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Nummer 158.

Fernsprecher 951 und 952.

Donnerstag, 13. Juni 1912.

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang.

$os Hallmne Mysterium.

Kaltstellung oder. Spezial-Mission?

Ei« Privatlelegramm mel­det unS aus London: Lord Hal­da n e s Amtswechsel erregt hier allge­meines Interesse. Man schreibt jedoch dem Schritt keinerlei politische Bedeutung zu. Bei der Eröffnung der Sitzung des Hauses der LordS am gestrigen Nachmittag nahm der neue Lordkanzler seinen Sitz auf dem Woll­sack ein. Die große Mehrzahl der Peers beglückwünschte ihn. Lord Hal- dane wurde gestern im Appellationsge. richtshof von dem Lordoberrichter als Lordkanzler vereidigt. Die Prä, fidenten der verschiedenen Gerichtshöfe und fast das gesamte Londoner Richter- kollegivm wohnten der feierlichen Zeremonie in ihren Arntstrachten bei. Viscount Richard Burdon Haldane of Cloan, den wir in den letzten Mase.rtagen noch als .Friedenstaube" auf deutscher Erde be­grüßten, ist, über Nacht dem Amt des Kriegsministers iw Großbritannien entronnen, um Lord LoreburnS Erbe als Großkanzler (oder, wie der mittelalterlich« Titel in der Ver- schnörkelung britischer Kurialien lautet: Als Amtlicher Hüter deS Königlichen Gewissens") zu übernehmen. Die Botschaft ist recht über­raschend und unvermittelt gekommen, und es läßt sich nicht leugnen, daß grade diese Plötz, lich kett, die im Land des parlamentarischen Regimes doppelt befremdlich anmutet, Anlaß zu mancherlei Deutungen geben kann. Aeußerlich betrachtet, stellt sich der Wechsel allerdings als eine Rangerhöhung dar, denn das Amt des Großkanzlers ist einer der begehr­testen Posten im Jnselreich und gewährt seinem Inhaber ein Jahresgehalt von zweihundert, tausend Mark. Auf der andern Seite indessen ist mit dem Aufrücken in die neue Würde eine Art politischer Kaltstellung verbunden, und grade in d i e s e r Tatsache wollen die Pes­simisten diesseits und jenseits des Kanals die eigentliche Bedeutung des Wechsels im bri­tischen Kriegsministerium sehen.

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Man weiß, daß Lord Haldane of Cloan in England der hervorragendste Träger des deutsch - englischen Verständt- gungsgedankens ist; wenigstens läßt sich nicht leugnen, daß er sich als Kriegsminister um die Förderung eines freundschaftlichen Ausgleichs zwischen den beiden Reichen man­cherlei Verdienste erworben hat. Und nun, da von Jenseits des Kanals der andere Träger der Versöhnungsidee, Marschall von Bieberstein, sich zur Uebernahme des Wolff-Metternich-Erbes anschickt, wird der Friedensapostel Haldane einem Amtsbereich entrückt, dessen Wirkungsmöglichkeiten ihm ein Zusammenarbeiten mit der Politik Marschalls auf der Basis des Verständizungsgedankens in weitestgehendem Maße gestattet haben würden. In der Abberufung Haldanes von der Leitung des Kriegsministeriums kann also unter Um­ständen tatsächlich eine brstimmte Maßnahme des britischen Kabinetts erblickt werden, die hinsichtlich der deutsch-englischen Versöhnungs- Politik eine Art Vorbeugung schaffen wollt«. Diese Auffassung ist allerdings nur dann berechtigt, wenn man annehmen darf, daß in England tatsächlich Neigung besteht, der weiteren Förderung der auf eine Verständigung zwischen Berlin und London abzielend:» Be­strebungen aus dem Weg zu gehen,

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Anders gestaltet sich das Bild, wenn man Haldanes politische Eigenart und di« politischen Interessen Britanniens mit dem Aufstieg zum Lord-Großkanzleramt in Verbindung bringt. Richard Burdon Haldane of Cloan istder Mann des Königs"; er war der politische Ver­traut« Eduards des Siebenten und er ist der Vertrauensmann Georgs des Fünften, und als er vor einem halben Jahre zum Träger der delikatenVersöhnungs-Mission" bestimmt wurde, wußte man: Es handelte sich um m« h r als um eine bloße Friedenssehnsucht-Komödie. Haldane ist der geborne politische Manager. SeineFeinde sag en,er sei der raffinierteste Draht, zieher und Intrigant, und ein hervorragendes konservatives Parlamentsmitglied rief einmal sogar in offner Sitzung unmutig aus:Kann denn Lord Haldane nur auf Hintertreppen wandeln?", worauf Haldane schlagfertig ant. wortete:Ich erreich« stets das Ziel, auf das ich losgehe. DaS ist die Hauptsache. Ob ich auf de« Vorder- oder Hintertreppen dahin ge­lange, ist nebensächlich.' Viscount Haldane Kat sich mit königlicher Genehmiaung (wahr­

scheinlich sogar in bestimmtem königlichen Auf­trag) Mit der deutsch.englischen Verständigung- Mission betrauen lassen, und wenn er jetzt, kaum daß er did ersten Schritte auf diesem Weg getan, sein Portefeuille niederlezt, um «s mit dem Wollsack des Oberhauses zu ver­tauschen, so geschieht das sicherlich nicht ohne bestimmten Zweck, denn man mag über di« Politik des Foreign Office denken wie man will: Im Erkennen des Ziels und in der Wahl der Mittel war sie immer von vorbildlicher Be-, stimmtheit.

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DerAmtliche Hüter des Königlichen Ge­wissens", als der, seit gestern, Lord Haldane sich präsentiert, pflegt politisch nicht hervorzu­treten, und die Vorgänger des neuen Mannes haben an dieser Tradition auch zähe sestgehal- ten. Ob Haldane es a u ch tun wird, steht da. hin; unwahrscheinlich aber ist jedenfalls, daß ein Mann von der enormen politischen Energie des neuen Lord-Großkanzlers in demselben Augenblick auf die bisher mit Leidenschaft und Hingabe gespielte politische Rolle verzichten wird, in dem er aus der unruhizen Hast des politischen Getriebs in den stillen Frieden der Oberhaus-Sphäre einkehrt. Vielleicht glaubt der neue Großkanzler sogar, auf den Hintertreppen der Lordkanzlerschaft rascher zum Ziel ge­langen zu können, als auf den Vordertreppen des Kriegsamts. Und vielleicht auch ist seine Demission ein Fortschritt auf dem Weg zur Er­füllung seiner Mission: Die Treppen sind Ne­bensache, das Ziel ist alles! Man sieht: Es ist möglich und sogar naheliegend, den Wechsel im britischen Kriegsministerium von zwei Seiten zu betrachten, und wenn man sich nicht mit dem Gedanken befreunden kann, Haldanes Verschwinden von der, Allen sichtbaren po­litischen Bühne als einen Reif in der Früh­lingsnacht deut sch-eng lisch er Versöbnung-Sehn­sucht zu beklagen, bleibt noch genügend Grund zu and re r Deutung des Mysteriums. Haldane steht nun tatsächlich auf der Hintertreppe, und man darf gespannt darauf sein, wie er sich dort einrichten wird. F. H.

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Hauptmann Faber, der Enthüller.

Daß sich im Augenblick des Rücktritts Hal- dane's von der Leitung des Kriegsministeri­ums auch Hauptmann Faber, das bekannte Unterhausmitglied (dem wir die lehrreichen Enthüllungen über die Lage int vorigen Jahre verdanken) wieder zu dem ThemaDeutsch­land-England" vernehmen läßt, ist nicht zu verwundern. In einer zu Stockbridge gehal­tenen Rede führte Faber aus:Er sei der An­sicht, daß eine außerordentlich schwierige und gefährliche Situation entstehen könne, wenn über die europäische Lage nicht bald in klarer Werse eine Verständigung erzielt werde. Der Marineminister Churchill beab­sichtigte, Frankreich ausschließlich die Kon­trolle des Mittelmeeres zu übertragen. Tank dem Einvernehmen mit Frankreich sei dies bis zum übernächsten Jahre möglich. Nach diesem Zeitraum würden aber die Flotten Italiens und Oesterreichs, der Verbündeten Deutschlands, nach dem Flottenprogramm stärker sein, als die vereinigten englischen und ftanzösischen Mittelmeerflotten. Kapitän Faber fügte hinzu, er wünsche der Mission des Freiherrn Marschall von Bieberstein in London einen vollen Erfolg, man dürfe je­doch nicht vergessen, daß. falls es ihm gelingen sollte, Frankreich nnd England zu trennen, Deutschland beide Länder durch einen Krieg oder sogar auch ohne einen solchen zu ü b e r- winden in der Lage sein werde..." Bemer­kenswert ist die leise Drohung, die durch die Ausführungen über die Notwendigkeit einer baldigen Verständigung hindurchklingt.

Die Spandauer Spionage AffSre.

Der Haupttäter Ist verhaftet! (Privat-Telearamm.)

Berlin, 12. Juni.

Die Untersuchung des Diebstahls im Artillerie-Depot in Spandau hat einen teilweisen Erfolg gehabt. Der vermut­liche Besitzer des am Tatort gefundenen Mes­sers ist jetzt gefunden. Es handelt sich um eine bei dem Artillerie-Depot angestellte Mi­litärperson, die bereits seit Sonnabend in Untersuchungshaft ist. Die Untersuchung wird mit größter Energie fottgesetzt. Es ist wahrscheinlich, daß noch weitere Ver­haftungen folgen werden, da die Unter­suchung ergeben hat, daß an dem Diebstahl mcffrete Personen beteiligt gewesen sind. Die verhaftete Militärperfon kommt infccffe« je­denfalls Haupttäter in Betracht. Von den aus dem """llerie-Depot entwendeten Geheim- Dokumenteu Zeichnungen und Modellen hat trotz eifrigster Nachforschungen nichts mehr ge­

funden werden können und es steht also außer Zweifel, daß das bei den Diebstählen erbeutete Material über die deutsche Grenze ge­schafft und in Sicherheit gebracht worden ist. Die Spur der Diebe führt nach Frankreich. Der als Haupttäter Verhaftete leugnet bisher hartnäckig und bestreitet, an dem Tage der Ausführung des Diebstahls sich überhaupt in Spandau aufgehalten zu haben. Der Verhaf­tete ist ein Unteroffizier, der im Depot beschäftigt war. Die weitere Untersuchung wird streng geheim gehalten.

Die Möllersdorfer Katastrophe.

Verbrecherischer Anschlag oder Anglück?

Die furchtbare Explosions-Ka­tastrophe, die am Freitag früh in Möl- le r s d o r f bei Wien sechzig Menschenleben forderte, sowie die zweite Explosion in der Nacht zum Sonntag, die glücklicherweise keine Menschenleben dahinraffte, sind immer noch nicht aufgeklärt, trotz aller von den Behörden angestellten Nachforschungen. Mit fieberhaf­ter Hast wird die Untersuchung geführt, und man hofft, daß es bald gelinge, den oder die Attentäter zu verhaften. Die Ermittelungen haben zwar bisher nicht zu positiven Ergeb­nissen geführt, doch scheint es außer Zweifel zu stehen, daß die Katastrophe mit irgend ei­nem verbrecherischen Anschlag in Zusammen­hang zu bringen ist. Wir erhalten folgende . Meldungen:

Wien, 12. Juni.

(Privat-Telegram m.)

Die Untersuchung darüber, ob die furcht­bare Explosionskatastrophe von Möllersdorf auf einen verbrecherischen Anschlag zurückge­führt werden könnte, hat bisher zu einem Resultat nicht geführt. Zwei der letzthin ver­hafteten jungen Leute wurden, nachdem sich ihre Harmlosigkeit herausgestellt hat, auf freien Fuß gesetzt. Die Nachforschungen wer­den Tag und Nacht fortgesetzt; weitere Ver­haftungen sollen aber unmittelbar Levorste- hen. Gestern abend erfolgte in Wien-Neu- stadt eine aussehenerregende Verhaftung. Ein junger Mann hatte die aus der Muni- tionsfabttk kommenden Arbeiterinnen befragt, in welchem Objekt die meisten Pulver­vorräte seien. Der Verhaftete legitimierte sich mit einem am ersten Juni in Graz aus­gestellten Paß. Es ist ein gegenwättig be­schäftigungsloser Kommis; er konnte keine genügende Aufllärung geben, warum er sich über die Pulvervorräte erkundigt hatte. Eine Mrlitär-Baukommission hat gestern die ver­schiedenen Pulverobjekte auf dem Wiener- Neustädter Felde untersucht.Objett III" wurste angebohrt aufgefunden. In der Nähe fand man eine Zündschnur. Die Wache bei den verschiedenen Pulverobjek­ten sind aufs neue verstärkt worden; sie haben den Auftrag erhalten, auf alle verdächtigen Personen, die sich auf dem Gelände zeigen sollten, Feuer zu gebe«.

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Stadtkommandant und Spionage-Ehes.

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Lemberg: Tie Polizei ist hier gestern einer großen, weitverzweigten Spionage- Organisation auf die Spur gekommen, die ganz Oesterreich, besonders aber Galizien und die Bukowina umfaßt. Die Seele der Spionage soll der Stadtkommandant v o n K i e w sein. Außer verschiedenen bereits vorgenommene» Verhaftungen stehen noch wei­tere Festnahmen bevor. Die Polizei war der Bande seit längerer Zeit auf der Spur, doch war eS bisher nicht gelungen, die Verdächti­gen zu überführen. Die Organisation unterhielt in Oesterreich etwa hundert ständige Agen­ten, die von Rußland besoldet wurden.

Kaiser-Rendezvous in Heu Schären?

Kaiser Wilhelm, König Georg und der Zar.

Eine Zusammenkunft des Kaisers mtt dem Zaren darf nunmehr als bestimmt in Aus­sicht stehend angesehen werden. Wir erhalten darüber von untettichteter Seite aus Berlin folgende Meldung: An hiesiger zuständiger Stelle wird auf Anfrage mitgeteilt, daß man die Meldung über eine Zusammenkunft zwi. schen Kaiser Wilhelm und dem Zaren in den finnischen Schären nicht dementieren könne, allerdings sei man zurzeit auch noch nicht in der Lage, sie zu bestätigen. Aus dem amt­lichen in das allgemein verständliche Deutsch übertragen, heißt das wohl, daß di« Zusam­menkunft sicherlich stattfinden wird, ver­mutlich nach der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandreise. Bestimmte Dispositionen über den Zeitpunkt der Zusammenkunft sind aller­dings noch nicht getroffen, ebenso steht noch nicht fest, ob das Zusammentreffen vor ober

nach der Zusammenkunft des Zaren mft dem König von England stattfinden wird.

Lar Fernflug-Fiasko.

Hivth als einziger Sieger der Strecke!

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Wien, 12. Juni.

Gestern abend um neun Uhr war di« Frist die von der sportlichen Leitung des Fernfluges Berlin-Wien für eine Landung aus dem Flugplatz bei Aspern festgestellt war, verstri. ch e n. Es ist also außer Hirth keinem Kon. kurrenten gelungen, das Ziel zu erreichen. Di« einzige Konkurrenz, di« gestern nachmittag noch die Absicht hatte, Wien zu erreichen, war: Ober­leutnant Miller, Bergmann und Krieger. Bergmann war bis neun Uhr abends nicht auf dem Flugplatz Aspern einge- troffen. Um 7.30 Uhr wurde gemeldet, daß Bergmann bei Olmütz gesehen worden sei, das auf der Strecke Strehlen-Wien, vor Prerau liegt. Es scheint demnach, daß sich Bergmann, der bereits um 6.30 Uhr über Prerau gesichtet worden war, verirrt hat oder freiwil. lig umgekehrt ist. Krieger, der gestern morgen beim Start in Breslau abstürzte, konnte gestern nachmittag nicht, wie er beabsichtigte, den Weiterflug antreten. Er wandt« sich tele­graphisch an die Sportleitung und bat um Verlängerung des Statts. Man kam sei­nem Wunsche insofern nach, als ihm mitgeteilt wurde, daß er

außer Konkurrenz eine« Trostpreis erhalten werde, wenn es ihm gelänge, bis heute mittag Wien zu erreichen. Krieger setzte daraufhin seinen Start in Breslau aus heute morgen halb fünf Uhr fest, mußte aber, da starker Regen niederging, noch im letzten Augenblick den Weiterflug endgültig aufge. 6 en. Auf dem Flugplatz bei Aspern sah es in den späten Abendstunden grauenhaft aus und man bedauerte, daß Bergmann nicht gewarnt werden konnte, dort zu landen. Di« Fläche des Flugplatzes war von dem Regen der letzten Tage ausgeweicht und mit Wassertümpeln über­sät. Auf dem Flugplätze wurden alle Vorkeh­rungen für eine wentuelle Landung Berg­manns im Dunkeln getroffen. Mittlerweile wurde es Mitternacht und Bergmann blieb ver. schollen. Alle Otte, die telephonisch oder tele. graphisch zu erreichen waren und auf der Strecke zwischen Breslau und Aspern liegen, wurden von dem Ausbleiben Bergmanns ver. ständigt. Man befand sich in großer Besorg­nis um das Schicksal des Fliegers, denn bis heute früh lagen zuverlässige Nachrichten über ihn nicht vor. Mittags wurde dann bekannt, daß Bergmann gestern ahend unwett Kremsiex gelandet sei.

bin Fernflug Hamburg Kiel.

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Hamburg, 12. Juni.

Vom Fuhlsbütteler Flugplatz sind heute morgen die drei Flieger Lindpaintner um 4.35 Uhr, Bayerlein um 4.38 Uhr und von I a n u s ch um 4,48 Uhr mit je einem Passagier nach Kiel aufgestiegen. Als Erster kam in Kiel Baherlein um 5.47 Uhr an. Ex landete um 6,11 Uhr, Lindpaintner um 6.10 Uhr. Janusch ist um 6.25 Uhr bei Rathmannsdorf niederze- gangen, wobei sein Apparat stürzte und be­schädigt wurde. Der Flieger selbst und sei« Passagier sind unverletzt.

Sie neueste Flieger-Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Rewyork, 12. Juni.

Als heute früh die Marineoffiziere HaS- l e h u r st und Welsh auf dem Flugplatz de» Militäraviatikerschule in Maryland übten, stürzte der Eindecker aus etwa fünfzig Meter Höhe ab. Beide Offiziere wurden unter de« Trümmern des Apparates begraben und erlit­ten derart schwere Verletzungen, daß sie bald darauf verstarben. Der Unfall ist auf ein Versage« des Motors zurückzuführe«.

Willkommen in Sasse«

Der elfte Bundestag der dentsche« Ver­kehrsvereine in Cassel - Wilhelmshöhe.

Die Residenzstadt Cassel steht seit heute im Zeichen des Verkehrs": Die Venreter des Bundes deutscher Verkehrs« vereine tagen in ihren Mauern und bera­ten über Fragen, die im ganzen weiten Reiche lebhaftestes Interesse finden werden. Di« Verkehrsvereine haben es ermöglicht, sich im letzten Jahrzehnt zu einer machtgebie- teuden Stellung aufzuschwingen. Mit kla- rem, sicheren Blick verstanden sie es. die biS dahin von den Verschön-rungSver» einer geleistete Arbett zu sondern Md, wäh-