Casseler Neueste Nachrichten
Caffeler Abendzeitung
Hesflsche Abendzeitung
Nummer 177
Fernsprecher 951 und 952.
Freitag, 8. Juli 1912
2. Jahrgang
Fernsprecher 951 und 952.
Höhepunkt erreichte und (nach des toten Fritz russischen Ministerp räsidenten Kokowa
meinen Aufruhr hin und man ist wcger
Kiel, 4. Juli-
Während es scheint, daß die Berliner Spio»
(Privat-Telegram m.)
Konstantinopel, 4 Juli.
Nach hier eingetroffenen Meldungen sind fünfundzwanzig Offiziere mit ungefähr tausend Mann aus den Garnisonen von Monaftir, Bibra, Presirna und Ochrida desertiert und in
aus die Türken in Tripolis und der Cyrenaika. Das würde dann der natürliche Gipfel der römischen Verächtigungen sein.
3nfertiontoreife: Di« sechsgespoUen- geile für eürhetmische «eschäft- 15 Pfg., für aus. »artige Inserate 25 Pf, 8Ut[am«eile für einheimische GefchLfte 1» Pf, für auiroirttge SeschLfte 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend berechnet. Wegen ihrer dichten Setbreitung in der Residenz ans der Umgebung sind die Casseler Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnfetttonSorgan. Geschäftsstelle: »Ölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16. Telephon: Ami Moritzpla, 676
Li« Drama tm Steinbruch.
Ein Privattelegramm meldet unZ aus Marseille: In dem Steinbruch der Firma Wulfram, in der Nähe von Marseille, waren gestern abend fünfzehn Arbeiter damit beschäftigt, eine Mine zu legen, die dreißig Kilogramm Sprengstoff enthielt. Aus bisher
der weiteren Entwicklung der Dinge sehr beunruhigt.
die Berge geflüchtet. Auch aus der Garnison Janina ist eine -große Anzahl Soldaten unter Führung mehrerer Offizier« in die Berge desertiert. Di« Regierung hat angesichts dieser Massen-Tesertionen di« Entsendung weiterer
noch unbekannter Ursache explodierte dir Mine jedoch zu früh. Es wurden infolgedessen sechs Arbeiter getötet, darunter auch der Sohn des Unternehmers. Die übrigen Ar-
Arbeiter irgend eine Schuld haben. ES handelt sich um einen jener beklagenswerten Unglücksfälle, die sich bei der sorgfältigsten Beachtung der gebotenen Sicherheitsmaßnahmen immer wieder ereignen werden.
deutschen Hymne empfangen. Der Kreuzer „Moltke" beantwortete den Salut mit der russischen Hymne und einem kräftigen Hurra der deutschen Matrosen. Nach Ankunft des kaiser-
W Kaisertage in Baltisch-Pott.
Begrünung zwischen Kaiser «nd Zar.
(Privat-Telegram m.)
Baltisch-Port, 4. Juli.
Wenige Minuten vor zehn Uhr traf heute früh die „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord, nebst tbent Kreuzer „Moltke" und dem Depeschenboot „Sleipner" auf der Reede von Baltisch-Port ein, vom Salut der russischen Kreuzer, dem Hurra der Matrosen und der
Unsere Freunde, die Römer.
Schwere Angriffe gegen von der Goltz.
Wie wir berichteten, hatte vor einigen Tagen der preußische Feldmarschall Freiherr von der Goltz, der frühere Reorganisator der türkischen Armee, in der Wiener „Neuen Freie» Presse" einen Artikel geschrieben, worin er die
Ne Sberhausen KMtrMe.
Nicht sechzehn, sonder« zweiundzwanzig Opfer; der Anstand der Verletzte« sehr de, deutlich; a« dem Unglück niemand schuldig! (Privat-Telegram m.)
eines Gefolges auf die „Hohenzollern" zur Begrüßung Kaiser Wilhelms. Nach-
Eine Stimme aus Ronr.
Ein Privattelegramm meldet uns aus Mailand: Dem römischen Korrespondenten des „Perseveranza" wird auS allererster politischer Quelle gemeldet, daß in Baltisch- Port zwar daS Thema des italienisch-türkischen Krieges besprochen werde, daß aber keine neue Initiative für Friedensverhandlungen als Resultat der Zusammenkunft zu erwarten sei. Der gegenwärtige Zeitpunkt, in dem die innere Lage der Türkei so kritisch geworden sei, müsse Deutschland a b h a l t e n, aus seiner bisher bewahrten Reserve herauszutreten, denn ein Heraustreten auS dieser Reserve könne tm gegenwärtigen Moment politisch per- hängnisvoll sein.
schatten rings sich ballenden Gewölks, und kein Signal der Staatsmaschine kündete drohenden Sturm. Man deutete uns damals (oder taten wir's selbst?) die stolze Zuversicht im Kleide lächelnder Sorglosigkeit als stählerne Männerstärke, die mit der Faust am Degenknopf sich sicher weiß vor aller Gefahr. Daß hinter den Kulissen weder der Gleichmut tändelte, noch stolze Lippen lächelten, ist uns bald darauf von ernstem Mund eindringlich gepredigt worden: Zur Mahnung für spätere Tage!
Reminiszenzen.
Die Mahnung darf heut in die Erinnerung zurückgerufen werden: Zwar schäumt nicht (wie vor sieben Jahren zur Sommerzeit) jenseits der Bogesen ein Meer des Hasses und der Erbitterung; zwar droht nicht, wie damals, natio- talistifche Intrige den Völkerkessel Galliens in einen Banden zu sprengen, und kein grollender Neider wartet im Hinterhalt (wie damals, als des toten King unversöhnliche Onkel-Poliftk die ersten wirren Fäden spann), aber auch heut teht die Sorge vor der Tür, und es ist ziemend, dem Stückchen Weltgeschichte, das sich in stiller Werkstatt an der Newa, der Seine und der Themse Sttand entwickelt, gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht als zitternder
Eiust und Jetzt.
Man reist; reist ohne sichtbare Sorge in den Hellen Sonnentag und schaut mit trunknem Auge den Sommerspuk der schönen Welt, dessen berückender Zauber weder vom Gewölk am Diplomatenhimmel, noch von Potentatenlaune oder Schicksaltücke gemindert werden kann. Reist trotz des Unbehagens, das seit dem Tag von Agadir auf den Seelen lastet, und schwich- tigt der Sorge beschwörende Geste mit dem Hinweis auf des Friedens frommen Engel, der an Europens Seite unter der Milliardenlast erdrückender Rüstung keucht. Wenn Unheil nah, Pflegt der Kapitän nicht fern vom Schiff und der Steuermann nicht wett vom Rad zu sein: Also dürfen wir uns beruhigen! Als neun« rehnhundertundfünk das Marokko - Feuerchen
Zaren an Bord, sowie zwei russische Linienschiffe und Torpedoboote. Am Mittwoch in der Frühe, als überm Nordmeer noch der Julinebel wogte, fft die Kaiserjacht „Hohenzollern" mit dem Träger der deuffchen Kaiserkrone an Bord in See gegangen, und Wochen hindurch wird Wilhelm der Zweite nun der Heimaterde fern sein, um erst in den Augusttageu aus der freien Luft des kalten Nordens zur lauen Schwüle deutscher Atmosphäre zurückzukehren. Auch der erste Beamte im Reich, Herr Theobald von Beth- m a n n Ho l l w e g (an dessen güldner Grafenkrone noch die Gnomen hämmern), sieht im stillen Hause an der Wilhelmstraße rings in der Runde schon gepackte Koffer, sehnt sich nach dem stillen Frieden idyllischer Ferientage im grünen Erdenwinkel der brandenburger Mark und wird, wenn ihn der Kahn vom Nordmeer an der Heimat Küste zurückgetragen, die schwere Bürde des Reichsgeschäfts mit der leichtern Last des Gutsherrn von Hohenfinow tauschen. Selbst im Auswärtigen Amt hat das Reisefieber seinen Zauber spielen lassen: Herr von Kiderlen- Wa echt er. der die Kissinger Kur des Vorjahrs und das Rendezvous mit JuleS Cam- bon ohne sichtbares Unheil überdauert hat, weilt südwärts der Mainlinie, erledigt tm Vorübergehen noch ein paar am Wegsaum wattende Geschäfte und läßt sich den Genuß sonnenheller Sommerzeit nicht durch das Rabengekrächz gallischer Schwarzseher trüben. Er hat in Kissingen mit den Brüdern Cambon geplaudert und rüstet in der Stille zur Feier des sechzigsten Wiegenfests, von dessen Zauber den Mann aus Schwaben nur noch sechs kurze Tage trennen.
Frage: „Kann die Türkei Fried entschiedene Anzeichen deuten auf einen allge, schließ en?" verneinte. Darüber haben ‘----------
italienische Zeitungen ihrer tiefen Verstimmung Ausdruck gegeben. Die angesehene politische Zeitung Giornale d’Italia sucht in einem Leitartikel „Undnlffames Verhalten eines verbündeten Generals" die Aufmerksamkeit der italienischen Regierung darauf zu lenken, daß ein aktiver Feldmarschall des deutschen Heeres inkorrekt« Urteile über den Gang der militärischen Operationen Italiens veröffentliche, Italiens Feind zur Fortsetzung des Widerstandes in Lybiey öffentlich ansporne und damit den allerersten Pflichten nicht bloß des Bündnisses, sondern einfacher Neutralität zuwiderhandle. Italien habe seinerseits den General Wsinari Wege» einer einfachen Redewendung gegen Oesterreich außer Dienst gestellt, von der Goltz aber veröffentlicht fortgesetzt in einer Zeitung vom Charakter der Neuen Freien Presse einen Artikel „Kriegs- haudbuch für die Türkei gegen Italien", und ein solcher Skandal werde ruhig geduldet. Diese Auslassungen haben nun in der italienischen Presse einen regelrechten Entrüstungssturm gegen den Feldmarschall entfacht:
dem der Zar auf seine Jacht „Standard" zurück- gekehrt war, ertoiberte Kaiser Wilhelm mit dem Prinzen Adalbett und seiner Suite den Besuch auf der Zarenjacht „Standard", wo er vom Zaren, der Zarin uitd ihren Kindern empfangen wurde. Heute mittag attd an Bord der „Standard" ein Frühstück tatt; abends um acht Uhr wird ein Diner an Bord der „Hohenzollern" stattfinden. Die Kriegsschiffe und Kaiserjachten sind festlich ge- chmückt, das Wetter ist herrlich, während es noch gestern abend sehr trübe ausgesehen hatte. Im Lause des moraiaen Tages wird jedenfalls
Oberhausen, 4. Jüli.
Die endgültige Feststellung hat ergeben, daß die gesttige Schlagwetterkatastrophe aus der Osterfeld-Zeche insgesamt z w e i u n d. zwanzig Opfer gefordert hat. Sechzehn Bergleute sind tot, sechs liegen schwerverletzt in den Krankenhäusern. Die Verletzten find hauptsächlich durch giftige Gasschwadeu betäubt worden; ob sie sich wieder erholen, läßt sich noch nicht sagen, da die tödliche Wirkung der Schwaden sehr ost erst nach drei oder vier Tagen sich etnstellt. Von den Verwaltungen der Krankenhäuser wurde heute mittag auf An. frage erflärt, daß der Zustand der verletzten Bergleute noch immer sehr bedenklich sei. Bon den Toten, die meistens in Osterfeld wohn- ten, sind fünfzehn, von den Verletzten vier Familienväter. Nach dem Ergebnis der von der Bergbehörde angestellten Untersuchung ist anzunehmen, daß bei den Arbeiten in einem Aufbruch ein sogenannter Bläser steigewor- den ist, der sich durch einen weiteren Sprengschuß entzündet und so das folgenschwere Unglück verschuldet hat. Das einstimmige Urteil aller Unterrichteten geht dahin, daß an dem Unglück auf der Zech« Osterfeld weder die Z e - chenverwaltung, noch die verantwortlichen Betriebsbeamten, noch die beteiligten
Nord und Süd.
Selbst dort, wo in diesen Tagen der Sorge Schatten am düstersten auf der Hoffnung sonnenhellen Mittag niedersankeu und so nah am Ziel den „Bezwingern Mauretaniens" schnöder Schicksalneid den süßen Raub vergällte, hat des Sommers dörrende Oede die Empfindsamen aus der engenden Fessel des heimischen Wigwams in die Ferne getrieben, um die Wunder zu suchen, die ein guter Gott Denen offenbart, di? er „in die weite Welt schickt": Herr Armand Fallisres (dessen greises Gascog- ner-Haupt sich im bunten Trubel französischer Zunft- und Dilettantenpolitik so ehrwürdig ausnimmt wie ein Apostelkopf mitten im ©etooge des Sündenmeers) gedenkt dieSommer- stille des Julimonds in der rebengrünen Heimat zu verträumen, um nach den beschwerlichen Strapazen des Repräsentationsgeschäfts int Elysee, nach der Bewirtung gekrönter und ungekrönter Gäste des Daseins spärliche Freuden als von der Bürde des Prästdentenamts Erlö- ster zu genießen. Herrn Poincarss Frühlings- Kabinett ist zwar noch vollzählig in der Werkstatt versammelt, um des ersten Lorbeers kümmerliches Sprießen zu erharren, aber Herr Jules Cambon, der an der Spree die Geschäfte der Republik mit kluger Energie besorgt, weilt schon feit Wochen fern von Berlin, ward in der Kissinger Ferienzett zum Brunnen-Partner Alfred von Kiderlens und überläßt das Sche- ma-Notenwerk des grünen Tischs im Berliner Kanzlei-Büro kaum erprobten Händen: Von Baltisch-Port und aus dem Schären-Gewässer sind störende Ueberraschungen nicht zu fürchten.
Rom, 4. Füll.
(Privat-Telegramm.)
Die italienische Presse fährt fort, in ihren Angriffen gegen den Generalfeldmarschall von der Goltz wegen seiner türkenfreundlichen Artikel. Der Deputierte Girmettl bezeichnet in der Turiner „Stampa" die Auslassungen des Marschalls als eine Zusammenfassung von gemeinen und frechen, gegen die Währ- hett verstoßenden Behauptungen. Die italieni- sche Regierung werde daran denken müssen, die Regierung des Deuffchen Reiches daraus aufmerksam zu machen, daß hierbei doch b e - deutend e Momente auf dem Spiele ständen, denn «8 könne Italien unmöglich gleichgültig lassen, wenn die erfte militärische Autorität eines befreundeten und Verbündeten Reiches sich offenkundig als Gegner der Interessen Italiens in einem Kriege bekenne, der mit Rücksicht auf das nationale Interesse Italiens ein Gebot der Notwendigkeit gewesen sei.
Marschall So!tz «nd die Römer.
Wen» der Holunöer blüht....
Die Zeit der Reise« «nb Märchen.
Depesche« auS Baltisch-Port, dem Ort des Kaiser-Rendezvous, melden: Bei sonnigem Wetter ist heute früh um 9 Uhr 55 Minuten die Kaiserjacht „Hohenzollern" mit dem Kaiser an Bord samt den Begleitschiffen auf der hiesigen Reede eingetroffen. Der kleine Hafen und das Städtchen pran- gen in buntem Flaggenschmuck der deuffchen und russischen Farben. In der Bucht liegt seit gestern die russische Kaiserjacht „Standard" mit dem
w«-->-ntlich s-chr-n-l und zwar abenbä. Der
Obomtementäpreig betragt monatlich 60 Pfg. bet tretet Zustellung tn» Lau». Bestellungen Kebahton“b“* 9oten entgegengenommen. Druckerei.«erlag k ««ImbtWtraSe 28/30. Sprechstunde» der Redaktion nur oon I bi« 3 Uhr emWömbe# bet Auskunft. Stelle: Jede» Mittwoch und Freitag oon 6 b« 8 Ubr abend«. Berliner Vertretung: SW, Friedtichstr 16, Telephon Amt Dwrisplatz 676
Zerkrieg geworden wäre, als die |auch eine Besprechung zwischen dem R e ichs -1Truppen zugunsten der Meuterer zu beeinflns. SsJSJÄJw" derlm Paris den kanzler von Bethmann Hollwey und dem sen. Die Verfolgung der Meuterer, die sich zu, bon tsnrftein iA.' I ’l7”’ .“....." I. - . „. lammen Mit den aufständischen Arnauten nach
Momutt dtt^KataNtobf^w-inaen kannte stattftnden, der man große politische Be- Südalbanien gewandt haben, hat bezow
Moment die Katastrophe b.mgen konnte, war s | deutuna beimißt. Die erste Unterredung der neu, ist bisher aber ohne Erfolg gewesen, da
nageafsäre des russischen Hauptmanns K o st e- witsch nicht allzu tragisch zu nehmen ist, fft heute schon zu sagen, daß die Affäre des in der Nacht zum Montag in Kiel verhafteten Spions Ewald zu den sensatio. n e l l st e n der letzten Jahre gehört. Aufsehen muß der jüngste Kieler Fall darum erregen, weil es leider schon gewiß ist, daß Ewald seine gefährlichen Unternehmungen schon lange Zeit hindurch mit ziemlichem Erfolg bettie. ben hat, ohne daß er irgendwie die Aufmerksamkeit der Behörden erregt hätte. Zwar besagen die offiziösen Meldungen, der Kieler Marinebehörden, daß der Spion Ewald „der Polizei schon länger aufgefallen sei" und von ihr „schon lange" beobachtet worden wäre. Diese offtziösen Mitteilungen werden aber schon durch die weiteren, ebenfalls o f f i z i ö.
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T.äl ®ie Miiffen-Rucht denn Halbmond
' 1 ----- - Soldaten «nb Offiziere auf der Flucht!
| mit sich führen, einen großen Vorsprung haben.
Aufruhr auf Samos in Sicht?
Aus Rom wird uns telegraphisch gemeldet; Hier eingegangene Depeschen aus S a m o s berichten, daß auf der Insel ernste Konflikt, zwischen den türkischen Soldaten und der grie- chischen Bevölkerung ausgebrochen sind. 5Ber.
»SÄSÄÄ LL M Ä."****1** -1 V’fT. - & io^a f*
betten Kanzler-Glücks mitten in die Abend-'Mutige Abend bringen. und^zumterl sogar Maschinengewehr«
Es kann nicht Wunder nehmen, daß zwischen den Zeilen des Goltz'scheu Artikels in der Wiener „Neuen Freien Presse" die Sympathie des frühern türkischen Heer-Reformers Mr die türkische Sache ganz unzweifelhaft herauS- zulesen ist. Es gehört aber die ganze Verbohrtheit der italienischen Presse dazu, aus den Goltz'schen Artikeln eine Feindschaft gegen Italien herauszusühlen. Es ist ein offenes Geheimnis, daß. wenn Marschall von, der Goltz sich auf das politische Terrain begibt, «; „V Wnn«*rinnLm ® erIe^unÄ€n* er gewissermaßen nur das Sprachrohr für $Kr ^an* Ttn®en bem %oi>e-
die türkischen Militärkreise abgkbt und die Form seiner Aufsätze läßt dies deutlich erken- neu. Gerade sein letzter Artikel beweist das, DW 5ullt||£lL
"^enische Presse be- Verhaftung des Spions Ehlers in Kiel; dis muht sich aber tn allerneuester Zeit krampf- »non«»
W ledern, dessen sie habhaft werden kann, sensatioiiellfteSpionage- Affäre der letzten die Schuld an her Verlängerung des Kriegszu-13a$cc’ Beschwichtigungen und Tatsachen, standes beizumessen, ausgenommen ihrer eige- (Von unferm Mitarbeiter.)
neu Regierung. Es fehlt nur, daß sie behauptet, von der Goltz kommandiere von Berlin
Schwächling, dem vor den Konfeguenzen rascher Leichtsinn-Tat bangt, sondern als der seiner Kraft und seiner historischen Verantwottlichkeit sich stolz bewußte FriedenSwart im Herzen Europens, der die ganze Wucht seiner Welt- macht herzhaft in den Dienst seines Werkes stellt, und der drum auch die Schwere der Ver- antwottung spütt, die auf seinen Schultern lastet. Daß wir im Vorjahr so jäh aus der Michelrolle des Träumers zu rüstiger Tat auf- gerüttelt wurden, hat unser seelisches Gleichgewicht mehr erschüttett, als wir merkbar werden lassen möchten, und so kam zum einen Extrem das andre: Man reiste! In die Berge und in die Meereskühle, an den Badestrand und in den stillen Frieden ackerbauender Ländlichkeit! Und ließ doch die Sorge, das graue Gespenst, daheim! Und heut blüht abermals der Holunderstrauch . ..! F. H.