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Hessische Abendzeitung
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Nummer 120.
Fernsprecher 951 und 952.
Sonnabend, 27. April 1912.
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2. Jahrgang.
Münchner Friedenralocken.
Der Reichskanzler hat kapituliert!
Vom Jsarstrand her läuten, hell und zart, bvS Friedens silberne Glocken. Graf Lerchen, feit), Bayerns Bundesrats. Bevollmächtigter in Berlin, ist im Anfang der Woche, einem Wunsch des Kanzlers folgend, gen München gereist, um, mit dem lenzgrünen Oelzweig des Friedens in der bajuvarischen Rechten, Herrn von Hertllng zu versöhnen. Man Weitz, was dey bayrischen Grafen zur Aprilfahrt trieb: Der Jesuitenerlatz.Konflikt drohte zum schwer überbrückbaren Gegensatz zwischen Woib und Süd zu werden, schien das Bißchen Sonne zwischen Berlin und München für im. mer zu verdrängen und des Kanzlers segenarmen Wirkungsabend durch Len Schatten finstern Unheils zu verdüstern. ES ist vielleicht schmerzlich für Herrn von Bethmann Hollwez, dieser Erkenntnis in einem Moment Raum ge. den zu müssen, da noch der Korfu.Sonne blin. kende Strahlen in seiner Erinnerung sich spie, geln; aber im Augenblick der Rot versagt mit. unter der Trost des sützesten Erinnerns, und es bleibt nur die Wahl: Kampf oder ... Ergebung!
Der Kanzler will nicht kämpfen; der Instinkt deS Philosophen schon Wird ihm sagen müssen, daß eine Kraftprobe zwischen Bayern- leu und Preutzenaar um den problematischen Einsatz eines Gesetzesbuchstabens in diesem Moment (ber die Regierungsmacht des Bayer, lands und die Wuchtgewalt der ausschlaggeben. den Partei im Reichstag in der Hand eines ein. zigen, entscklossnen Mannes von Windthorst- scher Persönlichkeitprägung vereint) weder nützlich, nock) zweckmätzig, noch erfolgverspre- <bend sein könne, denn auch der von Korfus Ostersonne huldvoll Bestrahlte darf nicht im Unklaren darüber sein. Laß in einem zwischen Len beiden stärksten Bundesmächten im Reich klaffenden Abgrund zuerst der Verwegene verschwinden würde, der mit frevelnder Hand dies Verhängnis entfesselte. Im Fahre neunzehnhundertzwölf würde selbst die Giganten- krast eines B i s m a r ck sich vergeblich gegen die »Macht der Verhältnisse" stemmen, und man kann es seinem vierten Erben auf dem Kanzlerstuhl nachempfinden, daß schon der Gedanke, als Puffer zwischen Nord und Süd zu stehen, ihm unerträglich dünkt.
Lorbeer grünt auch nicht an diesem Wege. Die Frage des Jesuitenerlasses ist (rein gesetz. technisch und verwaltungS.rechtlich betrachtet) ein Conglomerat von Irrungen und Wirrungen, von Interpretationen und Reflexionen, und das einzig Charakteristische an diesem Streit um einen lapsus calami ist die Tatsacke, daß heut an der Isar dem Bayerland ein Mann erstanden ist, der sich stark und wehrhaft genug fühlt, die RechtShoheit des Deutschen Reicks und die ragende Gestalt des Kanzellars in die Schranken zu fordern. Keinerlei Schrift, gelehrtenkunst kann diese peinlich brutale Wirklichkeit mit dem Pinsel ber Harmlosigkeit über, tünchen, kein offiziöser Deutler uns bie Erkenntnis versüßen, baß hier eine einfache Rechtsfrage zum Sturmbock parteilicher Interessen und zum Schutzwall Hertling'scher Machtzelüste gemacht worden ist, und man mag den ganzen Aufwand an Geist und Witz betrachten wie man will: Er ist für uns im höchsten Grade unerbaulich, denn es prägt sich in ihm deutlich und ohne schützende Hülle die Schwächlich, keit und Entschlußarmut des uns re. gierenden Systems aus.
Der Kanzler hat kapituliert: Gestern trug von der Radi.Stadt am Jsarstrand der Draht die befreiende Kunde zum harrenden Norden, daß die sinnig arrangierte Friedens. Mission des Grafen Lerchenfeld zu »positiven Resultaten" geführt habe. Und (ein Wunder!): Es gibt in diesem Heldenkampf um Buchstaben und Welten weder einen im Staub bettelnden Besiegten, noch einen ruhmgekränz. ten Drachentöter! Die Herren von Bethmann Hollweg und von Hertlinz (der eine der Kanzler des Nordens, der andre der Kanzler des Südens) haben Preis, Einsatz und Effekt des Kampfes brüderlich geteilt, und hell strahlt nun wieder der geretteten deutschen Einheit leuchtende Sonne. Herr von Hettling, beraten von der weltklug-geschliffnen Scharffinnigkeit des in der Berliner Lust rasch akklimatistetten, die Ber. liner Schwüle indessen mild belächelnden Gra. fen Lerchenfeld, hat »anerkannt", daß der bayrische Erlaß »formale Fehler ent. halte", und Herr von Bethmann seinerseits hat ... Hertlings Panier stramm salutiett!
Was zu erwatten war. In der grotesken Verschnörkelung offiziöser Sttlkunst heißt'S Mar, der Herr Reichskanzler habe (nury »in zwei Dünkte« di» Kutervellation der bav-
rischen Regierung zum Jesuitengesetz anerkannt", aber diese beiden »Punkte" sind eben das Fundament des Jesuitengesetzes überhaupt, und ihre »Anerkennung" durch den Kanzler hat also das ganze Gesetz in aller Form zugunsten bet Jesuiten umgekrempelt. DaS ist ber Kern ber Dinge; alles anbre ist Hülle und Schale. Man kann vielleicht darüber stteiten, ob vom ethischen Standpunkt aus diese Wandlung unter allen Umständen als unerfreulich erkannt werden muß: Politisch indessen ist sie für die Politik des Kanzlers einfach ein Armutszeugnis. Nichts mehr und nichts weniger, und man fragt sich verwundert, warum es erst des weithallenden Theaterdonners bedurfte, um diesen komischen Knalleffekt zu erzeugen. Es ist uns erzählt worden, Herr von Bethmann Hollweg sei (trotz der herzerfreuenden Ovationen der. Ha- fenmänner von Brindisi) in sichtlich me. lancholischer Stimmung von Korfu heimgekehtt, und teilt Schimmer frohen Osteiglücks habe seine Mienen verklärt, als er die nachtfrost-kühle Heimat wiedersah. Kam etwa von Korfu schon der Wink, der den Bayern Lerchenfeld zum Mittler bei Hettlings grollender Allmacht be. stimmte, und sah der Kanzler nur deshalb keinen Frühling, weil ihn der nahe Spätherbst eignen Glücks ahnend frösteln ließ ...»
F. H.
*
dem Kriegsminister und dem Zentrum nach Lage der Sache nicht mehr möglich ist, nachdem Herr von Heeeringen in der gestrigen Reichs- tagsfltzung darauf verzichtet hat, eine versöhnliche Jnterpretatton feiner vorgestrigen schroffe« Auslassungen zu geben. Man nimmt deshalb an, daß nach der Verabschiedung der Wehrvorlagen im Amt des Kriegsministers eine Veränderung eintreten wird; vielleicht sogar noch vor der Verabschiedung der Wehr. Vorlagen.
Manoni errötet...!
Die Untersuchung des Titanic-Dramas.
Die Untersuchung über die Schuldfrage beim Untergang der „Titanic", die von der Untersuchungs-Kommission in Washington mit großem Eifer geführt wird, bringt immer sensationellere Einzelheiten au den Tag. Gestern wurde in einem nahezu dreistündigen Verhör der Chef der drahtlosen Telegraphie, der bekannte Erfinder Marconi, vernommen, und seine Aussagen gestalteten sich zu schweren Anklagen wider die Leute, die im Augenblick der Katastrophe und angesichts des sichern Verlusts von vielen hundett Menschenleben mit den Rettungsmöglichkeiten aus niedrigster Gewinnsucht gespielt haben. Wir erhalten darüber folgende Meldungen:
Rewyork, 26. April.
(Privat - Telegramm.)
Reichstag «nd Kanzler.
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Berlin, 26. April.
Aus dem Reichstag wird uns depeschiett: Es steht nun fest, daß in der Frage des bayrischen Jesuiten-Erlasses durch die Vermitt> lung des Grafen Lerchenfeld eine Verständigung zwischen der Reichsregierung und Bayern herbeigeführt worden ist, die allerdings Bayern weitestgehend entgegen- kommt. In parlamentarischen Kreise« ist man überzeugt, daß der Reichskanzler eint emp. kindliche Niederlage erlitten hat und es ist fichet, daß in der heuttgen ReichStagSflt- zung das schwächliche Verhalten der ReichSre- gierung gegenüber Bayern einer scharfen Kritik unterzogen werden wird. Sämtliche Parteien des Reichstags, ausgenommen Zentrum, Polen und Sozialdemokraten, bettachten den Ausgang des „Kompetenz-Konflikts" zwischen Bethmann und Hettling als eine Kapitulation des Kanzlers vor dem bayttschen Ministerpräsidenten, die umso eigenattiger Witte, als Herr von Bethmann Hollweg sicher sein konnte, in dieser Frage im BundeSrat sowohl wie im Reichstag eine statte Mehrheit hinter sich zu haben. AuS ZentrumSkreifen verlautete schon gestern abend, als die Münchener Depeschen über den Ettolg der Mission deS Grafen Lerchenfeld im Reichstag bekannt wurden, mit diesem Friedensschluß zwischen Berlin und München sei daS Jesuitengesetz als solches gefalle«, und es könne keinem Zweifel mehr unterliegen, daß die g ä n z - liche Aufhebung des nun in seiner eigentlichen Rechtsgrundlage entwurzelte« Jesuitengesetzes nahe bevorstehe.
Wetterwolken im Reichstag.
Ter „Duell-Konflikt" des Kttegsministers.
(Privat Telegramm.)
Berlin, 26. April.
Es kann nun keinem Zweifel mehr unterliegen: Die Stellung des Kriegsministers von Heeringen ist durch den borgeftrigen scharfen Zusammenstoß mit dem Zentrum in der Frage des Offizier-Duellzwangs aufs schwerste erschüttert worden. Die Erklärung, die der Zentrumsführer, Abgeordntter Spahn, gestern gegen Schluß der Sitzung im Namen seiner Partei über bie Worte bes Kttegsministers abgab (Siehe ben Reichstagsbericht auf ber zweiten Seite), ist die offene Kampfansage des Zentrums an ben Minister. Spahn sprach mit einer Entschiedenheit und Energie, bie man gar nicht an ihm gewöhnt ist. Das Haus hatte sich dicht um bie Tribüne gedrängt, und nach den wenigen Worten Spahns ertönte von allen Seiten stür - mischet Beifall. Rur die Konservattven verhielten sich aus naheliegenden Gründen still. Diese Verlegenhttt wurde allgemein bemerkt. Herr von Heeringen selbst fühlte sich offenbar gar nicht wohl, er machte nicht den Eindruck eines Mannes, der den Konflitt. in den er geraten ist, bis zu Ende kämpfen wird. Alle diese Vorgänge sind deutliche Wetterzeichen kommender Ereignisse, und niemand kann noch im Zweifel darüber sein, daß Herrn von Heeringens Kriegsminister-Tage gezählt sind.
Die Kommission zur Untersuchung des Untergangs ber »Titanic" vernahm gestern Marconi. Der Vorsitzende Smith las Marconi die drei bereits früher erwähnten Telegramme vor, bie von Seagate, einer Station ber Mar- coni-Gesellschaft, an ben Telegraphisten ber „Karpaihia" gefanbt wurden. Die Telegramme weisen den Telegraphisten an, nichts über bie Katastrophe mitzuteilen. Er würbe Marconi nnb ben Chefingenieur Sam- mis in einem Rewyorker Hotel treffen, wo er viel Gelo erhalten solle. Unterzeichnet war bas Telegramm „Marconi". AlS man ihm bie Depeschen vorhielt, würbe Marconi rot, sagte aber, er wisse nichts bavon, er habe ben Telegraphisten erlaubt, ben Bericht zu veröffentlichen. Marconi leugnet auch entschie- ben, baß er ben Verkauf bes Berichts an bie Preß-Association genehmigt habe. Zugeben mußte er allerdings, daß Neuigkeiten üher den Untergang ber »Titanic" verhökert wurden. Beispielsweise erhielt der Telegraphist Bride fünfhundett Dollars.
Rettungsboote gesucht!
(Privat.Telegramm.)
London, 26. April.
Die Heizer her »Olympic" haben ihre Arbeit noch nicht wieder ausgenommen. DaS Schiff verbleibt vorläufig in CoweS. Die Fahr- gäste, die sich bereits eingefchifst hatten, haben den Dampfer wieder verlassen. Der Verband der englischen Matrosen hat nach Liverpool und anderen Hafen-Orten telegraphisch Anweisung erteilt, jede Anwerbung für die .Olympic" abzulehnen, solange die SchiffahttS-Ge- sellschasten nicht genügend Schutzmaß- regeln für die Mannschaften getroffen ha- ben. Es heißt, daß die Matrosen diese Haltung auch gegenüber den anderen großen Reede- reien einnehmen werden, um sie zu zwingen, die nötigen Vorsichtsmaßregeln zum Schutze der Mannschaft zu treffen, damit ben Mannschaften int Falle einer Katastrophe genügend Rettungsboote zur Verfügung stehen. Im ganzen Lande macht sich jetzt eine starke Nachfrage nach RettungS-Booten (besonders zerlegbaren) bemerkbar. Die Schiff- fahttsgesellschaften kaufen alle auszutreibenden Rettungsboote auf.
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Wie uns weiter aus Rewyork berichtet wird, bat der zur Bergung der Leichen des Dampfers „Titanic" von der Staatsregierung entfanbte Kabeldampfer gestern abend gemel- bet, daß er zweihundert Leichen von der »Titanic" an Bord habe, mit denen er sofort nach Rewyork zurückkehren werde. Die kanadische Regierung untersucht augenblicklich, ob die Angaben, nach denen der kanadische Dampfer »Mount Temple" in unmittelbarer Nähe ber „Titanic" gewesen sei, die Hilfssignalebemerkt habe und sogar die Lichter der »Titanic" gesehen habe, indessen nicht zu Hilfe geeilt sei, wahr sind. Die Beschuldigung ist von einem Passagier der „Mount Temple" erhoben worden, dessen Angaben von einigen Leute« ber Bemannung bestätigt werden.
Hiobspost vom Balkan!
Albanischer Aufstand, KttegSfieber übernlu
Ueberreuauna. daß rürr LmSsShmmL Mischen »weise zu
Ei« Privat.Telegramm melket uns zu der Angelegenheit noch auS dem Reichstag: In parlarnentattsche« Kreise« ist mtm der
Es scheint, daß die Auftollung der D a r • banellettfrage schwerwiegende Komplikationen im Gefolge haben wird, die möglicher- einem peaelrechte» fiaUaaxticA
führen können. Depeschen aus Saloniki zufolge machen sich bereits Anzeichen eine! neuen albanische« Aufstands be* nterfiiar. Eine Schar gut bewaffneter Albanesen ist in das Gebirge geflüchtet und hat dort eine Bande organisiert. Zwischen der Bande des Albanesenführers Jmsail Bajkoro und einer Gendarmerieabteiluna kam es zu einem heftigen Kampfe, über dessen Ausgang noch nichts bekannt ist. Eine zwttte Bande setzt die Bevölkerung des Bezitts Ghilane i« Schrecken. Zahlreiche Bewohner flückten über die Grenze. Schlimmer indessen als diese Kun* be ist bie anbere, bie über eine ernste Wen* bung in der Dardanellenfrage selbst berichtet:
Kriegsrüstungen am Balkan!
Rußlands Schwarzmeer-Flotte vor Kon- stantinopel ; Bulgarien ist kriegsfertig;
KriegSleistnngen in Rumänien« (Privat-Telegtamm.)
Bukarest, 26. April.
Hier eingelaufenen Rachttchten zufolge droht in ber Dardanellenfrage eine ernste Wendung einzutreten. Ei« Teil der Schwarze« Meer-Flotte Rußlands ist am Eingang des Bosporus erschienen und soll in der Nähe Konstantinopels kreuzen. Ferner wird aus Sofia gemeldet, daß dott Gerüchte umgehen, denen zufolge die fchlagsertigi bulgarische Armee in dem Augenblick, da die russische Flotte am Bosporus erscheine« sollte, die mazedonische Grenze überschreite« werde. Jnfolgttieffen sehe sich Rumänien ge- zwnngen, gleichfalls in Avion zu trete« und die rumänische Heeresverwaltung habe bereits alle Vorbereitungen getroffen, um erforderlichenfalls sofort mit drei Armee* korpS aus dem Plane erscheinen zu könne«.
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Noch leine Satscheidurrg!
Konstantinopel, 26. April. (Privat-Te* le gra mm.) Den Bettretern der fatmben Mächte teilte der Staatssekretär des Ministeriums des Aeußern gestern abend mit, daß bie Regierung noch keinen endgültige« Entschluß über die Dardanelle«, fyage gefaßt habe, obwohl sie tot Interesse des internationalen Verkehrs tote im eigene« Interesse die baldige Oeffnung der Dardanellen herzlich wünsche. Die Nähe der italienische« Flotte stelle aber etoe unmittelbare Ge, fahr dar.
Sos Stoma von Fez.
Das Gemetzel von Fez imTagebuch eines Journalisten; ei» Tag der Schrecken.
(Von unferm Korrespondenten.)
An kegelnder Weise schildert bert-Zacqni» tm „ Statt»* die Schrel- kenStag« von Fe, nach feinen Tage- buchaufzetchnnngen. Man liest dort unter dem gebahnten April:
Mittag: Einer meiner Diener kommt in großer Aufregung nach Hause und vettpertt alle Türen hinter sich. »Die Revolution ist ausgebrochen!' schreit er. »Mehrere Euro- Päer sind ermordet worden; ich selbst wurde beschimpft, weil ich im Dienste von Europäern stehe." Im selbe« Augenblick höre ich große« Lärm, der von der Sttaße herauf kommt. Ich klettere auf die Terrasse, nm z« sehen, was geschehen ist. Bewaffnete Soldaten des Machsen eilen im Laufschritt vorwärts. Man sagt mir, daß es Mörder seien, die sich in die Moschee flüchten wolle«. Unter einem betäubenden Geschrei werden alle Läden ge» schlossen. Mein Haus wird umzingelt. Ei« Nachbar sagt mir, daß ich nicht einen Augen, blick länger auf der Terrasse bleiben dürfe, wenn ich nicht die Wut der Menge auf mich len. len wollte. Ich schicke meinen Koch au5, damit er Erkundigunzen einziehe. Zwei Uhr: Der Auftuhr auf der Sttaße wächst. Ick habe de« Revolver in die Hand genommen. Meine Diener, die an einem andern Fenster stehen, sagen mir, daß Maroftaner vorüberzögen, die auf Piken zwei Europäerköpfe aufgespirtzt hätten. Mein Koch kommt wieder mit ber Meldung, daß in feiner Gegenwart einem Offizier mit der Axt der Schädel gespalten und daß acht Europäer ermordet worden seien. Ich schicke nach der Botschaft, um Erkundigungen über die Lage einzuziehen. Der Koch bringt mir einen Bries des Hauptmanns P e t * telat, in dem ich aufgefordert werde, mich z« verbarrikadiere«;
er werde zu meinet Hilfe Truppen entsenden. Ein Marabut aus der Nachbarschaft und bet Scheris von Uezzan, die vom Konsul geschickt worden sind, stehen mit etwa zehn Dienern be- waffnet vor meiner Tür, indem sie auf jede« der näher kommen will, anfegen.
Drei Uhr: Die Lage hat sich nicht aeänbert Ich Watte auf das Erscheinen der Truppe«. Man hött Schüsse fallen. Ich bin noch immer einaeicklossen.
Zeh« Uhr abends: Um neun Uhr hören wir ans Tor fiobieu: Es ist der Lauvtmarm