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Casseler Neueste Nachrichten

____________Casseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

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Nummer 155.Fernsprecher 951 und 952. Sonntag, 9. Zuni 1S12. Fernsprecher 951 und 952. 2. Jahrgang.

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GeheimMffio» SeDHelins?

RS«ehr des Grafen Zeppelin aus Berlin; im Auto zum Flugplatz; Abfahrt desZ HI"; etee Zeppelin »Fahrt entlang der Grenze!

Aus Hamburg meldet uns ein Telegramm unseres Korre­spondenten: Gestern abend kurz nach elf Uhr traf Graf Zeppelin, von Berlin kommend, hier ein und begab stch sofort im Automobil nach dem Flugplatz, wo um 12.45 Uhr das Luftschiff zur Rückfahrt nach Frie­drichshafen aufstieg. Graf Zeppelin übernahm selbst das Steuer des Luft­schiffs. Ueber die Richtung, die es einschlagen werde, wurde in Ham­burg nichts bekannt; es verlautete nur, daß derZ. III" zur Rückfahrt nicht den geraden Weg wüh­len werde. Man spricht hier von ei­ner Geheim-Mifsion Zeppe­lins, die der Heimfahrt desZ. III" nach Friedrichshafen dienen soll. Bald ein Dreiundsiebzigjähriger, im langen Lebenswerk durch Schicksal und Enttäuschung oft gehemmt, als Greis erst zur Höhe des Er­folgs emporgestiegen, an der Schwelle des achten Lebensjahrzehnts zumgrößten Deut­schen des Jahrhunderts" proklamiert, beweist uns Graf Ferdinand von Zeppelin jeden Tag aufs neue, daß die Begeisterung der Nation, die dem Eroberer der Luft beim Aus­stieg zur Höhe entgegenjubelte, einem Würdigen galt, einem Pionier deutscher Großtat und einem Manne, besten stahlharte Energie Millio­nen zu aufrichtiger Bewunderung zwingt, und besten Erfolge die Kulturwelt bestaunt. Die letzte Fahrt des greisen Grafen, auf der er, selbst am Steuer sitzend, den neuen Lustkreuzer der Bodenseewerst mit sichrer Hand vom Süden zum deutschen Norden lenkte, hat nach einer Zeit der Ruhe, nach einer Periode des Zwei­fels, in der es fast schien, als wolle der düstre Pessimismus den Glanz Zeppelin'scher Leistung verdunkeln, abermals den glänzendsten Beweis für den Wert der Arbeit des greisen Grafen erbracht und die Zweifler bekehrt. Die Fahrt Friedrichshafen-Hamburg ohne Zwischenlan­dung war eine Großtat in der Geschichte der deutschen Luftschiffahrt, die allein schon genügt hätte, um die gewaltige Leistungkraft der Zeppelin-Idee auch dem Pessimisten überzeu­gend vor's Auge zu führen. Aber die Fahrt desZ. III dient wichtiger» Zwecken: Graf Zeppelin ist (tote wir berichteten) dieser Tage von Hamburg aus zum

Vortrag beim Kaiser gebeten toorden, und hat während seines Auf­enthalts in Berlin wichtige Konferenzen mit hohen Militär- und Marinepersonen gepflogen, über deren Zweck, Gegenstand und Ergebnis in der Oeffentlichkeit nichts bekannt geworden ist. Man vernahm nur, daß die Berlin-Fahrt des Grafen mit dem (schon seit einigen Jahren be­stehenden) Plan Zusammenhänge, die deutsche Meerwacht-Jnsel Helgoland zu einem mili­tärischen Luft sch iffhafen auszubauen, und daß diesem Zweck auch die Reisen galten, die kurz hintereinander Prinz Heinrich von Preußen und Großadmiral von Tirpitz nach Helgoland unternahmen. Gestern in den späten Abendstunden ist nun Graf Zeppelin nach Hamburg zurückgekehrt, hat sich in schnellster Autofahrt zum Flugplatz begeben und den Z. III sofort slugbereit macken lasten. Kurz darauf erfolgte dann, nach Mitternacht, der Aufstieg des Riesenkreuzers, angeblich zur Heimfahrt nach Friedrichshafen. Bis heute früh um neun Uhr lag über die Weiterfahrt des Z. III keinerlei Nachricht vor, und man äußerte bereits Besorgnisse wegen eines mög­lichen Unfalls, als kurz nach neun Uhr von der Wasserkante die Nachricht einlief, daß das Luftschiff, von Graf Zeppelins Hand gesteuert, eine Küstenfahrt längs der deutschen Nordwestgrenze unternehme. Niemand hatte (außer dem Grafen Zeppelin und seinen nächsten Vertrauten) von dieser Fahrt Kennt­nis, und es ist deshalb als sicher anzunehmen, daß es sich hier um eine geheime Mission Zeppelins handelt, deren Zweck vorerst noch unbekannt ist. Wir erhalten darüber folgende Drahtmeldungen:

Diez w"-Fahrt längs der Grenze!

(Eigene Drah.meldung.)

Berlin, 8. Juni.

Obwohl auch hier heute früh über das Schicksal desZ. III* bereits Befürchtungen laut wurden, war doch in unterrichtete» Krei­sen bekannt, daß Graf Zeppelin von Berlin einen bestimmten Auftrag mit nach Hamburg genommen hatte. Gestern und vor­gestern hatte Graf Zeppelin langwährendc Astnkexenzen im Kriegs- und Marinemi-

nisterium, über die Einzelheiten allerdings nicht bekannt geworden sind. Es verlautet nur, daß Graf Zeppelin zugesagt habe, mit dem Z. III auf der Heimfahrt nach Friedrichs­hafen eine Fahrt längs der deutschen Nordwe st grenze zu unternehmen, die im wesentlichen strategischen Zwecken dienen solle. Diese Mitteilung findet denn auch ihre Bestätigung in den gegen halb zehn Uhr hier bekannt gewordenen Depeschen über die von Zeppelin eingeschlagene Route. Die Fahrt längs der Küste ist insofern strategisch wichtig, als sie einen Rückschluß auf die Verwendungs­möglichkeit des Luftschiffs bei einer Küsteg,- verteidigung im Kriegsfälle gestat­tet. Ferner soll sie erproben, ob von Helgoland (als Lnftschiffhafen gedacht) aus die deutsche Nord- und Nordwestküste vom Luftschiff aus beherrscht werden kann. Die bis mittags hier vorliegenden Depeschen über die Fahrt des Z. III dürfen als ein günstiger Beweis für diese Möglichkeit gedeutet werden. Jedenfalls aber hat die Nachffahrt des Luftschiffs über­zeugend dargetan, daß der Zeppelin-Kreuzer als Küstenvetteidigungsmittel, namentlich bei der nächtlichen Rekognoszierung außerordent­lich wertvolle Dienste zu leisten vermag. Nach dieser ersten Probe betrachtet man es in maßgebenden Kreisen als sicher, daß der Plan, die Insel Helgoland als Luftschiff­hafen auszubauen, nun bald verwirklicht werden wird. Tie Küstenfahrt desZ. III* würde also gewissermaßen eine neue Ent­wicklung der deutschen Luftvetteidigung eingeleitet haben, deren Möglichkeit zu er­weisen die Geheim-Mission des Grafen Zeppelin war.

Sie Nachtfahrt im Zeppelin.

(Telegramm unsers Korrespondenten.) Meppen, 8. Juni.

Heute morgen ejnviettel sieben Uhr er­schien plötzlich und vollkommen unerwartet das Zepperin-Militär-LuftschiffZ. III" über Meppen. Tas Luftschiff, daS nachts dreiviertel ein Uhr in Hamburg unter persönlicher Führung des Grafen Zeppelin angeblich zur Fahtt nach Friedrichshafen aufgestiegen war, wurde dann gegen zwei Uhr über Wil- helmshaven gesichtet, daS in rascher Fahtt und btträchtlicher Höhe üüerquett wurde. Bon hier aus ging die Fahtt weiter über Greet­siel nach Pewsum im Landkreise Emden, wo es um halb vier Uhr gesichttt wutt»e. Auch hier konnte beobachtet werden, daß das Luftschiff sich in außerordentlich rascher Fahtt befand. Gegen sechs Uhr morgens meldtte der Draht die Ankunft desZ. III" über Lar­relt und gegen einviettel sieben Uhr ver- kündtte hier die Musik der Propeller das Nahen des Lustkreuzers, der vom Hellen Mor- genfonnensckein überstrahlt war. Das Luft­schiff setzte in großer Höhe seine Fahtt fort und schlug die Richtung nach Papenburg ein. Nach ber bisherigen Route zu utteilrn, plant Graf Zeppelin eine Fahtt die ganze Grenze entlang, nm dann zum Schluß in Friedttchshafen zu landen. Das Wetter ist günstig und das Lufffchisf hat infolgedessen vorzügliche Fahtt.

Bon der Grenze zum Rhein!

(P r i v a t - T e l e g r a m m.)

Köln, 8. Juni.

Der heutigen Nachffahtt des Zeppelin- LustschiffsZ. III" wird in Fachkreisen gro­ße Bedeutung beigemeffen. Die Fahrt fühtte über die Unterweserorte nach Wil­helmshaven, über die Inseln Norderney und Borkum und ging dann über den Kanal hin­aus. Bon dott aus wolltee das Lusffchiff. nach­dem es xine Strecke der holländischen Grenze passiett, auf den Rhein zudrehen und rhein aufwätts nach Fttrdrichshafrn die Reise an­treten. Um elf Uhr ging hier die Meldung aus Osnabrück ein, daß das Luftschiff gegen neun Uhr das an der holländischen Grenze ge­legene Städtchen Bentheim passiett habe und die Fahtt in südlicher Richtung fottsetze. Offenbar hatte Graf Zeppelin die Absicht, möglichst weit an der holländischen Gren­ze entlang zu fahren u. erst Wetter südlich die Schwenkung zum Rhein zu unternehmen. Die Fahtt bis Bentheim ist offenbar mit gro­ßer Schnelligkeit zurückgelegt worden, da die seit dem Aufstieg in Hamburg bewältigte Strecke mit ihren vielen Wendungen und Kursändernngen autzerodentlich lang ist. Biel bcmcrtt wird, daß-Z. III" die Küsten, und Grenzfahtt in einer Höhe unternimmt, die bisher bei Ueberlandflügen von großer Aus­dehnung niemals erreicht worden ist. Die Ursache dieser Maßnahme ist nicht bekannt. Bon Bentheim schlug das Luftschiff die Richtung nach Ochtrup ein und überfuhr um

neun Uhr Dülmen, um dann die Fahrt in der Richtung auf Düsseldorf fortzusetzen. Um elf Uhr erteidjte das Luftschiff Köln«

Sos Storno im Parlament.

Der Attentäter Kovacz ist nicht tot.

Das gestrige Attentat im ungarischen Abgeordnetenhaus wird nun doch noch sein ge­richtliches Nachspiel haben, denn entgegen den in der ersten Aufregung von Budapest aus­gegangenen Meldungen ist der Attentäter, Ab­geordneter Kovaez, nicht tot, sondern nur schwer verletzt, und es besteht die Hoffnung, ihn am Leben erhalten zu können. Noch läßt sich nicht absehen, welche politischen Wir- kunssen der gestrige Vorfall haben wird, doch ist es jedenfalls für die augenblickliche Situation charakteristisch, daß Graf Tisza, der gestern vor der Kugel des Attentäters tote durch ein Wun­der bewahrt blieb, jetzt sogar von den Ange- höttgen seiner eigenen Partei wegen der über­triebenen Strenge seiner Maßnahmen angegrif­fen wird, lieber den gegenwärtigen Stand der Dinge erhalten wir folgende Meldungen:

Abgeordneter Kovacz operiert!

(Privat.Telegramm.)

Budapest, 8. Juni.

Der Abgeordnete Kovacz wurde gestern nachmittag im Herzelschen Sanatorium operiert. Die Operation ist gut gelungen, und wenn keine Komplikationen eintreten, ist mit einer Heilung zu rechnen. Kovacz wurde für ver­haftet erklärt. Als er hörte, daß Tisza nicht verletzt worden sei, äußerte er:Ich gehe ruhig in die andere Welt. In meinen letzten Minu­ten hätte es mich gequält, daß ich als Meu­chelmörder die Augen schließen soll! Eine fünfte Kugel wurde nachmittags bei der poli­zeilichen Untersuchung im Sitzungssaal des Ab­geordnetenhauses gesunden. Während der At­tentäter aus einem Bulldogg-Revolver schoß, stammt diese Kugel von einem Browning und kam ans der Richtung der Majorität, so daß die Annahme gerechtfettigt erscheint, daß auch von der Majorität ein Schuß abge­geben toorden ist. Im Abgeordnetenhaus wurden gestern nachmittag nach dem neuerlichen Exodus der Opposition einige kleine Vorlagen erledigt und wieder fünfzehn Mitglieder der Opposition ausgeschlossen und neun zur Abbitte verurteilt. Auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung ist die Revision der Hausordnung gesetzt.

Mental und finanzieller Rain.

(Privat-Telegram m.)

Budapest, 8. Juni.

Das Befinden des Attentäters Kovacz, der in einem Sanatorium untergebracht wurde, hat sich seit gestern abend soweit gebeffert, daß der Untersuchungsrichtet heute eine Verneh­mung mit ihm vornehmen konnte. Kovacz er- klätt, er habe nicht die Absicht gehabt, den Grafen Tisza zu töten. Kovacz wird vor­aussichtlich schon in einigen Tagen das Sa­natorium verlassen können. Es wird von der Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn wegen Verbrechens des Aufruhrs und des ver­suchten Mordes erhoben werden. Er galt bisher als sehr reicher Mann, erklätte aber dem Untersuchungsrichter, daß er völlig ver­mögenslos sei. Er war stark an der Börse engagiert und hatte in letzter Zeit schwere Verluste erlitten. Man ist geneigt, sein Attentat mit seinem finanziellen Ruin in Verbindung zu bringen. Nach den gestrigen Vottommnissen werden der Ministerpräsident Lucacs und Graf Tisza von der Polizei streng bewacht. Gestem ist eine Proklamation der Opposition erschienen, in der Graf Tisza be­schuldigt wird,durch rohe Gewalt Gesetz und Reckt niedergetreten und die Natton um ihre verbrieften Rechte betrogen zu haben*. Die Nation wird aufgefordett,sich gegen diese elende Vergewaltigung aufzulehnen.

Neue Stürme im Parlament.

(Privat-Telegram m.)

Budapest, 8. Juni.

Die oppositionellen Abgeordneten versam­melten sich auch heute wieder in großer Anzahl in einem dem Parlament nahegelegenen Caföhause. Hier kam es zu großen Lärm­szenen, da sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, die nur mit Mühe zurück- gehalten werden konnte. Die Abgeordneten klagten laut, daß sie auf Schritt und Tritt von Detektiven verfolgt würden. Als Graf Tisza nach halb elf Uhr den Sitzungssaal des Parlaments betont, um die Sitzung zu eröff­nen, stürzten von der anderen Seite auch die ausgeschloffenen oppositionellen Ab- geordneten in den Saal und machten mit Pfeisfen, Trommeln und Schreien einen ohrenbetäubenden Läpm. Graf Tisza saß

ruhig an seinem Platze und notierte die Na­men der Lärmenden, die er auSzuschlie- ßen beschloß. Er verließ darauf wieder den Sitzungsfaal. Gleichzeitig entfernten sich auch die oppositionellen Abgeordneten. Wie es heißt, sollen sie enffchlosscn sein, dieses Spiel zu wiederholen, um dem Grasen Tisza die Ausübung seines Amtes unmöglich zu ma- <6ett. Als Graf Tisza wieder im Saale er­schien, um die Sitzung zu eröffnen, wieder, holte sich genau dasselbe Spiel wie vorher. Die Oppositton stürzte in den Saal und ver- übte abermals ohrenbetäubenden Lärm. Ein­zelne Abgeordnete riefen den Mitgliedern der Rcgierungspolizei zu:Ihr Schurken, Ihr Elenden!" Hierauf erschien auf An­ordnung des Grafen Tisza die Polizei im Saale. Die Namen der vom Präsidenten ausgeschlossenen Mitglieder wurden verlesen und die Betreffenden mit Gew alt aus dem Saale entfernt, während sie die Majori­tät mit Schmährufen überhäuften.

Morscholl:Konzlrrkondidot?

Der Kaiser und der Bibersteiner.

(Privat-Telegramm.)

Berlin, 8. Juni.

Wie jetzt bekannt Wirb, wird der neue deutsche Botschafter in London, Marschall von Bieberstein, ehe er feinen Posten in Lon­don antritt, nach Berlin kommen, um dem Kaiser Vortrag zu halten. Dieser Reise mißt man in unterrichteten Kreisen große poli­tische Bedeutung bei, und es kommt grade in diesen Kreisen, die mit den Absich­ten der Regierung vertraut sein können, die Anschauung zum Ausdruck, daß Freiherr von Marschall mit einer ganz bestimmten Mis­sion, über die noch strengstes Stillschweigen gewahrt wird, nach London geht. Es wird so­gar -tts nickt ausgeschlossen bezeichnet, daß nach Lösung dieser Spezialaufgabc Herr von Mar. schall vom Londoner Botschastshotel aus nach dem Reichskanzlerpalais in der Wilhelmstratz« übersiedeln wird. Bisher wurde einerKorn- bination Marschall gerade in bett Kreisen, bie mit den Strömungen am kaiserlichen Hose genau vertraut sind, große Skepsis ent­gegengebracht, da man mit einer gewissen Spannung zwischen dem Kaffer und Mar­schall seit dessenFlucht in die Oeffentlichkeit* rechnen mußte. Jetzt ist diese gewisse Mißstim­mung aber offenkundig vollkommen beseitigt und dafür ein volles VertrauenSver. hältnrs zwischen Kaiser und Botschafter hergestellt. Der klarste Beweis dafür ist der Befehl des Kaisers, daß Frau von Marschall und ihre Tochter Hilda den Boffchafter aus seiner Berliner Reise begleiten, um bei dieser Gelegenheit der Kaiserin vorgestellt zu werden, die die Familie des neuen Botschafters bisher nicht kannte.

Heimottuuft in Woldeck.

Eröffnung der Corbacher Ausstellung; eht Rundgang durch die Ausstellung; festliche Veranstaltungen während der Ausstellung.

(Von unferm Korrespondenten.)

Wie unS ein Telegramm un­seres Korrespondenten mel­det, fand heute nachmittag um halb drei Uhr in Co r b a ch in Waldeck die feier­liche Eröffnung der waldeckifchen Heimatkunstausstellung statt. Die Feier, der ein nach Tausenden zäh­lendes Publikum aus der engem und weitem Heimat beiwohnte, war von prächtigstem Wetter begünstigt. Auch das Fürstenpaar von Waldeck hatte sich eingefunden. Es wurde von den FestteUnehmem mit Jubel und Be­geisterung begrüßt. Der Feier folgte ein Rundgang durch die Ausstellung.

In der alten Hansestadt Corbach, im Mittelpunkt des Waldecker Landes, der ehemaligen Haupfftadt, der jetzigen größten und (abgesehen von den Bädern) Verkehrs- reichsten aller waldeckffchen Städte, ruft et man feit langem für die Ausstellung, die heute nachmittag im Beisein des regierenden Für- stenpaares, das das Protektorat über die Aus­stellung angenommen hat, eröffnet worden ist. Corbach ist als der geeignetste Ort für die Ausstellung bezeichnet worden und Kommet- zienrat Peter hat das große Verwaltungs­gebäude seiner Fabrik als Ausstellungsge­bäude zur Verfügung gestellt. Am Bahnhof schon, wenn man den Zug verläßt, winkt das WortAusstellung vom Giebel herüber. Ge­stern, am Vortage, war die .Ausschmückungs­kommission am Werke: Der breite Zugang ist auf beiden Seiten mit Tannen, Fahnen und WiMveln ausaevutzt, Festlich geschmückt ist