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Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang

Donnerstag, 25. April 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 118,

Fernsprecher 951 und 952.

Sntertteniprett«: $t« lechLgespallen« Setlf für «wheimifch« Sekchäft» IS Pf», Mr «o8- roirttge ftnferate 25 Pf, neriamejette Mr «tn-etmtsch« SeschLft» «a Pf, Mr -u-wärttgr Geschäft» 60 PL Beilagen Mr di« Gefamtauflag« werden mit 5 Marl pro Tausend be­rechnet. Wegen ihrer dichten BerbreitlMg in der Restdenz im» der Umgebung sind die Lafseler Neuesten Nachrichten ein »orzügltched JnserttonSorgan. SeschLftSstelle: Silnifche Straß« 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße Ich Telephon: Amt Morttzpla« 676.

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fiigung des Polizeipräsidenten.

-z-

Deutschland. Er nahm alle geheim gehal­tenen Schriftstücke über das Fort und fünfund­zwanzigtausend Mark Staatsgelder mit. Es ist bisher nicht gelungen, die sensationelle Affäre die das größte Aussehen erregt, aufzuklären.

zu erwarten sei, da seitens der Mächte in Rom entsprechende Vorstellungen erhoben worden seien.

Kasseler Meßfragen vor Gericht.

Ungültige Caffelrr Polizeiverordnungen.

(Von unserm juristischen Mitarbeiter.) Berlin, 24. April.

führungen des Gutachtens schloß sich der erken­nende Senat in der zweiten Sache an. Da die Verordnung des Polizeipräsidenten also nicht erforderlich gewesen sei, um gesundheitliche Jn- tereffen des Publikums zu schützen, habe sie der Senat nicht aufrecht erhalten können, Die Gründe, die hier den Senat zur Aufhe­bung der Verordnung veranlaßten, treffen in gleicher Weise auch für die erste Sache zu, nur daß die Polizeiverordnung vom 20. November 1908 außer Betracht bleibt. Und auch hier er­kannte der Senat auf A u f h e b u n g der Ver«

Wie uns weiter ein Privat-Tele- gramm aus Konstantinopel berichtet, bezweifelt man in dortigen Militärkreisen die Richtigkeit der italienischen Meldung vom To­de des Freiheitshelden Enver Bey. Es wird versichert, daß von Enver Bey Nachrich­ten noch aus der allerletzten Zeit vorliegen, nach denen er sich durchaus wohl fühle. Eine

Komödie der Irrungen.

Der Korfu-Sstergruß an Lindeqnist.

,' Ter Herr Reichskanzler hat am Mon- 1 kag im Reichshaus am Berliner Königsplatz ! (wo man ihn seit frühen Märztagen nicht mehr gesehen) eine Red« gehalten, die sich von sei­nen sonstigen oratorischen Leistungen durch eine angenehme Leichtigkeit der Form und einen zarten Einschlag ins Feuilletonistische unterschied: Zwei Errungenschaften, die man bei einem Redner von der soliden (mitunter etwas ermüdenden) Gründlichkeit des Herrn von Bethmann Hollweg nach Gebühr schätzen muß. Aber es scheint leider, daß selbst das spät aussttahlende Licht noch vom Abendglanz Bülow'scher Causerie überbUnkt wird, denn man hat es dem Kanzler verarzt, daß sein Ver­such, daS Ohr des Hohen Hauses zierlicher als sonst zu umkosen, bar allen Schwungs und ohne das winzigst« Dprühfünkchen göttlichen Humors geblieben sei, und infolgedessen die zur Stim­mung prickelnder Heiterkeit erzoznen Volker- «ählten enttäuscht habe. Die Kritik ist viel­leicht nicht ganz unberechtigt, indessen darf in diesem Zusammenhang doch auch daran erin­nert werden, daß man im Deutschen Reichstag Wichtigeres zu tun haben sollte, als eines Kanzlers Rede auf den Gehalt anGeistes, blitzen" zu behorchen.

Daß der Humor nicht zu kurz kommt: Dafür forgt schon die geheime Regie des po­litischen Geschäfts, und wir erfreuen uns so. eben erst an einer Komödie der Irrungen, wie sie muntrer und köstlicher der gewiegteste Vaudeville-Fabrikant nicht hätte erzeugen kön­nen. Die Geschichte ist wirklich entzückend, und wäre eines homerischen Gelächters würdig, wenn sie nicht zugleich als betrübliches Charakteristi­kum des hinter den Kulissen herrschenden Wirr­warrs uns beschämen müßte. Ein Berliner Blatt brachte bekanntlich vor einigen Tagen die (etwas seltsam klingende) Meldung, der Kaiser habe am Ostertag von Korfu aus an den vor fünf Monden von offiziösen Lands­knechten brüsk aus dem Amt getriebnen und hinterher noch mit Erdklümpchen beworfnen frü- Hern Staatssekretär des Reichskolonialamts, Herrn von L k n d e q u i st, «in in herzlichen Worten gehaltnes Telegramm gerichtet, das unschwer als eine tiefgehende Wandlung der kaiserlichen Auffassung über den problema. tischen Wert unsres Maroffogeschäftchens zu deuten sei, wenn man berücksichtige, daß Herr von Lindequist in den kalten Novembertagen des Vorjahres recht ungnädig aus dem Amt entlassen wurde.

Ueber die Tatsache an sich würde man sich Zn der Oeffentlichkeit wohl kaum sonderlich er- regt haben, denn die Umstände, die seinerzeit den verdienten Leiter unsrer Kolonialpolitik bewogen, Dernburgs Erbe preiszugebin, haf­ten noch zu frisch in der Erinnerung, als daß der offiziöse Streusand sie schon zugedeckt ha- den könnte; sodann aber sind wir auch in lan­ger Jahre Erfahrung-Schule fo an Ueber- raschungen gewöhnt worden, daß uns Moment- bildchcn nicht mehr erschrecken. Es scheint in­dessen, daß man in der Wilhelmstraße umso peinlicher von der Korsupost berührt wor- den ist, denn andern Tags erfuhr man aus einem haupfftädtischen Lokalblatt (das inbett- taten" Fällen den norddeutsch^llgemeinen Of- fiziosus zu vertreten Pflogt), die ganze Erzäh­lung von dem Korfu-Telegrammberuhe auf freier Erfindung" undeine zuständige Stelle"

Wehrdebatte: zweiter Tag! eine große Rede Bassermannszdte Angriff« auf das Reichsmarineamt; Mahnungen au den Reichskanzler.

(Von unserm parlamentarischen Mitarbeiter.)'

Auch gestern war im Reichstag das große Regierungsaufgebot zur Stelle, fast wie der Sterne Chor um die Sonne sich stellt", wenn man (sozusagen) die ragende Gestalt des Reichskanzlers als .Zentralpunkt" gelten las­en darf. Bei Wehrvorlagen ging es sonst lebhafter zu, diesmal macht sich aber ein ge­wisser Gleichmut bemerkbar, weil man der Annahme durch alle bürgerlichen Parteien schon ctzt ziemlich sicher ist. Fast alle Redner sahen gestern davim ab, den politischen Un­tergrund der Wehrvorlagen zu erörtern und ergingen sich dafür umso gründlicher in den militärtechnischen und finanztechnischen Fragen der Gesetzentwürfe. Allerdings wurde auch hier nicht viel Neues vorgebracht, wenn man von manchen dankenswerten Anregungen absieht, die der nationalliberale Führer Bäs­se r m a n n gab. Alle Parteien ließen formell durch ihre Redner erklären, sie seien bereit, die geforderte Vermehrung der Wehrmacht zu bewilligen, unbeschadet des Vorbe­halts der näheren Prüfung in der Kommission. Unter den Reden über die finanziellen und die militärischen Probleme der Vorlagen nimmt zweifellos jene Bassermanns das bedeutendste Interesse für sich in Anspruch. Bassermann sprach gestern außerordentlich klug, geschickt und wirksam. Seine Kritik hielt sich in maßvollen Grenzen und gewann daher dop­pelt an Ueberzeugungskraft. Die Rede Mül­ler - Meiningens litt vielleicht etwas darunter, daß sie in ihrer Kritik teilweise über das Ziel hinausschoß. Wurde Basser­mann achtungsvoll angehört, so erregte Mül­ler-Meiningen ost genug Sturm, Widerspruch oder Gelächter. Zum ersten Male wurden gestern auch (wie vorauSzusehen war) die An. grisse Haußmanns gegen den Staatssekre- tär des Reichs-Marineamts, Herrn von Tir- pitz, von der Tribüne aus parlamentarisch zur Sprache gebracht, von Bassermann nur andeu­tungsweise, von Müller-Meiningen schon deutlicher. Der Großadmiral des Reichsma­rineamts verteidigte sich recht wacker und lehn­te jeden geistigen Zusammenhang seiner Ideen mit den Plänen des Flottenvereins entschie­den ab. Der Schluß der Debatte wurde dann wieder friedlicher; eigentliche Anregungen hat die gestrige Auseinandersetzung über­haupt nicht gebracht: Man sprach über Sa­chen und Dinge, deren Werden nicht mehr zweiselhast sein kann .. .!

(ohne diezuständige Stelle" gehts bei uns nun einmal nicht!) habe das Blatt ermächtigt, das Sorgengewölk, das sich anläßlich der L'.nde- quistiade schon beunruhigend verdichtet hatte, zu zerstreuen.

Wir vernahmen bann, daß diezuständige Stelle", die manchmal mit dem bekannten -gro­ßen Unbekannten" einige Wesensgemrinschaft zu haben scheint, möglicherweise in einer Scheuerfrau vom Reichskanzlerpalais zu suchen fei und hörten weiter, daß Herr von Lindegufft am Ostermontag von Meran aus, (wo der frühere Staatssekretär sich zurzeit auf­hält) den Osterzruß des Kaisers mit einer Dankdepesche beantwortet habe. Inzwischen ist dieser Ergänzung «iner an sich wirklich nicht weltbewegenden Nachricht ein zweites, und zwar diesmal gleich Dreifaches Dementi gefolgt, in dem diezuständige Stelle" sämtliche Mitteilungen über das angebliche Kaisertele- gramm und alle daran geknüpften Folgerungen rund und nett alsaus der Lust gegriffen" brandmarkt. Damit ist nun wenigstens et. was 'geschehen: seltsam bleibt allerdings auch

Der zweite Tag.

Die gestrige Sitzung des Reichstags.

Am Tische des Bundesrats: von Bethmann Hollweg, Freiherr von Heeringen, von Tirpitz, Kühn, Dr. Delbrück und Lisco. Di« Berhand. fangen über die Wehrvorlagen werden fortgesetzt.

Abg. Gans Edler Herr zu Putlitz (kons.): ES war immer der Grundsatz der Konservativen, der Heeresverwaltung die volle Verantwortung für ihre Forderungen zu überlassen. Das Schwergewicht unserer Rüstungen beruht auf dem Land Heer. Mit Freuden begrüßen wir die Erhöhung der Mannschaftslöhne und wün­schen auch, daß sie so früh wie möglich eintritt. Der Schatzsekretär hat gesunde und solide Fi­nanzgrundsätze entwickelt. Gegen die Auf­hebung des Branntweinkontingents bestehen allerdings Bedenken. Wir erwarten aber, daß die Vorlage in der Kommission so ausgestaltet wird, daß die Brennereien als landwirtschaft­liches Nebengewerbe lebensfähig bleiben, (Beifall rechts.)

Abg. Bassermann (natl.): Wir sind bereit zu bewilligen, was im Interesse der Steigerung unserer Wehrkraft not­wendig ist. Formell beantrage ich Verweisung der Branntweinvorlagen an «ine besondere Kommission, während ich mit Uebrrweisung der Wehrvorlagen an die Budgetkommission ein­verstanden bin. Warum hat sich eigentlich de: Reichskanzler nicht an die rechte Seit« des Hau- s«s gewandt mit der Mahnung, den Stand­punkt einzunehmen, den seinerzeit

die verbündete« Regierungen

und auch Herr von Bethmann Hollweg aI8 Staatssekretär des Innern eingenommen haben, (Lebhafte Zustimmung links) und zwar um des Friedens unter den bürgerlichen Parteien und um des Vaterlandes willen. (Sehr richtig! links.) Das wäre wichtiger ge­wesen, als die Behauptung, daß di« Spannung zwischen dem Ertrag der Erbschaftssteuer und der Branntweinvorlage mit vierundzwanzig Millionen nicht in das Gewicht falle. Als die

Ser Dardanellen-Spuk.

Diplomatische Besprechungen in Konstantinopel.

Nachrichten aus Konstantinopel be­stätigen, daß die Entfernung der Minen am Eingang« der Dardanelleneinfahrt von der türkischen Regierung beschlossen wor. den ist. Di« diesbezüglichen Arbeiten sind einer französischen Firma übertragen worden. Vom Ministerium des Aeußern nahestehenden Krei­sen wird erklärt, daß der wörtliche Inhalt der Antwort der Pforte auf die Mitteilung der Mächte vorläufig geheim -gehalten werde. Die Antwort soll den früheren Stand­punkt der Pforte wahren, also in ablehnen­dem Sinne gehalten sein. Wir erhalten darüber folgende.Meldungen:

Konstantinopel, 24. April.

(Privat-Telegram m.)

Die türkische Antwort auf den Schritt der Mächte ist in Form eines schriftlichen Me. morandums den einzelnen Botschaftern über­reicht worden. Die Antwort weicht von dem bisherigen türkischen Standpunkt des non pos- sumus nicht ab und besteht auf der Anul- l i e r u n g des italienischen Annektionsdekrets. Sie betont, die Drohungen Italiens änderen nichts an dem E n t s ch l u ß der Pforte, ihre Sache mit allen zur Verfügung stehen­den Mitteln zu verteidigen. Gerüchtweise verlautet, daß die türkischen Bedingungen die Abtretung der Cyrenaika an Jt'ä- Iien unter Anerkennung der Souveräni­tät des Sultans vorsehen, dagegen Tripolis unbedingt Territorium der Türkei bleiben müsse.

England hinter der Scene?

(Privat-Telegramm.)

Konstantinopel, 24. April.

Der vorgestrigen langen Besprechung zwi­schen dem englischen Botschafter Lowther und dem türkischen Generalissimus Mahmud Schewket Pascha wird sehr große Be­deutung beigemessen. Lowther soll auf die Unmöglichkeit hingewiesen haben, die Darda. netten längere Zeit für den internationalen Verkehr zu sperren, wenn England auch ande. rerseits der Türkei das Recht zuerkenne, diese Maßregel zu ergreifen. Nach dieser Unter, redung ging sofort Befehl ab, die Minen aus der Fahrrinne zu entfernen. In Wohl un­terrichteten Pfortekreisen hat man den Eindruck

jetzt noch, daß dieNorddeutsche AllgemeineI Zeitung", die doch sonst im Dementieren auch eine sehr beachtliche Fertigkeit entwickelt, bis­her keine Silbe über das österliche Korfu- Rätsel verloren hat, sondern mit olympischer Ruhe das wilde Gekrächz der Federkiele ignoriert.

Die ganze Geschichte ist vielleicht nicht wich­tiger als irgend ein anderes Augenblick-Inter­mezzo, und es erübrigt sich Wohl auch, Schluß­folgerungen daran zu knüpfen, die über die Be­deutung des Ereignisses hinausgehen. Gewicht erhält das Stimmungsbildch-en erst dann, wenn man seine österlich-poetische Art mit den herbstnebel-grauen Ereignissen vergleicht, die vor fünf Monden dem Nachfolger Dernburgs zur Flucht in den frühen Feierabend drängten. Und hier würde dann allerdings «in seltsamer K o n t r a ft erkennbar, der umso eigenartiger wirken müßte, als Herr von Bethmann Hollweg (dessen Trabanten seinerzeit Herrn von Linde- quist unter lautem Triumphgeschrei Spieß­ruten laufen ließen) just zur selben Zeit huldvoll bewirteter Gast im Achilleion war, als der Draht den kaiserlichen Oster, grüß an den Geächteten gen Meran trug. Darin liegt jedenfalls das tiefst« Geheimnis dieses Rätsels, und man kann es zur Not auch verstehen, daß diezuständige Stelle, di« so behend und fruchtbar dementierte, in der nervösen Hast des Unbehagens diesmal die sonst gewohnte Vorsicht außerachi gelas­sen hat. Jedenfalls ist es ein nicht alltägliches und entzückend niedliches Schauspiel, daß das Organ der Regierung beharrlich schweigt, währendzuständige Stellen", dick vermummt, auf dem Kriegspsad keuchen, und wer sich also an Humor ergötzen will, braucht Herrn von Bethmann Hollweg wirklich nicht zu schelten!

gewonnen, daß eine Wiederholung des Angrif­fes der Italiener auf die Dardanellen nicht

Das preußische Oberverwaltungs- gerich t hat sich soeben mit zwei interessanten Berwaltungsprozessen beschäftigt, in denen die Frage zur Entscheidung stand, ob der Grundsatz des Polizeipräsidenten zu Cassel, geräuschvolle Lustbarkeiten auf der Leisterschen bzw. Petrischen Wiese zu Cassel auf drei Tag« zu beschränken, rechtlich durch­führbar sei oder nicht. Das Oberverwaltungs- gericht entschied zu ungunsten des Polizeipräsi­denten. Im ersten Rechtsstreit klagte der Karus- selbesitzer R. zu Cassel wider den Oberpräsi­denten der Provinz Hessen-Nassau, der ihm ge­genüber eine Verfügung des Polizeipräsidenten zu Cassel aufrecht erhalten hatte, in der ihm untersagt wurde, seinen Karussellbetrieb aus der Leisterschen Wiese über drei Tage hinaus fortzusetzen. Für zweimal je drei Tag«, im Mai und August, hatte R. die polizeiliche Er­laubnis für seinen Karussellbetrieb auf der Lei- sterschen Wiese erhalten, ein darüber hinausge­hender Antrag war abschlägig beschieden wor­den. Der Polizeipräsident begründete sein Vorgehen damit, daß ein länger dauernder Be­trieb dieser Art die A n w o h n e r der L ej p - ziger Straße und insbesondere die In» sassen des nahen Siechenhofes ge­sundheitlich zu schädigen geeignet sei. Im zweiten Rechtsstreit war der Sachverhalt ähnlich dem in der ersten Sache und cs han­delte sich auch hier um Veranstaltungen auf der Leisterschen Wiese. Hier stand der Zimmer- meister E. G. zu Cassel dem Polizeipräsidenten zu Cassel gegenüber. Einer Reihe von Schau­stellern war erlaubt worden, auf der Wiese vom dritten bis sechsten Oktober (während der, ......... .....

Herbstmesse) Schießbuden, Schaubuden und f i ch e r e Nachricht über Enver Bey liegt atter. Schlaghännner aufzustellen. Am sechsten Oktober dings bis zur Stunde noch nicht vor. erschien dann G. und erklärte, er werde die ----------

Lustbarkeiten in seinem Namen und auf seine

Rechnung weiter veranstalten. Neue Spionage Sensationen.

Das verbot der Polizetpräfident, Russische Fort-Baupläne spurlos verschwunden! und bei der Ablehnung stützte er sich diesmal (Privat-Telegramm.)

außer °uf gefundheitspoli,etliche auch am ftt- Petersburg, 24. April.

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Diese Polizeiverordnung hielt der Kläger nagefall ungeheure Sen,atron hervor. Un- fiir ungiltig, weil sie di« gesetzlich gewähr- weit Petersburg, hinter Cramcnbaum, wurde leistete Gewerbefreiheit in unzulässiger Weise das wichtige Geheirn-Fort I, unter Beobachtung beschränke. Der Bezirksausschuß zu Cassel er- per strengsten Vorsichtsmaßregeln, zur völli- kannte dem Antrag des Klägers cntfaredienb [gen Geheimhaltung dieser starken auf Aufhebung der Verfügung des beklagten [ Küstenbatterie gebaut. Trotzdem sott sich ein Polizeipräsidenten und das Cb erti er to a I = 3y {0n eingeschlichen haben, ein Deutscher, tungs gericht wies die Berufung d«s Po- u* «ch in Finnland hat naturalisieren lassen lizeiprastdenren gegen diese Entscheidung zu- b { Bauunternehmer für das Fort ans-

^uchi« dZ°rS°^-inSmt- füf|tU(b übet ben nach Deutschland w ^??üchauckhftr berichtete. Er konnte jedoch nickt alle ein»

wie?e/zuungunsten d^er Auffassung des Poli- i-lheiien erfahren. Ta ereignete sich etwas zeiprästdenten aussprach und eine bloße Be- ganz Unerwartetes: ~er Gendarmene-Dberft lustigung, nicht aber eine Gefandheitsgefähr- auf dem Fort I, dem die Aufsicht über alle Ar- dung der Anwohner annahm. Diesen Aus-1betten überttaaen war. f lob plötzlich na*