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Weler Neueste Nachrichten

Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 174.

Fernsprecher 951 urtb 952.

2. Jahrgang.

Dienstag, 2. Juli 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Harnsberger Schießen...?

Die deutschen Städte und die Teuerung.

Wir leben im Jahrhundert der EnquLten, und es ist also nur natürlich, daß auch die Teuerung der letzten Jahre wirtschafts­politisch nach diesem Systembehandelt" wor­den ist. Minister und Oberpräsidenten, Stadt­magistrate und Marktpolizeileute haben Rund- sragen veranstaltet, und es ist sicher nicht die Schuld der Statistiker, daß die Teuerung dies­mal wirklich länger angehalten hat, als die Um« fragen Zeit zur Erledigung brauchten. Das götzenbildhafte Schema F versagt eben doch einmal, und wenn man dann hinterher den Schaden betrachtet, sühlt man fast Mitleid mit den Opfern des Systems, die kostbare Zeit und noch kostbarere Hirn-Energie dazu verwandt, irgend eine soziale Abnormität auf dem Wege der EnquSte sorglich in blaue Aktendeckel ein­zubetten, und, mit demRegistraturschwänz­chen" geziert, dem grauen Haß des Staubes preiszugeben. Aehnlich ist's auch der Teue­rung ergangen, unter der seit drei Jahren ein großer Teil der Bevölkerung schmerzlich seufzt, und von der uns die Volkswirtschastler erzäh­len, daß die höchste Spannung der Not erst be­vor st e h e. Die deutschen Städte (die in der Bekämpfung der Teuerung erfreulicher­weise mehr Initiative bewiesen haben, als die Landesregierungen) griffen vor mehr als Jahresfrist ebenfalls zum Allheilmittel der EnquSte, um auf diese Weise festzustellen, wie die verschleimen Maßnahmen zur Bekämpfung und Linderung der Teuerung in der Praxis sich bewährt haben.

Das Resultat dieser Rundfrage liegt nun tot, und es stellt (um es gleick> von vornherein zu sagen) ein wenig erfreuliches Gesamtbild dar. Es haben insgesamt achtundsiebzig Städte sich genötigt gesehen, Maßnahmen tm Interesse der Bürgerschaft zu ergreifen. Zum Teil beschränkten sich diese Maßnahmen allerdings auf die Versorgung der Bevölkerung mit Seefischen, durch die dem Fleischmangel abgeholfen werden sollte. Fünfunddreißig grö­ßere und mittlere Städte haben in dieser Hin­sicht gewirkt. Auf dem Gebiet der Fl ei sch- Versorgung sind nur sehr vereinzelte Maß­nahmen getroffen worden. So wurden zum Beispiel Preisnotierunaskommilsionen in Augs­burg, München, Stettin und Stuttgart einge­richtet. Ferner wurden regelmäßig die Groß- und Kleinhandelspreise veröffentlicht. Es er­gab sich daraus, daß die Preis« durch den Zwischenhanvel erheblich in die Höhe geschraubt wurden, während der Landwirt selbst verhältnismäßig sehr geringe Preise für seine Waren erzielte. Ein direkter Fleischmangel be­stand nicht, oder doch nur in sehr sellnen Aus- ' nahmefällen. Die Höhe der Fleischpreise war ausschließlich durch die erheblichen Zwischenver­dienste beim Groß- und Kleinhandel bedingt. Manche Städte fiihrten Verhandlungen mit den Lieferanten zur Verringerung der Fleitchpreise und in einer Stadt beabsichtigte die Verwal­tung sogar, den Fleischverkauf zu normalen Preisen selbst vorzunehmen, woraufhin die Preise beträchtlich sanken. Eine Stadt leugnet direkt, daß eine Teuerung überhaupt besteht, und von manchen andern Städten wird die Teuerung alsnicht empfindlich" bezeichnet.

Wie sich aus dieser Zusammenstellung ergibt, hat die kommunale Hilfsaktion gegenüber der Teuerung mehr enttäuscht als befriedigt, und es scheint auch allgemein eine gewisse Unsicher­heit in der Wahl der Mittel sich bemerkbar ge­macht zu haben, teilweise sogar begleitet von einet fühlbaren Unlust, an die praktische Inan­griffnahme kommunaler Teuerungsmaßre- geln überhaupt heranzugehen. Die Fischver- forgung der Städte hat sich im allgemeinen gut bewährt, und man darf erwarten, daß bei einer Fortdauer der Teuerung grade in dieser Beziehung noch wesentlich gSnftigere Resultate erzielt werden können, wenn erst die kommu­nale Fischversorgung sich eingelebi und in ihren organisatorischen Einrichtungen sich gefestigt hat. Weniger befriedigend sind die Erfolge der Fleifchver forgung der Bevölkerung

seiner Maschine, brach dann aber bewußtlos

Kartoffeln allein die bleiche Rot nicht aus

der Tribüne befand : nb zahlreiche Mitglieder

den Städten zu bannen ist.

Aus den Feststellungen der kommunalen Teuerungs-Statistik ist am interessantesten (und auch wirtschaftlich am wichtigsten) die Tatsache, daß die enorme Verteuerung der unentbehrlich­sten Nahrungsmittel nicht etwa der produzie­renden Landwirtschaft, sondern dem Zwi­schenhandel zur Last fällt, der eine an sich günstige Marktkonjunktur in seinem eignen In. tereffe ausnutzt und die Preisfestsetzung in be­denklichster Form beeinflußt. Diese Tatsache ist bisher mit allem Nachdruck bestritten worden; sogar Minister (denen Deputationen von Not­leidenden mit ehrfurchtvoller Bitte um wohl­wollende Prüfung des Sachvechalts nahten), haben ungläubig gelächelt, als man ihr Jnier- effe für das Notstands Problem durch den Hin­weis auf die gefährlichen Klippen des Marktge- triebes zu wecken versuchte, und es scheint auch, daß in der Sphäre landesverwaltender Regie­rungsfürsorge diese eigenartige Verkennung der Situation vorherrschend ist. Die Rundfrage der städtischen Kommunen hat nun für eine von vornherein nicht zu bezweifelnde sozial- wirtschastliche These den überzeugendsten Be­weiserbracht, und es wird also Sache nicht der Städte, sondern der zur Verhütung von Not­ständen verpflichteten Regierungen sein, das Uebel bei der Wurzel zu fassen und die wirklichen Ursachen der Teuerung, die eine schwere wirtschaftliche Gefahr darstellen, zu be­seitigen. Herr von Dallwitz, der Ackerbaumini­ster im Lande Preußen, bat zwar vor nicht lan­ger Zeit erst erklärt, die Teuerung seiein Mär­chen", aber wie die Erfahrung gelehrt hat, gibt es manchmalMärchen", die noch weit schlim­mer sind als die brutalste Wirklichkeit! F. H.

zusammen. Heute früh ist König im Altonaer Krankenhaus den erlittenen schweren Verletzun­gen erlegen. Er starb, ohne das Bewußt­sein wieder erlangt zu haben.

Pariser Roaffeau-Sonntag.

Drohungen gegen de» Präsidenten Fallieres.

Im Pariser Pantheon sand gestern in Ge­genwart des Präsidenten Fallieres, des gesamten Ministeriums, des diplomatischen Korps, sowie zahlreicher Ver'reter der Wissen­schaft, der Kunst und der Literatur die offizielle Jean Jaeques- Rousseau -Feier statt. Die-Familie Rousseaus war durch den in Paris weilenden Baron Rousseau ver­treten. Die Feier gab den Royalisten Gelegen­heit zu wüsten Demonstrationen, die Herr Falliöres als Präsident der Republik über sich ergehen lassen mußt«. Wir verzeichnen fol­gende Meldungen:

Paris, 1. Juli.

(Privat-Telegramm.)

Anläßlich der gestrigen Rousseau-Feier hatte die Polizei umfassende Vorkehrungen getroffen, um alle Kundgebungen seitens der Royalisten tm Keime zu ersticken. Das Quartier La­tin glich einer Stadt, die sich im Belage­rungszustand befand. An allen Straßen­ecken waren starke Polizeiabtetlungen postiert und Patrouillen von drei bis vier Mann durch­zogen die Straßen. Trotzdem aber kam es zu lärmenden Kundgebungen. In der Rue Soufflot hatte sich eine große Zähl von Camelots du Roi angesammelt, die unausge­setzt riefeu:Nieder mit Rousseau!" Polizeipräfekt Lepine ließ ein starkes Polizei­aufgebot und Mannschaften der republikani­schen Garde gegen die Ruhestörer vorgehen.

des Aeroklubs riefen aus Leibeskräften Nieu pert zu, er möge das Werfen einstellen, da das Publikum in Gefahr sei. Die Rufe wurden jedoch von dem Piloten nicht gehört. Er warf weiter Bomben, von denen eine i n s Publikum fiel und einem dort stehenden Herrn den Unterarm zerschmetterte. Der schwer Verletzte wurde ins Krankenhaus gebracht.

KaWrotzhrn ohne Ende!

Ein schweres Eisenbahnunglück bei Breslau; ein Ausflugskremser vom Zuge überfahren; zehn Personen tot, dreizehn schwer verletzt.

Wie die Casseler Neuesten Nachrichten bereits heute früh durch ein Extrablatt berichteten, hat sich in der vergangenen Nacht bei Schmiedefeld in der Nähe von Breslau ein fchwerer Eisenbahnunfall ereignet. Ein in voller Fahrt befind­licher Schnellzug fuhr in einen mit heimkehrenden Ausflüglern vollbesetz. ten Kremser hinein. Acht Personen wurden bei dem Zusammenstoß g e - tötet und fünfzehn andere meist schwer verletzt. Ein Hilfszug nfit Aerzien und Verbandsmaterial wurde sofort nach der Unglücksstelle abge. sandt. Das Unglück ist darauf zurück­zuführen, daß die Bahnübergangs- Schranke n ich t geschlossen war. Aus Breslau erhalten toiht zu der Kata­strophe noch folgenden Bericht unseres dar­tig enKorres Pond enten: Wie die Bres­lauer Omnibusgesellschaft mitteilt, unternahm gestern der Breslauer SkatklubTournee" eine Vergnügungsfahrt. Gestern abend spät kehrten

@in Ztmz aus dm Wsffen.

Mit dem Ballon in der Gewitterboe.

(Privat-Telegramm.)

Rostock, 1. Juli.

Der am Sonnabend abend bei der Ballon­halle in Schmargendorf bei Berlin zu der Ziel- fabrt des Berliner Vereins für Luftschiffabrt aufgeftiegene Ballon88" (Siemens-Schuckert) geriet in der Nähe von Rostock in eine gefähr­liche Gewitterböe. Ter Führer des Bal­lons, Dr. Halbe, beschloß im Einvernehmen mit den Mitfahrern (Legaftonsrat Dr. Gop- ! P e r t und Regierungsbanmeister Lange) zur Landung zu schreiten. In diesem Augenblick befand sich der Ballon in einer Höbe von 4200 Metern. Dr. Halbe zog das Ventil und man entkam auch glücklicherweise der gefährlichen Wolkenschicht. Infolge des großen Gasver­lustes des Ballons gingen aber die Luftschiffer außerordentlich rasch nieder. Jedes Bremsen durch schnelles Auswerfen von Sand­ballast erwies sich als wirkungslos und die Gondel stieß mit den Insassen heftig auf den Boden auf. Sämtliche drei Herren wurden verletzt. Dr. Govpert war mit einem "infachen Armbr"-*> davonaekommen, dagegen erltten der Ballonführer Dr Halbe und der Regierungsbaumeister Lange mehrere kom­plizierte Knochenbrüche. Das Un­glück trug sich direkt be: dem Rostock benachbar­ten Dörfchen Warnsdorf zu. dellen Einwohner den rasenden Sturz au# be» Wolken erschrocken Verfolgt haften. Schnell fanden stch oilsr'iche Hände und man schaffte die drei Verunglückten, die bei vollem Bewußtsein Waren, auf die schnellste Weise nach Rostock in die Universi- iätsklmik.

*

Die Hamburger Nleper-Abstiirze.

Der Flieger König gestorben k

(Privat-Telegram m.)

Hamburg, 1. Juli.

Der gestern auf dem Fublsbntteler Flugvlat! abgestürzte Flieger König (S. erste Beilage.) war gestern abend kurz nach sieben Nhr mit sei nem Eindecker aufgestiegen. Er Plante einen Uberlandflug ohne Passagier. Die Ma schine verließ in westlicher Richtung den Flug vlatz. Ter Apparat befand sich in nur geringer Höhe, etwa sechzig Meter über der Erde, als zwischen Langenfelde und Eidelstedt plötzlich

Mit vieler Mühe gelang es, die Ordnung wie­der herzustellen. Urb er hundert Ver­haftungen wurden vorgenommen. Als Präsident Fallieres vormittags zum Pan­theon fuhr, unterschied sich sein Automobil we­nig von den anderen Wagen, aber als er nach beendeter Feier heraustrat, war et dem Publi­kum kaum zu verbergen und sofort ertönten schrille Psisse und die Royalisten riefen: Es lebe der König!" Es kam zu einem heftigen Handgemenge. Einen Augen­blick sah man nichts als erhobene Stöcke. Das reichliche Aufgebot von Polizei schritt ein, die berittenen Munipizalgarden ritten in das Publikum hinein und mehr als hundert Ver­haftungen wurden vorgenommen.

Neue französische Sensationen.

Ein weiteres Privattelegramm aus Paris meldet uns: In der Nacht zum Sonn­tag wurde im Hause des kürzlich nach Lüne- ville versetztenBrigadegenerals Laperraine de Haut-Poul ein Einbruchsdieb- tahl verübt. Ein Ordonnauzbursche des Ge­nerals will einen mit einem Arbeitskittel be­kleideten Mann dabei überrascht haben, als die­ser aus zwei Fächern des Schreibtisches des Generals, die die AufschriftM o b i l i s i e - tung" undVertraulich" tragen, mehrere Schriftstücke entwendete, doch konnte der Einbrecher^ie Flucht ergreifen. Es verlau­tet, daß es sich um wichtige militärische Schriftstücke handelt. Ferner wird aus Madrid berichtet: Der französische Konsul in Madrid hat erklärt, daß die im Besitz des Franzosen Antolin vorgefundenen historischen Dokumente tatsächlich Originale find, die infolgeUnachtsamkeit" des Personals aus dem Pariser Staatsarchiv entwendet wurden.

*

Ls lebe der König...!"

Depeschen aus Paris zufolge versuchte in der Stadt A s v i e r e s in der Nacht zum Sonntag eine Anzahl von Royalisten, die Nousseaubüste von ihrem Sockel zu stür­zen. Als ihnen dies aber nicht gelang, be­schmierten sie die Büste über und über mit Teer und bedeckten den Sockel mit den In­schriften:Es lebe der König!"Nieder mit dem Ausländer!"

die Teilnehmer an der Fahrt mit Kremsern heim. Als die Kutscher bei Schmied e b e i g dir Eisenbahnstrecke passieren mußten, sanden sie die Schranken offen. Sie glaubten des­halb, hinüberfahren zu können. Als sich jedoch der erste Kremser mit einigen zwanzig Insas­sen, Männern, Frauen und Kindern, mitten auf den Schienen befand, brauste ein Schnell, zug heran und überfuhr den Kremser. Unter den Toten befindet sich auch der K u tsch er des Kremsers. Der Schnellzug befand sich in v o l. ler Fuhrt. Insgesamt haben bei dem Un­glück achtPersonen ihr Lebeneinge. büßt, während fünfzehn weitere meist schwere Verletzungen erlitten haben. Die Verwundeten wurden nach Breslau beför- bett, wo sie in den Krankenhäusern Ausnahme sanden. Fünf von den Schwerverletzten dürs- ten den heutigen Tag kaum überleben. Wie von anderer Seite gemeldet wird, sollte der Zug, der bei Schmiedeberg den Kremser über­fuhr, um fl.52 auf dem Breslauer Hauptbahn­hof eintreffen. Die Schranken des Bahnüber. gangs in Schmiedeberg sollen durch ein Versehen des Bahnwärters nicht ge­schlossen worden sein. Die Pferde des Krem­sers kamen noch glücklich über die Schienen, sie sind bei dem Unfall nicht verletzt worden, aber der Hintere Teil des Wagens wurde vom Zuge erfaßt und total zertrümmert. Die Trümmer des Kremsers befinden sich noch auf der Un­glücksstelle, ebenso sind die Leichen noch dort. Sie werden erst nach Breslau übersührt werden, wenn eine Gerichtskommission den Tatbestand an Ort und Stelle ausgenommen ha­ben wird. Rach den letzten Meldungen sind von den Schwerverletzten noch zwei ihren Ver­letzungen erlegen, so daß sich die Zahl der To­ten auf zehn beläuft.

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Stratzenbahnunglück in Spanien.

Ein Privat-Telegramm berichtet uns aus Madrid: In San Sebastian stie­ßen gestern nachmittag zwei elktrische Stra­ßenbahnwagen zrisammen, wobei drei­undzwanzig Perfonen mehr ober min­der schwere Verletzungen davon trugen. Beide Wagen wurden vollständig demoliert. Die Schuld an dem Unglück soll den Wagenführer des einen Wagens treffen, der ein Signal nicht beachtet hatte.

durch die Kommunen. Es sind hier Schwierig­keiten zu über»arbeit, die in der Eigenart des Marktverkehrs ihre Ursachen haben, und da unsren städtischen Kommunen der Marktbe­trieb in eignet Regie bisher ein Buch mit neun Siegeln gewesen, ist es eigentlich nicht bet wunderlich, daß ans diesem Gebiet bisher Er­sprießliches nicht zu bewundern war. Bleibt noch die Kartoffel-Versorgung, die man in Cassel mit schätzenswerter Energie in die Wege leitete, später allerdings (wegen der Kosten) im Ttadtväter-Conzilium bewein­te. Man hat in fünf Städten den Versuch unternommen, und hat habet entdeckt, daß mit

der Motor aussetzte. König stellte den Apparat sofort zum Gleitfluge ein, um auf der Chaussee niederzugehen. Alles ging auch glatt von statten. Die Räder des Apparates berühr­ten bereits den Boden, als der Eindecker einen heftigen Stoß erlitt. Tie Räder müssen gegen irgend ein Hindernis gestoßen fein, das den Apparat zum Umstürzen brachte. König flog aus seinem Sitz heraus und auf das Steuerrad, wobei er sich den Brustkasten voll­ständig eindrückte. Unter furchtbaren Schmerzen versuchte König sich notfi einmal auszurichten. Wie Augenzeugen erzählen, stand er noch einige Sekunden vor den Trümmern

Bomben aus der Hohe.

Ern llnglückssonntag in Aspern.

(Privat-Telegramm.)

Wien, 1. Juli.

Am gestrigen letzten Tage der Fliegerwoche hatte das Flugfeld Aspern einen Massen­besuch. Einen schweren Unfall verursachte der Franzose Rieupert bei der Zielscheiben­konkurrenz. Bereits die erste Sandbombe, die Rieupert aus beträchtlicher Höhe herabgewor- en hatte, war in unmittelbarer Nähe der Zielrichtertribüne niedergefallen. Erz­herzog Josef Ferdinand, der sich auf

kamen Shiva.

Das Porträt einer königlichen Dichterin s aus den Zugendjahren einer Königin; die Dichterin als Königin, Gattin und Mutter.

Als Napoleon der Dritte dem Prinzen Karl von Hoheuzollern tm Jahre 1866 zuredete, die rumänische Fürstenkrone anzunehmen, riet er ihm auch ernstlich, sich bald zu verheiraten und dem Lande, der leichtlebigen rumänischen Gesellschaft das Vorbild einer mustergültigen Ehe zu geben. Ter junge Balkanfürst folgte dem Rat des Kaisers der Franzosen, und heute macht man sich in Klein-Paris, wie die Rumä­nen ihre Hauptstadt gern nennen, nicht mehr