Casseler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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Nummer 190.
Fernsprecher 951 und 952.
Sonnabend, 20. Juli 1912.
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2. Jahrgang.
RM der Schicksals Würfel?
Das Chaos in der Türkei; Revolution oder Diktatur; Aufruhr im ganzen Türkenrerche!
Die Stimmung des Unbehagens lastet auf de» Seelen: lieber der Türket ballen sich die Walken drohenden Ungewitters zu gewaltiger* Wucht in den Dardanellen donnern abermals
Was gehl vor?
Die plötzliche Unterbrechung der Nordlandfahrt des Kaisers; starke Zunahme der Kriegsverfichernngen bei Lloyds in London gegen einen Krieg zwischen Deutschland, England und Frankreich.
die Mörser und Haubitzen der Italiener und aus der Hohen Pforte sitzt Tag und Nacht ein Heer erschrockner Greise zu bänglichem Rat versammelt, ohne aus dem Labyrinth der zu Bergen sich türmenden Schwierigkeiten einen Ausweg zu finden. Die Krise im Kabinett, seit Wochen sorgenvoll erwattet, ist über Nacht zur Tatsache geworden; rascher als man's gedacht, und der plötzlich« Wetterschlag in der Nacht ot- tomanischen Unheils hat, für eines Augenblicks Dauer, «ine Situation voll von Verhängnissen und Schwierigkeiten erhellt, eine Lage, di« selbst den Stoizismus mohammedanischer Weltanschauung in seinen Grundfesten erschüttert. Nicht drei Tage hat sich das Kabinett Said über Wasser halten können, nachdem es den Kriegsminister Scheflet Pascha über Bord geworfen hatte. Mit Mahmud Schefket Pascha war der Eckstein aus dem Ministerium herausgebrochen und das Kabinett stürzte in sich zusammen. Das Chaos, das in Konstantinopel herrscht, ist direkt besorgniserregend: Albanien im Aufftand, die Armee zum Teil in Meuterei und Aufruhr und dazu der unselige Krieg! Die frommen Hatschis werden in diesem Untergang der jungtürkischen Herrschaft die Nemifis dafür «Micken, daß der Kalis in die Verbannung der Villa Matini geschleppt worden ist.
Wer ist der Retter?
Es kann als sicher gelten, daß im Innern der Türkei bi« Reaktion ihr Haupt erheben wird. Sultan Mahmud wird in der unglücklichen Situation ohne Zweifel bei dem greifen sechsundachtzigjährigen Kiamil Pascha Zuflucht suchen. Ob de- Greis aber die Macht haben wird, den Aufruhr in der Armee niederzuwerfen oder die Arme« zu versöhnen, ist eine andere Frage. Tatsächlich ist «r heute der einzig mögliche Staatsmann, Derjenige, dem die größten Chancen in Bezug aus die Beendigung des Kriegs zugesprochen werden müssen, und der vor allem deshalb als letzt« Zuflucht der Verzweifelnden gilt, weil er seit Jahrzehnten der Vertrauensmann Englands, der Vertreter jener türkischen Politik ist, die in G r o tzb r itanni en ihr« Stütze^ sucht. Jnsosern kann grade ein Kabinett Kiamil, das gänzlich unbelastet in bezug auf den italienischen Krieg erscheint, am leichtsten die Bahn zu einer Beendigung dieser schweren äußern Kalamität finden. Der Einfluß Englands würde in diesem Fall einen neuen Aufschwung am Goldnen Horn erleben. Aber selbst diese Hoffnung kann die Sorgen noch nicht scheuchen: Wird die Armee, die zwar den Jung- türken feindlich geworden ist, aber trotzdem für die Konstitution fchwärmt, etwas von Kiamil wissen wollen, dem Vertreter der Reaktion, dem alten Mitschuldigen Abdul Hamids? Die Türkei befindet sich in einer schweren Kris«, und wenn Kiamil Pascha sich nicht entschließt (obwohl der Ehrgeiz in diesem Greife ebenso bewundernwert ist wie seine Lebenskraft), das Ttaatsruder zu ergreifen, dann ist schwer zu sogen, wozu sich das Chaos in Konstantinopel gestalten wird. Fast scheint es, als ob Jene recht behalten sollten, die die Renaissance des Otromanischen Reichs von allem Anfang an mit Skepsis betrachteten.
Revolution oder Diktatur?
War wirklich das türkische Reich nur rurd? das Blut, das Abdul Hamid während seiner Regierungszeit vergoß, zwsammengekit- tet, und fällt es auseinander, seit das Jung- türkentum es aus den Fesseln des Absolutts- mus und den Formen orientalischer Despotie ^befreien suchte? Vollzieht sich am tückischen Reich tatsächlich jene Tragödie, die feit hundert Jahren prophezeit wird? In Rom wird man die nun offen ausgebrockme innere flri’ie der Türkei mit Jubel begrüßen, denn die Chancen Italiens steigen, je dunkler und -gefahrdrohender das Chaos in der Türkei wird. Di« Opferung von Tripolis (wenn sich di« im Innern bedrängte neue Regierung, Wer immer auch an ihrer Spitze stehen wird, zu ihr ent» schließen sollte) muß aber daS Kalifat des tückischen Sultans bedrohen und die arabi- stHe Kalifat Sb ew e gun g stäcken. Die Tückei ist von innem und äußern Stürmen erschüttert, und sie findet keinen Steuermann, der es wagen möchte, das sturmgepeitschte Schiff durch die überall aufftarrenden Klip...» <u lei.
In der Presse tauchte dieser Tage flüchtig die Meldung aus, daß der K a i s e r die N o r d- landsahrt unterbrochen habe und sich bereits wieder auf der Heimreise befinde. Von offiziöser Seite ist die Nachricht weder bestätigt noch bestritten worden, dagegen beweisen die vom offiziösen Depeschenbureau verbreiteten Meldungen über die Kaiserfahrt, daß der Kaiser sich tatsächlich bereits wieder auf der Heimfahrt befindet und daß die „Hohen- zollern" feit Dienstag südwärts steuert. Auf welche Umstände diese Unterbrechung der Fahrt zurückzuführen ist, entzieht sich bisher der öffentlichen Kenninis; daß die Abkürzung der seit Jahren regelmäßig unternommenen und dem Kaiser als Erholungsreise liebgewordnen Fahrt aber nicht ohne bestimmte, wichtige Gründe erfolgt ist, darf als sicher angenommen werden. In der der Berliner Wilhelm- straße nahestehenden Presse wird das Rätsel mit keinem einzigen Wort berühck, indessen ist grade dieses Schweigen mehr geeignet, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, als die sonst üblichen, bei uns mit erheblicher Meisterschaft gehandhabten Beschwichtigungen und Erklärungen. Heute in der Morgenfrühe hat in den Dardanellen der Donner italienischer Kanonen begonnen, und der Kampf um Tripolis ist damit in ein neues Stadium getreten, das vielleicht gleichzeitig das SchicksalderTürkei in sich birgt. Möglich, daß der Entschluß der Italiener, einen neuen Angriff auf die Dardanellen zu wagen, bereits anfangs der Woche den intereffierten Mächten signalisiert wurde, und daß daraufhin die Unterbrechung der Rordlandfghrt des Kaisers sich als Notwendigkeitgebot erwies. Möglich auch, daß die feit Wochen umschwir- renben Gerüchte über den bevorstehenden Abschluß eines Rußlund-Japan-Bundes (die sich inzwischen zu greifbaren Tatsachen verdichtet haben) die Anwesenheit des Kaisers nah der Berliner Zentrale wünschenswert er- scheinen lassen, nachdem Herr von Bethmann Hollweg eben erst, stolzer Hoffnung voll, von der Newa zu seinem Volke heimgekehrt. Mög - lich auch endlich, daß die Situation in Europa überhaupt neue Sorgen weckt und zu Fahrten in des Nordmeers kühle Sphäre nicht Zett läßt: In London hat man sich in den letzten Tagen an den Kassen der Lloyd- Versicherung um Kriegs-Versicherun« gen bemüht, und das Geschäft der Versicherung gegen einen Krieg zwischen Deutschland, England und Frankreich ist seit den Tagen von Agadir nicht mehr so lebhaft gewesen, als grabe jetzt. All Das sind natürlich nur Möglichkeiten und Merkzeichen, Symptome, die man im guten und schlimmen Sinne deuten kann: Der K a n z l e r des Reichs weilt zur Sommerruhe hn stillen Frieden von Hohenfinow, und es gibt Leute, die daraus auf den beruhigenden Barometerstand der Weltpolitik glauben schließen zu dürfen. Die Unterbrechung der Nordlandfahrt und die frühe Heimkehr des Kaisers (deren Gründe bisher kein profanes Auge zu ertennen vermag) sind allerdings Tatsachen, die mehr Sorge als Zuversicht wecken .. .! «an.
Der Abbruch der Kaiserfahrt.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Berlin, 19. Juli.
Daß die Rordlandfahck des Kaisers vor der ursprünglich vorgesehenen Zett abgebrochen worden ist und der K a i s e r sich bereits wieder auf der Rückfahck befindet, wird an hiesiger amtlicher Stelle nicht bestcktten. Irgendwelche politischen Gründe soll indessen die frühe Heimkehr des Kaisers nicht haben; es wird vielmehr behauptet, dass lediglich das schlechte Wetter die Ursache des Abbruchs der Nordlandfahck fei. Diese Annahme begegnet in unterrichteten politischen Kreisen allerdings sehr stacken Zweifeln, da wegen ungünstiger Witerung allein der Kaiser seine Reise sicher nicht vor der Zeit abgebrochen haben würde. Auf einer Fahrt in die nordischen Gewässer ist immer mit der Möglichkeit eines Wetterumschlags zu rechnen, und diese Möglichkeit wird sicher auch bei den Dispositionen für die Kaisrrfahck von vornherein be
ten. In der Villa Matini lebt ein greiser, entthronter Mann, der dem Wahnsinn verfallen fein soll. Es ist, als ob das schauerliche Lachen
rücksichtigt worden fei. Zudem ist auch aus keiner einzigen Meldung ersichtlich, daß im Norden in den letzten Tagen ein Umschwung in der Witterung eingetreten ist, so daß man hinsichtlich des tatsächlichen Grundes des Abbruchs der Nordlandfahck nach wie vor vor einem Rätsel steht, dessen politische Bedeutung von keinem Eingeweihten ernstlich bestritten wird.
*
Kriegsverfichsrungen in London!
(Privat-Telegram m.)
London, 19. Juli.
Seit vorgestern haben bei der Lloyd-Versicherungsgesellschaft die Versicherungsgefchäftc gegen Ausbruch eines Krieges einen auffälligen Aufschwung genommen. Es wurden beckächtliche Versicherungen abgeschlossen zu sechs Guineen pro Hundeck auf zwölf Monate gegen das Risiko eines Krieges zwischen Deutschland, England und Frankreich. Auch heute hielt das rege Geschäft in Kriegsversicherungen an, und es ist festgestellt, daß seit dem letzten Sommer wähnend der Marokkokrise die Kckegsversiche- rungen nicht mehr einen großen Umfang angenommen haben als in den letzten Tagen! Bestimmte Gründe für diese auffällige Zunahme sind an der Börse nicht bekannt, es scheint aber, daß man die gegenwärtige politische Sage allgemein starkpessimistisch betrachtet.
Der Angriff ans die Dardanellen.
Die Italiener znrückgeschlagenk
Wie die „Casseler Neuesten Nachrichten" bereits beute früh durch ein Extrablatt meldeten, griffen heute früh gegen halb zwei Uhr acht italienische Torpedoboote die Dardanellen an und eröffneten das Feu- er. Die Festungswecke erwiderten. Zwei Torpedoboote sollen gefunden, sechs andere beschädigt worben sein. Die Zahl der Menschenopfer ist noch nicht bekannt. Ein weiteres Telegramm meldet uns folgende Einzelheiten:
Konstantinopel, 19. Juli.
(Sigener Drahtb«richt.)
Heute in der Frühe, kurz nach ein Uhr, erschienen an der Einfahrt der Dardanellen plötzlich acht italienische Torpedoboote, die die Dardanellenstraß« zu forderen versuchten. Die türkische Artillerie der modernen Befestigungswerke Baikusch und Suandere eröff
neten sofort das Feuer. DaS türftsche Feuer hatte nach kurzer Zett den Erfolg, daß zwei italienische Torpedoboote in den Grund gebohrt wurden. Die übrigen sechs Torpedoboote wurden sämtlich kampsunfä- h i g gemacht und dampften mit schwere» B e s ch S d ig u n g e n in die offene Se« zurück. Infolge des Angrifs der Italiener trat fofort das zurückgetretene Kabinett zu einem außerordentlichen Minifierrat zusammen. Diese Verhandlungen dehnten sich bis in die späten Morgenstunden aus. Der Marineminister und der ficllveckre- fenbe Kriegsminister, der Generalstabschef sowie der geheime Kriegsrat wurden in das P a- laiS des Sultans berufen und dort in besondere Audienz empfangen. Hieraus trat der Kriegsrat zu einer längeren Beratung zusammen, worauf dem Ministerrat die notwendigen Vockehrungen für die Verteidigung der
Dardanellen empfohlen wurden. Der Ministerrat erklärte sich mit den ihm gemachten Vorschlägen ohne weiteres einverstanden. Wie weiter bekannt wird, hat der Minifterrat beschlossen, die Dardanellen vollkommen zu sperren.
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Der Aufruhr auf dem Marsche!
Ein P r ivat-T elegramm meldet uns aus Beirnth: Hier eingegangene Meldungen berichten über umfangreiche Operationen der Ausständigen. Die Aufständigen erhalten täglich VerstärkunMN durch die Eingeborenen. In vielen Gegenden herrscht große Hungersnot und die Stimmung unter der Bevölkerung ist außerordentlich erregt. Man befürchtet stündlich den Ausbruch von Unruhen.
eines Wahnsinnigen durch die Mauern bet umwallten Villa Matini Herdringen würde. ein unheimliches, höhnisches Lachen, das
dem Sinti; des Jungtürkentums gilt, der eben mit der Demission des Kabinetts Said besiegelt worden ist. Und während im Wetterwinkel Europens des Schicksals Würsel rollen, donnern vorm Dardanellen-Tor die Ka- nonen, vollzieht sich im eignen Hoheitbereich der morsch zerbröckelnden Türkei der unabwendbar scheinende Prozeß der Auslösung einer Wacht, deren Fundament« längst unterspült sind. Die Erstehung eines neuen Kabinetts bedeutet in diesem Schicksaldrama eines verfallenden Reichs nur ein flüchtiges Momentbildchen; die nächsten Tage aber werden schon Gewißheit darüber bringen müssen, wohin das Verhängnis drängt: Zur Revolution oder ... zur Diktatur! F. H.
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Mahmud Echesket Pascha: Großwesir!
(Privat-Telegram m.)
Konstantinopel, 19. April.
Der türkische Botschafter in London, Tew - fit Pascha, hat die Bildung eines neuen Kabinetts endgültig abgelehnt. Man wandte sich darauf an den Berliner Botschafter Osman Nizami, dessen Antwort lautete aber ebenfalls ablehnend. Der Sultan bemühte sich, «ine Negierung gemäßigter Richtung zustande zu bringen, aus der Besorgnis heraus, daß die Komitee-Partei eine Berufung Kiamils nicht ruhig hinnehmen würde. Die Anstrengungen des Sultans sind indessen an den Absagen Tewfiks und Hussein Hilmis gescheitert. Angesichts der verzweifelten Situation fand gestern spätabends ein Minifterrat statt, der die ganze Nacht über andauerte. Nach dem Minifterrat wurde den Mitgliedern mitgeteilt, daß Mahmud Schefket Pafcha, der frühere Kriegsminister, das Großwifirat angenommen habe. Diese Lösung der Krise bedeutet eine« entscheidenden Erfolg der türkischen Kriegs« Partei und man rechnet mit der Wahrscheinlichkeit einer D i k t a t u r, du Mahmud Schefket Pafcha erftärt hat, nur in diesem Falle die Ordnung im Lande wieder herstellen zu können.^
Sa» 6n6e der Hitze.
Die langersehnte Abkühlung; die Ursachen des Temperatursturzes; die Wetterdienststelle in Weilburg; Andauer» der Kühle
Wie uns die Wetterdienststelle Weilburg auf telegraphische An- ftage mitteilt, ist für die nächste Zeit eine Rückkehr der Hitze, die heute früh einen mit empfindlicher Kühle verbundenen Witterungsumschlag Platz machte, vorerst nicht zu erwarten. D t e nächsten Tage bleiben daher kühl. Der Regen scheint anzuhalten. Endlich ist der langersehnte Regen erschienen. Gleichmäßig fällt der Regen und erfrischt die ausgedörrten Fluren. Gierig trinken die Felder und Wälder und die Anlagen der Stadt das köstliche Naß, und im hellsten Grün erstrahlen wieder Bäume und Büsche. In den frühen Morgenstunden war her Witierungs- sturz eingetreten, der sich schon gestern abend durch lebhafte Wolkenbildung und kühle Nachtwinde bemeckbar machte. Heber diemeteo - ro logischen Ursachen des Temperatur- sturzes gab uns die Wetterdienststelle Weilburg auf telegraphische Anfrage interessante Aufklärungen. Danach lag in den letzten Tagen ein Hochdruckgebiet über dem nördlichen Europa, das sich in zwei Abteilungen geteilt hatte. Die «ine breitete sich über Schottland aus, während die andere vornehmlich über dem Ostseegebiet lagerte. Die letztere Abteilung über Skandinavien und der Ostsee entwickelte bann östliche Festlandswinde, die jene bedeutende Erwärmung der Luftschichten zur Folge hatten, die wir als sengende Sonnenglut zu spüren hatten. Das ist nun anders ge. worden. Seit einigen Tagen ist eine allgemeine Abflachung des Hochdruckgebietes eingetreten, besonders im östlichen Teile Deutschlands. Aber auch
der westliche Teil wanderte zurück, und über dem Festlande bereinigten sich die von Süd westen und vom Norden kommenden verschiedenen Tiefdruckgebiete zu einem großen Tief, das hem« Morgen genau über dem deutfchen Reiche lag. Das bewirkt«, da im Nordosten die Luft weniger abgekühlt wurde. eine lebhafte Zuführung von Luftmassen ans dem Norden. Tiefe Luftzuführung ist der Ursprung der heute eingetretenen kühlen Witterung. Kurz gesagt, ist also die Ursache bet empfindlichen Abkühlung, daß sich ein Tiefdruckgebiet über Deutschland konzentriert hat. Nun kommt auch ein noch höchst interessantes Moment hinzu. Im Osten Deutschlands, von der Elb« ab bis nach Berlin, herrscht noch immer eine Temperatur von über 20 Grad. Zwar batten Berlin und Branden«