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Nummer 94

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, 2\ März 1912

Fernsprecher 951 und 952.

2. Jahrgang

Am nische

Marschall von Bieberstein, zurücktte- ien und durch den Staatssekretär von Kid er. len-Waech ter schon in allernächster Zeis ersetzt wird, wollen nicht verstummen. Aus zu verlässigster Quelle verlautet, daß die beide» Diplomaten ihre Stellungen austau. sch en werden. Und zwar soll dieser Diplo- malenwechsel kurz bevorstehend sein. Herr von Kiderlen-Waechter selbst soll den Wunsch ge. äußert haben, wieder mit einem Auslandposten bettaut zu werden, und er selbst ist es auch gewesen, der den Botschafter in Konstantinopel Marschall von Bieberstein, al- seinen Nachsoft ger d r i n g e n d empfohlen hat. Dieser Wechsel soll sofort die Billigung des Kaisers gefunden haben, sodaß wahrscheinlich gleich nach der Rückkehr des Kaisers von Korfu die Berufung Marschalls nach Berlin und Kiderlen. Waechtcrs Versetzung «ach Konstantinopel er­folge« wird.

Grieche sein muß und send Piaster Tribut zal schließlich von * "

EineNiederlage" Roosevelts.

Teddy und dasGewicht der Intelligenz".

Ein Privattelegramm meldet uns aus Neuwyork: Roosevelt sprach ge- t£I .,n einer Massenversammlung in Port­land rm Staate Maine. Als er das Podium betrat, stürzte dieses ein. und Roosevelt wurde mit dem Leiter der Versammlung zu Boden geschleudert. Er blieb indessen unver­ehrt, und das nach Tausenden zählende Publi­kum bereitete ihm lebhafte Ovationen. Roose-

»ie Bottspartei am Rhein.

(Privat-Telegram m.) Düsseldorf, 25. Mär,.

Der neue Fürst von SamoS.

(Privat-Telegramm.)

Wie aus Konstantinopel berichtet wird, ist der frühere Gehilfe des Wall von Trape. zunt, der.Grieche Beglery Effendi zum Fürsten von SamoS ernannt worden. Der Mordanschlag auf den Fürsten Kopassis wurde verübt, als der Fürst am Sonnabend abend in das Palais zurückkehrte. Der Mörder feuerte fünf Schüsse ab, von denen drei trafen und den sofortigen Tod des Fürsten herbei- führteu.

Konstantinopel, 25. März.

(Privat-Telegram m.)

Auf den Fürsten von SamoS, Andreas Kopassis, wurde am Sonnabend von einem Griechen ein Revolverattentat verübt. Der Attentäter ist griechischer Untertan namens S t - v r o B a r i d e s. Er gab auf den all. gemein beliebten Staatsmann mehrere Schüsse ab, die tödlich waren. Der unter türkischer Oberhoheit stehende Fürst von SamoS ist allem Anschein nach daS Opfer eines politischen Racheaktes! geworden. Der Attentäter wurde gleich nach der Tat verhaftet. Den Griechen galt Ko-1 pasfts stets als Verräter an der Hellem- \ scheu Sache, weil er die große AufstandS- bewegung auf SamoS vor vier Jahren nie­dergerungen hatte.

Die Prozesse, die gegen ihn im Laufe einer überlang ausgedehnten Untersuchungshaft ge­führt worden sind, haben zwar mancherlei An­haltspunkte ergeben, in denen unser Moral- Empfinden untrügliche Zeichen gesellschaftlicher Degeneration erblickt, sie haben auf der andern Seite aber auch den Beweis erbracht, daß der Graf auf der Anklagebank imgrunde nur das Opfer der Verhältnisse war, die ihn, abseits vom Pfad der Pflicht und Ehrbarreis in di« Niederungen der Leidenschaften trieben.' Schon das M i l i e u, in dem das Unkraut wu­chert, birgt schwere Gefahren für die Jugend und liefert die frohe Lebenslust der zum Da. seinskampf heranreisenden Generation allzu, rasch dem Leichtsinn aus. Unterm Gesichtswin­kel sozial-ethischer Wertung der Dinge betrachtet, erkennt man hier auch die Ursa­chen des Falles, die treibenden Kräfte and Motive, die den Sproß eines -glänzen, ton und vom Ruhm einer großen Vergangen­beit umrankten Hauses bewogen, den Schild oer Väter mit dem Makel unehrenbasten Wan­dels zu beflecken: Das exaltierteStandes- bewußtsein", das bleiche Gespenst des mo­dernen High life, grinst uns entgegen!

Gisbert Wolss-Meiternich würde vermutlich nicht elf Monde im Moabiter Untersuchungsge. fängnis gesessen haben, und nicht der Mittel. Punkt verschiedner übler Skandalprozesse ge. n>orben sein, wenn er als gefestigter, und in

Erkenntnis der Lebenspflicht gereifter Cha- raher ins Leben eingetreten wäre. Es würde ihm wohl auch erspart geblieben sein, das Erbe ferner Väter im tollen Wirbel der Orgien und Bacchanale zu verschleudern, wenn der Zwang ;um Broterwerb ihn früh des Lebens- tern Ernst hätte spüren lassen, und er würde chließlich auch, als der schwachgefügte- Bau des

Leichtzinns zusammenbrach, kaum zu Hazard und Roulette feine Zuflucht genommen haben, wenn er die Kraft und den Mut besessen hätte, durch ehrliche Arbeit die Sünden verbummelter und verlorner Jahre wieder gutzumachen, und ein zwar arbeitendes und um sein Schicksal rin= genbe?, aber auch achtbares und ehrenhaftes Mitglied seines Hauses zu werden.

Der VierundzwanziMhttge, der die Hoff­nung eines schon in den Jugend tagen dem Leichtsinn verschriebnen Lebens auf den Aden- teuvertraum vom Glück stellte, ist (leider) nicht der Einzige dieses Typs: Fahr um Jahr trägt der Ozean Hunderte zerbrochner Existenzen übers Meer, nimmt Deutsch-Südwest oder ir­gend ein andrer Erdenwi-nkel fern der Heimat i Dutzende von Gescheiterten auf, die gleich dem -gräflichen Gast von Moabit am Wege stolperten, und nun von der Scham oder von der Reue hin­ausgetrieben werden in die Welt, dort, wo man das Brandmal nicht erkennt, das an ihrer Stirne hastet. Sie a 11 e sindOpfer der Der. hältnisse', und ihnen allen wird man auch menschliches Mitleid nicht versagen können. Ihr Verhängnis war ihre Schwäche I gegenüber dem Leben, und ihr Unheil war das komische Vorurteil ihres Stan­des: Hätten sie um ihr Brot in har­ter Arbeit ringen müssen, dann« würden sie dem ersten Wellenschlag des Schicksals nicht erlegen sein, sondern dem Sturm des Leicht, sinns widerstanden haben. Die Metiernich-Äf- färe, dieser üble Blasenaufstieg des modernen High life, birgt ein gesellschaftliches Problem von erschütternder Tragik, dessen Merkmale uns die soziale Dezenera- tton'des zwanzigsten Jahrhunderts In der gangen (Sfrßfee ihrer sittlichen und wirtschaft-1 lichen Gefahr enthüllen! H.

Zer rvv Mritemich.

Gisbert Wolff-Metternich: Ein sozialer Typ!

Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Berlin: Der soeben ans dem Gefängnis ent. lassens Graf Wolff-Metternich, mit dem sich die Oeffentlichleit schon bi8 zum Ueberdruß beschäf. tigen mußte, beabsichtigt, von dem Staate- anwaltschaftSrat Porzelt, (der Reserveoffizier ist), seinem Ankläger in den beiden Strafprozessen, Genugtuung für eine angebliche Beleidigung feiner Frau, der Gräfin Claire Balenttn-M-tter- nich, die während des großen BrtrugSprozeffeS erfolgt sein soll, zu verlangen. Metternich soll Porzelt bereits seine Zeugen geschickt haben. Der junge Mann, der soeben (nach elfmona- figer Haft) der Kerkerzelle entronnen, nachdem milbe Richter feiner Sünden Schuld nicht allzu­schwer bemessen, zählt kaum vietüNdzw anzig Lenze, blickt aber trotz bet Flaumbartjahre auf eine .Vergangenheit" zurück, wie sie wechsel, voller und fch-icksalbunter nicht mancher Lebe­greis in des Daseins Abendschatten aufzuwei. sen hat. Feudale Kinderstube, standesgemäße Erziehung, weitreichende Versippung, einfluß. reiche Protektion und mancherlei Vorzüge per­sönlicher Art: Und dennoch schon im dritten Jahrzehnt des Lebens im Sumpf der .Gesell- schäft" untergetaucht bis zu den tiefsten Tiefen bemakelt mit dem Verdacht ehrlosen Handelns' und Falschspielern und Hochstaplern als würdi.' ger Kumpan gesellt. Die drei Prozeßver. Handlungen gegen den Grafen Gisbert Wolff. Metternich haben eigenartige Bilder aus bem toll-romantischen Dasein moderner Jndu. sine-Ritter entrollt, haben wunderliche Associa­tionen verbrecherischer Instinkte unter der Spe. cieS der sogenannten .Herrenmenschen* offen, bart, und die .Aristokratie des Verbrechens* in ihren charakteristischsten Exemplaren entlarvt.

An Gisbert Wolff-Metternich hat sich der Er- fahrungsatz bewahrheitet, daß der Weg zum Laster nur ein .Ruck des Leichtsinns* ist. Aus Kinderstube und Schul.Hut ging der Sproß eines guten Hauses sicher so unverdorben her­vor und so unberührt vom Gift der Sünde, wie Tausend Andere, die gleich ihm auf diesem Weg ins Leben schritten. Die erste freie Re- gung eigner Schicks algestaltung aber trieb den kaum zum Mann Gereiften in die Schlingen des Leichtsinns, und als das wirtschaftliche Fundanient ungebändigter Genußsucht unterm Druck der Lasten erzitterte, bannte das Schicksal i den Verzweifelnden in die dunstigen Kreise tol­ler Spiel-Leidenschast, wo die Jugend den Strohhalm des Glücks sucht, der sie aus dem Meer der Sorgen zum grünenden Ufer neuer Hoffnung tragen soll. Dem Träger eines alten Namens fiels nicht schwer, die spekulative Nächstenliebe unternehmungslustiger .Gönner* zu wecken: Man bot dem Leichtsimi unbeschränk. ten Kredit, und geschäftige Hände waren be. reits dabei, dem Grafensohn und Botschafter, neffen unter feen goldglänzenüsten Töchtern der Reichsmetropole eine Daseinsgefährtin zu an- geht, als das Kartenhaus jäh zusammenbrach und Gisbert Wolff-Metternich aus dem Traum des Glücks in die graue Kerkerzelle des Unter­suchungsgefängnisses taumelte.

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Volkspartei statt, der aus allen Stilen des Rheinländer außerordentlich stark besucht war. Nach Erledigung einiger parteigeschSst. kicher Angelegenheiten, bei denen es teilweise zu einer erregten Debatte kam, wählte der Parteitag anstelle deS eine Wiederwahl ab- lehnenden Professors Flottmann ben Ab- geordneten Potthoff mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden und stimmte dem Verhalten der Zenttaflettung bei den Reichstagswahlen zu. Der zu gleicher Zeit geftem in München tagende Parteitag der Fortschrittlichen Volks- bartet sprach der Fraktion und der fortschritt, lichen Volkspattei im Reichstage seine volle Zustimmung und Anerkennung für die vottreffliche und zielbewußte Tätigkeit im Wahlkampf und im Reichstag auS, die der li­beralen Sacke wertvolle Dienste geleistet habe und der Pattei förderlich gewesen sei.

Veit erflärte in seiner Ansprache, die zusam­mengebrochene Plattform sei nicht die feine, sondern die der Gegner. Das Gewicht der anteiligen; habe diese Plattform gebro­chen. Im weiteren Verlaufe seiner Rede griff Roosevelt Taft scharf an, indem er ihm Klassen- und Parteiregierung vorwarf.

Set Kaiser im Men.

Abreise von Wien, Entrevue in Venedig.

Patteien-Reudezvous.

Niederlage der nattonaMberalen Linken, (Priv at-Teleg ramm.) t Berlin, 25. März.

Der Zentraworstand der nationalli­beralen Partei versammelte sich gestern zu einer konstituierenden Versammlung, die mH einer empfindenden Niederlage des linken Flügels der Partei endigte. Bas- fermann wurde zwar zum Vorsitzenden ge« wählt. Bei feiner Wahl wurden jedoch über dreißig unbeschttebene Zettel abgegeben. Bei ben Wahlen zum geschästsführenben Ausschuß wurde der Abgeordnete Strefemann nicht wiedergewählt. Er erhielt von hundertzwölf abgegebenen Stimmen nur neununddreißig. In längeren Ausführungen über die gegenwärtige Situation schilderte Bassermann eingehend die Vorgänge in der Fraktton und bemühte sich, den Z w i st in der Pattei abzulenken. Zur DeckungSsrage über die Wehrvorlage fühtte er aus. daß die Aushe- bung der Liebesgaben höchstens fünft zehn Millionen Mark einbringen werde.

i Sie heutige Mouarcheu-Sutrevue.

(Privat-Telegramm.) ' Venedig, 25. März.

Die heute zwischen Kaiser Wilhelm und König Viktor Emanuel in Venedig 1 ftattftnbenbe Begegnung wird von der gesamten italienischen Presse lebhaft besprochen. Der ;Geniere della Sera' weist darauf hin, baß die deutsche Diplomatie bisher ein passives Element in ben diplomatischen Besprechun- gen gewesen ist, die durch den türkisch-italieni­schen Ktteg veranlaßt worden sind. Wir glau­ben (fügt das Blatt hinzu) das der Drei- Ibund seine Grundlagen erweitern muß, um eine große Bedeutung in der inter­nationalen Politik zu erlangen und ben neuen Notwendigkeiten gewachsen zu fein. DerMcs- faggero' schreibt: Wenn auch San Giuliano den König nicht begleitet, weil auch der Kaiser nicht von Kiderlen-Waechter begleitet ist, so wird doch der deutsche Botschafter in Rom, von Ja- gow, in Venedig sein. Jagow, der die Ent­wickelung ber Tripolissrage mit ganz be­sonderem Interesse verfolgt habe, wird nicht verfehlen, feinen Souverän über die Stim­mung des italienischen Volkes hin­sichtlich des türkischen Krieges, sowie gegenüber ben befremdeten unb alliierten Mächten aufzu­klären.

Die Sehnsucht nach dem Frieden.

Ein Privattelegramm melbet uns ferner aus Konstantinopel: Die Pforte wurde von ihrem Botschafter in London dahin informiert, daß die Großmächte wegen der in Konstantinopel zu unternehmenden Schritte über die Herbeiführung der Friedensver- Handlungen zwifchen Italien und der Tür­kei noch keinen bindenden Entschluß gefaßt ha­ben. Es verlautet indessen, daß die Großmächte Iin Anbetracht des unerschütterlichen Standpunk- ! Ws der Türkei beabsichtigen, n o * m a l s in Rom zu sondieren, wie für die Türkei an- nehmbare Bedingungen zu erreichen feien.

Geht Merlen doch?

Maftchall in Berlin, Kiderlen am Bosporus.

(Privat-Telegram m.)

Berlin, 25. März.

Es scheint nun doch, daß sich in der Leitung des Auswärtigen Amtes ein Wechsel vorbereitet. Die Gerüchte, daß der jetzige deutsche Botschafter in Konstantinovtt, Freiherr

®te Insel Samos ist tin Vasallenstaat der Türkei. Der Sultan ernennt einen Fürsten, der " *" jährlich dreihunderttau- . Hit. Samos wird aus- . . Hellenen bewohnt. Da der Fürst von Samos Parteigänger der Pforte war, dürste bas Attentat mit diesen Stimmungen zu- lammenhängen. Der ermordete Fürst regierte feit fünf Jahren, er staub im fecksundfünszig- ften Lebensjahre und erfreute sich- allaemeiner Beliebtheit. Kopassis war mit einer Wienerin verheiratet.

Kaiser Wilhelm ist am Sonnabend abend kurz vor neun Uhr von Schloß Schönbrunn aus abgereist, nachdem kurz vor der Abreise im Schloß ein Hofdiner ftatfgefunben hatte, bei bem die beiden Kaiser einanber zutranken. ITrinkspruche wurden nicht gewechselt Vor seiner Abreise empfing der Kaiser den neuen österreichischen Minister des Aeußern, Grasen Berchtold, in längerer Audienz. In politischen Kreisen wird angenommen, daß in dieser Audienz, die über eine Stunde wähtte, die schwebenden politischen und Drei­bundfragen eingehend erörtert worben finb. lieber die Ankunft des Kaisers in V e n e. big liegen uns folgende Meldungen vor:

Venedig, 25. März.

(Privat-Telegram m.)

Der Kaiser, Prinz und Prinzessin August Wilhelm unb Prinzessin Viktoria Luise sind ge­stern mittag zwölf Uhr hier eingetroffen. Aus bem Bahnhofe waren der deutsche Botschafter, -der deutsche Konsul, hervorragende deutsche Persönlichkeiten und Vertreter der veneziani­schen Behörden erschienen. Alle hiesigen unb römischen Blätter bringen eingehende Kom­mentare zum Kaiserbesuch und messen ihm große Bedeutung für feie Zukunft bei. Man ist stch ftdoch dabei bewußt, daß sich die Hoffnungen lediglich auf die Situation unb

_____ nicht auf das Eintreten von bestimmten Tat-

Der m vm Sam», erschaffen! Ä ÄÄ'kÄIS

Das Opfer eines politischen Attentats. August Wflhelm und der Prinzessin Viktoria

Die leidenschaftlich erregten politischen Luise in einem Boot der Gräfin Monee. Kampfe im Orient haben wieder einmal ein Inigo einen Besuch ab. König Viktor Samos, An.I Emanuel ist gestern abend im Sonderzug Samos mVn ffl kilT Venedig abgereift. In seiner Begleitung

Se g et 51 e" ^orbÄffeS *efinbrt, N ber S^mlnfffer Mattiol unb

ich um ein Attentat aus politischen Mott' AEraladjutant General Brusati. Der ben, denn der Attentäter ist ein Grieche und es SDIntIfict fce3 Aeußern, Marquis bi San Giu- heißt, baß er an bem Fürsten habe Rache neh. liano, wird nicht (wie anfänglich geplant men wollen. Wir erhalten folgende Meldung: ÜWt) feen König nach Venedig begleiten.

CaUerNkMsteNchMtm

___Casseler Abendzeitung Hessische Abendzeitung

Gespenster am 3aten6of?

Die Erzählungen der Gräfin Branitzkaya.

Die Gräfin Vera Branitzkaya, eine ehemalige Hofdame der Zarin (aus deren Auf­zeichnungen wir bereits vor einiger Zeit Mit- teilungen machen konnten) hat sich jetzt ent. schlossen, imRewyork American* eine Reihe von Auffätzen über bas Leben am Zarenhofe zu veröffentlichen unb beginnt mit einem Ka- pftclGeistergeschichlen vom Zaren« Hofe*. Zu ihrer Zett (so behauptet sie) stan- ben bet Zar und unmittelbar auch die Zarin unter bem Einflüsse einer ganzen Reihe von Magiern, Sehern, Okkultisten unb begleichen Leuten, bie sie ganz eindeutig für Betrüger erklärte. Zum Beweis dafür erzählt sie betriebene Geistergeschichten, bie sie aus bem Munde des Zaren oder der Zarin selbst gebärt haben will. Eines Abends hatte sie mit dem Zaren in der Bibliothek des Winter- Palastes in Petersburg eine längere Unter­redung über Geister und ben Geisterglauben Sie machte burchauS kein Hehl daraus, daß sie alle Geistergeschichien für plumpen Schwindel hielte. Daraus erflärte ihr der Zar folgendes: Ich glaube an Geister, weil ich welche gesehen habe.' Dann erzählte er olgenbe schauerliche Geschichte:Eines Abends las ich in meinem Studierzimmer, als ick Plötz, lich eine erstickte Stimme unb ein Geräusch wft heftiges Atmen im Nebenzimmer hörte. Tags­über halten sich mein Sekretär und mein Page in diesem Raume auf, aber zur Nachtzeit steh, dort ein Posten. Ich stand auf unb öffnete eilig bie Tür. Was ich erblickte, ließ

«ein Dlut fast erstarren.

In der Mitte des schwach erhellten Raumes ein °^e.ne.r Sarg unb darin lag mein

Vater, wie rck ihn zuletzt in der St. Peter-