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IMalacca- und Manillarohrstöcke, Naturstöcke Kinder-, Touristen- und Damenstöcke
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Im Interesse der Vermeidung von Ber- zögerungen bitten wir, Zusendungen an die Redattion nicht unter der Adresse eines Redakteurs, sondern nur „An die Redattion der Casseler Neueste» Nachrichten" aufzuliefern.
Silbergriff-Stöcke.
Detailverkauf: Moltkestraße 5.
mit erheblicher Preisermäßigung in allen Maßen abzugeben WilheimftraKe 23, im Laden.
»Aber einen Unwürdigen."
.Mag sein"
.Denke doch an die Zukunft, Eva!"
»Gerade deshalb muß ich mich jetzt zu ihn, bekennen."
2. Beilage.
Mittwoch, 21. August 1912,
And nichts ward anders..
And nichts ward anders feit dem pbrndgang, 0a ihre Srrirn frei dir Wahrheit sprachen. Kein Land umschloß sie, und drin Tor zersprang, Kein Sturm stand auf, und Keine Siegel brachen.
Gefestigter und stolzer nur ihr Mut, And weicher ihrer Lippen feines Schwellen, And eine zarte, golünr, tiefe Glut -nf seines Lebens großen dunklen Wellen.
Frid a Schanz.
Rr. 217.
Zweiter Jahrgang
Mr Mle NdKMiile! Geeichte Glas - Meßgefäße unterliegen keiner Nacheichung (Rsvizron) bei
J.H. Schatten. Lobenrollernür. 1
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eines Sommer«Aufenthaltes
sichert nur
der Genuß von
Dr. Axelrods Joghurt,
der die während der Kur begonnene Anregung des Stoffwechsels fortführt und zugleich die Wirkung der vom Städter gewohnheitsmäßig genossenen :: Reizmittel zum Teil neutralisiert. ::
SWwMlkmi, m. i. Ml
losen Maximilian Dunckel, einen angeblichen ^Schriftsteller", der unter dem für ihn allerdings sehr geeigneten Pseudonym »Treu" seine Geistesprodutte in die Welt zu setzen versuchte.
Er gebrauchte bei seinen Schwindeleien, zu denen er sich zahlreiche Hotels in Halle, Magdeburg, Minden, Straßburg und anderwärts aussuchte, verschiedene hochtönende Namen wie „Dr. Treu" und den bei Zechprellern und Ho- telschwindlern ziemlich allgemein üblichen Trick, die ersten Tage einwandfrei zu bezahlen und reiche Trinkgelder zu geben, bis er sich bei dem Besitzer des Hotels und dem Personal hinreichend Vertrauen und Kredit verschafft zu haben glaubte, um die Zahlung einige Tage hinausschieben zu können, worauf er in den meisten Fällen ...spurlos verschwand. Gelegentlich renommierte er auch mit großen Summen Geldes, die er angeblich auf der Reichsbank liegen habe, augenblicklich aber nicht abheben könne, weil die Bank bekanntlich am Sonntag geschlossen sei. Im Stiftskeller in Straßburg, wo er als „Oberrozierungsrat aus Berlin" austrat, machte er eine größere Zeche, worauf dann seine Verhaftung erfolgte. Der Schwindler entschuldigte sich in der Hauptsache damit, daß er keine Schulden gemacht habe; er habe mit Sicherheit auf das Eintreffen von Geld warten können und lediglich einer Reihe widriger Umstände sei es zu danken, daß die Sendung noch nicht eingetroffen sei. Das Gericht konnte sich auch in einzelnen Fällen von der Schuld des Angeklagten nicht überzeugen und sprach ihn deshalb frei; wegen einiger hier verübter Betrügereien jedoch wurde Dunckel zu einer Gefängnisstrafe von siebe» Monaten verurteilt, worauf vier Monate Untersuchungshaft zur Anrechnung kamen. Da der Mann derzeit eine Wohnung nicht besitzt, wurde auch sein Antrag auf Haftenlassung vom Gericht abgelehnt. -er.
Rach dem Esten fuhr Eva in ihrem Dogcart rn Moreth vor.
„Weißt du s schon, mein Kind, Hans Wilhelm kommt heute abend?"
»Ja, Tante."
Aber die Komtesse machte ein ernstes Gesicht. „Freust du dich denn nicht auch?" Eva nickte nur stumm und sah zur Erde.
. „>fft ihm etwa ein Unglück zugestoßen? Du bist so ernst!" fragte Frau von Moreth ängst- llch.
Da fand die Komtesse die Sprache wieder. Hoch richtete sie sich auf und sah ihre mütterliche Freundin ruhig an. „Tante, Hans Wilhelm steht am Scheidewege. Entweder wird er letzt ein Mann oder ein Lump!"
Da zuckten Frau von Moreths Lippen vor Schmerz. „Aber, Kind . . . nicht wahr, du weißt nichts gar zu Schlimmes? Den Abschied braucht er doch nicht zu nehmen?"
„Nein, Tante, vorläufig braucht er ihn nicht zu nehmen, auch bekommt er ihn nicht. Aber gut wäre es doch, er würde endlich solide und bliebe in Moreth!"
Ein Seufzer der Mutter ist die ganze Antwort.
„Sieh mal an, Tante," fähtt Eva fort, „hier hat er doch nicht so viel Gelegenheiten, leichtsinnig zu sein. Freilich, gespielt wird überall, aber da erfahren wir's bald und können über Hans Wilhelm unsere Hände halten."
Mit einem langen Blick sieht Frau von Moreth die Komtesse an; langsam kommen ihr die Worte aus dem Munde. „Und was sagt Gras Norderoog dazu?"
Da verläßt Eva die Selbstbeherrschung. Die schlaflosen Nächte, die Auseinandersetzung mit dem Vater haben ihre Nerven stark mitgenommen. Sie wirst sich an die Brust der mit Sorge überladenen Frau und weint sich aus.
Und sie, die das hohe Evangelium der Frauenliebe kennt, streicht mit zitternder Hand über das Haar, langsam lösen sich ein paar Tränen aus ihren Augen und rollen die vor Kummer abgezehrten Wangen hinab.
Draußen im Wirffchaftshose ruft die Glocke zu neuer Arbeit; es ist halb fünf Uhr, die Vesperpause ist vorüber. Die beiden Frauen blicken sich an, sie verstehen sich auch ohne Worte.
„Schick' ihn morgen zu mir!"
„Gewiß, Eva! Hans Wilhelm müßte ja mit Blindheit geschlagen sein, wenn er länger achtlos an solcher Perle vorbeilaufen wollte!"
Nachdem die Komtesse die brennenden Augen mit kaltem Wasser gekühlt, fähtt sie nach Hause, um als Tochter des Hauses ihren Verpflichtungen gegen Graf Norderoog nachzukommen.
* * *
Während der Zug durch Wald und Flur raste, saß Hans Wilhelm in der Ecke seines Abteils und brütete öor sich hin. Er dantte Gott, daß er den Raum mit keinem anderen Menschen teilen mußte. Seine Gedanken wirbelten wild durcheinander. Wenn die Mutter gelähmt war für ihr ganzes ferneres Leben, wenn . . .! Doch nein, so grausam konnte das Schicksal nicht sein, lebend würde er sie auf jeden Fall vorfinden! Ganz gewiß! Er versuchte es sich einzureden, und wenn er im Augenblick glaubte, er wäre Herr der trüben Gedanken geworden, da tauchten auch schon wieder diese fürchterlichen Zweifel auf. Alle zehn Minuten sah er nach der Uhr. Wie die Zeit schlich! Zum Rasendwerden war es!
Ab und zu schlug ihm das Gewissen mit ganzer Kraft. Dann hielt er sich für einen erbärmlichen Kerl; bessern wollte er sich ja, das hatte er sich schon in Spa gelobt, als er noch gar nichts wußte von der Krankheit seiner Mutter. Leichtsinnig, wie er war, fing er an, sich einzureden, daß die guten Vorsätze bereits älteren Datums seien, daß denen ja auch die Tat folgen sollte; den Anfang hatte er ja doch schon in Spa gemacht, als er sich vorgenommen, nachdem er seine Verluste wieder gewonnen haben würde, mit diesem Leben zu brechen. Beerenburg hatte er's doch auch gesagt. Der war allerdings mit Spott und Hohn schnell bei der Hand gewesen, aber als Kronzeugen konnte er ihn doch anführen. Ja, wer klagte ihn denn eigentlich an? Kein Mensch, aber sem Gewissen. So klug war er doch, daß er dar einsah. Und das behaqie ihm nicht. Quatsch war es, sinnloser Quatsch!
(Fortsetzung folgt.)
Gericht unß Recht,
öht „dunkler" Ehrenmann.
StuS Straßburg i. E. wird uns geschrieben: Ein Muster von einem dunklen Ehrenmann hatte sich vor der hiesigen Ferienstrafkammer wegen zahlreicher Betrügereien im Rückfall zu verantworten. Es handelte sich um den 49 Jähre alten bereits zwölf mal wegen Betrugs vorbestraften wohnungs- und berufs-
Jahr Gefängnis verurteilt. Der Tischler Albert Gerlach aus Braunschweig, der gegenwär- tig eine zweijährige Gefängnisstrafe verbüßt, erhielt eine Zusatzstrafe von drei Monaten Gefängnis.
eS Die Cannstätter Masten Einbrecher vor Gettcht. Der Einbrecherbande, die An- fangs dieses Jahres die Umgebung von Cannstatt durch ihre nächtlichen Streifzüge lange Zeit in Angst und Schrecken hielt, wurde nunmehr endlich vor der Strafkammer in S t u t t - gart, der wohlverdiente Lohn zuteil. Die Vorgeschichte der Verhandlung vor der Strafkammer hat fast einen romantffchen Anstoß. Der Taglöhner Karl Rau wurde eines Tages im Februar unter dem Verdacht verhaftet, an einem Diebstahl in Cham in der Schweiz betei. ligt gewesen zu sein, wobei einem Wirt 4000 Francs gestohlen worden waren. Bei seiner Verhaftung wurde bei ihm ein in Geheimschrift abgefaßter Brief gefunden, den man aber ent- Ziffern konnte. Einen ähnlichen Brief hatte er von Cham aus an seinen Bruder nach Zuffenhausen geschickt; in diesem Brief war der Plan eines Einbruchs ganz genau spezifiziert. Die „Sache" wurde auch -gemacht und das gestohlene Geld unter den Abenteurern veüeilt. Der Vater des Rau, der sich gleichfalls unter den sieben Angeklagten befand, hatte etwa die Hälfte des gestohlenen Geldes, und zwar lauter Papiergeld, in seinem Keller vergraben. Als die Gauner verhasttt werden sollten, kam «S zu einer ziemlich aufregenden Jagd, da die Verbrecher auf die Schutzleute ein regelrechtes Schnellfeuer aus Revolvern eröffneten und sich dann a«f die Dächer flüchteten. Allmählich gelang es aber der Polizei dennoch, die Einbrecher sämtlich in ihre Hand zu bekommen, wenn auch einer derselben inzwischen bis nach Genua hatte entfliehen können. Das Urteil lautete gegen die einzelnen Mitglieder der Bande auf drei Jahre Gefängnis bis zu vier Jahren Zuchthaus. Einer der Angeklagten wurde sreige- sprochen.
S Ein „Salomo" von heute. Aus London schreibt man uns: „Charlie" war das Streitobjekt in einer Klagesache, die soeben den Gerichtshof des Londoner Stadtteils Tottenham beschäftigte. „Charlie" ist ein schöner, tiefschwarzer Kater mit langen Haaren und funkelnden Augen. Kein Wunder, daß sich um „Charlie" zwei Damen stritten und jede ihn als ihren Kater beanspruchte. Die eine der Damen, im bürgerliche» Leben Frau Pratt -genannt, spazierte vor kurzem durch eine der Straße» Tottenhams, als plötzlich ihr ein Kater über den Weg lief, de» sie auf der Stelle als ihren seit einigen Tagen vermißten „Charlie" erkannte. „Charlie! Charlie!", entquoll es in wehmütigen Tönen ihrer Kehle, und trotz der Hunde, die ihm aus den Fersen waren, und trotz der vielen Mensche» und Wagen, machte „Charlie" auf der Stelle kehrt und sprang an Frau Pratt hoch. Aber gerade wollte die Glückliche sich mit ihrem wiedergefundenen Kater nach Hause begeben, und dort das Freudenfest feiern, als wütend, gleich einer Megäre, eine Frau auf sie zustürzte, ihr „Charlie" mit roher Hand aus den Armen riß und ihn als Eigentum beanspruchte. Da war -guter Rat teuer! Der liebreizende Kater hatte die Herzen Beider gebrochen, und keine wollte auf ihn verzichten. Man eilte zum Kadi, und der fällte ein höchst salomonisches Urteil. Einer der zwei Meter langen Londoner Schutzleute wurde beauftragt, die genaue Weg scheide zwischen de» Wohnungen der beiden Parteien ausfindig zu ma- chen, und dort den Kater in Freiheit zu setzen. Welches Heim „Charlie" dann erküren würde, das sollte den Ausschlag geben. Und „Char- lie" lenkte, ohne einen Augenblick zu zögern, seine Schritte zu Frau Pmtts Wohnung, und dort wurde dm» der verlorene und wiedergekehrte Sohn beinahe ebenso festlich empfangen, wie her, von dem die Bibel berichtet . . .!
cS3 Die Postpaketadreffe als Urkunde. Das Reichsgericht hatte sich dieser Tage mit der Srage zu beschäfttgen, ob der Abschnitt einer oft Paketadresse eine Urkunde ist, und ob der Absender auf diese einen falschen Namen setzen darf. Das Landgericht Danzig hatte in einem solchen Falle Urkundenfälschung als vorliegend angesehen und auf Gefängnisstrafe erkannt. Der Verurteilte begründete seine Revision beim Reichsgericht damit, er sei zu Unrecht wegen Urkundenfälschung verutteilt worden, denn der Abschnitt einer Postpaketadresse stelle keine Urkunde dar, da ihm keine Rechtsund Beweismöglichkeit innewohne. Gegen früher vertretener Ansicht hat das Reichsgericht die Revision verworfen, da der Absendervermerk aus Paketadressen genau so wie auf Postanweisungen und Briefen rechtserhebliche Beziehungen zwischen Absender und Empfänger sowie zwischen Absender und Post schaffen kann. Denn Empfänger wie Postverwaltung kann aus irgendwelchen Gründen (vielleicht wegen Einholung des Strafpottos bei ungenügender Frankierung) Interesse daran haben, den Absender zu ermitteln. Aus diesem Grunde ist der ausgefüllte Abschnitt einer Paketadreffe als Urkunde und jede falsche Namensangabe auf derselben als Urkundenfälschung anzusehen.
S Dresdener Erpresser-Geschichten. Wie uns aus Dresden gemeldet wird, wurden dort gestern zweiErPresser verhaftet, die einer Dame der Gesellschaft wiederholt Briefe gesandt hatten, in denen sie Geld verlangten. In den Briefen hieß es, sie seien zehn Mann und würden, wenn das Geld nicht gezahlt oder die Polizei benachrichtigt würde, fürchterliche Rache üben. Auf die Anzeige bei der Polizei legten sich zwei Beamte auf die Lauer und erwischten die beiden Erpresser, die sich als Bauarbeiter entpuppten. Es wurde bei ihnen ein auf die Erpressung bezüglicher Brief gefunden.
S Das Urteil im Braunschweiger Maffen- Einbruchs - Prozeß. Vor der Strafkammer des Landgerichts in Braunschweig hatte sich gestern eine gefährliche Einbrecherbande zu verantwotten, die vom November vorigen Jahres bis anfangs Mai dieses Jahres über fünfzig Einbruchsdiebstähle im Braunschweigischen und Hannoverschen bis zur Lüneburger Heide hin verübt und in den meisten Fällen bares Geld, Lebensmittel und Kleidungsstücke usw. erbeutet hat. Zu der Verhandlung waren 22 Zeugen geladen. Die Angeklagten sind sämtlich vorbestraft. Das Urteil lautete gegen den Arbeiter Hermann Spanger aus Groß-Dahlum auf zehn Jahre Zucht- haus, den Dachdecker Friedrich Krüger aus Querfurth auf sieben Jahre Zucht- Ha u s und den Arbeiter Friedrich Werner aus Twieflingen auf sechs Jahre Zucht- h au s. Außerdem wurde gegen diese drei Angeklagten auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Der Kutscher Rudolf Rieke aus Brüggen wurde zu zwei Jahren Gefängnis, der Schwei- ^er^ Edwin Rückert aus Schönlanke zu einem
Frauenliebe.
Roman, von Horst Bodemer.
9) (Nachdruck verboten)
Relendorff reichte dem jungen Diplomaten tzie Hand. „Oh, ich bitte . . . Ehrlichkeit gegen Chrlichkeit!"
„Und dennoch, sehe ich auch ganz davon ab, daß für mich in meinem Hiersein etwas Demütigendes liegt, wird es dennoch besser sein ich breche meine Zelte ab."
„Demütigend ist vor allen Dingen für mich alten Mann die Lage, bester Graf. Heute abend kommt der Oberleutnant von Moreth an; bitte verschieben Sie, falls Sie meine Tochter noch lieben können, Ihre Abreise um zwei Tage. Ms dahin denke ich die Situation geklätt zu haben."
„Unter diesen Umständen bleibe ich gern."
„Ich danke Ihnen."
Aber Gras Norderoog glaubte nicht an den Sieg.
„Als er gegangen, klingelte Graf Relendorss dem Diener. „Bitten Sie die Komtesse zu mir!"
Wenige Minuten später stand Eva ihrem Vater gegenüber.
„Mein liebes Kind, ich habe vorhin ein Telegramm des Grafen Beerenburg ... er ist Seinsheims Adjutant . . . erhalten; heute abend kommt Hans Wilhelm an."
„Gott sei Dank!"
Ihr Vater sah sie mit einem langen Blicke an. „Leider muß ich deine Freude einschrän- kn. Lies dieses Telegramm; es ist in französischer Sprache aufgegeben, damit man nicht noch mehr Trauriges über Hans Wilhelm er« fährt, als man ohnehin schon weiß."
Eva las: „Habe soeben Moreth aus dem Spielsaal in Spa geholt; glaube nicht, daß er noch zu retten ist. Tun Sie Ihr Möglichstes, damit er den Abschied nimmt und sein Gut be- wittschaftet; vielleicht ist er so wieder auf den richtigen Weg zurückzuführen."
Mit zitternder Hand legte die Komtesse das Telegramm auf die Tischplatte.
„Nun, was sagst du dazu?"
„Graf Beerenburg hat vollkommen recht: denselben Gedanken habe ich auch schon gehabt."
„Du willst doch etwa nicht, falls es mir gelingt, ihn in Morech sestzuhalten, dein Schicksal mit dem seinen verketten?"
„Doch, Papa . . . wenn er mich nicht von sich stößt."
Da steigt ihm das Blut zu Kopf. „Fühlst du denn nicht, welche erbärmliche Rolle du spielst?"
Aber sein einziges Kind zuckt nur die Achseln. „Ich liebe, Papa!"
Oskar Rocholl Maehl, Spnzierstockfnbrfk
Stets aparte Neuheiten in modernen Genres
... „Um mit ihm später unterzugehen."
»Auch das kann sein, Papa."
Sie sagt's ruhig und entschlossen.
»Dte Stimme ihres Vaters zittert. „Ich werde deine Pläne zu durchkreuzen wissen."
„Du irrst."
-Kind, ich bi» ein alter Mann. Dutzend« von Beispielen kann ich dir nennen, Leute, die einst auch so gedacht wie du, und die erbarmungslos auf das Pflaster des Lebens gefegt wurden."
„Gerne glaube ich dir das."
„Und du willst ttotzdem nicht Vernunft an- nehmen?"
„Papa, denke an die einsame Frau drüben in Moreth! Nach einem kurzen Glück kamen die Tage, die ihr nicht gefiele». Hat sie nicht erst dich, den Mann mit dem goldene» Herzen, der für mich der Inbegriff der Tadellosigkeit ist, hat sie dann nicht Seinsheim ausgeschlagen? ... Du schweigst? Du wirst gerecht fein und zugeben müssen, so ist Frauenliebe, über die könnt ihr Männer nicht urteilen, denn wir fühlen anders als ihr."
Graf Relendorff weiß keine Antwort.
Der Name Norderoog ist von beiden während des Gesprächs kein einziges Mal genannt worden.
* * *
Frau von Moreth hatte die letzten Tage in Bangen verlebt; sie verließ Haus und Hof nicht, um ja sofort zur Stelle zu sein, wenn ein Telegramm ihres Sohnes kommen sollte.
Und wirklich kam am vierten Tage der gefürchtete Telegraphenbote. Er kannte die Sorgen der alten Frau und rief ihr zu: „Der Herr Oberleutnant kommt heute abend! Aus Berlin hat er telegraphiert."
„Gott sei Dank!"
Ei» Stein fiel ihr vom Herzen. Mit zitternden Händen öffnete sie die Depesche. Hans Wilhelms Unterschrift stand darunter.
Nun ging sie wieder eilfertig treppauf, treppab, denn dem Jungen sollte die Heimat so lieb wie nur möglich gemacht werden.
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