Casseler Ruche Nachrichten
Casseler Abendzeitung
Hessische Abendzeitung
Nummer 199
Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, 31. Juli 1912
2. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
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Mutsuhito von Jovan t.
5>er Tod des Kaisers vv» Japan; Muts«» hito von Japan r Das Porträt eines Fürsten.
Wie wir bereits in unfern Morgende- peschen gemeldet haben, ist Kaiser Mutsuhito von Japan gestern mittag um 12 Uhr 43 Minuten mitteleuropäischer Zeit gestorben, nachdem er schon lange bewußtlos • gewesen war. Ueber die letzten Stunden des Kaisers werden folgende Einzelheiten bekannt: Der Tod kam nicht überraschend, da man nach dem ganzen Verlauf der Krankheit auf dieses Ende gefaßt war, trotz der leichten Besserung, die zu Beginn der letzten Woche in dem Befinden des Monarchen eingetreten war. Gestern trat eine Wendung zum Schlimmern ein und um neun Uhr vormittags wurde bekannt gegeben, daß die Auflösung des Kaisers unmittelbar bevorstehe. Spätere Bulletins sprachen von Lähmungserscheinungen der Glieder unk dem Eintritt der Agonie. Eine folgende Nachricht meldete, daß bereits die Todes- starre beim Kaiser eingetreten sei. Um 12.43 Uhr verschied dann Kaiser Mutsuhito am Herzschlag, ohne das Be- wußtsein wiedererlangt zu haben. Sämtliche Familien-Mitglieder waren am Sterbebett versammelt. Ein Sechzigjäbriger, umkränzt mit dem Lorbeer weltgeschichtlichen Heldentums, ist Mutsuhito von Japan nun heimgellangen: Der hundertzweiundzwanzigste Kaiser Japans, der vierundzwanzig Jahre lang, hinter der Wolke göttlichen Nimbus verborgen, Japans Aufstieg zur Weltmacht als Träger des Herrschaftgedankens geleitete. Wir lasen im diesen Tagen, die aus dem Jemen Osten die Kunde vom nahen Ende des Mikado zum Westen trugen, wundersame Märchen über den Mann, der gestern in der Mittagstunde seine Augen zum ew'gen Schlaf geschloffen: Hörten den Tenno Mutsuhito den „größten Kaiser Japans", den „Schöpfer der Weltmacht Nippons" und den „Begründer des modemen Japan" nennen, und erinnerten uns dunkel, daß dieser Mann, der die Welt des Erdostens unter den Druck seiner kleinen gelben Hand gebannt haben sollte, einst im Kriegslärm der gel- ben Nationen (als Nippon den ungeheuren Drachen des Reichs der Mitte in den Sand streckte) an seine auf der Erde Chinas kämpfen- den Truppen die väterliche Mahnung richtete, den Stürmen des Winters durch warme Unterkleider zu trotzen. Damals, als Japan den ersten Schritt auf dem Weg zur Großmacht- Herrschaft untemahm, als unterm Himmel der gemäßigten Kulturzone noch kein Sehender die gährende Kraft und Leidenschaft japanischer Volkbeit ahnte, lächelte man über die harmlosväterliche Sorge deS „Mikado", dessen Ruhm am hellsten auf Bühnenbrettern strahlte: Heut nennt man den toten Kaiser den Helden des Jemen OstenS, den Erzeuger japanischer Kraft, und sein Tod durchzittert als Trauerbotschaft die Saiten der öffentlichen Meinung einer ganzen Welt.
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Unsre Kenntnis japanischer Geschichte gründet sich auf Ereignisse neuern Datums; was vor der ersten Regung japanischen Machtanspruchs im Ringen mit China geschah, ist uns- rem Blick nur in den Umrissen erkennbar, und der grelle Kontrast zwischen dem Einst und Jetzt, der schroffe, unvermittelte Uebergang vom Japan des neunzehnten Jahrhunderts zur I Großmacht des zwanzigstm SäkulumS hat uns die Uebergänge, die Ursachen und Wirkungen des Aufstiegs NipponS nur in flüchtigen Linien I offenbart. Als Mutsuhito im Jahre 1867 seinem Vater Somei in der Herrschaft folgte, befand sich Japan in der Endperiod^ schwerer innrer Kämpfe; der Kaiser verschwand als Schattenbild hinter der Kriegergewalt des Shogun, dessen Macht als Oberfeldberr der Armee Jahrhunderte hindurch die Schicksale des Reichs bestimmt batte. Bereits in ben Endtagen der Lkogun-Herrschaft keimte in Ja. Pan die neue Zeit mit ihrer nach westlicher Kultur und westlichem Machtsystem strebenden Tendenz auf, gefördert von den Shogunen, bekämpft von den Nationalisten, die in der Abkehr von den in Jahrtausenden bewährten östlichen Traditionen das Verhängnis des Vaterlands witterten. - Der Kampf zwischen der alten und der neuen Zeit wurde gleichzeitig zum Ringen zwischen Kaisertum und Shogunat. Von der starken ReattionSwelle, die die Reste der Periode fremdenfreundlicher Entwicklung hinweg- Idülte, wurde das Kaisertum als der Hort nationalistischer Tradition zur Höhe alleiniger Herrschaft getragen und Mutfuhito (damals I
ein Neunzehnjähriger) stieg aus dem Schatten empor zum Licht.
Man stand am Wendepunkt des Japaner- Schickfals: Die natürliche Kraft des Volks, befruchtet durch die fortschrittlichen Ideen der Liroguuat-Herrschaft, drängte nach Taten, nach Entwicklung, nach Macht; der siegreiche Kamp gegen den Koloß chinesischer Unbeweglichkeit eröffnete neue Perspektiven, und der Umwandlungsprozeß aus dem Nippon der Vergangenheit zum Japan der Zukunft vollzog sich mit beängstigender Schnelle. Das Feudal-System fiel, das Reich starrer Traditionen erhielt eine (nach dem Plan des preußischen Staatsgrundgesetzes geformte) Verfassung, die Küsten wurden dem internationalen Handelsverkehr erschlossen und die Kultur des Westens hielt siegreich ihren Einzug in ein Land, das wenige Jahrzehnte vorher dem Haß wider diese Kultur ein in Jahrhunderten bewährtes Herrschaft- System geopfert hatte! Dem Krieg mit China folgte der Kamps mit Rußland, der Japans militärisches Prestige mit einem Schlage verhundertfachte, der Neu-Erwerb ausgedehnter Gebiete und die Befestigung japanischen Einflusses im Rat der Völker: Japan war Groß- I m a ch t, hatte in zwei Jahrzehnten eine Entwicklung durchlaufen, die in der Geschichte fast ohne Beispiel ist. und das Gespenst der „Gelben | Gefahr" in sichtbarste Wirklichkeit gewandelt. Aber nicht die Kraft des einen Mannes hat dies Riesenwerk vollendet, nicht die Schöpferidee eines Fürsten, der seinem Volk immer mehr Gott als Kaiser gewesen, sondern die Fruchtbarkeit eines Nationalgedankens, der, einmal erwacht, die ganze Kraft eines vom Barbarentum sich abkehrenden Volks in sich aufsog und Werke schuf, deren Größe zur Bewunderung zwingt. Mutsuhiw, brr nun ins Sonnenland emgegangen, war in seines Löbens Tagen ein stiller, allen Machtgestikulationen abgewandter Mann, und vielleicht ist sein Verdienst. das den Ruhm des „größten Kaisers des Ostens" nie für sich beansprucht, grade darin zu erblicken, daß er seines Landes Schicksal als gekrönter Zuschauer teilnachms- und liebevoll verfolgte, ohne mit harter Hand gewalttätig in die Entwicklüng einzugreifen!
F. H.
MutsiMos letzte Stunden.
(P r i v a t - T e 1 e g r a m m.)
Tokio, 30. Juli.
Nach den letzten Nachrichten über das Befinden des Kaifers machte der Kräfteverfall rapide Fortfchritte. Einzelne Körperteile des sterbenden Kaifers sollen schon Stunden oqt dem Tode erstarrt gewesen fein. De« Mikado verfiel vorgestern abend in vollständige Bewußtlofigkett. Der Thronfolger, die gesamte kaiserliche Familie, die in Tokio anwesenden Prinzen und Prinzessinnen sowie die I Minister und höchsten Würdenträger weilten im Palast. Die Aerzte machten dem Sterbenden von Zeit zu Zeit Kampferinjektionen, um das entflieherwe Leben aufzuhalten, doch waren diese nur noch von geringer Wirkung. Das Bewußtsein kehrte zwar verschiedentlich zurück, | doch vermochte der Kaiser niemanden zu erkennen. Er sprach im Fieberwahn von den Vorgängen im ruffisch-japanischen Krieg. Der Kaiser bäumte sich noch einmal auf, um dann zurückzusinken und wenige Sekunden später war alles vorüber. Der Kronprinz warf sich lautweinendüberdentoten Vater. Die Nachricht von dem Ableben des Mikado verbreitete sich mit außerordentlicher Schnelligkeit durch die Stadt. Die Theater, die sonst die ganze Nacht durchzuspielen gewohnt sind, und die Bergnügungsviertel schlossen sofort Ujte Dore. In allen Tempeln finden Gottesdienste statt, um für den zu den Göttern auf- geftiegenen Geist des Mikado zu beten. Gestern nachmittag wurde noch ein Fa - milienrat abgehalten, dem auch der Ministerpräsident beiwohntt. Hieran schloß sich eine Zufarnmenkunft der Mttglieder des Kabinetts und des Familienrates, die sich nachein- anber nach dem Kaiferhofe begaben, um die durch den Tod des Kaisers geschaffene Lage zu beraten. Der Kronprinz hat den Thron seines verstorbenen Vaters gestern bestiegen.
Haruuomija, der neue Kaiser.
Hamnomija, JoShihito, der numneihrige Kaiser von Japan, ist am einunddreißigsten August 1879 -al? Sohn des nun verstorbenen Kaisers Mulsuchito geboren. Er entstammt der Verbindung seines Vaters mit einer N ehen- frau, der Hofdame, Jauag-vwara Sawarabj, da die Ebe bei Kaisers mn Haruko, der Toch
ter eines Adeligen, finderlos blieb. Haruno- mija wurde am dritten November 1889 zum Kronprinzen und Thronfolger ernannt. Seit dem zehnten Maii 1900 ist er mit der Prinzessin Sada-Fudschiwara vermählt.
Naffenkampfe in Amerika.
Zweiundzwanzig Opfer der Lynchjustiz.
Depeschen aus New York zufolge kam es gestern in der Stadt R o m e im Staate Georgia zu einem blutigen Zusammen st o ff zwischen Weißen und Schwarzen. Sieben Neger wurden getötet, elf Neger und vier Weiße schwer verwundet. Etwa hundert Neger hatten zu den Waffen gegriffen. Die Weißen stürmten ein Bahnwärterhaus, in dem sich die Neger verschanzt hatten. Zwei Neger wurden auf das Bahngleis gebunden und ein Erpreßzng fuhr über sie hinweg. Neuere Depeschen berichten folgende Einzelheiten:
Newyork, 30. Juli.
(Privat-Telegram m.)
Die Stadt Rome im Staate Georgia war gestern der Schauplatz eines furchtbaren Kampfes zwischen Negern und Weißen. Ein vaga- bundierender Neger hatte eine weiße Frau mit unsittlichen Anträgen belästigt. Als sich mehrere Weiße näherten, ergriff er die Flucht. Sofort machte sich eine bewaffnete Abteilung Wei- ßer auf den Weg. um den Neger zu ergreifen. Den Bluthunden der Weißen gelang es auch bald, in einem Gebüsch zwei Neger aufzu- inden, die sich bei der Annäherung der Weißen zur Wehr setzten. Sie wurden aber bald überwältigt und auf die schrecklichste Art und Weise gelyncht. Die Unglücklichen wurden lebendig auf die Schienen einer in der Nähe befindlichen Eisenbahnstrecke gelegt und dort estgebunden. Bald darauf brauste ein Expreß z u g heran, der die beiden Neger vollkommen zermalmte. Damit war der allgemeine Rassenkampf entflammt. Die Neger rotteten sich zur Verteidigung zusammen, und es kam zu einem regelrechten Gefecht, wobei über zwanzig Weiße und noch mehr Neger schwere Verletzungen erlitten. Einer Gruppe von fünf Negern, die einer überlegenen Truppe Weißer in die Hände gefallen war, «gürg^eLche- sonders schlecht. Die fünf Neger wurden aus- gezogen und dann zu Tode gepeitscht. Die Miliz ist aufgeboten worden, um weitere Greueltaten zu verhüten.
Tausend Lpfer eines Erdbebens!
. Depeschen aus Lima berichten furchtbare Einzelheiten über das s ch w e r e E r d b e b e n, dos in der vorigen Woche (wie wir berichteten) das Küstengebiet des Sttllen Ozeans heimsuchte. Zehn heftige Erdstöße haben int ganzen stattgefunden, deren Zentrum die Stadt P i u a r war. Diese Stadt, ein Ort von zwölftausend Einwohnern, bildet nur noch einen einzigen Trümmerhaufen. Achtzig Leichen sind bis jetzt geborgen worden. Vierhundert Menschen werden noch vermißt, und man befürchttt, daß sie sämtlich bei der Katastrophe umgekommen sind. Außer der Stadt Piuar sind auch mehrere andere kleinere Orte in der Umgebung schwer heimgesucht worden, sodaß die Zahl der Menschenopfer auf mindestens tausend beziffert wird.
Ne Zigeuner aus der Rhön.
Ebender imb sein Verräter Wagner.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Fulda, 30. Juli.
Heute vormittag stellte sich auf dem hiesigen Amtsgericht ein Zigeuner namens Wag - n e r aus dem Braunschweigischen ein und verengte die auf die Ergreifung der Brüder Ebender ausgesetzte Belohnung von dreitausend Mark. Es wurde ihm jedoch bedeutet, daß er nur auf eine Belohnung von tausend Mark Anspruch erheben könne, da auf seine Veranlassung ja nur einer der Gesuchten verhaftet werden konnte. Die Auszahlung dieser tausend Mark könne aber aus dem Grunde vorerst nicht erfolgen, weil der zuständige Untersuchungsrichter D i e h l s zurzeit in Urlaub sei. Der Zigeuner machte dann Ansprüche auf eine Reise- entschädigung, die man mit der Begründung zurückwies, daß ihn das Gericht ja nicht aufgefordert habe, nach Fulda zu kommen. Wagner mußte also unverrichteter Sache zurückkehren. Als er gegen einhalbelf Uhr auf dem hie- taen Bahnhof sich ein Billett nach Göttingen loste, wurde der Bahnhofsvorsteher auf ihn aufmerksam und benachrichtigte (da von der Anwesenheit eines jeden verdächtig aussehenden Zigeuners den Behörden Mitteilung gemacht werden soll) die Polizei. Bald erschienen auch zwei Schutzleute. Inzwischen war aber der Zug mit Wagner
bereits nach Bebra abgedampft, und man begnügte sich nun damit, die Behörden der verschiedenen Stationen telephonisch zu benachrichtigen. Ernst Ebender soll übtt- aon» versucht haben, die ganze Schuld auf sei-
nen jüngeren Bruder Wilhelm abzuschieben; er selbst habe überhaupt nicht geschossen. Diese Aussage deckt sich auch mit den Angaben, die die früher verhafteten Frauen der Ebender und die Mutter Ebenders gemacht haben. Bekanntlich haben die Genannten behauptet, daß Wilhelm Ebender im Walde auf den Förster geschossen hat, er soll sogar noch einen Schuß auf ihn abgegeben haben, als Romanns bereits am Bo- den lag. Die Behörden sind der Ansicht, daß sich auch die beiden anderen Brüder Ebender, Wilhelm und Hermann, noch im Braunschweigischen aufhalten; der Verhaftete behauptet allerdings, ihren Aufenthaltsort nicht zu kennen. Inzwischen werden die Nachforschungen nach den beiden andern Ebenders mit allem Nachdruck fortgesetzt, und es besteht die Absicht, besonders das braunschweigische Gebiet überall nach Zigeunern absuchen zu lassen.
Fliegerschuleffassel Wolda«. eine Caffelanerin als Schülerin; militäri. cher Besuch; Abclmanns Grade Eindecker.
Die Vorarbeiten für die Errichtung einer Caffeler Fliegerschule auf dem Exer- zierplatz Waldau bei Cassel durch den Gradeflieger Karl Abelmann sind nun soweit gefördert, daß voraussichtlich am fünfzehnten August die Fliegerschule eröffnet werden kann. Wie wir hören, hat sich bereits ein Herr als Flugzeugschüler gemeldet, ebenso hat sich eine D a m e zur Teilnahme am ersten Fliegerkursus verpflichtet. Es handelt sich um eine junge Casselanerin, die Tochter eines hiesigen Handwerksmeisters. Daß sich das Interesse an der Casseler Fliegerschule belebt, geht aus verschiedenen Anfragen über die Bedingungen für Erlernung des Fliegens hervor. Es steht demnach zu erwarten, daß das Unternehmen, das für Cassel von größter Beden- iung ist, zur sicheren Durchftihrung kommt. Die letzte Zeit über haben allabendlich auf dem Forste Flugvorführungest stattgefunden, die stets eine große Zuschauermenge nach dem Forst, locken. Erfreulicherweise hat die Polizei seit einigen Tagen jeden Abend Schutzleute zur Aufrechterhaltung der Ordnung auf den Flug- platz abkommandiert. Damit ist dem Flieger ein großer Dienst erwiesen worden. Gestern abend hatte die Halle auf dem Forst zum ersten Male militärischen Besuch aufzuweifen. Major von Duisburg aus Eisenach besichtigte eingehend den Fliegerschuppen, seine Ein- richwng u. die beiden Gradeeindecker A und B. Dann wohnte Major von Duisburg einem
Aufstieg des Fliegers
bei. Abelmann erhob sich nach einem schönen Statt in eine Höhe von ca. hundertfünfzig Meter il umkreiste trotz böiger Abendwinde in weitem Bogen den Forst. Mehrmals passierte der Flieger die Halle und grüßte von feiner stolzen Höhe herab die Zuschauer, die in lautes Bravo ausbrachen und den Gruß des Fliegers mit Tücher- und Hüteschwenken erwiderten. Nach • etwa dreizehn Minuten währender Fahtt ging Karl Abelmann im G l e i t f l u g vor der Halle nieder, wo er die Glückwünsche des Majors von Duisburg empfing. Schon während des Fluges batte der Offizier die Stabilität und das tadellose Funktionieren des zierlichen Apparats bewundert und sich wiederholt anerkennend über die Rübe und Sicherheit ausge- prochen, mit der Karl Abelmann fein Flugzeug steuerte. „Ich bin begeistert (äußerte Masor von Duisburg zu der Flugschülerin Abelmanns) und begreife es vollkommen, daß Sie sich dem febenen Spott der Aviatik widmen wollen!" Außer dieser jungen Dame ließ sich Major von Duisburg auch dem Beistand des Fliegers, Privatmann Schild, vorstellen und batte eine längere Unterredung mit tbm. Die zweite Maschine des FttegerS. der größere B- Apparat, ist wieder aufmontiert und wird in wenigen Tagen flugbereit fein, sodaß die Fliegerschule Cassel schon jetzt über zwei Avparate verfügt. Der B-Apparat soll vornehmlich als Schulflugzeug dienen. In den nächsten Tagen werden voraussichtlich weitere Probeflüge ftattfinben.
llnfre amerikanischen GM.
Besuch der deutsch - amerikanischen Lehrer und Lehrerinnen in der Residenzstadt Cassel
Etwa vierhundert Vertreter deS „Deuts ch- amert konischen Lehrerbundes", Lehrer und Lehrerinnen, werden in diesen Ta. gen innerhalb Cassels Mauern weilen. ES handelt sich um eine Auslandreise größten Stils. Ehrenpräsident des Unternehmens ist der deutsche Botschafter, Graf Bernstorff; unter den Reffeausschuß-Mitgliedern finden sich unter andern die früheren amerikanischen Botschafter in Berlin, Hill und White, der Präsident der Kolumbia-Universität, Dr. Butler in Newyork, der Präsident of the City Newyork, Dr. Finley und der Bruder des Präsidenten der Vereinigten Staaten, Charles P. Ta ft in Cincinnati. Am dreizehnten Juli landete die Reisegesellschaft nach glücklicher rablt auf dem Llovddampfer „Großer Kur- furft" in Bremerhaven, um von Bremen aus zwanzig Liädte Deutschlands zu besuchen über.-'' von Behörden. Lebrervereine« und fo