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Casseler Neueste Nachrichten

Casseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 233.

Fernsprecher 951 und 952.

SormLag, 8. September 1912

2. Zabrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

F. H.

zweiflungstat bewahren?

fe und Nöte klagen könnte! Man muß sich in die verzweifelnde Seele des Kindes hineinden­ken können, wenn in ihren tiefsten Tiefen aus einem Meer von Tränen der Gedanke an den Abschied vom Leben, an das ewige Scheiden von allem, das dem Empfinden der jungen Seele teuer geworden, auftaucht; wenn Lebens­sehnsucht und Verzweiflung im empfänglichen Hirn kindlicher Vorstellungswelt einen furcht­baren Kampf kämpfen und dann fchließlich die Furcht, der Ekel vorm Sein oder das bleiche Gespenst der Not den Willen zum Leben im letzten Aufbäumen niederringen.

Auch die Jugend opfert nicht ihr Leben einem flüchtigen Impuls; sie durchbebt die schreckliche Stunde innern Kampfs mit den gleichen Empfindungen, wie der in des Schick­sals und der Leidenschaften Schule Gereiste, und wenn sie den verhängnisvollen Schritt ins Land der Schatten tut, fällt über dem Drama einer Menschenseele der Vorhang, ehe noch des Lebens Schicksal-Mittag über diesem Dasein aufgestiegen. Schule und Haus! Gurlitt klagt die Schule an, daß sie über dem Schemawerk pädagogischer Tagwerkelei die Erziehung der Jugend zu gesundem, kräftigem Men­schentum vernachlässige: Es fehle der Her­anwachsenden Generation ' des zwanzigsten Jahrhunderts im Zwinger der Schule an Licht und Luft, an Freiheit und Entwicklungmöglich­keit, und die Freude am Dasein und Leben werde systematisch erstickt unter einem Wust öderWissenschaftlichkeit", der die jugendlichen Hirne erdrücke und allen Frohsinn natürlicher Jugendlust scheuche. In keinem Lande der Welt behandle man die Kinder so brutal wie bei uns: Man raube ihnen die Jugend, um sie des Lebens Härten auszuliesern, ehe Körper und Geist notdürftig zur Reife gekommen, und es sei deshalb eine harte, aber durch schwere Schuld begründete Anklage, wenn von einsicht- vollen Volk-Erziehern die moderne Jugendbil­dungmethode als ein unverzeihliches und un. entschuldbares Verbrechen an der Zukunft der Nation verdammt werde. Edle Menschlichkeit fördert als Gebot natürlichster Humanität den Tierschutz in jeder Form; wo aber sind die Schirmer und Beschützer unsrer Jugend, die das kostbarste Gut nationalen Besitzes, die Z u- kunft des Volks, vor den Schäden eines auf das Dressurprinzip gestimmten Erziehung- Systems und vor dem Verhängnis früher Ver-

Jnsirtton-prels«! $te suh-gespalten« gell« für Unhetmlsche ««schäft« 11 Pfg., für aus. wärttge Inserate 26 Pf Rellamezetl« für einheimisch« SeschLft« 40 Pf für auswärtig, Geschäft« 80 Beilagen für di« «esanltauflag« werde» mit 1 Mark pro Laufend de- rechnet. Wegen ihrer dichten Berbrettung in der Residenz und der Nmgedung sind di« Lasseler Neuesten Nachrichten «in vorzüglicher JnserttonSorgan. GeschLftSstell,: Kölnische EtraS« 5. Berliner Vertretung: SW Friedrichstraß« 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676.

Zer Abschluß der KaiserLage.

Der Kaiser ans der Heimreise.

Wie wir schon in unser« gestrigen Abend- depesch-en mitgeteilr haben, ist der Deutsche Kaiser gestern nachmittag kurz nach halb drei Uhr in Bern cingetrofsen und von den ofsi- riellen Persönlichkeiten empfangen worden.

und auf Furcht vorm Elternhaus zu­rückzuführen! Professor Gerhardt (der neben Gurlitt sich eingehend mit dem Wesen und den Ursachen der Kinderselbstmorde beschäftigt hat) mißt die Hauptschuld an demBrandmal uns­rer Kultur" der Famiilie und dem El­ternhaus bei und klagt die moderne Kin­der-Erziehung im Schoß der Familie der Ver­ständnislosigkeit gegenüber dem Emp­finden des Kindes an: Kein Kind würde sei­nem Leben ein Ende machen, wenn es nur einen lieben Menschen fände, dem es in der Sprache seines Herzens sein Leid, seine Kamp-

"Ä®* '-ch-m-I und zwar -b-nLS. Der Aomoi«m«ntSprktS betrügt monatlich 60 Pfg. bet freier Zustellung tnl sau«. Bestellungm den Boten entgegengenommen. Druckerei. Verlag m/^k®^r,^f Un6tn bet Redaktion nur von 1 bi» 3 Uhr ^rechstunden der Auskunft. Stelle: Jeden Mittwoch und Freitag von I bis a Uhr abend« Berliner Vertretung: SW, Friedrich»,. 16, Telephon: Am: Morts» la, 676.

Ein Protest Jathosl

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Köln: Pfarrer Jatho erklärte gegenüber der Urteilsbegründung im Falle Traub kate­gorisch. daß die Behauptung des Oberkirchen­rats, Traub habe wissentlich die Un­wahrheit gesagt, unwahr sei. Traub habe vielmehr in seiner Polemik sowohl wie in seinen Schriften und mündlichen Vorträgen sich strikte an Wahrheit und Wirklichkeit ^gehalten und der Oberkirchenrat habe deshalb nicht das Recht, Traub der bewußten Unwahr­heit zu zeihen. Jatho kündigt übrigens meh­rere Vorträge über den Fall Traub und das Urteil des ObeMrchenrats an.

sprachen wurde, in Uebeieinftimmung damit wird aber die Schranke bestimmt, die der Ausübung dieses Rechts durch die Amispflich- ten gesetzt ist. Als Material liegen dem Be­schlüsse des Kollegiums zugrunde eine Reihe von Artikeln der von Traub herausgegebenen ZeitschriftChristliche Freiheit", mehrere öf­fentliche Vorträge des Angeschuldigten und schließlich seine BroschüreStaatschristentum und Volksküche". Das Schwergewicht der Ver- fehlungen Traubs wird auf die Angriffe Traubs gegen das Lehrbeanstandungsgesetz und das Spruchkollegium für kirchliche Angele­genheiten aus Anlaß des Verfahrens gegen den Pfarrer Jatho, sowie auf die

Art seiner allgemeinen Polemik gegen die Landeskirche, ihre Behörden und Einrichtungen gelegt. Diese Polemik gehe dar­auf hinaus, das den bestehenden kirchlichen Ordnungen gesetz- und pflichtmäßige Verhal­ten des Oberkirchenrats, der Landeskirche und des Spruchkollegiums als gesetz- und pflicht­widrig und ihre Maßnahmen und Entschei­dungen als Vergewaltigungen darzustellen. Traub habe dabei die Landeskirche mit Herab­würdigungen und Schmähungen überhaupt und sein Ziel sei die Bekämpfung und Zerstörung der Landeskirche gewesen. In bezug auf das Verhalten der seelsorgerischen Wirk­samkeit des Angeschuldigten in seinen auf außeramtlichen Gebieten liegenden Verfehlun­gen bemerkt das Erkenntnis: Das Amt eines Geistlichen der Landeskirche bringt den Inhaber in ein Verhältnis nicht nur zu seiner Gemein­de, sondern ebenso zu dem Gesamtorga­nismus der eine Verfassung besitzenden Landeskirche. Dadurch ergebe sich für ihn ein doppelter Pflichtenkreis; schalte er einen dieser Pflichtenkreise in seinem Verhalten aus, so mache er sich unwürdig der Achtung, des Ansehens, die sein Amt erfordern. Dies habe der Angeschuldigte getan.

Au Bürgermeister Burchards Zähre.

Ein Telegramm des Kaisers.

Pfarrer Traub und seine Richter.

Fünfzig Seiten Urteils-Begründung!

Gestern, sieben Wochen nach dem Tag des Erkenntnisses, ist das Urteil des Oberkirchenrats gegen den PfarrerTraubin seinem vollen Wortlaut bekannt gegeben worden. Das Urteil umfaßt mit seiner Begründung ungefähr fünfzig Seiten des Kirchengesetz- und Verordnungsblattes, enthält aber trotzdem nichts, das auch nur im Entferntesten geeig­net wäre, das in der öffentlichen Meinung vor­herrschende Urteil über den Spruch der ober- kirchlichen Rechtsinstanz zu korrigieren oder et­wa zu mildern, im Gegenteil: Die Urteilbe­gründung beweist, daß Traub von der kirchli­chen Gerechtigkeit zum Märtyrer gestempelt worden ist.

Die ttrteils-Begrüudung

hebt hervor: Die dem Angeschuldigten zur Last gelegten Verletzungen seiner Amtspflicht betref­fen sein außeramtliches Verhalten, seine publizistische und literarische Tätigkeit. Und zwar wird die Verletzung nicht darin ge­funden, daß, sondern wie er sich auf diesem Gebiete betätigt hat, insbesondere wegen der Art, in der er an der Landeskirche, ihren Ein­richtungen und Behörden Kritik geübt hat. Ausdrücklich wird hervorgehoben, daß dem An- geschuldigten das Recht einer sogar scharfen 'sachlichen Kritik zuge-

Kultm-Mnde: Kuitur-Stzfer!

Die Flucht vorm Lebe«:Eine Epidemie.

Nach einer amtliche« Statistik haben in den letzten beidenMonate» (Juli und August) in Deutschland dreiundfünfzig jugendliche Personen Selbstmord verübt. Von diesen Dreiundfünfzig find Dreiundzwanzig ans Liebes, kummer, elf ans Furcht vor Stra­fe, die übrigen aus unbekannten Gründen in den Tod gegangen.

Die Flucht vor dem Leben ist-das Verhäng­nis unsrer Zeit. Wir hören, wie im Bannkreis russischer Kultur die Epidemie der Verzweif­lung am Leben die Jugend scharenweise in des Todes kalte Arme treibt, sehen, wie inmitten des raffiniertesten Lebensgenusses das düstre Menschendrama der Todessehnsucht seine Opfer fordert und werden nun durch die trocknen Zahlen der Statistik daran erinnert, wie auch bei uns die Tragödien der Jugend sich zur Massen ° Erscheinung häufen, wie am Mark des Volkes die finstre Tragik des Lebens nagt und wie der rastlos fortschreitenden Ent­wicklung zu den Firnen der Kultur die Deka- dcnce der Persönlichkeit als Schatten des Verhängnisses folgt. Was dem Entschluß, das junge Sein aus eignem Willen gewalttätig zu enden, in den Seelen jener Dreiundfünfzig vorausgegangen, wiegt schwerer als die ganze - Roman- und Dramenproduktion eines Jahr­zehnts unsrer betriebsamen Literatur-Indu­strie, und die Tragödie unsrer Zeit, die sich darin Lffenbart, ist so ergreifend, daß di e kälteste Seele unter der Erschütterung dieser Erkenntnis modernster Mtur-Degeneration erzittert. Professor G u r- l?tt hat kürzlich in einem Vortrag im Deut­schen Monlsten-Bund die Frage der Schüler- und Jugend-Selbstmorde erörtert, und wer sei­nen Anklagen wider das Erziehungssystem unsrer Zeit vernommen hat, wird im tiefsten Herzensinnern überzeugt sein, daß hier ein Abgrund klafft, den nicht der Zufall, sondern die Kultursünde des zwanzigsten Jahr­hunderts geschaffen hat: Innerhalb zweier De­zennien, in der Zeit von achtzehnhundertein. undachtzig bis neunzehnhunderteins, waren (nach der amtlichen Statistik) in den Reichs- grcnzen nicht weniger als elfhundert­zweiundfünfzig Schüler- und K inder selb stw orde zu betrauern und achthundertzwölf dieser Jugend-Tragödien ent­fielen davon allein auf die niedern Schulen, also auf diejenigen Erziehungsanstalten, in de­nen die Kinder der breiten Masse des Volks für den Kampf mit dem Leben herange­bildet werden.

Dreiundfünfzig Jugend-Tragödien in zwei Monden: Die Ziffer des Verhängnisses redet eine eindringlichere Sprache als die überzeu­gendste Beweisführung Volks-psychologischer Erkenntnis über das Wesen dersittlichen Ju­gend-Entkräftung" und mahnt zu ernster Ein­kehr. Wir rühmen uns des Vorzugs, daß un­ser nationales Erziehungwesen das vollendet­ste der modernen Kulturwelt sei, und haben

Sie, Begrüßung war überaus herzlich. Del Kaiser dankte lebhaft für die Ovationen der nach vielen Zehntausenden zählenden Volks­menge und fuhr mit dem Bundespräsidenten gemeinsam in langsamer Fahrt durch die Stadt. Die große Haupt- und Schlußaktion des Kaiserbesuchs in der Schweiz bildete dann das Diner imBerner Hof", das gestern abend stattsand und «inen sehr stimmungsvollen Verlauf nahm.

_ Das Diner im Berner Hof.

1. (Prtvat-Telegramm.)

Vern, 7. September.

Bei dem Diner, das der Bundesrat gesterst abend zu Ehren des Kaisers im Berner Hof veranstaltete, hieß der Bundespräsident F o r. rer den Kaiser herzlich willkommen. Er führte aus, der Besuch sei der zuverlässigste Beweis dafür, daß auch deutscherseits der entschiedene Wille bestehe, die Bande der Freund­schaft immer enger zu knüpfen. Es erfülle mit Genugtuung, daß der Kaiser dem Heer­wesen ein so großes Interesse entgegenbringe. In der Erwiderung sagte der Kaiser: Daß die jetzigen Eidgenossen als tüchtige Soldaten in den Fußtapfen ihrer Vorfahren wandeln, das zu sehen, hat meinem Soldaten­herzen wohlgetan. Beide Manövcrtage haben mich erkennen lassen, daß im schweize­rischen Heerwesen mit außerordentlichem Fleiß gearbeitet wird, daß der schweizerische Soldat große Anstrengungen aus Liebe zum Va­terland mit Freudigkeit erträgt und daß das Schweizer Heer getragen wird von bei Siebe des ganzen Volkes. Dann sprach der Kaiser für den liebenswürdigen Empfang allüberall seinen Dank aus. Um halb zehn Uhr trat der Kaiser die Abreise über Zürich nach Schaffhausen an.

Pariser.- Attentats-Märchsn.

Aus Parts wird uns telegraphisch gemet« bet: Wie das BlattLa Patrie" erfahren ha­ben will, wurden in Zürich vorgestern umfas­sende Sicherheitsmaßnahmen getros- en, und die Straßen, die der Kaiser passieren mußte, durch Truppen vollständig abgesperrt. Diese Maßnahmen sollen mit einem angeblich gegen die Person des Kaisers gerichteten Attentat zusammen hängen. Es wurden ih>ei Verhaftungen vorgenommen. Eine Bestä­tigung dieser Nachricht von irgend einer ande­ren Seite liegt nicht vor, und man geht des­halb wohl nicht fehl in der Annahme, daß es sich um irgendeine Phantasie-Mel­dung handelt, die gerade in diesen Tagen für Paris "besondersinteressant" gewesen sein mag.

auch (was den rein schulmäßig-wissen- schaftlichen Charakter der Erziehung an­belangt) ein Recht dazu. Daß unser hochent­wickeltes Erziehung-System aber nicht gleich­zeitig auch die sittlichen Kräfte der Heran­wachsenden Generation gefestigt hat. beweist die Statistik der Jugend-Tragödien, und es ist deshalb wirklich kein Anlaß zu stolzer Befrie­digung gegeben, denn ein betrüblicheres und erschütternderes Zeugnis für die Schwächen unsrer Kultur kennt die Geschichte kaum. In jüngster Zeit ist (als die Tragödien der Ju­gend sich förmlich epidemisch häuften) über das Thema der Schüler - Selbstmorde man­cherlei gesprochen und geschrieben worden, und es hat schließlich die Annahme Geltung gefun­den, daß beim Durchschnitt dieser Katastrophen jungen Lebens psychische Defekte, erb­liche Belastung und andre, im Seelenleben der Unglücklichen wurzelnde krankhafte Erscheinun­gen die Ursache der Flucht vorm Leben seien. Daß diese Annahme der Tagesmeinung so rasch geläufig geworden, hat seinen Grurch offenbar in ihrer nahen Anlehnung an die Ge- - wöhnung unsrer Zeit, alles Außergewöhnliche - unterm Gesichtswinkel psychologischer Degene- i ration zu betrachten.

Die Statistik beweist indessen das Gegen- A teil: Von h u n d e r t s i e b z i g Jugend-Tra­gödien, die in ihren Tatumständen und Mo­tiven untersucht wurden, entfielen nur ein« un d dreißig auf Krankheiten des Gehirns. Störungen der Geistestätigkeit oder erbliche Belastung; mehr als vier Fünftel aller Selbstmorde aber waren auf äußere Einwirkun­gen. auf lerwiesyenl Lebensüberdruß

Wie wir schon telegraphisch berichteten, tft gestern in der Morgenfrühe der präsidierende Bürgermeister der Stadt Hamburg, Dr. Bur- ch a r b, in seiner Sommerwohnung in Lock­stedt bei Hamburg gestorben. Er ist nur sechzig Jahre alt geworden. Mit Dr. Burchard verliert Hamburg einen seiner bew äh r ie­sten Staatsmänner. 1901 zum Bürgermeister gewählt, war er int regelmäßigen Turnus fünf­mal präsidierender Bürgermeister. Johann Heinrich Burchard wurde am sechsundzwanzig- sten Juli 1852 in Bremen als der Sohn des Kaufmanns Friedrich Wilhelm Burchard ge­boren. Im Jahre 1875 ließ der Verstorbene sich als Rechtsanwalt in Hamburg nieder und erwarb sich eine ausgedehnte Praxis. 1885 wurde Dr. Burchard in den Senat gewählt. 1901 wurde er zum ersten Male Bürgermeister und wechselte bann mit dem verstorbenen Bür­germeister Dr. Mönckeberg und dem Bürger- ineifter Dr. Predöhl im Präsidium ab. Als Bevollmächtigter zum Bundesrat nahm Dr. Burchard wiederholt im Reichstag das Wott. Seine staatsmännischen und persönlichen Eigenschaften wußte auch der K a i s e r zu schät­zen, der nie eine Gelegenheit vorübergehen ließ, mit Hamburgs Bürgermeister zusammen­zutreffen.

Der Kaiser an Hamburgs Senat.

(Privat-Telegramm.)

Hamburg, 7. September,

Aus Anlaß des Ablebens des Bürgermei­ster Burchard ist dem Senat folgendes Tele­gramm des Kaisers zugegangen: Die Nachricht von dem plötzlichen Tod des Bürger­meisters Burchard bat mich auis schmerz­

lichste erschüttert. Ich spreche dem Ham­burger Senat und der Hamburger Bürgerschaft meine tief empfundene Teilnahme aus zu dem Verlust dieses von mir hochge- fchätzien Mannes, dem ich wegen seiner hervor­ragenden Geistes- und Herzenseigenschasten und seiner ost erprobten Betätigung im Reichs­interesse ein dauerndes, dankbares An­denken bewahren werde.

Die Belag ««d das Wetter.

(Telegramm unsers Korrespondenten.) \

Frankfurt, 7. September. \

Wie dieDelag" mitteilt, ist cs zweifelhaft geworden, ob in den nächsten Wochen die Fahrt derViktoria Luise" von Frankfurt nach Ham­burg überhaupt stattfinden kann. Die Witterungsverhältnisse haben sich derart un- günstig gestaltet, daß bestimmte Dispostttonen ich kaum noch im voraus festlegen lassen; es hängt aanz allein von den Wetter-Verhältnis-'

zrmlin ksmmt...Mt!

Die Fahrt Frankfurt-Hamburg verschoben.

Es läßt sich nicht leugnen: Wir werden hartnäckig vom Pech verfolgt! Nachdem die Viktoria Luise" auf der Hesinfahrt von Gotha nach Frankfurt und Baden-Oos Cassel schnöbe ignoriert, nachdem das Ratselspiel des Zeppe­lin-Besuchs in der Fulda-Stadt fast bis zum Ueberdruß immer aufs neue gesponnen worden, blieb uns noch die leise Hoffnung, das Schtzs der Lust auf der Fahrt Franftutt-Hamburg über Cassel begrüßen und auf der Rückfahrt dann (endlich!) den Zeppelmkreuzer draußen auf dem Forst landen sehen zu können. Unser Stadwerkehrsamt hat im Scksivetve des Ange- ichts gearbeitet, hat dte Delag und die Wetter­götter beschworen und aller Muhen wmz ger Preis ist nun doch abermals: Eine Ent­täuschung! Der September hat unsdie Freude verdorben, der Resten alle putzen Hoff­nungen verwässert, und die -.Btktorta Suite h)iib tooTläufifl nicht ilbcttn yVoifio kreuzsn. BfceJÄSsm folgende Drahtmeldung;

Frankfurt-Hamburg aufgegeben!

(Privat-Telegramm.) ?

Frankfurt, 7. September. \

Infolge der andauernd ungünstigen Witte­rung ist die für heute früh geplante Fahrt der Viktoria Luise" von Frankfurt über Cassel nach Hamburg erwgiltig aufgegeben wor. den. Ob und wann die Fahrt stattfirwen wird, läßt sich angesichts der Fortdauer der »n- günstigen Witterungsverhältniffe nicht sage«.