Casseler NM Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang.
Fernsprecher 951 nnd 952.
Frettag, 30. August 1912
Mummer 225
Fernsprecher 951 und 952.
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Der Letzte der Romantiker.
Vom Thron zur Landstraße; vorn Kameltrei- ber zum Knhmelker: Ei« Sultan * Porträt.
Aus der Sonnen- und Wellenstadt Vichy trug gestern der Draht eine scherzhafte Kunde zum Norden: Muley Hafid, vordem Sultan von Mauretanien und in noch früher« Tagen Kameltreiber im Sandmeer der Wüste, sitze (so hieß es in dem Telegramm) in Vichy „auf dem Trocknen", habe sich in sein Hotelzimmer eingeschlossen und verwehre allen Sterblichen, sein braunes Antlitz zu schauen. Die Ursache dieser „Sultan-Flucht in die Stille" ist weder fürstlicher noch majestät-würdiger Art; sie ist einfach plebejisch, denn: Dem vom Maurenthron ins Tal des fröhlichen Lebens Niederge- stiegnen ist das Kleingeld ausgegangen, ohne dessen freundliche Unterstützung im Jahrhundert des Egoismus und Materialismus leider auch Fürsten nicht mehr durchs Leben (oder besser: Durch die Geschichte) schreiten können. Die nordafrikanische Majestät von Allahs Gnaden hat es verstanden, nach dem Heraustritt aus dem Wolkenberg morgenländischen Sultan-Nimbus sich überraschend schnell mit den Sitten und Bräuchen abendländisch-fröhlichen Daseingenusses vertraut zu machen, hat in zwei knappen Augustwochen rund vierhunderttausend Francs bei Schmunzelnden und Bedürftigen untergebracht und erfährt nun zum eignen Schmerz, daß alles hier auf Erden eitel und selbst das glitzernde Gold der Franzosen nicht unerschöpflich ist.
„Ganz Europa wundert sich nicht wenig!": Dieser Herrscher von Allahs Gnaden, der, solang er als unabhängiger Sultan das Szepter führte, über Leben und Tod von Millionen gebot, hat auf der Bummelfahrt durch Frankreich mit Sanftmut Kühe gemolken, Harmonika gespielt und vor staunendem Europäervoll einen regelrechten Cake walk getanzt; er hat mit fabelhaftem Geschick den Schwerenöter und Lebemann kopiert und in den Zentren gallischer Lebekunst die „übertünchte Kultur" des Abendlands in all ihren Raffinements mtt sichtlicher Freude. genossen. Das Alles könnte unserm Cinpfinden den braunen Mann (der vor ein paar Jahren, als er Abdul Asis in brüderlicher Liebe aus dem Land der Väter trieb, in europäischen Blätterspalien als Held und ritterlicher Krieger gefeiert wurde) vielleicht näher bringen, als die Sultan-Pose oder die Geste des Märtyrers, in der Muley in seiner Herrschaft letzten Tagen sich gefiel, es vermocht haben, denn schließlich soll man auch in einem Kalifen und im Träger einer Sultan-Krone den menschlichen Wert nach seinem sittlichen Gehalt schätzen, und eS läßt sich nicht leugnen: Der kuhmel- kende, Cake walk-tanzende und schwerenöternde Sultan außer Diensten offenbart weit sympathischere Züge als der Kalif Muley Hafid oder der Kaukeltreiber gleichen Namens, der feines Bruders Erbe raubte.
Man mag das Schicksal des braunen Mannes vielleicht eine Tragödie nennen, weil er vom Throne niedergestiegen, um die Herrschaftgewalt des Mauren-Sultans nicht gänzlich in die Hände Weißer Fremdlinge gleiten zu lassen; aber mehr noch als eine Tragödie ist Muley Hafid? Sein und Wesen eine Tragikomödie: Vom Tag an, da er, von der Kamelherde zur Herrschaft in Marakesch berufen, als Vasall des Bruders Intrigen gegen Abdul Asis spann, bis zu dem Augenblick, da er, mit Harem und Rentenbrief versorgt, dem Land der Väter den Rücken kehrte. Vielleicht liegt das Tragische des Falles gar nicht einmal im Schicksalgehatt dieses einen Sultan-Daseins, sondern in der Tragödie derfarbigenRassen überhaupt, deren Kraft und Sehnen der Weiße unter die Gewalt seiner Eroberung-Politik zwingt. Mu- ley Hafid ist nur Einer von den Vielen, die dem unaufhalffam vordringenden Welt-Regiment der weißen Menschenrasse weichen müssen, und er darf auch in der Fremde sich in dem Tröste sonnen, daß der Thron, den er schnöde preisgegeben, nicht ganz verwaist ist, sondern von einer Puppe Frankreichs auch fernerhin bewohnt bleiben wird, damit Mohameds Zorn angesichts des Raubs der Herrschaft durch die List der Ungläubigen nicht das Volk zum heiligen Krieg zu rufen braucht. Andre Kronenträger des Morgenlands haben herber es Schicksal ertragen!
Der Mann, der sich gestern in Vichy im Hotelzimmer verbarg, um das Licht der Sonne und die frohen Mienen der Menschen nicht schauen zu müssen, ist der winz'ge Rest des TraumS, den Europa einst vom Eroberer Muley Hafid träumte, als er im Strahlenglanz des Eroberer-Ruhms vorm Abendland stand, als Diplomaten-Ehrfurcht sich um feine Gnade mühte und englische Ladys den „Helden mit den Falkcnaugen" schmachtend nmdrängten. Der .Leld" hat SaS. Land und Thron aeopfett.
feines Vaters Werk schnöde preisgegeben, das Recht feines Volks an fremde Eroberer um lok- kenden Mammon verschachert, und nährt sich heut, eine Cirkusfigur des zwanzigsten Jahr- hundetts, von den Gnaden-Sous, die rhm Frankreichs Geduld (und Gewissen) noch gönnt! Man wird im Panopttkum bald den braunen Krieger bewundern dürfen, der die europäische Illusion vom „unabhängigen Sultan Marokkos" so schnell und erfolgreich zur welterheiternden Komödie erweiterte, und bei der mitleidigen Betrachtung des fahrenden Sultans auf dem Melkstuhl an der Landstraße erinnert man sich vielleicht (wie man sich an ein trauliches Märchen erinnert) des vor Jahren durch die Welt hallenden Worts, daß Marokkos Selbständigkeit und seines Sultans ererbte Gewalt nie angetastet werden dürfe. Das war, als Abdul Asis' Schwäche noch mit der Bürde der Herrschaft rang. Wer denkt heut noch an Abdul, das Kind? Irgendwo in einer grünen Oase ruht er in weichen Harem-Kissen aus von den Mühen der Regentenarbeit, und in der grotesken Komik der Landstratzen-Abenteuer erlischt nun auch (unrühmlich und armselig) Muley Hafids ftagwürdige Majestät...I F. H.
Neue Hiobspost aus Marokko.
Vize-Konsul Junker gefangen?
(Privat-Telegramm.)
Paris, 29. August.
Wie Depeschen aus Tanger melden, trafen dort gestern Privatbriefe aus Marakefch ein, ans denen hervorgeht, daß unter de« geplünderten europäischen Häusern auch das des deutschen Bizekonsuls sei. Der deutsche Vizekonsul Junker soll im marokkanischen Regierungsgebäude gefangen gehalten werden. Seit dem eintreffen El Sibas haben die Plünderungen in der Stadt Marakesch ansge- hört. Die Forderungen El Hibas für die Freilassung der Franzosen sollen sehr beträchtlich ferne
Neue Habsburgische Intimitäten.
Die Armeeflucht der ErzherzSgo-
„Oesterreich und feine Erzherzoge": Das ist ein Kapitel für sich und (man muß gestehen) kein erfreuliches. Kürzlich erst ginge« seltsame Nachrichten über die Armeeflucht der Erz Herzöge durch die Presse anläßlich deS Rücktritts eines Mitglieds des ErzhauseS von seinem Posten als -General-Inspekteur der Ar. mee, und jetzt wird ein «euer Fall bekannt, der fast «och eigenartiger berührt als der erste. Wir erhalten darüber folgende Mitteilungenr
Erzherzog und Ehemann.
(Privat-Telegramm.)
Budapest, 29. August.
Der Budapester Naplo will über die Enthebung deS Erzherzogs Karl Franz Jo. fef von seiner Stellung als Ordonnanzoffizier im Hauptquartier der ungarischen Manöver-Oberleitung folgender erfahren haben: Erzherzog Karl Franz Josef, der präsumtive Thronfolger, soll mit der ihm zugedachten Stellung unzufrieden gewesen fein, da ihm diese mir feiner Stellung als Thronfolger unvereinbar erscheine. In einer Audienz erbat er sich vom Monarchen die Ermächtigung, daß er oder Erzherzog Franz Ferdinand, der Thronfolger, von den Manöver« fernbleiben dürsten, worauf die Verfügung erfolgte, daß Karl Franz Josef seines Postens enthoben fei. Rach einer anderen Darstellung desselben Blattes erfolgte die Ent- Hebung deshalb, weil Erzherzogin Zita, die junge Gattin Karl Franz Josefs, die Mutterfreuden entgegensieht, sich dagegen wehrte, daß ihr Gemahl so lange Zeit von ihr fern bleiben solle. Wie aber in unterrichteten Kreisen verlautet, ist die eigentliche Ursache des Falles der Wunsch des jungen Erzherzogs, dem Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, im Manöver nicht direft unterstellt zu fein.
Franz Ferdinands Ordonnanzoffizier.
In Anschluß an vorstehende Meldung wird uns aus Wien berichtet: Wie die dem Erzherzog-Thronfolger nabestehende „Reichspost von wohlunterricbteter Seite erfährt, wird statt des Erzherzogs Karl Franz Josef der Erz - Herzog Karl Albrecht als Ordonnanzoffizier im Stabe des Thronfolgers Franz Ferdinand an den Manövern teilnehmen.
Am sarg des toten Generals.
Gedächtnisgottesdienst für William Booth.
(Privat-Telegramm.)
London, 29. August.
Gestern abend fand in der hiesigen Olympia- Halle im Londoner Westen ein Gedächtnis- gottesdicnst der Heilsarmee für den toten GcneralBootb statt. Die durck den reli
giösen Realismus der Heilsarmee charatteristi- sche Feier machte einen tiefen Eindruck auf die Zehntausende, die sich in der in eine mächtige Kathedrale verwandelten Halle versammelt hatten. Eine aus Mitgliedern der Familie und dreihundert männlichen und weiblichen Offizieren der Heilsarmee bestehende Prozession trug den Sarg mit dem toten General unter feierlichen Klängen des Orchesters nach dem Postament, auf das er niedergestellt wurde. Wunderbare Blumen, unter denen der Kranz des Königsvon England den Ehrenplatz einnahm, bedeckten den Sarg.
Kriegsgefahr am Balkan?
„Serbien ist kriegsbegeistert"!
Die Situation am Balkan bringt die Gefahr einer Katastrophe in immer gößere Nähe. Aus Belgrad liegen heute Meldungen vor, die die Kriegsbegeisterung als „im ganzen Lande im Wachsen begriffen" darftellen. Gestern fanden in Belgrad Kund- gebungen statt, die zugunsten der Kriegser - klärung an d ie Türkei veranstaltet worden waren. Mit Fahnen an der Spitze und Absingen patriotischer Lieder zog eine ungeheure Volksmenge vor den königlichen Palast, das Ministerium und den Offizierklub, wo unaufhörlich Rufe wie „Den Krieg!" „Erflärei den Barbaren den Krieg!" „Es lebe die Armee!!" „Hoch der König!" erschollen. Darauf zogen sich die Kundgeber in größter Ordnung zurück. Inzwischen geht in Albanien der Kleinkrieg munter weiter. Es liegen darüber heute folgende Meldungen vor;
Die Anarchie in Albanien.
(Privat-Telegramm.)
Saloniki, 29. August.
Scharen rebellischer Arnauuten und Bauern drangen gestern in IpeI ein und plünder. t en Geschäfte und Wohnungen. Bei der öfter, reichifchen Baufirma Dykerhoff und Widmann wurden die Kaffe und alle Materialien g e - raubt Dabei wurden nach amtlichen Meldungen auch die deuffchen Stratzenbauinge. nieute tätlich bedroht. Die «rnauten sollen ihnen Instrumente und Werffachen abgenommen haben. Der in Nesküb weilende Ibrahim Pascha wurde von den Vorgängen verständigt und ersucht, Maßnahmen zu treffen, die Deutschen zu schützen und die Ruhe wiederherzustellen. Man befürchtet allgemein, daß infolge der in Albanien herrschenden Anarchie es sehr schwer sein witt>, wieder Ordnung zu schaffe«.
Am grünen Tisch.
(Privat-Telegram m.s
Wien, 29. August.
Nachdem alle Mächte die Anregung des Grafen Berchtold zustimmend beantwortet haben, werden gegenwärtig im Wiener Auswärtigen Amt die Vorschläge in den Sollanfragen in großen Zügen ausgearbeitet. Diese Vorschläge werden den einzelnen Kabinetten durch die österreichisch-ungarischen Boffchafter übermittelt werden. Dann wird Graf Berchtold mit den hiesigen Boffchaftern der Mächte die Besprechungen aufnehmen. Die Unterhaltungen dürsten in der zweiten Hälfte deS September beginnen. Gestern abend trafen hier ans Sofia und Belgrad beunruhigende Depeschen ein. Die bulgarische nnd die serbische Kriegspartei sollen angeblich Zugeständnisse von der Pforte verlangt haben. Sie wollen ben Mahnungen der Großmächte nicht länger Folge leisten.
Bitt Ittttgtürrett'Putsch!
Konstantinopel von Truppen besetzt.
(Privat-Telegramm.)
Konstantinopel, 29. August.
Das jungtürkische Komitee hat in der vergangene«Nacht durch die Gendarmen- truppe, die den Polizeidienst in Konstantinopel versieht, den Ramasan-Trubel z« einem Putsch gegen die Pforte zu benutzen versucht. Der Putsch der Gendarmen, deren Offiziere von jeher dem Komitee ergeben gewesen find, wurde aber rechtzeitig entdeckt und mit Waffengewalt blutig unterdrückt. Truppen halte« die wichtigsten Punkte der Stadt besetzt. Zahlreiche Personen find getötet.
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Die Greuel der Revolution.
Amerika landet Truppe« in Nicaragua. ^Telegraphische Meldung.)
Washington, 29. August.
Das zehnte Infanterie-Regiment wird heute abend in Nicaragua eintreffen. Amerikanische Seesoldate« sind auf einem Dampfer im* sas-n «boeganaen. Die Ermorduna
zweier Amerikaner hat wieder dieAuf- merksamkeit auf frühere Berichte gelenkt, nach denen die Soldaten sengen und brennen, die Rebellen auf Frauen und Kinder und andere am Kampfe nicht Beteiligten feuern und die politischen Gefangenen Hungers sterben müssen. Durch die Ankunft der Infanteristen und Seesoldaten erhöht sich die Zahl der amerikanische« Truppen in Nicaragua auf 3500 Mann. Wie es heißt, erfolgte die Landung der amerikanische« Truppen mit Zustimmung der Regierung und des Präsidenten Diaz.
Prinz Heinrich in Gefahr!
ei« Eisenbahn-Anfall des Prinzen.
Prinz H e i n r i ch von Preußen, der sich auf der Fahrt nach Tokio zu den Beisetzungsfeier- lickckeiten für den toten Mikado befindet, hat zu der Reise bekanntlich den Landweg benutzt, um mit der sibirischen Bahn zum Fernen Osten zu gelangen. Auf der Eisenbahnfahrt durch Sibirien ist nun gestern der Zug, in dem der Prntz sich befindet, verunglückt. Der Unfall hat indessen keine ernsteren Folgen gehabt. Mir erhalten darüber folgende Meldungen:
Prinz Heinrichs Zug entgleist!
(Privat-Telegramm.) Petersburg, 29. August.
Der Zug der sibirischen Bahn, in dem sich Prinz Heinrich von Preußen auf bet Reise «ach Japan befindet, ist gestern hinter Jrkuiff, zwischen den Haltestellen Gablon und Wacom, entgleist. Verletzt ist niemand. Der Prinz konnte die Reife nach einer kurze« Unterbre- chung forffetzen. Rach den hierher gelangten Mellumgen ist der Unfall auf einen Sch re- nenbrttch zurückzuführen. ES gelang dem Lokomotivführer, den Zug kurz hinter der Bruchstelle zum Halten zu bringen, sodaß nur die drei ersten Wagen ans dem Geleise spran- gen, darunter auch der Separatwagen be8 Prinzen Heinrich. Es gelang aber, nach etwa dreistündiger Beffpätung, den Zug wieder fahl fertig zu machen. Der entstandene Matrria! schade« ist nur gering.
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Ei« Eisenbahnzug abgestürzk.
Ein Privattelegramm meldet tttti aus Paris: Bei Mounerville in der Nahe von Etamps fuhr gestern abend ein Güterzug auf einen Prellbock. Die Lokomotive, der Tender und mehrere Wage« des Zuges stürzten die fünfzehn Meter hohe Böschung herab. Der Zugführer und der Heizer wurden getötet, drei andere Bahnbeamten erlitten leichtere Verletzungen. Die meisten der abgestürzten Wagen sind vollständig zertrümmert.
Sie Kaisersahtt zur Schweiz.
Die Reise findet bestimmt statt!
Di« geplante Fahrt deS Kaisers nach der Schweiz, die infolge der Erkrankung des Kaisers fraglich geworden war, findet nun doch statt. Die Entscheidung darüber ist allerdings erst im Laufe des gestrigen Tages gefallen, und noch gestern früh verlautete aus WilhÄmshöhe bestimmt, daß mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand deS Kaisers die Schweizer-Reife wahrscheinlich werde aufgege- den werden müssen. Gestern mittag ist dann der schweizerischen Gesandtschaft in Berlin vom Auswärtigen Amt offiziell die Mitteilung zugegangen, daß das Befinden des Kaisers andauernd so günstig sei, daß der Besuch in der Schweiz nun nicht mehr in -frage gestellt sei. DaS Reiseprogramm des Kaisers wird allerdings (wie wir bereits meldeten) einige kleine Aenderungen erfahren müssen, die notwendig sind, weil sich der Kaffer immerhin einige Zeit noch wird Schonung auferlegen müssen. Infolgedessen ist nunmehr sicher, daß der Monarch nur das offizielle Reye- programm absolviert und daß das inoffizielle Programm fallen gelassen wird Der Kaiser wird Zürich besuchen, an den Mano- vern teilnehmen, und auch nach Bern reffen. Der Besuch in Bern ist jedoch verschob««,worden, um dem Kaiser zwischen den Manöver« und dem Aufenthalt in Bern, der infolge der Repräfentationspslichien erhebliche Anwrde- rungen an seine Kräfte stellen wird, eine Ruhe- zeit zu gewähren. Bestimmte DiKpostttonen über Ankunft und Abreise des Kaisers sind noch nicht getroffen. Die
Entscheidung über die Schtoeizerreise ist gestern nach einer nochmaligen forgfättigett Unterfuchnng des Kaisers durch die beiden behandelnden Berzte gefallen. Leibarzt Dr. Zunker konstatierte bei dieser Gelegenheit, daß die Kranlheitserscheinungcn beim Kaiser im Schwinden begriffen sind und infolgedeffen die noch am Dienstag abend ärztlicherseits gegen die Reise nach der Schweiz geltend gemachten Bedenken nicht mehr bestehen. Neber Berlin wurde vos dir!« Lntlchkwsmll daun losen