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Casseler Neueste Nachrichten

Casseler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 170.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 27. Juni 1912

2. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

JnfsrttonSpretss: Dir fe$Sgefpattene Zeile für einheimisch- Geschäfts 15 Psg., für auS» j wärtige Inserats 25 Ps, Retlimezetle für einheimische Geschäfte 40 Pf., für auswärtize I S«schäft« 60 Pf. Beilagen für dis Gesamtauflage werden mit 5 Mark pro Taufend Le. J rechnet. Wegen ihrer dichten Bsrdreitung in der Restdsn, und der Umgebung find die I Eafseler Neuesten Nachrichten ein vorzüglicher Jnsertionrorgan. Ssschäftsttells: Kölnische I Straße 5. Berliner Vertretung^ SW, Artedrichftraß« 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676 |

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angewandte

ger Vorkämpfer des F ran en stimm rechts, auf,

(Prtvat-Telegramm.)

Er kommt bei dem Raub der Kaiser

er.

zu verlassen.

Da der Abgeordnete sich

gemeldet: Die Angehörigen der fünften Infam

gerieten. Sechs Personen wurden schwer verletzt, darunter der Besitzer Wegener und sein zwölfjähriger Sohn Hans, der um elf Uhr vormittags starb. Der einundvierzigjährige Arbeiter Kröger ist so schwer verletzt, daß sein Tod jede Minute cintreten kann. Ferner sind zwei Färber und eine Verkäuferin, die bei der Detonation aus dem Laden auf die Straße stürzte, schwer verletzt worden.

Der Kampf der Geschlechter.

Haufe von Snobs und Heuchlerbande!"

Die von der englischen Regierung den

(P r i v a t - T e l e g r a m m.)

Das Unterhaus hatte gestern seinentriü* scheu Tag", und den Anlaß dazu boten die

fer. Furchtbare Szenen' spielten sich" besser Landung der Personen ab.

Sie Kaiserketten-Räubrr.

Einer der Räuber in Köln verhaftet!

(P rivat - T elflgrainm.) Köln, 26. Juni. Die Kölner Kriminalpolizei verhaftete ge* ft ein nachmittag den Einbrecher FranzBah«

untern Stellen) ohnehin nicht in einem Dorado; ihre Bezüge sind ausnabmslo s so gering, daß es gradezu wie ein Scherz klingt, wenn ausgerechnet im Personal-Etat dcr Unterbeam­ten nochErsparnisse" herausgewirtschaftet werden sollen. Daß Herr Kräfte, um dies zu ermöglichen, seine Zuflucht zu den billigern weiblichen Arbeitskräften nimmt, ist eine Frage für sich, über die ebenfalls die Meinun­

kette des Kölner Mannergesangvereins, so- tvie bei einem kürzlich begangenen Einbruch in das Postamt in der Aachenerstraße unzwei­felhaft als einer der Haupttäter in Frage. Di« Diebe haben sich offenbar nicht getraut, die ge­stohlenen Wertsachen einzuschmelzen oder zu veräußern, hofften dagegen, in Brüssel Abneh­mer dafür zu finden. Der verhaftete Bayer gestand auch ein, an dem Diebstahl im P o st - amt in der Aachenerstraße in Köln beteiligt zu sein, wo den Dieben seinerzeit Wertzeichen in Höhe von fünfzigtausend Mark in die Hände fielen. Franz Bayer, der als eigentlicher An­stifter des Diebstahls der Kaiferkette zu gel­ten hat, ist ein vierzigjähriger Mann, der schon viele Strafen wegen Diebstahls verbüßt hat. Zuletzt hatte er eine Strafe von fünfzehn Jahren Zuchthaus erlitten. Von der Kriminalpolizei wurde er feit einiger Zeit gesucht, da er im Verdacht steht, außer dem Einbruch im Postamt in der Aachenerstraße an zwei weiteren Einbrüchen beteiligt zu sein. Bayer, der anfangs recht redselig war, verwei- gette später jede Auskunft. Infolgedessen wird sich die Verhaftung der beiden Komplizen Wohl noch etwas hinausziehen.

(Privat-Telegramm.)

Mannheim, 26. Juni.

Vom Truppenübungsplatz des zweiten baye­rischen Armeekorps, Hammelburg, wird

*

Nach den letzten Depeschen aus N e w y o r k find der Katastrophe am Niagara-Fall insge­samt n e u n u n d si e b z i g M e n s ch e n l e b e n zum Opfer gefallen, zum weitaus größten Teil F r a u e n und K i n d e r, die sich nicht zu ret­ten vermochten. Es ist bisher nicht möglich ge-1 wesen, sämtliche Leichen zu bergen, da die starke Strömung viele Leichen weit vom Ort der! Katastrophe hinweggetraaen bat. Die Suche nach den Leichen wird fortgesetzt, verspricht aber wenig Erfolg.

IKaffenbote Brüning ist unter Mitnahme von zweihundertsechzigtaufend 'Marl geflüchtet. Brüning, der seit etwa fünf Jahren in der Bank beschäftigt war, hat beim Geld, zählen die aus Tausendmarffcheinen bestehende Summe eingesteckt und sich entfernt. Der Geld, bedarf der Dresdener Bank wird jeden Morgen von der Reichsbank abgeholt. Buch heute Hut

I ten, wie alltäglich, Kaffenboten das bare Geld I in der Reichsbank erhoben und den etwas über I zwei Millionen Mark ausmachenden Betrag in der Hauptkaffe der Dresdener Bank ab geliefert. Dort ist das Geld wie üblich von mehreren Be. amten durchgezählt worden. Mit dieser Arbeit waren heute acht Beamte beschäftigt, die auf den einzelnen von ihnen durchgezählten Päck. chen ihr Visum anbringen mußten. Als das ltzeld bei dem Haupttassierer abgeliefert'wurde, stellte es sich heraus, daß zweihundert, sechzigtausend Mark an der abgeholten Summe fehlten. Man wartete zunächst, ob nach einer der Boten, die die Gelder eholt hatten, nachträglich eintreffen werde, ben.rkte aber bei genauerem Zusehen, daß aus der auf etwa fünfzehn Boten angewachsenen Zahl der Beam­ten Brüning fehlte. Brüning hat sich, ohne daß eS von den beiden neben ihm bei ihrer Ar­beit Beschäftigten bemerkt worden wäre, ent. sernt. Die Nachforschungen nach dem Desrau, danken sind bisher erfolglos geblieben.

still Unglückr-Schirß.

Ein Zwischenfall auf dem Aebuugsplatz.

Methode scheint ein richtiges Fiasko zu erlei­den. Es sieht ganz so aus, als ob sie mit neu. en Konzessionen und persönlichen Gunstbezeu­gungen nichts anderes erreicht, als die Suf­fragetten nur noch hartnäckiger zu ma­chen. Trotzdem hat sich die Regierung vor dem Unterlaufe wegen der angeblich fchlechten und barbarischen Behandlung der Stimmdamen zu verantworten, und die gestrige Sitzung des Unterhauses gestaltete sich dementsprechend dra­matisch, oder besser gesagt: Tragikomisch. Es wird uns darüber berichtet:

. London, 26. Juni.

IieMillione« du Kummers.

Wie Herr Kraetkereformiert"!

Herr Krätke, der Generalpostmeister des Reichs der Dichter und Denker, hat uns wie­derholt in Tönen ttefinnerster Ueberzeugung versichert, unser Postwesen stehe mittenim Zeichen des Verkehrs", und trotzdem diese Be­teuerung fast wie ein Märchen klang, haben wir uns gemüht, Exzellen, Kräfte mr den verfchlungnen Pfaden seiner Gedan - kengänge bis zum höchsten Gipfel der Erkenntnis zu folgen. Herr Kräfte hat fer­ner im Reichshaus am Berliner Kömgs- platz beim Plenar-Geplauder und in her Stille der Budgetkommission mtt dem Stolz des er­folgreichen Managers darauf hingewiesen, daß die Postverwaltung des Deutschen Reichs un­ter der ordnenden, fördernden und werktätigen Hand ihres Leiters Jahr um Jahr an wirt­schaftlichem Erttag gewinne und damit den überzeugendsten Beweis ihrer organffaiori- schen Stärke erbringe. Richtig ist, daß die Reichspost eine stattliche Anzahl von Mil­lionen zu den Einnahmen des Reichshaushalts beisteuert, und richtig ist auch, daß die Zahl dieser Millionen sich vermehrt hat, seit Exzel­lenz Kräfte den Reichspostwagen zügelt. Er hat, nach dem finanziellen Effekt gewertet. Stephans Genie in den Schatten gedrängt und Pods Husarenhast - schneidige Postregie- rung im Andenken der Gegenwart zum Lust­spiel gestempelt: Alles Dinge, die man nach Gebühr zu schätzen hat.

Indessen: Auch Herrn Kräftes strahlend Licht zeigt Schatten: Der Staatssekretär des Reichspostamts ist nicht nur ein aner­kannter Meister des Reglements, der den gan­zen Betrieb der Post (vom Girokonto bis zum Mützenrand der Boten) in den Kreis seiner Sorge einbezieht, sondern er darf auch als Finanzkünstler um grünen Lorbeer wer- 6en. Dieser Tage erst hat Herr Krätke den Be­weis dafür erbracht, wie wettausgreifend er fein wirtschaftliches Reform-System in den -vinanzdienst her Postverwaltung einzubauen versteht: Er ist entschlossen, eine ganze Reihe von Beamtendienstgeschästen, die bisher von männlichen Kräften besorgt wurden, durch billigere weibliche Arbeit aus führen zu lassen, um (wie es in dem Entwurf heißt) Ersparnisse in den Personalausgaben zu ma­chen". Daß diese, der sozialen Tendenz des zwanzigsten Jahrhunderts direkt widerstreben­deReform" nicht etwa im Kleinen geplant ist, versteht sich bei der Gründlichkeit und der re­formatorischen Energie des Herrn Staatssek­retärs von selbst: Es handelt sich um insgesamt achttausendsiebenhundert Stellen, die bisher von männlichen Beamten verwaltet wurden und die jetzt, all- mählig, in Dienststellen für weibliche Be­amte umgewandett werden sollen. Finan­zieller Effekt: Ueber sechs Millionen jährlicher Ersparnisse!

Suffragetten gegenüber

Stimmrechts-Damen. Der Premierminister

Sechs Mer einer Explosion.

Explosions-Katastrophe in Stralsund.

(Privat-Telegram m.)

Stralsund, 26. Juni.

Heute morgen um acht Uhr ereignete sich hier in der Chemischen Waschanstalt und Tampfplätterei von Wegener eine sol-en- fefttoere S x p losion, bei der mehrere mtt Benzin «füllt« Seintmmalmatomen in Brand

Newyork, 26. Juni. I uni> rief erregt, dies sei ein Skandal, da

Die furchtbare Katastrophe am' Niagara- !? e$8te Beleidigung fei, Derartiges von den Fall (über die wir bereits telegraphisch be« ®amcn verlangen. Da Premierminister richtet haben) hat weit mehr Opfer gefordert, I Asquith ferne Ruhe vollkommen bewahrte, lief "I^^nglich angenommen wurde. Great-1 Lansbury auf ihn zu, um ihm zuzurufen, e r «ÄmÖ Unglücf ereignete, ist eine morde Frauen und Verdiene, aus dem öf- »StaÄUÄ l*!,i« »-'»«« s» beliebter Ausflugsort. Am Sonntag fand von nachfolgenden Lärm konnte sich der Spre- Buffalo ein Ausflug dahin statt, an dem bei $er Hauses erst nicht verständlich machen m ~ . 'und forderte dann Lansbury auf, das Haus

dem schönen Wetter Tausende von Men­schen, beteiligt waren. Abends kamen die-,------------ ,.w

Rückkehr wieder an der Landungs-i weigerte, dem ehrmals wiederholten Verlan- 8LL7S^L ÄÄVÄ «t ? «»*"* *»*=

fer. der sie zurückbringen sollte, landen wolltt, ®äCne ^r gewaltsamen Erttfer-

brangten sich die Menschen auf der Landung s-! "^' gelang es schließlich den anderen

brücke zusammen. Mit einem Male gab her Abgeordneten der Arbeiterpartei, Lansbury, Brückenkopf nach, die Brücke brach zusammen der in nervöser Aufregung Tränen ver- ,ei^»dertfünfzig Men- goß, zum Verlassen des Saales zu bewegen.

KLWäyK. 8LL $ic» anb?idmbe1^u'meI tourbm hei bm Die Fütterung der Suffragetten.

nm ihr Leben Kämpfenden »P riv at-Telegramm.)

so geängstigt, daß man nicht sofort an das Ret- , . -ondon, 26 Juni,

tungswerk schritt. Viele versuchten sich zu ret-1 -Hauptmartyrerm der Suffragetten, ten, indem sie sich an die noch stehenden Bal- <vrau Pankhutst, wurde am Dienstag früh ken anklammerten und versuchten herauszuklet-1 au5 dem Hollowah-Gesängnis entlasten, nach- tern. Die anderen folgten ihnen, arbeiteten I vem sie einen fünftägigen Hunger st reik sich empor und stürzten die ersten wieder in die ausgehalten hatte. Sie ist herzkrank. Frau Tieze hinab. Ruderboote, Motorboote und alle Pethick Lawrence, die auch gehungert bat anderen Fahrzeuge wurden ausge- wurde zwangsweise gefüttert und

^er $ra^feUrnK*t foIIte botIäufi8 im Gefängnis bleiben, sie wurde!

Leiche, die man bergen konnte, war die eines uachmittagsebenfalls entlasten, weil auch zehnjährigen Mädchens, dessen Persönlich" it durch die fünftägige Hungerkur gesundheit- noch, nicht festgestellt ist. Bis jetzt sind etwa ----------------

funzzig Leichen von Frauen und Kindern aufgeftscht worden, mehrere hundert Meter unterhalb her eingestürzten Brücke. Die Nach­richt von dem Unglück erreichte Buffalo schon

lich ganz und gar heruntergekommen ist. Die Folge war eine Versammlung her Suffragetten, in der erklärt wurde daß nichts unversucht blei- .......... |UU|Wl

den dürfe, bis alle Gefangenen wieder frei ge- teriebrigade, bestehend aus den in der Pfalz vor Eintreffen d es^a mntt "i, ,T77X1 ren, ?Dn lr8e?b welchen Zustcherun- garnifonicrten Infanterie-Regimentern 22 und

ÄÄ angt, könne keine Rede fein, auch Ankündigun-I begann ftüh um sechs Uhr das Exerzieren im gen, daß für die Hungerstreikenden Heldinnen Brigade-Verband, das bis neun Uhr an jenem remonstriert werde, dürsten nicht erfolgen; ser-I Tage beendet fein mußte, damit der Platz voll- ner sollegegen die brutalen Mitglieder der ständig geräumt fei, da um neun Uhr das Regierung energisch Front gemacht werden". Scharfschießen der Artillerie begann. Als nun Eine Rednerin sagte, hie gegenwärtige Situ-1 hie Brigabe von biefem Boben kurz vor neun atton fei nichts mehr und nichts weniger als Uhr nach dem eine halbe Stunde entfernten etn Kampf per Geschlechter. Sie griff Saget abrückte, erdröhnte plötzlich Artille- hann bte Regierung als einen Haufen von riefeuer und ein scharfer Schuß schlug -nobs und eine H euch kerb and e an, die etwa dreihundett Meter hinter den Truppen man zwingen muste^ die Gefangenen wieder frei ein. Ein Offizer hatte die Geistesgegenwart

s d-s Innern, Mc.Marsch, Marsch" zu kommandieren, und Kenna, erklärte, daß von den siebzig eingesperr-1 die Truppen mußten im Laufschritt der gefahr- ten ^uhragetten sechsundvierzig zwangs- vollen Feuerzone der Artillerie enteilen. Eine weise gefuttert werden. nähere Untersuchung über diesen Vorfall ist im

~ I Gange. Auf welche eigenartigen Umstände der

Kne Sterfelmifftmt fcsrfif.tmtnhptt» verfrühte Schuß zurückzuführen ist, konnte noch «neLlr:... A nicht festgestellt werden; es gewinnt ober ben

Unterschlagung bei der Dresdner Bank. Anschein, daß in ben Dispositionen her Trup- (Privat-Telegramm.) penbewegungen Fehler unterlaufen sind. Ohne Berlin, 26. Juni. die Geistesgegenwart des die Infanterie kom- Jn der Hauptkaffe der Dresdener Bank manbierenden Offiziers wäre ein schweres in der Bchrenstraße Ist heute vormittag eine Unglück Wohl unabwendbar gewesen.

aroffe Defraud atto« verübt worden. Der! - .,,L1 ,

gen weit auseinandergehen. Wir erblicken in der Massen. Einstellung weiblicher Arbeits­kräfte zwar an fich keine Gefahr, aber die Fo rm, in der diese Masseneiirstellung sich voll- zichen soll, und die unausbleiblichen Wirkun- g e n, die sie haben muß: Das sind die schweren Bedenken, die Herrn Kräftes neuesteReform" herausfordert! Die deutsche Reichspostverwal- tung arbeitet Jahr um Jahr mit einem an­sehnlichen Millionengewinn; sie ist also nicht notleidend", und nicht die winzigste Wirt, schaftliche Sorge zwingt den Staatssekretär, nach neuem MillionemEvwerb Auslug zu hal­ten. Wie will Herr Kräfte es also rechtfertigen, daß eraus Erfparnisrücksichten" weit über 8000 pflichttreue Beamte der geordneten Sauf, bahn entwurzelt und die Hoffnungen der Mili­täranwärter vernichtet, lediglich, um aus den Bergen von Kummer und Sorge, hie feineRe­form" austürmt, sechs Millionen Silberlinge hervorzuzaubern? Es ist die Pflicht des

Preis dem Reich nicht Millionen geworben I Suffragetten

werden dürfen: Millionen, an denen Milliarden ID!£ir^ Üeilassen könne, die Antwort, daß von Tränen Neben! " F H I allen Verurteilten die sofortige Hastentliassung

. ' gewährt würde, falls sie das verlangte V«r-

mZ___ sprechen, sich weiterer Manifestationen zu

enthalten, abgäben. Hieraus sprang der sozka- Fünfzig Leichen von Frauen und Kindern! listtsche Abgeordnete Lansbury, ein heftt-

Sechs Millionen pro Jahr sind eine Sum­me, die Respekt einflößt, und man muß auch anerkennen, daß im Reichshaushalt für diese Millionen ein dringendes Bedürfnis besteht indessen: Es widerspricht dem ethischen und s o z i a l e n Prinzip des staatlichen Wirtschaftssystems, diese Millionen im Wege eines Kampfs wider grundlegende und unbe­streitbare soziale Volksinteressen zu er­obern. Dadurch, daß achttausendsiebenhundert Beamtenstellen int Interesse des Sparsystems mit billigem weiblichen Arbeitskräften besetzt werden, wird die männliche Beamtenschaft grade in ben untern Stellen zurückgedrängt, denn es ist doch wohl ausgeschlossen, daß Herr Krätke geneigt sein wirb, die durch seine neuesteReform" überflüssig werdetwen männ­lichen Beamten in besser bezahlten Dienststel­len unterzubringen. Einer solchen Maßnahme würden ja auch erhebliche organisatorische Schwierigkeiten entgegenstehen, da eine Ver­mehrung bet Beamtenstellen nicht stattfin- bet und ein Umbau her Staffel von unten nach oben nicht bürchzuführen ist. Der soziale Effekt der Ersparnis-Maßregel der Reichspost­verwaltung wirb also vermutlich barin be­stehen, daß hie durch die Einstellung billiger weiblicher Arbeitskräfte überflüssig werdenden männlichen Beamten solange zur Ausstllung der entstehenden Vakanzen verwandt werben, bis ein Ausgleich geschaffen ist, bas heißt: Die Postlaufbahn wirb für hie Militäranwärter solange gesperrt (ober doch erschwert), bis die achttausendsiebenhundertÜberzähligen" an­derweit untergebracht sind.

Das ist, vom sozialen Standpuntt aus be. »achtet, eine Gewaltkur zugunsten eines sparfystems. dessen Härten durch seine finan­ziellen Effekte nicht einmal beschönigt, ge. schweige denn entschuldigt werden tannen. U»'" Postbeamten leben (namentlich in ben I