Caffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 1S1
Sonntag, 21. Juli 1912
Fernsprecher 951 und 952.
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2. Jahrgang.
tot Programm.
Oberbürgermeister Dr. Scholz' allgemeine Richtlinien der Caffeler Kommnnal-Politik.
Aks man in der vorbereitenden Kommission für die Neuwahl des Caffeler Oberbürgermeisters aus der Schar der Bewerber den Düsseldorfer Beigeordneten Dr. Scholz als den Berufensten auswählte, bestimmte den Willen der Prüfenden die Erkenntnis, daß es notwendig sei, an die Spitze der Caffeler Kom- munalvekwaltung einen Mann zu berufen, dessen Persönlichkeit und Leistungvermögen die Erstrebung eines kräftigen Fortschritts auf dem weiten Felde vaterstädtischer Verwalt tungsarbeit gewährleiste. Es ist schon früher an dieser S elle darauf hingewiesen' worden, daß die Entwicklung unsrer kommunalen Politik mit der stark über die Enge früherer Ver- hältniffe hinausdrängenden Ausdehnung des städtischen Gemeinwesens nicht gleichen Schritt gehalten hat, daß Manches versäumt und Anderes nicht s o gefördert worden ist, wie die Rücksichtnahme auf die mählich ins Großstadlkleid hineinwachsende Kommune es wünschenswert erscheinen la ff en mußte. Der neue Leiter der städtifchen Verwaltung durfte also nicht nur bewährter Kommunalpolitiker: Er mußte in gewissem Sinne auch Reformator, Bahnbrecher und Pionier einer neuen Entwicklung sein, befähigt und entschlossen, sich für den Fortschritt auf der Grundlage anerkannter Notwendigkeiten mannhaft einzusetzen. Wenn man die Rede des neuen Oberbürgermeisters am Tag seiner Amteinführung als kommunalpoliitsches und kommunalwirtschaftliches Bekenntnis eines mit verantwortungsvoller Aufgabe Bedachten zu deuten hat, dürfen wir hoffen, daß Herr Dr. Scholz das gleiche Ziel erstrebt, das uns Allen als
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Der neue Oberbürgermeister hat sich mit schätzenswerter Entschiedenheit gegen den Bureaukratismus in der Stadtverwaltung ausgesprochen, gegen jenen Schema-Geist, der die Welt nur in beschwäüzten und ver- staubten Aktendeckeln sich vorzustellen vermag, und der vom Leben nur grade soviel ahnt, als zwischen Streusandbüchse und Tintenfaß erkennbar wird. Oberbürgermeister Dr. Scholz fordert „modernen Geist und kauf
etwas zu tun auffparte. Die „Freude des Bürgers an feiner Stadt" ist auf diese Weise weder geweckt, noch gehoben, noch gefördert worden; im Gegenteil: Es ist eine Unzufriedenheit entstanden, deren Berechtigung nicht ohne weiteres bestritten werden kann, und man hat deshalb auch grade das Wort des neuen Oberbürgermeisters von der Wichtigkeit der „Freude des Bürgers an seiner Stadt" mit aufrichtiger Genugtuung vernommen.
Als dritter Grundgedanke im Programm des neuen Magistratschefs ist die Frage der „Industrialisierung" Cassels, die „Heranziehung leistungsfähiger Industrie zur Hebung der Steuerkraft und zur Bereitstellung von Arbeitsgelegenheit" zu werten. Auch hier handelns sich um ein Gebot zwingender Notwendigkeit, das zwar früher schon erkannt worden ist, dessen Erfüllung indessen bisher nicht diejenige Tatkraft zugewandt wurde, die die Bedeutung der Frage erfordert. Der Gedanke, den „Zauber der Residenz" im „Qualm der Schlote" untergehen zu lassen (obwohl die zauberhafteste Stadt ohne Steuerkraft und ohne Arbeitsgelegenheit alles andre sein kann: Rur kein kommunales Paradies'ft scheint in Cassel immer noch manchen Ueber- ängftlichen peinlich zu sein, und darauf ist es Wohl auch zurückzuführen, daß wir der Industrie bisher nicht nur nicht den Weg nach Cassel gewiesenf sondern ihn in der Praxis indirekt gewissermaßen gesperrt haben. Auch Das mag schließlich Kommunalpolitik sein: Weit- bl i ck e n d e Kommunalpolitik aber ist's nicht, und wenn der neue Oberbürgermeister (den der Ruf eines tatkräftigen und umsichtigen kommu. nalcn Finanzwirtschaftlers hierher geleitet) die städtische Finanzgebarung auf natürlicher Grundlage festigen und organisch ausbauen will, wird die Industrialisierung EassÄs utrt der ooatAeu Ersehic.pung Se*- ^vo-sti-) die wichtigste Aufgabe der nächsten Zukunft sein müssen. Die „Romantik" der stillen Residenz ist nun einmal dahin, und wir wollen ihr nicht nachtrauern, sondern die Ziele der Entwicklung Cassels auf höheren Zinnen suchen. Das Programm des neuen Oberbürgermeisters ist das Bekenntnis zur modernen Groß- stad tpolitik, und es wird Zeit, daran zu erinnern, daß Cassel mittlerweile Großstadt g e w o r d e n ist! F. H.
münnisches Geschäftsgeb ahren", und er beweist damit, daß er die Schwächen des herrschenden Systems erkannt hat und entschlossen ist, der neuen Zeit zu geben, was ihr gebührt. Der Bürger soll gern und freudig zum Rathaus gehen, von dem Bewußtsein erfüllt, ein Glied in der großen bllrgerschaftlichen Kette zu fein, berufen und berechtigt, zu seinem Teil mitzuarbeiten am Wohl der Gesamtheit. Tas Bekenntnis zum rstodernen Geist und zum kaufmännischen Geschäftsgebahren in der Kommunalverwaltung charakterisiert den neuen Oberbürgermeister als einen Mann der neuen Zeit, der die Forderungen kultureller Entwicklung auch tat Amtsbetrieb erkannt hat und ihnen verständig Rechnung zu tragen sucht. Frankfurt, Wiesbaden und Düsseldorf sind eine gute Schule für moderne Kommunal- praktiker, der Geist des zwanzigsten Jahrhunderts, der den Götzen Bureaukratius ent- chronte, hat dort seine älteste Heimstatt, und wenn auch wir nun dieses Geists teilhaftig werden, kamrs der Entwicklung Eaflels und fe uer städtichen Verwaltung nur frommen.
Ein ferneres Ziel ernster Arbeit tat neuen W.Nunglrejs erblickt Herr Dr. Scholz in der Weckung, Hebung und Forderung der -Freude des Bürgers an seiner Stad t". Der Bürger soll der Wohlaten einer weitblickenden, klugen und tatkräftigen Kommunalpolitik teilhaft werden, die ihre vornehmste Ausgabe darin erblickt, Cassels na- tarliche Entwicklung zur Großstadt zu fördern, den Ueöergang vom mittelstädtifchen (gemein- w/'en zur großstädtisch gegliederten Kommune oone schädliche Erschütterungen des Bestehenden in die Wege zu leiten und für die in der Zukunft harrenden Aufgaben wirtschaftliche Kräfte zu sammeln. Hier ist das Feld, aus dem Tatkraft und Erfahrung segensreiche Arbeit zu leisten vermögen: Cassel ist in seiner Entwicklung als Stadt einseitig geblieben, wichtige Lürfgaben der neuen Zeit begegneten mangelndem Interesse und die kommunale Po- lftik entbehrte des Jdeenschwungs und der Bückweite. Wir haben in kommunalpoliftschen Dingen in den letzten Jahrzehnten in aller -äorm „von der Hand in den Mund gelebt", w.ren stolz auf die „Stabilität unsrer Finan- zen^und ließen uns daran genügen, wenn das Werk des DiensraLs auch für den Mittwoch noch
Sie Torpedoboot-Katastrophe.
Drei Mann der Besatzung verunglückt!
Wie die Casseler Neuesten Nachrichten bereits gestern in den Nachmittagsstunden durch Extrablatt meldeten, hat sich in der Nacht zum Freitag bei der Nachtübung der Flotte vor Rügen ein schweres Unglück ereignet. Das Torpedoboot „Gr 110" kam beim Nachtangriff vor den Bug der „Hessen" und wurde in der Höhe des hinteren Turmes gerammt. Leider sind bei diesem Unglücksfall drei Mann der Bootsbesatzung ums Leben gekommen. Es sind dies der verheiratete Maschinist Schattfchneider, dessen Frau in Rüstringen bei Wilhelmshaven wohnt, der Matrose Bo esch en aus Ueber- städt bei Geestemünde und der Heizer Pfeiffer aus Jena. Das Boot wurde nach Kiel geschleppt. Ueber die Katastrophe werden uns folgend« Einzelheiten berichtet:
Kiel, 20. Juli.
(Privat-Telegramm.)
Die Kieler Torpedobootsflottille war in der Nackt zum Freftag zu einer U e b u n g 8 f a h r 1 in die Ostsee gefahren. Auf der A3fce von Rügen traf die Torpedoboots-Flottille mit der Hochseeflotte zusammen. Während der dunklen Nacht operierten beide Flotten mit geblendeten Lichtern, so daß sie sich erst zu sehen bekamen, als sie nur noch kurz von einander entfernt waren. Das Torpedoboot „G. 110" wurde von dem Linienschiffe „Hessen" gerammt, und zwar derart, daß es zu sinken drohte. Dabei wurden drei Matrosen derart schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit verstarben. Tie Leichen der bei dem Zusammenstoß verunglückten drei Seelen e trafen gestern abend auf dem Torpedoboot „G 112" im Kieler Hafen ein. Im Hafen gingen die Flaggen auf Halbmast. Eine Stunde später lies auch das schwer havarierte Torpedoboot „G 110", geschleppt und über Wasser gehalten von drei Torpedobooten, im Hafen ein. Tas Achterschiff lag bis zum hinteren Turm unter Wasser, die Signalmasten fehlten vollständig.
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Die Ursache der Katastrophe.
Wie uns ein weiteres Privat-Tele- gramm aus Kiel berichtet, haben neuere Feststellungen ergeben, daß der Unfall des Torpedobootes „G HO“ aus irrtümliche Maßnahmen hinsichtlich der Abblendung
der Torpedoboot-Flottille zurückzuführen ist. Eine Untersuchung nach dieser Richtung hin ist bereits eingeleitet, um festzustellcn, wie es möglich war, daß die Torpedoboot-Flottille wäh- rnd der Nacht mit abgeblendeten Lichtern in Gewässern manövrieren konnte,- die im Uebungsbereich der Hochseeflotte lagen.
Der Wirrwarr unterm Halbmond.
Dardanelienbombardement: Ministerkrise.
Die Situation in der Türkei hat seit gestern, dem Tag des abermaligen Kanonendonners in den Dardanellen, keinerlei Veränderung erfahren: Die Frage der Kabinettsbildung befindet sich (im Gegensatz zu den gestrigen Meldungen) noch immer in der Schwebe und die Kriegsgefahr hat sich nicht vermindert. Man gewinnt aus der Menge widersprechender und gegenseitig sich berichtigender Meldungen den Eindruck, daß die Lage im Innern sowohl wie hinsichtlich des Kriegs völlig verworren ist und ein Ende der Schwierigkeiten sich noch nicht absehen läßt. Charak eristisch für die aualenblickliche Verwirrung ist folgende, uns aus London zugehende Meldung:
London, 20. Juli.
(Privat-Telegramm.)
Die Meldung aus Konstantinopel, wonach der hiesige türkische Botschafter, Tewfi? Pascha, die Mission einer Neubildung des Kabinetts angenommen habe, ist als verfrüht zu bezeichnen. Der Botschafter wird nu r unter be stimmten Bedingung en dieses Amt akzeptieren. Bis in die gestrigen späten Abendstunden hatte er auf seine Forderung noch keine Antwort aus Konstantinopel erhalten. In London werden die Vorgänge in Konstantinopel mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Man würde sich glücklich schätzen, wenn sich der Botschafter entschließen würde, das Großwesirat anzunehmen, da man stt ihm den Mann sieht, der berufen ist, Klarheit in die gegenwärtige Situation zu bringen. Was den Krieg mit Italien be- trtfft, so glaubt man, daß der Botschafter eine Lösung finden wird, die den gogenwäriigen Zuständen, die eine Gefahr sowohl für die Tür- keit, wie für das übrige Europa bilden, ein Ende bereiten.
Ruhe in den Dardanellen!
(Privat-Telegram m.)
Konstantinopel, 20. Juli.
Bei dem gestrigen Nachtangriff der italienischen Torpedoboote war es nicht aus die Beschießung der Dardanellenforts, sondern auf die Vernichtung der türkischen Flotte in der Bucht von Nagara abgesehen. Die Torpedoboote drangen bei Knm Kaleh im Schutz der Dunkelheit mit ausgelöschten Lichtern in die Meerenge ein und erreichten in schnellster Fahrt Soghanly Dere. Von hier aus fuhren sie nach den Befestigungen von Baikusch Teve. Hier wurden sie entdeckt und das Feuer auf sie eröffnet, an dem sich auch die Befestigungen von Kum Kaleh beteiligten. Die Italiener traten hieraus den Rückzug an, wobei zwei Torpedoboote zum Sinken gebracht wurden. Gegenwärtig herrscht in den Dardanellen Ruhe. Der Dardanellenkommandant erhielt die Ermächtigung, die Dardanellen bei einem Angriff der Italiener ohne Rückftage in Konstantinopel zu sperren. Einer Privatmeldung zufolge will der Kapitän eines Dampfers vor der Einfahrt in die Dardanellen zweiundzwanzig italienische Kriegsschiffe und eine große Anzahl Transport- dampser beobachtet habe«.
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Am Vorabend neuer Angriffe?
Wie uns ein Privat-Telegramm aus Wien meldet, erhielt der dortige türkische Botschafter gestern abend abermals ein Telegramm aus Konstantinopel, in dem der Angriff der Italiener bestätigt wird. Das Telegramm besagt ferner, daß sich an de-m Bombardement der Dardanellen drei große ftalienische Kriegsschiffe beteiligt haben. In Konstantinopel zirkulieren Gerüchte, wonach in der vergangenen Nacht ein erneuter Angriff der Italiener auf die Dardanellen-Forts stattgefunden habe und daß man ernstlich mit der Wahrscheinlichkeit eines abermaligen Angriffs der Italiener rechne.
Der Rewyorker Polizeimord.
Polizei im Bunde mit Apachen.
(Privat-Telegramm.)
Newyork, 20. Juli.
Die Untersuchung inderMordsacheRo- s e n t h a l hat nunmehr ergeben, daß Rosenthal von einem Mitglied einer berüchtigten Apachenbande, die sich im Osten Rew- vorks herumtreibt, erschossen worden, ist.
Die Mörder hatten für die Tat ein Honora» von sechstausend Mark verlangt. Der Mörder war von dem berüchtigten Spieler Rose gedungen worden und zwar (wie der Staatsanwalt versichert) auf höheren Be- fehl, der dem Rose durch einen uniformierten Schutzmann überbracht wurde. Der Befehl, der von deroberstenPolizei- stelle ausging, lautete auf sofortigen Tod, weil Rosenthal „Verrat begangen" habe. (Siehe auch den Artikel auf der zweiten Seite: „Amerikanischer Sumpf".)
Sa* Fest der Mnger.
Der Tag dos deutschen Liedes; das achte deutsche SLngerbundssfest in Nürnberg; in der Stadt der deutschen Meistersinger.
(Von unserm Mitarbeiter.)
Wahrend noch in der Main-Metropole die Büchsen der deutschen Schützenbrüder lustig knallen, rüstet sich Nürnberg, die Stadt Hans Sachsens und der deuffchen Meistersinger- zunft zu einem noch gewaltigeren nationalen Fest, als es das soeben in Frankfurt gefeierte Deutsche Bundesschießen war. Das achte Deutsche S ä n g e r b nndes fe st, das vom morgigen Sonntag ab die alte Noris zum Festort gewählt hat, wird mit achtunddrei ß i gta u f e n t> aiven Teilneh . metit die größte nationale Feier unseres Jahrhundert werden und für die deutsche Sän- gerschaft unstreitig einen ragenden Merkstein in ihrer ruhmvollen Geschichte bilden. Gleich wie das Frankfurter Bundesschieben schließt auch das Deutsche Sängerbundesfest in Nürnberg ein Jubiläum ein: Das Jubiläum der fünfzig, sten Wiederkehr des Tages, lba, ebenfalls in Nürnberg, die deutschen Sänger das erste allgemeine Deutsche Sängerfest feierten. Ein Jahr darauf fand dann in der Residenz des für den deutschen Einheitsgedanken und feine Pro. pagierung durch die deutschen Säuger, Schützen und Turner eintretenden Herzogs Ernst des Zweiten von Sachsen-Koburg-Gotha die Gründung des Deutschen Sängerbundes statt, der heute in 5700 Vereinen rund 723000 Sänger deutscher Zunge umfaßt. Das deutsche Lied hat sie zusammengeführt aus Süd und Nord, aus Oft jtnb West, und fein weltumspannendes Band hat auch die deutschen Sänger im stammverwandten „Oesterreich, in der Schweiz, in den nordischen Ländern und herunter bis zur Türkei, .ja auch über das große Wasser hinweg umschlungen, sodaß sie heute auch von dort und überallher des Deutschen Reiches Schatzkästlein
z« Füßen der Hohenzollerrrburg am Pegnitzstrande zuströmen. Es ist eilt Festa das weit mehr noch als das Deutsche Bundesschießen als ein wahrhaft nativ nales anzufprechen ist. Denn nur allzuoft ist, namentlich in den Ostzrenzen des Reiches, das deutsche Lied das Kampflied der national bedrohten deutschen Stämme gewesen, bildet es im Auslande oft das einzige Ferment, das unser Deutschtum dort verbindet. Nur alle sieben Jahre einmal findet überhaupt ein Deutsches Sängerfest statt, und so haben wir denn nach dem ersten Nürnberger Sängerfest überhaupt nur noch sieben; u. zwar die Sängerfeste in Dresden, München, Hamburg, Wien, Stuttgart, Graz und Breslau erlebt und namentlich die Feste in Wien, Graz und BreÄau wurden deutsch - nationale Kund, art untren eindringlichster Art. Man fang sich dort die deutschen Weifen tief in Herz und Gemüt und nahm sie mit heim in die Sorgen und Mühen des Alltags, als ein christliches, unverlierbares, nationales Gut. Nun ist es zum zweiten Male die wunderschöne Stadt Nürnberg mit ihren unvergleichlichen Erinnerungen an die edle Meisterfingerzunft und an Künstler wie Peter Vischer, Albrecht Dürer, Lukas Cranach, Veit Stoß und viele andere, mit ihren Erkern, Türmen, Gräben und Mauern, vor allem aber mit ihrem Zauber, den sie durch Richard Wagner's Meistersinger empfing, in der sich die Sängerschaft deutscher Zunge zu ihrem größten Feste vereinigt. Wie stark ihre Anziehungskraft auf die Vertreter des deutschen Liedes im In- und Auslande gewesen ist, beweisen die Zahlen, mit denen die verschiedenen deutschen und ausländischen Sängerbünde sich anok’metbet haben. Nickt, weniger denn 1700 Vereine mit 36168 Mitglieder erscheinen in Nürnberg und 25 000 davon sind für den Festzug mir rund elfhundert Fahnen angemeldet. Paul Schweder.
Jen eignen Zohn erschossen !
Der llnglücksschutz eines Vaters; statt einet Fuchses den eignen Sohn erschaffen; ei« verhängnisvoller Zufall und seine Folgen« (Telegramm unsers Korrespondenten.) Ziegenhain, 20. Juli.
Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern abend um. Me fünfte Stunde in dem Torfe SachsenEusen im Kreise Ziegenhain. Dem Besitzet der Knöppelmühle, Wilhelm