Casseler Much Nachrichten
Caffeler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 208.
Fernsprecher 951 und 952.
Sonnabend, 10. August 1912
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
ten Bergleute zur Linderung der ersten Not
Hügel von einigen zwanzig Lei-
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Schönheit Vieses Ottes sie entzü-R habe. Sie hätten stiemals Vie Absicht gchahtz sich einer Zollkontrolle zu entziehen, mnisowewdger, als ihnen «bekannt sei, haß hiS vor kurzem alle Segeljachten aneirmmter KllitbS sich keinerlei Zollkontrolle zu unterwerfen hatten. Nur einer von ihnen besitze einen photographischen M>pa* rat, nämlich der Marinemaler Robinfohn, und dieser habe nur die Absicht gehabt, „einige Ausnahm en zu Machen, Vie er als R eise-
Untersuchung ergeben können. Auf die Frage, ob die bei dem Unglück getöteten Arbeiter sehr leiden mutzten, muß ich mit einem „Nein" antworten. Bei einer solch schweren Explosion tritt der Tod sofort ein, denn die Flamme verzehrt augenblicklich allen Sauerstoff in der Grube. Es ist ganz ausgeschlossen, daß von den tot auf«
Unser an die Stelle des Unglücks eutsand-! a n d e n k»n miinehmen wollte". Die Verstän- ter K. ^.-Mitarbeiter hatte heute früh I "MMg mit den deutschen Behörden in Eckern- eine längere Unterredung mit Oberbergrat! ^ärd-e sei ihnen deshalb so schwer geworden, Salomon über den Verlauf des Unglücks. nur Zwei Dutzend Worte der deutschen Der Oberbergrat erklärte Folgende«: Eine be- Sprache mächtig waren und die deutschen Bestimmte Antwort, wie das Unglück entstand,I ^rhert nicht englisch verstanden hätten. Ueber läßt sich naturgemäß noch nicht geben. In ^*e Untersuchungshaft führten sie keine Mage, „D vtl Jlulu, Fachkreisen werden die Meinungen noch wo-1 |-*e erklärten vielmehr, sie könnten „kein hartes Ein in Dek- chenlang geteilt sein. Zuerst war cs ja nur ein ber Kritik über die deutschen Behörden
chen, deren Bergung mit außerordentlich großen Schwierigkeiten verbunden war. Rach der Schilderung der Sanitätsmannschasten und
15 000 Mark. Wie die zu Tage zurückgckehrten Mannschaften der Rettungskolonne berichten, stehen große Strecken der dritten Sohle der
gerettet werden. Nach Angaben der Zechenverwaltung haben sich die meisten Bergleute noch rechtzeitig retten können.
gnfertloitiprdfe: DU fed)8gefpaUene gellt für einheimisch, G-schäst« 15 Pfg., für au», wärttg« Inserate 25 Pf., Reklame,eile für einheimische «eschüfte 40 Pf„ für auswärtige Geschäft« 60 Pf. Beilagen für die Sesamtauflage werden mit » Mark pra Lausend berechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung in der Residenz und der Umgebung sind die Lafleler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche» JnferttonSorgan. Seschüftssielle: kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt Morttzplatz 676.
gefundenen Bergleuten auch nur einer noch länger als einige Minuten nach der Katastrophe gelebt hat. In all dem schweren Unglück, das uns betroffen hat, ist dies ein, wenn auch sehr schwacher Trost.
Höhung gefunden: Bis heute mittag waren hundcrtneun Leichen zu Tage gefördert! Die Zahl der Verletzten schwankt zwischen siebzig und achtzig und acht Bergleute werden noch vermißt. Von dem Un-
Zeche Lothringen noch in Flammen, und es ist vorläufig so gut wie ausgeschlossen, an den Herd der Katastrophe heranzukommen. Die Mannschaften stießen unten auf einen
I allen Grund, sich bei uns für die Artigkeit, mfl der wir die Herren Macdonald, Robinson uni
I Comp. aus dem Kerker heraus heimwärts kom- I Plimentiert haben, zu bedanken.
Sie werden's vermutlich auch tun, denn die I Erfahrungen der Harmlosen von Eckernförde I weisen den Osntlomeu-Spionen vom Jenseits I des Kanals deutlich den Weg, auf dem im Land der Deutschen Spionage getrieben werden kann, ohne den Zorn der Gerechfigkeit her- auszufordern. Unser Spionagegesetz krankt (trotz des Flickwerks, das an ihm versucht worden) an mancherlei Mängeln; seine Maschen sind weit genug, um dem mit frommer Einfalt gepaarten Raffinement den Durchschlupf zu ge- statten, und während seine Strafbestimmungen twie der Fall der Posener Buchhalterin Else Pfitzner bewiesen hat) mitunter von erbar- mungloser Härte sind, ermangeln seine prozessualen Handhaben grade in den wichtigsten Punften der erforderlichen Schärfe. Es liegt beispielsweise nicht der winzigste Anlaß vor, daß wir Englands Spione auf deutscher Erde besser behandeln, als England es mit denjenigen Kundschaftern zu tun beliebt, die (tat- sächlich oder auch nur vermeintlich) seine Sicherheit bedrohen, und da die brifische Gerechtigkeit im Photographieren strategisch wichtiger Punkte ohne weiteres den Tatbestand vollendeter Spionage erblickt, sollten wir nicht minder resolut sein, und daSGleich« tun! Die Herren Macdonald, Robinson und Genossen werden daheim mit Helden- und Mär- tvrer-Ruhm nmkränzt werden, und ihr Lohn ist ein verdienter. Unser Sptonagegesetz aber sollte mit einem Trauerflor verdeckt werden, denn seine Unzulänglichkeit ist jetzt erwiesen! F.H.J
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den, daß sie sofort das Bewußtsein verloren haben müssen.
Die Ursache der Katastrophe.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Bochum, 9. August.
glück sind zumeist die Reviere der Steiger Kühn und Middelmann betroffen worden Middelmann ist tot, der andere Steiger konnte
nach dem Aussehen der Toten zu schließen, find die Getöteten entweder verbrannt und ganz bis zur Unkenntlichkeit entstellt, oder durch
Gerthe in Westfalen hatweitmehr Opfer gefordert, als nach den gestrigen ersten Meldungen an- znnchmen war: Bis heute früh waren hundertneun Leichen und neunumdsiebzig Verletzte geborgen; es heißt aber, daß sich in der Grube noch zahlreiche Tote und Ver- verletzte befinden, an die manI rechtzeitig retten können. In dem zu einem bisher nicht herangelangen konnte. Krankenlager hergerichteten Lanlpenboi^n find Die Rettungsarbeiten werden mit zahlreiche Sanitätsmannschaften um die Ber- Anfbietung aller Kräfte fortge- mundeten bemüht, von denen die meisten unter setzt, doch ist kaum noch Hoff- den giftigen Rauchschwaden gelitten nung vorhanden, irgend einen der haben. Die Ohnmächtigen werden mit Sanin der Grube Eingeschloffenen ertzoffapparaten behandelt. Die Toten und Verlebend zu Tage fördern zu können, letzte» sind furchtbar verstümmelt. Die Katastrophe erinnert in man- Von den Toten sind dreiundachtzig Family eher Beziehung au das furchtbare e n v ä t r r.
Hundertneun Todesopfer! (Privat-Telegram m.) Bochum, 9. August.
Die frttgelassenen Engländer erklärten iss einer Unterrsdung, sie seien selbst Eigentümer des SchiWeS, mit dem der Marinemaler Robinson schon weite Fahrten gemacht habe. ES habe sich bei ihrer Fahrt lediglich nm eine ge- möinsame Vergnügungsfahrt gehandelt, die durch den Kaiser.WilhÄms-Kanal um Magen nach England zurückführen sollte. Sie eMSrten ferner, sie seien nur deswegen in Borbh gellandet, well die landschaftlich«
Sie Fahrt der Harmlosen.
Die Spione von Eckernförde: Frei!
Wir berichteten schon tn unseren gestrigen Abenb-Depeschen nach einem Privat-Tele-
Die furchtbare Katastrophe aus der Zeche „Lothringen" bei
»Wie es kam...!"
(Privat-Telegramm.)
Kiel, 9. August.
Tmmeleinfturz in Hessen!
Der Eifenbahntunnel zwischen Oberrieder» I und Werleshausen in sich zusammengestfirzt.
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Eichenberg, 9. August. \
In der vergangenen Nacht, wahrscheinlich in der Zeit zwischen zwölf und vier Uhr, ist ein Teil des Eisenbahntunnels zwischen Oberrieden und Werleshausen, (Strecke Franksurt-Fulda-Götttngen) ganz nah, bei dem Orte Oberrieden eingestürzt. Die Einsturzstelle liegt an der linken Seite des Tunnels, sie ist mehrere Meter lang. Die Ursache der Einsturzkatastiophe dürfte in dem andauernd feuchten und regnerischen Wetter der letzten Tage, das das Erdreich gelob kert und gelöst hat, zu suchen fein. Als ein wahres Glück ist es zu bezeichnen, daß der Einsturz zu einer Zeit erfolgte, während der im Tunnel kein Verkehr herrschte; infolgedrs- sen sind auch Menschenleben bei dem Einsturj glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Der Tunnel ist vorläufig unpassierbar; der Verkehr wird durch Umsteigen aufrecht er. halten und muß zum Teil über Cassel ge- leftet werden. Ueber den Umfang des durch den Einsturz angerichteten Schadens läßt sich Bestimmtes noch nicht fcststcllen; bsch dürfte der ZüNdSl Ärmlich vNr ächtjich sein, da pyk-
Rettungsarbeiten auf der Zeche „Lothringen" find im Laufe des gestrigen ganzen Tages eifrig fortgesetzt worden. Die Liste der bei der KatastÄphe ums Leben gekommenen Bergleute hat inzwischen eine furchtbar. Er,
Der Kaiser au der Auglücksstatte.
Wie uns ein werteres Telegramm unsers Korrespondenten aus Bochum meldet, wird heute nachmittag um drei Uhr der Kaiser, von Villa Hügel kommend, der Un- glücksstätte «inen Besuch abstatten. Schon jetzt sind alle Straßen mit Hunderten von Menschen besetzt, die aus die Ankunft -des Kaisers warten. In der Begleitung des Kaisers werden sich der Reichskanzler mchrerr Minister hsfisihchn
DasLothringön-Drama
Bisher geborgen: Hundertneun Tote und neunundsiebenzig Verletzte; Einzelheiten über die Katastrophe; der Brand in der Grube dauert fort!
Sehr natürlich (erklärt Mister Macdo- /iner der beiden Rechtskundigen unter Gesellübaft^schland-Fabrern): Inmitten unsrer ^sand sich Mister Robinson, ci-LSnnemaIe1 bon Lottes Gnaden, dessen baS Kaiser Wilhelm-Kanal- rie schaute Wucht deutscher Kriegs- nfen Anlagen und der intime Reiz der nordi- kons Kustenlandschast fesselten. Mister Robin- fon§ farbenprunkender Pinsel sollte nach der Heimkehr all dieser Schönheit strotzende Fülle auf weißes Leinen zaubern und sie so für ewige "^^'bewundernden Britenauge Anschauung erhalten...! Man Ünk"e?^bebaupten, daß der Beweisführung und Entschuldung des englischen Zunftjuristen r^»b°uald auch nur bescheidne Ueberzeugungs" hi» dE wenn Mister Robinson
seine Kuntt^-!. deutschen Küstenland
unb £2? m y”fu?ien- dann gab es Mittel fChr™ ’ ? e tocnt8er gefahrvoll zum Ziel fuhren konnten, und die das immerhin nicht Abenteuer einer Verhaftung ÄS? hätten. Trotzdem ist man Sü?*r errgelveiinen Harmlosigkeit der ftms Schuldlosen offensichtlich überzeugt aewescn Verdacht ba^ch ^?^?rde unter schwerem I IiXr Eingekerkerten gestern mit höf
licher Entschuldigung aus der engen Zelle in Kan^»^b°theose werden wir bald übers Kanalgewasser zu uns herüberklingen hören!
Die plötzfiche Wendung in der eiaenarfirt«. wenLigerwelse einiges Befremden erreaen bietet ?war kemeHandhabe Won aus der Tatsache des Photogr a v b i e- rens strategisch wichter Punkte und Einrichtungen (Kaiser Wilhelm-Kanal Krieasbakm .MwaaÄ dacht des Splonagever,uchs herzuleiten aber angesichts der Tatsache, daß die fünf Harmlosen von Eckernförde ihre AufmerksaEit l7d i g - lr ch denjenigen Punkten zugewandt haben, die L^Kustenverteidigung in erster Linie inj ^tracht kommen, ferner mit Rücksicht darauf, Spionagegesetz im vorliegenden Falle schon in der Handlung des Püo- tograph.erens vollendete Spionage erblick: bE das Intermezzo von Eckemsorde eigenülch einen weniger über-1 laschenden Ausklang verdient. Im Bereich bri- «schen Rechts würde man mit fünf reisenden Deutschen, die einem marinemalenden Genossen zuliebe sich in den Sefahrenkreis des Spionageverdachts hineinwagten, sicherlich nicht viel Federlesen machen, und die Engländer haben allo 1
3m Schachtgebäude der Zeche ist man in fieberhafter Tätigkeit. Fm Lam- hpnImt<v Verbandssaal eingerichtet wor- tK' mter $a$en die von auswärts einaetrof- I 'cJ!en Rettungsmannschaften ihre Sauerstosf- apparate und ihr Verbandszeug niedergelegt QnnhbP^rf Beförderung der unglücklichen stehen bereit. Da schlägt die Schacht b^smal an- Hart und scharf ist der £”"8 Die Kundigen wissen, daß der Korb !--.w°aen kommt. Alles rennt. Ein in e.«-1 ,r>». »»»r v» ju nur ein i..........
I m ?°rper wird alsbald sichtbar. Hin- und Herrennen; es scheint aber die An-1 Es sprechen",
aus in die »a^t man ihn zur Tür hin- ächt an Boden zu gewinnen, daß es sich um die Die Ge^nkenübweiün w^L^°,T^enkammer. Entzündung e i n e r S ch l a g w e 1 t e r - die daheim vieöicht auf^hren EEre^Ätt e.rplosion durch einen Schutz handelt, der Die Männer, die gestern früh in das^ Dunkel hinterher eine schwere Kohlenstaubexplo- des Schachtes hinabfuhren, liegen nun teils f>on folgte. Ob das allerdings die wirk- kalt und starr auf der Totenbahre, teils mit l i ch e Ursache ist, wird erst die sehr eingehende tchweren Verletzungen in den Hallen des Kran- ^abauses Keiner hätte geglaubt, daß auf die- ler Musterzeche jemals em Massenunglück ein- treten konnte. Aber die Gewalten der Tiefe I un6ere<henbar. Auf den Zechentürmen von Lothringen werden nun die Flaggen Halbmast wehen. Die Trauer um die braven Knappen wird allgemein sein. So aber ist das Leben: Drüben im Essener Revier jubelt und jauchzt die Bevölkerung dem obersten Bergherrn zu, wahrend hier im Bochumer Bezirk der ? leinen Emzug gehalten hat. Finster und furchtbar gähnt das Grab der Tiefe, dem ein einziger verhängnisvoller Augenblick weit über hundert blühende Menschenleben opferte. Der T Ichreltet Über die Stätte des Grauens und die Gewalt des V er h än gnisses lastet wie ein Bann auf Aller Seelen » 1
Stamm au» Siel: $te Untersuchung gegen die der Spionage verdächtigen in Eckernförde per- hafteten fünf Engländer hat kein belastende» Ergebni» gezeitigt, sodaß am Tonnerrtag vor- rntttaa die Freilassung der fünf Berhafteten erfolgt ist. Immerhin wurde festgestellt, daß die Leute ein« große Anzahl von Aufnahmen des »aiset Wilhelm-Kanal» und auch verschie- dener Kriegkhäf en in ihrem Besitz hatten Nun foll der fchmerzvoll kreißende Berg wieder einmal ein winzig Mäuslein geboten haben? Vor ein paar Tagen vernahmen Wir, vom Gruseln derb gepackt, daß es dem Hellen Auge deutscher Küstenwacht gelungen sei, gleich ein ganzes Rudel gefährlicher Briten- Spione in der Bucht von Eckernförde zu erspähen, und daß der Arm strafender Gerechttg- keit sich bereits sühneheischend nach den Uebel- tätern recke. Fünf üsntlsmon-Spione' auf einmal: Rechtsanwälte, Ingenieure, Maler und Kaufleute! Das Trüpplein der Kundschafter wanderte unter sichrer Bedeckung von Eckern-! «a(t> ÄieI in Untersuchungshaft, unb die I Feststellungen tm Ermittlungverfahren schienen woraus zu bestätigen, was der Argwohn ahnte: Daß die Fünf, die von den Gestaden eincr 5» großer Fahrt gerustetcu Rächt den deutschen Küsten einen ... Besuch abzustatten gedachten.
I «eres Ziel im Auge hatten, als die ? Bewundrung unsrer Küstcnland-Reize.
den Verhafteten vollständige phowgraphtsche Aufnahmen des Kaiser-Wil- bnfTn Photographien deutscher Kriegs- dtt w^«^. und andre interessante Stücke, rl H""den eines Engländers ft? toC=it toirf,ti9er und wertvoller sind, als eines weniger teilnahmsvollen Be- wnndrers deutscher Küstenbefestigungskünfte (fta«cn wir) konzenttierten die fünf ^ugeland ihr sichtlich fein geschultes Interesse lediglich auf Küsten- stn I N°l- und Kriegshafen-Anlagen? ' '
RaLbod-Unglütt. Die Ursache ist b
«och immer nicht sicher aufgeklärt. ©tSltte bC8 TSZkS.
Unftr Bochumer L Mitarbei- (Privat-Telegramm.) ter, der sich gestern, gleich nach Bekanntwer- Bochum, 9. AuMt.
den der Unglücksnachricht an Ott und Stelle Die Zerstörung der Grube ist nur acrina
begab, entwirft von der Stätte des Todes sol- Auftfaa des Kaisers bew»t-
gende Schilderung: Ein feiner, vorübergehen- jJ? 1 *1^ “b6cnb
H>er Sprühregen riefelte vom Himmel Hernie- SYdow und der Ober
der, als ich dem Straßenbahnwagen in Ger- Präsident von Westfalen btt Unglücksstelle. Sie
I the entstieg. Mau merkte sosott, daß in die- begaben sich dirett zum Krankenhaus Berg- sem Ort etwas Schreckliches passiert sein mamtsheim, um den verwundeten Bergleuten mußte. Vor jedem Hause und auf der Straße die Teilnahme de« Kaisers zum Ausdruck zu bÄU'AE" und Kindern, bringen. Der Kaiser ftiftete für die vernnglück- oarunter auch einzelne Männere, zusammen,1 ■ ™ - -• •
bte sich eifrig unterhielten. Vor dem Haupteingang der Zeche aber staute sich eine gewaltige
I Menschenmenge. Ein jeder wollie Näheres über das Unglück erfahren. Vor allem waren es Angehörige von Grubenarbeitern, die
I u b?n bei Explosion betroffenen Stelle ge- arbeitet hatten. Laut jammerten unb weinten erwarteten sehnsüchtig Nachricht. Vor dem Haupteingang der Zeche hatte man ein dickes Seil gespannt, hinter dem Ge »da r m e n und Polizeirnann- I ch a s t e n eine Sperrkette bildeten. An iebem iore waren einige Arbeiter postiett, die zu öss- zu schließen hatten, denn unaufhörlich rollten Wagen und Automobile heran. ... Die
J3« ^bereitmiaigft Auskunft. I #:s zur uniennuiajitir entfielt:, oder durch der ^echenhof. Das Geräusch den Luftdruck gegen Kohlen- ober Holzverscha-
Vor dem Lampengebäude halten die Kran- , a gen, die auf die Ueberfübruna der Cr e^ten<Yn^eUfe itl bas Bergmanns- rre«- Mehrere Bergleute mit leichtverbundenen Kopsen gehen an uns vorüber