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COlerNeM Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang.

Sonntag, 12. Mai 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 133

Fernsprecher 951 und 952.

gen seien.

Säbelhiebe verletzt.

Obwohl die transatlantischen Dampfer

Empfang stattgefunden hatte, hatte sich doch in den Straßen ein äußerst zahlreiche» Publikum eingefunden, das die Herrschaften auf ihrer Fahrt nach dem Schlosse lebhaft degrüt«, Prinz und Prinzessin August Wilhelm reisten glei- darauf mit dem V-Zug nach Berlin weiter.

Sar 3o6t der Schicksal,.

Vor hundert Jahre«; Napoleon- Krieg gegen Rußland; die Fürsten-Sntrevuo in Dresden; Kaiser Fran» und feine Tochter; dem Verderbe« entgegen! (Von unserm Mitarbeiter.)

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wLrtta« anfetote » W. fStilameietU für UnhNmtsch« »«schüft, 0» Pf, für auäroä tilge LefchLft« 80 W etttagm für 6U »efamtaulteg« werden mit S Mark pro Saufen» be­rechnet Wegen Ihrer dichten «erbreitung bi der SNstden, w» der Umgebung sind Mi Saffeltt Nruestrn Nachrichten «tu »orzügltch«! Jnfertlentorgan. »eschüftsftell»: »ölnlsch« Straß, 6. Berliner Vertretung: BW, ffrtedrtchftra»« 18. Lelephmr Amt Morigpla, 676.

doch weiterhin Eisbergen. Nach einem Funkentelegramm des Hamburg-Hmettkadamp- fersAmerika" hat dieser einen sehr grp, ßen Eisberg gesichtet. Die angegebene Breite zeigt, daß der Eisberg so südlich aus­tauchte, wie noch nie einer zuvor gesehen wurde. Diese Nachricht hat in Schisfahrtskrei­sen große Beunruhigung hervorge, rufen. Die Kapitäne der großen Dampfer find sofort von ihren Gesellschaften angewiesen wor­den, nur mit der größten Vorsicht zu fahren, da bei der in diesem Jahre außerge­wöhnlich großen Zahl von Eisbergen die Ge­fahren des Seeverkehrs außerordentlich gestic-

Die kritischen Tage vo« Karlsruhe.

Ein paar Reminiszenzen: Vielleicht ist'» Zufall, vielleicht aber auch Fügung, baß grade aus badischer Erde heut die Ent­scheidung fallen soll, denn et ist nicht da» erste- mal, daß KarlSrutz« kritische und entschei-

DU «aflder Rewften Nachricht« erscheinen wöchentlich ftchSmal und »war ad end». Der LLmmementZprti» betrügt mrmaMch «> Pfg. M freier gufUIfang tu* Haus. BPt«llun,«n werden federgeU von der «eschüftsstell, oder den Bote» entgegengenommen. Druckerei, Verlag und Redaktton: Schiachthofflratze 28/30. Sprechstunden der Redaktion nur von 1 bi* 3 Uhr nachmittag*. Sprechstunden der «u*ku»st. Stelle: geben Mittwoch und Sonnabend oon 6 bi* 8 Uhr ab Md*. Berliner Vertretung: SW, Friedlichste. 18, Telephon: Amt Moritzplah 676.

Das Verhängnis der See.

(Privat'Tolegramm.)

Rewyark, 11. Mai.

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südlicheren Kurs neümen. begegnen fiel nur um eine JnivektionSretie bandle.

Karlsruher Rendezvous.

Die Ankunft des Kaisers in Karlsruhe.

(Privat-Telegram m.)

Karlsruhe, 11. Mai

Reichskanzler von Bethmann Holl« weg, Botschafter Freiherr Marschall von Bieberstein und Staatssekretär Freiherr von Kiderlen-Waechter trafen heute vormittag mit dem fahrplanmäßigen Zuge aus

Mann bestehende Besatzung sowie vier Passa­giere, die das Schiff an Bord batte, konnten gerettet werden. Der Dampfer gilt als ver­loren. Ferner liegen uns folgende telegra-1 graphischen Meldungen vor:

tzxhlosion an Bord!

(Privat Telegramm.!

Kopenhagen, 11. Mas.

Der mit einer Ladung Düngemittel auf der Reise von Thvistiania nach Stettin befindliche norwegische DampferSnorre" wurde durch ein« Explosion in zwei Teile zerbro. (ficn und versank. Mehrere Leute der Be­satzung wurden durch die Explosion hoch em­porgeschleudert utib fielen in da» Wasser zu- rück. Neber die Ursache der Explosion erzähle« die Ueberlebetchen, der Steuermann habe et. nige Rattt« bis unter daS Deck versolgt. Da­bei zündete er unvorsichtigerweise ein Streich­holz an, wodurch die durch die Düngemittel entwickelten Gase zur Explosion gebracht wurden. Bo« der dreizehn Mann starken Be­satzung kamen acht, darunteo der Kapitän umS Lebe«. Die andere« fünf wurde« erheb- lich verletzt vo« dem dänischen Dampfer Adolf Andersen" aufsefischt unb abends in Kopenhagen gelandet.

Mit dem Oelzweig über die See?

Aus Berliner Depeschen: Der Reichs­kanzler von Bethmann Kollweg. Staatr- sekretär von Kiderlen-Waechter und Botschafter Freiherr von Marschall ha­ben sich gestern abend zum Porttag beim Kaiser nach Karlsruhe begeben. Der Kaiser traf heute mittag in Karlsruhe ein. Zu den Hauptgegenständen der Besprechungen wird dem (gelegentlich halb-offiziösen) Lokal-Anzei­ger August Scherls von wohlunterrichteter Seite noch mitgeteilt: .Die bevorstehende Entsendung des Herrn von Marschall nach London beweist vor aller Wett die Ernst­haftigkeit der deutschen Bemühungen, mit England zu einem guten und dauernden Ein­vernehmen zu gelangen. England wird es zu schätzen wissen, daß wir einen Mann seiner Bedeutung mit dem Oelzweig über die Nord­see schicken. . ." Man darf finden, daß das sonst sehr liebliche und festfreudig-sinnig« Bild vomOelzweig" hier nicht recht paßt. Herr von Marschall ist den .Oelzweig" nicht ge­wöhnt, und außerdem: Haben wir Anlaß, mit dem Zweig des Friedens und der Liebe über die See zu eilen? Die deutsch-englische Annäherung ist di« Voraussetzung einer Ge­sundung und Beruhigung der internationalen Politik, und wir brauchen uns keinem Zwei­fel darüber hinzugeben, daß dies« Notwendig­keit in England genau so klar erkannt wird wie hierzuland. Man darf auch in aller Be­scheidenheit barg« «rinn«rn, daß wir eigent­lich seit zwanzig Fahren mit dem .Oelzweig" schon bereitstehen, des freundlichen Winks gewärtig, der uns von jenseits deS Kanal» nachbarlichen Frieden künden soll. Sicher: Wtt haben in Beweisen der Freund­schaft, Achtung und Versöhnlichkeit mehr ge­tan, al» zu tun nützlich war. und wir sollten nun auch (um die Pose zu krönen) den Besten unsrer Männer .mit dem Oelzweig in der Hand" über di« Nordsee schicken? Herr Mar­schall von Biberstein ist eine sehr sympathisch« Persönlichkeit; aber als Deutsche sehen wir chn doch lieber ohne daS Zweiglein ölbaum­weicher Sentimentalität, die immer noch die Schauspiel-Regung der .Bet ter «liebe" im Männerherren spürt.

vorgestrigen Vorkommnisse erwartete, aber die I Neugierigen kamen diesmal nicht auf ihre Ko- Es ging recht putzig zu. Auch Herr Borchardt, dem Parteigenossen vor dem Hause Ovationen dargebracht hatten, saß ruhig, als wenn nichts geschehen sei, auf seinem Platze. Sein Protest gegen das Einschreiten des Präsidenten kam nicht einmal zur Verlesung, er liegt bereits ge­druckt vor und es soll am Montag darüber ver handelt werden. Umso lebhafter ging es in den gestrigen Protest-Versammlungen zu:

Berlin, 11. Mai.

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Aus Anlaß der Vorgänge im Abgeordneten­hause fanden gestern abend in verschiedenen Stadtteilen Berlins sechs sozialdemokratische Protest Versammlungen statt, die so zahlreich besucht waren, daß Viele keinen Ein­laß mehr sanden. Auf der Tagesordnung stand die »Flucht der Neaktion hinter die Polizei­faust". In den Versammlungen sprachen die sechs sozialdemokratischen Landtagsabgeordne- ten, und es wurde schließlich eine gleichlautende Resolution anzenomen, in der die Versammelten die Behandlung der sozial­demokratischen Abgeordneten Borchardt und Seinert mit Entrüstung mißbilligen. Im Anschluß an die Versammlung in den Pharussälen sammelte sich in der Müllerstraße ein Zug von mehreren tausend Per­sonen, die unter Abstngung der Marseil­laise und Hochrufen auf das allgemeine Wahlrecht bis zur Ecke der Seilerftraße vor­rückten. Dort stellte sich ihnen ein starkes Polizeiaufgehst entgegen, das die De­monstranten mit der blanken Waffe zurücktrieb. Drei Personen wurden verhaftet, später aber wieder entlasten. Sech» der Teil­nehmer an der Demonstration wurden durch

Mtt dem Selzweig...?

Die heuttgen Konferenzen in Karlsruhe.

Nach sechs Wochen lenzsonniger Ferienzeit, fern dem Lärm der Wett und unberührt vom Mrbel politischer Sorgen, hat heut ;ur Mit­tagstunde der Deutsche Kaiser auf der Heimfahrt zum Norden den Fuß auf vater­ländische Erde gesetzt, und der Tag, der uns mit des Kaisers Heimkehr den »großen Rai" von Karlsruhe bringen soll, wird vielleicht zu einem Markstein deutscher Geschichte wer­den. Soifer, Kanzler, Kiderlen und Mar­schall sind heut in der Hauptstadt des badi­schen Musterländles versammelt, um über die Grundzüge einer Neugestaltung unsrer in­ternationalen Politik, über die Richt­linien des Orientgeschäfts und über die Möglichketten deutsch-englischer Verständi­gung zu beraten. Im Mittelpunkt des Tags von Karlsruhe steht ein Mann, auf dessen Tatkraft, Erfahrung und Initiative sich die Friedenshoff- nung zweier große« Reiche gründet, von des­sen Geschick Britannien und wir die Aufhel­lung deutsch-englischer Argwohn-Dämmerung erwarten und von dessen politischer Ziclhöhe wir den endlichen Aufschwung überlang ver- kümmetter deutscher Energie ersehnen. Es ist uns gesagt worden, die Beratung in Badens Hauptstadt gelte in erster Linie der Neu­orientierung der gesamten Orientpolitik aus der Grundlage eines von Marschall von Biberstein ausgearbetteten Planes, der die Ak- ttonSkraft Rußlands, Englands und Deutsch­lands zu gemeinsamer Arbeit zusammensaffe. Die Zukunft europäischer Großmachtpolitik hat ihren Angelpunkt in den brennenden Fra­gen orientalischer Weltgestattung, und wenn der Bibersteiner, der ein Jahrzehnt hindurch der aufmerksame Beobachter orientalischer Entwicklungsgeschichte war. es vermöchte, das dringlichste und bedeutsamste Problem attueller Weftpolitik im friedlichen Wettbewerb der Kräfte zu lösen, dann würde er ein Werk voll­bringen dessen Größe nach den Maßen BiS- marck'scher Leistung gewettet werden müßte.

Schließlich wird unj> noch aus Lgnd on depeschiert: Die Roll Maik Stegm Pacet Co. hat folgendes Kabeltelegramm vop ihrem Agenten in Colon erhalten: Der Dampfe« Areadign" strandete an der Salmadina, bank in der Nähe von Cartagena. Wir fe«be« Dampfschkeppboote. Der Kapitän telegraphiett, daß sich der Dampfer nicht in Gefahr befin­det." Nach Jamaika wurde telegraphiett, dem Dampfer zur Hilfe zu eilen. DieAtt cadian" befand sich auf dem Wege von Rew- york über Colon nach Southampton und hatte Colon am Dienstag verlassen. Das Schiff ist einer der größten der Vergnügung 5* Kämpfer unb ist aus das (ururiöfefte ein­gerichtet.

Bei den Motorbootrennen in Abazzia ist das Motorboot .Diabolo" infolge einer Kesselexplosion gesunken. Der Besitzer des Bootes, der bekannte Spottsmann Theodor Dreher, sowie drei auf dem Boot befind- liche Heizer konnten durch «in in der Nähe ma. növerierendeS Torpedoboot rechtzeitig gerettet werden. Wie uns Telegramme aus Brest

Bernhard Bülow dem Kaiser (der ebenfalls von einer Mittelmeerreife zurücttehtte) nach Karlsruhe entgegengefahren, denn int Vorder­grund des politischen Interesses stand zu jener 3eit die Frage der Niederwerfung des H o t - tentottenanfstands in Deutsch-Süd- west. Während der Kanzler den Standpunkt vertrat, daß General Leutwein, unter dem der Aufstand ausgebrochen war, ihn auch nieder­werfen müsse, machten die militärischen Kreise in der Umgebung des Kaisers die Ausfassung geltend, das Leutwein nichtentschieden" ge­nug fei, und daß diese Aufgabe dem General Trotha übertragen werden müsse. Einige Zeit chien es, als ob der Kanzler im Fall einer Niederlage seinen Abschied nehmen werde. Dem Einfluß des Kaisers, der Bülow von der Richtigkeit des Standpunkts der Militärkreise zu überzeugen vermochte, war es zuzuschrei­ben, daß die Krise verhütet werden konnte: Tro­tha' «dessen Kriegführung allerdings vielfach angefochten wurde) übernahm die Niederwer­fung des Aufstandes, aber . . . Fürst Bülow blieb! Heut steht an deslieben Bernhard" Stelle ein Andrer, dessen Empfinden dem Trä­ger der Krone nie so vettraut geworden wie des Vorgängers temperämentvoll-wettmänni- sche Att. Vor Wochen hieß es, Herr von Beth­mann Hollweg werde des Sommers Hitze im Haus der Wilhelmstraße nicht erst erwarten, sondern noch in des Frühlings Tagen. im Schatten der Pappeln von Hohenfinow Zu­flucht suchen. Das Krisengewölk hat sich rasch verzogen: Hell und warm strahlt die Maien- fonne auf des Kanzlers grauend Haupt, und emsige Stimmungs-Manager haben uns erst gestern flüsternderzählt, des Bibersteiners An- kettnng am RebelstraNd der Themse sei deS Kanzlers schönster Sieg: Di- (etwas verspäte­te) Osterfreude von Korfu! Ein Konkurrent weniger, und noch dazu einer, der mit dem Oelzweig holden Friedens in der Hand über den Kanal zieht. Schien je die Maienfonne heller . . .? E- K

oder zur Ordnung dem Redner das Wott zu getroffene ReichSkanzlet anwesend. Die entziehen ohne vorhettge Anstage an daS Begrüßung zwischen den Fürstlichkett«« war H°us. äußerst herzlich. Der Kaiser eilte nach

"I der Begrüßung auf den Reichskanzler zu, den Neue Katastrophen auf See. I er ebenfalls tot liebenswürdigster Weife he« Wieder vier Schiffs. Unfälle; Explosion an fitfifte. Nach der Vorstellung der beiderfetti« Bord; ein Vergnügnugsdampfer gestrandet! <?en ©efolrge erfolgte die Abfahrt nach dem 1 großherzoglichen Schloß. Obwohl kein großer

Im Frühling deS Jahres 1812 war fät Napoleon der Krieg gegen Rußland 6e« fchloflnte Sache und die deutschen Dolksstämm* sollten ihm bei diesem kriegerischen Unterneh­men Gefolgschaft leisten. Am 14. Mär; war zwi­schen den Kabinetten von Pari» und von Dien eine MUitärkonvention abgeschlossen worden: über die österreichischen Truppen sollte Schwar­zenberg den Oberbefehl übernehme«. Am drit­ten Mai schtteb Napoleons Polizeiminister an Otto, Frankreichs Botschafter bet Franz dem Zweiten:Der Kaiser gedenkt am achten Mai nach Dresden abzureisen und wird daselbst wahrscheinlich am vierzehnten Mai eiitireffen Di« Kaiserin begleitet ihn. Er freut sich, den Kaiser und die Kaisettn von Oesterreich begru. ßen zu können. Der Kaisettn wäre e» sehr angenehm, wenn sie mit einigen ihrer Brüder und Schwestern »usammentteffen könnte..." Kaisettn Matte Luise zeigte schon fett elrym Monat die Freude eines Schulmädchen», dessen Fetten beginnen sollen. Al» am sechzehnten Apttl in Saint-Cloud zum etttemnal von der Steife die Rede gewesen war, hatte die Kaisettn gesagt:Serfefien wir uns nur mtt recht vie­len Toiletten, denn wir müssen alle ® amen Oesterreichs auSstechen." In großer Fülle wurden Geschenke mttgenomme«; Juwe­len. Spitzen, Parfüm», Bilder, Tabakdosen und Uhren. Aus hundettdreitzig Postwagen setzt« sich der Reisezug zusammen. ®e Napoleon» _________... .... Politik in Deutschland Mißtrauen und Unruhe Titanic" Katastrophe einen mehr erregte, liefe feer Kaiser verkünden, daß ei fick ~*'* * " ' ". Sek

Nach dem Sturm im Landtag.

Sozialdemokratische Protest^Dersamm. l««ge«; ein stiller Tag im Landhaus.

Im preußischen Abgeordnetenhaus herrschte gestern di« Stille nach dem Sturm. Die Sensationslust hafte zwar sehr Biele WS ParlomentshauS an der Prinz-Albrecht- straße gelockt, weil man em« Neuauflage der

Alte und neue Manner.

Wolff-Metternich ... Marschall-Biberstein.

Die englische Presse widmet dem jetzt aus dem Amte geschiedenen Botschafter Grafen Wolfs-Metternich freundliche Motte des Abschieds; sie erkennt an, daß er in e ner schwierigen Zeit nach London kam und erklärt, daß es nicht völlig die Schuld des $ot= schafters fei, wenn die deutsch-englischen Be­ziehungen manches zu wünschen Übrig «eßen, sondern daß Berlin die Hauptschuld trage. Die Blätter bezeichnen als feen Haupt­fehler Metternichs seine aristokratische Isolierung und seine Verachtung für die moderne und populäre diplomatische Me­thode, die einen ausgedehnten gesellschaft­lichen Verkehr, eine zähe und kräftige Initia­tive und eine genaue Kenntnis der allgemei­nen politischen Weltlage verlangt. Die engli­schen Blätter begrüßen nochmals die bevor­stehende Ernennung Marschalls und erzählen allerlei Anekdoten aus feiner Botschaftettattg- keit, die ihn als einen allermodernsten Diplomaten zeigen.

Europas größter Diplomat.

Der feer französischen Regierung nahe­stehende Pariser .TemvS" schreibt zum Pot- schafterwechsel: Die Bedeutung, feie man der (Ernennung Marschalls zum deutschen Botschaf­ter in London beimißt, ist nur natürlich. Baron von Biberstein ist in der Tat ein Diplomat, feer vielleicht mit Ausnahme einiger japanischer Botschafter in Europa nicht seines­gleichen hat. Indem er seinen Herrscher und fein Land zu gleicher Zeit vertritt, versteht er es. alle Mittel zu gebrauchen, die die neue­sten Errungenschaften des modernen Lebens ihm zur Verfügung stellen. Er begnügt sich durchaus nicht mit offiziellen Unterhaltungen mit den Regierungen. Er versucht es, mtt feen politischen Parteien, mit den Finanz- leuten und mit derPresse sich ins Einver­nehmen zu setzen. So hat er eS tu Konstanti­nopel gehalten, unter der alten wie unter der neuen Regierung, und es ist damit der deut­schen Botschaft gelungen, sich mit der neuen Türkei eng zu befreunben und einen großen Einfluß auf ihre innere Gestaltung zu er­langen.

Sie Wirkungen des Ckandstls. ~ rvn. _. -

Wie uns ein weiteres Privat- Tele - Berlin um 9 Uhr 37 Minuten hier D«r

gramnt aus Berlin meldet, hat die Geschäfts- kaiserlich« Sonderzug mit dem Kaiser, dem orfemmgskommission des Abgeordnetenhauses Prinzenpaar August Wilhelm und der gestern eine neue Verschärfung feer G e. Prinzessin Viktoria Luise traf pünktlich schäftsordnung beschlossen. Der Präsi- um ^rb Uhr, von Genua kommend, hier

<««. Bum Empfang war das Großherzogpaar zur Gesthästsordnung^und btt pettönsichen Be und Prmz und Prinzessin Max mit Gefolge, der merhmgen soll dem Präsidenten die Befugnis kommandierende General fees vierzehnten Ar- erteilt werden, nach erfolgtem Rus zur Sache meekorps, sowie der kurz zuvor aus Berlin ein.

berichten, strandete auf den Felsen i« der- he des LttichtturmS der Insel »Sein der spanische Dampfer .P o rtug alete", der von Bilbao kam Die au» vierundzwanzig

dende Tage sah. Schon vor sieben Jahren hämmerte über der Zäh ringer Residenz ein Tag zum Abend, der die Gefahr einer Kanz­lerkrise in nächster Nähe sah. Damals war