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Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang.

Mittwoch, 10. April 1912

Fernsprecher 951 und 952.

Nummer 105

Fernsprecher 951 und 952.

Industrie-, Handels- oder Bankbetneb den

ginnen. Urberall zeigt sich Befriedigung

Ter Verlust an

ligten die Forderungen.

hängt und ihren charakteristischen Ausdruck in derbureaukratischen Schablone" findet, die auf die Tauer grade den besten und feinsten

man diese Beengung nicht; die ganze Art der Tätigkeit drängt zur vollen Entfaltung der Per­sönlichkeitswerte, denn es entscheidet weder l Dienstalter noch Examen-Note, sondern ledig­lich die praktische Leistung. Alle diese Umstände lassen naturgemäß die Tätigkeit im modernen

Tag, die erst die Arbeit wieder aufnehmen wer­den, wenn auch ihnen der Minimallohn und der Achtstundentag bewilligt werden. Die Gruben­besitzer von Te-btzfhire und Porkshirc b cw il-

her auch noch alsstarker Mann" bekannt ist, könnte er für deneiskalten Schwaben" Kidcr-, len, dessen Können matt seinerzeit mit soviel Erwartungen begrüßte, einen passenden Ersatz wohl abgeben. Jedenfalls darf mit Kiderlens nahem Ende ziemlich sicher gerechnet werden, denn die Dinge haben in jüngster Zeit eine Entwicklung genommen, die die Herbeiführung dieses Endes direkt zur Notwendigkeit macht. Dr- Sch.

Tie Arbeit ist in fast allen Kohlenrevieren wieder ausgenommen worden, aber der Zustand der Kohlengruben gestattet nicht, so­fort wieder mit der Kohlengewinnung zu be-

gnferttonSpretfe: Sie ftchSgesp-ltm« Sette für einheimische Sefchäfle 15 Wg., fta_ ottf* roärttfle Inserate 25 Pf, Rellamezetl« für einheimische Sefchüfte 43 Pf, für anSwürtige Seschäfte 60 Ps. Beilagen für die Äefamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend be­rechnet Wegen ihrer dichten «erbreitung in derlReswen, und der Umgebimg ft-ü» die Lasseler Neuesten Nachrichten ein vorzügliche» JnstrtionSorgan. GeschüftSstelle: «oln'.sche Stratze 5. Berliner Vertretung: SW. ffriedrichftratze 16, Telephon: Amt Moritzplatz 636.

Köpfen unerträglich wird. In der Industrie und im Dienst des werbenden Kapitals kennt

trägt 120 Millionen Mark, die Lohnverluste an­derer Arbeiter 130, der Verlust der Kohlenvro- duzenten 200, der anderer Industrien ebenfalls 200 Millionen Mark. Der Gesamtschaden übcr-

Die Tafseler Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abend». Der AbonnementSpret» beträgt monatlich 50 Pfg. bei freier Zustellung in» Hau». Bestellungen werden jeder,eit von der Geschäftsstelle oder den Boten entgegengenommen. Druckerei. Verlag und Redaktion: Echlachthofstrabe 28/30. Sprechstunden der Redaktion nur von 1 bi» 3 Uhr nachmittag», Sprechstunden der Au»kunft-Stelle: Jeden Mittwoch und Sonnabend von 6 bi« « Uhr abend«. Berliner Vertretung: SW, Jriedrichstr. 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676.

(Privat-Telegramm.) London, 9. April.

noch ans Korfu weilt. Wenn Herr von Beth- mann Hollweg wieder in.Berlin ist, wird man jedenfalls wissen, wie der Osterhase lauft, ob Herr von Kiderlen bleibt oder nicht und wer tm Fall des Scheidens sein Nachfolger wird

So wenig angenehm es für einen Mmister oder Staatssekretär auch sein mag,, ...ausge- scbisft" zu werden, so weiß man in die,em Kall doch nicht, ob es für Herrn von Kiderlen nicht noch das kleinere liehet ist. jedenfalls wird er wenig Neigung haben, sich vom Reichs­tag in ein hochnotpeinliches Kreuzverhör neh­men zu lassen. Einen kleinen Vorgeichmack davon bekam er ja schon bei der ersten Lesung des Etats, als der Abgeordnete Ledebour auf die Zeugenaussagen im Grenzboten- vrozeß zu sprechen kam. Bei her zweiten Lesung wird man stch kaum mit den damaligen Erklärungen des Staatssekretärs zufrieden ge­ben, zumal da ihnen von alldeutscher Seite iinsbesondere vom Vorsitzenden des Alldeut­schen Verbandes, Dr. Claas) sofort scharf wi­dersprochen worden ist. Der Reichstag kann mit RcSt verlangen, daß hierüber völlige Klar- i beit bergeftellt wird. Uebrigens ist schon Das, was Herr von Kiderlen über seine Beziehungen ,u Dr. Claas e i n g e r ö u m t hot. für ibn so kompromittierend, daß seine Stellung schon hierdurch unhaltbar geworden ist.

Daß die von alldeutscher Seite in Szene ge­setzte Marokko-Entrüstung bestellte Arbeit war, batte man vielleicht zur, Not als Beweis für das diplomatische Ge,chick Herrn von Kiderlens auffassen können; daß er aber später die Drähte, an denen er ferne Puppen tanzen ließ, aus der Hand verlor, und diese nun auf eigene Faust weitertanzten (und zwar ausgerechnet dem Herrn L>taats,ekretar auf der Nase) Das mußte, ihm verhängnisvoll werden. Es ist also wohl begreiflich, wenn Herr von Kiderlen weiteren Auseinander,etzun- gen über diese und andere Dinge am liebsten I aus dem Weg gehen möchte. _ Sem Scheiden

Newyork, 9. April.

Infolge der zweiwöchigen Ueberschwem- mung durchden Missisippi sind dreißig tau­send Personen obdachlos geworden und nach den bisherigen Feststellungen sind dreißig Personen ertrunken. Zwei­tausend Quadratmeilen Land sind über­schwemmt. Der Schaden beträgt weit über hundert Millionen Dollars. Tag und Nacht wird an der Verstäickung der Deiche gearbei­tet, um das Wasser zu verhindern, sich süd­wärts auszubreiten. Hunderte von Personen befinden stch noch in Gefahr, und es wird aller Anstrengungen bedürfen, sie vor dem sichern Untergang zu retten. Seit drei Tagen gehen starke Regenfälle nieder, die ein weiteres Stei­gen der Flut verursachen.

kranz" spielte.

Osterfrrirde auf Korfu.

Ein Telegramm des offiziösen Wolfffchen Depeschenbureaus berichtet aus Korfu vom achten April: Militäroberpfarrer Göns hielt heute vormittag auf derKolberg" Gottes, dienst ab, woran viele Deutsche teilnah. men. Von Bord wurden Huldigungstele- gramme an den Kaiser und die Kaiserin ge­sandt. Nachmittags wurde in Gasturt eine Musikkapelle, die sich aus jungen Leuten des Dorfes gebildet hatte, auf Anordnung des Kaisers im deutschen Wirtshaus mit Kaffee und Kuchen bewirtet. Darauf spielte die Ka­pelle zu korfiotrschen Rationaltänzen auf. Ge­gen fünf Uhr erschien der Kaiser und stellte sich mit dem Prinzen und den Prinzessinnen, dem Reichskanzler, dem Fürsten Für- stenberg und den Umgebungen mit in den Ring, der sich um die Tänzerinnen gebildet hatte. Sodann trat die Musittapelle derHo- henzollern" in den Ring und spielte mit der Dorskapelle korfiotische Tänze. Nach einein­halbstündigem Verweilen begab sich der Kai­ser in das Achilleion zurück.

liche Beengung des Beamten in seinem

Wirkungskreis, die mit der veralteten Organi- -----

[ation der staatlichen Verwaltung zusammen-l Löhnen, den die Bergleute erlttten haben, be-

Re Flucht vom Amt.

Der Beamteniibergllng zur Industrie: Ein schwerer Schaden der Staats-Verwaltung.

Der Anzeigenteil her Tagespresse ist her ehr­lichste Spiegel der sozialen Zeitströmungen, das ungeschminkte und wahre Bild der wirtschaftli­chen Entwicklung. Man schaut in diesem Spie­gel die seltsamsten Reflexe; gewahrt Licht und Schatten der sozialen Struktur in zuverlässiger Abtönung, und erkennt an deutlichen Merkma­len die Vorzüge und Nachteile der gesellschaft­lichen Ordnung. Als ein solches Merkmal darf auch die Häufung der Stellengesuche ; amtlicher Persönlichkeiten gewertet

Minister Reminiszenzen.

Die Memoiren eines französischen Ministers.

(Von unserm Korrespondenten.)

$er greife Edouard Lockroy, der elnft an Garibaldi» Zug nach Sizilien teilnahm und später im französischen Ministerium Floquet Unterricht»- und im Ministerium Bourgeois Marineminister wurde, schreibt feineMemoiren", und Jule» Elaretie ist in der Lage, im Pariser ..Temp»" schon jetzt einiges au» diesen unterhaltenden Er- innerungen mitzuteilen. Zuerst die Geschichte von Lockroy» Zusammentreffen init dem Fürsten Bülow, die in mehr als einer Beziehung tn- terefsant und charakteristisch ist.

In Baden-Baden (erzählt Lockroy) ist mit ein merkwürdiges Abenteuer passiert. Der Vertteter eines Wiener Blattes suchte mich auf, um mich über dieses und jenes zu fragen. Wäh­rend der Unterhaltung sagte er mir, daß der Reichskanzler Fürst Bülow im Hotel nebenan wohne; daß er sich erinnere, dap er mir, als er unter Hohenlohe Staatssekretär war, Zutritt zu den deutschen Marinearsenale» verschafft habe; daß er zu ihm, hem Journa­listen, von mir gesprochen habe. Das war ein Wink daß ich eine Katte abgeben sollte. Ich schickte hie Katte und fuhr dann nach Triberg im Schwarzwald. Am nächsten Morgen fand ich für Sonnabend eine Einladung zum Essen beim Kanzler. Aus Neugier nahm ich an. Die Lage war um so delikater, als wir

Afforfrtiw rtttf uem Zweifel. Wohl aber entsteht ote "läge.

wKf Slütfll* ! Wem wird man es bewilligen, und wer wird

Der Besuch des Kanzlers beim Kaiser. bcm Reichstag Rede und Antwort stehen, wenn Am Sonnabend vor Ostern ist der Reichs- er die bei diesem Etatstitel übliche Aussprache kanzler von Bethmann Hollweg, von über die Tätigkeit des Auswärtigen Amtes Brindisi kommend, au Bord des Dampfers vornimmt? Kundige wollen wissen, daß es Solberg" in Korfu angekommen und bei der Herr von Kiderlen-Wachter nicht mehr c Landung vom Kaiser empfangen worden. Am wird; vielleicht hat sich sein Schicksal schon jetzt ettten Ostertag nahmen der Kaiser, die Fürst, vollzogen, vielleicht entscheidet es sich erst in den derHohcnzollern" ein; die Abendtafel fand1 &nr{" topirt ®enn ßerr Mn 45eu

im Achilleion statt. Gestern vormittag machte der Kaiser, der Reichskanzler und sämtliche Herrschaften einen Spaziergang auf den Berg Kyriaki. Gegen Mittag zog eine feierliche Prozession, bestehend aus dem Geistlichen und den Einwohnern des Dorfes Gasturi durch den Park an dem Schloß vorüber. Der Kaiser, der Reichskanzler und die übrigen Herrschaften standen auf dem Balkon des Schlosses. Der Geistliche sprach den Segen über den Kaiser, worauf die Musikkapelle .Heil dir im Siezer-

steigt also eine Milliarde Mark. Der Führer der walisischen Grubenarbeiter, Harts- vorn, machte bei einem gestern stattgehabten Meeting folgende Mitteilungen: Für die nahe Zukunft steht ein neuer In duft r i e k o n- flikt bevor, gegenüber dem der letzte Aus­stand unbedeutend ist. Bereits in der vcrfloffe- ............ .... - neu Woche haben die Transportarbeiter den wirklich tüchtigen Köpfen im Dienstbereich staat- Bergleuten das Versprechen gegeben, den Ge­kicher Verwaltung wertvoller und aus- neralstreik zu proklamieren, wenn sichts r eich er erscheinen, als das mühselige |bet Konflikt weiter anhalten sollte.

Erklimmen der amtlichen Stufenleiter, dessen

Sie MMivvi-Mt.

Dreißigtausend Personen obdachlos!

Depeschen aus Newyork berichten uns: Der M issis sip p i steigt noch immer, und die durch die Ueberschwemmung hervorge­rufene Lage ist hoffnungslos. Besonders be­droht sind die Städte Golden Lake, Mem­phis, Pec an Point, Lembille und Hollybush im Staate Arkansas. An vielen Punkten haben die Waflermengen die Dämme gebrochen, die trotz her fieberhaften Arbeit von Tausenden von Freiwilligen an einigen beson­ders bedrohten Stellen nicht mehr derartig ver­stärkt werden konnten, um den Fluten genü­gend Widerstand zu leisten. Bei Roelfoot sind die Deiche aus eine Entfernung von mehr als sechzig Meter gerissen, und durch dieses unge­heure Loch strömten gurgelnd und brausend die Wellen des Missisippi. Der Nebenfluß des Stromes, der Ohio, führt gleichfalls enorme Wassermengen dem Sttome zu. Furcht­bare Schreckensszenen spielen sich in hem lieber« schwemmungsgeöiet ab. Auf improvifletten Flößen treiben

Hunderte von Menschen,

die in aller Eile nichts als das nackte Le­ben retten konnten, heu Strom herunter. Auch der St. Franeisfluß hat sein Bett ver­lassen und die Umgebung überschwemmt. Der Chef des Generalstabs, Leonard Wood, hat mehrere tausend Mann Truppen, namentlich Pioniere, in das Ueberschwemmungsgebiet ent­sandt, um das unglückliche Land schützen zu helfen. Man fürchtet, daß eine große An­zahl Menschen ihr Leben eingebüßt haben. Der Bruch des Deiches vor Memphis hat die Beunruhigung der Bevölkerung noch gesteigert. Die Sage ist sehr ernst, da her nördliche Teil der Stadt bereits unter Wasser steht. Der Deich von Louisiana ist gebrochen und hat eine Ueberschwemmung von hnndertsechzig Quadratkilometern verursacht. Es ist wahr­scheinlich, daß der Zugverkehr auf der großen Eisenbahnlinie St. Louis-San Franzisko, so­wie derjenige von Texas unb der Pacificbahn wird eingestellt werden müssen. Der durch hie Hochflut angerichtete Schaden übersteigt weit die Summe von hundert Millionen Dollars. Tas Wasser steigt noch.

*

Die Dpfer der Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

über das Ende des Streiks, doch fürchtet man neue Schwierigkeiten mit den Arbeitern über

tions-Prinzip steht.

Altgediente Beamte der Justiz und Derwal-1 tnttg, die längst die Staffel des Geheimen Rats erstiegen, beziehen nahe der Endgrenzei ihrer dienstlichen Tättgkeit ein Gehalt, das in her kapitalstarken Industrie und int Bankbe­trieb ein Halbwegs fähiger Prokurist ober Ab­teilungs-Vorsteher mit breißig und einigen Jahren erreicht. Die fogenanntealtpreußische Sparsamkeit" ist bei uns nirgenbs mehr anzu- treffen; ihr einziger Hort ist noch der Gehalts-1 etat her Staatsverwaltung, und man muß an-1 erkennen, daß hier das löbliche Prinzip mit I ungemeiner Virtuosität gehandhabt wird. Es ist also auch kein Wunder, wenn Jahr um Jahr dem Staat eine Anzahl her besten unb leistungsfähigsten Köpfe dadurch verloren geht, daß Industrie, Handel unb Bankverkehr durch benZauber des Goldes" einen Teil grade der tüchtigsten Kräfte dem Staats­dienst entführen und für den Privatbetrieb nutzbar machen. Der Leidende und Geschädigte ist in diesem Fall allein der S t a a t. dem das Kapital den Kern der Intelligenzen entzieht.

In gewisser Hinsicht mag für die Erschei­nung der Amtflucht auch derZug der Zeit" verantwortlich zu machen sein. Wir sinden heut grade in der Großindustrie und im Bank- betrie'b zahlreiche Beamte in leitender Posi­tion, die aus dem Staatsdienst übernommen ' wurden unb sich als Privatbeamte ausgezeich- net bewähren. Bei einigen unsrer Groß-Unter-1 nehmungen ist der Kaufmann sogar vom | Staatsbeamten z urück ge b r än g t worden, unb es hat sich eine ArtSystem" daraus ent­wickelt, wichtige Posten tunlichst mit tm Staatdienst tätig gewesenen Kräften zu besetzen, die in die neue Position nicht nur tüch­tige Arbeitskraft, sondern auch (als angenehme Zugabe) einen Titel und unter Umständen fe sogar wettvolleB e z i e hn n g e n" mirbrtn- gen. Es läßt sich nicht verkennen, daß diese Uobnng eine ernste Gefahr in sich birgt, unb die vorösterlichen Debatten im Reichstag wen ja auch bewiesen, baß diese Gefahr als solch- erkannt wird. Ein Mittel dagegen wird indes­sen solange vergeblich gesucht werden, als Gold noch mehr glänzt wie treue Pflichterfül­lung bei kärglichem Lohn.

Eine weitere Ursache der Abwanderung des Beamtentums zur Industrie ist die v e r f ö n -

Berlin, 9. April. (Privat-Tele­gramm.) Es gilt in unterrichteten politischen Kreisen als feststehend, baß der Besuch des .......-

Kanzlers beim Kaiser auf Korfu in erster Linie I aus bem Auswärtigen Amt Ware für ihn ooi- wichtigen politischen Fragen gegolten lig schmerzlos, wenn ihm Gelegenheit geboten hat, die einesteils die Haltung Deutschlands würde, leinem Ta endrang auf Md °mem zwischen Jtalirn und der Türkei, andcrfeiis d.c! Sfiemfe kein Akvl suchen würde. Es

Frage des Wechsels i:n deutschen nur. ob man bereit ist, ihm dieses

Auswärtigen Amt betroffen haben spl-In|-tr JU bewilligen oder ob er nickst gelind e- dürften. Man ist hier überzeugt, daß gleich I quiftet" odergeweimuthet" wird. Jnteressan- nach der Rückkehr des Kanzlers dieser Wechsel! ter indessen noch als die Frage, ob Herr von ück vollziehen wird. Kiderlen noch weiterhin seine un'chatzbaren

61 9 __________ I Dienste dem Vaterlande widmen wird, tft bte

«$. I andere, -wer sein R a ch f o l g c r werden wird.

MUS verlorene MMaroe. Unter den Namen, die bisher genannt wor- Tie Beendigung des englischen Riesenstreiks, den sind, verdient vielleicht der des Kolomal- 1 siaatssekretärs Dr. Sols am meisten Beach­tung Dr. Sols ist seinerzeit in bas Kownial- amt sozusagen vom Himmel hineingefallen. Es ging ihm ähnlich wie Saul, der auszog, eine Eselin zu suchen, und ... ein Königreich fand, fiäite sich Dr. Solf in dem Augenblick, als fern Vorgänger Lindegnist etwas plötzlich zuruck- trat, nicht zufällig auf der Durchrem m Berlin befunden, so wäre er wobl niemals Ko­lonialstaatssekretär geworden. Aber obwohl feine Ernennung nur ein Verlegenheitsvrvbukt war. hat sich Dr. Solf in der kurzen Zett 1 einer Amtstätigkeit doch recht viele Sympathien er­worben unb auch sein erstes Auftreten im Reichstag war recht glücklich, obwohl man ihm Ibier mit einem gewissen Mißtrauen begegnete. lUnb da der frühere Südsee-Gouverneur neben-

( EiüwÄS. I Merlen am toe?

i: In einem Berliner Blatt konnte man dieser kett lltle n e lisch Das große Rätsel der Wilhelmstraße.

? Tage die Gesuche von vier Hähern Iustizbe- L b { durchaus natürliche (wenn auch Zu den Gerüchten über den nahe bevorste- - amten, zwei Angehörigen des hohem et- eme ouumius b,r gtaatbenben Rücktritt des Staatssekretärs des

w altun g s d ienstes und drei Ko mmu- bedenkliche) Erscheinung und Wenn der Staat yenoen rnuaKiderlen-Wäch- nalbeamten finden, die sich sämtlich nach e Gefahr tm eign n t ff Pf L wird uns von unterrichteter politischer angemessener Verwendung" im Jndusttte-, will, kann er es nur dadurch A», daß er selbst bon Berlin geschrieben: Wenn ber

gelohnten Tätigkeit des Privatbeamten zu ver- fah kg e t 8 9 Daß es bewilligt werden wirb, unterliegt ket-

wuschem flttf n°m Zweifel. Äohl °b« entsteht dtt

% Es handelt sich hierbei übrigens nicht etwa um eine Ausnahme, sondern um eine unsrer Zeit fast vertraut gewordne Erscheinung, die man vielleicht nicht ohne Grund alsFlucht vormAktsnstaub" charakterisieren darf, und die

| dem Sozialpolitiker sowohl wie dem Gesell- i, schafts-Philosophen Gelegenheit zu allerlei nütz- Sf lichen Betrachtungen bietet. Angesichts der

Häufung der Fälle erscheint zunächst die Frage wichtig: Welche U r s a ch e n sind für die . Flucht vorm Amt verantwortlich zu machen?

In erster Linie kommt wohl das r e i n - m a - M erteile Interesse in Frage. Die wittschaft- "liche Sage unseres Beamtentums ist in a ll en V Graden des amtlichen Dienstcharakters wenig erfreulich; sie ermangelt in den untern Klassen überhaupt ber ausreichenben materiellen Ga­rantien, unb zwingt selbst den höhern Beamten in den Bann einer wirtschaftlichen Beengung, die im schroffen Gegensatz zu dem (leider wie­der stark in Mode gekommenen) Repräsenta-