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Casseler Neueste Nachrichten

Casseler Abendzeitung

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Hessische Abendzeitung

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Nummer 159.

Fernsprecher 951 und 952.

Freitag, 14. Juni 1912.

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang.

ner wird aus Cherbourg berichtet: Als ge­stern abend nach Schlutz der Torpedoboots­übung die Torpedoflotille unter Leitung des Admirals Philibert in den Hafen einfahren wollte, stieß ein Boot mit dem Schnelldampfer Difette" zusammen. Die Schiffe, die beide ziemlich schwere Beschädigungen erlitten haben, sollten darauf ins Trockendock gebracht werden. Es stellte stch jedoch heraus, daß das Militärdock in den Militärvorhafen geschwemmt worden war, Wasser gezogen hatte und schwer beschädigt war. Zuerst muß also das Dock wieder hergestellt werden, ehe man die beiden Schiffe zur Reparatur ein­liefern kann.

Neue Cngland-Mtsel.

Nach Haldane : Moreleh mtb .Harcourt.

Die plötzliche Abberufung Lord Haldanes von seinem Posten als Kriegsminister hat offenbar auch in England selbst große Ueber- raschung hervorzerufen, und eS ist jedenfalls charakteristisch für die augenblickliche politische Stimmung in Großbritannien, daß man im Anschluß an den Wechsel im Kriegsministerium von einer Reihe weiterer Verständi­gungen in hohen Staatsämtern spricht, die angeblich auf Meinungsverschieden­heiten im Kabinett Asquiths zurückzuführen sein sollen. Wir erhalten darüber folgende Meldung:

London, 13. Juni.

(Privat-Telegramm.)

Der hiesige Korrespondent derBirmingham Post" will aus zuverlässigster amtlicher Quelle erfahren haben, daß im englischen Kabinett weitere Veränderungen folgen werden. Der Gefundhettszustand des Lordpräfldenten Mo­releh und des Kolonialministers Harcourt fei neuen Aufgaben nicht mehr gewachsen. Beide Minister seien zudem mtt der radikal, sozialen Politik des Kabinetts nicht mehr «in- verstanden. Gestern wurde die Ernennung deS Obersten Seely zum Kriegsminister amtlich bekannt gegeben. Ueber die Neubesetzung der beiden Posten, deren Inhaber angeblich vor dem Rücktritt stehen, ist Näheres noch nicht be­kannt geworden. Eine gewisse Bestätigung er­fahren die Mitteilungen des Korrespondenten der Birmingham-Post dadurch, daß die heu- tigen Londoner Morgenblätter die Nachricht kommentarlos und ohne irgend eine Einschrän- kung wiedergeben.

Seely, der ne«e Kriegsminister.

(Von unserm Korrespondenten.)

Durch den Wechsel im englischen KttegS- ministerium dürste sich der politische Kurs nur sehr wenig ändern. Oberst Seely war im Kriegsministerium als Unterstaatssekretär wohl der tatkräftigste Verfechter Haldanescher Prinzipien und steht dem bishettgen Krtegs- minister in der Auffassung einer etwaigen- stnngseinschränkung zur See und zu Lande in keiner Weise nach. Seely hat ost betont, daß es für Englands Selbsterhaltung unter allen' Umständen notwendig sei, die völlige Su­prematie zur See, welche Opfer sie auch an das Land stelle, zu wahren. Dagegen will man von Seely wissen, daß er sehr vorsich­tig im Ausdruck sei und jedenfalls darauf sehen werde, daß auch in Kreisen der Arme« jede Betätigung, die für eine andere Nation einen aufreizenden oder gar provokatorischen Charakter haben könne, streng untersagt werde. Die Heißsporne und Chauvinisten Englands waren deswegen nie recht Freunde Seelhs, der ihnen zu objekttv schien. Oberst Seely wird weniger reden, wenn er auch Haldanes Programm verfolgt, das in dem Satz der letz­ten und sicher nicht unberechneten Kundgabe Haldanes über die Notwendigkett freundschaft­licher Beziehungen zwischen England und Deutschland gipfelt.

Bor einer Macht Augst...!

(Privat-Telearamm.)

London, 13. Juni.

Während eines Banketts der brittfchen Handelskammer im Hotel Cecil hielt Admi­ral Seymour eine Rede, in deren Verlauf ex ausführte, daß eine mächttge Flotte nur zwei Rattoncn unentbehrlich fei: Der eng­lische« und der japanischen. Beide seien Jnselreiche. Englands großer übersee­ischer Besitz erheische eine große Flotte, aber auch eine große Armee. Es solle ein System all gemeiner Dienstpflicht mit ge­wissen Beschränftmgm eingeführt werden und wenn dann England innerhalb einer Wo­che auf dem Kontinent soviel ausgebildete Truppen landen könne, als Japan in demsel. den Zeittaum nach dem Festland zu werten vermöge, so werde ein Krieg bald unmöglich sein. ES sei sehr zu bedauern, daß Englands Kriegsflotte aus viele« Meeren ganz ver­schwunden sei. Er halte das für einen arot-n Mißgriff. Jedermann wisse, daß eS geschehen fei. well l-waland vor einer Macht

Angst habe, die er nicht näher zu nenne« brauche (Deutschland!), aber er glaube, daß diese Furcht übertteibe und daß man in Zu. kunst bestrebt sein werde, den begangenen Fehler wieder gut zu machen.

Sie neuesten Katastrophen.

Wieder ein Etsenbahnunfall in Amerika.

(Privat-Telegramm.)

Newyork, 13. Juni.

Gestern abend wurde aus Aüanttc in Ge. orgia hierher gemeldet, daß sich bei Dalton ein Eisenbahnunglück ereignet habe, wobei huni dertfünszig Personen umgekom. men sein sollen. Glücklicherweise hat sich di» Nachricht in dieser schlimmen Form nicht be­stätigt, denn die ersten, gestern abend hier einge­gangenen Meldungen über das Eisenbahnun­glück stellen sich als überttieben heraus. Nach den neuesten aus Atlantic eingetroffenen Nach, richten sind bet der Entgleisung deS Expreß- zuges nicht hundertfünfzig Personen umS Le. den gekommen, sondern eS haben nur zw öls Personen den Tod gefunden, während fünf, zig zumteil schwer verletzt worden sind, DaS Unglück ereignete sich -gestern nachmittag kurz vor der Kreuzungsstation Dalton im Staate Georgia, alS der die Strecke befahrende Expreßzug grade die FahrtgeschwindWeit zum Passieren des Bahnhofs verminderte. Angeb­lich ist infolge der großen Hitze «ine Schiene ge­löst worden, wodurch der aus der Lokomotive und sechs Wagen bestehende Zug zum Entglei- sen -gebracht wurde. Hätte sich das Unglück bei voller Fahttgeschwindigkeit ereignet, dann Würde die Zahl der Opfer eine noch weit grö­ßere gewesen sein. Unter den Trümmern zweier umgestürzter Wagen wurden die Leichen von zwölf Passagieren hervorgezogen; von den Verletzten kamen dreißig tnS Hospi-tal nach Dalton.

Stmmkatastrophe in Portugal.

(Privat-Telegramm.)

Lissabon, 13. Juni.

Schwere Stürme haben in den letzten Ta­gen in ganz Portugal ungeheuren Scha- den angerichtet. Im Lande sind zahlreich« landwirtschaftliche Bauten und ein Teil der Ernte vernichtet worden. An der Rordküfi« sind mehrere Schiffe gesunken. Der schwedisch« DampferAton und der dänische Dampfer Orion* haben schwer gelitten. Bei Peniche sind elf Fischerboote gesunken. Der größte Teil der Mannschaft konnte zwar gerettet wer­den, doch ist trotzdem ein großer Verlust an Menschenleben zu beklagen, weil aw> dauernd neue Nachrichten über weitere Schiffs­unfälle einlaufen. Ueber sechs Küstendampfer hat man seit zwei Tagen keinerlei Nachricht, und es ist wahrscheinlich, daß sie in dem Sturm gescheitert und mtt Mann und Mau» untergegangen sind. Aber auch im Lan- de selbst sind dem Orkan zahlreiche Menschen­leben zum Opfer gefallen. Am schlimmsten hat der Sturm in den Küstenbezirken gewütet, wo ganze Dörfer zerstört und vom Erd^ boden förmlich Hinwegzefegt worden sind. In den nördlichen Provinzen ist die gesamte Ernte vernichtet worden, und die Be­völkerung befindet sich in einer VerzwetfÄten Notlage, sodaß der Ausbruch von Unruhen be­fürchtet wird. Nach einer privaten Sttttistik sollen der Sturmkatastrophe in den letzten bei­den Tagen insgesamt zweihundert Men­schenleben zum Opfer gefallen sein.

*

Schwere Unwetter in Oberbayern.

Wie uns ein Privat.Telegramm aus Wien meldet, haben gestern Gewitter und Hagrt in Oberbayer« gewaltigen Schaden angerichtet. Die Kornernte ist stellenweise gänzlich vernichtet; auch daS Obst und das Gemüse haben schwer gelitten. Auf den Weiden ist viel Vieh vom Blitz erschlage«. Für die durch die Unwetter betroffenen Orffchaften sollen Sammlungen veranstaltet werden.

Sie Lehre» des Fernslugs.

Der Erfolg der deutschen Aviatik; er­probte Flugzeuge für große Streckenr keine neuenTypen", sondern För- derung der vorhandenen besten Systeme!

(Von unserm aviatischen Mitarbeiter.)

Der Fernflug Berlin-Wien hat durch seinen ganzen Verlauf den deutschen Fliegern und den deutschen Flugzeugfabrt- ken einige beherzigenswerte Lehren erteilt Der große Erfolg, den Helmuth Htrth auf sei­nerTaube" errang, indem er die Gesamt­strecke in sieben Stunden »wansia Minute«

Gedanken einer Fran...!

Deutsche Frauen im Kampf um ihre Rechte.

In den letzten Tagen tft ein Aufruf erschienen, der zur Gründung einesDeutsche« Bunde« zur Bekiturpfung der Frauenemanzidatton" auffordert. Der Aufruf spricht eine übertrieben ernst« Sprache. Wenn er sagt, die Frauenbewe­gung habe eineBahn etngeschlagen, auf der ste notgedrungen dazu gelangen muß, die Grund­festen unseres arg bedrohten Staatswesens noch mehr zu erschüttern", so kann man stch deS Lächelns doch nicht erwehren. Mtt vielen großen Worten eine StaatSaktton gegen denFortschritt der Frau" aufzurufen, beweist eine komische Für­sorge kür den Mann, die er nicht nSNg hat. Den Standpuntt der F r a u zu der geplanten BundeSgründung legt etne Zuschrift dar, die wir in dem Nachstehendem wtedergeben: Auch ein polttisch Miuder stehts: Die Frau«« sind auf dem Marsche! Jetzt auch im deutschen Vaterland der Dichter und Denker, wo es doch allemal etwas länger dauert als sonstwo, wenn es sich darum handelt, «ine -große fortschrittliche Bewegung in Schwung zu brin. gen. Nun aber haben sie auch bei unS mobili­siert, und bei dem Ernst und der zähen Tüchtig, kett, mit der die Frauen ihre Angelegenheiten zu betreiben pflegen, ist mit Sicherheit zu er­warten, daß die nunmehr von ihnen auf -die Tagesordnung der öffenflichen Diskussion ge­stellten Gegenstände von dieser nstcht so bald wieder verschwinden werden. In den letzten Tagen haben gleich mehrere bedeutungsvolle Verhandlungen stattgefunden, die nun auch bei uns die große Frauentage aufgerollt, und ste damit dem Bewußtsein weiterer Kreise- hergebracht haben. Die eine Tagung galt dem Kamps der Frau um Recht«, die andre der Pflichterfüllung der Frau als Mitträ. gerin des nationalen Gedankens. Man sieht, wie da in holder Verschlingung sowohl der Idealismus wie der Realismus zu ihrem Recht kommen. Freflich tft da auch schon der Idealismus (daS liegt ganz im Zuge unsrer Zett) stark realisttsch gefärbt. Nicht etwa, daß das Frauenwahlrecht selbst ein lediglich reali. stisches Ziel vorfiellte; idealistisch ist nur der Glaub«, di« starke Zuversicht, daß das Ziel auch bet uns in naher oder auch nur ab­sehbarer Zett erreicht werden könnte.

Die ruhige Sachlichkeit der deutschen Frauenbewegung zwingt auch den Gegner zur Achtung, und es ist jedenfalls ein erfreuliches Zeichen politischer Frauenkultur, daß lei den die Gemüter so tief und so leidenschaftlich erre­genden Verhandlungen über Ne Frage des Frauenwahlrechts in keinem Stadium der De­batte die Grenz« edler und würdevoller Weib- lichkett überschritten worden ist. Da -haben in d«r Tat unsre deutschen Frauen die bessere polttische Schulung und Reife bekundet im Ver­gleich mit den Töchtem Albions. Und es war gut so, denn di« Ausschreitungen der englischen Suffragettes haben ihrer Sache mehr geschadet als genützt. Sympathien haben sie sich damit nicht erworben, wohl aber in vielen Füllen ste berschest, und die öffentliche Meinung (sowett sie noch unsicher und schwankend im Urteil war) dem gegnerischen Lager zugetrieben. Es war gut, so auch deshalb, weil, wenn irgend­wo di« Lächerlichkeit tötet, es vor dem Forum der zu lachlustiger Fröhlichkeit besonders inkli. nterenden deutschen Oeffenüichkeit bet Fall ist. Da hätte die Bewegung gar leicht einen Stoß erhalten können, von dem sie sich auch in Fah­ren nicht erholt hätte, während so nun doch die Anteilnahme an der großen Frage und das Interesse für sie t« weite Kreise getragen wurde. Auch das ist schon ein Erfolg, der für die Frauen den einzigen Weg gangbar macht, der zum Ziel führen kann.

Wir alle wissen «2: Der Weg ist ein langer und mühseliger, aber er muß und wird zurück­gelegt werden. Vollständig im organischen Zusammenhang mtt dem polttischen ist der wirtschaftliche Kampf der Freuen um die Gleichberechtigung. Sie sind es, die zu­nächst und zumeist unter der täglich zunehmen­den Last der wirtschaftlichen Bedrückung zu lei­den haben. Die Statistik weist es mit uner­bittlicher Deuüichkett nach, daß jetzt schon die Frauen zur großen Armee der erwerbenden Menschen nahezu die volle Hälfte stellen. Und was steht Dem gegenüber an Rechten? Da meldet sich ein starkes, ein grelles Mißver­hältnis: Politisch völlig rechtlos auf der einen Seite und wirtschaftlich dem Elend preisgege­ben auf der anderen! Nicht um die Dame han­delt es sich, der das Leben sorglos und im Be­hagen des Besitzes dahingleitet. Die repräsen- ttert eine Minderheit, der eine ungeheure Mehrhett, die Hunderttausende und die Mil­lionen gegenüberstehen, die, vom Schicksal nicht so begünstigt, alle Bitternisse zu kosten, alle Schwere des Lebens zu ttagen haben. Darf man, kann man eS ihnen verargen, wenn sie

nun endlich sich anschicken, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen? Man hat endlich doch nach langen Kämpfen zu dem allgemeinen Wahlrecht bekannt. Ist es wirllich ein allge­meines, so lange die Frau aus ihm ausge­schlossen sind? Um die große Masse handelt eS stch hier. Man nehme sie als ein Ganzes, das aus zwei Hälften besteht, der männlichen und der weibliche«, und bleibe gerecht in der Verteilung der Privilegien: Die Konsequenz ergibt sich dann von selbst!

Denn, Hand aufs Herz!: Ist es wirflich eine so ausgemachte Sache, daß die eine Hälfte (die männliche) die ander« so überragt an Einsicht, an Bildung, an Charakter, kurz an allen seelischen und intellektuellen Erforder­nissen, und daß der andern gar kein Recht zugemessen werden kann? Die Frau in unsrer Zett ist schon in demselben Maße im Er­werbe tätig, durch die Umstände gezwungen tätig zur Fristung des Lebensunterhalts. Di« Erwerbstättgkett aber macht sie zu einem Fak­tor, mit dem Wohl oder übel gerechnet werden muß, und dem schließlich auch daS politische Recht wird zuerkannt werden müssen. Die wirtschaftliche Selbständigkeit muß früher oder später auch zur Befreiung von der bisherigen Hörigkeit führen. In diesem Sinn haben di« jüngsten Tagungen deutscher Frauen sich ganz folgerichtig ergänzt. Daß nun, nachdem derKampf begonnen, stch auch die Gegner regen, ist die natür­liche Folge aller auf Entwicklung gerichteten Bewegung, und es war damit in demselben Augenblick zu rechnen, als di« Frau begann, in den Kampf um ihr Recht einzutteten. Man braucht denBund zur Bekämpfung der Frauen-Emanzipation nicht tragisch zu neh­men: ES wirft in ihm ein umgekehrter Idealismus, der die freie Frau in ihrem Ringen nicht versteht. Aber unfern Weg zum Liel wird diese Hemmung nicht versperren können/ denn das Rad der Zett kann von Kurzsichtigkett nicht aufgehalten werden.

E. St.

Bor der Nordlandfahrt

Der Deutsche Kaiser an der Wasserkante.

(P rivat-Telegramm.)

Hamburg, 13. Juni.

Der Kaiser wird am kommenden Sonn­tag vormittags acht Uhr, von der Wildpark- Station kommend, auf den Dammtorbahnhof untreffen und an Bord der an der St. Pauli- Landungsbrücke liegenden JachtHohenzollem Wohnung nehmen. Am Nachmittag wird der Kaffer die Repnen in Horn besuchen. Abends acht Uhr findet ein Diner bei dem preußischen Gesandte« von Bülow statt. Am Montag, dm siebzehnten Juni, wird der Kaiser das Früh­stück im Hause des Generaldireftors der Ham- burg-Amerika-Linie, Ballin, einnehmen. Um drei Uhr nachmittags verläßt der Kaiser Hamburg an Bord derHohenzollem und be­gibt sich nach Brunsbüttel, um dort am Dieus- tag an der Segelwettfahrt deS Norddeutschen Regattavereins und dem Regattadiner auf der Viktoria Swift der Hamburg -Amerika-Linie teilzunehmen. Ueber die diesjährig« Nord- landfahrt des Kaisers sind bestimmte Dis- posittonm noch nicht festgesetzt; «S wird aber als wahrscheinlich erachtet, daß sie sich bis in dm August hinein ausdchnt und daß der Auf- mthalt des Kaisers auf Schloß W i l helmS - höhe etwas hinausgeschoben werden wird.

Das Rendezvous in den SchSren.

Ein Privat.Telegramm meldet uns aus Petersburg: Die Zusammenkunft des Soren und des Deutschen Kaisers in den fin­nischen Gemässem ist nunmehr für den August festgesetzt woUden. Es follm bei dieser Be. gegnung wichtige politische Fragen erörtert werden, und es gift in hiessgm unter­richteten Steifen als wahrscheinlich, daß stch in Begleitung des Zaren der Minister des Neustem befinden wird. Der T a g dec Zusam­menkunft ist noch nicht bestimmt; es verlautet nur, daß die Begegnungin der ersten Hälfte des August" stattfindm werde.

Wieder zwei ZchW-UafSlle!

Frankreich nnd seine Marine.

(P rivat-Telegramm.)

Paris, 13. Juni.

Wie aus Toulon gemeldet wird, ist ge­stern abend im dortigen Hafen das Untersee­bootCharles Bmn bei einer Tauchübung in einer Tiefe von dreißig Metem plötzlich in senkrechter Richtung versunken. Der Komman­dant befahl im Augenblick größter Gefahr, den Bleiballasi auszuwerfen, worauf das Untersee­boot wieder an die Oberflä-be aelanate. Fei­