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Casseler Neueste Nachrichten

Caffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 188.

Donnerstag, 18. Juli 1912

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

ums Dasein aufnehmen!

F. H.

ein erheblicher Tumult.

allerdings entschlossen ist, alle Kräfte aufzu­wenden, um den Wahlkreis für sich zu ge­winnen. Der Wahlkampf dürfte unter diesen Umständen besonders heftig werden.

deutscher Stamm. Als der dritte Name ge­nannt wurde, da zeigte die lautlose Stille, die bang über der Versammlung lag, daß Oester­reich nicht mit diesem Namen zu bezeichnen sei. Wir find keine Schmerzenskinder und find als solche nicht hiechergekommen; in Oesterreich gibt es keinen Schmerzensschrei. Wir hängen treu an unserem Kaiser und sagen es auch unverhohlen: Wir haben ein Vaterland und haben Ursache, es zu lieben, aber deswe­gen geben wir keinem deutschen Stamm und

den noch immer sieben oder acht Jahre lang | Kandidaten auf. Der Gegner des Bauernbund- zur Matura vorbereitet und nicht fürs Loben. Kandidaten ist also lediglich das Zentrum, das Anders wirds erst werden, wenn ein Unter. " '

gnfentonäpreife: »te techSgespaUen« Belle für einheimisch, Geschäft, 15 Pfz., fitt ans. j »Lrttg« Bnfttete 25 Pf, Reklame,eile für einheimische Geschäfte 40 Pf, für auswärtig, I S«schifte 60 Pf. Beilagen für di, Gesamtanflage werden mit 5 Mark pro Lausend be» , rechnet. Wege« ihrer dichten Berbreitun» in der Reftden, und der Umgebung find di, k Lafleler Steuerten Nachrichten ein vorzügliche« JnsertianSorgan. ÄeschLftS teile. Kölnische I Straß« 5. Berliner Vertretung: SW, Frtedrtchftraß« 16, Telephon: Amt MorchplaS 676 |

richtsminister kommt, der sich trauen darf, nicht nur zu studieren und zu reformieren, fondern mit Stumpf und Stil auszurotten und frisch wieder aufzubauen. Unbekümmert um jenh Freunde des humanistischen Gymnasiums, die vor lauter Entzücken über die unregelmäßi­gen Verba auf mi im Homer den Gedanken übersehen, daß man doch versuchen müßte, Mensche» heranzuziehen, die die Kraft der achillelfchen Heldentaten in fich spüren. Die Siege und Niederlagen in der olympischen Arena in Stockholm sind Beweise für und wi­der die Gesamtheit der konkurrierenden Völker. Sie sind ein Beleg dafür, ob ein Volk die Mög­lichkeit hatte, aus einer großen Summe körper­lich schön und gut durchgebÄdeter Männer ein« Anzahl der B e st e n auszuwählen. Rekord? find für die große Masse wertlos. Damit aber ganz wenige sie leisten können, müssen viele Tausende sich heiß darum bemüht haben. Die nordische Olympiade ist ein sprechendes Zeug­nis für den Wert der Kulturidee des zwanzigsten Jahrhunderts, das dem rein in­tellektuellen Idealismus, in dem die Biodermeierzeit sanft dahinschwärmte, längst entrückt ist und das Menschen verlangt, die mit ! stählernen Nerven, stark und stolz, den Kampf

Die Nachwahlen zum Reichstag.

Die Kanrpfbilanz der Reichstags-Parteien. (Von unferm parlamentarischen Mitarbeiter.)

Auch in der augenblicklich herrschendenpar­lamentslosen, schrecklichen Zeit" schweigen nicht die politischen Sorgen, und diese Sor­gen konzentrieren fich auf die Nachwahlen zum Reichstag. Im ersten Halbjahr seines Be­stehens sind die Nachwahlen zum Reichstag ver­hältnismäßig zahlreich gewesen: Sechs find bereits vollzogen worden, während eine siebente demnächst vorgenommen werden soll. Gestorben sind in dieser Zeit nur zwei Abgeordnete, näm­lich Albert Träger (der fünfundzwanzig Jahre lang den Wahlkreis Varel-Jever vertre. tat hat) und in dem bayerischen Wahlkreis Pfarrkirchen der Bauernbündler Backmeier. In Varel-Jever hat der Führer der Fortschritt­lichen Volkspartei Dr. Wiemer (der bei den Hauptwahlen in seinem alten Wahlkreise Nord­hausen gegen den Sozialdemokraten unterlegen war)' das Erbe Trägers angetreten, den Kreis also für seine Partei behaupten können. In Pfarrkirchen findet am fünften August die Nach.

Land das Privilegium, von stch zu sagen, daß es deutscher fühlt als wir. Wir wetteifern mit jedem deutschen Stamm und Land an red-

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Da« Oesterreicher-Bankett in Frankfurt. (Privat-Telegram m.)

Das Deutsche Jubiläums -Bundesschie« 6en in Frankfurt am Main brachte gestern ein prächtig verlaufenes Bankett der Oester­reicher. Mittags um ein Uhr versammelten sich in der Festhalle die Spitzen der österreichi­schen Schützenvereine, der Festausschuß, zahl­reiche Gäste aus der Frankfurter Bürgerschaft und dem Offizierskorps, dazu etliche hundert Schützen aus den verschiedensten Vereinen, um ein Festbankett zu Ehren der österreichischen Schützen zu begehen.

Wir sind nun zwar glücklichüber den Berg" der Torheft hinausgekommen, aber es bleibt noch viel zu tun übrig. Es genügt nicht, an unsrem Erziehungssystem ängstlich herumzure­formieren und dem Ministerium der geistlichen, UnierrichtS- und andern Angelegenheften ei­nenReferenten für Sportpflege" zuzuweifen: Die körperliche Heranbildung der jungen Ge- neratton muß systematisch und in der be­wußten Absicht erfolgen, aus den bleichen Jun. gen stahlhafte Männer, Menschen voll Kraft, Energie und Tatlust zu erziehen. Es wird lei­der immer noch gesündigt und unsre Lehrpläne (so oft sie auch schon im Lauf ber letzten Jahre reformiert worden sind) lassen noch immer viel zu wenig Platz für eine Heranbildung des Tanzen Menschen. Die jungen Leute wer»

Fünfzig Jahre früher!

Erinnerungen an da« erste Bundesschießen.

(Von einem alten deutschen Schützen.)

Anläßlich der Frankfurter Schützenfesttage dürfte es angebracht sein, an einen Zw ifchen- fall zu erinnern, der sich beim elften deut­schen Bundesschießen ereignete und leicht peinliche Folgen hätte haben können, wenn er nicht durch die dabei Beteiligten mit Takt beigelegt worden wäre. Ein Redner namens Metz hatte in seinen Worten der Schmerzenskinder" Deutschlands gedacht und dabei neben Kurhessen und Schleswig Hol­stein auch Oesterreich angeführt. Der betreffende Passus der Rede lautete:Ich komme zu den lieben Brüdern in Wien, ich komme zu den Wackern Tirolern, zu den Männern aus Steier­mark, ich komme zu den Deutschen in Oesterreich! Meine Herren, Sie gehören zu uns durch Ban­de des Bluts, durch Bande der Geschichte. Sei­ber sucht manches Hindernis uns entgegenzu­treten. Man will von uns zurückhalten die lie­ben Brüder in Oesterreich, aber ich denke, die drei Schmerzenskinder, die Kur Hessen, die Schleswig-Holsteiner und auch die Wackern Brüder in Oesterreich, sie können und werden uns erhalten werden, wenn jeder Stamm die letzten Tröpflein seines Herzbluts hergibt mit unbedingter Hingabe ans deutsche Vaterland, wenn jeder rücksichtslos schafft für die gute Sa­che des Vaterlands, wenn er bereit ist, Freud und Leid zu tragen für die gute und

heilige Sache de« Vaterlandes!

Die Rede wurde von einem großen TeK der Zuhörerschaft mit lebhaftem Beifall aufgenom­men, während sich bei der Minderheit ein Pro­test bemerkbar machte, dem sehr bald der Innsbrucker Professor Wildauer Ausdruck lieh. Er sagte:Wir haben in einem Tcknk- svruch auf das große deutsche Vaterland drei Schmerzenskinder der deutschen Nation nennen gehört, die K u r h e s s e n, Schleswig-Holstei­ner und die Oesterreicher. Bei ber Nennung der ersten Brüder haben wir so kräftig in das Hoch mit eingestimmt, wie irgend ein andrer

Reden gehalten, auch draußen siel manches he- geisterte Wort vor Tausenden von Zuhörern..!

E. H.

Sie Sltzmvmde im Norden. Die Lehren der Olympischen Spiele in Stock­holm ; Deutschland tm Völker Wettbewerb.

Mit hellen^Fanfarenklängen ist die Olym­piade in Stockholm zu Ende gegangen und die Sieger im Ringen um den Preis des Kampfes kehren heim, mit Lorbeer und Ehren umkränzt. Der Kronprinz von Schweden hat den ausländischen Gästen seinen Gruß entbo­ten, die kleinern Kämpfe, die nun noch folgen, werden an dem Gesamtbild, das der friedliche Streit aller Völker der Erde bot, kaum noch etwas ändern. Man ist heute wohl schon in allen Kreisen weit davon entfernt, in solchen in­ternationalen Kraftwertungen bloß sport­liche Ereignisse zu erblicken; wir sind vielmehr im zwanzigstenJahrhundert der Auffassung, die von den olympischen Kämpfen im alten Hellas herrschte, nach langer Irrung vielleicht wieder am nächsten. Es ist wenig mehr als ein Men­schenalter her, seit man von der absoluten, ein­seitigen Ueberschätzung der geistigen Kultur zur Schätzung der Gesamtkultur, die Geist und Körper umfaßt, zurückgekehrt ist. Bis dahin haben wir gn den Idealen der Humanisten gekrantt, die an die Möglichkeit einer reinen Vergeistigung des menschlichen Lebens glaubten. Alle Gebildeten unter den Völkern des europäischen Festlands waren in einer mit­telalterlichen Bildungsmethode versunken, die den Geist als alleinigen bildungswerten Faktor anerkannte und der Bildung des Kör- pers mit hochmütig-souveräner Verachtung ge­genüberstand. Daß diese Theorie bei uns am längsten wurzeln konnte, ist wohl in der Eigenart deutschen Wesens begründet, dem das Festhalten am Ererbten.und Traditionellen ge­wissermaßen zum Bedürfnis geworden. Die nordische Olympiade hat nun bewiesen, wie wenig wir Anlaß haben, den.Umschwung zum Neuen zu bedauern.

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ÄS? M tatet SufteOtod in, Hau«. BeflM-staen » k 8eten -ntgeg«,«-nommm. Druck-reilBttl-g dvrechrtimd« der RedaMon mir ocn 1 6« 3 Uhr Eprechstmiden der Lulkmft. Stell«: Jede» Mittwoch und FrNtag von t Uhr abend-. Berliner Vertretung: SW Frtedrtchstr. 16, Telephon- amt Morttzplatz 676.

Krieg oder Friede?

Deutschland als Friedensvermtttler im trt> Potts-Krieg; Friedens- und Kriegsgerüchte; deutsche Ofsfiziere in türkischen Diensten?

Es ist wieder einmal von Friedensge­rüchten die Rede, und es scheint, daß es sich diesmal tatsächlich um mehr als um bloße Gerüchte handelt. Wie nämlich die Neue Freie Presse von diplomatischer Seite erfährt, haben sich mehrere türkische Vertrauensleute im Auf­trage der türkischen Regierung nach Rom be­geben, um dort über eventuelle Friedens- Verhandlungen zu beraten. In diesen Verhandlungen soll speziell Deutschland eine Rolle spielen. Wir erhalten folgende Mel­dung :

Paris, 17. Juli.

(Privat-Telegram m.)

Wie das Echo de Paris aus London er­fährt, besteht in England Grund zu dem Glau­ben, daß Deutschland aus eigenem An­triebe Schritte unternehmen wird, um den Friedensschluß zwischen Italien und der Türkei berbeizuführen. Ohne Zweifel seien hierauf auch die in letzter Zeit aufgetauchten Frie­densgerüchte zurückzuführen. Einen etwas anderen Klang haben aber demgegenüber fol­gende Nachrichten ans Paris: Der Herzog der Abruzzen hat sich plötzlich nach einem Mailän­der Telegramm von Solso-Maggiore aus auf Reisen begeben, wie es heißt, um den Obe r- befehl über die Flotte zu einer neuen italienischen Flottenoperation im ägäischen Meer zu übernehmen. Bei Smyrna sollen dreißigtausend Mann türkischer Trup­pen zusammengezogen sein, die in der dortigen Gegend große Manöver abhalten. Ein Lan­dungsversuch der Italiener wäre aus diesem Grunde unmöglich. Trotzdem sind in den letz­ten Tagen mehrere Male italienische Kriegsschiffe vor den Dardanellen erschie­nen. Erst in den letzten Tagen wurde wieder auf der Höhe von Smyrna ein italienisches Kriegsschiff beobachtet. Das Schiff setzte in einem Boote mehrere Türken an Land, die aus Rhodos aus dem Gefängnis befreit worden waren. «

Reue Märchen aus Tripolis.

Ein weiteres Privattelegramm mel« det uns aus Mailand: Wie Depeschen aus Terna berichten, haben die Italiener, nachdem sie auf den eroberten Stellungen die neuange­kommenen Kanonen großen Kalibers aufge­stellt, das tückische Lager bei Derna beschos­sen. Die Geschosse richteten große Ver- Heerungen an. Ganze Gruppen von fliehen, den Arabern sind vernichtet worden. Wie ferner verlautet, sollen sich im türkischen Lager von Derna drei ehemalige deutsche Of­fiz i e r e tefinben, von denen einer sogar die Leitung der Artillerie in den Händen haben soll.

Wahl statt, der Ausgang dieses Parteikampses ist aber lehr zweifelhaft. Der Bauernbund hofft den Kreis zu haften, während anderseits das Zenftum seine Eroberung erstrebt. Im rhei­nischen Sieg-Kreis hat ber bei der Haupt­wahl durchgekommene Zentrumsabgeordne e Bartaaenollen^T^ b^r um stimm UEUWen öromm un.D ^nt> fln Teo. ?° ^,8eno sen Trimb or n den bekannten n<frem Beuern Sinn, möglicher Tat-

toäMt tonrh?f (.inbWcnh^ io wo Tatkraft notwendig ist. Wir haben

Wegen des bekannten Zwistes im Zentrum nen^bat Reick ^u^verfteinern bat ferner der langjährige Abgeordnete Roe- J

rett sein Mandat für Trier-Saarlouis nieder- ! . 6re't deutschen Landes am Rheine hin- aelegt und ist durch den Zentrumsabaeordneten ^^U8eben. Hetltger Boden ist überall, so- Werr ecketzt worden. Weiterhin mußte Frei-1®ie deutsche Zunge klingt! soweit die deut- herr von Hertling wegen seiner Ernennung '"e Herrschaft reicht. Aus diese große und ver- zum baverifcken Ministervräsidenten aussckei- sammelte un-ge!ckwächte mächtiae deutsche Ra­den. Sein Nachfolger im Wahlkreise Münster- tio» ein dreifaches Hoch!" Diesen Wocken Eoeskeld wurde Dr. Ger lach. Der Pole Graf folgte auf Setten ber Oesterreicher großer Bei- von Brudzewo-Mielzvnski war beij fall, aus der Gegenseite den Hauvtwahlen zweimal gewählt worden und verzichtete auf das Mandat in Pleß-Rvb- nik, das dann an den Polen Pospiech fiel. Damt- wurde noch die Wahl in Hagenow-Gre- vesmühlen für ungültig erklärt. Bei der Nach­wahl tm Juni unterlag der bisherige konser­vative Abgeordnete Pauli dem Fortschrittler Sivkovich, ber mit einer Majorität von mehr als zweitausend Stimmen den Sieg da- oontrug. Alles in allem hat also nur die Fort­schrittliche Volksvackei bei den Nachwahlen ein

Nach der KriegzerklSrmg. Paris amMorgen nach der Kriegserklärung Preußens; Erinnerungen aus großer Zeit; das ganze Frankreich in stolzer Hoffnung! (Von unferm Mitarbeiter.)

Im Parisergountal" veröffentlicht soeben Hector Fletschmann unter der Tpitzmarcke Zwetundvlerztg Jahre nachher" Erinnerungen an 1870 Er schreibt einleitend: Obwohl wir beruhigt in die Zulunft blicken können, und ob­wohl man beinah« mit Gewißheit behaupten kann, daß dar letzte Wort dem friedlich en Ein- vernehmen und dersrtedlichen BeEndigung Vorbehalten bleiben muß, dürste ein Rückblick auf dar lebendige und bi« heute nachwirkende Einst, da« wir der Mitwelt an der Hand alter, unter dem Staub der Archive schlummernder Zeitungöblätter in« Gedächtnis rufen wollen, nicht unangebracht sein. Fleischmann schildert dann die «orgänge vor zweiundvierzig Jahren:

aus ber Senatstribüne Herr von ©ram­me nt, Minister des Aeußern, und vor der ge­setzgebenden Körperschaft Herr Emile Ollivier- Siegelbewahrer und.Jd'-tz. und Kultusminö fftr, die auf Krieg ftmaiuxaufenben Erklär»»

Schließlich wurde der Konflift durch vertust, telnde Worte des Obersten Kurz aus Bern und des Schützen Streit aus Coburg beige- leatt sodaß kein M nklana in der Versammlung zurückblieb. Profestor Wildauer wurde vom Kaiser von Oesterreich für "eine Rede zum Rit- ter ber eisernen Krone ernannt. Noch eine an­dere Rede verdient in diesem Zusammenhänge Erwähnung: Die des Mtglieds de« Schweizer Nationalrats Gurti aus St. Gallen. Curti rief begeisteck aus:Seid Ihr nicht eine Ra- *on? Und hahf 9-fir nW ein Land, eine Sprache, eine Wissenschaft und Kunst, eine Gesittung, eine Geschickte, eine Zukunft? £>abt Ihr nicht miteinander gekämpft in ernsten «roßen Tagen und habt Ihr nicht mit einander Euch frei gemacht? Verlanaen Euere Inter­essen selbst nicht die Größe Deutsch­lands? Ist es nicht bei Euch« eine gemeinsame

a,. .. I Ueberzeugung, daß Deuffchlond eine große

Die Ersatzwahl in Pfarrkirchen. Mission geworden ist. Schwerpunkt zu sein in Wie uns ein Privattelegramm aus Europa für alle großen Interessen der Huma- Augsburg meldet, wird die liberale Vereins-1 «ftät und des Fortschrittes, des reinen makef- «ung für die Reichstagserscktzwahl im Wahl-1Fortschreitens eines geläuterten Hnma- kreis Pfarrkirchen von der atufftettune niSmu3? Darum hinaufgeschaut und auf Gott eines eigenen Kandidaten absehen und gfticb auf den ©eniu s in Euch, auf

im ersten Wahlgange für den bauernbündle- "" ^"'Us der

rischen Kandidaten, den Oekonomen Joses | S/ÄrS' chein?die^Wab?BauerS^lS^e'siA^ "n5aM deutscher Mädchen um ihn und über-

Mandat gewonnen, das den Konservativen ver­loren gegangen ist. Wahrscheinlich wird im Laust des Sommers auch noch eine Nachwahl im eckten Berliner Wahlkreis stattzu- stnden haben, weil ber bock bei der Hauptwahl mit nur wenigen Stimmen Mehrheit gewählte freisinnige Reichstagsvräsident Dr. Kaempf der drohenden Ungültigkeitserklärung seines Mandats zuvorzukommen und baS Mandat niederzulegen. -ft-

Wie wenige erinnern sich heute noch an di« Einzelheiten der Kriegserklärung! Es war Freitag, der fünfzehnte Juli, als

Stockholm war der Weckmefler internatio­naler Körperkultur und völkischer Kraft. An der Spitze aller Nationen marschiecke Amerika. Ihm folgte Schweden, däs aber von den hei­mischen Schiedsrichtern ziemlich begünstigt worden fein soll. Selbstverständlich rangiert dann England, und erst 'nach den Sprossen John Bulls folgen die Vertreter deutschen Sporttums: An vierter Stelle! Warum be­schönigen oder bemänteln: Der deutsche Erfolg in Stockholm bedeutet eine Enttäuschung, und diese Enttäuschung wiegt umso schwerer, als sie uns betroffen hat in einer Zeit, in der sich bereits die Hoffnung regen durste, Eng­land im internationalen Sportwettbewerb den Rang abzulaufen! Es wäre.krasses Unrecht, wollte man daraus den deutschen Kämpfern, die sicherlich ihr Bestes gaben, oder gar dem Komitee einen Vorwurf machen. Obwohl die Anhänger des einen oder andern Spockzwelgs klagten, man habe nicht gerade die Besten un­ter ihnen ausg-sucht, und obwohl die im Ver­hältnis zur Zahl der Kämpfer recht erhebliche Zahl der Personen, die aus rein repräsen­tativen Gründen mit zum Norden zogen, auffallen muß. Nicht die einzelnen Teilneh­mer sind für die Enttäuschung verantwortlich zu machen, sondern das bei uns herckchende Erziehungs-System, dem immer noch die Schlacken staubiger Bücherwurm-Vergan- genhett anhastet und das immer noch nicht dem Leben gibt, was das Leben fordeck. Unsren obersten Erziehungsleitern steckt heut wie einst die ehrfürchtige Bewunderung jener Menschenbildungs-Methode Im Blut, die ihr höchstes Ziel in der restlosen Beherr­schung der griechischen Syntax erblickt, und es find erst ein paar Jahre seit der Zeit ver­ronnen, da man auch bei uns, zagend noch, die Ueberzeugung aussprechen durste, daß es nicht länger angehe, durch Generationen hin­durch immer nur den halben Menschen, den vergeistigten" Deutschen auszubilden, die Kör­perstählung aber verächtlich aus dem Schulbe­reich zu bannen.