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COlerNMsteMrichtm

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

Fernsprecher V1 und 952.

Donnerstag, 11. April 1912

Nummer 106,

Fernsprecher 951 und 952.

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Meldungen:

Weilburg, 10. April.

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Das Drama auf dem Ril.

Fünfzig Opfer der Dampfer-Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Kairo, 10. April.

Die Dampferkatastroph« auf dem Ril (über die wir gestern bereits telegraphisch berichteten) hat glücklicherweise nicht so zahl­reiche Opfer gefordert, als «ach den ersten Mel­dungen anzunehmen war: Richt zweihundert, sondern fünfzig Passagiere haben ihren Tod in den Fluten des Rils gefunden. Hebe? de« Mtergaua des Dampfers werden

Frühling im Schnee.

Frostwetter und Schneefälle in Sicht. , Ein guter Nachruf ist den diesmaligen Festtagen nicht beschieden gewesen. Allenthal­ben hat der Sturm große Verheerungen an­gerichtet und aus allen Gegenden des Reiches und Auslandes werden Unwetterschäden ge­meldet. Stellenweise hat der Sturm wie ein Orkan gehaust und in einzelnen Gegenden sind in den beiden letzten Tagen sogar starke Schneefälle niedergegangen. Es scheint auch, daß die winterliche Witterung noch an- halien wird und daß weitere Schneefälle zu erwarten sind. Wir erhalten darüber folgende.

(Privat-Telegramm.)

Rach Auskunft der hiesigen Wetterdienst­stelle ist seit gestern ein Temperaturum­schlag eiugeireteu, der dadurch veranlaßt worden ist, daß ein tiefes barometrisches Mi­nimum von Rordwesten her nach den östlichen Gebieten vordringt. Diese Tiefdruckgebiete bleiben oftmals ziemlich lange bestehen, zn- nral wenn im Nordwesten, dem nördlichen At­lantischen Ozean, der Luftdruck tot Steigen be­griffen ist. Dann bilden sich an den Rändern immer neue Teilwirbel und ein solcher liegt heute morgen über der Nordsee. Dieser verur­sacht bei uns kalte Seewinde und Nie­derschläge in Form von Schnee und Schauern. Dazwischen klärt der Himmel auf, sodaß die nächtlichen Ausstrahlungen un­ter Umständen und stellenweise stärker werden können. In der vergangenen Nacht ist vielfach F r o st eingetreten, der in den Tälern bis auf zwei Grad Kälte und auf den Bergen, bei­spielsweise tot Taunus und auf dem Feldberg, bis sechs Grad Kälte stieg. Morgen und übermorgen ist noch keine stärkere Er­wärmung zu erwarten und es bleiben des­halb Schneeschauer zu erwarten bei nord­westlichen rauhen Winden. Heute nachmittag und gegen Abend ist wieder starker Schnee­fall in Aussicht.

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es heißt, soll sich der Besuch des Kaisers auf etwa vierzehn Tage ausdehnen.

Kaiserfahrt nach England?

Der Kaiser als Gast Lord Lonsdales.

(Privat-Telegram m.) London, 10. April.

folgende Einzelheiten bekannt: Da vorgestern das orientalisch« Frühlingsfest gefeiert wurde, o waren alle Vergnügungsdampfer auf dem Nil stark besetzt. Der DampferAslan" der Omnibusgesellschast hatte einige Hundert Pas­sagiere, zum größten Teil Eingeborene, an Bord. Abends gegen halb steben Uhr rannt» das Schiff mit einem Dampfer der Delta-Ra- vigations-Companie zusammen und erhielt ein großes Leck, so daß es in wenigen Minuten sank. Heber zweihundert Personen retteten sich tells schwimmend, teils wurden sie von and«, ren Schiffen geborgen. Die Zahl der Toten wird von der Gesellschaft auf fünfzig ange. geben. An Bord des «ntergegangene« Schif­fes befanden sich auch mehrere Deutsch» und Amerikaner, die sich tobeffett rechtzeitig ret­ten konnten. Die Ursache der Katastrophe ist darauf zurückzuführen, daß der Dampfer der Navigationsgesellschast trotz der herrschende« Dv-*elheit nicht beleuchtet war.

Set Storni der Marine.

Großadmiral von Tirpitz und seine Gegner.

Als vor einigen Wochen die Berliner Wil- Helmstraße von der Woge der Stifettge» | richte überflutet wurde, war an dieser Stelle , bereits davon die Rede, daß die Zuspitzung der inner- und außenpolittschen Situation nicht D ganz zu trennen sei von der Politik, die der Chef des Reichsmarineamts, Großadmiral von Tirpitz, in der Frage der deutsch-englischen Verständigung betrieben habe und offenbar I auch gegenwärtig noch betreibe. Es hieß da­mals, zwischen dem Kanzler des Reichs und dem Letter unsrer Marinepolitik beständen grade in dieser wichtigen Frage tiefgehende Meinungsverschiedenheiten, und das Reichs- marineamt sei die Stelle, die bisher alle auf einen Ausgleich mit England abzielenden Be­strebungen zunichte gemacht habe. Herr von Bethmann Hollweg würde gegenüber diesem E konsequenten Widerstand einerNachgeordneten Stelle" auch schon längst das unter seiner Kanz­lerschaft so unliebsam berühmt gewordneHo­mogenitätsprinzip" geltend gemacht haben, f wenn er sich getraut hätte, gegen den Groß­admiral, der sich des unbedingten Vertrauens ff des Kaisers erfreut, so aufzutreten, wie etwa gegen Moltke, Lindequist oder Wermuth. Es besiehe also eine Art latenter Krise; die Gegensätze zwischen Kanzler und Großadmiral seien indessen allen Eingeweihten bekannt.

Man weiß, daß Herr von Bethmann Holl­weg einer ehrenvollen Verständigung mit Eng- | land nicht abgeneigt ist, und weiß ebenso, daß der Letter der deutschen Marinepolitik dieser U Verständigung als einer unzureichenden Ban- | nune drohender Gefahren energisch widerstrebt. Das Argument des erfahrenen Großadmirals, iunsre Marine hätte gar nicht erst geschaffen zu werden brauchen, wenn wir nun, da wir stark M geworden, sie an die britische Vorherrschaft auf gr den Weltmeeren verschachern wollten", hat manches für sich, und jedenfalls ist die - Auffassung begründet, daß der gegebne Zeit­punkt, sich mit England über die Wehrkraft zur S See zu verständigen, um Jahre zurückliege. Daß er damals nicht genutzt wurde, ist viel­leicht ein Fehler, der nicht mehr gutgemacht werden kann, den man aber auch dadurch nicht gutzumachen versuchen darf, daß man nun, nach Jahren, einen Gedanken propagiert, der eigentlich längst nicht mehr attuell ist. Es ist für u n d gegen eine Verständigung mit Eng­land mancherlei zu sagen; einig ist man sich aber in der Ueberzeugung, daß auch eine Ver­ständigung immer nur solange Wert für die beiden Reiche hat, als nicht Interessen in Den Vordergrund rücken, die denstiedlichen Ausgleich" als drückende Fessel erscheinen lassen. Herr von Tirpitz, der nie Diplomat, nie Staatsmann, sondern immer nur Marineprak­tiker und -Organisator war, sieht den Eintritt 1 dieser Erkenntnis in nächster Nähe eines etwai­gen Vertragsabschlusses, und eben aus die- s e m Grunde widerstrebt er der Verständigung

M überhaupt.

Ob dieser Pessimismus berechtigt ist oder nicht, läßt sich nicht ohne weiteres entscheiden. Der Großadmiral des Reichsmarineamts ist (wie gesagt) kein Diplomat und er ermangelt also vielleicht der Fähigkeit, die Tragweite

neu gegen Tirpitz gerichteten Artikel veröffent­licht, in dem der Staatssekretär des Reichsma­rineamts aufs schärfste angegriffen wird. Haußmann behauptet unter anderem, der Deutsche Flottenverein feiein nut scheinbar selbständiges Instrument des Herrn von Tirpitz, und die derzeitigen Preßhetzereien zwischen England und Deutschland seien Ver­dienste des Flottenvereins." Die Brunnenver­giftung, die in den Ausführungen Haußmanns liegt, ist um so gefährlicher, als sie in England die Ansicht erzeugen muß, unsere Reichsregie- rung hetze zum Kriege. Den Beweis dieser Auffassung liefert bereits der LondonerStan- dard, der auf Grund des Haußmannschen Ar­tikels feststellt, daß in Deutschland die anti-eng- lische Kampagne mit einem nie versiegenden Eiset vorwärts getrieben werde. Das deutsch­feindliche Londoner Blatt meint, Herr von Tir­pitz werde wohl zurücktreten müssen, um feiner Regierung keine Unannehmlichkeiten zu bereiten, falls sich als unwahr herausstelle, daß er von seiner offiziellen Würde als Mi­nister herabgestiegen fei, um der Führer einer VetleumdungSkampagne zu werden, die dem Frieden Europas gefährlich sei . . ." Das ist das Echo eines Kampfes von Deut- scheu gegen einen Deutschen, der Widerhall ei­nes Angriffs, der sich nicht entschuldigen läßt. Tirpitz mag einFanatiker", einDraufgän­ger" undFriedensstörer" sein: Et ist es je- densalls aus innerster deutscher Hebers zeugung, an der gemessen sich das Kessel­treiben gegen ihn wie mißtönendes Gekläff ausnimmt! F. H.

eines deutsch - englischen Ausgleichs in der Wehrkraft zur See in ihren Wirkungen auf die politischen Interessen der beiden Reiche zutref­fend abzuschätzen. Auf der andern Seite muß man ihm indessen beipflichten in der Ueber­zeugung. daß eine Verständigung mit dem bri­tischen Weltmacht- und Weltmarkt-Konkurren­ten gleichbedeutend fein würde mit einem Stillstand unstet Marinearbeit und einer Schwächung der Nationalbegeisterung für die Stärkung der deutschen Wehrkraft zur See. Aus dieser Erkenntnis heraus, unterstützt durch die Erfahrungen einer jahrzehntelangen Praxis im Dienst der deutschen Marine-Organisation, hat Tirpitz gegen die von ihm alsfentimental* undundeutsch" verurteilten Bemühungen etoes ftiedlichen Ausgleichs mit England seit Iahten einen erbitterten Kampf geführt. Einen Kampf, betrieben mit allen Mitteln, die dem von der Notwendigkeit des Widerstands im Innersten überzeugten Tatmenschen Tirpitz zur Verfü­gung standen. Es kann nicht überraschen, daß die Abwehr-Tätigkeit des ausgleichfeindlichcn Großadmirals auf der Gegenseite Erbitterung und Widerstand geweckt hat, und es ist nur zu betragen, daß aus dieser Erbitterung nun auch blinder Haß emporgewachsen ist, der feinen Ausdruck leider in schweren Verdächtigungen der Tätigkeit des verdienten Großadmirals ge­funden hat.

Der fortschrittliche Abgeordnete Conrad Haußmann hat (wie wie schon kurz mit- teilten) in einer süddeutschen Wochenschrift ei-

Krieg oder Friede?

Ein gemeinsamer Schritt der Großmächte.

Es soll nun endlich Ernst gemacht werden mit der Vermittelung der Großmächte zwischen Italien und der Türkei zur Herbeiführung des Friedens. Wie uns ein Privattele­gramm aus Paris meldet, werden heute die unf Mächte Rußland, Frankreich, England, Deutschland und Oesterreich den gemein, amen Schritt bei der Pforte unternehmen, um le zu veranlassen, den Feindseligkeiten mit Italien ein Ende zu machen. Es scheint je= doch sicher zu sein, daß dieser Schritt ohne Ergebnis bleiben wird, da die Türkei die Annexion Tripolitaniens durch Italien nicht anerkennen wird. Im Zusammenhang hiermit gewinnt eine Nachricht besondere Bedeutung, die uns soeben aus Mailand zugeht:

Mailand, 10. April.

(Privat-Telegram m)

Mit dem Postdampfer von K o rfu ist gestern in Brindisi ein kaiserlicher Kurier mit einem Handschreiben Kaiser Wilhelms an König Viktor Ema­nuel eingetroffen. Ein königlicher Ku­rier nahm das Handschreiben in Emp­fang und ist darauf nach Rom zurückge- fahren. In politischen Kreisen ist man überzeugt, daß dieses Handschreiben des Kaisers mit den Friedensbemühungen der Mächte in Verbindung zu bringen ist.

2. Jahrgang. '

DasZnstrnmertt" des Großadmirals.

Der Behauptung des Abgeordneten Haußmann, daß der Deutsche Flottenverein nur ein willen­loses Werkzeug in der Hand dcS Großadmirals von Tirpitz fen, tritt mit erfreulicher Deutlichkeit Admiral z. D. Breufing entgegen. Er schreibt: Dieser Behauptung mutz ich auf das ent- chiedenste widersprechen. Ich bin viele Jahr, dienstlich mit dem Vorsitzenden des Flottenver- eins, von Köster, zusammengewesen und war insbesondere vier Jahre lang Chef des Sta­bes der Hochseeflotte. Ich darf also für mich in Anspruch nehmen, Großadmiral von Köster genau zu kennen. Aus dieser meiner Kenntnis 1 terauS stelle ick fest, daß Großadmiral von Köster niemals den Vorsitz im Flottenver­ein übernommen haben würde, wenn dieser einInstrument" des Staatssekretärs des Reichsmarineamts wäre, und daß er den Vor- itz niederlegen würde in dem Augenblick,, wo der Verein sich dazu umwandeln wür­de. Als sich im vorigen Jahre die Erkenntnis Bahn brach, daß unsere Flottenrüstung für die Abwehr eines unerwarteten Angriffes hinsicht­lich der Schlagfertigkeit der Flotte vervoll­kommnet werden muß. hat die Leitung des Flottenvereins aus eigener Heberte, g ung heraus befürwortet, ein drittes Li­nien sch iff g e sch w a d e r in Dienst zu stel­len und die krieasuntaualichen Kreuzer der Viktoria-Luise*-Klasse schneller zu ersetzen, als das Flottengesetz es vorsieht. Jeder, der es wissen will, weiß, daß dieser Vorschlag ent­gegen den Ansichten des Staatssekretärs des Reichsmarineamts, (des angeblichen spiritns rector des Flottenvereins) gemacht ist, der es für richtiger hält, das notwendige dritte Ge­schwader der Hochfeeflotte zu schaffen, ohne die Reserveflotte anzugreisen, und deshalb drei neue Linienschiffe zu fordern. Dieser Ansicht entspricht die jetzige Novelle zum Flottengesetz, ein Beweis, daß der Flot- tenverein nicht einInstrument" des Staats­sekretärs des Reichsmarineamts ist.

Inzwischen rüsten sowohl die Türken wie die Italiener eifrigst für die Fortsetzung des Krieges, der, wenn die Friedensvermitt­lung scheitert, in allernächster Zeit zu entschei­denden Kämpfen führen müßte. Wie aus S a - loniki berichtet wird, hat der Kommandant des Armeekorps des Gebietes von Saloniki allen Offizieren befohlen, sich ans ihren Garni- onen nicht zu entfernen. Auch wird den Offi­zieren kein Urlaub gewährt. Derselbe Befehl ist an alle türkischen Offiziere der europäischen Türkei ergangen. Ferner wird ans Mailand gemeldet: Ans Verona, Rovi, Tortona und an­deren Städten Oberitaliens sind in den letzten Tagen große Truppenabteilungen auf den Kriegsschauplatz abgegangen. Sie sind bestimmt, die von dort zurückkehrenden Mann- chasten zu ersetzen.

Die Armee der Unznsriedenen.

(Privat-Telegramm.)

Rom, 10. April.

Nach einem Brief« desAvanti" aus T r i. polis ist der Geist der italienischen Truppen äußerst gedrückt. Die Reservisten der Altersklassen von achtzehnhundertachtondachtziz sind seits sechs Monaten unter Waffen und fordern ihre Entlassung. Di« Hnzu- friedenheit äußert sich in jeder Weise. Di« Offiziere drücken beide Augen zu, weil sie den Zustand der Soldaten wohl begreifen. End­lich ist das Dekret, den Jahrgang achtzehichun- dertachtundachtzig am ersten AprÄ zu entlassen, gegeben worden, aber statt der Einschiffung nach der Heimat sind am zweiten April zwei Regimenter, das dreiundzwanzigste und sieben- unddreitzigste Infanterie-Regiment und ein« Genie-Kompagnie zu

einer neuen Kriegsoperation mit unbekanntem Ziel eingeschifft wor. den. Die Hnzufriedenheit bei der Einschiffung äußerte sich in lauten Verwünschungen, aufrührerischen Gesängen und wilden F l ü ch e n, die von den Offizieren nicht unter, drückt werden konnten. Mit solchen Trup­pen könne man keinen Krieg führen. Inzwischen hat gestern die Einschiffung nach Italien begonnen. Gestern wurden zweihun- dertdreißig Mann eingeschifft. Im ganzen sind noch fünfundzwanzigtausend Mann des Jahr­gangs 1888 in Afrika, deren Entlassung erst all­mählich bewerkstelligt werden kann, weil die Einschiffung der Ersatztruppen aus den ttalie- nffchen Garnisonen erheblichen Schwierigkeiten begegnet. Die Kriegs Müdigkeit macht sich allgemein deutlich bemerkbar.

gnferttontoretfe: DN fr<6»geWten« Set!» ftr eUch-t-Mch« »«schift« « W», f mi- roärttae Inserat« 26 Pf, OletlanwjetU für «luheimtsch« @efd)4fte <0 W. f8t auswärtige Geschäfts 60 PI. Beilage» für dt« Stfamtottflag« werd«» mit 6 Mark pro raufend de. rechnet. Wegen ihrer dichten Verbreitung tu btt Residenz und der Umgebung find bU (Jajtetet Neuesten Nachrichten ein votjügliche» gnserttonLotgaa. »efchäftS stelle: Kölnisch« «iratz« 5. Berliner Vertretung: 8W Nriedrichftrab« ich relephom «mt Moritzpla» 67».

Wir dieEvening News" aus zuverlässig­ster Quelle erfahren haben wollen, wird der Deutsche Kaiser im Juni England einen Besuch abstatten. Er soll dann bei Lord Lonsdale auf Lowther Castle in Westmore- land während der Zeit des internationalen Coneurs hippique (der am siebzehnten Juni in der Olympia beginnt) Wohnung nehmen. Als Sorte Lonsdale während teer letzten Manö ver als Gast des Kaisers in Deutschland weil te, versprach ihm der Kaiser, wenn es seine Zeit erlauben werde, nach England zu kom­men. Dieses Versprechen soll inzwischen zum Enffchluß geworden sein. Allerdings wirte, wie in englischen Kreisen verlautet, der Besuch ei­nen reinprivatenCharaktertragen und politifch temertei Bedeutung haben. Ww

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Sturm und Schnee überall.

(Telegraphische Meldungen.)

Die Stürme der letzten Tage haben fast ganz Europa heimgesucht; am schwersten wurden allerdings Mittel- und Westeuropa be­troffen. Auch auf See herrschte in den letzten Tagen orkanartiger Sturm, der zahlreiche Schiffsunfälle verursacht hat. Der Sturm hat überall großen Schaden angerichtet und stellenweise auch erhebliche Verkehrsstörun­gen verursacht. Wir verzeichnen die folgenden, uns heute vorliegenden Meldungen:

Köln, 10. April,

Der orkanartige Sturm, der feit einigest Tagen hier herrscht und zum Teil von schweren Hagelschauern begleitet ist, hat in den Wäldern, besonders aber an den Obstbäumen, großen Schaden angerichtet. Am heutigen Abend sind im rechtsrheinischen Teil der Pro­vinz starke Gewitter niedergegangen, die von stundenlangem Schneefall begleitet waren. Die Höhen in der Eifel und dem Bergifchen Lande sind mit Schnee bedeckt.

Halle, 10. April.

Der Sturm ttieb gestern bei Wallwitz zwei Radfahrer auf einen Bahnübergang, als gerade ein Eilgüterzug heranbrauste. Einer der Radfahrer wurde von der Lokomotive erfaßt und zermalmt, der andere wurde zu Boden geschleudert, blieb aber unverletzt. Der Storm dauert feit zwei Tagen mit unverminderter Heftigkeit an und hat überall erheblichen Scha­den angerichtet. Gestern abend gingen über dem Saaletal starke Schneefälle nteber.

Hamburg, 10. April.

Der heftige Sturm, der feit gestern morgen in Hamburg wütet, hat an vielen Stel­len großeSchaden verursacht. Es wurde»