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Hessisch« Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang

Donnerstag, 12. September 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 236

Fernsprecher 951 und 952.

F. H.

alles nur ein Traum...!

und ein Feldwebel, stürzten heraus und erlitten schwere Verletzungen am Kops und an der Brust. Sie wurden ins Hospital gebracht

£>U 6aff«Ut Neuesten Nuchnchlen erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der AlxmeementSpreU betragt monatlich 60 Pfg. bet tretet Zustellung In« SauS. Bestellungen werde» febersetl oon der SeichaNSstelle ober den Baien entgegengenommen. Drulierei, Verlag UN» Redaktion: SchlochttzoMraße 28/30. Sprechstunden bet Redaktion nut von 1 bis 3 Uhr nachmittag», Sprechstunden bet 8u»tunft Stelle: Jeden Mittwoch und Freitag non 0 btt 8 U6t abenbl Berliner Vertretung: SW, Friedrichs» 16, Delephon: amt Mongplas 676.

Lübeck, 11. September.

Die Bürgerschaft ersuchte den Senat, für die Suspendierung der Zölle auf Lebensmittel und Futtermittel und für die Oefsnung der Grenzen zur Einfuhr von Schachtvieh und Fleisch bei der Rotchsriegierung einzutreten.

Die französischen Manöver.

(Telegraphische Meldung.)

Paris, 11. September.

An den heute beginnenden großen Herbst- manövcrn, die sich in der Touraine abspielen werden, nehmen 110 000 Mann, darunter zum erstenmal seit vierzig Jahren eine ausschlietz. lich aus Reservisten bestehende Infanteriedivi­sion, fcniet 500 Geschütze, 54 Flugzeuae und vier Lenkballons teil.

Ser Patriarch aas dem Thron.

Beunruhigende Meldungen aus Wie«.

Depeschen aus Wien verzeichneten gestern die Nachricht von beunruhigen­den Erscheinungen im Gesundheitszu­stand des Kaisers Franz Josef. Es machten sich (so las man) bei dem greisen Monarchen Schwäche-An­fälle bemerkbar und er sei nicht mehr in der Lage, die sonst gewohnten Spa- ziergänge zu unternehmen. Offiziös werden die darüber umlaufenden Mel­dungen zwar dementiert, doch mackit sich auch in Hostreisen eine starke Beun­ruhigung um den Kaiser bemerkbar. Ob im Palast, ob in der Hütte: Des Erden- daseins Schwächen und Gebrechen sind vom Menschlichen und Sterblichen nicht zu trennen, und an eines Kaisers Lager tritt der Tod mit derselben Hand, die den Bettler aus der Küm­mernis sorgendüstern Daseins erlöst. Seit Wochen hören wir (hören's mit aufrichtigem Bedauern), das Oesterreichs Kaiser und Ungarns König, von der Last der Jahre ge­beugt, der Schwäche hohen Greisenalters nicht mehr den Widerstand entgegenzusetzen vermöge, den man früher am Nestor unter den Fürsten Europens bewunderte. Erscheints verwunder­lich? Seit länger denn zwei Menschenaltern trägt der Sproß des Habsburger Hauses die schwere Krone der Donaumonarchie, sah, wie selten ein Regierender, in einem langen, schick­salreichen Leben die Wandelbarkeit menschlichen Glücks in tragischsten Bildern, erfuhr, ein Dul­dender auf dem Thron, die schwersten Heim­suchungen am eignen Herd, am eignen Blut, und lernte srüh schon erkennen, daß auf der Menschheit Höhen des Lebens Pfad am dor­nenreichsten. Noch im hohen Greisenalter laut umlärmt vom Geschrei der Parteien, umtobt vom Zank der Nationalitäten, ist Franz Jo­sef, so lange er der Väter Krone trägt, stets mehr Märtyrer als Imperator von Gottes Gna­den, mehr Dulder als Beglücker gewesen, und

Das Militärluftschiff ,Z. 3 ist heute vor­mittag neun Uhr vom hiesigen Lustschiffhasen zur Fahrt in das Manödergelände in Sachsen ausgestiegen, wo es schon heute mitwirkt.

Berlin, 11. September.

' Das Militärlustschiff ,M. 3" ist heute früh 3 Uhr 50 Minuten bei starkem Winde und hef­tigem Regen vom Tegeler Schießplatz auS nach dem Manöveogelände in Sachsen abgefahren.

kostet sranko Kölner Schlachthof 70 Pfennig und soll eingerechnet der Transportkosten und Verdienst durchschnittlich zu 82 Pfennig per Pfund verkauft werden. Der Höchstverkauss- preis für Filet dürfe 1.20 Mark per Pfund nicht übersteigen. Zuwiderhandlungen würden in jedem Falle mit zwanig Mark Geldstrafe ge­ahndet. An Restaurateure dürfe das dänische Fleisch nicht verkauft werden. Nach stunden­langer erregter Debatte und nachdem erklärt worden war, daß die Stadt Köln bei einer Weigerung der Metzger den Verkauf des Flei- ches zum Selbstkostenpreise von 70 Pfennig jcr Pfund selbst in die Hand nehmen werde, entschloß man sich, der Stadtverwaltung mitzu­teilen, daß die Metzgerschast bereit fei, den Verkauf des dänischen Fleisches für die Stadt zu dem festgesetzten Preise zu übernehmen.

Darmstadt, 11. September.

Das hessische Ministerium des Innern hat als erste der deutschen Bundesregierungen ge, gen die Fleischteuerung Stellung genommen und an die Bürgermeister aller hessischen Städte nach Liefer Richtung hin entsprechende Mitteilung gemacht. Das Ministerium beab- ichtigt zunächst eine Besprechung mit Vertre­tern der fünf größten Städte über die Ursache der Fleischteuerung und über die zu unterneh­menden gemeinsamen Maßnahmen. Am näch. sten Mittwoch sollen auch Beratungen mit den Vertretern der Landgemeinden, des Handels, Handwerks, der Landwirtschaftskammern und des Viehhändlerstandes gemeinsam stattfinden.

Wiesbaden, 11. September.

Nach einer Mitteilung des Obermeisters der Floischerinnung sind hier 5 bis 6 Metzger bereits genötigt gewesen, ihre Läden wegen der hohen Fleischpreise zu schließen.

Berlin, 11. Septembre.

Oberbürgermeister Wermuth empfing eine Deputation des Magistrats von Wilmers­dorf, die der Bereitwilligkeit Ausdruck gab, stch dem gemeinsamen Vorgehen der Gemein­den von Groß-Berlin gegen die Fleisch, teuerung anzuschließen. Der Berliner Ma­gistrat wird nunmehr seinerseits an die Groß- Berliner Gemeinden und die deutschen Groß­städte wegen einer Eingabe an den Bundesrat über di« Erleichterung der Einfuhr von gefro­renem Fleisch so bald als möglich herantreten.

«tnferttontoretfe: ®te fechsgespaUen« gelte für etnhetmg-he tSefdjüfte 15 $fg-, für aus- Z. aS. 25 M, Reklame,ette für etnhetmUche L-sch-M. « Pf, für auämärttge (SefiWte 60 Pf. Beilagen für bte Desamtauflage werben MU 5 Mark pro laufen» de. redinet Wegen ihrer dichten tierbrettung In der Residenz und ber Umgebung Und die Salfeler Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnserttonSorgan Geschäftsstelle: Kölnische Strobe 5. Berliner Vertretung: SW, griebrichstrabe 16. Telephon: Amt Moritzplatz 676.

als rauhe Hand so manche Lücke gerissen, onnte doch manch Kräutlein neben dem Stamm prießen, das in der Folgezeit Blüten und Früchte trieb und mit der zunehmenden Schwäche des Kaiser-Regiments sein Dasein ehr bemerkbar gestaltete. Die Eigenart der Hos-Sphäre brachte es zudem (dort wie überall) mit sich, daß um Franz Ferdinands werdende Kraftnatur sich schon stille Hoffnungen und leise Wünsche rangen, als Franz Josef noch mit ungeschwächter (wenn auch müder) Hand das Zepter führte.

So hat sich im Lauf der Jahre, still und verborgen, aber zielklar und planbewußt, eine ärmliche Thronfolger-Partei" gebildet, deren Hand im Reichs-Geschäft der Donau- Monarchie hinter den Kulissen immer deutlicher ühlbar wird, und deren Finger die Zügel der Regierung umso fester umspannen, jemehr sie den altersschwachen Händen Franz Josefs ent­gleiten. Neben Wilhelm dem Ersten stand, als der Schnee des Alters auf sein Haupt nieder­rieselte, die Neckengestalt Bismarcks, dessen Eisenarm das Reichsschiff auch im Klippenge­wirr sicher zu steuern wußte, und noch in den Sorgentagen des Unheiljahrs 1888, als der Erbe der neuerkämpsten Kaiserkrone in voller Manneskraft von der Tücke schleichenden Lei­dens aufs Siechenlager geworfen ward, durfte der alte Kaiser beim Abschied von dieser Welt den Trost mit hinübernehmen in's Reich der Ewigkeit, daß üb ernt rasch verwaisten Held en­werk das Auge des erprobten Kanzlers auch in düstern Tagen wachen werde. Franz Fosef von Oesterreich ist dieser Trost versagt geblie­ben: Das vom Alter gedunkelte Auge schaut rings in der Weite nur verhaltnen Groll, bereit, im Moment, da des greisen Kaisers Auge sich für immer schließt, den unter der Leidenschaft nationalistischer Verhetzung zitternden Völker- keflel der Donau-Monarchie zu sprengen und einen Kampf auszutragen, dessen Endwirkungen stch heut nur ahnen lassen. Allein auf der stei­len Höh' der Kaiserpflicht, ein matter Greis am Abend seiner Erdentage, schaut Franz Jo­sef zurück auf ein langes, vom Orkan des Schicksals oft umheultes Lebenswerk, und in der Seele des Patriarchen, der stets das Beste gewollt und daS Gute doch meist nur mit der Opferung des eignen Jchs zu erkaufen ver­mocht hat, mag (nach fast vierundsechzig Regie­rungsjahren) die Wehmut sprechen: Und doch,

Hschwaffer überall!

Dio Schrecken des September.

Die andauernden Regengüsse des August, die in den Septcmbertageu leider ihre Fort­setzung finden, haben in großen Teilen Deutsch­lands und auch des Auslandes zu Wasser-Kata- strophcn geführt. Hauptsächlich sind davon Süd- und Westdeutschland betroffen, aber auch in unserer engeren Heimat treten Flüsse und Bäche aus ihren Ufern. Die Eddcr führt starkes Hochwasser, ebenso die Fulda. Einer Meldung ans H e r s f e l d zufolge ist auch die Haun über die Ufer getreten und hat das an­grenzende Gelände überschwemmt. Schon in der gestrigen Nummer haben wir eine Reihe von Hochwasser-Meldungen wiedergegeben; die gestrige Hiobspost findet heute ihre Fortsctz V ?-

Thron in den Bannkreis Habsburgischer Zu­kunft trat, und (eine auf Willen und Tat ge­stimmte Natur) neben der Person des greifen­den Kaisers sich eine eigne Einfluß-Sphäre schuf, deren Umkreis im Lauf der Jahre plan­mäßig und tatkräftig erweitert wurde. Das Hausgcsetz beschränkt zwar auch im Donauland den Thronerben auf die Geduld des Wartens, aber in der Wiener Loibura. wo des Sckick-

Ein Autounfall.

Leipzig, 11. September.

Auf der Straße Wcißenftls-Peckau, in der' Nähe des Dorfes Stönsch, rannte ein Aritomo, bil der blauen Partei mft voller Kraft gegen einen Baum. Der Wagen wurde schwer be- sckfädrgt. Die beiden Insassen, der Chauffeur

Aus Reich und Ausland.

(Telegraphische Meldungen.) Koblenz, 11. September.

Im Rheinort Fahr löste sich gestern ein gewaltiger Felsblock infolge des Regens los und fiel in die Nähe des Bahnhofs auf die Landstraße, die dadurch einige Stunden lang gesperrt wurde. Man befürchtet noch weitere Felsabstürze. Die Eisenbahndirektionen ha­ben angeordnet, daß die Bahndämme im Rheinland besonders scharf überwacht werden.

Worms, 11. September.

Der Rhein ist aus seinen Ufern getreten und hat die rechte Seite überschwemmt. Das Wasser reicht fast bis zum Weinzollhaus. Die Fahrwege sind bereits unpassierbar geworden.

Köln, 11. September.

Infolge der starken Regengüsse ist am Mit« telrhein überall Hochwasser eingetreten. Die Talsperren des Ruhrgebiets lau­fen über, eine Erscheinung, die um diese Jahreszeit noch nicht dagewesen ist. Auch die Solinger Talsperre ist über die Dämme getreten. Die Landwirte, die bereits gro­ßen Schaden durch den anhaltenden Regen erlitten haben, verlieren nun auch den Rest der Ernte in diesen Gegenden vollständig.

Karlsruhe, 11. September. , Die Schwarzwaldflüsse sinken vorüber­gehend, der Neckar steigt weiter. Das Fluggelände in Baden-Oos mit der Luft­schiffhalle steht unter Wasser, Wien, 11. September.

Der anhaltende Regen der letzten Tage hat für Oberösterreich schwere Ueberschwemmungs- gefahr gebracht. Im Salzkammergut regnet es seit Ende August unaufhörlich. Der Mondsee, der Abersee und der Attersee sind an viellen Stellen aus den Ufern getreten.

Die hohen Fleisch-reife.

. Was soll geschehen?

Die »Allgemeine Fleischerzeitung" hatte ge­meldet, daß man in Regiemngskreisen die Be­seitigung oder Ermäßigung gewisser Zölle auf Futtermittel erwäge. Wie uns dazu von unter­richteter Seite geschrieben wird, hat diese Mel­dung keinen Anspruch darauf, für wahrschein­lich gehalten zu werden. Das Verlangen nach Aufhebung der Futtermittelzölle, das auch in der Resolution der sozialdemokratischen Reichs- tagsfraktion an den Reichskanzler zum Aus­druck kam, ist schon deshalb an sich überflüssig, weil in diesem Jahre Futtermittel für das Vieh in durchaus reichlichem Maße vorhanden sind. Nach Lage der Dinge ist affo die Be­hauptung, daß die Aufzucht des Viehs unter dem Mangel an Futtermitteln leide, jeder Be­gründung entbehrend. Im Gegenteil, das reichliche V o rha n d en sei n von Fut­termitteln wird in Kreisen, die mit den tatsächlichen Verhältnissen vertraut sind, gera­de mit der be st ebenden Fleischnot insofern in Verbindung gebracht, als die Viehzüchter angesichts ihrer großen Futtervorräte nicht 'gezwungen sind, ihr Vrch schon fetzt zu verkaufen, sondern in der Lage sind, es bis zum nächsten Jahre zurückzubchal- ten. Hierin liegt der Grund für die knappe Zufuhr an Schlachtvieh und für di« Erhöhung der Fleischpreise. An eine Aufhebung oder teilweise Ermäßigung der Zölle auf Futtermrt- tel ist somit einstweilen nicht zu denken, da eben für eine solche Maßnahme nicht der geringste Anlaß vorliegt. Wenn etwas zur Linderung der Fleffchnot geschieht, was mit Bestimmt­heit erwartet werden kann. dann werden di« zu ergreifende Maßregeln aller Voraussicht nach auf einem anderen Gebiete liegen.

Die StLdte regen sich.

t (Privat-Telegramme.)

KSlrr, 11. September.

In einer gestern abend abgehaltenen außer­ordentlichen Versammlung der Kölner Mctzger- innung teilte das Mitglied der Schlachthaus­kommission, Horn, mit, daß er gelegentlich einer Besprechung mit der Stadtverwaltung erfahren habe, daß die Stadt Köln zunächst 36 Stück Vieh aus Dänemark bestellt habe, welche am Montag hier eintreffen werden. Die Stadt­verwaltung wolle den hiesigen Metzgermeislern anheim geben, das ausländische Fleisch für die Stadt Söln -u verkaufen. Das dänische Fleisch

unterm Hermelin des Kaisermantels schlägt ein Herz, dem keine Prüfung, kein Leid und keine Enttäuschung erspart geblieben.

Aus Ischl (wo der Greis im stillen Frieden der Natur, inmitten des Schönbeitszaubers eines begnadeten Erdenwinkels, Erholung von des Hofgetriebs aufregenbet Hast sucht) trug dieser Tage der Draht bte Kunde zu uns her­über, Franz Josefs Zustand habe sich ernstlich verschlimmert, und in den Mienen der Medizin­männer fei tiefe Besorgnis zu lesen. Es hieß, der Unermüdliche, den noch als Achtzigjährigen das Frührot bei der Arbeit findet, leide an Schwächeanfällen und sei wiederholt, während er bet Regierung Geschäfte erledigte, eingenickt: Ein Beweis, wie auch bei dieser einstigen Kraftnatur das Atter seine Rechte heische und dem Müden langsam die bisher mit trutziger Geberde festgehattnen Zügel entwinde. Offi­ziöse Eilfertigkeit war in unruhiger Hast be­müht, alle Sorge zu zerstreuen: Es wird von drei- und mehrstündigen Spaziergängen berich­tet, die der greise Kaiser unternommen haben soll, von der unverwüstlichen Frische und un­verminderten Rüstigkeit des Patriarchen, und von der nie erlahmenden und nie erlahmten Energie, die diesen Kaiser strengster Pflicht­erfüllung noch im Abendschatten reich bewegten Daseins aufrecht erhalte. Märchen, die bes - s e r erfunden, klüger geformt sein könnten, Trostsprüche, die die unwandelbaren Gesetze der Natur mit dem Mantel immergrüner Hoffnung umkleiden und Sorgenschwichtigungen, die man angesichts des Bilds der Wirklichkeit nur noch mit umflortem Auge zu lesen wagt.

Wie fein ganzes Leben, vom Tag der Krö­nung des Achtzehnjährigen bis zum Wiegenfest im späten Abendschatten des Greisenalters, eine einzige Kette von Prüfungen, Heimsuchungen und Enttäuschungen gewesen, so fällt auch ins ftiedttche Absterben dieses Kaiserdaseins der Schatten des Grolls: Zwischen dem alternden Träger der Krone und dem in vollsaftiger Manneskrast starken Erben des Habsburger Zepters bestehen Meinungsverschie- denheiten, Verstimmungen und Ge­gensätze, die nicht erst heute oder gestern aus der Entwicklung der Reichspolitik empor­wuchsen, sondern ihren Ursprung zurücksührcn auf die Tage, da nach Kronprinz Rudolfs tra­gischem Ende Erzherzog Franz Ferdi­nand als nächster Anwärter auf der Väter

Die deutschen Kaisermanöver.

Das erste Treffen.

Nach einer telegraphischen Meldung aus Oschatz kam es am gestrigen Dienstag am blauen Berge bei Lonne Witz unweit Oschatz zu einem großen Tressen zwischen starken Ka- valleriem a ssen beider Parteien. Die rote Kavallerie schlug die blaue in prächtiger Attacke zurück. Auch reitende Feldartillevie und Maschinengewehre traten in Tätigkeit. Aus der roten Seite wurden auch sächsische Schützen be- mertt. Der Kaiser in sächsischer Ulanenuniform hielt längere Zeit auf dem blauen Berge und beobachtete den Verlauf dcs Treffens. Auch bet König von Sachsen und ber Großherzog von Mecklenburg-Schwerin waren zeitweilig anwesend, ebenso Prinz Waldemar, Chef des freiwilligen Automobilkorps, in dessen Uni­form. In der Suite des Kaisers befanden sich unter anderen Fürst Fürstenberg, Chef d«S Ge- neralstabs General von Moltke. Graf Zeppelin in Ulanenuniform, und die Schweizer Offiziere von Sprecher, von Bernegg und Oberst Wille.

Die Luftschiffe auf der Fahrt.

(Telegraphische Meldungen.)

Gotha. 11. September.

Winterwetter in Tirol!

(Privat-Telegtamm.) Innsbruck, 11. September.

Bei abnorm tiefer Temperatur herrscht in Tirol vollständiges W inte r w e tt e r. Die Schutzhäuser mußten zum größten Teil geschlos­sen werden. Der Schnee liegt bis tief in die Täler hinab.

Sie tote Heerschau.

Die Tagung in Chemnitz.

In der großen sächsischen Industriestadt Chemnitz, einer Hochburg der Sozialdemokratie im roten Königreich, tritt am kommenden Sonntag der diesjährige sozialdemo k t a« tische Parteitag zusammen. Die Ta­gung in Chemnitz erweckt die Erinnerung an eilten anderen Parteitag auf sächsischem Bo­den, an den von 1903 im Trianon-Saale zu Dresden, der sich zn dem bekanntenJundbrun- nen" der Pattei ausgestaltete. Auch der dies- jährige Parteitag wird des besonderen Jnier- esscs aller Parterrichtungen sicher sein, obwohl die Beratungsgegenstände überwiegend berat» ttg sind, daß sie sich auf

interne Angelegenheiten

ber Sozialdemokratie selbst beziehen. Zu dem Zwiespalt zwischen Radikalen und Revision:-