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COlerNkueste Nachrichten

Caffeler Abendzeitung

Hessische Abendzeitung

Nummer 126,

Fernsprecher 951 und 952.

Sonnabend, 4. Mai 1912

2. Jahrgang.

Fernsprecher 951 und 952.

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Dernburg-Lindequift-Sols.

Randglossen zur Kolonial-Debatte.

Ern Privat-Telegramm meldet «ns ans Berlin: Die erste dentsche Expedition nach Ne«-Kamer«n, dem von Frankreich erworbenen Distrikt im Kongogebiet, wird von der deutschen Kolonialgesellschaft entsandt, ttttt sowohl die wissen­schaftlichen als auch die wirt­schaftlichen Verhältnisse zu unter­suchen. Mit der Führung ist der Kamerunkenner, Major a. D. Langheld beauftragt worde«. Nun ist auch Herr Doktor Sols von der Pein parlamentarischer Inquisition erlöst: Der Reichstag hat den K o l o n i a l e ta t erledigt, und die Zensur, die der Nachfolger Lindequist'z vernahm, war sogar freundlicher, als man's erhofft hatte. So leicht glätten sich manchmal die schäumenden Wellenberge der Politik! Als Herr von Lindequist vor dem Kongo-Gespenst floh, als sich im offiziösen Blätterwald der Or. kan der Entrüstung über denDisziplinbruch" im einstigen Reiche Bernhard Dernburzs erhob, und das Echo wilden Kampfgeklirrs den fried­lichen Bürger schreckte: Da surchten sich drohend die Stirnen mannhafter Tribunen, und über Wilhelmstraße und Königsplatz stieg drohend das Sturmwölkchen einer Jnterpellations-Ka. tastrophe empor. Dann tauchte das freundlich- runde Gesicht des Doktor Wilhelm Sols aus der Versenkung auf; ein Zufall hatte den Sa. moa-Gouverneur nach Berlin geführt, und ein Zufall lud ihm dann auch (ein wenig später) die massige Bürde des Kolonialgeschästs auf breite Schultern.

WMs der Mann aus Samoa vom Deutschen Reichs- und Königlich Preußischen Staatsan. »eiger der nationalen Zeitgenossenschaft als Staatssekretär des Reichskolonialamts präsen- ftert wurde, war man einigermaßen überrascht, und man sah damals weit mehr teilneh. men de als neidische Mienen: Der nach Linde­quist ins Amt stieg, hatte die Sturzwelle parla­mentarischer Entrüstung zu erdulden! Aber die Welt des zwanzigsten Jahrhunderts vergißt ja so schnell! Die Lindequistiade, die vor fünf Monden wie ein Sturmwind durch alle Gassen heulte, ist längst in sanftem Säuseln erstorben, und man wurde erst wieder an das Intermezzo erinnert, als die Einfalt eines Meraner Post­beamten in den Ostergrüßen aus Korfu eine Komödie niedlichster Irrungen heraufbeschwor. Bei der Kolonialdebatte ist man sichtlich be­müht gewesen, an kaum vernarbte Sünden nicht zu rühren; man hat sich mit schätzenswer­ter Gründlichkeit über Mohol-, Rassen- Menschlichkeits- und Haushaltsfragen unten halten und in etlichen Resolutionen das warme Interesse dokumentiert, das des Deutschen Reichs erwähltes Parlament dem Gedeihen deutscher Erde im dunklen Afrika, im Zauber der Südsee und unter der Sonne Asiens entge­genbringt. Das ist zwar nicht viel, trägt aber dem Hausbedarf ziemend Rechnung.

Bernhard Dernburgs märchenhafte Dattel, kiste verklärt längst nicht mehr den Traum der Optimisten, und das Land, darinnen statt der Kieselsteinchen sunkelnde Brillanten unter der Sohle knirschen, ist unsrer Hoffnung auch schon fremd geworden: Die paar Jahre, die zwischen den Blinkefseften Dernburg'scher Kolonialbilan. zen und der amtmännischen Schlichtheit des Solf'schen Geschäftsberichts liegen, haben uns von manchem Ueberschwanz bekehrt, von der genialen Uferlosigkeit glitzernder Millionen- Projekte geheilt, und uns zu der etwas nüchter- neu, aber nicht unnützen Erkenntnis zurückge­führt, daß man Kolonialpolitik nicht wie Ef- feftenhandel und Kulturwirtschaft nicht wie einen Emissionscoup betreiben kann, sondern daß hier jeder Zoll Fortschritt und Entwicklung in harter Arbeit «rstritten werden muß. Diese Rückkehr zur Schlichtheit der Methode schmälert nicht etwa Dernburgs Verdienste; sie zeigt uns nur in den Ursachen ihrer Notwendigkeit, daß wir den Möglichkeiten etwas weit voraus­geeilt waren und in unsrer kolonialwirtschaft- lichen Kalkulatton einige Ristkoposten außeracht gelassen hatten, die sich später recht empfindlich bemerkbar machten.

Daß wir auch heut vom erstrebten Ideal Noch weit entfernt sind, lehrt uns die tägliche Erfahrung: Das koloniale Verwaltungs- System, durch ein Jahrzehnt die Sammelstelle des von der Heimat als krankhaft ausgeschied- nen Materials, ermangelt immer noch der straffen Gliederung und organisatorischen Be­weglichkeit, und auch in den ethischen Prin­zipien der Kolovtalarbest hat sich kaum eine

Wandlung vollzogen; es scheint vielmehr, daß die Raffensrage sich immer mehr zuspitzt, und daß schließlich auch unsre Kolonialpolitik in Bahnen gelangt, die die brutale Energie eng­lischer Kolonial-Erobepung für ewige Zeiten in die Geschichte der Kolonialarbeit europäischer Kultur einzegraben hat. Der Rücktritt des Gou­verneurs von Rechenberz erscheint allen Kundigen als ein bedeutsamer Markstein auf diesem Wege. Wir treiben Kolonialpolitik mit einem rühmlichen Aufwand ethischer Tenden­zen, wir formen unsre koloniale Wirtschaft nach den Grundsätzen des Landmanns, der hatte Ar­beit leistet, um ernten zu können. Und das Alles, weil wir uns noch in später Stunde zu der Erkenntnis durchgerungen haben, daß ein großes, in starker Vermehrung begriffnes, wirt- schaftlich, technisch und industiell nach Expan­sion drängendes Volk kolonialen Neulands bedarf.

Im Reichstag hat man uns erzählt, daß es für Deutschland förderlicher gewesen sein würde, wenn man die für die Kolonialarbeit aufgewandten Millionen in nationalen Kultur- werten angelegt hätte, die dem Schicksal nicht so schutzlos preisgegeben waren, wie die Stück- chen fremder Erde, aus denen uns eitel Sorge erwuchs. Erfreulicherweise hat diese Pfahl­bürger-Idee nur noch dort Geltung, wo man den Mangel an Verständnis für unsre kolonia­len Werte durch lautes Gepolter über die Aer- gernisse des Alltags zu verdecken sucht: Die Kolonialidee als solche ist längst Gemein­gut der Nation geworden, und wir dürfen hof­fen, nach mancher Enttäuschung bald auch ein­mal Erfreuliches zu schauen. Wir wären viel­leicht längst so weit, wenn man sich am grünen Tisch f r ü h e r zu der Erkenntnis aufgeschwun­gen hätte, daß Kolonialpolitik mehr ist als Schreibtischkunst nach Schema F, und daß der Derzweiflungslampf um Deuisch-Südwest ernst­hafter und heldenmütiger war, als eine Feld­dienstübung. Herr Wilhelm Sols, der in kritischer Zeit Dernburgs und Lindequists Erbe übernom­men, hat in langer Kolonialpraxis Lickt und Schatten unsrer Kolonialwittschaft erkannt, und wir alle wünschen mtt ihm, daß der kolo­niale Lorbeer ihm reichlicher und dauerhafter grünen möge, als den Herren, die vor ihm auf seinem Stuhle saßen! F. H.

Ale Parlamente vor Pfingsten.

Die Verabschiedung der Wehrvorlagen vor Pfingsten; die Vertagung des Landtags.

(Telegramme unsers Korrespondenten.)

Berlin, 3. Mai.

Um die Verabschiedung der Wehrvor­lagen noch vor Pfingsten zu sichern, sind die Fraktionen des Reichstags übereingekommen, die Duellfrage und andere Fragen, die nicht in direktem Zusammenhang mit den Wehrvor­lagen stehen, vorläufig auszuschalten. Die Erklärung des Kriegsministers in der Kom­mission bat die Konservativen vollständig befriedigt, so daß sie keine Veranlaflung mehr nehmen werden, im Zusammenhang mit den Wehrvorlagen auf die Duellfrage zurückzu­kommen. Man hofft im Reichstag übrigens immer noch, daß sowohl die Wehrvorlagen wie das Branntweinfteueraesetz noch vor P f i n g- st en vom Plenum erledigt werden können. Nach den Absichten der Rechten und des Zen­trums sollen die endgültigen Abstimmungen über die Wehrvorlagen und über die Deckungs­gesetze in einer Sitzung vorgenommen wer­den, damit beide Gesetze von -denselben Mehrheiten angenommen werden können. Bekanntlich war dies eine der Hauptforderun­gen des Zentrums und der Konservativen, von deren Erfüllung sie ihre Mitwirkung bei der Verabschiedung der Wehrvorlagen abhängig machten. Man darf also jei ten Annahme der 23c: Vorlagen rechnen.

Landtagsvertagung zum Herbst!

Das Staatsministerium hat sich (trotz dem zestriaen Dementi) mit einer Vertagung resLandtagsam dreiundzwanzigsten Mai bis zum Herbst einverstanden erklärt. Nach dem Wunsch der Regierung sollen bis zu Pfin- ten noch erledigt werden neben dem Etat: Das Eisenbahn-Anleihegesetz, der Entwurf über die Reinigung öffentlicher Wege, das Ausfüh- rungsgesetz )ur Maß- und Gewichtsordnung, der Entwurf betreffend die Bewilligung von Mitteln für den staatlichen Wohnungsbau, die Knappschaftsnovelle, das Eisenbahnanlieger­gesetz, das Arbeitsscheuengesetz, der Entwurf betreffend die Umlegung von Grundstücken in Wiesbaden, und das Sparkaffengesetz. Mit Ausnahme des letzteren Gesetzes dürften die Entwürfe bis Pfingsten auch verabschiedet werden können. Für die Herbstberatung blei­ben reserviett: Das Wassergesetz, die Steuernovelle, der Entwurf über die Entwässerung des niederrbeinilcheu Industrie­

gebietes und evtl, die Forderung der Elek­trisierung der Berliner Stadt­bahn.

Stürme an der Sfor.

Tumultszene« im Bayern-Parlament.

Die Jesuiten debatte im bavrischen Landtag hat gestern zu recht peinlichen Szenen im Parlament geführt, die deutlich zeigen, wie erheblich sich die Gegensätze zwischen den Par­teien in Bayern verschärft hohen und wie schroff die Geister aufeinanderpl-chen. Gestern war es der liberale Abgeordnete Cassel­mann, der den Sturm heraufbeschwor, in­dem er gegen den Kultusminister den Vor­wurf der Unwahrhaftigkeit erhob, was einen regelrechten Tumult beim Zentrum ent- seffelte. Der Lärm bauerte fort, bis die Sitzung geschloffen wurde. Wir erhalten dar­über folgenden Bericht:

München, 3. Mai.

(Telegraphischer Bericht.)

Unter Lärm, Tumult und größter Erbitte­rung wurde gestern in der Kammer der Ab­geordneten die Jesuiten - Debatte zu Ende geführt. Namens der Liberalen erklärte Dr. Q u i d d e, daß die bayrische Regierung sich in der Jesuitenerlaß-Angelegenheit b i s über die Ohren blamiert habe. Un­ter ungeheurem Sturm des Hauses sagte er weiter: Ter Kultusminister hat darüber ge­schwiegen, daß er aus eigenem Antriebe zu der Erbschaft des früheren Kultusministers den wesentlichsten Punkt hinzugefügt hat, daß nämlich die Konferenzen der Jesuiten in den Kirchen in Bayern auch dann erlaubt sind, wenn sich die Spendung der Sakramente anschließt. Auf Grund der Geschäftsord­nung teilte Dr. Casselmann mit, daß der Kultusminister gestern das Haus falsch unterrichtet habe. (Gro­ßer Tumult und Lärm im ganzen Hause.) Dr. Casselmann fuhr fort: Nachdem ich an den Minister die Anfrage gerichtet habe, ob der Erlaß vom elften März dem Entwurf des früheren Kultusministers entspricht, hat der jetzige Kultusminister diese Frage bejaht. Diese Behauptung des Kultusministers ist nicht richtig. (Großer Lärm im ganzen Hause, Hört, Hört-Rufe.) In der Note, die Kultusminister von Wehner an daS Ministe­rium des Aeußern richtet, stand nichts davon.

Große Bewegung im Hanfe.

Obwohl zur Geschäftsordnung gesprochen wurde, erhob sich der Kultusminister und bezeichnete di« Ausführungen deS Dr. Cassel, mann als ein Mißverständnis. Er schloß damit, daß der PassuS zu Recht bestehe, da überhaupt die Spendung der Sakramente in den Kirchen nicht beanstandet werden solle. (Lebhafte Protestrufe auf der Linken, großer Lärm.) Dr. Casselmann beantragt« «unmehr die Wiederaufnahme der Debatte. Dr. Dirr wies die Bemerkung der Kultusministers als die größte Insinuation, di« bisher von einem Mini st erlisch erfolgt sei, scharf zurück. (Großer Lärm. Der Präsident rügt den Redner.) Der liberal« Redner schloß damit, daß das Zentrum den konfessionellen Frieden jeden Tag durch seine politische Detätt- gunz störe. Dr. Casselmann apostrophierte noch­mals den Kultusminister und erklärte, daß fe i t Abels Zeilen so etwas in Bayern noch nicht vorgekommen sei. Darauf erhob sich zur Geschäftsordnung der Kultusminister und nahm seine vorherige Bemerkung zurück und erklärte, daß er damit keine Spitze gegen die Liberalen aufbringen wolle. Die Sitzung wurde schließlich vertagt, doch dauerte der Lärm und Tumult noch in den Wandelgängen fort

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Skandale im belgischen Parlament.

Wie aus Brüssel berichtet wird, warf in der gestrigen Beratung des Budgets des Un. terrichtsministeriums in der Kammer der So- zialistensührer Vandervelde einem Mit­glied der klerikalen Partei vor, es stehe in Verbindung mit unsauberen Blät. lern, die die Mitglieder der Opposition belei­digten. Als der Präsident Vandervelde nicht zur Ordnung rief, veranlaßten mehrere Mit- glieder der klerikalen Partei Skandalsze- nen, die schließlich dahin ausarteten, daß ein Mitglied der sozialistischen Partei mit einem Mitglied der Rechten handgemein wurde.

Maifeier-Schlacht in Amerika.

Viele Personen erheblich verletzt!

Ein Privattelegramm berichtet uns aus New York: Die Maifeier hat hier eine regelrechte Schlacht, die beinahe zwei Stun­den dauerte, veranlaßt 3m Verlaufe eines

Meetings gerieten Sozialisten, italienische Anarchisten und verschiedene Arbeiter­gruppen aneinander. Die Demonstranten rissen in der Hitze des Kampfes die ameri- kanische Fahne, die über den Tribünen flatterte, herunter, zertraten sie mit Füßen und ersetzten sie durch eine rote Fahne. Die Unionfahne wurde fchließlich durch Frauen wieder au^gebeffert und auf ihren alten Platz gebracht. Bei dem Zusam­menstoß zwischen den einzelnen Parteien haben viele Personen schwere Verletzun­gen erlitten.

$ns Drama von Rastatt.

Drei Opfer des Offizier-Duells.

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Rastatt, 3. Mai.

Zum Offizier-Duell in Rastatt (über das wir gestern bereits berichtet haben) wird noch ergänzend bekannt, daß der Oberleutnant Sprenges beim zweiten Gange tödlich g e- troffen wurde. Die Frau des Duellgegners, Oberarzt Dr. Brüning, versuchte sich zu ver­giften, und wurde mit schweren inneren Verletzungen nach Heidelberg gebracht, wo sie in fast hoffnungslosem Zustande in einer Kli­nik Aufnahme gefunden hat. Die in einige Blätter übergegangene Meldung, das Duell sei zurückzuführen auf eine Unterhaltung der beiden Herren über den Duell-Erlaß und die Duell-Debatte im Reichstag, wobei sich die Meinungsverschiedenheften zwischen dem Oberleutnant und dem Oberarzt schließlich derart zugespitzt hätten, daß es zu peinlichen Beleidigungen gekommen sei, ist unzutreffend. Das Renkontre wurde allerdings durch eine Unterhaltung int Restaurant veranlaßt, doch handelte es sich hierbei weder um politische noch dienstliche Fragen, sondern um rein per­sönliche Angelegenheiten, die schon früher einmal zu einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Herren geführt hatten. Auch die Meldung, daß die Differenzen zwischen Oberleutnant Sprenger und Oberarzt Dr. Brü­ning wegen einer Dame entstanden seien, entspricht nicht den Tatsachen. Die militärge- richtliche Untersuchung hat dies inzwischen zweifelsfrei festgestellt. Oberarzt Dr. Brüning hat übrigens bei dem Waffengang ebenfalls ernst« Verletzungen erlitten, die ihn für län­gere Zeit dienstunfähig machen. Wie bekannt wird, hat der Ehrenrat in der Angelegenheit keinerlei Anlaß zu einem Einschreiten gefun­den. Die Untersuchung des Falles dauert fort.

Alte Mühle...Bootrhails?

Der Standpunkt des Preußische« Kul­tusministers in der Frage der Erhal­tung der Alte« Mühle; statt der Wien Mühle ein Bootshans an der Fulda?

Der Kampf um dieAlte Mühle" ist in eine neue Phase eingetreten, von der im Publi- kum vielfach angenommen wird, es sei nunmehr endgültig entschieden, daß di« Alte Mühle am Fuldastrand erhalten bleibt. DerHessi­sche GeschichtSverein", der VereinHeimatschutz (Raturdenkmalschutz) in Kurhessen u. Waldeck" sowie derArchtteften- und Jngenieurverein" hatten sich bekannüich in einer Eingabe um Er- Haltung der Alten Mühle an den Provinzkon­servator gewandt und dieser gab die Eingabe an den Kultusminister Wetter, von dem jetzt in einer Verfügung an den Regierungs­präsidenten angeordnet worden ist, daßdie alte malerische Unterneustädter Mühle als ein in historischer und kunstgeschichtlicher Beziehung überaus wertvolles Bauwerk solange als ir­gend möglich erhalten bleiben solle, und daß deshalb dem Stadtbauamt di« Genehmigung zum Abbruch der Mühle zu versagen ist."

Um ein richtiges Bild von der ganzen Sach­lage zu erhalten, wird es sich empfehlen, den Standpunkt des Magistorats noch einmal wiederzugeben, wie er in der Stadtverordne­tenversammlung vom zweiundzwanzigsten Fe- brua-r vom Magistratstische aus unzweideutig zum Ausdruck gebracht und von der Versamm­lung der Stadwäter einmütig gebilligt wor­den ist, In dieser

Erklürnng des Magistrats wurde gesagt: Bei diesem Projekt (die Ful­daregulierung) war von vornherein bje Beseitigung der vorhandenen großen Vorflut- hinderniffe, nämlich des Rondels, der Brücke und des Wehres nebst Mühle ins Auge zu fassen. Während aber dadurch, daß ein TeU des Hochwassers durch die Eddertalsperre auf- gehalten werden wird, die Erhaltung des Rondels sich voraussichtlich wird ermöglichen lassen, ist die Beseitigung der alten Brücke und des Wehres nebst Müble und Zubehör nach wie vor die unabSflderlicke Voraus-

it mit einer glat- n- und Deckungs-