Casseler Neueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung
Caffeler Abendzeitung
2. Zahrgang
Freitag, 24. Mai 1912
Fernsprecher 951 und 952.
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Nummer 142
5m Abend-Sämmem...!
berichtet:
London, 23. Mat.
Berlin, 23. Mai.
zugnng durch die Weltweisenden und die intet.
125 Millionen Mark.
schönt. Und noch in letzter Stunde, als schon die Koffer fertig gepackt im Vorraum standen,
„die durch den Wahttampf schon vertieften Par. teien-Gegensätze nicht noch mehr zu verschärfen". Herr Wermuth, dem das Reich mehr verdankt, als der Leistung dreier Kanzler, wuvde auf dem Altar des Götzen Homogenität geopfert, und di« magern Milliönchen der Liebesgabe glitzerten schämig in der Frühlingsonne. Run hat der Reichstag in einer Regung schadenfrohen Ener- gie^hochschwungs s elb st die Dürftigkeit dieses schwächlichen Projekts gebrandmarkt und den Kanzler ermuntert, nicht halbe, sondern ganze
der Fall gewesen ist. Von vornherein war nicht zu bezweifeln, daß die Wehrvorlagen mit großer Mehrheit angenommen werden würden. Der schnelle Ablauf der zweiten Lesung war höchst bezeichnend und die schnelle Erledigung der dritten Lesung setzt dem denk- würdiäen Vorgang die Krone auf.
chon an Herrn von Payer als Präsidenten gedacht hat, ist richtig; daß er, der sich aus dem württembergischen Landtag zurückzieht, nach der Bürde des Reichstagspräsidenten strebt, ist in- deflen zu bezweifeln. Herr von Payer hat denn auch inzwischen selbst erklärt, daß er gar nicht daran denke, Herrn Kämpf abzulösen; im übrigen glaube er auch nicht, daß Kämpf amtsmüde sei.
Lord Haldanes Schwarzwaldfahrt.
Londoner Erklärungen zur Ministerfahrt.
Wie uns aus London berichtet wird, verlautet, entgegen den offiziösen Behauptungen daß die Reise des K rie g s mini sie r s Halda ne nach Deutschland ausschließlich private Zwecke verfolge, aus zuverlässiger Quelle, daß dieser Reise eine wichtige politische Mission zugrunde liege. Die Frage der Rüstungen äverde diesmal nicht erörtert werden, da sie als noch nicht spruchreif zu betrachten ist. Dafür würden aber koloniale Angelegenheiten in ernstester Weise in die Beratung gezogen werden. Weiter wird uns
Reichstage gerade ist die Verstärkung der Rüstungen zu Lande und zu Wasser auf so wenig Widerstand gestoßen, wie es niemals bisher
InsertionSpreisr: Di« fectjSgefpattene Zeile für einheimisch« Geschüst, 15 Pfg., für eu5- roürttge Inserate 25 Pf, Rellamezeile für einheimisch» Geschäfte 40 91, für auswärtig« Geschäft, 60 Pf. Beilagen für die Gesamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend b«. rechnet. Wegen ihrer dichte» Berbreltung in der Reiidenz und der Umgebung sind die Casseler Neuesten Nachrichten ein vorzügliches Jnsertionsorgaa. «eschättsstelle: Kölnisch« Stratze 5. Berliner Vertretung: SW, ssriedrtchstrabe 16, Telephon: Amt Morltzplatz 676.
ergebener Vertrauensmann seines Souveräns genoß Graf Osten-Sacken auch die vertrauensvolle Wertschätzung des Deutschen Kaisers, di« im Jahre 1899 in der Derlei, hung des Schwarzen Adlerordens ihren Ausdruck sand. Graf Osten-Sacken hat bis in daS höchste Alter hinein seinem Lande in Treue ge. dient und ist im Amte gestorben.
um ist die 'gedeihliche Fortentwickelung diesei beiden Weltgesellschaften eine der brennendsten wirtschaftlichen Fragen. Im Jahre 1847 eröffnete die „Hapag" ihren Betrieb mit 450 000 Mark Aktienkapital und mit vier Seglern nach den Vereinigten Staaten. Ihr erstes Schiff, die „Deutschland", vermochte bei 717 Re. gisrertvnnen Rauminhalt 220 Passagiere zu fassen, die Fahrt dauerte zweiundvierzig Tage und heute läßt dieselbe Gesellschaft einen Koloß vom Stapel, dessen Listige 276 Meter, dessen Brette 29,9 Meter und dessen Höhe bis zum Deck zweiiunddreißig Meter mißt, der ohne Maschinen und Keffel 34 Millionen Kilogramm, 10 Millionen mehr als unser größter Riesen. Panzer wiegt, und der bei 50 000 Tons Inhalt Raum bat für 1100 Mann Besatzung und 4100 Passagiere! Und außer dem „Imperator" besitzt sie noch eine Flotte von etwa dreihundert- fünfzig Schiffen mit ungefähr 2 373 888_ Regi- i ftertons und ihr Aktienkapital beziffert sich aus
Unermüdlick hat die „Hapag" au diesem gewaltigen Auftchwung der so eng mit dem Auf-
Piassava-Besen pietätlos aus dem Saale fegen. Es liegt etwas Versöhnendes, Gerecht-Aus- gleichendes in diesem großen Kehraus vau- schender Scktrubber und flatternder Scheuertücher, der den Parlamentarismus wieder demonstrativ auf das Niveau des Allzu-Mensch- lichen zurückführt, der durch keine andern Zwischenrufe als durch die derb-muntren Scherze emsiger Reinemachefrauen unterbrochen und durch keine einzige der Leidenschaften gefährdet
j Tt, Befreier Neueste» Nachrichten erscheinen wochenwch sechsmal und zwar abends. Der AbonnementspretS beträgt mcaaUtd) 50 Pfg. bei freier Zustellung ins HauS. Bestellungen werden jederzeU von der Geschäftsstelle oder de» Boten «ntgegengenomme». Druckerei, Verlag und Sledaktiou: Schlachthofstrabe 28/30. Sprechstunden der Redaltton nur von 1 bis 3 Uhr nachmttiags, Sprechstunden der Dusfunft. Stelle: Jede» Mittwoch und Sonnabend von 6 bis S Uhr abends. Berliner Vertretung: SW, ssriedrichstr. 16, Telephon: Smt Morltzplatz 676.
(Privat-Telegramm.)
Im gewöhnlich sehr gut unterrichteten „Daly Chronicle" werdet» über die Fahrt des Kriegsministers nach Deutschland folgende Mitteilungen gemacht: Lord Haldanes Reise ist ] eine Folge seiner früheren Mission nach Deutschland. Er wird 8 oder 9 Tage dort bleiben. Herr von Bethmann Hollweg sprach in seiner bekannten Rede im Reichstag davon, daß reine Tafel gemacht werden müsse. Dieser Wunsch wird hier herzlich geteilt. Wir hoffen, daß es Lord Haldane gelingen wird, einen nassen Schwamm über di« Tafel zu wischen, ehe Baron Marschall von Biberstein sein Amt in London übernimmt. Es ist ein gutes Omen, daß die Beziehungen zwischen unserem Auswärtigen Amt uftd der Wilhelmstraße a n- genehmer sind, als in den letzten beiden Jahren. Nichtsdestoweniger hört man von derselben Seite, von der dies« Mitteilung kommt, daß wenig Hoffnung für eine Beschränkung der Floltenrüstungen der beiden Länder vorhanden ist. Der Entschluß des Kaisers, seinen fähigsten Diplomaten nach London zu schicken, bekundet jedoch die ernste Absicht, die Beziehungen zu England zu bessern. Baron Marschall wird von Sir Edward Grey herzlich bewillkommt werden.
«euer Diplomatenschub in Sicht?
Rerchrtagsbilanz... Reichstagsfinale.
(Privat-Telegramm e.)
Mit dem heutigen Tage, wo in Hamburg tn Gegenwart des Kaisers der „Imperator" vom Stapel gelassen wird, befindet es sich Wieder im deutschen Besitz, das größte Schiff der Welt, das riesigste Fahrzeug der Meere. Der dreiundzwanztgste Mai 1912 bedeutet einen Höhepunkt in der industriellen Entwickelung Deutschlands, einen Ruhmestag für Deutschlands Macht und deutsch« Ingenieur, kunst, er bedeutet aber auch «inen weiteren Schritt in dem unaufhaltsamen Streben unse- res Vaterlands nach der F ü h r e r s ch a f t auf wirtschaftlichem und handelspolitischem Ge. Met Denn die unaufhörliche Größensteigerung unserer Handelsfchifstypen hat ihren Grund keineswegs einzig im Ehrgeiz. Die ung ehern ran Summen, die der Bau, die Ausrüstung und die Unterhaltung eines solchen Ozeanriesen i verschlingen, besitzen auch eine erstaunlich wer. bende Krast. Abgesehen davon, daß ein größeres Schiss einträglicher ist als zwei kleine von gleicher Geschwindigkeit und -(zusammen) gleichem Fassungsvermögen, wächst auch mit !der zunehmenden Größe di« Möglichkeit, den
Das liberale „Berliner Tageblatt" sagt: An der glatten Erledigung der Wehrvorlagen konnten Zweifel nur dadurch entstehen, daß das Zentrum und die Konservativen die Deckungsvorlagen durchaus mit den Wehrvorlagen verstricken wollten. Es war diesmal die Linke, einsckließlich der Sozialdemokraten, die die sür die glatte und rasche Erledigung gefährliche Vett'trickuna verhindert hat. ... Und der sozialdemokratische „Vorwärts" schreibt: Wer morgens „Hosianna" nist, ruft ahends „Crncifice". Unwandelbar aber bat sich das Vettrauen des Volkes erwiesen. Die Sozialdemokratie hat dieses Ver- trtruen noch nie verloren und erwirbt es sich täalich aufs neue. Und darum: Unser ist nicht nur der Tag, sondern auch die Zukunft ...?
schwunden, zwecklos zerstiebt.
Der Reichstag geht in den sommerlichen Feierabend, nachdem er da? Werk der Webrver- rtät1ung glücklich vollendet: Tie e i n z i g e Tat, ’xe ieiues jungen Daseins Tage bisher ver-
Das Prasidenten-Rätsel.
Herr von Payer „denkt nicht daran!""
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 23. Mai.
Weil der Reichstagsabgeordnete von P a v e r zum Schluß des Reichstags nach Berlin gekommen ist, behaupteten lwie wir schon kurz mitteilteni gestern einige Blätter, er solle oder wolle als Nachfolger des Herrn Kämpf Präsident deS Reichstags werden. Seltsame Idee an dem Tage, an dem der Reichstag auf sechs Monate vettagt wird! Herr Kämpf wird allerdings (wie zuverlässig verlautet) sein angefochtenes Mandat zur Abkürzung des Verfahrens bald niederlegen und die Reu- wabl wird noch vor dem Herbst stattfinden. Wird Herr Kämvf wiedergewählt, so ist er auch Jedenfalls wieder der Kandidat der Linken für den Präsidentenpcsten. Daß man früher
Parlamentarische Aktschluß-Momentbilder, hat das „Parlament von Philippi" sich zu dem
Im Reichshaus am Berliner Königsplatz, Entschluß ermannt, für die Deckung der Mehr- in dessen hochgekuppelten Hallen zwischen kosten der Reichswehr Besitz- und Erh. Ostern und Pfingsten die grimmigsten der steuer anzusordern Als im Fruh-
Kämpfe tobten, werden nun, nachdem die vom Ikon; in Berlin die L-ackelmeister der Bundes- Volk Erwählten der Walstaft enteilt, die st°<-ten versammelt waren, um über die Be- Sckeuerfrauen ihren Einzug halten, und ichaftung der firr die Wehrvorlagen erforder- was noch zurückblieb an kümmerlichen Erden- licken Mittel zu beraten, vernahm man die resten vom Heldenkampf der Geister, wird der wundersame Mär, daß von der Einbringung ~ - - 1 der Erbschaftssteuer abgesehen werden solle, um
Der Reichstagsschluß bildet heute den Gegenstand der Betrachtungen der Mor- „..."2!:.., Uebercinstimmend wirb auf der ganzen Linie der schnellen Annahme der Wehrvorlagen anerkennend gedacht. Die freikonservative „Post" schreibt: Neben einer Reihe kleinerer. gesetzgeberischer Arbeiten ist es in erster Linie die Verabschiedung der auf die Stär
werden kann, die den parlamentarischen Kehraus in den Vorpfingfttagen so unruhvoll gestalteten Niemand zürnt über die „gähnende Arbeit zu leisten. Wird Herr von Bethmann Leere der Regierungsbank"; das „Hört, hört", Hollweg, der gestern, zu Herrn Georg Ledebour das sonst wie ein endloses Echo von einem gewandt, so herzhafte Worte gesprochen, nun Winkel des Saales zum andern klang, stört auch „keine Schwierigkeiten kennen", wenn es nickt mehr di« Jnbrnnst überzeugungstarker (zur Spätherbstzeit) gilt, dem Willen der Redner und die Andacht frohbewegt Lauschen- Reichstag-Mehrheit (Erbschaftssteuer der, und die Glocke, die in den letzten Wochen und Besitzsteuer!) Achtung zu verschaffen ...» so achtenswerte Leistung überdauert, schlum-1 F. H.
merk im Utensilienschrank dem grauen Novem- bertag entgegen, der sie zu neuer Mahnerpflicht, zu neuen Mühen ruft: Friede...!
In des Reichstags letzter Stunde hat Herr von Bethmann Hollweg uns noch durch eine Offenbarung überrascht, die sicherlich gut gemeint war, indessen des oratorischen Effekts g^hlatter. und des Stimmunggehalts ermangelt«. Der Kanzler hat, von Herrn Georg Ledebour aus der Reserve klugen Schweigens hcrausgelockt, erklärt, daß es ihm „keinerlei Schwierigkeiten bereitet habe, sür die Straßburger Diner-Rebe , . v ltnh ...
seg Kauers die Veranttvortung ja, ubeineh ^^er gerichteten Vorlagen, samt den dazu men“, und er krönte diesen Satz mit der man -1 gehörigen Teckungsvorlagen, die dem Reichs- lich-schönen Beteuerung: „Ich kenne kerne I wg und seiner bisherigen Tätigkeit eine d a nk- Schwierrgkettetr, wenn es gilt, für meinen Kar- bare Erinnerung machen werden. Nieser einzutreten'" Wir alle, die wir unter der mals sind Wehrvorlagen, abgesehen von der Kanzlersckaft des Erben Bernhard Bülows Zett nach den großen Septennatskämpfen, in Erklärung des leitenden Staatsmannes mit je- , ... .
net angenehmen Befriedigung Kenntnis ge- Die freisinnige „Dossische Zeitung ner b Nrrttäusckirna ein bemerkt: Das Kernstück des abgelaufenen
nommen, die nach überlanger Enttäuschung em Session-Abschnittes waren die Wehrvo rla- fern aufglimmendes Hoffnungfunkchen in der en jamt £et tzgzu aufzubringenden D «k- harrenden Seele weckt, und wenn etwas und siehe da: Roch nie Dagewesenes, den seltnen Reiz dieser Ueberraschung mindern f$jCr Wunderbares ereignete sich. In diesem kann, so ist eS sicher nur der bange Zweifel, ob -- ----- *-*- «•*--“*-» *—
auf der stolzen Höh', wo Kanzler steh'n, der ZSsammenhang zwischen Worten und Taten so leicht erkennbar ist, wie dort, wo des Lebens ehern Zwanggebot Wollen und Vermögen zum harten Gleichmaß schweißt. I
Hätte Herr von Bethmann Hollweg als preußischer Ministerpräsident wenige Tage zuvor in Preußens Unterhaus s o 'gesprochen, wie er gestern als Kanzler im Reichstag sprach: Er hätte dankbarere Hörer gefunden und seine Worte würden ein stärkeres Echo geweckt haben. I Kürz bevor der Reichstag sich zum Feierabend rüstete, entbrannte im preußischen Abgeordne- fenhaus der (alljährlich wiederkehrende, ewig fruchtlose) Kampf um die Wahlrechts - c e f o r m, und abermals riefen laute Stimmen nach der endlichen Erfüllung des Königsworts, das dem Land die Reform des Wahlrechts versprochen. Als dies geschah, war die Regie- ruttasbank verwaist: kein „leitender" und kein „Nachgeordneter" Staatsmann erachtete es als ziemende Pflicht, ber Stimm« des Volks zu lauschen, und niemand war da, der des Königs von Preußen Füistenwort al» Anwalt der Regierung spoliftk^ interpretierte und^ verteidigte. I Hier zu erklären, daß keine Schwierigkeit ihn schrecken könne, seines Königs Worr im | ganzen Umsang des Gedankens zu verwirklichen, wäre eines starken, kraftbewußten und tatenfrohen Mannes würdig gewesen, und weftn «s auch nicht Herr Georg Ledebour war, den dieser Keulen-scklag Beihmann'scher Kanz. leriwucht niederstrecken konnte: Tas Wort würde sicher im Lande lauten Widerhall gefunden und dem Kanzler mehr Vertrauen geworben habe«. als der ewig-unwandelbare Appell an die in der Langeweile unsrer Politik entschlasnen Gewissen. Im Kuppelbau am Berliner Kö- nigsvlatz Hal die Maienbotsckast des Kanzlers wie eine Rakete gewirkt, die, dem Auge ent-
AuS Berlin wftd uns bettchtet: Nach den Mitteilungen einer hiesigen Korrespondenz steht für die allernächste Zett ein neue? Diplomaten-Revirement bevor. Zwei Gesandtschaften sind neu zu besetzen, die in Athen (da der bisherig« Gesandte Frerherr von Wangenheim zum Nachfolger des Frei- Herrn Marschall von Biberstein in Konstantt- ---- ....
nopel bestimmt ist) und die in Lissabon, da Passagieren die Reife angenehmer zu ma. der Gesandte dort, Freiherr von und zu B od- bte Sicherheit und damit die Bevor- man, wegen Krankheit in den Ruhestand ge-15u0uwg durch die Weltveisenden und die inter. treten ist. Auch das Generalkonsulat in Kairo, 1 nationalen Handelsgesellschaften, Gerade die dessen Chef den Gesandtentitel zu erhalten deutschen Dampfer erfreuen sich in dieser pflegt, kommt zur Erledigung; der Generalkon-1 Peij^hung eines ausgezeichneten Rufs vor den ul Fürst zu H a tzseld- Wilden bu rgver- ^glttchen, französischen und amerikanifchen, das aßt den diplomatischen Dienst. Es ist behaup- ma^e jn Germany“ auf dem Gebiete der tet worden, Fürst Hatzfeld gebe die dtplomatt- AchiffKpaukunst hat' längst einen guten Klang, sche Laufbahn aus, weil seine Hoffnung, Rach- bei staatlichen Behörden anderer
folger des Grasen Wo lff-M ette rnrch in 8änbtr und sogar tn Großbritannien.
London zu werden, sich nicht erfüllt habe. Die
Entscheidungen über die Neubesetzung der frei« * .
werdenden Posten soll kurz nach Pfingsten er- Das Verdi en ft, Deutschland tn ben fünf» fofaen 1 undsechzig beziehungswetle sünfundsünfzig
. Jahren ihres Bestehens zu seiner heutigen
m * Weltstellung im Schisfahrtswesen geleitet zu
®tßi tißsl uCt tifißiV'vUUtn T« haben, gebührt vor allen anderen Faktoren der
Ein deutscher Nachruf für den Botschafter. Hamburg-Amerikanischen Dampfschiffahrtslini«
russischen Botschafter am Berliner Hofe, Gra-k fen von der Osten-Sacken einenRack- ruf, in dem <» heißt: Die Todesnachricht wird in Deutschland mit herzlicher Teilnahme vernommen. Graf Osten-Sacken ljat siebzehn Jahre hindurch das Russische Reich tn Berlin vertreten, nachdem er zuvor elf Jahre als Ministerresident in Darmstadt und fünf Jahre als Gesandter in München gelebt hatte. Durch diesen langen Aufenthalt in Deutschland hatte er sich eine Kenntnis deutscher Verhälft Nisse erworben, wir sie nur wenigen fremden Diplomaten zu Gebote steht. Die Anfänge seiner Laufbahn reichen bis in di« Zett des Krimkrieges zurück, während dessen er dem russischen Oberkommandierenden als Beamter für besondere Aufträge beigegeben war. Dann war er nacheinander im Haag, in Madrid, in Bern und Turin töttg. Vom Jahre 1869 an fDielte sich feine weitere Laufbahn ausschließlich in Deutschland ab. In der Pflege der deutsch . russischen Beziehungen folgte er als überzeugter Freund eines guten
• Verhältnisses zwischen den beiden Rachbarlän- : dem den alten traditionellen Bahnen, und als
Die Kandidaten für Berlin.
(Privat-Telegramm.)
Petersburg, 23. Mai.
Jn hiesigen unterrichteten Kreisen werden als Kandidaten für den Berliner Botschafterposten anstelle des verstorbenen Grafen von der Osten Sacken der Generaladjutant Fürst En- galitschew, sowie der russische Militärbevollmächtigte in Berlin, Generalleutnant von Tatischtschew genannt. Die meisten Aussichten soll Fürst Engalitschew haben, der sich des besonderen Vertrauens des Zaren erfreut und außerdem ein genauer Kenner deutscher Verhältnisse ist. *
Wie uns weiter aus Berlin gemeldet wird, fuhr der Reichskanzler von Bethmann- Hollweg gestern mittag in der russischen Botschaft vor, um die herzliche Teilnahme der deutschen Regierung am Ableben des langjährigen Botschafters Grafen von der Osten- Sacken auszusprechen. Von Mitgliedern, des Berliner diplomatischen Korps folgten untei anderen auch die Herren der französischen Botschaft. um das Beileid ihrer Regierung zum Ausdruck zu bringen. Jn der russischen Br t schastskircke fand gestern ein Trauergot dienst statt, dem die gesamte Botschaft beiwohnte. ____________
I Smsschland voran!
3um heutigen Stapellauf des Imperator.