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Casseler Neueste Nachrichten

Casseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 210.

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 13. August 1912

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang

Auch

der Opfer stand!

F. H.

an der Nürnbergerstraße den Forst bevölkerten.

Landung des Luftschiffs

beizuwohnen.

Auf dem Wagenplatze end ßarf von rund hundert Autos

heute nachmittag stattfindet, wird als V e r t r e-

ter des Kaisers voraussichtlich der Ober-

Zahl der Zugteilnehmer

Tie Fahrt Nach Saffel.

ÄMÄJ das Me'sVrfammlmta??

efttm Urlaub beantrag«, hat er ebenfalls nicht

's: ü-tte. nachmittag

Bergleute

nfundachtzigtausend

Bor der Beifetz«ng der Spfer.

(Privat-Telegram m.)

Präsident von Westfalen teilnehmen. Auf dem Gerther Kommunalfriedhofe ist man feit Frei­tag mit dem Aufwerfen der beiden Massen­gräber beschäftigt. Die Spenden für die Hin-

nicht aufrecht erhalten könne. Der Redner wlft- h f die Verdienste des Kardinals um Arberterbewegung und schloß mit eiuem Gebet für seine Seelenruhe. Um acht Uhr iu^ontten dw Massen von allen Seiten in die große Festhalle, in der die offizielle 23 e 1

bekannt gegeben, daß die Fahrt nach Cassel ver­schoben worden ist. Zunächst wollte niemand dieser Kunde glauben. Erst als verschiedene

Sanitätskolonnen an, die Feuerwehr entsandte einen Teil ihrer Leute und die Garnison Cassel stellte alle Oekonomiehandwerker und sonstige Kommandierte zur Verfügung, die an der Kaiserübung bei Lutterberg teil­nahmen. Auch ein k a i s e r l i ch e s A u t o war erschienen, und man schloß daraus, daß die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise die Absicht hatten, der

Erschienenen, in erster Linw die h°ohen Kirnen' a»Tt »nmen' Der Retmer erneuerte das ^lubdeder T r e u e z u, K a i s e r u n d R e i ch,

Toten von Lochringen nicht die gleiche Sünde eiicherschrsitet, die in Radbod am Grab

eine Windstärke von sechzehn Sekundenmetern' Im Interesse der Passagiere, die fi vollzäh­lig der Halle emgefuniden hatten .nd in dem

gannen um zehn Uhr die geschäftlichen Ver­handlungen des Katholikentags mit der großer Schul- Versammlung.

tiefste Mitgefühl zum Ausdruck bringt, sondern thnen auch eine Geldspende ül.....

toiff. Es soll den Hinterbliebenen der Opfer ein Betrag bon dreitausend Kronen über­wiesen werden.

3n(ertton5pretfe: Sie fedjSgefpaltene Zeile Nir einheimische EeschLfte 15 Pfg., für aus.

Werate 25 Pf., ReNamezetle für einheimische A-schüft- 43 Pf, für auswärtige »efchafte 60 Pf. Beilagen für die ffiefamtauffage werden mit 5 Mark pro raufen» be- r*n®L Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Residenz und der Umgebung ft.il die Eeler Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnsertionSorgan. SefchäftLstelle: «ülnische --trabe Berliner Bertretungi SW.. Friedrichstraße 16. Telephon: Amt Morttzplatz 676.

Rechtsanwatt Bredereck flüchtig!

Eine neueAffäre Michaelis?" (Privat-Telegramm.)

---------- , ö VA» t WU Z, ift f I Ü ff) t i Q geworden. Er ist seit Donnerstag aus Berlin venchwunden; weder sein Sozius noch seine Verwandten kennen seinen Aufenthalt. Erne

Am Grabe der Svser.

Der letzte Akt des Lothringen-Dramas. Zeche Lothringen, 12. August.

Ser Scutschk Katholikentag.

Generalversammlung der Katholiken. (Telegraphischer Bericht.)

Bochum, 12. August.

Die Zahl der geborgenen Toten hat sich gestern um drei vermehrt. Bis gestern abend waren einschließlich der im Bochumer Krauken- hause Verstorbenen hundertzehn Lei­chen über Tag. Im Schacht wird noch eine Leiche vermißt. Von einundzwanzig Verletzten befinden sich noch drei in Lebensgefahr. Die Leichenhallen auf der Zeche Lothringen wurden am Sonnabend und Sonntag von den An ge­hör i g e n der Toten besucht, die mit Kränzen

Der letzte Akt des Dramas wird am zwölf- teu Augusttag in den Abendstunden int Grab- gelaut der Glocken ausklingen; morgen fauch! auf der Zeche Lothringen wieder die Förder­maschine, trägt der Kord die Hunderte fleißiger kknappen in den Schoß der Erde, dem man eben erst die Opfer des Kampfes mit den Elementen abgerungen, und tief unten, wo des Berg­manns Lämpchen den Sonnenstrahl ersetzt, wer­den die Hämmer Ringen, wie wenn nie in die­sen Tiefen Menschen im Todeskampf geröchelt, niemals der Drang zum Leben Männer zum wilden VerzweiflunMmpf Mann gegen Mann gestachelt 'hätte! Die Zeit lindert den Schmerz; sie mindert auch das Grauen, das die furchtbare Tragödie tief unten im Bann der Schrecken in die Erinnerung eingegraben, und wenn der erste Winterschnee das Massengrad der Opfer deckt, wird man sich an das Lothrin- gen-Drama erinnern wie an >das Massenopfer von Radbod: In der Erkenntnis, daß mensch­liche Unvollkommenheit ber Gewalt der Ele­mente ohnmächtig gegenübersteht! Aber Rad-

Wenn heute in der fünften Nachmittagstunde in Gerthe und in den benachbarten Dörfern die Kirchenglocken klagend ihre «Herne Stimme durch die Laude hallen lassen werden, wird vom Vorhof-der Zeche Lothringen aus sich der Zug des Todes in Bewegung fetzen: Hundertv ierzehn Opfer des Lüstern Dramas int verschwiegnen Schacht der Erde trägt man hinaus zur ewigen Ruhe! Die Ruhe des Todes, die Stimmung be§ Grauens lagert wie düstres Gewölk über der schwarzen Eide bei Gerthe; schwarz und still schritten auch die Menschenmassen einher, die in des Sonn­tags feierlichem Frieden noch einmal (ein letz- desmal) Len Weg zur Stätte des Dramas pil­gerten, um dort für immer Abschied zu nehmen von den Toten, die, verstümmelt, zerstückelt und _ halb verkohlt, in den schlichten Särgen liegen, Ees Augenblicks harrend, da sie der Erde über- HMttwortet werden; derselben Erde, die ihr , Reiben mitten in Kraft und Arbeit jäh ver- tühtete. Wie ein langer Zug heldenhafter Mär-

erftattet. Die Flucht des Rechtsanwaltes ist auf seinen finanziellen Zusammen­bruch zurückzusühren. Der Zusammenbruch Bvederecks kommt übrigens nicht überraschend. Eingeweihte Kreise haben ihn, man möchte fast sagen, stündlich erwartet, denn es war be­kannt, daß Bredereck sich in unhaltbaren Ver­hältnissen befand. Der Zusammenbruch Brcderecks weist übrigens viele ähnliche Züge auf wie Vie Affäre des Justizvats Michaelis. Beide hatten als Rechtsanwälte eine große C J®1®* wenn auch das Jahreseinkommen des Rechtsanwalts Bredereck nicht ganz die HuMerttausend überstieg, so gehörte doch feine AnwaWspraxis mit zu den besten in Berlin. Aber ebenso wie Justiz rat Michaelis war er ein leidenschaftlicher Spieler; nur M er nicht (wie jener) Unsummen im Balka- rtt verlor, sondern auf den Rennplätzen. Die Schuldenlast stieg in den letzten Jahren sehr hoch und Bredereck selbst hat vor einigen Wo. chon die Höhe seiner Schulden mftüberhun- Lerttausend Mark angegeben

die Leipzigerstraße entlang, begleitet von den Wogen der Fußwanderer. So wartete Cassel auf die Ankunft des Zeppelinlustschiffs! Nur zu bald verbreitete sich jedoch die Kunde, daß eine Verzögerung des Fahrtbeginns eingetreten sei/ Gern glaubte man's int Hinblick auf den böigen

offenbarte, das nur der eine Gedanke b" wegte: Abschied, Abschied! Ich habe gestern keine Träne in den Augen schmerzge­beugter Witwen gesehen, keine schluchzenden Kinder und keine verzweiflung-gemarterten Vater; vor den Särgen der Hundertvierzehn Ichrte nicht die tief verwundete Menschenseele MM Himmel, drängte aus schmerzdurchwühlter Brust kerne wilde Anklage über die Lippen: Die Andacht schritt durch den düstren Tempel des Todes, und die Menschen in ihren schwarzen ~2rUlTtoänfeent wuchsen in der erhabnen Erchthett ihres Empfindens hoch empor zu Heldengröße!

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werden ieberjelt non bet Geschäftsstelle oberen «oX1Ä unb Redaktion: Schlachthofstrabe 28/30 Sprechstunden der WattUn nur m i m nachmittags Sprechstunden der BuSknntt . Stelle: Seceu ^ittmodi Lnh Vr.f '8 3 U6

Wann kommt Sevselin?

Voraussichtlich Ankunft: Donnerstag früh!

Wie «ns von der Fahrtleitung des Zeppelin-LuftschiffesViktoria Luise" in Gotha auf telegraphische Anfrage mitgeteilt wird, wird das LuftschiffViktoria Luise" nach den neuesten Dispositionen voraus­sichtlich am Donnerstag früh um halb sechs Ahr zur Fahrt nach Cassel aufstetgen. Heute mittag findet eine Sitzung des Arbeits­ausschusses für den Zeppelin-Be- such in Cassel statt, in der die näheren Einzelheiten des Besuchs derViktoria Luise" festgelegt wer­den sollen. Alle für heute gelöste« Z«trittskarten zum Forst behalten für Donnerstag ihre Gültigkeit.

. e-v'-v «uv vwAwimii iDMpfinoen im i V '* vt/uu/i, uit um jtranjen

* 2*7. L«.7."LL! wlÄÄ

ftatt. Der Kaffer hat angeordnet, daß ihm ein IP a h n, Amtsgerichtsrat Engele n (einNeffe genauer Bericht über die Tätigkeit der einzel- Wlndthorsts) und Fabrikbesitzer Brandt- neu Rettungsmamtschasten bei der Bergung der M-Gladbach gewählt. In der zweiten Nach-), ..... , ----.....

Toten erstattet werde. Jede Familie der ^bler "lutagsstunde ging ein schweres Gewitter nie- stand bald ein Park von rund hundert Autos der Katastrophe hat aus der Kaiserspende Tinen «®ann aber klärte sich der Himmel wieder und Wagen! Die Straßenbahn machte

Betrag von 100 bis 150 Mark erkalten 9Tn her bcr, 6wße Festzug des Katholikentages bei diesem rtefengrofeen Andrange des Publi-

Beerdiauna der Ovler ber SffrnhJ ä Sonnenschein. Er wurde er- kums ein so glänzendes Geschäft, daß sie drei

weeroigung ver Opfer ^der^Katastrophe, bie] öffnet von den Jugendvereinen, deren Zahl sich Tage zu tun hat, nm einen Ueberblick über ihre auf verschiedene Tausende belief. In gleicher Einnahmen zu erhalten. Wagen aufWagen rollte Star^ erschtenen die Beamtenvereine, zum gro- ---------- ' .....

feen Teil in gleichmäßige Uniformen gekleidet.

eJ°^ett^aak b^§ 6en Forst besetzte bald eine ungeheure Menge.

ä o &a u"al- Auf dem ersten Platz fanden sich 3400, auf dem

rAJJ U " g des diesfahrigen Katholiken- zweiten Platz 4876 Besucher ein, während ettoc an^eine^arob/^f"v»»^^^"^"«r^ Anfang 4000 Schüler auf den ihnen angewiesenen denträaern ^ vou bohen gefftttchen Wür- Standplätzen erschienen. Noch größer war di< SbEf Mülles?» ^"rhä'r' darunter Zahl derZaungäste", die nach Waldau zu und Meckeln Kr-kis^'^i!^^? ^ "?^ Mercier- an der Nürnbergerstraße den Forst bevöllerten. Gever-Cha^tnm, ^Bischof^FE°c? v?n ^Norwe^n 'die Absperrkommandos und die Prälat Werihmaun (Freiburg i. B.), und viele Erzabte und Aebte. Unter den anwesenden

----i befanden sich: Groeber,

ten nivd versuchen, ihnen die Bürde des $er-

ETSÄ G°Wr»m des m- r°n.ervatw-r Kandidat

P.nicht Balsam für wund Seelen, und die

Ra'dbob^lasletwievon.-vm-m-norm rennen feinen Aufenthalt. Eftte

ME>s. Tsi e S p^ss schKr .Landgerichtsprästdenten, daß er

Aachs«, 12. August.

Unter dem Geläut sämtlicher katholischer Kirchen der Stadt und einem Pontifikalamt im Munster, der Ruhestätte Karls des Großen, wurde am gestrigen Sonntag die neunundfünf- zigste Generalversammlung der Ka- tholtken Deutschlands in Aachen er­öffnet Zunächst trat das ständige Komitee des deutschen Katholikentags, das sich aus Vertre- tern der Zentrumspartei, der gewerkschaftlichen und charitattven Organisationen der deutschen Katholiken zusammensetzt, zu einer nichtöffent­lichen Besprechung unter dem Vorsitze des Kom­missars der Generalversammlung, Reichstags­abgeordneten Fürsten zu L ö w e n ft e i n -Wert­heim-Freudenberg zusammen. Um elf Uhr bot- nuttags begann bann im großen Saale des Kurhauses die erste geschlossene General

ser Aachen sich und seine einer gefahrlosen Landung sah - Fahrtlei- lÄS den Schutz des Kreuzes gestellt iung gegen sieben Mr von dem -Beain«' der uni>C'benbffl^fer ^och auf den Papst Fahrt ad und setzte den Magistrat von Cassel

non mit lebhaftem Beifall begrüßt. Der Vor-I Wie uns dieDelag" in Gotha auf telegrai sitzende des Lokalkomitees Dr. mcd. Wienand-1 bbische Am'rage miiteilie, herrschte heute früh »amen eröffnete die Versammlung und bieß die über Gotha schon in vierhundert Meter Höhe

. in Cassel versehlte das Zauberwort: Zeppciin kommt" feine Wirkung nicht.. Ein unabsehbarer Menschenstrom bewegte sich heute schon in aller Frühe, eh' noch die Nebel' sanken, nach dem schweigenden Forst. Mancher von Denen, die mit Fernglas unb Krimstecher bewaffnet zum Forst zogen, hatte sicher die Nacht über kein Auge zugetan aus ber Besorg­nis heraus, er könnte, wenn er später komme, keinen Platz bekommen. Denn baß ganz Cassel bei ber Landung derViktoria Luise" in Cassel zugegen sein mußte, konnte nach aßebenv nicht mehr in Frage stehen, was gestern Tages-, gespräch auf ben Straßen und in allen Wirt­schaften war. Das ungünstige Wetter des Sonntags, Sturmböen und Regenschauer, konn­ten bie Hoffnung nicht zerstören, baß über Nacht noch alles besser werde. Es schien auch so! Der Regen versiegte und zeitweise blickte heute früh sogar die Sonne aus ben Wolken, bie regenschwer ben Himmel überzogen. Den gro-

enen unb OTnnefinrinon h»r I 000 geschätzt. Nach Beenbigung des i >e>rrn giauoie man s IM yinoncr auf oen votgen

- , der Verunglück- Zuges fanden für die Teilnehmer verschiedene Wind, unter bem so mancher erschauerte, ber

- . schon jetzt bie Summe von Parallelversammlungen statt. In bcr Haupt- nicht für warme Untertleibung Sorge getragen chtzigtausenb Mark über- Versammlung in ber Festhalle, die unter dem hatte. Man übte sich aber in Geduld. Gegen halb i. Die Kaiserin sandte von Wil- Ersitz des Ehrenpräsidenten Grafen Droste- acht Uhr lauteten dann die Nachrichten von Helmshöhe aus ein Beileidstelegramm. I n6. ?attfanb, erteilte Weibbischof Mül- Gotha ernster und durch die Absperrung wurde

d°n Teilnehmern den bischöflichen Segen, bekannt gegeben, daß die Fahrt nach Cassel ber-

. I , Müller-Aachen die schoben worden ist. Zunächst wollte niemand

Eine Spende der Stadt Wien. F e st r edehielt, bte sich tm wesentlichen als dieser Kunde glauben. Erst als verschiedene Ein Privat - Telegramm meldet uns I Jff, achtmsrede für den verstorbenen Kar -1Autos den Forst verließen und die Soldaten

aus Wien: In ber nächsten Stadtratssitzung .i: 'S.e r barftettte. Er betonte einlei- 5 um Abmarsch antraten, setzte sich die bis dahin

wird ein D r in glichke itsantrag einge- ~er ..Eendiakeit des kon sessi one l- starre Menschenmaffe in Bewegung und in dich- bracht werden, mit dem die Gemeindevertretung fiuL?;,e£es «ur unser Vaterland unter ten Strömen ging es allen Ausgängen zu. Wer Wiens nicht nur den Hinterbliebenen der Opfer I « rrrsiorenben^ Wirkungen des! in der nächsten Viertelstunde den Versuch

der Explosion in der ZecheLothringen" das ftlblt - » Kardinal Fischer sei machte, die Leipzigerstraße entlang nach Betteu-

--- - * sondern I kriph/J? ^lr?er Förderer des konfessionellen Hausen zu gehen, mußte bald seine Ohnmacht übermitteln seinen "ohne den das deutsche Volk einsehen. Es war vergeblich, gegen den Strom "her ein I Ringen j zu streben. Herrschte bei der in größter Ord­

nung abztehenden Menge zunächst das Gefühl der Enttäuschung vor, so entschwand die­ses bald und ein frischer, gesunder Humor griff Platz, der die sonderbarsten Ursachen für die verschobene Fahri aufs Tapet brachte. Noch

DJr »le offizielle B e?| bleibt uns aber die Hoffnung, daß in den nach- p z Tagung durch den Vorsitzen- sten Tagen schon die Fahrt nach Cassel flattftn- oen des Aachener Lokalkomitees und den Ver- den wird. . «ev«

tretet der Stadt erfolgen sollte. Der Saal und1 * 7

nl ??ren überfüllt. Die hohen geist-

boi> hat im Nachhall der Tragödie unserm Menschlichkeit - Empfinden tiefe $"- *->-» --«vul- . Wu-Nden geschlagen; die Hinterbliebnen der

SL 6tlfknt Eher: Mütter mit Dveihundertachttzig, deren Leden die Endmassen

wren mitbem an der Hand, Väter im grauen und Wasser von Radbod begruben, haben alle Gnerfe mft dem Stab in der zitternden Härten des Schicksals ansrosten müssen die

V«d und bttchende Jugend, gebeugt von der VerstSndnislostgkeit und Engherzigkeit verschul. äSa.r?' alt eines unfassbaren, grausigen! bet, und wenn e i n Lichtstrahl verDhuender Ge-

res n l^ien &:ben! . strophe zu verklaren vermag, so kann es nur die

.. Heldenvolk, das .auf der Gewißheit sein, daß im Trauevgefolge der Ende WvsffaLens in stetem Kampf mit Zob urtb ' " ' ' "

Verhängms dem Schicksal Dasein und Brot Geschlecht von Kämpfern, das in sichseWst erstarkt ift, das selten den Sonnen­schein reinen Glückes schaut und darum auch «m r instern Tag ohne Zittern entgegenäeht Wer am Sonntag-Nachmittag die Tausende von TwEid«: an den schlichten Särgen der von der Schicksalwucht eines Airgenblicks Vernix teten sah, wie sie still und ergeben, mannhaft uM stark durch die Reihen der Aufgebährten schnttep, erfüllt von dem einen Gedanken- Verhängnis Gemordeten

für ewig Abschied zu nehmen, der fühlte, wie wmztg und ärmlich alle Seelen-Aesthetik, aller Kultur-Ueberschwang «nd alles Hmnanität- Gedrohne eines ganzen Säkulnms diesem «inen, großen und erhabnen Empfinden ir

Der Weg vom Schauplatz des menfchen- mordenden Dramas zum Dorfe Gerthe ist nicht aber' sonst ber Friede seine statte hatte, wohnt nun Trauer, Schmerz bom ZEnrern. In einem Häuschen abseits eine Witwe mit vier Un- mundigen den Vater ihrer Kinder und die bei­den Eritgebornen, die gleich dem Vater der Kamps ums Dasein in die Grube trieb. Der Eine von Dreien, die morgens mit dem ist ihr geblieben; ein L-echzehufährtger, nun ber Ernährer von

SS. Geschwistern. In der ganzen Berg- aibeittr-Kolonie hat der Tod seine Opfer ge­fordert; vrerundsiebzig Witwen und Waisen wer- t>en heute Nachmittag am Massengrab der Ge- Mnen von Lothringen stehen, und wenn die schollen der Erde Weftfalens niederrollen auf das Holz der Särge, werden sie nicht nur die stummen Toten begraben, sondern mit ihnen jebertb-ige, Mckliche Hoffnung, Lebenssehnsucht mtt> Lebensgluck, die der todbringende Donner- tief im Schoß der Grube zusammen mit d«n Menlchen^vernichrei hat, die dieser Hoff- Berlin i->. Ananll

lich^Attteilnahme am^diS ^^rw2f°Imbekannte Berliner ReStsanwalt Paul!«th«^Dürdenttlä'ge'ir wurden besihrem Erschett im nins <! E.^r^ruf-iBrebereck, der auch polittsch stark herporge- ?it lebhaftem Beifall begrüßt. Ter Vor­treten ist, und seit ber letzten ReichstaaswaU ---

als konservativer Kandidat im Wahlkreise