Casseler Abendzeitung
2. Jahrgang.
Fernsprecher 951 und 952.
Sonntag, 17. März 1912
Fernsprecher 951 und 952.
Nummer 87
verzeichnen gewesen, gestern st ark ersch
richtet:
bezirk zweiundvlerzig Personen. ,
Der Mesenkamps i» England.
(Privat-Telegramm.)
$te daffeler Neueste» Nachricht«» erscheinen wöchentlich sechsmal und »war abends. Der AbonnementSvreiS b-trLat monatlich 60 Pfz. bei freier Zustellung WS H-uS. «estellungen werden ieder»-it von der DefchLftSstelle oder den Boten entgegengenommrn. Druckerei, «erlag UN» Nedattion: Schlachthocktratze 28/30. Sprechstunden dir Redaktion nur von 1 bis 3 Uhr nachmittag-, Sprechstunden der Auskunft. Stelle: Jeden Mttwoch und Sonnabend von L bis 8 Uhr übend». Berliner Bertretimg! SW, Frtedrichstr. I», Telephon: Amt Morttzplatz «7«.
werden. Ob das Vorgehen der Zechenverwaltung eine stärkere Beteiligung zur Einfahrt bewirkt hat oder nicht, mutz dahingestellt bleiben. Jedenfalls sind auf den luxemburgischen Zechen heute nur noch 65,84 Prozent der Belegschaft gegen 72,28 Prozent von gestern ausständig.
die starke Beteiligung der Frauen au den Straftaten. Auch Kinder haben sich zumteil an den Zusammenstößen mit der Polizei beteiligt. In Haft befinden sich zurzeit infolge der Streikausschreitungen im ganzen Gruben-
Rom, 16. März. (Privat-Telegramm.)
.......schlittert- Die Behörden gewinnen immer mehr die Ueberzeugung. daß Dalba mehrere italienische Mtischuldkge gehabt bat. Einige römische Morgenblatter wollen heute sogar wissen, daß insgeheim bereits Verhaftungen von Mitschuldigen Dalbas erfolgt seien, daß die Regierung und die Polizei darüber aber Stillschweigen bewahrten. Von heute mittag wird uns be-
Dis anfänglichen Gerüchte, daß der Anschlag auf den König auf ein Komplott zurückzuführen sei, verdichtet sich immer mehr. Ein höhererBeamter,der zufällig in der Nähe des Tatortes sich aufhiett, hörte, wie zwei Leute sagten: Diesmal ist eS uns nicht geglückt, vielleicht geht es das nächste Mal besser. Ein anderer will drei Verdächtige beobachtet haben, die sich sofort nach dem Attentat aus dem Staube machten. Die Anarchisten Melinelli und Curti erklären dagegen öffentlich, Dalba gehöre nicht zu ihnen und er habe ihre Versammlungen nie besucht. Man möchte doch bedercken, daß der Attentäter rechts vom Wagen deS KönigS- paareS stand, und wenn der Mafor Lang den Schutz nicht auffing, die Königin getroffen
Bei der Polizeidirektion Bochum find in den letzten drei Tagen rund hundert Straf-
JnsertionSpreis« ,«ch»gespallen« 3«Ue für «whwntsch« «-schüft« ISJBfg-, für <mS. wärtig« Inserat« 25 Pf. Reklame,-Us für «tnhetmtsch« Geschäft« föe a»*»«»#«
Geschäft« 60 Pf. Beilagen für di« S-s-Mtailstag« werden mit S Mark pro Tausend bi. rechnet. Wegen ihrer dichten Berbrettung in der Residenz und der Umgebung sind die S« NEen Nachrichien ein vorzügliche» Jns.rttonSorgan. «eschü'tssiell-.. Sölnilch- Strabr 5. Berliner Vertretung: SW, flriedrichstratz« 16, Telephon: Amt Moritzplatz 676.
London, 16. März.
Die Folgen des englischen Grubenarbeiter- streiks machen sich immer bedrohlicher be- merkbar. Verschiedene Gruben stehen nt Gefahr vollständig zu ersaufen, da die Jn- standsetzungsarbetten unterbrochen sind und die Pumpwerke stillliegen, oder nicht ordnungsgemäß bedient werden. Dauert dieser Zustand noch einige Tage an, so werden die Gruben vollständig betriebsunfähig wer- den Es gilt dies besonders von den Gruben in Rord-Eumberland und der Grafschaft Durbam. Die Londoner Theaterdirektoren erklären, daß sie infolge des Streiks wöchentlich vier- bis fünftausend Pfund Sterling an Einnahmen einbüßen. Auch die Eisenbahnen werden schwer getroffen und I ihre Einbußen sind außerordentlich groß. Sehr in Mitleidenschaft gezogen werden auch die Streikkassen der Arbetterorgani. sationen und andere Fürsorgeinsti» Itute. Sie haben wöchentlich an dreißigiau- send Pfund Sterling sfechSbunderttausend Mk.) an Unierstütznngen an die Arbeitslosen zu mblen. Die Versuche der Regierung, eine Verständigung zwischen den Streikenden und den Zechenverwaltungen herbeizuführen, find bis
I heute erfolglos geblieben.
hätte. Das wäre
eine doppelt» Missetat gewesen. _ Die Anarchisten wüßten, daß di« Königin, eine g u t e M u 1 t e r ist; sie sei den Frauen des Proletariats stets eine Freundin und Helferin! gewesen. Die Anarchisten hegten darum für fie das Gefühl lebhafter Sympathie. Niemals würden sie die Hand gegen fie erheben. Der Attentäter Dalba wurde in der Nacht a«S dem PoNzetgefängnis nach dem Untersuchungsge- fängnis gebracht. Bei seiner Einlieferung erklärte er dem Direktor unter Tränen, daß er seine Tat bereue. Er verweigerte die
Wie uns aus Rom berichtet wird, dauern die Kundgebungen zu Ehren des Königs- Paares anläßlich des vorgestrigen Attentat s an und nehmen überall eine außerordentliche Ausdehnung an. Niemals ist bisher eme olche Begeisterung des italienischen Volkes zu verzeichnen gewesen. Der Attentäter ist seit
Wermuths Lvsemm?
Die Liebesgabe fällt, keine Erbschaftssteuer!
Die offiziöse Norddeutsche Allge- meine Zeitung gab gestern bekannt: ^Zum Zweck der Deckung der Kosten der Wehrvorlage erschien die Wieder-
worden. Zwar hat es auf der Schmechtung- straße in Bochum gestern nachmittag einen kleinen Zusammenstoß mtt der Polizei gegeben, wobei einige Säbelhiebe ausgeteilt wurden und bei dem auch eine Frau einen Schuß in die Wade erhielt, es gelang aber, bald, die Ruhe wieder herzustellen. Der Fall in Sevinghausen (über den wir schon gestern berichtet haben) stellt sich als eme außerordentliche rätselhafte Sache dar.I Die beiden erschossenen Bergarbeiter von der Zeche .Fröhliche Morgensonne/' scheinen in der ^at einen Anschlag auf den Gendarmen Clemens beabsichtigt zu haben, denn, wie sich setzt herausstellt, hatte emer der Ge- trcffenen noch einen Revolder in der Hand gehalten, als man ihn als auf, | fand. Der Gendarm ist schwer verletzt. Man! nimmt an daß es sich
um einen Racheakt handelt, da man sonst vergeblich nach irgend welchen Motiven für die Tat sucht zumal dte Erschossenen keine Streikenden waren, sondern noch bis zum letzten Tag «earbei- t e t haben. Man kann also den traurigen ^all in Sevinghausen kaum aus das Konto ves Streiks setzen. Die Den t s ck - Lux e mb ur- rische Bergwerksgesellschaft bat burch eingeschriebene Postkarten ihren Beleg- chaf'smitgliedern mitteilen lassen, daß, wenn Re nicht heute einfahren würden, sie am,Dienstag aus der Liste gestrichen und die sechs Schichtlöhne wegen Konttaktbruckes verlrereu
Flaut der Streit ad?
Es streiken hents noch 187943 Mann!
aufnahme der Erbschaftssteuer bedenklich, dagegen soll der Kontin- gentspirituS der vollen Verbrauchsabgabe unterworfen, also die Liebesgabe aufgehoben werden.
Diese Mitteilung wurde gestern abend vom offiziösen Draht als das Ergebnis des Berliner Minister-Rendezvous eiligst durchs Land getragen. In der Mitteilung des offiziösen Blattes heißt es unter anderm: Das Problem der Deckungsfrage der Wehrvorlage mußte von vornherein so behandelt werden, daß die geltenden Grundsätze der Finanzlage des Reiches unberührt bleiben. Bei der Wahl der neuen Deckungsmittel mutzte entscheidender Wert darauf gelegt werden, einen Boden zu finden, auf den sich die Bundesregierungen womöglich einstimmig stellen konnten. Daß k e i n e n e u e B e l a st u n g von Konsum und Verkehr tti Aussicht zu nehmen war, stand von vornherein fest. Ebenso wenig konnte auS bekannten Gründen daran gedacht werden, eine Reichsvermögensoder Reichseinkommensteuer vorzuschlagen. Die Wiederaufnahme der Erbschaftssteuer begegnete den Bedenken, die sich aus der gegenwar-
ttgen
Zusammensetzung des Reichstags ergeben. Zu erwägen wäre, ob sich eine aus den deszentterten Parteien annehmbare Mo - difizierung der Erbschaftssteuer finden ließ. Man wäre jedoch hierbei Gefahr gelaufen, den alten Streit zu verschärfen und doch kein positives Ergebnis zu erzielen. Dagegen erscheint es möglich, auf einem anderm Gebiete einen Gegenstand scharfer po- littscher Agitatton aus dem Wege zu räumen, indem man die fehlenden Mittel dadurch beschafft daß man auch dm kontingentierten Spi- !ritus der vollen Geb rauch sa bg ab e I unterwirft. Die Aussicht, hierzu auch die Zustimmung des Reichstags zu erhalten, erscheint ilmso größer, als die Aufhebung der vielbefehdeten Liebesgabe die Annaheruna der bürgerlichen Parteien sicherluh ferbera würde. Zugleich lassen sich auf diesem Wege I die dringenden Bedürfnisse der jetzigen Lehr- I Vorlage befriedig •
Herr Wermuth will gehe«!
(Privat-Telegramm.)
Berlin, 16. März.
In gut unterrichteten Kreisen gilt infolge des Refuttates der gestrigen Besprechung des 1 Reichskanzlers mit den Ministern der Bundes-
beit angekündigten Rückgang der Streikbe- > wegung. Der Prozenffatz der Streikenden ist in dreizehn Revieren zurückgegangen und hat nur in s«hs Revieren eine geringe Zunahme erfahren. Insgesamt sind auf den Zechen des Dortmunder Oberbergamtsbezirks von der heute erfolgten toeitere« Schichtmzusammen- ] legung 333257 Mann starken Gesamtbelegschaft zur Morgmschicht 145 314 Mann eingefahren. Es streiken also 187 943 Mann. Man rechnet damit, daß der Streik höchstens noch bis zum EndedernächstenWoche andauem wird. Inzwischen sind neue Verständigungsversuche angebahnt worden, und es ist nicht ausgeschlos- fen, daß im Laus der kommendm Woche die Beilegung des Stteiks erfolgt. Man rechnet (tote uns von unterrichteter Seite mitgeteilt wird) mtt der Wahrscheinlichkeit, daß von beiden Setten Zugeständnisse gemacht werden, und zwar auf der Basis einer Lohnerhöhung, deren Umfang allerdings stark hinter den Forderungen der Streikenden zurück- h leib en dürfte.
Die Lage im Ruhr-Revier ist äußerlich verändert; neue Ausschreitungen haben sich nicht ereignet, und die Bergarbeiter-Verbände habm ihre Mitglieder erneut und eindringlichst zur Ruhe und Besonnenheit ermahnt, und es gewinnt den Anschein, daß die, - -
Haltung der Regierung und die Reichstags- anzeigen wegen Bedrohungen, Belä^gmi- debatten der beiden letztm Tage auf die Gestal- fien und anderem «rWStDtaiger und afnsi- tung der Streikbewegung nicht ohne Einfluß cher Streikvergehen etngelaufen. Auf! fl f geblieben sind. Innerhalb der Arbeiter- h,T ““ ““
Organisationen scheint übrigens die anfängliche Siegeszuversicht stark nachgelassen zu haben, was schon durch die erhebliche Zunahme der Arbeitswilligen bestätigt wird. Während noch vor wenigen Tagen die Zahl der Streikenden etwa siebzig Pro- ,ent der Gesamtbergarbeiterfchaft des Ruhrgebiets repräsentterte, ist die Ziffer inzwischen auf sechsundfünfzig Prozent zurück- gegangen und dürste sich heute abermals nicht unbeträchtlich vermindern. Die eigenüiche Stoßkraft des Streiks ist also erheblich gesthwächt, und es ist unter diefen Umständen kaum noch mtt der Möglichkeit eines Erfolgs der Bewegung zu rechnen. Die ziffernmäßige Rachweisung aus den neunzehn Bergrevieren des Dortmunder Oberbergamtsbezirks bestätigt
staaten der Rücktritt dcS Staatssekretärs Wermuth als wahrscheinlich. Es ver- lautet sogar, dass der Schatzsekretär sein Ab- chiedsgesuch bereits eingereicht habe, doch liegt darüber bisher (nachmittags zwei Uhr) eine Bestätigung nicht vor, fest teht dagegen, daß Herr Wermuth, nachdem die Erbschaftssteuer endgiltig fallen gelassen worden ist, unter allen Umständen zurücktre- t e n will. Eine endgiltige Entscheidung in der Frage dürfte «och heute erfolgen.
$as AmrÄisten-KoiMott.
Enthüllungen über das Attentat in Rom.
lizei schwere Vorwürfe erhalten hat wegen mangelhafter Aufsicht. Die Polizei selbst hatte die Drohbriefe und das Anar- chistentum um so weniger ernst genommen, als kürzlich, während der König den langen Weg zu Fuß hinter der Leiche des Admirals Aubry zwischen großen Menschenmassen zurücklegte, nichts passiette. Im Gegensatz zur Polizei ernteten großes Lob die Leibkürassiere des Königs, die sofort, als die Schüsse fielen, ungeachtet des Sturzes ihres Majors den Königswagen umringten und ihn vollständig deckten.
Ruhrftreik und Reichstag.
Fortsetzung der Streikdebatte im Reichstag
Roch weniger als der erste, konnte der gestrige zweite Tag der großen Streik-Debatte im Reichstag zu den „großen Tagens gezählt werden. Es kam gestern nicht einmal zu stürmisthen Szenen. Ruhig plätscherte dre Debatte dahin, von der sich übrigens die Regierung so gut wie ganz fernbielt. Der erste Redner war der fortschrittliche Abgeordnete G o t h e i n, dessen durchaus sachliche Ausführungen jedenfalls mit zum Besten gehörten, was während der ganzen Stteikdebatte zu Tage gefördert ist. Der Redner führte ans.- Mit dem Wortlaut der Interpellation steht die gestrige Begründungsrede des Herrn Schiffer vom Zentrum nicht im Einklang. Auf ein höheres Niveau hat er die Debatte nicht emporgehoben, es wurde wieder ein Parteigezänk daraus. Für rms handelt es sich indessen nicbt um die Frage, ob dieser oder lener Verband durch seine Taktik mehr Mitglieder bekommt, sondern um das Mitbest immun gsrecht des Arbeitsvertrages. Verhandlung von Verband zu Verband über den Arbeitsvertrag: Das entspricht dem modernen Arbetterrecht. Der Staatssekretär meint, die Zett sei noch nicht reif für «ine Vermittlung Im Gegenteil: Es fft vielleicht schon etwas zu fpät. Bei unS in den regierenden Kreisen hat man anscheinend kein rechtes Verständnis für
di» Psychologie des Volks,
Sie Lage im Streitgebiet.
(Eigene Drahtmeldung.)
Bochum, 16. März.
Die Vermutung, daß der Streik noch weiter ab flau en werde, bestätigt der heutige Tag. Es sind im Landkreis Bochum heute ungefähr 4000 Mann mehr eingefahren wie gestern. Das sind gegen vorgestern etwa 6000 Mann mehr. Unter der Voraussetzung, daß die amtlichen Ziffern, die bekanntgegeben werden, stimmen, und daß nickt etwa der Begriff der Schichten mit der Zahl der einfahrcnden Belegschaften verwechselt wird, würde sich damit das Bild erheblich geändert haben. Heute morgen ließ der Bergarbeiter-Dreibund ein Flugblatt verteilen, in d.em er die Bergarbeiter auffordert, im Streik zu verharren und die Arbeit nickt eher wieder aufzunehmen, als bis nicht nur den Arbettswilli- zen, sondern auch allen anderen Bergarbeitern Zugeständnisse gemacht werden. Im großen and ganzen ist bisher
die Ruhe nirgends wieder gestört
daß der Attentäter Dalba mir ein Ein °! zelverbrecher, und daß eine politische Verschwörung hinter der Tat nicht zu suchen ei. Auch die polizeiamtlichen Berichte erklär-^ ten, daß es sich um die Tat eines einzelnen Verbrechers handele. Auch heute noch leugnet man an amtlicher Stelle das Bestehen eines Komplotts. In Wirklichkett ist indessen der Anschlag aus König Vikwr Emanuel, wie aus bester Quelle verlautet, von langer Hand vorbereitet, die Polizei ,________ ...
steht auch vor einer Reihe Verhastuu-Berechtigung der Erhöhung der Lohne
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Reih« antimonarchlicker Schriften m Umlau! hxjjzhxrttag für reformbedürftig. Aber aus gesetzt hat, di« zum Teil von der Polizei mit bem jc^t eingescklagenen Wege erreiche« Beschlag gelegt wurden. Die Polizei fahndete. fie nichts. Politische Erwägungen und Zen- in Kenntnis davon, daß Dalba an einer Ver- trumsinteressen spielen im Gewerkverem christ- schwörung beteiligt War, schon seit län sicher Bergarbeiter keine Rolle Die großer«
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seiner habhaft zu werden, da er sich nur vor- orgamstertzund einen übergehend in Rom aufhielt. Mttilerweile ist Pvtsch machen wir nicht,
7 naa) Wwt bnimfäeJ rütteln fofL (Abgeordneter Sachse: Wer Hal
lungen die Adressen einiger seiner * gesagt?) Ich will den Namen nicht off ent«
Freunde zu ermitteln: acht davon solle« be- nennen. (Abgeordneter Sachse: Lüge!)
retts hinter Schloß und Riegel fern, Der Streik ist politischer Natur. Man will
• Bahnfreiheit für den politischen Mas-
Ein weiteres Telegramm aus senstreik. Gelingt es dem alten Verbands Rom meldet uns: Es verlautet, daß die Po-tuns kalt zu pellen, dann, ünd die Hirsch-Duncker-
man hätte es nicht erst bis zur Erregung kommen lassen sollen. Was wir brauchen, ist der Verhandlungszwang. Aber auch jetzt ist es nicht zu spät, wo noch auf keiner Seite eine Niederlage ist. Deshalb verstehe ich den passiven Standpunkt des Staatssekretärs nur unter dem Druck deS Herrenhauses. Wir brauchen ein Reichsberggesetz. Wo Hunderttausende streiken, muß auch der notwen- dige Schutz der Arbeitswilligen verstärkt werden. Leider wird die Nervosität der Vorgesetzten der Schutzleute noch gesteigert durch Scharfmacherreden, wie im Herrenhaus oder gestern von Herrn von DiebersteM.
! Abg. SofinSki (Pole): In allen Landern i raffen sick die Bergarbeiter auf, weil ihre Lage u n e r t r ä g l i ch ist. Nur durch den Streck sind bessere Löhne zu erreichen Ausschrettun- gen bcntrteilen wir, aber vielfach ist die P o l r- zei schuld mit ihrem unnötigen »Schneid. Jetzt verbietet man unseren Arbeitern, wahrend des StteikS in den Versammlungen pol- Nahrungsaufnahme. Der verwundete En^frivÄ^n ^^r st o ß^gegen das Ver- Major Lang hat die Nacht nach der Operation I Man hat unsere Streikbureaus
gut verbracht und die Aerzte erklären, daß Le-1 aufgehoben; wie sollen wir da unsere Leute bensgefahr jetzt nicht mehr besteht. aufllären? Aber das will die Regierung nicht-
Dalba und leine ^eunde. @te Blut vergoss«« wird!
(Von unserm Korrespondenten.) iTtnruf)e Vizepräsident Paasche ruft den Red- Rom, 16. Marz. net $ur Ordnung.) .
Die ersten Nachrichten über das Attentat Abg. Mertin-Oels (Rpt.): Mr danken dem üUs~ König Vikwr Emanuel sprachen davon, Staatssekretär für die Entsckiedenbeit und Ä •»«.». d. «-IgÄSf-ÄiKS Hauptsache ist Schutz der Arbeit sw ,l- ligen! Bedauerlich waren die Angriffe des Zentrumsredners auf die gelben Arbetterver- eine. Die Regierung sollte fick eines Erngri;- ses enthalten, es würde auch nur Verzögerung Hervorrufen. Wir wollen die Koalitionsfreiheit nicht antasten (Gelachter links), aber wir wollen auch keinen Koalitionszwang. Wir wollen die Freiheit und das Recht der Arbeiter schützen. (Beifall rechts.)
Abg. Behrens (Wittsch. Vgg.): Ueber die
CMerNkueste Nachrichten
Hessische Abendzeitung