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COlerNeM Nachrichten

Hessische Abendzeitung

Casseler Abendzeitung

2. Jahrgang-

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, IS. Marz 1912

Nummer 88

Fernsprecher 951 und 952.

$er Streit an der Ruhr

(Privat-Telegramm.)

(Telegraphische Meldungen.)

Wie aus Hamburg berichtet wird, ist an

ein Mann der Besatzung ertranken. Neuere Depeschen besagen, daß das Schifssunglua außer dem ersten Offizier und einem Boots­mann, noch mehr Opfer gefordert habe. Es habe sich später herausgestellt, daß ein mit Leu­ten vom Axenfels besetztes Boot unterge- g an gen sei, wobei alle Insasse« den Tod gesund ezr hätten. Dem Rest der

me »von Rechts wegen!-

Daß das ZeugniszwangS-Versahren gegen

wurden. Schlepper find zurzeit damit beschäf­tigt, dieAxenfels" wieder flott zu machen.

Depeschen berichten uns:

Dortmund, 18. März.

DU löffelet Neueste» Nachrichten erscheinen wöchentlich sechsmal un» zwar abends. Der AbonnementSpreiS beträgt monatlich 50 Psg. bei freier SuMimg ins Hau». Bestellungen werden jederzeit von der Geschäftsstelle oder de» Bote« entgegengenommen. Druckerei, Berlag und Redattton: «chiacht-oMrabe 28/80. Sprechstunden der Redaktion nur von 1 l>i» S Uhr nachmittags. Sprechstunden der Auskunft. Stelle: Jeden MUwach und Sonnabrnd von 6 bis 8 Uhr abends. Berliner Vertretung: SW, Jriedrichstr. iS, Telephon: Amt Moritzpu»? 678.

b« Milde aus der ganze« Eigenart des Fal, les (dessen Einzelheiten die kommunalpolitischen Regierungs-Allüren in der Freien und Hanse­stadt Hamburg in einem manchmal recht seltsam inmutenden Licht aufstrahlen lassen; vielleicht erschien der Anklagebehörde das weitere Der- fahren von vornherein aussichtslos, und man wollte möglicherweise den letzten, einigermaßen kostspieligen Konsequenzen vorbeugen, kurz: D.e Staatsanwaltschaft selbst ordnete an, daß eine weitere Fortführung des Verfahrens durch die Verhängung von Haft zu unter­bleiben habe. Schon rein äußerlich be. trachtet, bietet das Ereignis den Reiz der Neu­heit, denn wenn auch schon in frühem Zeugnis- zwangsversahrrn die grollende Gerechtigkeit sich mit der Opferung einer Hand voll Silber­linge begnügte, und nicht immer gleich den Kerkerbann verhing, so war doch der Fall noch nicht da, daß die Anklagobehörde selbst eine Begrenzung der Zwangsmittel in mil­derndem Sinne verlangte.

und leistete den Verunglückten Hilfe. Die Ueber- nahme der Passagiere vollzog sich in guter Ord­nung. Rur ein Rettungsboot mit sieben Mann wurde durch die Wellen ab­getrieben und kenterte. Sechs Insassen ertranken und nur einer konnte gerettet werden. Erst war das Gerücht verbreitet, daß der deutsche Dampfer mit Mann und Maus untergegangen sei. Der Dampfer kam aber naebmittagS, allerdings böse zugettchtet und in

Las Streiksteber nimmt z«!

(Privat-Telegramm.) Hannover, 18. März. Auch im Deisterrevier ist eine Lohnbe- weWng der Bergarbeiter im Gange. In Bad Nenndorf fand eine Stteikverfammlung statt. In Bückeburg wollen die Bergarbeiter heute ein« Versammlung abhalten. Kestern ngchmittag sand eine Besprechung zwischen den Zechenverwaltungen und den Arbetterdelegier- ten auf der Zeche in Barsinghausen statt, wobei den Arbeitervertretern erklätt wurde, daß die von den Bergleuten verlangte Lohnerhöhung von fünfzehn Proz. n i ch t b e - willigt werden könne. Im Anschluß hieran fand dann in Barsinghausen eine Versamm­lung der Bergarbeiter statt, die sich für den Streik erklärte. Heute soll in Barsinghausen nicht eingesahren werden. Es kommen etwa zweitausendvierhundert Bergleute in Bettacht. Auch im sächsischen Grubenbezirk hat sich ! die Lage erheblich verschlimmett. Da die Gru­benbesitzer wider Erwarten kein Entgegenkom­men zeigen, wurde gestern nachmittag von den Bergarbeitern im Oelsnitzer, Lugauer und 3totdauer Bezirk einmütig der Streik be­schlossen. Man rechnet mft fünszehntausend Stteikende. Ebenso beschloß gestern abend ein« in Bruck (Böhmen) abgehaltene Versamm­lung der tschechisch-anarchistischen und sich-- chisch-nationalen Bergarbeiter, heute morgen die Arbeit niederzulegen.

artiges Gegenstück zu der harten Pönung I Mannschaft sei es gelungen, das Land Mer- ehrenhafter Journalisten, die sich weigern, reichen und am Strand ein Lager zu errichten, ihnen beruflich anvertraute Geheimnisse wobei sie von den Eingeborenen unterstützt auf Befehl preiszugeben. Es ist zum minde- """

sten fraglich, ob der Bochumer Polizeichef für sein Aussage-Verbot so schwerwiegende Gründe hatte, wie sie einen Redakteur bestim­men, wenn er vor die Wahl gestellt wird, ent­weder ein Märtyrer seiner Pflicht, oder ein Ehrloser zu werden. Indessen gilt auch hier der vortreffliche Grundsatz, daß es noch lange nicht Dasselbe ist, wenn Zwei das Gleiche tun. Und zwar besteht diese Maxi-

Ein Fortschritt also, den man (wenn man will) als ein Merkmal des A u f st i e g s in der Entwicklung unsrer strafrechtlichen Praxis gelten lassen kann. Weiterrei­chende Schlüsse daraus zu ziehen, erscheint indessen verfehlt, denn was dem Hamburger Staatsanwalt nützlich und ziemend erschien, kann von seinem Kollegen in Königsberg oder I Straßburg möglicherweise als Sünde wider den heiligen Geist deS Paragraphen verurteilt werden, und das Damoflesschwett des Zcug- nisztoangs baumelt nach wie vor über den Männern der Presse. Wie widersinnig allerdings die These über die »Unzulässigkeit- einer Zeugnistoeigerung zugunsten persönlicher j Ehrenhaftigkeit und Wohlanständigkeft ist, be- weist sehr anschaulich und überzeugend ein \ Fall, der am letzten Sonnabend vor der Straf­kammer des Landgerichts Bochum verban-

9nfertto»8pretfe: Di. ftch^-spaltm« Zeit« für «whklmlsche ««fchäktt » Pfg., Mr au», roirtigt Inserat« 25 Pf. R«klamr»-U« für einhktmtfch« ««schiUt, « W, Mr auSwärUg« (»«schäft« 60 Pf. Beilagen für di« Oefamtauflage werden mit 5 Mark pro Tausend be­rechnet. Wege» ihrer dichten Berbrettuag tn der Residenz und bet Umgebung sind die daffet« Neuesten Nachrichten ein vorzügliches JnsertionSorgan. SeschafrSstelle: »oln-.fche Straße 5. Berlin« Vertretung: SW. FriedrichstraSe 18. Telephon: Amt Moritzplah 676.

Im Ruhrrevier sanden gestern zahlreiche Massen-Versammlungen Streikender statt. In Bochum sprach der Reichstagsabgeordne'e Sachse, der für die unbedingte Auf­rechterhaltung der hauptsächlichsten For­derungen einttat, sowie der Landtagsabge­ordnete £ «inert, bet ebenfalls zum entschie­denen Ausharren aufforderte. Die Bochumer Versammlungen, an der etwa sechstausend Personen teilnahmen, nahmen einen durchaus ruhigen Verlauf und find, soweit bisher be-

Zahlreiche Personen wurden dabei verletzt. Die Polizei mußte schließlich eine Automo­bil-Spritze anfahren lassen, der es ge­lang, durch mächtige Wasserstrahlen die Strei­kenden zu zerstreuen.

*

Der Londoner »Evening Standard" meldet, daß für das nun beginnende Frühjahr ein Ausstand der Dockarbeiter geplant sei, der an Umfang alle bisher bagetoefenen Streiks in England übertreffen soll. Beratungen hierüber schweben in allen Arbeitersyndikaten bereits fett dem vergangenen Herbst.

Gesetz und Ehre.

Milderung des Zeugniszwangs der Presse?

Es scheint doch ein »Aufstieg nach oben" merkbar zu werde«: Eine Hamburger Gerichts, stelle hat dieser Tage einen Redakteur, der sich weigerte, dem untergeordneten und öffent­lich gar nicht erkennbaren Interesse einer ge­richtlichen Ermittlung seine Bern ss ehre zu opfern, toi Wege des Zeugniszwangs-Versah. ren§ zu zweihundert Mar! Buß« ver­urteilt, die sich »im Nichtbetreibungssalle- (das Juristendeutsch hat mit der Aesthettk nichts zu tun) in zwanzig Tage Kerkerhaft verwan­deln. Es' geschieht auch anderwärts, daß auf diesem nicht ungewöhnlichen Wege den Leuten der Presse tot Namen des Gesetzes und im Dienst der Gerechtigkeit demonstriett wird, wie töricht ihre Auffassung vom Wesen der Stan- desehre sei und wie bedenklich der alte Kriegs, zustand zwischen Gesetz und Ehre sich grade tot Bereich öffentlicher Meinung verschärft habe. Aber der Hamburger Fall (sonst höchstens noch interessant infolge des kommunal-mystischen Milieus, in dem er spielt) hat für die Preffe eine besondere Bedeutung: Von der Erzwingung des Zeugnisses durch Anordnung! der Haft wurde auf Verlangen der Staatsanwaltschaft abgesehen!

Wir wissen nicht, welche monschenfreund- llchen Regungen den das Verfahren bearbeiten­den Hamburger Staatsanwalt bewogen haben, den düstern Schatten des Kerkers von dem Presse-Uebettäter abzuwenden, der keine ander« Sünde begangen hatte, als die: Auch dem Gesetz gegenüber ein anständig « r Mensch geblieben zu sein! Melleicht erwuchs

Angehörige bet* Presse eine harte Unge­rechtigkeit ist, braucht nicht erst erwiesen zu werden. Es ist aber mehr; denn da es in seinen praktischen Wirkungen die Freihett der Preffe illusorisch macht, die öffentliche Mei­nung unter die Kontrolle des Zufalls stellt und einen ganzen Berufsstand der ständigen Gefahr verhängnisvollster KonfliktmSglichkeften preis- gibt, untergräbt es den geordneten Bestand wich- tiger kultureller Institutionen und verstößt also gegen die sittlichen Auffassun­gen unsrer Zeit in aIItn seinen Forderungen und Konsequenzen. Es ist geboren aus dem Geist einer Zett, bet die Presse noch nach bet Bedeutung des handgedruckten Wochen- ! blättchen-Produkts zu wetten pflegte.

Inzwischen bat das einst Werdende sich aller­dings zum weltbeherrschenden, länder- und völkerverbindenden Kulturfaktor eniwik- keli, und es offenbart sich also in dem Mangel an Verständnis gegenüber den Pflichten unb ---------- ,

Aufgaben bet Preise int Reich deutscher Ge kannt, keinerlei Zwischenfalle borge« setzespäragraphen eine Unkultur, die zu kommen. Der Kern aller Versammlungsreden, bemttieiben wäre, wenn man sie nicht betrau-' - - *- sr "

ern müßt«. Ist nun vielleicht der Hamburger Staatsanwalt das Täubchen mit dem Oeft.weig gewesen, das Neuland kündet...? F.E.

Massenversammlungen der Streikenden.

Das äußere Bild des Streiks im Ruht- rebier ist fast unberänbert; neue Aus­schreitungen haben sich nicht ereignet unb der Lohnkampf nimmt seinen ruhigen Fortgang. Auf bem Hauptpostamt in Essen wurden am Sonnabend abend von den Zechenverwaltun- gen mehrere tausend eingeschriebene Karten an die Streikenden aufgeliesert, in denen diesen mitgeteilt wird, daß sie e n 11 er f f e n feien unb ihnen wegen K o ntt a kt b ruch s der Lohn für sechs Schichten einbehalten werbe. Alle Gerüchte bon einem bevorstehenden Abbruch des Streikes werden bom Alten Verband als vollständig unbegründet bezeichnet. Weitere

Blutige StreMSmpse in Suglauv.

Ans London wird uns berichtet: Die Ver­zögerung der Verhandlungen zwischen den Grubenbesitzern und den Arbeitern hat unter den Nichtorganisierten Arbeitern, die ganz be- sonders durch den Ausstand in Mitleidenschaft gezogen werden, sowie unter den Arbeitern, die infolge des Ausstandes brotlos geworden sind, große Unzufriedenheit vervorge- rufen. Infolgedessen hat die Lage »me Ver­schlimmerung erfahren. Zahlreiche schottische ©rubenarbetter haben trotz der Drohungen ihrer Kameraden beschlossen, an bleiern Mon- . taa die Arbeit wieder aufzunehmen; man be« «fürchtet, daß infolgedessen ernste Unruhen entstehen werden. In verschiedenen Bezirken ist "1 es bereits zu Zusammenstößen zwischen Sttei- kenden unb der Polizei gekommen, so in Bel- leshill und Blanivre, wo über tausend Nicht­organisierte Bergleute und Polen arbeiten. Die Polizei mußte mit blanker Waffe vor- gehen, um die Aus ständigen zu zerstreuen.

Wermuth und der Kanzler.

Wie von unterrichteter Sette mitgeteilt wird, öll es bei der entscheidenden Konferenz beim Kanzler, in der Herr Wermuth sein Abschieds­gesuch Überreichte, zwischen den beiden Staats, männern zu einem äußerst scharfen Zu- ammenstotz gekommen sein. Die Form der Bekanntmachung des Ab-zangs Wermuchs im Reichsanzeiger ist ein Beweis dafür, daß Wer. muth nicht in Harmonie mit dem Kanzler aus dem Amte geschieden ist. Zum Nachfolger des zum Staatssekretär ernannten bisherigen Unterstaatssekretärs Kühn ist (wie verlautet) der bisherige Ministerialdirektor im Reichsschatzamt, Herz, ausersehen. Von offiziöser Seite wird bereits der Versuch gemacht, so tote es beim Rück­tritt Staatssekretär Lindeguist's geschah, auch Wermuth Fahnenflucht vorzuwerfen. Wie­der wird vonden Regienrungsstellen Jedem, der es hören will, gesagt, die Staatssekretäre dürs­ten als »Nachgeordnete Behörden« unter keinen Umständen Politik auf eigene Faust machen. So kann man wohl darauf rechnen, daß in naher Zeit die Homogenität der Reichsregte- rung neue Opfer fordern wird. Wie man hött, wird das nächste Opfer Herr von Kider- len-Waechter sein, dessen Beziehungen zum Reichskanzlerpalais in süngster Zeit ebenfalls nicht die besten sein sollen. Wie dem nun auch fei: Das »Homogenitätsprinzip" hat, (wieder einmal!) ein Opfer gefordert, und einer der kenntnisreichsten, energischsten unb tüchtigsten Minister wendet dem Kabinett Bethmann Holl- weg den Rücken. Der Sieger ist indessen ni-ri der Kanzler fordern ... der neue Ministerprä­sident in Bayern, Freiherr von Hertling, der allmächtige Führer des Zentrums nord- wäts und südwärts der Mainlinie.

HerMnq im Salonwagen.

Ein Privat-Telegramm meldet MiS aus Berlin: Gestern ftüh war der bayerische Ministerpräsident Freiherr von Hertling beim Kaiser zum Fdühstuck geladen und zur Rückreise nach München wurde ihm aus Befehl des Kaisers ein Salonwagen zur Verfü­gung gestellt. Keinem der andern zur Fi- nanz-Konferenz in Berlin weilenden bundes­staatlichen Minister ist diese neuartige Auszeich- nnnz zuteil geworden, und man kann daraus schließen, tote man in Berlin den Einfluß des vielmögenden Bajuvaren einschätzt. Daß der Kaiser den neu ernannten bayerischen Minister­präsidenten empfängt, kann zu Kommentaren k« neu Anlaß geben und ist beinahe eine Selbst­verständlichkeit. Daß aber einem bundesstaat- : lichen Ministerpräsidenten, der in Berlin weilt. zur Heimreise ein Salonwagen zur Der- . fügung gestellt und daß er also geradezu utit

Wie Wermuth ging

Hinter den Kulissen der Ministerbühne.

Was wir vor vierzehn Tagen in unfernt Leitartikel .Finanzminister-Rendezvous" vor- aussagten, ist (schneller als man's ahnen konnte) Wirklichkeit geworden: Der Staats- fefretär des Reichsschatzantts, Exzellenz Wer­muth, hat seine Entlassung eingereicht, nach­dem die Berliner Konferenz der Bundesstaaten. Minister unter bem Einfluß des Zentrums zu dem Entschluß gekommen war, di« Erb­schaftssteuer endgültig fallen zu lassen. Der Rücktritt des Reichsschatzsekretärs Wer- muth hat in Abgeordnetenkreisen di« größte Ueberraschung und fast allerseits schmerzliches Bedauern hervorgerufen. Die Ueberraschung war um so größer, als man nach dem Kornmu. nigue der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung vielfach annahm, daß die Grundsätze, die Wer­muth für das Reichsbudget aufstellte und mit großer Konsequenz festhielt, auch bei den Wehrborlagen zur Geltung gekommen seien. Man bezeichnete daher vorgestern in den Wandelgängen des Reichstags die Aeußeruu-- gen der Regierung in ihrem offiziösen Blatte direkt als sophistisch und zugleich «tts zwecklos, da doch wenige Stunden später die Wahrheit zutage kam. Die Entscheidung über das Schicksal Wermuths fiel am Mittwoch abend bei dem Besuch, den der baye- rische Dttnisterpräsident, Freiherr von Hert­ling, dem Reichskanzler zur Vorberei­tung der für den folgenden Tag etoäterufenen Konferenz der leitenden Minister und Finanz- Minister der Einzelstaaten abgestattet hat. Am Donnerstag vormittag vor dem Zusammentritt der Konferenz hatte Herr Wermuth, tote von glaubwürdiger Seite verlautet, sein Rücktrttts- gesuch bereits abgefaßt und es nach der Konfe­renz Herrn von Bethmann übergeben.

kommen Der Stern auer xseriawiuuiuiuoicucn, die gestern in den Versammlungen der Sttei- tenben gehalten wurden, bildeten heftige Angriffe gegen die Christlichen unb deren Rufen nach Militär. Wenn die Christlichen mitgemcchi hätten, wäre der Kamp heute gewonnen. Während sich so die Versgmm- lungsredner mehr mit bem Verhalten bet Christlichen beschäftigten, als mit den Zechen­besitzern, lenkten sie bezüglich der Sortierungen ein unb erklärten: Wenn auch nur zehn Prozent Lohnerhöhung bewMgt würben unb nur in zwei anderen wichtigen Punkten Zugeständnisse erfolgten, könnten die Zechenbesitzer sofort ihre Leute wieder haben

beit wurde. Dort faß ein Redakteur auf bem Arrnenfünberbänkchen, der die Postbehörde be­leidigt haben sollte. Der Sttaftat lag eigent­lich nur ein Irrtum zugrunde, denn statt gegen die Post hätten sich die kttttschen Ausführun­gen des Angeklagten gegen die Polizei ----------w

rübten müssen, die (wie in der Beweisauf- halb fmlenbem Zustande, in den Hasen von nähme festgestellt wurde) bem Zechender- Dover. Nach den letzten Meldungen werden band eine Liste der Mitglieder des ovpositto- im ganzen fünfzehn Perfonen ver­bellen Steigerverbands besorgt hatte, und mißt. Fünf Passagiere wurden bei dem Zu- zwar (wie ebenfalls erwiese» wurde) gegen sammenstoß schwer verletzt.

Bezahlung! , gfa deutscher Dampfer gestrandet!

Das Gettcht mutzte nach Sage der Sache! zu einem Freispruch des Angeklagten Re- in^vollem^Umfang gealüctt war." Die Wichtigel der Nordtoste von Afrika der von Rangoon mit F-ststellung darüber, auf welche Weise die der Bestimmung nach Hamburg abgefahrene mit der Beschaffung der Listen betrauten Be DampferAxenfels" derBremen-Hanfa- amten in den Besitz des Materials gelangt Linie unter gegangen. ®nDfft$i««*b waren, wurde indessen dadurch unmöglich ge- ein Mann der Besatzung ^anken Reue e macht, daß der darüber vernommene Beamte > *--< «Esunalück

erklärte, nach dieser Richtung hin nicht aus­sag e n zu können, »da der Polizeipräsident es ihm verweigert habe, hierüber auszu- fagen*. Der Vorfall steht nicht ganz verein­zelt da; der Bochumer Fall ist aber beson­ders, charakteristisch, und jedenfalls ein eigen?

Zwei Schlfis-Katastroyheu. |

Dampferzusammenstotz im Aermel-Kanal; ein deutscher Dampfer untergegangen!

Ein folgenschwerer Zusammenstoß eines englischen und eines deutschen Dampfers hat sich (wie wir schon kurz telgraphisch berich­teten) in der Nacht zum Sonnabend im Aermel- kanal ereignet. Das englische Schiff, der Damp-1 ferOceana, sank, und eine Anzahl ferner| Passagiere, die Rettungsboote benutzten, wird vermißt, lieber die Katastrophe liegen fol­gende Meldungen vor:

London, 18. März.

(Privat-Telegramm.)

Der Dampfer der Orientallinie ,O e e a n a, der am Freitag abend Tilbury mit der Be­stimmung nach Bombay mit zweihunbertvierzig Mann an Borb verließ, stieß auf der Höhe von Beachy Head in der Nähe von Eastbourne ge­gen vier Uhr morgens mit der deutschen Barke P i f a g u ä zusammen unb sank ein paar Stunden später, als er in Sicherheit geschleppt I werden sollte, unweit des Hafens von Dover. Es war noch stockdunkel, als sich der Zu­sammenstoß ereignete. Trotzdem verhielten sich die Passagiere unb Mannschaften muster­haft. Von dem verunglückten Dampfer wur­den Notsignale gegeben unb die Rettungs­boote ausgesetzt. Der Newhafener Paketdamp-

I fer »Sussex" befand sich zufällig

in der Nähe der llnkallstell«