs, und WrrtschaftSge- noffenschasten*. Er wies darauf hm, daß die Frage der Genossenschaften für den gesamten selbständigen MttÄsta-nd von einschneidender Bedeutung sei. Gegen die Konsumver- etnsanhänger, die entmutig organwert seien, müsse entschieden Stellung genommen werden. Die Konsumvereiusbeweguug habe tu sozialer Beziehung zur Ausschaltung zahl- reicher selbständiger Existenzen und zur WA- weisen Vernichtung des gewerblichen, Mtttel- standeS geführt, obwohl der selbständige Mit. iklstand SS Rückgrat der Volkstvirtschaft bttte und wichtige Aufgaben zu erfüllen habe. Rechtsanwalt Kohlmann -Dresden behandel das Thema „Hausbesitz und gewerblrcher Mittelstand*. Er wies darauf hin, daß der Haus, und Grundbesitz als E Glied des Mt- telstandes angesehen werd«, müsse uvd auf Ge. deiheu und Verderben mit dem selb stand .gen Mittelstand verbunden sei. Die Verhandlungen werden heute fortgesetzt.
Ter Hrnsabllnd in Heffen*Rafia«.
(Privat-Telegramm.) Frankfurt a. M., 16. September. .
->n einer imposanten Hansabund-Dersarmw (ung, an der auch Delegierte aus Cassel teilnahmen, wurde hier gestern «in Provinzialverband Hessen-Nassau des Hansabundes gegründet. Der Verband nahm eine Resolutton gegen die Flcifchteue- rung an und erhob Protest gegen die Angaben der Agrarier, daß Handel und Gewerbe an der Teuerung schuld seien. Ferner protestierte der Verband gegen das preußische Was- s e r g e s e tz. daS die Industrie benachteilige.
Sie Kemnitz« Heerschau.
BeginndeSsozlaldemokratifchenParteltagS.
(Bericht unsers Korrespondenten.)
Chemnitz, 16. September.
Der diesjährige sozialdemokratische Parteitag. der dreiundzwanzigste feit der Aufhebung des Sozialistengesetzes, nahm am gestrigen Sonntag in Chemnitz, der Hauptstadt des erzgebirgischen Jndustriereviers. einer der Hochburgen der deutschen Sozialdemokratte im „roten Königreich*, seinen Anfang. Reben etwa