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CÄeler NeM Nchrichtm
Hessische Abendzeitung
Caffeler Abendzeitung
2. Jahrgang
Dienstag, 3V. April 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 122
Fernsprecher 951 und 952.
Die offiziöse Zensur
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Wachenschlacht bei Paris.
Die Polizei im Kampf mit den Auto. Banditen; Belagerung des Hanfes der Verbrecher; der Bundi tenchef Bonnot von dreizehn Kugeln durchbohrt
(Telegraphischer Bericht.)
In dem verzweifelten Kampf der Pariser Polizei mit den Auto-Banditen scheint nun ein« entscheidende Wendung eingetreten zu sein: Gestern in der Morgenfrühe hat die Polizei den Verbrechern in dem Parisei Vorort Choish.le.Roi einen regelrechten Br- lagerungslamps geliefert, bei dem der Bandrnführer, der gefürchtete Verbrecher und Anarchist Bonnot, schwer verletzt und ein an. deres Haupt der Bande, Dubois, getötet worden ist. Auch Bonnot ist bald darauf seinen Verletzungen erlegen. Wir erhalten über die Vorgänge bei der Auffindung der Banditen folgende Schilderung: Der Chef der Sicherheitspolizei, Guichard, hatte am Sonnabend abend erfahren, daß sich Bonnot in der Verkleidung eines Kolonialinfanteristen in der Garage bei Choisy-le-Roi aushalte. Er begab sich daraufhin mit einer starken Abteilung Polizisten nach dem bezeichneten Orte, und als er die Tür zu der Garage öffnete, sah er sich einem Manne gegenüber, der gerade ein Motorrad besteigen wollte, um damit das Weite zu suchen. Er er. kannte in ihm sofort den Verbrecher Dubois und ein Polizist gab mehrere Revolverschüsse auf ihn ab, die aber sämtlich ihr Ziel verfehl, ten. Jetzt stieg Dubois vom Rad- und eröffnete feincrseits ein Revolverfeuer a u s die Polizisten. Es entspann sich nun ein mit Heftigkeit geführter Kampf, als plötzlich aus einer anderen Erke der Garage mehrere Schüsse fielen, durch die der Polizeiinspektor Augene am Unterleib schwer verletzt wurde. Auch der Inspektor Arlono wurde durch einen Schuß in den Arm verletzt. Um die Polizisten nicht unnötig dem Feuer der Banditen auszusetzen, zog der Chef der Sicherheitspolizei, Guichard, seine Mannschaften, zurück und
Die Wetterzeichen des Aufruhrs.
(Privat-Telegram m.)
Tanger, 29. April.
Die letzten Nachrichten aus Fez lauten zwar etwas beruhigender, dagegen wächst die Gäh. rungunterdeu Stämmen, besonders im Gharbgebiet. Es verlautet, daß ein Angriff auf die von Franzosen befehligten scherifischen Mehalla bei Elksar und gegen die Stadt Was- san (deren Scheich unter französischem Schutze steht) geplant ist. Bei der französischen Mehalla in Malbaret werden zahlreiche Fälle von Fah. nenflucht gemeldet. Auch verlautet, daß die Haltung der französischen Polizeitruppe in Tanger schwankend sei und daß vorgestern zwanzig Mann dieser Truppe mit Waffen, Munition und Pferden desertiert seien. Nach einer Depesche aus Melilla haben mehrere Stämme im Innern Marokkos einen Bruder Muleh Ha- fids, Mohammed den Einäugigen, zudn Sultan ausgerufen. Auch unter den marokkanischen Stämmen im Rifgebiet macht sich eine bedenkliche Erregung bemerkbar. Alle diese Umstände deuten darauf hin, daß die gegenwärtige Lage in Marokko austerordentlich kritisch ist.
Kriegsminifter und Zentrum.
Ein Zentrumsantrag zum Duell-Erlatz.
Herr Spahn vom Zentrum macht nun wirklich gegen den Kriegsministcr „mobil". Daß das Zentrum nach dem Zusammenstoß mit Herrn von Heeringen über die Duellfrage einen allgemeinen Vorstoß gegen die Duellsitte unternehmen werde, war zu erwarten. Aus der nachfolgenden Meldung ersieht man nun, daß das Zentrum schon bei der Beratung der Wehrvorlagen in der Budgetkommission seine Bedingungen zu stellen gedenkt: Es beabsichtigt, wie es scheint, die Bewilligung der Heeresverstärkung von einem Entgegenkommen in der Duellfrage abhängig zu machen. Wir erhalten folgende Meldung:
Berlin, 29. April.
(Privat-Telegram m.)
Wie in parlamentarischen Kreisen verlautet, beabsichtigt das Zentrum, in der kommenden Debatte über die Hreresvorlage in der
Die Berichte über die bedrohliche Gestaltung der Lage im Scherifenland stammen fast ausnahmslos aus französischer Quelle, und man hat also mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß die Verhältnisse in Wirklichkeit noch weit bedenklicher sind, als es in den von Paris aus verbreiteten Depeschen zugegeben wird. Nachrichten aus englischer Quelle lassen denn auch erkennen, daß der Aufruhr in Fez nicht lediglich auf eine Meuterei unzufriedner Ein- gebornen-Truppen zurückzuführen ist (wie es in französischen Berichten zu lesen stand), sondern daß es sich um eine maurische Volkserhebung gegen die Fremden, und zwar in erster Linie gegen die neuen Herren des Landes, die Franzosen, handelt. Welche Bedeutung dem Aufstand bei- zumessen ist, läßt sich zur Zett noch nicht absehen; die Tatsache indessen, daß selbst französische Blätter dringend vor dem Vertrauen auf die Treue der eingebornen Truppen warnen, gibt zu denken, umsomehr, als in den letzten Tagen die Massendescrtionen schwarzer Soldaten sich gehäuft haben. Bei der Eigenart des Landes kann ein Aufruhr, der in Fez seinen Herd hat, sich nicht so schnell über das ganze Reich ausbreiten, und dieser Umstand kommt den neuen Herren Marokkos wesentlich zu statten, indem sie dadurch Zeit gewinnen, einen entscheidenden Schlag vorzubereiten.
Die Gefahr lauert indessen auch nicht in einem Aufruhr selbst, dessen Aussichtslosigkeit den Mauren nicht zweifelhaft sein kann: Die Gefahr besteht in der fremden- und franzosenfeindlichen Volks st immung, die sich in dem Drama von Fez, in der Flucht von der Fahne Frankreichs und in der zunehmenden Erregung der Stämme offenbart. Was sich in Fez ereignet hat, kann morgen oder übermorgen in andem Teilen des Maurenlands geschehen, denn die Herrschaft Frankreichs in Marokko wurzelt lediglich in der Uebermacht des Eroberers, dessen Rechte das Volk als einen Raub an seiner Freiheit betrachtet. Das Blutbad in der alten Sultansstadt ist eine Tat des Franzosenhasses, die einigermaßen verständlich wird, wenn man hört, daß der dem Golde Frankreichs tributpflichtig gewordne Sultan von den stärksten und freiesten Stämmen als Verräter am Vaterland verflucht wird. Es wird Frankreich vielleicht erspart bleiben, die Stunde, die ihm die Herrschaft über Mauretanien als Siegspreis jahrzehntelanger Arbeit eintrug, einmal als stunde des Unglücks zu betrauern, denn seine Machtmittel reichen aus, selbst einen „heiligen Krieg" maurischen Fanatismus niederzuzwingen; aber es ist sicher, daß die Größe der Opfer nicht hinter dem Wert des Erfolgs zurückbleiben wird: Die Schreckenstage von Fez haben bewiesen, daß Frankreich Marokko mit der Waffe in der Hand unter seine Herrschaft beugen muß, wenn es das Land des Scherifeu wirklich besitzen will! F. H.
Budgetkommission des Reichstags den A n - trag zu stellen, das M i lit ä r st r a s g e - setzbuch dahin abzuändern, daß jede Arr von Tuellvergehen mit sofortigem schlichte n Abschied bestraft wird. Das Zentrum ist entschlossen, von der Annahme dieses An trags und seiner Berücksichtigung seitens der Militärverwaltung seine Mitwirkung bei der Verabschiedung der Wehrvorlagen abhängig zu machen. Der Zentrumsantrag ver langt Entlassung mit schlichtem Abschied auch für die Herausforderung zum Duell und für das Kartelltragen der Zeugen der Duell- grgncr.
Die Falle des Zentrums.
(Privat-Telegram m.)
Berlin, 29. April.
Der kategorische Wortlaut des Zentrumsantrags über die Aenderung des Duell-Paragraphen und die Form des Verlangens beweisen deutlich, daß das Zentrum mit diesem Antrag lediglich einen cntscheidenden Schlag gegen den Kriegsmini st er beabsichtigt. Ter Antrag verlangt nämlich nichts mehr und nichts weniger als die Umge- staltung der vom Kaiser im Fall des Oberarztes Tr. Samüeth kundgegebenen und vom Kriegsminister im Reichstag vertretenen Anschauung (daß „ein Mann, der zu den Grundanschauungen seiner Standcs- genossen. in Widerspruch tritt, nicht in seiner militärischen Dienststellung belassen werden kann") in ihr grades Gegenteil. Auf die Entscheidung über den Antrag darf man also gespannt sein: neue Stürme im Reichstag stehen anläßlich der Beratung des Antrages in sicherer Aussicht.
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Oberarzt Dr. Schum f.
Wie uns ein Privat. Telegramm aus Würzburg meldet, ist am Sonnabend in Mergentheim der Oberwundarzt Dr. Schum, der in der dieser Tage im Reichstage behandelten Duellfrage des Sanitätsarztes Dr. Sambeib viel genannt wurde, plötzlich gestorben. Das Ableben Dr. Schums überrascht umsomehr, als er weder leidend war, noch sonstwie Krankheitssymptome zeigte. (Schum hat bekanntlich den eigentlichen Anlaß zu dem Konflikt des Zentrums mit dem Kriegsminister gegeben, denn e r war es, der an den Sanitätsrat Dr. Sam. beth den beleidigenden Brief schrieb, der den Ehrenrat veranlaßte, sich mit der Angelegenheit zu beschäftigen und, als Dr. Sambeth eine Duellforderung ablehnte, die militärische Maßregelung Sambeths zu fordern.)
gewöhnlichsten Anständigkeit und ehrlichen Handlungsweise, wie sie selbst dem ärgsten Feinde gegenüber Pflicht sei, zuwider gehandelt. Tafts Behauptung über den Einfluß der Regierungsmaschine auf die Wahlkampagne sei nicht nur eine Unwahrheit, sondern direkt eine absurde Unwahrheit.
Mauretania.
Hie neueste Phase im Marokko Abenteuer-
Wie Depeschen aus Tanger be' richten,steht außer vier hohen marokkanischen Beamten (Vertrauensleuten der gesetzgebenden Körperschaft) auch ein Onkel des Sul- tans,Md den Mohammed, im Verdacht, den Aufruhr von Fez a n - gestiftet;» haben. Er soll den Soldaten eingeredet haben, daß der Sultan Muleh Hafid auf ihrer Seite stehe und sie mit allen er- forderlichenWaffen versehen werde, nm die Europäer zu verjagen. Der nationalistische Charakter des Aufruhrs scheint damit erwiesen zu sein.
Herr Andrä Tard^ eu, der im deutsch- I französischen Marokko-Handel der nationalisti- L sche Souffleur des (dem Quai d’Orsay naheste- I henden) Pariser „Temps" war, hat uns soeben | in freundlichem Plauderton das „Geheimen i s von Agadir" entschleiert, hat erzählt, | wie zaghaft Herr Jules Cambon gen Kissingen E kam, und wie er doch schließlich, als Sieger im | Turnier, mit Kiderlens schwäbisch-derber Er- | munterung: „Bringen Sie uns etwas mit aus
Paris!" zum Rat der Männer Caillaux' heim- | kehrte. Das Geschäft schien sogar mit der F Opferung der Herren Caillaux und be Sel- ves nicht zu teuer gesichert, sein Effekt wurde r eher noch erhöht durch die Flucht Lindequists F. vor den finstern Reizen der Kongo-Sümpfchen, Mund die nachkommenden Staatsmänner der Re- k publik haben denn auch nicht versäumt, den i glänzenden Handel vor den Augen begeiste- [. rung-trunkner Patrioten ins rechte Licht zu rücken: Marokko wurde über Nacht die stolzeste Zukunft-Hoffnung französischer Strategen und Spekulanten, der Trost all Derer, die in der immer schmerzlicher sich offenbarenden Schwä- i chung gallischen Volkstums die schwerste Gefahr E für Frankreich wittern, und die grimmige Zu- E verficht fanatischer Nationalisten, denen das | Vaterland ohne neuen Heldenlorbeer reizlos dünkt.
I- Daß die Uebernahme des Protektorats a über das Maurenreich sich etwas operettenhast | gestattete, daß Muley Hafid plötzlich marokka- k nische Gewissensbisse über die Auslieferung | seiner Macht an fremde Oberhoheit empfand, k und daß die Unterzeichnung des historischen F Pergaments, das Frankreich den ganzen Nor- | den des schwarzen Erdteils erschließen sollte, K erst unter Anwendung sanfter Gewalt zustande E kam: Das alles vernahmen wir aus französi- k scheu Blätterspalten in der Darstellung mild k belächelter Harmlosigkeiten, und man war des- | halb auch nicht überrascht, ein paar Tage später k zu hören, der Sultan von Frankreichs und des 1 Zufalls Gnaden habe den Vertrag, der Frank- R reichs Herrschaft über Marokko feierlich doku- k mentiert, bei prunkvollem Festbetrieb und un- U term Donner der Kanonen unterzeichnet. Muleh r Hafids Hyeroglvphen-Gekritzel bedeutete ein t Stück Weltgeschichte, und es ziemte sich also, I den historischen Moment auch äußerlich ange- E messen zu garnieren: Der Urzweck französischer I Marokko-Politik, der Inhalt jahrzehntelangen M Sehnens und der französische Grundgedanke E des Kissinger Rendezvous; sie durften als ver- k wirklicht gelten: Deutschland war aus b Marokko ausgeschaltetl
K Die Straßenkämpfe in Fez haben E nun den lauten Triumph erschreckend über- M lärmt, das Gewehrfeuer der Meuterer knattert E wie verhängnisvolle Mahnung und die Feuer- E säule des Aufruhrs pflanzt sich von der alten U Sultanstadt fort durch halb Marokko! Das E Judenviertel von Fez, einst die Zentrale des 1 Handels und Verkehrs, ist ein einziger Trüm- | Merhaufen: in dey schmalen Straßen, in denen L sonst geschäftiges Leben wogte, liegen als k' stumme Zeugen der Mauren-Revolution schreck- | lich verstümmelte Leichen, und die fanatisierten | braunen Horden, über die Muley Hafid der E französischen Republik feierlich die Herrschaft E abgetreten, haben die Köpfe zu Tode gemärter* - ter Europäer auf Lanzenstäben ttn Triumph e durch die Straßen getragen, umjohlt vom wil- | den Freudengekreisch der Weiber. Weiße Män- r net und wehrlose Frauen befinden sich in Ge- | fahr, vom gleichen furchtbaren Schicksal ereilt t zu werden: französiche Truppen rücken in Eil- E Märschen gegen die aufrührerischen Stämme l vor, und den in Marokko weilenden Europä- i ent ist dringende Weisung zugegangen, sich in 5 die Räbe französischer Militärposten zurückzu- | ziehen, da Frankreich, die Herrscherin im Land, p ihr Leben und ihre Freiheit sonst nicht zu • sichern vermöge: Marokko, vierzehn Tage g »ach der feierlichen Uebernahme des Protekto- E; tats durch die Republik l
In ihrem „Wochen-Rückblick" schreibt offiziöse Norddeutsche Allgemeine Zeitung . Wehrdebatte im Reichstag: Die viertägige Besprechung der Wehrvorlagen im Reichstag hat von neuem den Beweis erbracht, daß mit der Sozialdemokratie eine Verständigung über Fragen unserer Wehrmacht unmöglich ist. In einem erhebenden Gegensatz dazu steht die grundsätzliche Bereitwilligkeit, mit der die bürgerlichen Parteien für die Wehrvorlage eintreten wollen. Dafür können die Verbündeten Regierungen und die ganze Nation dem Reichstag Dank wissen. Es ist zu hoffen, daß in einer Frage, die den Lebensnerv unseres nationalen Interesses berührt, auch die Frage derDeckung nicht zum Zankapfel wird. Der Streit darüber darf die Lösung einer Aufgabe weder vereiteln, noch aufschieben, von bereit Notwendigkeit die beiden streitenden Teile überzeugt sind.
Sie Wehrvorlage gefährdet?
Neue Schwierigkeiten bei den Parteien'.
Wie wir schon mitgeteilt haben, hat die Verweisung der Deckungsvorlage zu den Wehrvorlagen an eine besondere Kommission in parlamentarischen Kreisen starke Gegensätze unter den Parteien hervorgerusen, die unter Umständen sogar das Schicksal der Vorlagen selbst beeinflussen können. Im Zentrum und bei den Konservativen wird nämlich die Ab. trenuung der Deckungsvorlage von der Gesamtheit der Wehrvorlagen als ein Schachzug der Linken betrachtet, der den Zweck ver- folgt, den sogenannten „schwarz-blauen Block" bei der Bewilligung der Deckungsmittel in die Enge zu treiben. Wir erhalten darüber folgende Mitteilungen:
Berlin, 29. April.
(Von uttferm Korrespondenten.)
Wie aus parlamentarischen Kreisen überein, stimmend verlautet, ist durch die Verweisung der Deckungsvorlagen an eine besondere Kommission im Reichstag eine Situation geschaffen worden, deren Tragweite sich in diesem Augenblick noch gar nicht übersehen läßt. Die Rechte und das Zentrum sind unter allen Umständen entschlossen, alle drei Vorlagen, also die beiden Heeresvorlagen und die Del. kungsvorlagen nur gemeinsam zu verabschiedest. Für dieses Verlangen sind hauptsächlich die Erfahrungen maßgebend, die die genannten Parteien bei den letzten Reichstagswahlen gemacht haben. Eine Situation, wie sie durch die nachhaltige und (wie zugegeben wer. den muß) wirkungsvolle Art, mit der die Parteien der Linken die Reichsfinanzre- form gegen Zentrum und Rechte bei den Wahlen ausgenützi haben, geschaffen wurde, soll nicht wiederholt werden. Zentrum und Konservative bestehen vielmehr darauf, daß diejenigen Parteien, die die Ausgaben für die Wehrvorlagen bewilligen, auch für die nötige Deckung eintreten müssen, damit das Odium, das Volk mit neuen Steuern belastet zu haben, nicht wieder an den Parteien der Rechten hasten bleibt. Sollte die Majorität des Reichstags auf ihrem Standpunkt bezüglich der Deckungsvorlage bestehen, dann wäre das Schicksal der Wehrvorlagen nicht abzusehen, da die Rechte unter allen Umständen zu verhindern entschlossen ist, daß die Vorlagen mit wechselnden Mehrheiten angenommen werden.
Sie feindlichen Brüder.
Tas Gaukelspiel um den Präsidentenstuhl.
(Privat-Telegram m.)
Newyork, 29. April.
Roosevelts Antwort auf Tafts Rede in Boston bedeutet die Ansage des Kampfes bis aufs Messer: Die Angriffe Tafts feien zum Teil die hinterlistigsten Handlungen. Tast fei nicht nur in Gedanken, Worten und Taten gegen ihre alte Freundschaft unaufrichtig gewesen, sondern er habe auch dem Codex der