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Caffeler Abendzeitung
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Hessische Abendzeitung
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2. Zahrgang.
BerftändlgLns: Versöhnung! »Alles erkennen heißt: Alles begreifen."
Von
Lord Haldane of Cloan Kriegsminister in England.
Lord Haldane, der englische Kriegsminister, der seit Sonnabend in Cassel weilt und auf feiner zweiten Deutschland- fahrt die schon in diesem Frühjahr von ihm begonnenen Versuch«, in amtlicher Mission die Verständigung zwischen Deutschland und England zu fördern, fort- setzen wird, hat die Liebenswürdigkeit gc- habt,unserm Mitarbeiter den nachstehenden Artikel zur Verfügung zu stellen. Er dürfte zur Kennzeichnung des Standpunktes Lord HaldaneS wesentlich beitrage«, und man wird daraus die Meinung gewinnen müssen, daß es Lord Haldane bei seine« DersöhnungSversuchen tatsächlich um die Derwirklichuug ehrlicher Absicht«« zu tun ist. Die Redaktion. Wenn wir in England uns heute ein Bild von Deutschland machen wollen, so müssen
wir uns vor allen Dingen klar machen, daß die Deutschen jetzt wirklich ein modernes Volk sind. Die Quelle ihres Lebensstromes, sowohl des geistigen wie des politischen, liegt in der Reformation. Diese erfuhr aber am Ende des achtzehnten und zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts eine Fortsetzung, die einzigartig in der Weltgeschichte ist und bis heute noch nicht aufgehört hat, sich weiter zu entwickeln. Seit den Tagen der alten Griechen haben wir das noch nicht wiederge- sehn, was grade das moderne Deutschland zeigt: Das innige Zusammenarbeiten von Staatsmann und Denker, die großzügige Ergänzung von Theorie und Praxis. Die Hauptneigung des modernen Deutschen ist im höchsten Grad auf Realitäten gerichtet, aber diese Neigung hat ihren Untergrund kn einer starken Fähigkeit zur Abstraktion. Die Praxis, das Konkrete, gründet sich immer auf Wissenschaft und Philosophie. Erst brachte das Land einen Kant und einen Goethe hervor und dann erst folgte sein Bismarck: Aus dem Lernvolk ist ein Tatenvolk geworden!
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In England sind die konkreten und abstrakten Fähigkeiten nebeneinander nicht in demselben Maße ausgeprägt wie in Deutschland. Wir haben vielleicht mehr praktischen Instinkt und mehr Jnitiativ- kraft wie die Deutschen. Das sind eben Dinge, die einem Volke nur von harten Lebens- notwendigkeiten gelehrt werden, und diese Notwendigkeiten waren für uns Engländer in der Eigenart unsres Heimatlandes als eines Inselstaates gegeben, während die Deutschen infolge ihrer besondren Entwicklung den geistigen Dingen eine höhere Pflege angedeihen lasten konnten. Auch die sind sowohl im öffentlichen wie im privaten Leben von höchstem Wert, und wenn Deutschland von uns in diesen Tagen manches lernen kann, so können wir nicht weniger von Deutschland lernen. Um das zu ermöglichen, haben bekanntlich jetzt mehrere englische Gelehrte ein Buch über die Entwicklung Deutschlands im neunzehnten Jahrhundert veröffentlicht. Ich glaube, daß das englische Volk von diesen Studien außerordentlich viel profitieren kann.
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Die Kräfte, die wir besitzen, und die Kräfte, über die Deutschland verfügt, könnten, wenn sie sich gegenseitig unterstüzten. Herrliches und Großes zum Wohle der ganzen Menschheit schaffen. Wie in der erwähnten Veröffentlichung der englischen Gelehrten über Deutschland uns Engländern die Annäherung an Deutschland erleichtert wird, so wäre es jetzt wünschenswert, daß vielleicht auch einmal einige deutsche Gelehrte ihren Landsleuten ein Bild von uns entwürfen, eine Würdigung zum Beispiel der Weltverdienste Englands als Kolonisator, rin Würdigung der großen Hilfe, die auch unsre Schulen und Universitäten der Welt gegeben haben, die zwar in mancher Hinsicht nicht vollkommen sind, aber für die Erziehung tüchtiger Kaufleute und für die Fähigkeft, in der Welt eine Rolle zuspielen, Hohes geleistet haben. Auf anderem Gebiete liegen beispielsweise die Verdienste Frankreichs und ebenso auf wieder anderem Gebiete diejenigen Amerikas um die Welt. '
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Nation wenig: Die Forderung des Tages heißt Zusammenarbeiten, und dieses Zusammenarbeiten erfordert vor allen Dingen gegenseitige Verständigung und gegenseitiges Verständnis, das seinerseits wieder gegenseitiges Studium voraussetzt. Der Argwohn, den die meisten Völker heute einander entgegenbringen, rührt in der Hauptsache aus dem Mangel gegenseitiger Kenntnis her. Nur wenn wir uns bemühen, uns gegenseitig bester kennen zu lernen, können die Minen der gegenseitigen Verdächtigungen beseitigt werden, denn nur das gegenseitige Studium kann uns befreien von den Lasten der Rüstungen, unter denen wir alle leiden, obwohl keiner von uns ernstlich an Kriege und Kämpfe denkt! . •-= ~-
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Lord Haldane in Faste!.
Wie wir schon in unfern Aushang-Depeschen mitgeteflt haben, traf der englische Kriegsminister Lord Haldane of Cloan auf der Reise von Wetzlar am Sonnabend nachmittag in Cassel ein und stieg hier mtt feinem Begleiter, Professor Huwe Brown, im »Hotel du Nord" ab. Der Kriegsminister ist in Cassel nicht fremd, denn schon früher hat er verschiedene Male am Fuldastrande geweilt und von Cassel aus kürzere und weitere Ausflüge in die Umgebung unternommen. Auch vorgestern und gestern benutzte Lord Haldane den Aufenthalt in Cassel zu Ausflügen nach der Aue und nach Wilhelmshöhe. Lord Haldane nahm keine Besuche entgegen, beteiligte sich dagegen im Speisesaal sehr lebhaft an der Unterhaltung der Hotelgäste. Heute mittag halb zwölf Ubr verließ Lord Haldane Cassel, um sich über Kis- singen nach London zurückzubegeben. In Cassel war demnach der letzte größere Aufenthalt des englischen Kriegsministers auf deut- schem Boden, den er nun tatsächlich verläßt, ohne Berlin einen Besuch aügestgttet zu haben.
Sie Wahlen in Belgien.
Sieg der Klerikalen; liberale Niederlage! (Prtvat-Telegramm.)
Brüssel, 3. Juni.
Am gestrigen Tage haben in Belgien die Wahlen zur Kammer und zum Senat stattgefunden, nach einem Wahlkampf, der die politischen Leidenschaften bis zur Siedehitze hat aufkochen lassen. Soweit das Resultat der Wahlen bisher zu übersehen ist, haben die Liberalen eine schwere Niederlage erlitten und das Ergebnis der Wahl ist ein Sieg d er Klerikalen, die eine Anzahl neuer Sitze gewonnen haben. Auch die S o z i a l i st e n haben einige Fortschritte gemacht: doch ergibt sich, daß die Bauern auf dem flachen Lande allgemein vor dem Kartell der Liberalen und Sozialisten Furcht hatten und für die Klerikalen stimmten. Jedenfalls sind die liberalen Erwartungen in Antwerpen. Brüssel und Gent stark enttäuscht worden. Man mißt dieses Wahlergebnis teilweise dem liberal-sozialistischen Bündnis zu, das hauptsächlich in Antwerven mehr geschadet als genützt zu haben scheint. Die liberale Presse stellt fest, daß der gestrige Tag für die Liberalen eine Niederlage bedeutet und daß die Lage im Lande unsicherer geworden ist als je. Man spricht offen von Fälschungen der Wahllisten und verlangt die Abschaffung des Pluralsystems, das diese Fälschungen begünstige. Hauvtsächlich auf dem Lande hat der Liberalismus sehr gelitten. Man befürchtet in Mons und Choisi le roi den Aus- bruchvonUnruhen. In der vergangenen Nacht sind Truppen dorthin abgegangen. Außerdem bat die Regierung heute morgen drei Klassen Miliztruppen einberufen, um beim Ausbruch von Unruhen sofort eingreifen zu können.
Kein Sturz der Regierung!
Ein weiteres Privat - Telegramm aus Brüssel meldet uns: Tie Nachrichten, die bis elf Uhr abends Vorlage«, zerstörten die Hoffnung der Liberalen und Sozialisten, daß es ihnen bei den Wahlen gelingen werde, die klerikale Regierung zu stürzen. Die Klerikalen dürften wohl wieder mit einer kleinen Mehrheit aus den Wahlen hervorgehen. Aus verschiedenen Orten werden Zusammenstöße zwischen Polizei und Publikum gemeldet. In Brüssel durchzogen gestern abend erregte Menschenmassen die Straßen, doch haben sich ernstere Zusammenstöße nicht ereignet.
Es gilt nun die Eigenart und besonderen Werte der einzelnen Völker zusammenzufassen zum großen Werke der allgemeinen Menschhettsentwicklung. Auf diesem Felde ist grade in unser« Tagen, wo die Pflicht immer dringlicher wird, auch den unzivilisierten Ländern die Segnungen der Kultur zu geben, so ungeheuer viel LU tun.,La vermagdieeinLelne
Prinz Zoachim in Paris?
Präsident Fallieres «nd Prinz Joachim.
AuS Paris wird uns depeschiert: Wie die Zeitung .Opinion" erfahren haben will, befand sich in den letzten Tagen ein Sohn des Deutschen Kaisers und zwar Prinz Joachim unter strengstem Inkognito in Sßa»a. und es
gelang ihm auch, vollkommen unbemerkt zu bleiben. Um jeden Verdacht abzulenken, war der Prinz in einem Hotel in der abgelegenen Straße Rue de Friedland abgestiegen. Eines Morgens machte er im Bois de Boulogne einen Spaziergang zu Fuß in Begleitung des deutschen Botschafters Freiherrn von Schoen, als er sich plötzlich dem PräsidentenderRepu- blik, der auch einen Spaziergang machte, ge- gegenüber sah. Präsident FalliSres und Prinz Joachim wechselten einen diskretenGruß. FalliSres war natürlich inoffiziell von dem Besuch des Prinzen in Paris in Kenntnis gesetzt worden.
Die Bremer Flieger-Katastrophe.
Wieder zwei Opfer des Lnftsportsk
Bei der Abfahrt zum Nordwestdeutschen Rundfluge, die am Sonntag früh in Gegenwart Les Großherzogs von Oldenburg stattfand, ereignete sich ein schwerer Unfall. Der Flieger Buchstätter, der mit Leutnant Stille vom zweiten HannoverschenJnfanterie- Regiment Nr. 77 aufgestiegen war, stürzte beim Nehmen einer Kurve plötzlich ab. Ter Apparat überschlug sich und begrub beide Insassen unter sich. Beide wurden durch Eisensägen und Beile erst aus den Trümmern befreit. Buchstätter gab noch einige Lebenszeichen von sich, verschied aber bald darauf. Leutnant Stille war sofort tot. Die Flug-Veranstaltung wurde unterbrochen. Ueber die Katastrophe werden uns folgende Einzelheiten berichtet:
Bremen, 3. Juni.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Bei dem gestrigen Start zum Nordwestdeutschen Rundflug, der von Bremen über Minden, Osnabrück, Münster, Hannover, Braunschweig, Lübeck nach Hamburg führen sollte und dem auch der Großberzog von Oldenburg beiwohnte, ereignete sich gleich zu Beginn ein schwerer Unglücksfall. Nachdem dreizehn Flieger zwischen sechs und sieben Uhr den Flugplatz verlassen «nd die Richtung nach Minden eingeschlagen hatten, führte Buchstätter auf einem Jeannin-Eindecker einen Probeflug aus, wobei er den Leutnant Stille vom siebenundsiebzigsten Infanterieregiment in Celle als Passagier mitsührte. Der Apparat fuhr erst eine kleine Schleife und umkreiste dann in größerem Bogen den Flugplatz. In der nordwestlichen Ecke des Flugplatzes, wo glücklicherweise nur wenige Zuschauer standen, sah man plötzlich, wie der Apparat ins Schwanken kam. Er bog sich nach der linken Seite, überschlug sich dann plötzlich und stürzte aus etwa dreißig Meter Höhe ab. Ein Schrei des Entsetzens entrang sich den Kehlen Tausender, die den Platz umsäumt hielten. Sicherheitsmannschaften sorgten sofort für die nötige Absperrung und auch Sanitätsmannschaften, Offiziere und Flieger eilten herbei. Die beiden Flieger waren
unter dem Apparat begraben.
Mit Eisen, Sägen und Feilen gelang eS, die Körper zu befreien. Beide Herren waren bereits tot. Der Flug wurde sofort abgebrochen. Buchstätter war ftüher Monteur bei dem Münchener Flieger Lindpaintner und erwarb in Frankreich das Führerzeugnis. Er hatte eine ganze Reihe erfolgreicher Flüge absolviert und war auch von österreichischer Seite für den Flug Berlin-Wien gemeldet. Der gestern mißglückte Start wird heute fortgesetzt werden. Es waren etwa dreißigtau- s e n d Personen auf dem Flugplatz anwesend. Rach dem Unfall entfernte sich das Publikum. Der Großherzog fuhr in die Stadt zurück, war aber am Nachmittag wieder ans dem Flugplatz. Die Flaggen wurden auf Halbmast gehißt. Es war beabsichtigt, daß nachmittags um fünf Uhr weitere Flieger starten follien. Wegen der starken Gewitter wurde aber Abstand davon genommen. Um fünf Uhr erschien am Horizont das Zeppelin-Luftschiff „Z. lü", das kurz nach vier Uhr aufgestiegen war. An Bord befanden sich außer dem Grafen Zeppelin auch Prinz Heinrich von Preußen, sowie die beiden Bürgermeister von Hamburg, Dr. Bur- chardt und Dr. Schröder. Das Luftschiff vollführte über dem Flugplatz auch einige Schleifen, entfernte sich aber wegen des
plötzlich efntretettber Gewitters
gegen fünfeinhalb Uhr in der Richtung nach Hamburg fluchtartig. Bis acht Uhr abends lag keine Nachricht über den Verbleib des Luftschiffes vor. Es hatte wegen der gleichzeitig in Bremen und Hamburg herrschenden Gewitter einen großen, stundenlangen Umweg gemacht. Endlich um dreiviertel Neun Ubr wurde es über Hamburg sichOar und landete vor der Luftschiffhalle. Der Start zum Nordwestdeutschen Rundflug stand, abgesehen von den beiden TodesLürren. infolge des
schlechten Wetters auch sonst unter einem U n. stern. Als erster war Krieger, der frühere Chauffeur des Kaisers, auf einem Jeannin-Eindecker mit dem Leutnant Faust vom fünfundfünfzigsten Infanterieregiment in Bremen als Passagier aufgestiegen. Leider mußte er wegen Gewiiterbildung Bereits dreißig Kilometer von Minden niedergehen. Bei der Notlandung auf sumpfigem Boden wurde der Apparat erheblich beschädigt. Das Flugzeug stellte sich auf den Kopf, das Vorderteil und der Propeller wurden zertrümmert. Die Insassen blieben glücklicherweise unverletzt. Kurz nach Krieger stieg Schirrmeister auf einem Marsdoppeldecker mit zwei Passagieren auf, aber auch fein Flug erlitt eine frühzeitige Unterbrechung. Er mußte bei Nienburg wegen schlechter Witterung niedergehen. Der Apparat wurde eben- falls beschädigt. Kurz vor sieben Uhr versuchte Lindpaintner eine Fahrt, doch gab er den Flug nach kurzer Probefahrt wieder auf.
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Sie Deutsche NationafiFlugspende.
Das offiziöse Wolff'sche Depeschenbureait verbreitet folgende Mitteilung: In der Presse ist verschiedentlich berichtet worden, daß die Sammlung für die National -Flug- spende schon den Betrag von vier Millionen Mark ergeben habe. Diese Mitteilung enffpricht nicht den Tatsachen. Da die Unterausschüsse das Ergebnis ihrer Sammlungen vor der Hand nicht mitteilen, um nach Abschluß mit einer umso größeren Summe vor die Oeffentlichkeit treten zu können, ist auch das Reichskomitee nicht in der Lage, das augenblickliche Ergebnis mit etwa annähernder Genauigkeft sestzustellen. Soweit eine Schätzung nach den bisher eingelaufenen Meldungen überhaupt möglich ist, haben die Sammlungen die dritte Million noch nicht überschritten.
Renn-Skandal in Leimig!
Die Polizei im Kampf mit dem Publikum.
Als das gestrige Radrennen in Leip- z ig wegen des schlechten Wetters verschoben wurde, verlangte das Publikum das Eintrittsgeld zurück. Die Menge sprang über die Barriere und versuchte, die Vorstandsgebäude zu stürmen. Die Polizei mußte mit ber blanken Waffe gegen die Tumultuanten einschreiten. Es wurden mehrere Personen verletzt und zahlreiche Verhaftungen vorgenommen. Wir erhalten über die Vorgänge folgenden Drahtbericht:
Leipzig, 3. Juni.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Die heftigen Regengüsse, die gestern nachmittag niedergingen, drohten die für den Spätnachmittag angesetzten Rennen zu verhindern. Die Veranstalter der Rennen konnten sich jedoch nicht entschließen, die Rennen auszusetzen, sodaß das Publikum recht ungeduldig wurde. Als nun gegen einhalb sieben Uhr abends die Rennen doch ihren Anfang nehmen sollten, sprangen aus dem Publikum etwa vierzig Personen über die Schranken der Bahn, um die Rennen zu verhindern. Sofort eilte eine Anzahl Schutzleute herzu und da sich die Menge nicht zerstreute, zogen sie blank und verhafteten einige junge Burschen. Als diese abgeführt werden sollten, bemächttgte sich der Zuschauer große Erregung. Die Polizei, mußte schließlich von neuem mit blanker Waffe gegen die Tumultuanten einschreite«; es kam zu einem Zusammenstoß, bet dem drei Personen aus dem Publikum mehr ober minder schwer verletzt wurden. Sie fanden Aufnahme im Krankenhaus. Auch zwei Polizeibeamte wurden bei den Zusammenstößen mtt dem Publikum nicht unerheblich verletzt. Die Kämpfe dauerten bis zum Anbruch der Dunkelhett und es gelang der inzwischen verstärften Polizei nur mit großer Mühe, die Verhafte^«, etwa zwanzig Personen, zur Wache abzuführen, da die Menge sich der Abführung der Festgenommenen widersetzte. Erst gegen neun Uhr abends trat Ruhe ein. Es ist fraglich, ob nach den gestrigen Vorgängen die Renne» überhaupt statt- finden werden,
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Blutige Streikkämpfe i« Newhork.
Wie uns ein Privat-Telegramm aus Newyork berichtet, versuchten dort am letzten Sonnabend etwa dreihundert streikende Kellner, in ein Hotel einzudringen, um daraus die Arbeitswilligen herauSzuho- len. Die Polizei kämpfte zwanzig Minute« lang mtt den erregten Streikenden. Es wurden scharfe Schüsse abgegeben und viele Verhaftungen voraenommen. Insgesamt tiU