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CMer Neueste Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang.

Dienstag, 11. Juni 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 156,

Fernsprecher 951 und 952.

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Ier Fernslug Berlin-Wieu.

Helmuth Hirth : Erster in Wien!

Das Glück ist immer dem Tüchtigen hold: Helmuth Hirth, der Sieger aus der Luft­strecke München-Berlin, hat als Teilnehmer am Fernflug Berlin-Wien als Erster am Ziel im Rumpler-Eindecker auf dem Flugplatz Aspern bei Men die Startlinie passiert und da­mit den Siegerpreis der größten und bedeu- tendsten Flugveranstaltung dieses Jahres der deutschen Aviatik gesichert. Der Fernflug von der Spree zur Donau hat lediglich sportlichen Wert, aber die Aufgaben, die den Fliegern ge­stellt waren, dürfen hinsichtlich der Schwierig­keiten, die die Eigenart der Flugstrecke bereitet, nicht unterschätzt werden. Es galt vor allen Dingen, die Leistungsfähigkeit des Flugzeugs auch in der Ueberwindung von Gebirgs­zügen zu erproben, und es darf gesagt w erden, daß dieser Versuch ein überraschend günstiges Resultat ergeben hat. Man mag an sich den gro. ßen Rekord.Flugveranstaltungen noch so skep­tisch gegenüb erstehen, und angesichts der Ge. fahren den Wert und sportlichen Effekt der Konkurrenzen ernstlich bezweifeln: Eine Lei- stunzprobe in gr o ß em Maßsiabe ist nur mög­lich, wenn den Fliegern Ausgaben gestellt wer­den, die den Durchschnitt der Erfordernisse an Energie und sportlicher Sicherheit übersteigen. Der Zuverlässigkeitsflug am Oberrhein hat erst wieder bewiesen, wie wichtig die gro­ßen Ueberland-Konkurrenzen für die Entwick­lung der Aviatik sind, und wenn auch der dem Oberrhein-Flug folgende Nordwest- Rundflug mit einem Fiasko endete, so zeigt der Fernflug Berlin-Wien doch wieder die Energie - Hochspannung des Flieger. Wettbe­werbs angesichts einer großen Aufgabe in er­freulichster Form. Wo es gilt, Ziele zu er­kämpfen und Erfolge zu erstreben, sind Opfer unvermeidlich, und so mutz man auch bei dieser neuesten Motzen Flieger-Konkurrenz die unver- meidlick'tn Schatten zusammen mit dem Licht des Motzen sportlichen Effekts würdigen.

D« nächtliche Start in Berlin.

(Privat-Telegram m.)

Berlin, 10. Juni.

Der nächtliche Start zum Wcttflug Berlin- Wien war nicht sonderlich vom Wetter be­günstigt. Zur Zeit des offiziellen Startbe- ginns um drei Uhr gestern morgen herrschte dichter Nebel, der wegen der absoluten Unmöglichkeit einer Orientierung einen Ab­flug unmöglich machte. Trotzdem unternah­men bald mehrere Flieger Probeflüge, lan­deten aber bald wieder. Leutnant T h ü n a stietz dabei mit seinem Apparat so hart auf, daß das Untergestell und ein Propeller be. schädigt wurden. Er gab deshalb den Start auf, ebenso der Oesterreicher Sabla- ting. Als erster startete um 4.22 Uhr The­len mit Leutnant Schiller als Passagier. Ihm folgte um 4.25 Uhr Hirth mit Husa­renleutnant Schöller als Passagier. Von den Oesterreichern startete zuerst Stanger um 5.55 Uhr mit Leutnant von Friedberg als Passagier, sodann um 6.05 Uhr Csakay mit Oberleutnant Niezner und um 6.27 Uhr Bergmann mit Leutnant Schinzel. Die übrigen Flieger warteten noch auf den gelege­nen Augenblick. Inzwischen traf die Nach­richt ein, daß Thelen in Altglienicke gelan­det sei. Hirth, der zunächst gute Fahrt batte, mußte in Tobern im Kreis Guben eine Zwi­schenlandung unternehmen. Weiter sind noch gestartet um 8.11 Uhr Wiencziers, Pas­sagier Oberleutnant z. S. Bertram und um 8.12 Uhr Bier mit Leutnant von Steffen. Leider hat der so günstig verlaufene Start doch noch ein Unglück gebracht: Oberleutnant Bier, wohl der gefährlichste österreichische Konkurrent, ,ist

Bei Groß-Muckr» abgekürzt.

Es liegt darüber folgende Meldung vor: Oberleutnant Stet, der zuletzt über dem Scharmützeler See um 8.26 Uhr gesichtet worden war, stürzte bei Groß-Muckro ab. Sein Apparat ist voll- ständig zertrümmert. Ter Pilot hat einen Fuß gebrochen. Sein Passagier, Oberleutnant Steffen, erlitt eine Ver­letzung am Auge. Wie im Laufe des Nachmittags bekannt wurde, find die Ver­letzungen Biers sehr ernster Natur.

Die ersten Flieger in Breslau.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 10. Juni.

Auf dem hiesigen Flugplatz, wo feit den frühen gestrigen Morgenstunden eine große Menschenmenge mit Spannung der Ankunft der Flieger harrte, traf als erster vormittags um 8.50 Ubr Hirth ein. Hirth mußte bei Tobern eins Notlandung übernehmen. weil

eine Zündkerzeveröltwar. Da er keine Reservekerze mitsührte, entlieh er eine solche von einem Bauern, der einen landwirtschaftli­chen Motor hatte. In der Gegend von Bres­lau v e r f l o g sich Hirth, der dadurch und durch die Zwischenlandung sehr viel Zeit verloren bat. Als zweiter traf in Breslau um 9 Uhr Csakay ein, der eine bedeutend günstigere Fahrtzeit hatte als Hirth. Beide Flieger wa­ren wohlauf und beabsichtigten ursprünglich, noch gestern vormittag den Flug fortzusetzen. Csakay erreichte unterwegs Höhen von 2500 Metern. Robert Thelen (Albatros-Zwei­decker), der anstelle Eckelmanns startete, blieb in Grünau bei Berlin liegen. Er wollte nach­mittags auffliegen, drahtete aber noch im letz­ten Moment ab. Krieger und Wiencziers wurden abends noch erwartet, trafen aber nicht mehr ein. Als dritter landete Bergmann, der schwere Fahtt gehabt hatte. Der Abflug von Breslau wurde wegen ungünstigen Wet­ters auf Montag früh drei Uhr verschoben. Es werden starten: Hirth, Csakay (Oberleut­nant Blaschka) und Bergmann (Oberleut­nant Miller).

*

ras Pech der Nachzügler.

(Privat-Tel eg ramm.)'

Berlin, 10. Juni.

Heute morgen um drei Uhr wollten The­len, der seine Maschine bereits wieder aus- gebeffert hat und Leutnant Mandelli an Stelle Sablatniks starten. Wiencziers stieg gestern mach acht Uhr abends zu einem Probeflug auf. Als er um 8.80 Uhr landen wollte, schlug er so heftig auf den Erdboden auf, daß der Apparat völlig inTrümmer ging. Da kein Ersatzapparat zur Verfügung war und eine Reparatur bis Montag früh nicht möglich war, scheidet er endgiltig aus der Konkurrenz aus. Lange Zeit hörte man nichts von Stangers Verbleib, der gestern früh 5.56 Uhr aufgestiegen war, und man war schon um ihn in Sorge, als ein Telegramm eintraf, daß er in K o h l o w bei Hirschberg auf einer sump­figen Wiese eine Notlandung habe vor­nehmen müssen. Er hatte eine Stunde lang die Orientierung verloren und mutzte schließlich, nachdem er in beträchtlicher Höbe in Gewitter, stürme geraten war, wegen Benzinmangels nie­dergehen. Dabei zerbrach ein Flügel und das Fahrgestell. Der Pilot sowohl wie fein Passagier kamen mit dem Schrecken davon. Ob er wieder aufsteigen kann, ist .sehr fraglich. Einem Telegramm aus Guben zufolge landete Krieger dort ohne Schwierigkeiten. Beim Warnen des Publikums geriet Krieger mit einem Arm in den Propeller und erlitt eine schmeribafte, aber ungefährliche Verletz­ung. Der Flieger schob den Weiterflug nach Breslau auf.

*

Na« enttäuschte Wien.

(Privat-Telegramm.)

Wien, 10. Juni.

Der erste Tag des Wettfluges Berlin-Wien brachte den Wienern eine Enttäuschung. Di« Wetter-Prognose, die schon vorgestern abend sehr ungünstig lautete, bewahrheitete sich nur allzusehr: Um zehn Uhr vormittags setzte gestern ein Gewitter mit heftigen Regengüssen ein, gerade zu der Zeit, als das Publikum zum Flugplatz von Aspern strömte. Von der Sttecke Berlin-Dresden traf bald die Nachricht von dem Absturz Biers ein, die mit großem Bedauern aufgenommen wurde, um so mehr, als die letzten Meldungen den Unfall für den Flieger sehr viel ernster erscheinen ließen, als es zuerst hieß. Nachmittags heiterte sich das Wetter auf und nun begann starker Andrang zum Flugplatz zu einer Zeit, als bereits fest­stand, daß der Weiterflug von Breslau nach Wien auf heute früh drei Uhr verschoben war. Man ließ Hunderte den beschwerlichen Weg bis zum Flugplatz fortsetzen, ohne das Publikum unterwegs durch Signale zu verständigen. Das Publikum verhielt sich indessen äußerst muster­haft und trat ruhig den Heimweg an. Heute in aller Morgenfrühe war der Flugplatz Alvern schon von einer nach vielen Tausenden zählen­den Menschenmenge besetzt, die die Nachrichten vom Abflug Hirths aus Breslau mtt lau­tem Jubel aufnahm.

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Hirth als Erster am Siel! (Privat-Telearamm.)

Wien, 10. Juni.

Seit den frühen Morgenstunden harrten heute viele Tausende auf dem Flugplatz Aspern auf das Eintreffen der Flieger. Trotz der gestrigen Enttäuschung verhielt sich die Menge ruhig und diszipliniert, und es brach lauter Jubel aus, als endlich, kurz vor sechs Uhr früh, die Flugplatzverwaltung die An- kunft des ersten Fliegers signalisierte: Es war Hirth, der in Breslau um 3,07 Uhr aufgestiegen war, als erster die Startlinie um 6,01 Uhr passierte und um 6,03 Uhr auf dem Flugplatz niederging. Hirtbs Landung erfolgte unter dem nichtendenwolleuden Jubel der Menschenmenge. Der Flieger war. wohlauf

und erklärte, sehr günstige Fahrt gehabt zu ha­ben. Kurz nach dem Eintreffen Hirths wurde bekannt, daß der Flieger Czakah, der um 3 Uhr 9 Minuten in Breslau aufgestiegen war, wegen Motordefekts wieder landen mußte. Die Maschine wurde beim Landen beschädigt, und es werden erst Ersatzteile aus Johannis­thal erwartet, nach deren Eintreffen der Flieger wieder aufsteigen wird. Oberleutnant Berg­mann stieg um 3 Uhr 5 Minuten auf. Ferner wurde bekannt, daß der Flieger Krieger, der gestern in der Nähe von Guben wegen starken Regens landen mußte und leicht am Arm verletzt wurde, den Weiterflug wegen der schmerzhaften Verletzung aufgibt.

*

Breslau, 10. Juni. (P riv at - Tele - gramm.) Tex Flieger Csakav startete um drei Uhr zehn Minuten morgens, mußte aber nach einer halben Stunde wieder zurück- kehren wegen Versagens des Motors. Beim Niedergehen legte sich der Apparat auf die linke Sette, wodurch das untere Drahtgestell schwer beschädigt wurde. Csakay ist jetzt mit der Reparatur beschäftigt. Der Flieger Berg­mann stieg zweimal zum Weiterfluge aus, mußte aber beim zweiten Versuch kurz hinttr dem Flugplatz wegen Motordesettes nieder­gehen.

Sie Heimkehr desZIII.

Wettfahrt: Zeppelin und Schütte-Lanz.

Am Sonntag früh kurz nach vier Uhr schon, stieg das am Sonnabend nachmitag in Frankfurt am Main gelandete Zeppelin- MilitärlustschiffZ III" zur Fahrt nach Frie­drichshafen auf. An Bord befanden sich Graf Zeppelin und sein Nesse, Dr. Eckener, Oberingenieur Dürr und die zum Schiff gehörigen Kapitäne. _ Dreißig Mi­nuten später stieg in Mannheim das Luft­schiff Schütte-Lanz zu einer größeren Fernfahrt auf, das die Städte Mainz, Wies- beden und Darmstadt überflog. In der Nähe der Bergstraße wurde vomZ III" aus in wei­ter Ferne das Luftschiff Schütte-Lanz., erspäht. Sofort ließ Graf Zeppelin sein LuftsMftstWM- den und fuhr auf das Lanzsche Luftschiff zu, er­reichte es binnen fünfundzwanzig Minuten und begleitete es eine gute Strecke, indem es seine sämtlichen Manöver mitmachte. Sodann über­holte der Zeppelinsche Kreuzer das Lanzsche Luftschiff in rascher Fahrt, fuhr vor dessen Bug vorüber und setzte in schnellem Tempo seine Fahtt nach dem Bodensee fort. Das Luftschif nahm von Frankfurt aus seinen Weg über Darmstadt, Heidelberg, Maulbronn, Tübingen, Sigmaringen, Heiligenberg nach Friedttchs- hafen. Um halb zehn Uhr traf das Schiff bei starkem Winde über Friedrichshafen ein, be- schrieb mehrere große Kreise und landete um zehn Uhr glatt vor der Halle. DaS Wetter war während der ganzen Fährt ziemlich windig und wolkig, aber ttocken. lieber den Verlaus der insgesamt zweiundvierzigstündigen Fahrt nach und von Hamburg wird noch berichtet, daß sie in allen Teilen tadellos vonstatten ge. ganzen ist. Besonders seit die ununterbrochene völlig eintoattbfreie Tätigkeit der drei neuen Mavbachmotoren hervorzuheben, die fast die gesamte Fahttzeit über in voller Tätigkeit waren.

Die neueste Flieger-Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Patts, 10. Juni.

Aus dem Lagettelde von Chalon stürzten gestern abend sechs Uhr der Flieger Kimmerling untz^deffen Passagier Ton. n e t mit einem Eindecker aus zweihundert Meter Höhe ab. Tie beiden Flieger konnten nur als Leichen unter den Trümmern des Apparates hervorgezogen werden. Die Kata- strophe wird auf heftige Windstöße zu­rückgeführt, von denen einer das Flugzeug zum Kippen brachte. Kintmerlrng hintettäßt eine Witwe mit drei Kindern. Tonnet war unver­heiratet.

Ungarn nach den Attentaten.

Der Attentäter Kovaez an der Kaiser.

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Budapest: Es wird jetzt bekannt, daß der Attentäter K o v a c z einige Tage vor dem Attentat auf den Grafen Tisza eine Eingabe andenKaiserFranzJosef gerichtet hat, worin er unter anderem fügt:Als Rebell ver- schtten, ttotzdem aber «in loyaler Untertan, bitte ich Ew. Majestät im Interesse der Dyna­stie, die jetzigen Machthaber zu stürzen und durch andere zu ersetzen, die die Verfas- fung Ungarns wieder Herstellen." Die Mel­dung, daß der bei dem vorgestrigen neuen Attentat auf den Danus von Kroatien verwun­dete Banatsrat Hervoics gestorben sei, Wirtz widerrufen. Er ih jedoch io schwer

verletzt, daß man ihn Wohl nicht am Leben erhalten kann. Das Gehirn ist durch die Kugel chwer getroffen worden. Der Attentäter Iu> k o s z hat bereits vor einiger Zeit im Banats­palais ein Bild Tiszas zerschnitten und ist der Polizei als ein politischer Fanatiker bekannt Als Mitschuldige Jukosz' sind bisher sechzig Studenten der $(gramer Universität ver­haftet worden.

Aue Korsu-Seufution?

Die Kaiserhacht über einer Seeminer (Privat-Telegramm.)

Patts, 10. Juni.

Aus Korfu wird hiesigen Blättern eine sensationelle Nachricht übermittelt, die aller­dings vorerst noch unbestätigt ist, trotzdem aber hier großes Auffehen erregt. Wie in der Mel­dung behauptet wird, haben am Sonnabend in den türkischen Gewässern ans der Fahrtlini« nach Korfu zwei griechische Fischer in ihren Netzen eine Maschine gesunden, die sie der Marinebehörde ablieferten. Die Untersuchung ergab, daß es sich um eine S eemine Han. beite, die vor zirka sieben Monaten von einem türkischen Kriegsschiff dort versenkt wurde, als die italienische Flotte sich nähette. Tie Stelle, an der die Mine sich befand, wurde zu viederholten Malen von Kriegsschiffen verschiedener Nationen und auch von der lai. serlich-deutschen JachtHohenzollern" mit der Kaiserfamiliean Bord passiert. Wie versichert wird, war die Mine noch durch­aus gebrauchsfähig und es ist also nur einem glücklichen Zufall zuzuschreiben, daß sie kein Unheil angeridjtet hat, und daß sowohl die Kriegsschiffe, die die verhängnisvolle Stelle passierten, als auch die KaiserjachtHohen- ä oller n" mit dem Kaiser an Bord unbe­schädigt geblieben sind.

*

Siu neues Fusel-BsMbsrdomrnt?

Aus Mailand wird uns telegraphisch ge­meldet: Die hiesigeRegioue" meldet, daß die Beschießung Smyrnas und die Besetz, ung von Chios und Mythelene bevor, stehen. Von Spezia seien gestern morgen die KriegsschiffeSardegna",Sizilia",Umberto undBenedetta" nach dem neuen sizilianischen Kriegshafen Augusta abgefahren, nachdem das Geschwader fast fünf Tage lang mit geheizten Kesseln Befehle ermattet habe. In Augusta seien große Truppenmassen und viel Artillerie-Material zur Einschiffung bereit.

Die Mimst auf dem Wasser. Die Hauptversammlung des Deutschen Flottenvereins in Weimar; Großad­miral von Köster über die polittsche Lage; die Zukunft auf dem Wasser.

(Bericht unsers Korrespondenten.)

In Anwesenheit des Grotzherzogs, des Staatsministettums und des Fürsten von Salm Horstmar wurde gestern in Weimar die zwölfte Hauptversammlung des Deutschen Flotten - Vereins abgehaltrn. Großadmiral von Köster fühtte in seiner Rede aus, wenn er sich an die Stelle des Marineministers versetzt denke, würde er von der letzten Flot­tenvorlage nicht befriedigt fein. Tas Erreichbare fei hinter dem Wünschenswetten zurückgeblie. 6en. Redner begründete dann das Verlangen der Umwandlung der in dem neuen Flottenprogramm vorge­sehenen zwei kleinen Kreuzern in zwei vielerseits begehrte Panzerkreuzer. Großadmiral von Köster fühtte in seiner vielbeachteten, großes Auffehen erregenden gestrigen Rede ans: Im Jahre E, also i« Jahre des Abschlusses für unser Flottengesetz, wird Deutschland über drei aftwe und zwei Reservegeschwader verfügen. Zum gleichen Zeitpunkt wird England voraus­sichtlich sechs Geschwader und zwei Reserve- geschwader haben. In Frankreich werden zwei aktive und zwei Reservegeschwader mtt acht Aufklärungsschiffen vorhanden iem. Das russische Programm weist bis zum Jahre 1917 ein Geschwader an Groß-Panzerschiffen und eins an großen Kreuzern auf Unter Verhältnis zu England wird 1917 das von 1:2 sein, dürste sich aber noch zu uNieren Ungunst en verschlechtern. Wenn tch nun noch kurz die p o l i t i s ch e Lage streife, so möchte ick mich über unser Verhältnis zu E n g la n d hier nicht aussprechen, da icb sicher bin. daß feder unter Ihnen sich nach der au4- giebiaeu Behandlung dieses Stoffes nach die-