Hessische Abendzeitung
Nummer 179
Fernsprecher 951 und 952.
Sonntag, 7. Juli 1912
2. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Ich mute mir zu, einen angesagten Tod gelassen erwarten zu können, und kann mir denken, daß diese Zeit, während ich ihn langsam aus der Nacht hervortreten und ihn immer näher an mich herankommen sehe, schön und friedlich und von Erkennung seltsam beglückt wäre. Aber das Entsetzen, wenn ich plötzlich gewahr würde, gleichsam mein eignes Sterben versäumt zu haben, mag ich mir nicht ausmalen. Was ich als notwendig erkennen kann schreckt mich nicht, denn was ich als notwendig erkenne, will ich selbst, und so bin ich auch im Tod noch mein eigner Herr. Nur soviel ist das Leben mir wert, als ich es bewußt selbst mit meinem eignen Willen begleiten kann. Mancher mag andrer Meinung sein, aber dahin werden wir uns einigen können, daß es nicht irgend einem Arzt zukommt, willkürlich zu bestimmen, wie viel er dem Kranken eingestehen oder verheimlichen will. Ist es ein Kranker, der meint, es sei besser für ihn, mit Lügen getröstet zu werden, so kann er es dem Arzt sagen. Aber wenn er dem Arzt nicht ausdrücklich sagt, er verlange nichts über sich zu wissen, sondern I ".ur alle Hilfe, die die Kunst des Arztes noch für ihn hat, ja gar, wenn er in den Arzt dringt, ihm die Wahrheit zu sagen, um selbst, solange
Zeitist, alles bestellen und dem eignen Schicksal noch die Hand reichen zu können, dann weiß ich kein Wort stark genug gegen einen lugenden Arzt. Ich empfinde nichts so bestimmt, als daß sich kein Mensch herausnehmen darf, eines andern Vormund zu sein. Und jedes andere Recht will ich eher lassen als dieses eine, selbst zu bestimmen, was für mich gut und was für mich schlecht ist. Es ist mir unerträglich, auch nur ein kleines Kind anzu- unb toätS 8“ seinem Besten. Und lieber will ich das Schlechteste tragen müssen, als mit offnen Augen wie ein Blinder durch Lügen an fremder Hand zu gehen!
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kung der Position Tafts gleichkommt. Nach Ansicht dieser Kreise würden sich jetzt viele Anhänger Roosevelts wieder für Taft gewinnen lassen. Allerdings verschließt man sich nicht der Auffassung, daß die Cbancen Wilsons im November sehr groß sind, und Taft in ihm einen äußerst gefährlichen Rivalen habe. Die Folgen eines eventuellen Parteiwechsels werden naturgemäß in den schwärzesten Farben geschildert, denn allein die gewaltige Umwäl- [ zuna, welck>e mit dem Systemwechsel verbunden ist. der zugleich einen Wechsel in sämtlichen hö- bern und Mittlern Beamtenstellungen notwendig macht, werden in Börsenkreisen als ungemein störend für die weitere Entwicklung des Wirtschaftslebens bezeichnet. Daß dieser Personenwechsel, der sich schon sehr empfindlich fühlbar macht, wenn ein Angehöriger der gleichen Partei gewählt wird, außerordentlich stark ins Gewicht fällt, wo es sich darum handelt, alle Beamtenstellen neu zu besetzen, steht außer Frage.
die Urteilsbegründung, streiften die politischen Zustande Elsaß-Lothringens, die nach der Aus- fassung des Staatsanwalts „zu den ernstesten Bezorgnissen Anlaß geben".
Weit zu pflegen. Der hauptsächlichste Gedanke des Zaren sei der, die Interessen Rußlands dem Einflüsse Deutschlands zu entziehen.
schlimmer wird es für ihn sein, wenn er zuletzt doch erkennen muß, daß er betrogen worden sei. Wahren Menschen ist alles erträglich, nur eins nicht: Von ihrem Schicksal überfallen zu werden.
Ueber den tödlichen Absturz der beiden Militärflieger werden uns in einem Privat- Telegramm aus London folgende Einzelheiten berichtet: Hauptmann Lorraine vom Garderegiment und der Stabsveterinant Wilson stiegen um halb sechs Uhr morgens in einem Eindecker mit einem 70 Pserdekrast- Motor aus. Lorraine sührte und Wilson, der selbst nur Zweidecker geführt hatte, flog als Passagier mit, um die Führung eines Eindek- kers zu erlernen. Die beiden Flieger befanden sich in einer Höhe von etwa zweihundert Metern, als sich bei einer Linksschwenkung des Hauptmanns der linke Flügel offenbar in einer Wind-Masche verfing. Die Maschine glitt auf die Seite, schlug um und stürzte wie ein Stein nieder. Sie, sprang beim Aufschlagen auf die Erde zwölf Meter weit und bohrte'sich, total zertrümmert, tief in den Boden. Die beiden unglücklichen Insassen waren an ihr« Sitze fe st geschnallt und wurden gräß- l i ch v e r st ü m m e l t. Die Truppen sahen den Eindecker abstürzen, worauf sofort Automobile und Ambulanzen zur Unfallstelle eilten. Man fand, daß der Feldwebel Wilfon auf der Stelle getötet worden war, während Hauptmann Lorraine noch mit dem Tode rang und erst nach einiger Zeit von feinen Qualen erlöst wurde. Er war dreiunddreißig Jahre alt und einer der schneidigsten und erfolgreichsten englischen Militärflieger.
Geschichten aus Eaarabieu.
Die Affäre Schatz: Mer Monate Gefängnis!
(Privat-Telegram m.l Saargemünd, 6. Juli.
Zar Recht auf Wahrheit!
Die Lüge am Krankenbett; der Mensch und fein Schicksal; Wahrheit tötet nicht, von Hermann Bahr.
Newyork, 6. Juli.
(P r i v a t - T e l e g r a m m.)
Nachdem sich die gewaltige Bewegung, welche die Nominierung des Gouverneurs Wilson in Geschäfts- und Börsenkreisen hervorrief, etwas gelegt hat, finden Erwägungen über die voraussichtlichen Folgen eines etwaigen Parteiwechsels für dm Fall, daß Wilson Präsident wird, größeren Raum. Führende Männer der Großfinanz u. von Bahnuntemehmun- gen, die Ihr Korrespondent um ihre Meinung befragt bat, äußern sich dahin, daß die Nomination Wilsons insofern zu begrüßen sei, als dadurch voraussichtlich Roosevelt matt gesetzt sein dürfte, was aber einer Stär
wegen Meineids und Konkursvergehens zu verhaften und in das Gefängnis des Landgerichts zu Leipzig abzuliefern ist. Während seines Aufenthaltes in Leipzig lernte Miene- ziers die Tochter eines bekannten Leipziger Großverlegers kennen. Tie jungen Leute verkehttm in dm besten Kreisen und man rechnete allgemein auf eine baldige Verheiratung. Schließlich geriet aber WimczierS in Differenzen mit dem Schwiegervater, die zur mdgültigen Lösung der Beziehungen sührten. Während die Polizei nun nach dem Aviatiker fahndete, stellte sich dieser gestern in Berlin '"bst der Behörde und wurde nach Leipzig transportiert. Er befindet sich augenblicklich im hiesigen Untersuchungs-Gefängnis. Wleneziers war in Berlin von London ringe- troffen, wo er sich mit feiner Braut, der Toch- ter des Leipziger Verlegers, heimlichhatte trauen lassen. Nach Auffassuna des
Die MelueidsaffSre Wrencziers.
(Priv at-Telegramm.)
Leipzig, 6. Juli.
Wie wir bereits telegraphisch berichteten, hatte die Staatsanwaltschaft Leipzig gegen dm Aviatiker Eugen WinczierS aus Gollo- witz wegen Konkurs vergehens und Meineids einen Steckbrief erlassen. Zu der Affäre werden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: Wimcziers ist der bekannte Flieger, der zuerst das Straßburger Münster umkreiste und auch in Leipzig bedeutende Erfolge errang. Er trat zu dm Deutfchen Flugzeugwer. ken in Leipzig in geschäftliche Verbindung. Dort kam es aber bald zu Differenzen zwischen ihm und der Firma, die jedoch durch einen Vergleich geschlichtet wurden. Später kam Wienc- ziers mit einem Herrn Flinsch aus Frank- utt zusammen, der ihm einen Blöriot-Apvarat verkaufte. Bei Lieferung des Apparates soll Wiencziers k e i n G e l d gehabt haben, und als er in Leipzig von Flinsch verklagt wurde, leistete er dm Offenbarung seid. Dieser Eid soll nun wissentlich falsch geleistet sein. Der hinter dem Flieger erlassene Steckbrief führt aus, daß der Flieger Eugen Hugo Walter Wimcziers aus Golkowitz
Herr Louis und der Zur.
(Prtvat-Telegram m.)
London, 6. Juli.
Die „Times" melden aus Petersburg: ~er bedeutungsvollste Kommentar über die Begegnung in Baltisch-Port kann in der Tatsache gesehen werden, daß v o r der Abreise des Zaren nach dm finnischen Schären der ftanzösische Botschafter Louis in langer Audienz von ihm empfangen wurde und daraufhin der Botschafter auch mit dem russischen Ministerpräsidenten Kokowzow eine eingehende Besprechung hatte. Nach der Rückkehr des Zaren aus Reval wird der Botschafter mit dm leitenden ruffif^en Persönlichkeiten abermals konferieren. Der Korrespondent des Blattes fügt hinzu, er habe begründeten Anlaß, zu versichern, daß der Zar fest und unwider- mflich entschlossm fei, das Bündnis mit Frankreich aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen, sowie auch das gute Einvernehmen mit England nach Möa.l
Der Kampf ums Weiße Haus.
Wilsons Ausfichten auf die Präsidentschaft.
Die Nomination Wilsons als demokratischer Kandidat für den Präsidentmposten der Vereinigten Staaten hat allgemein überrascht. Seine Aussichten im Wahlkampfe werden als sehr gut geschildert, doch verschließt man sich nicht der Erkenntnis der folgenschweren Tragweite eines Parteiwechsels. Es scheint überhaupt, als ob Roosevelt matt gesetzt wer- kenjotte. Newyorker Meldungen besagen dar-
Sine neue Fliegerkataftrotzbe. Absturz zweier englischer Militärflieger; zwei Opfer der Katastrophe; von einer Windmasche aus der Höhe in den Tod getrieben. (Telegraphische Meldungen.)
Wie Depeschen aus Loudon melden, stürzten gestern mittag zwei Militärflieger der Armeeinstruktions-Flie- gerschule Stonehenge, Hauptmann Lorraine und sein Passagier, ein Feldwebel, bei einem Aeroplanslugx in der Nähe von Stonehenge ab. Beide erlagen ihren Verletzungen nach kurzer Zeit. Das Unglück, das einen der besten Militärflieger Englands hinweggerafft hat, ist darauf zurückzuführen, daß das Flugzeug von einem Windstoß getroffen und zu Boden gedrückt wurde.
Wenn jemanh über Schmerzen klagt und der Urzt. von dem er sich untersuchen läßt, sicher zu sein glaubt, mit der ja höchst dubiosm Sicher- vett des ärztlichen Wissens, daß dieser Kranke nutzt mehr zu retten ist, vielleicht aber, wenn er openert wird und es glückt, noch über eine Streife des Daseins fortgebracht werden könne, w will es das Herkommen, daß der Arzt die Krankheit nicht nennen, fondem die Furcht »es Kranken mit irgend einem tröstlichen Na- j wen beschwichtigen und ihm Hoffnung machen soll, davon durch die Operafion, zu der thm der Arzt rät, erlöst zu werden. Wenn sich nun also der Kranke zu dieser Operation ent- schließt, so geschieht es ... auf eine Lüge hin. tr lagt sich in der Meinung operieren, dadurch geheilt zu werden, während der Arzt weiß, daß et nicht mehr geheilt werden kann. Es wird -c en sch en geben, die sich operieren lassen, auch enn sie wissen, daß sie nicht geheilt werden können well ihnen kein Preis zu hoch ist für
Iie6en Sonnenlichts auf unsrer ^7e- ändern aber wird es lieber sein, den 21b d» Ture nicht aufzuhalten. Dies hängt fih? ^^enschmatt des Kranken ab und dar- bat sein bester Freund fein Urteil, ge- ifrtos’öe ^zt. Und je mehr es ein Mensch bat> daß es feinen eigentlichen ben unTbe5 2e6etl8 Sanz inne zu wer- nichi b?»^ das Schicksal ihm zugewiesen hat, fürr, 5 8“ erleiden, sondern bewußt zu er- 1
IIe«. 1« selbst jy gestalten, desto i
-be-ids. «WretunB: st ™
, Das Problem, das der Hochgeschätzt-
Wiener Kritiker und Dramatiker heute berühr,, gebt Alls und Jeden an, wenn eS auch zunächst nur ein Einzelsall ist, von dem Hermann Bahr spricht. Ein Einzelsall freilich, an den ,u erinnern gerade jetzt schmerzlich ist: Gerade Ui diesen Tagen jährt es sich zum zweitenmale, oah uns vom Semmering die erschütternde Kunde kam, Joseph Kainz werde sterben lnussen Hermann Bahr begründet aus den Erinnerungen an die Stunden am Sterbebette Joseph Stattta’feine r«tegorif(%e Forderung des Rechts auf Wahrheit . auch am Sterbebette!
Als ich zum letzeumal bei K a i n z war, fünf Sage vor dem Ende, lag er ganz still, einge- knickt und gleichsam in sich hinein zuiammenge- zogen und nur seine Hand, sich leise zu mir hin nDd| grüßen. Ich saß an fernem Bett und begann, wie mir eingeschärft war, gleich davon, daß er ja nun die bo,e Macht des Morphiums bald überwunden habe, und wieder alles gut sein werde. Es war nämlich unter uns verabredet, ihm dies vorzusagen, niemals wurde der Name seiner I Krankheit ausgesprochen. Alle die Monate her hatten ihm die Freunde beteuert, er I öum Herbst wieder heil sein, und er selbst half ihnen dabei, man sah ihm an, daß er sich Mühe gab, es zu glauben, oder doch uns glauben zu machen, d a ß er es glaube. Nun aber, indem er davon sprach, da schlug er die Augen auf und sah mich an, sein Blick war groß und ein letzter trauriger Spott war darin und Müdigkeit von langem Dulden und die Frage: . 9Iict "äs mich so stark, daß ich • nubtä mehr sagen konnte, und... ich schämte! mt^. Es kam mir da so jämmerlich vor, noch immer zu lügen, albern, und, um es ganz aus- ' zusprechen, schlecht. Und wäre ich nicht feig gewesen, ich hätte lieber seine Hand genommen und ihm noch einmal gesagt, was er mir all me langen Jahre war, und wie weh, daß wir uns jetzt trennen müßten.
war feig, man ist „wohlerzogen": Herkommen wrll, daß wir am Krankenbett die Wahrheit meiden! Diesen letzten Blick kann ich nicht vergessen und immer muß ich denken cS war nicht recht von uns. Aber dies mag jeder Bei sich selbst entscheiden. Und wir logen fa nicht nur ihn an, wir logen uns selbst an, als ob diese Lüge die Kraft haben könnte, sich wahr zu machen und ein Wunder zu tun. ®5ir hielten uns noch an der einen letzten Hoffnung fest, daß die Aerzte ja nichts wissen. Damit. und noch tausendfach, mögen wir es vor unserem Gewissen beschönigen. Aber jetzt muß ich allgemein sprechen. Nicht mehr von darüber" Kainz, nicht von feinen Anverwandten Md ' & & freri*tet* Freunden, nicht von feinen Aerzten. Diese haben die Sitte befolgt und der Einzelne Bat keine S^nld an der allgemeinen Sitte. Es läßt mich aber nicht, ich muß es fagen: Dies ist eine schlechte Sitte, und während sie es liebreich und voll Erbarmen meint, ist sie grausam unb unmenschlich. Es steht dem Arzt nicht zu, den Kranken, der sich ihm anbertraut, zu täuschen Der Arzt ist dem Kranken die Wahrheit schuldig; nach seinem besten Wissen! Der Kranke hat ein Recht, vom Arzt zu hören, was der von ihm hält und für ihn fürchten muß, oder noch hoffen kann.
Die hiesige Straflammcr verurteilte gestern abend den alt-elsässiischen Fabrikbeamten Hein- . . . .. , , eich Schatz wegen Majestätsbeleidi- daß m diesen g u ng zu vier Monaten Gefängnis Vordergrund und Tragung sämtlicher Kosten. Es handelte sich um den Vorgang in der Saargemünder | Petsammlung des „Souvenir Francais" vom Ezehnten Mai Schatz hat vor Beginn der Versammlung eine im Saal befindliche Büste des Kaisers umgedreht und auf die straßburgerKaiserworte anspielend gesagt: „Sie haben mich jetzt von der guten Seite kennen gelernt, eie werden mich jetzt von der an- bern Seite kennen lernen!“ Wie die gestrige Verhandlung ergab, machte Schatz am Schlüsse der Versammlung noch die Bemerkung: „Wir I wollen denjenigen „conspuer", der uns wäh- rend der ganzen Versammlung den Rücken gc- I dreht hat." Den Ausdruck „conspuer“ (wört- Anspucken, in übertragenem Sinne: Gröblich verachten) wollte Schatz nur im Smne der Mißbilligung, wie beispielsweise IiklS Scharren der Studenten einem mißliebi- gen Professor gegenüber, gebraucht und zudem nicht an die Adresse des Kaisers, sondern an einen vor ihm selber sitzenden Versammlungs- teilnehmer, der ihm beständig den Rücken ge- lehtt habe, gerichtet haben. Das Gericht war aber der Ansicht, daß der Ausdruck „conspuer“ schwer beleidigend und ohne Zweifel der umgedrehten K a i s e r b ü st e zugedacht ge- «esen. sei- Die Verhandlung, besonders die Rede t-el Ersten Staatsanwalts. Kanzler, und
Casseler NMe Nachrichten
__Casseler Abendzeitung
1 Die Kaisertage in Baltisch-Port.
; Zwiegespräche zwischen Kaiser unb Zar.
‘ Depeschen aus Petersburg wußten gestern I beabsichtigten Verlängerung des des Kaisers und des Zaren in
I ^"iscb-Port zu berichten. Wie dazu an Ber inn£LUe^n ?lcler Sielle bemerkt wird, ist es i
«ö * S8 ti* ää ■ ÄS «»»-ll «n Me artete.
Sonnabend in Anspruch nehmen wird. Der < ^e weitere Depeschen aus Newyork mel- I e2*,S?e Dag hat mehrere Unterredungen beTt- Roosevelt die Grundzüge des Pro-
zwischen Kaiser und Zar gebracht. Es wird uns Gramms der neuen Roosevelt-Partei bekannt
* . : gegeben und erklärt, das demokratische und das
Battisch-Vott, 6. Juli. republikanische Parteiprogramm zeigten kein lPrivat-Telegramm.) die soziale und indu-
Gestern mittag fand ein Dejeuner für etwa s ™ V^8“"8 Lande. Er werde in hundert Personen an Bord der russischen Kai- ^'h^mpagne auf die Verteuerung der seryacht „Standard“ statt, zu dem vorherrschend Utti3 N an bic Lohn-
Militärpersonen geladen waren Kelter und die Farmer wenden. Roosevelt um siebeneinhalb Ubr folgte^fJbÜn Ä ÄT b<T$ republikanische wie auf der i . demokratische Programm und behauptet,
Kaiserdi^bobmM^dewr^^?!- beiden daß Wilson als Freihändler das Land rui- raltät teil»abmen^LurdEntrager und die Gene- Nieren werde. Auch gegenüber der Trustfrage morgen fand ein bo,en ferne Versicherungen keine Sicherheit ®
Frühstück für die Offiziere des Wyborger Regt- w v 1
Ents statt. Heute abend um sechs Uhr fficht die 1 -Hohenzollern“ in See. Während des gestrigen Tages sah man die beiden Kaiser vielfach in i«timen Zwiegesprächen. Am zwölf- ten Juli begibt sich das Zarenpaar zur Grundsteinlegung des Kriegshafens nach Reval. Den gestrigen Unterredungen zwischen Kaiser und Zar wird große politische Bedeutung! beigemessen, da es als sicher gilt, daß in diesen Unterredungen vorwiegend die im L—
polriischen Interesses fteBenben | schwebenden Fragen behandelt worden sind.