CaWer Neueste MWtm
Hessische Abendzeitung
Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang
Freitag, 13. September 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 237
Fernsprecher 951 und 952.
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dem einen Zwecke gilt: An der Grube des Aergernisses in Gestalt der Erbschaftssteuer vorbeizukommen! Diesem kategorischen Imperativ Bethmann'scher Politik entsprangen die monströs geformten Monopol-Pläne des Herrn Delbrück, ihm diente die nervöse Hast der gesamten ministeriellen Steuersucherschaft, und dasselbe Zwangsgebot einer „Rettung auf Umwegen" hat nun auch Herrn Kühn zum Vater eines Gedankens werden lassen, dessen theoretische Vorrüge man nicht bestreiten kann. Di«
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Fleiß und die Tatkraft des erwerbstätigen Bürgertums der Steuerkafle tributpflichtig zu machen.
Alles in allem: Eine Idee, die sich sehen lassen darf, und die auch dadurch nicht an Wert verliert, daß der erste Strahl dieser Möglichkeit-Erkenntnis nicht im Schatzamt des Reichs aufblitzte. Der einzige Schatten, der Herrn Kühns Ruhm dunkelt, ist die peinliche Gewißheit, daß all dies krampfhafte Suchen nach Steuersystemen und Miüionen-Segen nur
nächste (und wichtigste) Frage ist nun: Wie wird Herr Kühn sich mit dem Reichstag stellen, in dessen Bänken zahllose Wortführer grade derjenigen Klassen sitzen, die von der Steuerforderung des Säckelmeisters in erster Linie betroffen werden würden? Die Opferung der Erbschaftssteuer war wirklich keine Ruhmestat Bethmann'scher Politik; aber vielleicht gelingt es nun dem neuen Genius Kühn, durch eindringlichen Appell an das „nationale Gewissen" die Schwäche des Meisters vergessen zu machen und mit dem Zauberstab der Vermögens-Zuwachs-Steuer dem Born der Millionen neuen glitzernden Segen zu entlocken . . .1 F. H.
Eine Besprechung mit dem Kanzler.
(Privat-Telearamm.)
Berlin, 12. September.
Der Reichskanzler beschäftigt« sich sofort nach seiner Rückkehr mit der Frage der Fleischteuerung. Am gestrigen Mittwoch fand eine sich bis in die späten Abendstunden hinziehende Besprechung des Kanzlers mit den Staatssekretären des Innern und dem preußischen Landwirtschaftsminister statt. Heber das Ergebnis wurde an allen beteiligten Stellen Stillschweigen bewahrt. Man ist übrigens in den Regierungskreisen immer der Ueberzeugimg gewesen, es sei ein Import gefrorenen Fleisches auch unter der Beibehaltung des Paragraphen zwölf, bei dem jetzigen Stand der Kälteindustrie durchaus möglich. Eine Einfuhr von 50 Lammcln. die Anfang dieses Jahres aus Australien erfolgte und von Bremen aus zum Vertrieb nach Chemnitz gelangten, bewies di« Richtigkeit dieser Annahme. Die Konseauen- zen daraus zu ziehen, bleibt den kommerzielle« und industriellen Anregungen überlassen. — Kestern fand auch im Reichsamt des Innern, eine Konferenz statt, in der die Frage einer Milderung der Fleischbeschauvorschristen zur Erörterung stand. Wahrscheinlich handelt« es sich darum, bestinintte Entschließungen zu fassen, die dem Reichskanzler von Beihmann Hollweg unterbreitet werden sollen.
Wie Hessen vorgeht.
(Privat-Telegramm.) -
kreuzten zwei lenkbar« Luftschiffe.
Beim Vormarsch der 23. sächsischen Division bei Großenhain ernannte der Kaiser gestern den König Johann von Sachsen zum Generalfeldmarschall. Der Kaiser überreichte dem König persönlich den Feld- marschallstab. Das Militärluftschifs „M. 3“, das gestern früh vom Tegeler Schießplatz zum Kai- sermanöver abgefahren war, ist mittags zu- rückgekehrt und glatt aus dem Tegeler Schießplatz gelandet. Es hat den ihm erteilten Auftrag vollständig erfüllt, indem es in kriegs- mäßiger Höh« von 1300 Metern die ganz« feindliche Stellung überfuhr und sehr gute Erkundungen durch Funks pruck meldet«.
Dresden, 11. September.
Ein neues Autounglück wird aus dem Ma» növergelände berichtet. Ein Militärauto geriet auf der Straße nach Borna bei Weißenfels ins Schleudern und stürzte um. Der darin befindliche Offizier wurde getötet, der Chauffeur schwer verletzt. Weitere Einzelheiten fehlen noch. — Der Büroschreiber T e i ch e r von der vierten Schwadron des sechsten bave rischen Chevaulegerregiments. der eine nächtliche Pa- woMenftchtz durchzuführert hatte, stürzt« bet
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Jas deutsche Kaisermanöver.
Ein Brückenbau über die Elbe.
Der K a i s e r, der im Sonderzuge bei Riesa übernachtet hatte, begab sich gestern zeitig ins Manövergelände. Er siihr mit dem Automobil über Zeithain und Glaubitz nach Großenhain, wo er den Anurarsch roter Infanterie sah. Hier ließ der Kaiser die 23. sächsische Division an sich vorbeimarschicren und begrüßte sein Grenadier-Regiment, dessen Uniform er auch heute trug. Um fünf Uhr traf der Kaiser in Moritz, südlich von Röderau, am rechten Ufer der Elbe ein. Hier waren bereits rote Spitzen eingetroffen, während am' sinken Elbufer blaue Patrouillen bemerkt wurden. Schüsse wurden gewechselt. Die Mannschaften der Leibgendarmerie, welche die Feldsignallampen für die Neutralen bedienen, hatten hier abgekocht. Der Kaiser und das Gefolge genossen von der fertig gewordenen Erbsensuppe. In Moritz be- sinden sich auch der Großherzog von Sachsen, Graf Zeppelin und die fremden Offiziere. Ein zweiter Uebergang von Rot wird bei Seußlitz geplant.
Gegen 4 Uhr war auf über dreißig Pontons eine Brücke über die Elbe ferttgge- st ellt. Der Kaiser hatte während der ganzen AM dem Brückenbau zugesehen, teils stehend, tckls aus der Bank des Fährkahns von Moritz sitzend. In seiner Umgebung befanden sich unter anderen die Feldmarschälle Graf von Hä- ftler und Freiherr von der Goltz sowie Graf Zeppelin. Der König von Sachsen traf um 3 Uhr zu Pferde «in. Als die Brücke fertig war, ging der Kaiser als erster zu Fuß hinüber. Etn Leibgendavm trug ihm die Kaiserstandatt« nach. Es folgten der Körrig von Sachsen, gleichfalls von seinem Standartcnträger beglöi- tet, die anderen anwesenden Fürstlichkeiten, die Manöverledtung, Me kaiserlichen Automobile und in unmittelbarem Erschließ Husaren, ihre Pferde führend, Infanterie in Marschkolonnen und Artillerie. Der Kaiser wurde am jensetti- gen User vom Publikum stürmisch begrüßt. Er beobachtete dann Wetter den Truppenübergang. Ein blauer Flugapparat wurde mit einer Bal-
Verlangen müßte und die hessische und bayerische Regierung würden sich ein unschätzbares Verdienst erwerben, wenn es ihnen gelänge, dieser Forderung bei den Verbündeten Regierungen Gehör zu verschaffen. Der Zustimmung des Reichstags würden sie Wohl gewiß sein.
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Hessen und Bayern beginnen den Kamps gegen die Teuerung. - Sine Besprechung mit dem Reichskanzler. — Sine Konferenz im Reichsamt des Innern. - Fleisch aus deu NordlSndern. — Was tut Baden. — Die Maßnahmen einiger Städte.
Darmstadt, 12. September-
Wie die „Darmstädter Zeitung" hört, hat das Ministerium des Innern Vertreter der Landwittschaftskammer, der Handwerkskammer und des Fleischergewerbes, der fünf größten Städte und dreier Landgemeinden, je einen aus den drei Provinzen, fowie Vertreter der hessischen Viehhändler zu gemeinsamen Verhandlungen darüber eingeladen, auf welchen Ursachen die gegenwärtig auch in Hessen sich bemerkbar machende Teuerung beruhe, welchen Umfang sie besitze und welche Mittel zur Abhilfe in Betracht kommen könnten.
Was tut Baden?
(Privat-Telegramm.)
Karlsruhe, 12. September.
Die badische Regierung hat sich zu einer Maßnahme zur Linderung der Fleifchnot entschlossen. Wie amllich bekannt gegeben wird, ist das Verbot der Einfuhr und Durchfuhr von Rindvieh und Ziegen aus der Schweiz fiir die Hettunft aus den Kantonen Luzern, Unterwalden, Uri und Zug mit sofottiger Wirkung außer Kraft gesetzt worden. Die Einfuhr und Durchfuhr mutz nach neuen Polizeivorschriften erfolgen.
Fleisch aus den Nordländern.
(TelegraphischeMeldung.)
Dresden, 12. September.
Der Rat hat mit einer däuiscken Firma einen Vertrag auf umgehende Lieferung frischen Rindfleisches aus Dänemark und mit einer Hamburger Firma einen Vertrag auf Lieferung argentinischen Geftierfleisches abgeschlossen.
Magdeburg, 12. September.
Die Teuerungskommission des Magistrats und der Stadtverordneten beschloß, lebendes Vieh von Schweden, Norwegen und Dänemark direkt einführen zu lassen.
Nun scheint man sich in maßgebenden Kreisen doch schließlich der Ansicht zngekehtt ju haben, daß die nach allseitigem Einverständni's tatsächlich herrschende Teuerung in Deutschland zwar eine „unglückliche Schickung" ist, daß man biidfe Schickung aber nicht mit fatalistischem Gleichmut ertragen dürft. Aus Hessen und aus Bayern kommt die Nachricht, daß das Großherzoglich-HcMsche beziehungsweise Bay. rische Ministerium gegen die Fleischteuerang Stellung genommen haben. Welche tatsächlichen Schritte erfolgen sollen, steht noch nicht fest, vorläufig handelt es sich um eine Rundfrage über die Ursachen jener unerfreulichen Erscheinung, und um Beratungen mit bau Vertretern von Gemeinden und Berassgenoffenschaften, aber es ist doch anzunehmen, daß man dabe nicht stchsn bleiben wird. Und selbst wenn man nicht über jene Maßnahmen Hinwegkommen sollte, wie sie jetzt überall in Vorschlag und auch wohl hier und da in Hebung gebrachi werden, wie Ermäßigung der Schlachtgebühren, Verkauf von gefrorenem Fleisch und Fischen, so bleibt doch wenigstens das erfreulick>e Anzeichen übrig, daß man unserer unnatürlichen Preispolitik gegenüber nicht völlig untätig verharren will. Vielleicht aber darf man sogar die Hoffnung hegen, daß die genannten Regier rangen ein wenig mehr tun, daß sie den Ton und das Signal zu einein gemeinschaftlichen Vorgehen aller Bundesregierungen angeben werden. Auch Preußen wird ja dann wohl aufhören, einen Zustand, der seit zirka zehn Jahren andanert, und sich ständig verschliM- mert, ein« „vorübergehende Erscheinung" zu nennen. Das ganze Volk würde den beiden Regierungen ein solches Vorgehen danken» na- mentCidj dann, wenn es sich nicht nur um jene oben erwähnten Maßnahmen handelt, die doch nur den Wert von allerdings gerade jetzt recht notwendigen Lückenbüßern haben könnten, sondern um Reformen, die eine Wiederkehr des heutigen Zustandes für möglichst lange Zeit undenkbar machen würden. Reformen müßten das sein, die unsere Wirtschastsverhältnisse den tatsächlichen Bedürfnissen des Volks anpassen. Die zur Förderung der Landwirtschaft bewil- ligien Mittel sind hinreichend, aber sie mässen auch in der richtigen Weis« verwendet werden.
Von gewichtiger Seite ist jüngst auf di« Gefahr hingew'ftsen worden, die dem deutschen Bauernstand« droht, wenn di« Preisentwicklung noch eine wertere Verschärfung erfährt, von Dr. Böhme, dem Geschäftsführer des deutschen Bauernbundes. Aber Dr. Böhme wies ist feiner längeren Abhandlung auch nach, daß die Angriff« zum wenigsten gegen die Fleisch- und Viehzölle ein Kampf gegen Windmühlen sind, daß deren Aufhebung in erster Linie den vfth- züchtenden Bauernstand treffen würde. In der Mitte liegt auch hier das Wahre. Nicht Aufhebung der Vieh- und Fl-eiischzölle ist hier zu fordern, sondern eiste bessere Organisation der Einrichtungen zur Hebung der einheimischen Viehzucht, der einheimischen Viehmast. „Nicht vielfach oberflächliche Grundsätze und Vor. schrisien können da genügen/ schreibt da eine andere landwirtschastliche Autorität, der Großherzoglich - Badische Zuchtinspettor a. D. Hink, „nein, es muß viel eher jede Gemeinde viehzüchterisch durchgeprüft und organisiert toerben". Zu normalen Zeiten gelang es, 95 Prozent des deutschen Fleischkonsums im Jnlande zu decken, mittels durchgreifender Neuorganisation m u ß es möglich sein, vom Auslande gänzlich unabhängig zu werden, was die Fleischversorgung selbst anbelangt. Auch die zur Viehmast nötigen Futtermittel könnte unser Bauernstand (nur von diesem kann hier die Rede sein) sich selbst beschaffen. Aber das hebt die Forderung nicht auf, daß nicht nur bet Mißernten durch vorübergehende Beseitigung der Futtermittelzölle ein Zufluß aus dem Auslande zur Verfügung steht. Auch in normalen Zeiten muß eben durch einen gewissen Ueberfluß an preiswertem Futter eine billige Zucht und Mast möglich sein.
Also eine Aufhebung der Futtermittelzölle ist das Einzigste und auch völligen Erfolg Versprechende, was man zunächst, als ein Freund der einheimischen bäuerlichen Landwirtschaft
Wh«, der neue Seniur.
dermSgenszuwachs- statt Erbschaftssteuer!
Die tröstliche Kunde, daß der Reichs- haushalt „im Golde schwimme" Hai die Sorge nicht lange zu bannen vermocht: Herr Wermuth, der den Irrgarten der Reichsfinanzverwaltung besser kannte, als einer vor oder (bisher) nach ihm, wies vor Wochen schon darauf hin, daß ohne Erschließung neuer Steuerquellen die Reichs wirtschaft Gefahr laufe, abermals im Sumpf endloser Anleihekümmernisse zu versinken, und eben hören wir denn auch, daß man im Reichsschatzamt emsig dabei ist, neue Millionen hervorzuzaubern. Herr Kühn, der nach Wermuths unziemend plötzlicher Enthalsterung die Bürde des Säckelmeisters auf breite Schultern lud, hat sich bisher zwar als Steuersucher noch nicht bewährt: Was aber jetzt als neueste Kunde aus der Werkstatt des Schatzamts in die spätsommerlich-verdrossue Oesfent- lichkeit dringt, berechtigt zu der Hoffnung, daß Wermuths Erbe wenigstens im Jdeen- Reichtum des Steuerfinders die an sein Wirken sich anknüpfenden Ermattungen nicht enttäuschen wird. Herr Kühn plant nämlich (man höre und staune!) eine Tat, die bisher noch keinem Hirn und keinem Arm gelungen: Er will die Erbschaftssteuer, um die immer noch wild und grimmig der Kampf der Geister tobt, durch ein gleichwertiges und im finanziellen Effekt sogar noch glänzenderes Steuersystem ersetzen und auf diese Weise die parlamentarischen Klippen neuer Steuerforderungen klug umschiffen.
Herr Kühn nennt seinen Steuerplan kurz Und bescheiden: Vermögens-Zuwachs- Steuer, und wie man aus halb-offiziösen Schreibstuben vernimmt, soll die neue Millionen- Jdee derart in Vorzügen glitzern, daß selbst der Kanzler sie als eine Offenbarung stark zur Sonne strebenden Genies erkannt und dem Vater des Gedankens seinen Glückwunsch ausgesprochen hat. Die Vorlage ist im Reicbsschatz- amt beretts in allen Einzelheiten ausgearbeitet, und wenn der November ins Land zieht, und im Wallothaus sich weit die Tore öffnen, wird man daran gehen müssen, Herrn Kühn mit dem Lorbeer deS Reich-Erretters au8 brüt« fenber Sorge zu kränzen. Schon der Name klingt lieb und traulich: „Vermögens-Zuwachs- Steuer"! Das deutet gleich in der Etikette an, daß die Last der Millionen-Forderung nur au starke Schultern gelegt, lediglich der arbeit« unbeschwerten Laune des Glücks aufgebürdet werden soll, und daß der Millionen-Segen, der daraus (wie man hofft und wünscht) in die Kassen des Reichs niedetträuftln wird, nur aus denjenigen Quellen sprudeln darf, die nicht durch die Tränen der Not und des Kummers verbittett sind. Seit die Wertzuwachssteuer erfunden, ist uns das System der Besteuerung unverdienten Wettzuwachses vertraut und geläufig, und da der Gedanke der Zuwachs- Besteuerung ein Produkt kommunaler Steuerpolitik ist, sehen wir (nicht ohne Befriedigung) die Reichswirtschaft endlich auf einem Wege, der zur Erkenntnis und zur wittschaft- lichen Gesundung unsrer Steuerpolitik führen kann.
Dein Plan der Vermögens-Zuwachs-Steuer siegt die gleiche Idee zugrunde, die die kommunale Wettzuwachs-Steuer ins Leben rief: Der unverdiente, also nicht direkt erarbeitete Zuwachs an Vermögen (sei er durch zufälligen Gewinn, durch außergewöhnliche Wettsteigerang des Besitzes, durch Spekulation oder durch andre Umstände herbeigefühtt) soll zugunsten des Reichs besteuert werden, und zwar in der Weise, daß nach der Höhe des Gewinns und entsprechend der Ursache der Wett- steigeraug die Steuer sich ftaffetfßrndg automatisch erhöht ober verringert. Auf diese Weise würde (genau wie es bei der Wettzuwachssteuer auf Immobilien die Kommune bereits ist) das Reich zum direkte^ Mit-Rutznie- tzer des Vermögens-Zuwachses derjenigen Klassen werden, denen dieser Zuwachs zugute kommt, und es läßt sich nicht leugnen, daß damit ein durchaus ideales und wirtschaftlich ge- recht-ausgleichendes Steuersystem geschaffen wäre, dessen Lasten ausschließlich diejenigen Schultern treffen würden, die nicht nur leistungsfähig, sondern im Moment der Steuerleistung durch den Zuwachs am eignen Vermögen besonders gekräftigt wären. Daß die rechtschaffen erarbeitete, durch Energie und Umsicht erstrebte Steigerung der Vermögenswette von der Zuwachs-Steuer befreit, bezw. durch eine gerechte Abgrenzung der fteuerfreien Vermögen geschützt bleiben müßte, ist bei der Beurteilung des praktischen Werts der Kühn-Idee selbstverständliche Voraussetzung, denn es würde natürlich zu weit führen, wenn das Keich sich etwa mit der Absicht trüge, den
Ei« gestürzter Flieger.
(Telegraphisch« Meldung.)
. Finsterwalde, 11. September.
Der Offizftrflftger Siebert war heutt früh hier aufgestiegen. Etwa sünfhundett Me< ter von der Aufstiegstelle, zwischen Sonnenwal, de und Ossagk stürzte ber Apparat aus elnei Höhe von fünfzig Metern ab. Di« Flugmaschine bohtte sich tief in den Boden hinein und wurde vollständig zertrümmert. Bei dem Sturze wurde Siebert der Brustkorb eingedrückt. Er erlitt außerdem einen Schulterbruch und eine schwere Verletzung des Halsknorpels. Sein Zustand ist hof snungslo s.
Anfalle im Manöver.
(Telegraphische Meldung.)'